Beiträge von Deichgraf63

    Vom Headshell her ist es ein ULM-Tonarm der ersten Generation. Ungewöhnlich finde ich das Gegengewicht, normalerweise ist es eines mit einer Plastikachse und zweifarbig. Dieses hier ist silber. Wie ist es mit dem Tonarmrohr verbunden?


    Gruß


    Uli

    CV 1460: Satin-metallic mit "Tape 2", satin-metallic und anthrazit-metallic mit "CD/Aux"; CV 1462: Graphit-metallic mit "CD/Aux".


    Gruß


    Uli

    Wenn man die Seite von Fehrenbacher derzeit aufruft, sind da noch Dual-Modelle abgebildet, auch die Logos sind unscharf für den Kenner eindeutig erkennbar, klickt man auf das Photo neben "unsere Manufaktur" und läßt es sich in einem gesonderten Tab anzeigen, dann liest man als Dateinahmen des Photos "Dual-50-1280x720.jpg".


    Überhaupt sind, außer diesem Dreher in Tschibo-Optik mit der Grundplatte, die an Kolben eines NSU Ro80 erinnert, nur Dual-Plattenspieler abgebildet.


    Ein wenig Wehmut schwingt schon mit, wenn an die Bilder sieht, aber offenbar war man bei Fehrenbacher nicht willens, neue Wege zu gehen, um mit Dual weitermachen zu können. Trotzdem hoffe ich, daß dort weiter gute Plattenspieler entstehen. Wettbewerb kann da auch mal gut sein, aus der Lethargie zu erwachen, weder der Name "Dual" noch die Tradition des Herstellortes können jeweils Erfolgsgarant sein. Fehrenbacher hat sich nun mit dem neuen Weltmarktführer zusammengetan, der einst ja mal Dual war. Dual erfindet sich gerade neu. Das wird spannend.


    Gruß


    Uli

    Der Griff des Tonarmlifts ist bestimmt ein Zukaufteil, den Fehrenbacher und Project verwenden. Ansonsten ein erbärmliches Gerät für ein Jubiläumsmodell. Da wäre es gut gewesen, wenn Fehrenbacher schon dabei gewesen wäre und einen vernünftigen Tonarm statt diesem albernen Teil mit dem Bindfadenantiskating zu verwenden, z.B. den vom CS 600. Die erzielten Werte des Laufwerks sind ein echtes Armutszeugnis, bewegen sich auf dem Niveau der einfache Dual-Reibradmodell, das ist schon peinlich. Dann das Geschwurbel von "kunststoffrei", aber aber ausgerechnet beim qualitätsbestimmenden Teil, dem Subteller, ist billiges Plastik im Einsatz. Das Gerät hat nicht einmal eine Endabschaltung, geschweige denn eine Tonarmanhebung. Der Dual CS 618Q ist da um Längen höher einzustufen. Es kommt eben doch nicht nur darauf an, in Europa zu produzieren, statt in Taiwan, wenn man nicht in der Lage ist ein vernünftiges Laufwerk zu bauen. Da nützt auch der Materialeinsatz und CNC-Geschwurbel nichts. Wenn ich den Test vom Project 6.1, der 1998 über 1.100 DM kostet lese, dagegen die Werte des CS 750-1 im gleichen Test, die weitaus besser waren und dann sehe, daß die Zeitschrift "Audio" den Project hochgejubelt hatte, dann sieht man, wie die "Werbebestechung" schon da funktionierte. Das sind Bling-Bling-Geräte, mehr nicht.

    Sollte Fehrenbacher die alten Duals in die Produktpalette von Project einbringen, wäre das für Project ein Fortschritt. Vielleicht kauft man sich Know How dort ein, wo man es nicht gebacken bekommt. Was kann Project denn? Tonarme nicht, Laufwerke nicht, der TA ist klar als ein Ortofon mit anderem Namen zu erkenne. Die haben ein gutes Marketing, machen auf Äußerlichkeiten - und das sehr erfolgreich, weil es eben keine richtigen Tests mehr gibt. Das sind meist nur Schwurbelberichte zugunsten dessen, der am meisten Werbung schaltet. Den CS 750-1 bescheinigte man eine "zu sachliche" Wiedergabe, also eine, die ehrlich ist. Dafür gab es dann eine schlechtere Bewertung.


    Ich halte die Projects für überbewertet, reine Modegeräte und freue mich schon, wenn der CS 718Q kommt und mal sehen, welche Meßwerte der dann liefert. Klar, Meßwerte machen noch keinen Klang, aber schlechte Werte verderben ihn. Wenn ein Dreher wie der Project Werte schon im Prospekt liefert, die knapp unter der Forderung der DIN 45500 liegen, dann ist das nichts, was das Geld wert ist. Aber da ist Project mit teils wesentlich teureren Geräte in "guter Gesellschaft".


    Ich sage mal, dieser Project liegt laufwerkstechnisch auf dem Niveau eines einfachen Hanpin.


    Gruß


    Uli

    Nun, es gibt immer wieder Schnäppchen, oft entdeckt man sie vielleicht nicht, weil jemand schneller war oder die Beschreibung unglücklich. Ok, ein 721er für'n Fünfer ist schon fast ausgeschlossen.

    Aber vor wenigen Wochen habe ich von einem älteren Ehepaar, daß sein verkauftes, zu groß gewordenes Haus leerhaben wollte, eine komplette Dual-Anlage für'n Fuffy mitgenommen, die ganz offenbar seit dem Kauf 1980 nie aus dem Rack genommen wurde, für Renovierungen nur von der Wand abgerückt würde. OK, der Deckel des CS 506 ist optisch gebraucht, Netzschalter des CV 1100 und des CT 1140 müssen neu, der Knallfrosch des C 810 mußte auch raus und die Lautsprecher Dual L 1000 sind für meine Ohren nicht gut, ein Wunder, daß die Dinger die DIN 45500 einhalten sollen, kein anständiger Baß, keine anständige Höhen, das können selbst die winzigen CL 231 besser, von den ebenfalls kleineren CL 241 und erst Recht von den nur wenig größeren CL 710 ganz zu schweigen. Die Boxen wurden wohl eher als Zugabe zum Ausprobieren mitgegeben, damit sich der Kunde dann bald bessere Lautsprecher kauft.. Dafür sind die metallic-braunen Gerätefronten neuwertig und ein braunes Rack 3020 ist auch noch dabei. Ich hatte schon fast ein schlechtes Gewissen, als ich mit meiner Beute im A2 davonfuhr.


    Gruß


    Uli

    Was mich da noch interessieren würde: Ist der Antrieb eine Neuentwicklung, die her mit dem "Langer 7" oder dem "Primus Maximus" verwandt ist oder ist es der bekannte Hanpin DD aus den DTJ 301.x? Oder ist es eine komplett andere Konstruktion? Gibt es Anleihen an die DD der alten Dual-Modelle EDS 1000, EDS 9xx, EDS 50x? Wurden nur Vorgaben gemacht, die eigentliche Konstruktion in Fernost nach Vorgaben gemacht oder ist es eine deutsche Konstruktion, die dann lediglich in Fernost gefertigt wird? Wird jeder einzelne Dreher auf das Einhalten der Spezifikationen geprüft? Angaben zu Rumpelfremdspannungsabstand oder Rumpelgeräuschspannungsabstand des Antrieb finden sich nirgends, ebensowenig die entsprechenden Werte des eingebauten Phonopre.

    Ideal wäre es, wenn dann die Angaben komplett wären, die Werte dann in den Tests auch bestätigt werden, es also de facto garantierte Werte sind, die durchaus in günstigen Fällen besser sein können. Das war Anfang der 1970er Jahre so, später wurden die Methoden denen der fernöstlichen Wettbewerber angepaßt. Erkennbar daran, daß die Werte des Dual CS 731Q besser als die des CS 704 angegeben wurde, obwohl es im Endeffekt der gleiche Motor ist. Quarz verbessert nie den Gleichlauf, nur die langfristige Drehzahlkonstanz. Auch wurden beim CS 731Q anfangs 52 dB Fremdspannungsabstand angegeben, später waren es 55 dB. Für den CS 741 Q wurden die Werte noch höher angegeben, wogegen die Test zeigten, daß der Wert sich nicht unterschied. Man kann natürlich zig Geräte aus der Produktion messen, dann den besten herausnehmen und als Referenz angeben. Redlich ist das nicht unbedingt, erinnert ein wenig an Verbrauchsangaben der Autohersteller, wo auch getrickst wird.


    Gruß


    Uli

    Der Motor läuft solange auf Höchstdrehzahl, bis Du den Subteller aufsetzt, der durch die Lichtschranke die Regelgröße liefert. Natürlich muß auch der Riemen aufgelegt sein. Sonst "sieht" die Regelung "Drehzahl=0" und gibt dem Motor das Signal, die Drehzahl zu erhöhen.


    Gruß


    Uli

    Wenn Du keinen Ersatz für die 10uF-Elkos hast, kannst Du sie auch testweise auslöten und den Motor zum Test laufen lassen, der läuft auch ohne diese Elkos. Wenn er tatsächlich ohne diese Elkos läuft, hast Du den oder die Übeltäter gefunden, der oder die haben dann Kurzschluß.


    Gruß


    Uli

    Genau das, was Norbert beschreibt, paßt zum Störungsbild, das mein Receiver zeigt. Manchmal konnte ich die Membranbewegung am Tieftonchassis auch beobachten, ohne, daß das Relais ansprach. Es war immer nur eine kurze Bewegung.

    Ich habe nun den Schaltplan nicht angesehen, was diese Netzteilregler versorgen, aber der Klopftest brachte eindeutig hervor, daß hier ein Wackelkontakt durch die defekten Lötstellen vorlag und durch Wackeln an dem Halbleiter das Ansprechen der Schutzschaltung zuverlässig reproduzierbar war. Wenn nun dieser Teil der Spannungsversorgung für die Vorstufe zuständig ist, würde es die Störung erklären.

    Fakt ist, daß da die Lötstellen defekt waren und es durch diesen Umstand zu einem Ansprechen der Schutzschaltung kam. Desweiteren hat das Gerät nach der Reparatur bislang ohne einem erneuten Auftreten der beschriebenen Störung funktioniert.

    Der Klopftest an der Endstufenplatine war ohne Befund, die Stecker darauf waren fest, die Kontaktstifte blank.

    Diese Netzteilhalbleiter hängen ja "kopfüber" im Gerät unter der Platine, auf der sie sich befinden. Da ist ein ziemliches "Wärmenest", das Gehäuseblech über diesen Halbleitern ist sichtbar verfärbt. Nicht ohne Grund haben diese Halbleiter ja auch einen Kühlkörper, dieser wird schon ziemlich heiß.

    Wenn ich nun im Arbeitszimmer bin, wird nun der CR 1750 erst einmal immer "die Schicht übernehmen", die 450 M-Anlage hat "Urlaub". Den CS 626 habe ich auch an den CR 1750 angeschlossen, eine famose Kombination.

    Ich werde dann sehen, ob die Störung erneut auftritt, was ich nicht hoffe, denn die Endstufenplatine liegt sehr serviceunfreundlich im Gerät.

    In jedem Fall sind solche Fehler, die Suche nach ihnen und deren Beseitigung sehr lehrreich und bringen wichtige Erfahrungen mit sich. Auch für andere Nutzer ergeben sich bei so etwas wertvolle Informationen.


    Danke und Gruß


    Uli

    In jedem Fall war der Spannungsregler schon einmal nicht mehr richtig kontaktiert, die Arbeit war nicht vergebens. Beim Berühren des losen Bauteil fiel das Relais ja auch ab. Ich konnte, vielleicht auch wegen des ungeeigneten Meßbereiches, keine Gleichspannung messen, hatte das nur aufgrund der Membranauslenkung des Baßchassis geschlossen.

    Nun hat der Apparat eine Stunde Zimmer- und 15 Minuten Partylautstärke problemlos absolviert. Ich werde es Mal beobachten.


    Gruß


    Uli

    Nun habe ich ja einen Fehler gefunden und behoben, ein einstündiger Testlauf hat kein Probleme ergeben, es scheint wirklich an den einen Spannungsregler gelegen haben, der sich in den vergangenen 40 Jahren von selbst ausgelötet hatte. Der und seine beiden Geschwister habe ich nun neu verlötet und hoffe, nun erst einmal Ruhe zu haben. Der Receiver hat nun noch das nicht behebbare Altersgebrechen der krachenden und kontakscheuen Klangschalter, Balanceregler und Lautstärkeregler, die Dinger gibt es neu nicht mehr, ein Reinigen verspricht ja nicht unbedingt Erfolg, dafür ist mit im Moment der Aufwand zu groß, die ganze Front wieder abzubauen usw.


    Ich danke für die sachdienlichen Hinweise, die mich erfolgreich auf die richtige Fähre gebraucht zu haben scheinen. Also, Daumen drücken, daß es das war.


    Gruß


    Uli

    So, nun habe ich mal alle Teile, denen man ansah, daß sie der Hitze ausgesetzt waren, also alle drei Spannungsregler ausgebaut, Lötstellen und Anschlußbeine mit dem Glasfaserradierer gereinigt und alle neu verlötet. Die Platine scheint nicht so rattig zu sein, wie die vom Synthesizer-Board, die Lötaugen habe ich alle auf Verbindung geprüft, als die Bauteile draußen waren, war alles einwandfrei. Ich denke mal, daß der offensichtlich lockere Spannungsregler ursächlich für die Störung war. Nun läuft der Apparat sein 15:45 Uhr mal zur Probe, ein Kopfhörer und das Voltmeter dran.


    Beim Auftreten der Störung fiel das Lautsprecherrelais ab, schaltete sich erst wieder nach dem Aus- und Wiedereinschalten des Receivers wieder zu. Also, man muß wohl nicht die ganze Zeit daneben sitzen, sondern kann sich darauf verlassen, daß das Auftreten des Fehlers sozusagen "gespeichert" ist, weil das Relais nicht einfach sproradisch wieder zuschaltet, um zu prüfen, ob der Fehler in der Lautsprecherleitung noch vorliegt. So etwas gibt z.B. bei der Oberleitung der Bahn, wenn es da einen Kurzschluß gegeben hat und die Sicherung der Oberleitung auslöst, versucht sich das System nach einer Zeit allein wieder zuzuschalten, aber auch nur einmal, sonst ist es auch eine Störung.


    Gruß


    Uli


    P.S.: Seit 15 Minuten läuft der CR 1750, der muß nun aber ein paar Stunden am Stück laufen, Bodenplatte ist wieder angeschraubt, um die Wärmeabfuhr zu gewährleisten (Abstand vom Boden durch Aufstellfüße)..

    Ich habe gerade einmal bei A****n nachgesehen, da bekommt man noch neu eine große Auswahl der Schwarzwald-Duals: 455, 458, 460, t65, 505-4, 550, 600 und 415-2. Wer also so etwas will, kann nun noch zuschlagen, wenn er bereit ist, die aufgerufen Preise zu zahlen.


    Gruß


    Uli

    So, nun ließ mir das doch keine Ruhe und ich habe den CR 1750 vom Regal heruntergetackelt und auf meinem Arbeitsplatz aufgebaut. Dann Deckel oben und unten ab, ein "antikes" Monacor MT-240 Multimeter an den rechten LS-Kanal angeklemmt, 250 V DC-Bereich eingestellt und den Receiver mit Radiosignal in Betrieb genommen, zur Kontrolle noch einen Kopfhörer angeklemmt. Ohne Einfluß von außen tat sich nichts. Dann bin ich angefangen. An der Endstufenplatine an den Stecker gewackelt, Receiver aus, Stecker abgezogen, alles blank, also einen Schraubendrehergriff genommen und mal das Klopfen angefangen. Als ich an den einen der drei Spannungregler auf der Netzteilplatine (die mit den vielen Sicherungen und Elkos) kam, "klack"-fiel das Relais ab. Also ist dort möglicherweise der Hase im Pfeffer.


    Nun werde ich mal in einer ruhigen Minute sehen, wie ich an die Unterseite der Platine gelange, einmal die Lötungen erneuern. Diese Spannungsregler werden im Betrieb richtig warm, um nicht zu sagen heiß. Da würde es mich nicht wundern, wenn die Lötverbindungen nach 40 Jahren durch die enorme Wärmeeinwirkung labil geworden sind.


    Das würde dann ja auch die Erklärung mit dem Spannungsausfall eines Verstärkerzweiges bestätigen, welches die Lautsprecherschutzschaltung per Relais ansprechen läßt. Hoffentlich ist die Platine nicht genauso verrottet, wie es die Synthesizerplatine war. Der Receiver war wirklich "fertig" als er zu mit kam. Synthesizerplatine hinüber, vermackt, Stationstasten rasteten nicht ein, Anzeige LED waren zum großen Teil verschlissen, gaben nur noch ein minimales Glimmen von sich, die Tastenplatine mußte auch überarbeitet werden.


    Aber irgendwie mag ich diesen Receiver, der so etwas solides, dauerhaftes ausstrahlt und für meine Ohren wirklich ganz hervorragend klingt.


    So, Platine von unten angeschaut und ja, die Beinchen des einen Spannungsreglers bewegen sich auf der Lötseite, wenn man auf der Bestückungsseite am Bauteil wackelt. Das könnte also die Ursache sein. Was meint Ihr, nun die ganze Platine neu verlöten oder nur "nach Bedarf"?


    Ich halte Euch denn auch auf dem Laufenden...


    Gruß


    Uli

    Hallo Hajos,


    genau das werde ich dann mal bei Gelegenheit machen, noch ist mein Tisch mit anderen Dingen voll, aber in zwei Wochen habe ich für fast vier Wochen Urlaub und nun schon eine Schlechtwetterbeschäftigung...


    Den Receiver will ich in jedem Fall wieder fit haben, an den CL 710 und mit dem CS 626 mit dem Alfred-ULM-Ortofon und Nadel 20 kann man richtig gut Musik hören, das Preis-/Leistungsverhältnis dieser Anlage, ergänzt mit dem C 820 ist unschlagbar.


    Gruß


    Uli

    Mein CR 1750 ist auffällig. Meist spielt er problemlos, der Klang an den auf 8 Ohm angeschlossenen Dual CL 710 wirklich klasse.


    Nur ab und an ist ein kurzer, sehr großer Membranhub zumindest am rechten Tieftonchassis zu erkennen, der Receiver hat sich auch schon zweimal bei Zimmerlautstärke abgeschaltet.


    Nun habe ich den Verdacht, daß zumindest zeitweise Gleichspannung an mindestens einer der beiden Endstufenkanäle auftritt und das Abschalten ein korrektes Wirken der Lautsprecherschutzschaltung zeigt.


    Nun ist die Frage: Woher kann der Gleichspannungsanteil rühren, warum tritt er nur temporär auf. Eigentlich gelten die Verstärker dieser Receiver ja als ausgesprochen problemlos.


    Danke und Gruß


    Uli

    Wenn man nun beklagt, daß den neuen Dual-Geräten die "Dual-Gene" fehlen, dann muß man definieren, was das ist. Die angesprochene masselose Auflagekraft gehört für mich in jedem Fall dazu. Diese ermöglicht eben den einfachen Betrieb eines Dual-Plattenspielers ohne das ganze Gewese mit Wasserwaage und irgendwelchen Konstruktionen, um den Plattenspieler exakt waagrecht auszurichten. Dazu müßten ja mindestens die Aufstellfüße diese Möglichkeit geben.


    Dann wäre es für mich in jedem Fall der gerade Tonarm, das ist ja in jedem Fall gegeben. Aber auch die Entkopplung, sei es durch die Vollplatine, seit es durch ein Subchassis, gehören für mich einfach zu einem Dual. Wie gesagt, ich sage "für mich", das ist kein absolutes Urteil. Man darf sich aber mal vor Augen halten, daß selbst die Thomson-Brand-Modelle eine Subchassis aufweisen. Hier lag auch ein Manko der Fehrenbacher-Dreher CS 550 und CS 600, neben dem billigen Antrieb mit Plastiksubteller und den dünnen Preßblechteller. Auch hier fehlten für mich schon die "Dual-Gene". Einzig die Tonarmkonstruktion war noch "echt Dual". Aber es fehlte hier schon die Endabschaltung, die ja sogar der kleine Dual 430 aus den Siebzigern hatte.


    Nun kommt aber der alles entscheidende Punkt. Wer oder war bestimmt, was "Dual" ist und was nicht? Schaut man sich mal in anderen Bereichen um, wie es da ist. So zum Beispiel im Automobilbau. Die Älteren unter uns wissen sicher noch, daß ein Volkwagen ursprünglich immer einen die Hinterrräder antreibenden, luftgekühlten Heckmotor hatte. Egal ob es der Käfer, seine Derivate wie der kleine Karman Ghia (Typ 14), die ersten drei Generationen des VW Transportes/Busses, der "Fridolin", der VW Typ 3 (1500/1600) sowie sein Derivat der große Karman Ghia (Typ 14) oder auch der "Nasenbär" VW 411/412 waren. Der luftgekühlte Boxer im Heck war gesetzt. Die Devise war: Luft gefriert nicht, Luft kocht nicht, Luft geht nicht verloren. Dann "erbte" VW durch die Übernahme von NSU durch die VW-Tochter Audi den VW K70. Der hatte einen die Vorderräder antreibenden, wassergekühlten Reihenvierzylinder im Bug des Wagens. Hatten bisher wirklich alle VW den gleichen Radstand von 2,4 Meter, ja, auch der "Bulli", waren es hier 2,69 Meter. Das paßte nicht auf die Hebebühnen, die die VW Werkstätten hatten, also mußte hier umgedacht werden, dann eben Wasserkühlung, Frontantrieb und anderes "modernes Zeug". Die Händler, Kunden und Werkstätten hatten so ihre Probleme damit. Da der Wagen anfangs noch reichlich Kinderkrankheiten hatte, war es dem Erfolg nicht so weit her. Dann kamen noch Testdesaster wie durch den berühmten Autotester Fritz B. Busch. Da verlor der Testwagen Kühlflüssigkeit, was ihn in etwa zu der Aussage im Testbericht hinriß: Jäh verspritze der die Flüssigkeit... Und als "Krönung" schrieb der Mann, daß es nicht der Konstruktion anzulasten sein, sondern, wieder Zitat aus dem Gedächtnis, "irgendein Türke im VW Werk Salzgitter eine Schelle nicht richtig angezogen hat..."


    Dann kamen ja bald der als "Passat" bezeichnete Audi 80 mit Schrägheck, es folgten "Scirocco", "Golf" und der "Polo", der wiederum nur ein Audi 80 in "Hartz-IV-Ausstattung" war. Die Motoren kamen allesamt von Audi oder wurden mithilfe der Audi-Ingenieure entwickelt. Die berühmten EA 827 und EA 111 Motorenfamilien bestimmten Jahrzehnte die Motorenpalette von VW und Audi, egal ob 5-Zylinder oder DIeselmotoren, darauf ging alles zurück. Eines ist aber klar, von der ursprünglichen VW-DNA blieb - nichts, rein gar nichts! Ist VW nun kein VW mehr? Nun geht der "Golf" langsam "in Rente", es folgen Elektroautos, vieles der neuen Autos wird aus China kommen, entwickelt wird vieles seit Jahren auch von externen Dienstleistern oder bei den Zulieferern, die Fertigungstiefe ist massiv gesunken.


    Auch Opel, lange GM-Tochter und vielfach eigenständig, produziert nun umgemodelte Peugeots. Mercedes klebt einen Mercedesstern auf ein Auto und vertickt diesen Renault nun mit Aufschlag als Mercedes. Auch BMW hat schon Peugeot-Motoren verbaut, gelten eigentlich gerade bei diesem Hersteller die Motoren als Herzstück. Selbst Porsche hat Motoren von VW und Audi verbaut, teils in sehr teure Modell.


    Die alte Gleichung Marke = Hersteller, die gilt schon lange nicht mehr. Wer einen "echten" Dual will, der muß sich ein Modell von vor 1982 kaufen und auch mit den Macken und Mängeln der Modelle dieser Zeit leben. Das geht, das ist auch eine ernsthafte Option. Wobei: Auch Steidinger-Dual ließ schon fremdfertigen...


    Ich freue mich, daß es nun neue Dual-Plattenspieler gibt, daß man damit offenbar auch wieder wettbewerbsfähig ist und nicht nur auf längst abgeschriebenen Maschinen versucht, alte Modelle ewig weiterzubauen. Fehrenbacher hatte es schlicht versäumt, den Faden des CS 750-1 wieder aufzunehmen, offener für eine Zusammenarbeit zu sein, so hätte Alfred, also "Dualfred", sicher einen neuen DD beisteuern können. Der Dual, nennen wir ihn einfach Dual CS 760 hätte dann vieles gehabt: Masselose Auflagekraft, gerader Tonarm mit kardanischer Lagerung und OPS, berührungslose Endabschaltung, 1/2"-Befestigung, Subchassis und Direktantrieb. Wenn es dann noch eine Zargenauswahl wie beim CS 455 gegeben hätte, wäre das Gerät gewiß nicht erfolglos gewesen. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette. Fehrenbacher hat nun ein totes Pferd geritten, Tradition allein ist keine Geschäftsgrundlage.


    Gruß


    Uli