Beiträge von Deichgraf63

    Wenn man nur etwas basteln kann, noch einen TA über hat und bereit ist, eine Haube zu polieren, gibt es hier in Mölln zwischen Hamburg und Lübeck einen CS 621 für 15€!


    Defekt bedeutet wahrscheindlich, daß der Knallfrosch hochgegangen ist, eine Sicherung mitgenommen hat. Vielleicht noch neue Elkos ins Netzteil. Aber bei 15€ kann man genau gar nichts falsch machen, oder? Ok, es ist ein automatischer CS 621, aber man kann den ja auch manuell bedienen, ansonsten wird der bestimmt noch einen neuen Steuerpimpel benötigen.


    Durch genau solche Angebote sind wohl die meisten hier zu den Geräten gekommen, die nun eine stattliche Sammlung haben.


    Gruß


    Uli

    Also, es gibt immer noch günstige Dreher, unter 100€ habe z.B. 1218, 1219 und auch den CS 604 gefunden. Der steht im niedersächsischen Oldenburg mit intakter Haube und offensichtlich funktionsfähig für 85€ zum Verkauf. Ich finde öfters günstige Geräte und Stelle die dann hier im Basar unter "Hinweise", klar, wenn ich das ganze Zeug holen, mit besseren Text wieder einstellen würde, könnte ich damit auch Geld machen. Ich denke: Man muß auch gönnen können. Jüngst würde hier lange Zeit ein CT 1450 zum verschenken angeboten, hat ewig gedauert, bis der dann weg war. Macht man da einen neuen Knallfrosch rein, putzt ihn einwenig und stellt ihn dann mit High-End-Edelgeschwafel in die Bucht, bringt der mindestens 50€.


    Gruß


    Uli

    Die Unterschiede zwischen 1225 und 1226 waren eigentlich nur der unterschiedliche Teller (beim 1226 schwerer) und ein anderes Abtastsytem.

    Der 1226 hat eine andere Tonarmlagerung, bei der die horizontale Lagerreibung nur halb so hoch ist, wie beim 1225(-1). Der Unterschied bei den Plattentellern ist nicht nur die Masse, sondern auch das Material. Während der 1226 einen Druckgrußplattenteller hat, muß der 1225(-1) mit einem billigen Stahl-Sandwich-Plattenteller auskommen. Der 1226 kann mit einer Mitlaufachse aufwarten, der 1225(-1) muß mit einem einfachen Plattenstift auskommen. Nur beim 1226 sind die Schwenkhebel auf der Oberseite silberfarben. Der 1225(-1) würde mit dem DMS 200, DMS 210 und in einigen Fällen auch mit dem Shure M75 D ausgeliefert, welches beim 1226 obligatorisch war.


    Gruß


    Uli

    Das "Hoppeln" lag nur am Graphit-Spray. Meine Theorie ist, daß es daran liegt, daß hier beim EDS 910 das Tellerlage eben eine unten geschlossene Hülse aus Messing oder einem anderen Metall ist, daß sowohl die vertikalen Druckkräfte von oben, aber auch die seitliche Führung übernimmt. Bei der seitlichen Führung führt die enge Toleranz zu einem Rubbeln, was zu dem "Hoppeln" des Plattentellers verursacht. Die Graphitpartikel klemmen im Endeffekt zwischen Hülse und Plattentellerachse.


    Bei den EDS 900, EDS 920 und EDS 930 ist unten nur das Lager für die vertikale Kraftkomponente, wo Graphit-Spray wohl geeignet ist, dir "Hülse" für die Aufnahme der Querkräfte ist getrennt davon und zum Schmieren nicht erreichbar im oberen Teil der Motoren. Dort dürfte Graphit-Spray auch nicht so vorteilhaft sein.


    Gruß


    Uli

    Ich habe hier gerade den CS 630Q meines Bruders zur Komplettüberarbeitung auf dem Tisch, sprich: Neue Kondensatoren, neue Dioden, neue Plattentellermatte, neuer Steuerpimpel, Entplumsen des Tonarmsliftes und Schmierung des Tonarmlagers Plattentellerlagers.


    Nun, alles ist erledigt, allerdings "hoppelte" der Plattenteller beim Probelauf mit einer Frequenz von vielleicht 3 Hz rhythmisch. Auch fiel mit eine sehr kurze Nachlaufzeit von gerade einmal einer Tellerumdrehung auf. Nun, geschmiert hatte ich, was ja bei einigen Drehern ganz brauchbar ist, mit Graphitspray. Also habe ich das Zeug wieder entfernt und die Schmierung mit Fahrradhaftöl erneuert. Der Motor war mit dem Graphitzeugs sehr schwergängig, aber nicht so, daß er stehenblieb oder seine Drehzahl nicht mehr halten konnte, auch die Automatikfunktionen konnte er noch ausführen.


    Genau das war es, offenbar ist Graphitspray für den EDS 910 nicht das Mittel der Wahl, Fahrradhaftöl ist besser, anders als bei EDS 900, EDS 920 und EDS 930.


    Nun muß er sich nur noch für eine neue Nadel entscheiden, seine DN 166E war elliptisch, allerdings in Richtung der Schallplattenrille, so abgenudelt war die, die hatte richtige Facetten. Erst einmal bekommt er nun von mit ein intakte Nadel 5 auf den Dreher, damit er sich nicht seine Schallplatten ruiniert.


    Gruß


    Uli

    Staub fällt immer an, da kann man nichts machen. Meine Abdeckhauben entstaube ich mit einem abwaschbaren Fusselroller, wischen bringt ein erhöhtes Risiko von Kratzern. Ab und an müssen die Geräte mal aus dem Rack, zwischen Ihnen ist immer ein Staubfangbereich. Da nehme ich ein nebelfeuchtes Tuch, dieser Strukturlack hält den Staub leider gut fest. Die Bedienelemente bei der Audiophile Concept Reihe gehen in die Frontplatte hinein, bei den Drehreglern kann man die abziehen und dann gut reinigen. Die Tasten und Schalter sind da problematischer, da kann man nur versuchen, den Staub herauszupinseln. Technics hatte da, z.B. beim Verstärker SU-8022 eine gute Lösung, da konnte man die Kappen der Druckschalter federbelastet ein Stück aus der Front herausziehen, um sie zu reinigen.


    Die Bespannungen der Lautsprecher bearbeite ich auch mit dem Fusselroller oder dem Polsterboy Staubsaugeraufsatz. Bei den CL 7x0 habe ich die Bespannungen auch schon mit der Front voran in flaches Wasser gelegt, so, daß das Holz nicht naß wird, dann vorsichtig gebürstet.


    Gruß


    Uli

    Die abgebildeten Kondensatoren müßten unkritisch sein, betroffen sind eigentlich nur die gelblichen von Riga.


    Was Dein Problem angeht, hilft nur "durchklingeln", also vom Tonabnehmer zur Anschlußplatte alle vier Strippen, dabei die Stecker am Verstärker ausstecken. Auch Mal den TA abnehmen und messen, daß jeweils zwischen gelb und rot gegen die jeweilige Masse keine Verbindung ist, nicht daß irgendwo eine unbeabsichtigte Verbindung ist.


    Auch kann man, die Stecker am Verstärker eingesteckt, bei geringer Lautstärke prüfen, ob es jeweils rechts oder links brummt, wenn man am Tonabnehmer dem roten bzw. gelben Anschlußpin berührt. Ab und an geben auch die Ortofon OM Tonabnehmer den Geist auf, das habe ich selbst schon bei einem Dual CS 505-3 vom Flohmarkt erlebt, ok, der hat nur einen Zehner gekostet.


    Gruß


    Uli

    Hast Du die Tonarmhöhe, genauer gesagt die Lifthöhe mit Hilfe der kleinen Schlitzschraube direkt neben dem Heberbolzen verändert, dann drehe die Mal wieder herunter, prüfen kannst Du vorher aber schon einmal, ob die Nadel *deutlich* unter der Schallplattenoberfläche ist, wenn Du den Tonarm von Hand Richtung Schallplatte schwenkst, um den Dreher so manuell zu starten und den Tonarm neben der Schallplatte absenkbar.


    Zur weiteren Prüfung der Lufthöhe: Bei angehobenen Tonarmlift soll sich die Nadelspitze etwa 5 mm über der Schallplattenoberfläche befinden.


    Gruß


    Uli

    Wenn sich die Experten für Verstärker schlechthin mit Sachargumenten konstruktiv und sehr respektvoll "streiten", dann ist "Manna" für den fachlich interessierten Leser. Es geht hier ja nicht um die "absolute Wahrheit", sondern um eine genaue Betrachtung der Dimensionierung von zwei Widerständen und die im Hinblick darauf gewählten Prioritäten. Die aufgezeigten Lösungen sind immer Kompromisse und es liegt an jedem selbst, worauf er bei der Wahl der Widerstände seine persönliche Präferenz legt. Die notwendigen Entscheidungsgrundlage würde hier jeweils gut und fachlich begründet dargestellt. Für mich sind solche Diskussionen die "Perlen" des Dual-Boards. Keiner der Diskutanten hat irgendwie an Kompetenz eingebüßt. Wir sind gesegnet, hier solche Experten zu haben, die ihr Fachwissen mit uns teilen und so gut erklären.


    Danke sagt


    Uli

    Die Idee mit den Lampen aus einer Christbaumkette halte ich persönlich für keine gute Idee. Diese Lampen haben meist eine Strombrücke eingebaut. Das ist ein Draht, der um die den Glühfaden haltenden Drähte zunächst ohne Kontakt gewickelt ist. Der Glühfaden hält seine beide Haltedrähte auf Spannung und damit von der Strombrücke weg, die damit nicht im Stromkreis liegt. Konventionelle Christbaumlichterketten stellen eine Reihenschaltung dar. Wäre es Glühlampen ohne Strombrücke, würde der Ausfall einer Glühlampe die ganze Kette verlöschen lassen, auch wäre es dadurch erschwert, die defekten Lampe zu finden.

    Brennt nun eine dieser Lampen durch, fällt die mechanische Spannung durch den Glühfaden weg, die unter Vorspannung stehenden Zuführdrähte bewegen sich nach außen gegen die Strombrücke, die nun Kontakt zu den Zuführdrähten bekommt und den Stromkreis wieder schließt. Da sich die bisher über den nun durchgebrannten Glühfaden angefallene Spannung nun auf die verbliebenen Glühlampen der Reihenschaltung verteilt, werden diese verstärkt belastet. Brennt bei einer 15er Kette eine Lampe durch, liegt an den verbliebenen Glühlampen jeweils rund ein Volt mehr an, wodurch deren Lebensdauer ebenfalls sinkt. Bei weiteren Ausfällen kommt es zu einer regelrechten Kettenreaktion bis alle Glühlampen defekt sind. Der Draht der Strombrücken ist so gewählt, daß er dann ebenfalls durchbrennt und als Sicherung wirkt.


    In Einzelschaltung oder bei wenigen Glühlampen würde ich keine Glühlampen mit Strombrücke einsetzen. Da kann der Kurzschluß der Strombrücke auch andere Bauteile zustören, gegebenenfalls gar den Transformator, wenn dessen Wicklung vor der Strombrücke durchbrennt.


    Gruß


    Uli

    Der Vinyl-Hype benötigt kaum neue Geräte, es sind noch rauhe Mengen Gebrauchtgeräte zu Preisen im Angebot, die selbst nach einer fachkundigen Revision weit unter dem hochwertiger Neugeräte liegen. So bekommt man für 250€ einen Dual CS 721, der dann noch Arbeit braucht, selbst mit einem angemessenen TA, einer schönen Zarge, neuer Haube usw. kommt man auf vielleicht 800€. Was kostet dagegen schon ein neuer CS 600? Da sind - ohne TA - 1.400€ fällig. Dabei hat man keine Automatik, einen primiven DC-Motor der per Riemen einen einfachen Plastiksubteller antreibt.

    Was wird da erst ein neuer, wertiger Automatikspieler kosten? Einen Wechsler will - Hand aufs Herz - heute neu im Endeffekt keiner haben. Der Antrieb des 1249 war früher Stand der Technik, aber heute? Solche Dinge wie der Synchronmotor und der Vario-Pulley sind einfach veraltet, selbst die Traditionalisten von Linn oder Thorens bauen so etwas heute nicht mehr.

    So ein Wechsler würde nur in extrem niedrigen Stückzahlen überhaupt Interessenten finden, entsprechen nur in Handarbeit herzustellen und würde in fünfstelligen Preisregionen mit High End Geräten liegen. Wer kauft ein Mittelklasse-Konsumergerät zu solchen Preisen?

    Schon eine Automatik beißt sich preislich zwischen der Kaufkraft potentieller Interessenten und dem mangelnden Interesse derer, die das Geld hätten.

    Bei einem CS 721 Nachfahren, Quarz stabilisiert, ohne Pitch und Antiresonator, aber mit dem höhenverstellbaren Tonarm, da könnte es noch Nachfrage geben, unter 3.000€ wohl aber realistisch nicht zu realisieren, wobei in der Preisklasse die flötige Badewanne Zarge aus Preßspan und billigem Plastik nicht akzeptiert würde.

    Die Zeiten der "alten Haudegen" ist für Neuproduktion längst abgefahren und wer nach einem CS 1249 bei Dual fragt, der kann auch bei Audi nach der Neuauflage des NSU Ro 80 anfragen oder bei Mercedes nach einem C111.


    Gruß


    Uli