Beiträge von wacholder

    Hi Rudi !

    „Letzter Versuch“ liest sich so frustrierend

    Die Ergebnisse passen überhaupt nicht zusammen, offen gesagt.


    Ich habe mein Bild nochmal etwas ergänzt:



    Wenn da auch keine Wechselspannung rauskommt, wirst Du Dich mit dem Gedanken anfreunden müssen, daß es den Trafo zerrissen hat. Dann kannst Du nur noch (bei ausgestöpseltem Netzteil) mit dem Ohmmeter die Primärwicklung und die Sekundärwicklung messen, welche der beiden hin ist. Die 220V-Seite sollte ein paar hundert Ohm haben, die 17V-Seite ein paar Ohm.


    Mal geguckt, ob die Anschlüsse vom Trafo ordentlich mit dem Board verlötet sind ?


    Ansonsten fällt mir auch nicht mehr viel ein ...


    :sleeping: (Hab' Grippe, lege mich wieder hin.)

    Hi Rudi !


    Das wird ja immer doller. Mit Stromversorgungen scheinst Du kein Glück zu haben ...





    Die beiden kleinen Keramikkondis *könnten* defekt sein und einen Kurzschluß verursachen.

    Und dann wird mal direkt an den Dioden gemessen - unter Umgehung der Platine und Kabel.


    "Letzter Versuch ... !"


    :)

    Hi !

    das haben wir schon abgehakt, der Lagerspiegel hing noch in der Brücke. Beitrag #7

    Gut.


    Wenn die Spulen in Reihe geschaltet sind, wie es für 220V notwendig ist, brummt der nicht, wenn eine kaputt ist.

    Guck' doch nochmal in den Schalterkasten.


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/1228s/1228Service-04.jpg


    So wie in der rechten Grafik gezeigt wird der Motor auf 220V eingestellt. Die beiden Leitungen schwarz und gelb liegen auf einem Pin (meistens jedenfalls) oder sind auf zwei benachbarte Pins gesteckt, die untendrunter miteinander verbunden sind.


    Dreht der Motor dann immer noch nicht, scheinen die Lagerbrücken nicht richtig aufgesetzt zu sein und der Anker bekommt seitlichen Kontakt mit den Statorblechen. Der Motor ist an sich unverwüstlich. Außer man verbrennt die Spulen. Ich hatte zeitweilig ein Dutzend 1228 (allein und in Anlagen) und die Motoren waren eher das kleinere Problem.


    :)

    Hi !

    Sind da Spulen kaputt?

    Wenn er brummt nicht.


    Ich habe so vage das Bild von den Ersatzteilen im Hinterkopf und da ist mir aufgefallen, daß die kleine Bronzescheibe für den Grund des Drucklagers zu fehlen scheint. Das ist der sogenannte Lagerspiegel, auf dem das untere, leicht abgerundete Ende der Motorwelle dreht.

    Wenn das fehlt, sackt der Läufer unter Strom und Last zu tief nach unten und verklemmt sich auf der Lagerbrücke.


    Auf dem Bild im ersten Beitrag sehe ich das Kalottenlager und den Haltering, die Verriegelungsscheibe, den Ölspeicherring aus Filz und eine kleine Schaumstoffscheibe. Aber keinen Lagerspiegel. Wenn der nicht noch unten in der Lagerbrücke dringesteckt hat, dann fehlt er. Und dann ist es kein Wunder, daß der Motor nicht läuft.


    X/

    Hi Rudi !

    Am Trafo kommen 230 Volt an, am Trafoausgang messe ich aber immer noch zw. 11 und 12 Volt. Hab die beiden Kabel von der Motorplatine getrennt und direkt dort gemessen

    Das ist zu wenig.


    Im Leerlauf ohne angeschlossene Elektronik sollte die Spannung an den beiden Kabeln >22V sein.


    Wenn Dein Meßgerät die Möglichkeit hat, Dioden zu prüfen, dann würde ich anregen, daß Du mal die vier Gleichrichterdioden in der Trafokist prüfst. Da brauchst Du nix auszulöten, sondern nur die Meßspitzen an die Anschlüsse der Dioden halten.

    In der einen Richtung darf kein Durchgang zu messen sein, in der anderen muß das Instrument die Vorwärtsspannung der Diode anzeigen. Das sind bei Siliziumdioden so um 0.65 - 0.75V herum. Wenn eine davon kaputt sein sollte, kann es sein, daß die Spannung deutlich niedriger ist, als an sich geplant.


    Sollten alle vier Dioden heile sein, kann es sein, daß es den Trafo "erwischt" hat.

    Der ist überhitzt und hat einen Windungsschluß bekommen.

    Das wäre dann nicht so gut ...


    :)

    Hi !

    Fehlt da etwa ein Stück?

    Vergleiche hier:



    Der "zackige Kranz" ist für die Betätigung der Wechselachse. Das hat eigentlich nur Relevanz, wenn und falls man das Gerät mal als Plattenwechsler betreibt. Das hat allerdings sehr an Popularität verloren. Macht kaum noch einer.



    Laufen tut das Gerät jedoch immer noch nicht.. Sobald ich den "Start" Hebel betätige, summt es kurz, aber der Teller bleibt stehen. :(

    Das klingt danach, als ob das Reibrad nicht ganz an den Antriebskranz innen im Teller schwenkt.

    Und daß ggf. die Automatik noch nicht ganz einwandfrei funktioniert. Normalerweise bleibt der Start/Stophebel gnadenlos in der Start-Position hängen, wenn man ihn auf Start rüberzieht. Er wird untendrunter durch einen Schieber verriegelt und erst kurz vor Ende des Automatik-Ablaufes wieder gelöst und springt dann zurück.


    Ein einfacher Test: Arm anheben und Richtung Platte bewegen.

    Da sollte der Motor anlaufen und den Teller drehen. Das ist der manuelle Betrieb. Wenn er das schon nicht macht, stimmt irgendwas mit der Hebelei untendrunter schon nicht und / oder der Schwenkarm, auf dem das Reibrad sitzt, klebt und schiebt das Reibrad nicht an die Motorwelle.


    :)

    Hi Rudi !

    Am Trafoausgang (also an den Pins auf der Platine (von wo das rote und das graue Kabel an die Motorplatine abgehen) messe ich knapp 3 Volt. (gelbe Markierung, Pins tw verdeckt).

    Löte mal bitte das rote Kabel an der Motorplatine ab und miß' nochmal.

    So lange die desolate Platine da dranhängt, kriegst Du keine realistischen Werte.

    Am Eingang vom Trafo (bei eingeschaltetem KS4) kommen ca. 234 Volt an (bei ausgeschaltetem KS4 immer noch rd 82 Volt) (grün markiert)

    Das sollte nicht so sein. Irgendwas ist da a) falsch verdrahtet oder b) defekt.

    Mach' mal diesen Entstörkondi vom Hauptschalter runter. Bei dem Modell sitzt da noch eine Drosselspule davor, die aussieht, wie ein Widerstand. Die auch ab.


    Danach sollte die Spannung bei ausgeschaltetem Hauptschalter am Stroboskop-Ausgang auf eine runde, glatte Null fallen.


    :)

    Hi Rudi !

    Welches sind denn die bekannten Schwachstellen auf der Motorsteuerungsplatine?

    Die beiden weinroten ROE und -häufig- die kleinen blauen und grünen Tantalperlen.


    Die ROE waren mal *die* High-End-Kondis und jeder deutsche Hersteller hat sich darum gerissen, die zu verwenden.

    Leider zerstören die sich im Laufe der Jahre selber. Da gibt es zwei Spielarten: 1. sie verlieren ihre Kapazität und werden hochohmig oder 2. die Chemie zerfrißt ihre internen Folien und sie bilden einen Kurzschluß. Beides nicht, was man von guten Kondis erwartet.


    Die Tantalperlen haben ein ähnliches Problem. Das sind noch Erste Generation mit flüssigem Elektrolyt. Wenn die Lackierung der Gehäuse nicht mehr so ganz 100%ig ist und feine Risse kriegt, verdunstet das Elektrolyt und die traurigen Reste sind nicht mehr in der Lage, die Funktion aufrecht zu erhalten.


    :)

    Hi !

    Eine Frage ist noch aufgekommen. Das Tellerlager läuft nicht ganz so weich, wie ich das gerne hätte. Wenn ich es mit dem Finger unter Druck drehe, dann merke ich so ein leichtes "rumpeln". Und es schabt auch ein wenig. Obwohl ich es auseinandergebaut, gereinigt und geölt hab...

    Ist das normal?

    Das Problem ist das vergleichsweise hohe Tellergewicht und die -vermutlich- sehr lange Standzeit von der Kiste.

    Da haben sich die Lagerkugeln sozusagen "Standplatten" geholt. Das ist bei den Wechslern häufig zu beobachten. Insbesondere bei exhumierten Keller- oder Dachbodengeräten. Die Lagerkugeln sind nicht so wirklich superhart. Dual hatte dabei wohl einen etwas anderen Ansatz. Man kann die Lagerkugeln im Internet auch lose kaufen, soweit ich mich entsinne.


    Wichtig ist dann auch, daß man die beiden Laufscheiben mit der polierten, glatten Seite zu den Kugeln einbaut. Und so weit ich mich entsinne, liegt ganz unten unter der unteren Laufscheibe noch eine dünne Gummischeibe. Bei einigen sehr alten Geräten, die ich unter den Fingern hatte, hat die sich buchstäblich "verkrümelt" und ist bröckchenweise beim Zerlegen aus dem Lager gekrümelt.

    Die Tellerachse hab ich noch gar nicht geschmiert, soweit bin ich noch nicht im Wiederzusammenbau.

    Aber da wollte ich 1-2 Tropfen Motoröl nehmen.

    Keine gute Idee.


    Das Motoröl läuft binnen eines Tages nach unten ins Lager und tropft in die Konsole. Und ruiniert das Lagerfett im Lager.

    Da sollte man sogenanntes Haftöl nehmen, was an der Wandung klebenbleibt. Selbst dünn aufgestrichenes Molykote (weil zwei Metalle aufeinander reiben) ist an der Stelle besser, als irgendwelche dünne Plörre, die nachher überall ist - nur nicht an der Hohlachse.


    Das versaut natürlich die Nachdrehzeit des Tellers ... aber das ist ein überbewerteter Faktor bei den dickachsigen Wechslern. Die sollen ruhig laufen, mehr nicht.


    :)

    Hi Rudi !

    Schalter KS4 Stellung off = Stroboskoplampe leuchtet schwach

    Schalter KS4 mit Kontakt = Stroboskoplampe leuchtet hell.

    Motor dreht immer noch nicht.

    Bei offenem Schalter sollte die Strobolampe aus sein. Nicht "etwas an". Das ist Blödsinn.

    Aber das ist jetzt erstmal so und da müssen wir später nochmal etwas nachspüren.


    Löte mal die beiden Kabel ab, die von der Trafokiste an die Elektronik vom Motor gehen.

    Die DC-Spannung an den beiden Kabeln muß so um 22V betragen. Im Leerlauf, ohne was angeschlossen, eventuell etwas höher.

    Wenn die Spannung da ist, ist zumindest der Trafo, Gleichrichterdioden und der dicke Elko okay.


    Ist die Spannung nicht da, gibt es ein Problem mit dem Trafo und / oder den Dioden. Glaube ich aber eher nicht, weil das 1A-Dioden sind und der Trafo selbst im Kurzschlußfall den Strom nicht schaffen sollte, um die wegzuhauen.


    Dann ist aber die Motor-Elektronik im Eimer oder angeschlagen.

    Da gibt es die ROE-Kondis. Die müssen auf jeden Fall raus und ersetzt werden. In 8 von 10 Fällen läuft der Motor dann wieder.

    In den anderen 2 Fällen hat es noch mehr zerrissen.


    :)

    Hi !

    Habs schon abgelötet, war gar kein Problem. Der Dreher ist auch schon zu zwei dritteln zerlegt.



    So ziemlich ganz zerlegt ... war glaube ich der dritte oder vierte, den ich hatte.

    Für 10 Euro als "für Bastler" und reichlich verranzt. Läuft aber wieder, wie 'ne Eins. Ist ja Mechanik pur.


    Der Kurzschließer ist übrigens auseinandergebrochen. Ich bin ja total begeistert, was Sekundenkleber so alles kann.

    Das ist ein Standardfehler.

    Die Niet, die das Ding zusammenhält, bricht irgendwann aufgrund von Korrosion und dem mechanischen Druck der Schaltbleche irgendwo unterhalb des Kopfes ab und dann rieseln die Teile in den Dreher oder die Funktion ist eher erratisch (bevor die Teile rieseln ...)

    Ich pflege dort immer eine Schraube mit Mutter, Unterlegscheibe und Zahnscheibe durch zu drehen.

    Sekundenkleber ist an der Stelle bei den doch sehr porösen Pertinax-Isolierplättchen vielleicht nicht gerade erste Wahl.


    :)

    Hi Ulli !

    Was mich nur wundert ist (richtig laut gemacht habe ich nicht und Loudness war auch raus) das der ohne Sicherungen absolut

    normal klingt.

    Die Treiberstufe ist - über die 220-Ohm-Widerstände - auch noch für ein halbes bis dreiviertel Watt Ausgangsleistung fähig.

    Das reicht zumindest für Zimmerlautstärke an normalen Boxen. Die Endtransistoren "liegen dann so herum" (also der T604 zumindest) und auf dem T602-Treiber liegt deutlich mehr Last. Mitmachen tut er das eine Weile.

    Mal wieder vielen herzlichen Dank Peter

    Bitteschööön.


    Gern geschehen. Gibt nix, was wir nicht irgendwie wieder hinfrickeln.

    Irgendwo mußte der Grund ja liegen.


    :)

    Hi Rudi !


    Jupp.

    Vermutlich ist der Hauptkondi im Motorkasten auch über'n Jordan. Passiert in der statistischen Häufung relativ oft.

    Der 606 hat das Standardmotorboard, was alle älteren Geräte mit EDS500 drin haben. Also das mit 4069 CMOS und NE555 Timer-IC.

    Plus den üblichen Roedersteinen und ein paar kleine Tantalis.


    Bei dem Fehlerbild mit der schwach glimmenden Strobolampe würde ich auf einen desolaten Knalli über dem Motor-Hauptschalter tippen, der den ganzen Trafokrempel einschaltet. Oder jemand hat da mal einen größeren als 10nF reingebastelt. Jedenfalls fließt da ein größerer Blindstrom, wie vorgesehen.


    Anbei mal meine Kondi-Einkaufsliste dieses Board betreffend. Vorne Reichelt, hinten Conrad.

    Die mit dem "<" am Ende sind die Elkos, die man bei einem Rundumschlag immer tauschen sollte. Die kleinen Kondis machen meistens keinen Ärger und können bleiben.

    Das CD4069 und das NE555 *könnten* die lagermäßig haben. Würde ich aber nichts drauf verwetten, an dem mir liegt.


    Die Kondis C51 und C52 gibts beim 606 nicht mehr. Der hat eine abgesepeckte Strobo-Version nur noch mit Vorwiderstand, aber ohne strombegrenzende Folienkondis und Kappdiode mit eigenem Vorwiderstand. Da kam der Sparzwang schon zum Zug.



    :)

    Hi Rudi !


    Was lernen wir daraus ?


    Ein häßlicher, alter Trafo hat gegenüber einem neueren, hübschen Trafo einen unüberbietbaren Vorteil, wenn er funktioniert.


    Miß' mal bitte - bei gezogenem Stecker - die beiden Spulen durch.

    Die Sekundärseite (12V) sollte ziemlich niederohmig sein, paar Ohm bestenfalls.

    Die Primärseite (220V) sollte schon einen Widerstandswert von 100 Ohm aufwärts haben.


    Wenn Dich Dein Instrument bei der Messung ratlos mit "1---" anguckt, ist die Spule offen und hat damit einen Bruch und das Ding ist für die Tonne.


    :)