Beiträge von wacholder

    Hi Richard !


    *Das* war noch Qualität. Da haben sie vom Entwurf über die ingenieurstechnische Umsetzung bis zur Fertigung ihren Job noch ernst genommen. Heute ist das wie mit der Programmierung: nur noch Toolboxen und vorgefertigte Module - und kein Arsch kümmerts.


    Meinen 701 werden sie mir aus den steifen, erkalteten Händen reißen müssen ...


    :)

    Hi Flo !

    Wenn beide Seiten eingelaufen sind, kann man den Motor verwerfen oder eine Alternative suchen.

    Nein. Du hast nicht richtig gelesen.


    Die Lagerspiegel laufen *immer* ein und das dauert nach dem Wenden bei einem häufig frequentierten Dreher mit ordentlicher Laufleistung ein, zwei Wochen, dann ist wieder 'ne Delle drin. Das ist systemimmanent und gewollt. Aus dem Filzring sickert immer etwas Öl auf den Lagerspiegel. Das staut sich in der Delle unter der abgerundeten Motorachse und *hilft* die Reibung an der Stelle zu reduzieren.

    Die Delle ist ein Abbild der Balance zwischen vertikalem Druck und dem Vorhandensein von Schmierstoff. Ist sie so groß wie der Achsdurchmesser, hast Du einen Friktionsbohrer - aufgrund von Ölmangel.


    Und wenn bei einem Motor schon beide Seiten vom Lagerspiegel eingelaufen sind, dann hat irgendein Laubsägenbastler schon mal daran rumgefrickelt. Bei einer Dellengröße von <2/3 des Wellendurchmessers kann man den - mit reichlich Öl im Lager - nochmal 20 Jahre verwenden.


    :)

    Hi !

    Und wenn ein brumm Geräusch aus den Boxen kommt noch zusätzlich ein Massekabel anschließen.

    Nee.


    Einfach mit einem Draht schwarz, blau und grün auf der Anschlußplatine brücken.

    Dann sind alle Signale Chassismasse, Masse links und Masse rechts zusammengefaßt.

    Verstärker, die zwischen Chassismasse und Signalmasse unterscheiden, gibt es im Kommerzsegment seit 20 Jahren nicht mehr.


    :)

    Hi Lucas !

    mein Dual 731 Q hat seit gestern das Problem, dass der Plattenteller immer schneller wird sobald ich ihn starte.

    Liegt wohl am Wetter oder an der Kälte ... da hatten wir doch diese Woche schon einen ... ?


    Mal sehen, welche Glaskugel Diagnose das Board parat hat.


    War zwar bei einem 714Q, aber das ist von der Sache her die gleiche Elektronik, nur halt auf einer halbautomatischen Mechanik:


    RE: Plattenspieler 714Q: Drehzahl (33/45 1/min) wird nicht mehr gehalten. Der Motor dreht ungesteuert hoch -> überdreht


    Das mal abarbeiten und gucken, welche Ergebnisse dabei rumkommen.

    Und - wenn möglich - beide Pitch-Regler und den zugehörigen Schalter mal auf Funktion prüfen.


    Damit ist eigentlich in 9 von 10 Fällen der Fehler zu finden.

    Ausnahmen sind da, wo zum Beispiel zwischen den Modulen noch Kontaktprobleme herrschen, weil die Kontakte und Steckbuchsen der Module den Plaque haben oder wo sich Lötstellen selbständig gemacht haben.


    :)

    Hi Aron !


    Du könntest auch erwägen, obere und untere Lagerkugel gegeneinander zu tauschen.

    Die obere Lagerkugel läuft nach jahrzehntelanger Mangelschmierung immer etwas eiförmig weg vom Reibrad aus, weil dort der Punkt des höchsten Drucks liegt. Ab einem bestimmten Verschleißgrad bringt auch frisches Öl nichts mehr und die Motorwelle vibriert in der Lagerkugel.

    Die untere Lagerkugel ist dagegen noch vergleichsweise frisch, da dort kein einseitiger Druck draufliegt. Insgesamt könnte das die Laufruhe unter Last - und nur die ist entscheidend - deutlich verbessern.


    Teflonscheibe: sollte gehen. Ist ja bei den Direktantriebsmotoren häufiger verwendet und stand nur zru Bauzeit der "alten" Motoren vermutlich nicht so wirklich zur Verfügung. Oder hätte mehr gekostet, als das Hartkupfer-Stanzteil, was drinsitzt. Und die punktförmige Belastung ist bei Direkttrieblern ja nun nochmal deutlich höher, als bei herkömmlichen Motoren.


    :)

    Hi Thomas !


    Bei der Schaltung der Netzschalter liegen die Drosseln in Reihe zum Schaltkontakt und der Funkenlösch-Kondensator liegt oben drüber.

    Das heißt, daß die Drossel beim Schalten durch den ganzen Nutzstrom durchflossen wird.

    Da ist der Anhaltspunkt dann die Sicherung, die verwendet wird. Das ist beim 731 eine 125mA (0.125 A) träge Sicherung. Folglich muß die Drossel diesen Strom abkönnen. Da würde dann diese ausreichen:


    https://www.conrad.at/de/p/tru…4-0-2-a-1-st-1588917.html


    :)

    ....


    Ein Hinweis in der Sache: der Motor - minus der Riemenrolle - hat die Teilenummer 245 769

    Er sitzt in 809, 810, 819, 820 und 830.


    :)

    Hi Helmut !

    Wer weiß Rat und kann mir helfen?

    Selberlöter ?


    Knalli ist schon raus, dann Sicherung 0.125A träge prüfen.

    Die geht beim Ableben des Knallis eigentlich immer mit kaputt.


    Dann: großer Elko ersetzen (ist 470µF / 40V, kann 1000µF / 40V axial). Im Zweifelsfall die vier Dioden ersetzen, nicht daß eine um ist und damit den Trafo zu stark belastet. 1N4001 x 4, geht auch 1N4004 oder 1N4007, was man gerade so in der Bastelkiste hat und was 70V / 1A abkann. Wenn keine Dioden da sind, aber das Multimeter einen Diodentest hat, kann man die Dioden im eingebauten Zustand einzeln prüfen. Rote (+) Meßleitung an den Ring (Kathode), schwarze an das Ende ohne Ring. Anzeige der Durchlaßspannung, ca. 0.65V. Andersrum gemessen: "Nix" oder "Unendlich". Alle vier prüfen, wenn gut, dann gut. Test geht auch mit dem Multimeter im Widerstandsmeßbereich. In einer Richtung muß sie leiten, in der anderen darf sie nicht leiten.


    Anschließend die Drahtbrücke an den Platinenösen 13 und 14 an einem Ende lösen.

    Strom drauf, Arm einschwenken, damit der Hauptschalter eingeschaltet wird.

    Spannung zwischen Masse (Minus vom Elko) und Platinenöse 13 messen. Sollte +15V betragen. Einstellbar mit Regler R5.


    Wenn das gegeben ist, die Verbindung zwischen 13 und 14 wieder anbringen und gucken, ob der Motor losdreht, wenn man den Arm einschwenkt.


    Wenn nicht: Fehlersuche im Netzteil.

    Z-Diode 7.5V (alias ZPD7V5)

    2 x BC172C -> BC548C NPN (oder BC547C oder BC546C)

    1 x BD138 PNP (geht auch BD140 ersatzweise)


    Untendrunter hockt öfters noch eine 36V-Z-Diode, die als Rettungsanker bei totaler Überspannung gedacht ist. Die notfalls an einer Seite abnehmen und mal durchmessen, ob die nicht durchgeschlagen ist. Dann ist der Widerstand sehr niedrig (<10 Ohm).


    Soweit okay ?


    :)

    Hi !

    Dazu kommt, dass wir als Mitglieder in einem Fanforum nun alles sind, aber nicht die Zielgruppe, vieleicht sollte man ab und an mal aus der Blase raus. Die Kisten verkaufen sich, ob uns das nun einleuchtet oder nicht.

    Es ist immer gut, wenn man sich die Fähigkeit bewahrt, über den eigenen Tellerrand rausgucken zu können.

    Kennzeichnend für einen Fachidioten ist ja die Unfähigkeit Realitäten wahrzunehmen, die sich außerhalb seines Weltbildes und seiner Interessenlage befinden.


    Deswegen würde ich so einen 89-GBP Lidl-Dreher (= 100 Euro Klasse auf dem Festland) nicht grundlos schlechtreden.

    Das ist trotzalledem immer noch ein relativ ernstzunehmendes Gerät, das hat der Beitrag ja deutlich festgestellt. Die Merkmale sind die, der Geräte, die wir auch nutzen (würden). Nur eben in einer Low-Budget-Variante, wo dann eben z.B. am Gehäuse und an den kleinen Feinheiten wie Schaltern und Tastern gespart wird. Irgendwo muß der Preis ja herkommen. Und guck' mal, was Technics für ihren 1210-Neubau haben möchte.


    Daher ist auch aus meiner Sicht der Riemendreher das bessere Gesamtpaket, als der Direktdreher. Direktantriebe erfordern deutlich mehr Fertigungspräzision - und die kostet Geld. Die ganz billigen Varianten davon liefern am Ende schlechtere Ergebnisse, als ein Riemenantrieb. Und wenn einem das Gerät wirklich ans Herz wächst: so ein "Recordermotor" ist sicher im Internet für wenig Piepen leichter aufzutreiben, als ein chinesischer Direktantriebsmotor ...


    Ja: es gibt den Markt dafür. Und das ist gut so. Aus diesem Pool landen die wirklich angefixten vielleicht irgendwann mal hier. Und das sind die, die sich mit dem Medium Schallplatte und mit dem Fabrikat Dual schon so gut beschäftigt haben, um neugierig geworden zu sein, was jetzt "mit den echten Duals" los ist.



    :)

    ...


    Und noch eine Video-Empfehlung:


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    :)

    Hi !


    Mal noch so als Nachsatz: man muß die Kirche auch im Dorf lassen.

    Jemandem mit 3.000 LPs auf x Regalmetern wird so ein Gerät nicht mal ein Grinsen entlocken.


    Jemand, der gerade seine dritte oder neunte LP gekauft hat und einen eigenen "richtigen" Plattenspieler will, der ist damit gut bedient.

    Das Medium Schallplatte *ist* fordernd. Nicht nur beim Geld, auch bei der Aufmerksamkeit, die man ihm widmen muß, weil es ein analoges Medium ist und die Platten Behandlung brauchen und man nicht so einfach was wegskippen kann.


    Viele merken irgendwann, daß sie bei allem Hype, gerade in der jüngeren Generation, damit nicht warm werden. Und dann steht ein Dreher auch mal wieder ein paar Jahre in der Ecke oder wird vertickt. Dann ist so ein "Um-die-100-Euro"-Gerät immerhin qualitativ und soundseitig dichter genug an einem richtigen Plattenspieler dran, wie diese Allplastik-Rillenfräsen. Und das finanzielle Opfer hält sich in Grenzen.


    Einige finden vielleicht irgendwann doch zum Medium Schallplatte, wenn sie gereifter und abgeklärter sind.

    Das ist auch eine mentale Sache, schlußendlich.

    Und *dann* ist es immer noch Zeit, sich einen "richtigen" Dreher zu kaufen oder sich einen der alten Klassiker an Land zu ziehen.

    Ich würde einem Einsteiger, der sich über seine momentane Vorliebe noch nicht so ganz im Klaren ist, auch eher zu einem verhältnismäßig guten Neugerät raten, als ihm auf Deubel komm raus einen Veteranen aufzuschwatzen. Auch, wenn ich etliche davon rumstehen habe.


    :)

    Hi Axel !

    Den „Wacholder-Test“ besteht die Nadel nicht. Sie ist eher hart aufgehängt. Das Bild zeigt das System bei 1 Pond Auflagegewicht.


    Ich gebe der Nadel noch etwas Einspielzeit und werde die Nagelprobe mit Jonis „Court And Spark“ machen. Ich habe gelesen, dass einige das M20E als zu leise und „langweilig“ empfinden.

    Geh' mal während der ersten Stunden (20 oder so) ruhig bis auf 1.5p hoch. Wenigstens aber auf 1.25p.

    Eine neue, gut abgelagerte Nadel ist mit 1.0p ein bißchen zu leicht unterwegs.


    Und bitte gucken, ob unten zwischen Nadel und Systemkörper kein Luftspalt mehr vorhanden ist. Extrem leise M20 haben meistens Nadeln, die nicht richtig sitzen. Dann ist entweder die Nadel falsch oder der Korpus kollidiert oben / hinten mit der Dual-Klick-Halterung. Es gibt Nadeln mit schmalem Korpus (so wie die augenscheinlich ist) und welche aus der Serie mit tiefem Korpus, die *nur* für Systemkörper mit 1/2"-Halterung geeignet sind. Die stoßen beim Einschieben hinten an und sitzen nicht richtig auf dem Dual-M20E.


    Und das M20E kann eigentlich ein bißchen mehr Kapazität vertragen. Wenn Du die Möglichkeit hast, da mal was umzustellen, würde ich mal so auf >300pF gehen. Das ist ja ein VMS-System (variable magnetic shunt) also eins aus der Moving Iron Klasse und kein klassisches Magnetsystem.


    (Ich habe mich damals total in den M20E-Sound verliebt. Hing an einem 12"-Arm auf einem Thorens Referenzlaufwerk an einem Audiolabor Fein / Audiolabor ES200 an zwei schweizer TML Boxen mit KEF-Bestückung. Erste Sahne.)


    :)

    Hi !


    Techmoan ist immer relativ fair. Wirkliche Verrisse habe ich bei ihm noch nicht erlebt.

    Wenn was Käse ist, sagt er das auch deutlich und begründet seine Meinung.

    Der kleine Riementriebler kommt bei dem Test ganz gut weg - und das ist mal nicht schlecht.


    Immerhin *macht* er sich die Mühe, die Unterschiede zwischen Dual, Dual und Dual aufzuzeigen und zu erklären.


    Für einen, der keinen Dreher hat und dem die "alten Möhren" nicht zusagen, der ist mit dem Teil vielleicht gar nicht so wirklich schlecht bedient. Für Gelegenheitshörer, die nicht die Flöhe husten hören, vielleicht durchaus und für mehrere Jahre ausreichend ... bis sie mal "rauswachsen" ...


    :)

    Hi Flo !

    Das heißt, es könnte sein, dass mein 620q doch nicht die richtige Drehzahl erreicht.

    Was den Prozessor betrifft: nicht.


    Der gammelige CM47 koppelt das Sinussignal von der Tachospule (Leiterbahn-Mäander) gegen die erste Op-Amp-Stufe.

    Eventuell ist in dem Bereich noch was faul und die angefressenen, grünspanigen Leiterbahnen geben das ohnehin sehr schwache Signal nicht richtig weiter. Dann würde ich mir auf dem Board auch noch die beiden 1µF Kondis CM44 und CM52 angucken.


    :)

    Hi Luke !

    Ja, er läuft auch nur zögerlich und dreht insgesamt nicht ganz rund. Eiert ein wenig.

    Dann kriegt vermutlich eine der Ankerspulen keinen Strom. Das ist nicht gut.

    Bin auch irgendwie kein Freund vin den kleinen DC Motörchen.

    Bin ich auch nicht.


    "Cassettenrecordermotor" lästere ich ja immer. Die Achillesferse dieser Motörchen sind die filigranen Schleifer. Die sind mehrteilig geschlitzt und *eigentlich* für einen hohen Laststrom nicht geeignet, weil es kleine Hartkupferbleche sind. Die schleifen sich an dem Kommutator kaputt, bilden Funken und brennen ab. Und wenn ein "Steg" aufgrund von Dreckansammlung abhebt und keinen Strom mehr leitet, verteilt sich die Stromlast auf die anderen ... mit dem Effekt, daß die noch schneller abbrennen. Diese Motoren haben insgesamt keine sehr hohe Lebenserwartung.


    Irgendwann habe ich in der Mitte der 1980er mal für meinen Cousin einen VEB-DDR Cassettenrecorder zerlegt. Der Motor *davon* hatte kleine, federbelastete Graphitplättchen als Schleifer.Konnte man unter der Motor-Rückseite ganz gut sehen. Die waren zwar etwas eingelaufen, aber die Kontaktgabe war einwandfrei und das Ding lief wie eine Eins. Innendrin hatte sich eine Schraube gelöst, weswegen er nicht mehr so richtig aufnehmen wollte. Beim nächsten Besuch in den 1990ern ist er mal mit neuen Riemen versehen worden und da war das Ding technisch wie neu. Läuft glaube ich heute noch.


    :)