Duals in der Disco? (Damals!) Oder was sonst?

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    • Duals in der Disco? (Damals!) Oder was sonst?

      Hi,

      der Gedanke kam mir gerade: Was stand eigentlich vor der Machtübernahme durch die Technics 12x0 so in Discos als Plattendreher?

      Waren Duals dabei?

      Oder was sonst?
      Garrard? EMT/Thorens?

      Ich habe so die Ära von Mitte der 60er bis ungefähr Ende der 70er, oder bestenfalls Anfang der 80er im Auge, danach gab's wohl nur noch Technics-Monokultur..

      Habe versucht, ein bißchen dazu zu googeln, aber die Suchbegriffe sind denkbar ungünstig.
      Grüße
      Alex

      P.S.: Beim Musik-Domino sind neue Mitspieler immer herzlich willkommen!
    • Guten Morgen!

      Lt. thorens-info.de/html/thorens_td_524___535.html waren zumindest der TD524 ein "gängiger", wenn auch teurer, "DJ-Plattenspieler".
      Auch der TD 535 und der TD 2001 / TD 3001 sollen weit verbreitet gewesen sein.

      EMT-Laufwerke dürften fast zu teuer für "Dorfklitschen" gewesen sein, in gut gehenden Läden könnte ich mir die aber durchaus forstellen.

      Auf irgendwas muss ja früher die Musik aufgelegt worden sein...

      Dass es viele Duals in Discos gegeben hat, wage ich zu bezweifeln. Rein von der Auslegung waren das ja durch die Bank Heim-Hifi-Geräte.
      Falls ich falsch liege, möge man mich korrigieren...
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Guten Morgen.

      In den 1980ern und 1990ern gab es eine nicht geringe Anzahl von 505 (TKS 238) und 505-1 (TKS 45S) in Musikkneipen, auch 728Q und 741Q waren aufgrund ihrer schockabsorbenden Chassis (damals mit das Beste auf dem Markt verfügbare System zue Dämpfung von Stößen) in einigen Tanzlokalitäten wie Discos oder Tanzlokalen anzutreffen.

      Auch Reedereien die größere Fährschiffe laufen hatten, setzten zu dieser Zeit auf die großen 7er-Modelle, aus oben genanntem Grund.
      Zu erwähnen wären da die TT-Line, Townsend-Thoresen, P&O, DFS und Andere.


      SoD_37
    • Hallo,

      selber kenn ich auch noch Lencos hinterm DJ-Pult, es gab Plattenaufleger, die diese bevorzugten.

      Meist hatte bei der Technik sowieso das Personal was zu beeinflussen, denn zumindest damals gehörte das nicht zu den Dingen die die Wirte besonders interessierte....

      Unsere Jugenddisco bekam Dual, weil der Pfarrer schon zuhause auch eine HS hatte (nein, keinen "Altar" :D )

      Peter
      Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
      Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
      (Tucholsky)
    • Hi !

      8erberg schrieb:

      selber kenn ich auch noch Lencos hinterm DJ-Pult, es gab Plattenaufleger, die diese bevorzugten.
      Ja, die Lencos (L75 ?) waren weit verbreitet, weil sie ziemlich robust waren (und viele haben sogar überlebt).
      Das waren aber die "Full-Metal"-Dreher, nicht das Plastikzeugs, was später kam.

      Ein DJ aus meiner Heimatstadt hatte sich ein Pult mit zwei 1228 und M75 mit den NB71-6 Nadeln ausgestattet (2.5p Auflagekraft).
      Der mochte - wohl mehr aus ideologischen Gründen - weder Thorens noch Lenco. Lief auch gut und da er einen robusten Deckel auf dem Flight-Case-ähnlichen Gehäuse hatte, gab es auch keine Transportschäden. Der hatte die normalen, etwas fisseligen Transportsicherungen gegen eine Art Kniehebel ausgetauscht, die er nur herumklappen mußte, um das Chassis zu verriegeln. Sein Bruder oder Cousin war Metaller und der hatte ihm die Dinger gebaut. Und ich meine, daß auch die Tonarmstütze gegen was aus gefrästem Metall ausgewechselt worden war.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • In den meisten Discotheken und Tanzschulen der Vor-1210-Ära taten die legendären Lenco Reibraddreher (meist L75) Dienst. Die waren vergleichsweise preiswert, extrem robust (vor allem der Tonarm konnte mehr einstecken als die der Duale) und der starke Reibradantrieb hatte ein großes Drehmoment.

      Auch die Headshell konnte schnell gegen eine andere getauscht werden und die Technik war nicht so fisselig und mimos wie die der Dual-TKS.

      Gruß

      RD
      Plattenspieler: CS 714Q mit Yamaha MC9 auf Halbzollumrüstsatz an Vorstufe Yamaha CX-630
    • Also hier gab es in der Schule früher die Dual P Koffer, in den ganzen Läden (Welte, Musikhaus Schlüter, Life usw.) waren Dual Zargen in Tische eingelassen wo die Leute hören konnten und auch in der einzigen Disco wo ich unterwegs war in einem Flightcase (nennt man das so) gab es einen Dual 604 drin. Aber gescratcht wurde da nicht.
    • Zeitraum etwa 1975-85...

      Auf unseren Schulfesten (erste Hälfte der 80er Jahre) gab es öfter DJs, die mit Dual-Plattenspielern auflegten, meistens war das der 606. Teilweise waren auch zwei 606er fest in ein "Pult" eingebaut.

      So ein "mobiles DJ-Pult" sah ich Anfang der 90er aber auch noch mal auf einer Veranstaltung, da waren zwei alte Reibrad-Duals eingebaut, vermutlich 1225 oder 1226.

      In meiner Kindheit gab es auch mal eine Gaststätte, wo für längere Zeit eine DJ-Anlage für Veranstaltungen aufgebaut war, dort hatte man zwei Dual-Spieler in der mir damals schon geläufigen originalen Holzkonsole. Vermutlich waren das auch 121x oder 122x.

      In den Musikläden gab es bei uns auch Dual, ich erinnere mich noch an ein Fachgeschäft, wo hinter dem Verkaufstresen zwei Duals samt Mischpult in die Tischplatte eingebaut waren, auch 121x oder 122x. In den Musikabteilungen der Kaufhäuser waren Chassis à la 1237/39 teilweise bis zum Ende der Ära (eben bis die LPs von CDs verdrängt wurden) sehr populär. In unserem größten Plattenladen gab es auch lange einen 606.

      In den Schulen gab es bei uns nichts anderes als Dual. Die P-Koffer kenne ich natürlich auch noch von dort her, aber die HS-Anlagen waren auch sehr beliebt, z.B. im Musiksaal meines ersten und in den Turnhallen meines zweiten Gymnasiums. In letzterem war im Musiksaal eine Komponentenanlage mit 1216, C901 und Elac Receiver aus derselben Zeit. Die Turnhalle meines ersten Gymnasiums hatte eine fest installierte Anlage, wo das Chassis in so einem speziellen Holzschrank eingebaut war. Hier vermute ich auch so etwas wie 1224/25.

      Mir fällt da noch etwas ein: Mitte der 80er besuchte ich mal eine Disco (außerhalb des normalen Betriebes), und der Besitzer zeigte mir das DJ-Pult. Da waren zwei Thorens eingebaut, evtl. TD 160 in der "Urversion".
      Gruß
      Michael


      Aktuell: 1219 (2x) * 1209 * 1019 * 1009
      Ehemals: 721 * 650RC * 1224-29 * 1216-18 * 1210 * 1015 * C822 * KA61 * HS130

    • Hallo,

      also bei uns im Jugendclub spielte ein RFT Ziphona, welcher kann ich nicht sagen. :D
      Müssen auch recht robust gewesen sein.
      Nach der Wende waren dann auch ganz schnell die üblichen verdächtigen am werkeln.
      Die RFT`s standen dann zu dutzenden am Straßenrand und beim Sperrmüll, übrigens neben jeder menge anderen Hifi Krams!

      Gruß Jens
      liebt die ollen Automaten
    • Ich kann mich erinnern, daß in unserem örtlichen Jugendclub bis weit in die 80er Jahre hinein eine 70er Jahre Dynacord Disco-Anlage ihren Dienst tat. Das war eine all-inc- Lösung mit Gehäuse in quietschorange, zwei Lencos und dem Dynacord Mischpult in der Mitte. So um 86 sind wir dann dort auf Duals (zwei 511er) mit dicker Endstufe von Bell und PABoxen von Hughes&Kettner (QX4) umgestiegen, das gab ordentlich Bumms...
      Gruß,

      Chris



      Die Intelligenz auf dem Planeten ist konstant – aber die Bevölkerung wächst. (Eckart von Hirschhausen)
    • Bei uns lief in der aus Funk und Fernsehen bekannten, ersten Grossraumdisco in Bremen, dem Aladin in den Ende 70er- 80ern, man höre und staune :

      zwei Dual C839 Tapedecks
      !!

      Das hat man deshalb gemacht weil man mit den riesigen JBL rutschen in dem umgebauten Kino, Rückkoplungsprobleme hatte, und diesen mit Tapes völlig aus dem Wege ging ! Das war auch die Geburtsstunde des Aladin Sounds. Die DJ's konnten von LP auch unbekannte und längere Tracks in aller Ruhe auf ein Mixtape bringen und dann je nach Laune ausspielen oder mixen.
      Das tolle war das jeder die Stücke kannte die auf diesen legendären Mixes drauf waren. An eine kann ich mich besonders erinnern. Das war ein Tape auf dem als Höhepunkt immer "Station to Station" von David Bowie kam. 3 Lieder vorher wussten alle schon was kommt, und die Tanzfläche wurde regelrecht geflutet mit Menschen. Als Bowie dran war konnte wirklich niemand mehr umfallen auf der Tanzfläche, so derbe voll habe ich das sonst nirgends wieder erlebt. Es wurde überall getanzt wo Platz war, auch vor den Theken und oben auf dem Balkon, von wo man einen tollen Blick auf das Hin- und Hergewoge auf dem Dancefloor hatte.... :love:
      Lutz

      Vinyl is Black Music

      lucky02.oyla.de
    • Bei uns setzten die rollenden Diskotheken auf Dual 12xx, meist 1225, 1237, 1239. Die kleinen Plattenteller hatten beim Wechsel der Maxis Vorteile. Ich erinnere mich, als im hinteren Bereich der "Dithmarscher Schweiz" in Welmbüttel, etliche defekte Duals herumlagen. Die wurden denn von Zeit zu Zeit abgeholt, repariert und wieder eingesetzt.

      Ich habe mit ein paar Kumpels damals bei uns in der Schule (Hauptschule, Realschule, Gymnasium in einem Gebäude) auf Klassenfesten auch Disko gemacht. Die Musikanlage bestand aus zwei der kleinen CS430, einen Dynacord Emintent Gesangsmischverstärker (Mono!), zwei S46 Lautsprecherboxen und einem der berühmten grauen Sennheiser Mikrofone. Anfangs durften die Klassen die Anlage einfach nutzen. Nach ein paar Monaten waren die Strippen weg, die Nadeln abgebrochen und das Ganze nicht mehr einsetzbar. So wurde unser Vorschlag, daß die Anlage nur noch von uns mit unseren eigenen Strippen und Nadeln verwendet werden durfte, seitens der Schulleiter entsprochen. Danach war auch nichts mehr kaputt oder defekt.

      Lichtorgel, Lichtkästen und natürlich die Schallplatten waren ohnehin unser Eigentum.

      Die kleinen 430er haben den Disko-Betrieb problemlos weggesteckt, die waren echt "tapfer".

      Gruß

      Uli
      CS: 1209, 504, 510, 741Q, 750-1
      CV: 1200, 440, 1500 RC
      CT: 440, 1240 (2x)
      CR: 5950 RC
      C / CC: 1280, 5850 RC, 839 RC
      CD: 40, 5150 RC
      CL(X): 241, 9020, 9200
      und: DK170, MC2555
    • Danke für die vielfältigen und interessanten Antworten.

      Für die Ära, um die es eigentlich ging (zur Erinnerung: im Kern die 70er) scheint der Gewinner festzustehen:
      Der Lenco L75 war also wohl damals das Mittel der Wahl fürs Tanzlokal ("Disco" hieß das ja erst gegen Ende der 70er).
      Abgesehen von dem einen oder anderen Thorens oder evtl. auch mal einem Dual.

      Wenn ich das, was ich nicht nur hier, sondern auch anderswo, z.B. auf der (ziemlich durchwachsenen) hifimuseum.de-Webseite gelesen habe, zusammenzähle, scheint der L75 ja sogar eine Art Standard-"Verbrauchsmaterial" für die Seventies-Disse gewesen zu sein.

      Nach Plattenläden, Schulen und Kindergärten war zwar nicht gefragt, aber zumindest auf den typischen improvisierten Schulparties (die kenne ich, eine solche hatte damals auch die Endstufen meines geliebten Saba-Receivers und die Hochtöner meiner Canton-Boxen auf dem Gewissen... ;)) scheinen Dual-Dreher gut dabei gewesen zu sein.

      Ach, noch etwas: Was für Arme waren denn so auf den Lencos drauf? Die Standard-Teile, oder auch mal etwas anderes?
      Grüße
      Alex

      P.S.: Beim Musik-Domino sind neue Mitspieler immer herzlich willkommen!
    • Hi !

      volumeknob schrieb:

      Ach, noch etwas: Was für Arme waren denn so auf den Lencos drauf? Die Standard-Teile, oder auch mal etwas anderes?

      Soweit ich mich entsinne, waren das die Lenco-Standardarme.

      Die "besseren" hatten Laufgewichte zur Auflagekraft-Einstellung und ein umhängbares Fadengewicht für Antiskating. Da das aber für Diskobetrieb und -gerade bei Mobildiskos- zu filigran ist, sind auch die Einfacharme zum Einsatz gekommen. Teilweise, wenn ich es richtig sehe, ohne Antiskating und mit einem Drehgewicht für die Auflagekraft.
      Die hatten den gewinkelten Alu-headshell für 1/2-Zoll mit SME-Stecker und die DJ's hatten meistens mehrere Systeme dabei, falls in der Hektik mal eins die Flügel streckt oder die Nadel abgeknickt wurde.
      Bei den Systemen kann ich nur raten. Ich habe damals oft Shure M44, M71 und -überwiegend- M75 gesehen, da es reine Diskosysteme eigentlich nicht gab. Das kam erst später, als Scratching etc. in Mode kam, aber nicht Mitte der 70er. Dafür wurden an den M75 auch schon mal die Musikbox-Nadeln montiert und die Dinger mit 3 - 4p Auflagekraft gefahren, damit die Nadel in der Rille bleibt.

      [Edit: Ich habe mal ein Bild von einem alten L75 mit dem "HiFi-Arm" drangehängt. Markant für dieses Modell ist der Regler für die Geschwindigkeit, der gleichzeitig als Pitchregler fungiert, weil er praktisch stufenlos durch die Geschwindigkeiten zu schieben ist. Er hat nur kleine Rastungen, wo die Hauptgeschwindigkeit liegt. Damit ging umschalten sehr schnell, obwohl meistens nicht nötig, wenn nur Singles gespielt wurden. ]

      .
      Bilder
      • lenco_l75_a.JPG

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      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von wacholder ()

    • ...from disco to disco...bild hab ich mal irgendwo gefunden, wobei ich daraus nicht ganz schlau wurde...
      l75? ziemlich sicher ein reibradler mit schwerem teller, allerdings mit anderm arm als die l75/l78....
      vielleicht kennt die ja jemand?
      Bilder
      • l75.jpg

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