Beiträge von Deichgraf63

    Selbst wenn Du den korrekten vertikalen horizontalen Compliancewert hast, die effektive Masse korrekt berechnet hat und danach den Antiresonator korrekt einstellst, wobei wir mal davon ausgehen, daß sich seine Werte nicht verändert haben, so bleibt eine Tatsache übrig:

    Die angegebene vertikale Compliance einer Nadel ist ein Konstruktionwert, der nicht unbedingt stimmen muß. Darauf wurde auch schon weiter oben hingewiesen, nämlich daß in zeitgenössischen Test, und da war der Antiresonator nicht ausgeleiert und das Nadelgummi nicht verhärtet, andere Werte für das ULM 60E ermittelt wurden, als Dual angegeben hat. Auch die Feder des Antiresonators kann der Fertigung streuen.


    Also bleibt, wenn man wirklich genau einstellen will, nur der Kauf einer Testplatte, mit der man die Tiefenresonanz der Kombination bestimmen kann und dann den Antiresonator danach einzustellen.


    Gruß


    Uli

    Auffällig sind auch die Netzschalter, beim CT 1740, dem CR 1750 und CR 1780 sind diese viel kleiner als bei den anderen Geräten der International-Serie und aus Vollmetall mit rotem Farbklecks, das muß nicht unbedingt mit "Made in Japan" zu tun haben, denn bei C 810, C 820 und C 830 sind die Schalter wie z.B. beim CV 1200.


    Die oben genannten Kassettendecks sollen ja von Asai gebaut worden sein, die o.g. Receiver offenbar nicht, denn wenn man genau hinsieht, dann sind auch die Kippschalter etwas anders als bei den Kassettendecks. Auch fällt auf, daß sowohl die Kassettendecks als auch die Receiver aus japanischer Fertigung nicht die Regler aus Vollmetall mit Montage auf glatter Potiachse mit Klemmschraube haben, sondern innen hohl und aus Plastik sind, einfach auf gezahnte Achsen der Potis gesteckt sind.


    Auch die LED sind zwischen Receivern und Kassettendecks unterschiedlich.


    Übrigens: Nicht nur Dual ließ fremdfertigen, so manches japanische Markengerät wurde nicht in Eigenfertigung gebaut, erkennen kann man das auf der Rückseite im Typschild, da gibt es ein Symbol, welches wie ein auf dem Kopf stehendes Erdungszeichen aussieht. Es gab da wohl in Japan und auch woanders in Fernost Fabriken, die sich auf die Fremdfertigung für Marken spezialisiert haben. Geschummelt wurde da auch schon.


    Gruß


    Uli

    Die Geräte mit separatem Netzschalter haben den nicht ohne Grund.

    Das sind allesamt Geräte mit Relaissteuerung und so ein Relais braucht nun einmal Strom, damit es schalten kann.

    Ein stromloses Relais kann die Automatik nicht starten.

    Das ist so nicht ganz richtig, wenn Netzspannung, wie beim CS 731Q über den Taster geführt wird, daß dann ein Relais anziehen läßt, welches dann über entsprechende Kontakte in Selbsthaltung geht, dann kann man durchaus auch ein stromloses Relais starten. Das ist bei elektrischen Geräten gar nicht so selten. Wenn erforderlich, kann man in den Selbsthaltungsstromkreis einen Öffnerkontakt einbauen, um das Gerät wieder abzuschalten. Selbst eine Schaltung mit nur einer Taste, die Ein- und Austaster ist, ist möglich, dazu verwendet man ein sogenanntes Stromstoßrelais, z.B. Eltako.


    Gruß


    Uli, Staatlich geprüfter Techniker für Industrieelektronik ;)

    Auch der CV 1100 hat diese "Stößelstangen", allerdings aus Plastik, mit denen die Schalter bedient werden, das ist identisch wie beim CV 1200.


    Was das Stroboskop angeht, kann man damit sehr wohl einen Wert ablesen. Für den CS 731Q und den CS 714Q ist beschrieben, daß das Wandern von einem Strich pro Sekunde 0,9% Drehzahlabweichung besitzt. Der CS 714Q muß ja auch auf die Bargraphanzeige verzichten.


    Gruß


    Uli

    Dual Geräte sind ja im Grunde für ihre Benutzerfreundlichkeit und so manche geniale Idee bekannt, aber manchmal ist es so, daß Genies es dann bei grundlegenden Dingen richtig verbocken, so auch bei Dual.


    Es soll hier nicht um Innereien gehen, also wackelige Steckverbindungen und Taster, knapp dimensionierte Bauteile, komplizierte Zerlegung, Knallfrösche, sondern um das, was der normale Nutzer schon zu Neukaufzeiten der Geräte erkennen konnte und was mich den Kopf schütteln läßt, z.B.


    Warum ist die Anordnung der Eingangswahltasten beim CV 1100 und CV 1200 anders angeordnet, das erfordert ein anderes Platinenlayout, eine andere Schaltergruppe und macht somit alle nur teurer?


    Der CS 741Q machte nicht nur durch die klapperige Haubenautomatik und den schlechten Staubschutz durch den dicken Spalt etwas schlechter als sein Vorgänger, Kopfschütteln löst bei mir auch das Leuchtstroboskop aus, nicht nur, das es dämlicherweise im Pitch-Betrieb abschaltet, wo man es eigentlich braucht, nein, es ist auch schlecht abzulesen, die Marken sind am Plattenteller nur unten, das Gehäuse der LED-Anordnung ist von vorn undurchsichtig, wie blöd:



    Das war beim CS 731Q besser gelöst:


    Auch auf den Rückseiten der Verstärker gibt es einiges, was wirklich dämlich ist, da sind z.B. die viel zu eng angeordneten Cinch- (RCA-)Buchsen beim CV 1200 und CV 1400, man versuche da mal etwas dickere Stecker einzustöpseln, Platz genug war da:


    Auch hier ist schon erkennbar, die dämliche GND-Schraube, die sich auch beim CV 1200 und CV 1100 wiederfindet, beim CV 1100 sind die RCA-Buchsen wenigstens auf Abstand. Wer mal versucht hat, ein Massekabel in beengtem Raum, also auch z.B. in einem Dual-Rack dort drunterzufummeln, der ist zu nicht feinen Worten gegenüber den Konstrukteuren versucht.


    Auch nach der "Steidinger Ära" gab es Murks, die fragile Tonarmablage bei CS 5000, CS750(-1) und allen Derivaten ist ja bekannt. Bei Modellen anderer Hersteller hatte die Stiftung Warentest schon die Anordnung des Lifthebels direkt neben dem Tonarmlager kritisiert, weil es schnell zum versehentlichen Berühren des Tonarms kommen kann. Zu der Zeit hatte Dual das besser gemacht, um dann Jahre später so einen Fehler zu machen:


    Vielleicht kennt Ihr ja noch mehr Dual-Murks, nicht das wir noch als kritikunfähige "Fanboys" angesehen werden...


    Gruß


    Uli

    Nun, der CS 701 ist eben der erste DD-Dreher von Dual, der CS 721 hat die Tonarmhöhenverstellung, beide haben allerdings das Problem, die Drehzahl nicht konstant halten zu können, weil eben ohne Quarzreferenz gearbeitet wird. Übrigens soll Technics das gleiche Problem gehabt haben.

    Der CS 731Q hat eben diese Quarzreferenz, die Metallblenden, vor allem in silber sehen nun mal eleganter aus als die "Badewannenzarge" des CS 721, bei CS 701 kann man zwar eine Echtholzzarge erwischen, dann aber um den Preis der fehlenden Haubenautomatik. Die CH6 bei den späten CS 701 und dem CS 721 ist deutlich "flötiger" und bruchempfindlicher als die dickere CH 16 des CS 731Q. Die Metallfronten des CS 731Q passen eben hervorragend zu den Komponenten der "International Serie", aber auch z.B. zu den besten Grundig Geräten, wie z.B. dem V 2000, die es auch in braun und silber gab, silber gab es auch bei anderen Herstellern.

    Ich finde auch den Plattenteller des CS 731Q als den schönsten Plattenteller von Dual.

    Da der CS 731Q der letzte große Dual mit der Vollplatine ist, stellt er für viele den krönenden Abschluß der "großen Duals" dar. Der CS 741Q, er klingt top, hat ja die gleichen Meßwerte wie der CS 731Q, aber Kunststoff wird eben nicht besonders als Material geschätzt, irgendwann, wenn die Weichmacher verflüchtigt sind, wird Kunststoff brüchig. Besonders die Tastenmechanik dieser Serie ist Haptikfans ein Graus. Da ist ein ein nicht von der Hand zu weisender Rückschritt in der Qualität zu fühlen und auch tatsächlich vorhanden. Auch z.B. das Headshell mit der Kopfblende ist beim CS 731Q einfach wertiger, die Vorrichtung für die Einstellung der Tonarmabsenkgeschwindigkeit beim CS 731Q einfach besser bedienbar, auch hat er noch einen klassischen Tonarmlift, der wurde beim CS 741Q eingespart. Auch TKS ist ein "Abtörner", die brechenden Nasen sind hier weitaus häufiger und problematischer als beim TK260 des CS 731Q. Das war die größte Dummheit, nach dem Start mit auch noch zwei verschiedenen ULM-Befestigungen kurz danach dann mit TKS auf den Markt zu kommen, da haben selbst hartgesottene Dual-Anhänger gestreikt. Über die klapprige Abdeckhaubenmechnik des CS 741Q und den großen Staubeinlaß auf der Rückseite der Haube braucht man gar keine Worte mehr verlieren.

    Hinzu kommt, daß "satin-metallic" irgendwie unbeliebt zu sein scheint, wenn ich auch sehe, wie lange der technisch nicht schlechte Dual CV 1450 mit CT 1450 teilweise für 50€ pro Gerät wie Sauerbier angeboten wird, da geht selbst ein einfachr CV 1200 schneller und zu höheren Preisen weg. Dabei sind die ersten satin-metallic-Geräte noch echte Steidinger Duals.

    Beim CS 731Q kommt nun hinzu, daß auch außerhalb der "Dual-Blase" anerkannt wird, daß dieser Plattenspieler zu den besten jemals gebauten Plattenspielern überhaupt gehört, sein Antrieb nicht nur von kleinen Firmen für ihre DD heutzutage die Grundlage bildet, sondern sogar bei Technics, die sonst eher "Staubsaugermotoren" mit viel Eisen verbaut haben. Der Antrieb des Dual CS 731Q mit einer geringen Stromaufnahme und damit Krafteinwirkung auf den Teller, der in seiner Masse exakt abgestimmt ist, gilt inzwischen als der perfekte Antrieb.

    Und, es ist ja nun auch nicht so, daß die Dual CS 701 und CS 721 nun als "Ramsch" angesehen werden, die Preise sind weiter hoch, was auch für die Halbautomaten gilt. Jüngst habe ich ein Angebot eines Dual CS 714Q gesehen, für 500€!

    Mit einem Absinken der Preise bei den Dual 7ern bis hin zum CS 731Q ist nicht mehr zu rechnen. Da einige nun auch auf den CS 741Q ausweichen werden, weil die anderen 7er zu teuer geworden sind, kann auch hier mit anziehenden Preisen gerechnet werden.


    Gruß


    Uli

    Wenn ich das so mit den Platinen sehe, kommt mir folgender Gedanke:


    Wenn man die Platine neu lackieren will, muß ohnehin alles demontiert werden. Was spricht dagegen, eine Folierung zu verwenden, wie sie auch im Automotivebereich verwendet wird? Diese ist ja sehr widerstandsfähig und elastisch, daß heißt, daß man auch die Vertiefungen usw. blasenfrei hinbekommen müßte. Klar, die Platine sollte natürlich rost- und fettfrei sein. Vielleicht kann man so etwas auch bei einem Autolackierer folieren lassen, die machen so etwas ja öfter und so manches Auto hat wesentlich mehr Ecken, Bögen, Falze und Kanten. Für so ein kleines Teil haben die eventuell sogar einmal einen Rest. So lässen sich auch andere Dreherplatinen mal abwechslungsreich mit Folie "pimpen", wenn der Lack noch gut ist, man aber einmal "etwas anderes" will. Wie wäre es, Platine in Gold-Hochglanz, boah, ey....


    Das ist nur so eine Idee....


    Gruß


    Uli

    Die Federn im Dual CS 750-1 enthalten keinen Schaumstoff, sondern einen weichen Kunststoff, ähnlich Silikon.


    Der Plattenteller sollte an allen Stellen den gleichen Abstand zur Zarge haben, sonst kann es zu dem Tonarm auf, Tonarm ab Problem kommen, weil die Achsen von Motorpulley und Plattenteller nicht fluchten, aufgrunddessen der Riemen auch nicht wirklich sauber läuft, sondern "verwürgt" wird. Das kann die Drehzahl soweit beeinflussen, daß die Abweichung zu groß wird, der Tonarm deswegen fortwährend abhebt, sich wieder senkt usw.


    Man braucht einen 3mm Metalbohrer als Lehre. Die Einstellung kann man vornehmen, wenn man die vier silberfarbenen Zierfüße unter der Zarge vorsichtig abzieht, vorsichtig, die Dinger können abbrechen. Wenn man genau hinsieht, wird man eine Rändelmutter erblicken können. An diesen vier Rändelmuttern stellt man nun rundherum sauber einen Abstand von 3mm ein.


    Schau Dir mal die Detaildarstellung, unten links an, also die "36". Ganz oben kannst Du das weiche Dämpfungselement erkennen, darunter die Feder, dann den Ring zum Einstellen der Dämpfungsfrequenz (also eher Trittschall oder eher Rückkopplung) und darunter dann die Mutter, an der man den Abstand Zarge - Plattenteller einstellen kann. Ganz zuunterst, die "37" ist der Zierfuß, der sieht nach Metall aus, ist aber lackiertes Plastik. Der Voreiger meines CS 750-1 hat sich Füße aus massivem Aluminium drehen lassen, also ist mein Exemplar auch da modiziert. Die weiteren sind eben ein anderer TA und dann eine Gummimatte von einem CS 505-3 statt der flötigen Filzmatte. Irgendwie haben damals viele Hersteller diese Filzmatten verwendet, wenn Linn das macht, muß es ja gut sein ;) . Im Grunde konnte man die Plattenspieler so einiges kostengünstiger anbieten und dem Kunden das auch als "audiophil" verkaufen.


    Gruß


    Uli

    Nun, ein OM mit der Nadel 30 klingt schon weit anders als die originalen ULM-TAs, da kommt einiges mehr und vor allem tieferer Baß, die Höhen sind "seidiger", weniger "metallisch". Ob da mit der Nadel 40 noch mehr geht, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Zu den Bildern: Der Knallfrosch im Anschlußkasten sollte keinesfalls mehr mit der Netzspannung beaufschlagt werden, der sieht höchst "abgängig" und "kurz vor Knapp" aus.


    Gruß


    Uli

    Den CS 731Q in jedem Fall behalten, eine Umrüstlösung für 1/2" in der Hinterhand haben. Nur die erste DN 160E-Ausführung mit nackter, scharfer Ellipse nutzt ansatzweise das Potential, spätere Versionen sind nicht besser als eine DN 155E, damit hat man etwa Ortofon OM 10 Niveau. Sehr schön klingt ein spezielles Ortofon OM von Dualfred mit Nadel 30, das ist aber kein billiges Vergnügen, erhält aber ULM.


    Man kann ja unterschiedliche Kriterien dafür anlegen, aber für mich ist der CS 731Q ein Plattenspieler, der von keinem anderen je gebauten Plattenspieler übertroffen werden kann, wenn ein passender TA montiert ist, erst Recht nicht von zig Tausend Euro teuren sogenannten "High End"-Geraten, deren Konstruktion meist sehr primitiv ist, keinen Komfort bieten, echte Bauernfangerei. Ok, man hat das Erlebnis - eventuell - beobachten zu können, ob sich informierte Besucher grün oder gelb vor Neid im Angesicht des Preises der Bling-Bling-Fehlinvestition verfärben oder sich vielleicht doch innerlich einen Bauchmuskelkater lachen.

    Darauf muß man bei einem schneiden Dual immer verzichten.


    Gruß


    Uli

    Hallo Jürgen,


    super Arbeit :thumbup: Wann gehst Du in Serie?

    Das wäre es, wird in verschiedenen Holzarten angeboten, Vertrieb über "dualfred" als "Dual Rack 3020-1". Dann muß man nur eine Serienlösung für die Glastüren finden, da hier ja "Schlachtteile" verwendet wurden.


    Es ist doch wirklich immer wieder erstaunlich, zu welchen Leistungen die alten Dual-Geräte die Menschen immer wieder anspornen. Oft ist ja die Integration von klassischem Hifi in einen vorhandenen Wohnraum ja nicht ganz einfach, "achat-braun" und "Eiche rustikal" passen eben bei weitem nicht immer, einfach folieren kommt auch selten gut, ebenso wie solche alten Möbel einfach mit Farbe anzuschmieren.


    Wer seine Einrichtung in echtem Holz hat, tut sich eher mit "Spanplattengerümpel" schwer. Nicht umsonst war das erste Möbelstück, was hier in Elmshorn in die erste gemeinsame Bleibe von meiner Frau und mir einzog, ein Rack in Kiefer massiv, 40€ aus Ebay-Kleinanzeigen, das den Dual CS 750-1, und die "Audiophile Concept"-Komponenten so richtig gut zur Geltung kommen läßt, auch die von mir zuvor darin betriebenen Komponten in "anthrazit-metallic", der Dual CS 741Q, Dual CV 440, Dual CT 440, Dual CC 1280 und Dual CD 40 sahen gut darin aus. Aber die Geräte sind längst verkauft.


    Gruß


    Uli

    Das ist ja eine richtig schöne Arbeit, Respekt. Darin sehen sicher vor allem die metallic-braunen Geräte hervorragend aus.


    Ließ sich die gute Lösung von Dual für die Fläche des Plattenspielers nicht übernehmen, also seitlich die Wangen an die geringere Breite der Plattenspieler gegenüber den Komponenten? Dual hat ja bei den Rack 3020 und 3010 seitlich so Plastikteile zur Anpassung verwendet, wäre sicher kein Problem so etwas in Holz nachzufertigen. Eher ist die Blende vorn vor dem Plattenspieler kniffelig, da dieses teils dünnes Kunststoffmaterial ist. Dieses Teil deckt zum einen ja die häßlichen Zargenwannen ab, sorgt andererseits auch für die optische Abdeckung des Raum über dem Verstärker, der zu Entlüftung desselben vonnöten ist.


    Wozu dienen die Löcher an der vorderen Kante der Plattenspielerstellfläche?


    Auch im Hintergrund viel Echtholz, wunderbar.


    Gruß


    Uli

    Da bist Du ein Glückspilz, der Dreher hat nur wenige Schwächen, die gut zu handeln sind, wenn man sie kennt.


    "Dankbar" ist jeder Riementriebler für einen brauchbaren Riemen, und saubere Laufflächen von Pulley und Subteller. Ab und an neigen einige Dreher mit dieser Konstruktion zu einem ständigen Absenken und Anheben des Tonarms. Das hängt damit zusammen, daß eine Drehzahlabweichung registriert wurde. Diese wird ständig überwacht, auch bei Erschütterung wird die Nadel zum Schutz derselben von der Platte abhoben.


    Dafür gibt es im Grunde zwei Ursachen: Den Drehzahlumschalter, den man nicht selten mit einigen Betätigungen wieder zur ordnungsgemäßigen Funktion verhilft, sonst hilft hier wirklich "fluten" mit Tunerspray, kein Kontaktspray oder WD40 verwenden!


    Die zweite, oft nicht erkannte Ursache ist ungleichmäßiger Abstand vom Plattenteller zur Zarge. Beim CS 750-1 ist im Gegensatz zum CS 5000 und CS 750 (ohne "-1") der Motor zwecks besserer Entkopplung an der äußeren Zarge statt am Subchassis befestigt. Deswegen kommt es auf eine saubere "Fluch" von Pulleyachse und Plattentellerachse an. Diesen Abstand kann man an den vier Aufstellfüßen einstellen. Das Maß in der Serviceanleitung stimmt nicht, ist viel zu groß und wurde "blind" aus der Anleitung des CS 5000 übernommen. Ich verwende einen 3mm-Spiralbohrer als "Lehre", die 3mm müssen rundherum sauber gleich sein, dann sind die Achsen von Pulley und Plattenteller auch parallel. Seit Ewigkeiten habe ich keine Probleme mehr mit meinem CS 750-1.


    Ab Werk ist meist das System DMS 750 verbaut, daß ist ein Derivat der bekannten Ortofon OM Tonabnehmer. Die originale Nadel DN 750 entspricht in etwas der Nadel 20 von Ortofon. Wenn man damit zufrieden ist, ist das die direkte Ersatznadel. Vereinzelt kann man die DN 750 auch noch "old stock" erwerben. Wer sich nicht mit der Justage eines neuen TA herumschlagen will, aber den Klang verbessern will, der kann mit der Ortofon Nadel 30 "aufrüsten", erhält dann einen saubereren und präziseren Baß und eine angenehme "Seidigkeit". Man muß wissen, daß die DN 750 eine andere Nadelnachgiebigkeit als die Original Ortofon Nadeln haben. Ansonsten kann man von Nadel 5 bis Nadel 40 alles an den Tonabnehmer stecken. Von Nachbaunadel für die Ortofonnadel würde ich persönlich abraten.


    An meinem CS 750-1 habe ich nun ein Ortofon 2M Blue montiert, das bringt sogar gegenüber der Nadel 30 bessere Ortung und Durchsichtigkeit. Im Endeffekt ist die effektive Masse des Tonarmes des Dual CS 750-1 für die OM-Systeme zu hoch. An meinem Dual CS 731Q liefert die Nadel 30 wesentlich bessere Ergebnisse als am CS 750-1. Die Ortofon 2M-System passen hier einfach besser, sehen auch sehr schön an diesem Arm aus. Ich will auch nicht verschweigen, daß die 2M nicht ganz so ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben wie die Audio Technica VM95 Tonabnehmer. Zum Preis des 2M Blue bekommt man auch schon ein AT VM95 ML mit einem sehr hochwertigen Nadelschliff. Ok, es ist optisch nicht ganz so wertig gearbeitet, aber wer nur hören will, der kann damit auch besser bedient sein, als mit dem Ortofon.


    Der CS 750-1 gehört zu den besten Dual Plattenspielern überhaupt, wenn er läuft, dann läuft er, gibt auch selten Anlaß zu Reklamationen wegen der Optik seitens der Hausherrin, er vereinbart die hohen klanglichen Ansprüche des Hausherrn in idealer Weise mit dem ästhetischen Empfingen der Frau Gemahlin.


    Die vor wenigen Jahren präsentierten Dual CS 550 und Dual CS 600 verwenden einen technisch dem Dual CS 750-1 verwandten Tonarm, zwar mit Höhenverstellung, aber das Laufwerk samt Teller ist eher primitiv, auch gibt es kein Subchassis bei diesen neueren Drehern.


    Eine ganz, ganz wichtige Warnung: Solltest Du den Subteller abnehmen, seit bitte äußerst vorsichtig und hebe diesen präzise vertikal nach oben ab, nicht verkanten. Es besteht sonst Gefahr, die empfindliche Gabellichtschranke zur Drehzahlermittlung zu beschädigen!


    Gruß


    Uli

    Das ist übel, vor allem für die Beschäftigten. Man konnte aber beobachten, daß der Absatz der Fehrenbacher Duals wohl nicht besonders war, wenn man will, kann man irgendwie immer noch CS 505-4 FE bekommen, auch sonst noch fabrikneue Geräte, obwohl seit Ende 2020 nicht mehr produziert wurde. Ehrlich ist bei der gebotenen Qualität das Preis-Leistungsverhältnis eher problematisch gewesen.


    Gruß


    Uli