Gleichlaufschwankungen am 510 - wie viel ist in Ordnung?

  • Moin zusammen!

    Ich habe zunächst einmal eine generelle Frage: Wie viel Gleichlaufschwankung ist in Ordnung? Im Netz habe ich keine eindeutige Antwort gefunden aber häufiger ist der Wert +/-0,10% gefallen, der nicht überschritten werden sollte. Ist es denn wirklich so tragisch, falls der doch drüber ist? Immerhin wurde z.B. der 1214/1224 mit +/-0,15% angegeben, das hätten damals doch niemand gekauft, wenn es wirklich so sehr gestört hätte, oder?


    An meinem komplett gewarteten (inkl. Motorelektronik aber ohne neuen Abgleich) 701 messe ich mit der "RPM Speed and Wow"-App einen Gleichlauffehler von +/-0,06%. Doppelt so hoch wie im Prospekt angegeben aber immer noch deutlich unter den +/-0,10%, die ich gefunden habe.

    An meinem ebenfalls komplett gewarteten 510 (Sinterlager des Motors in Motoröl gekocht, Lagerspiegel gedreht, neuer Riemen usw.) messe ich mit der gleichen App allerdings schon +/-0,18%. Nun hatte ich aber das Wälzlagerfett gegen Haftöl an der Tellerachse/Tellerlager ausgetauscht und schwupp bin ich bei +/-0,12-0,15%. Trotzdem noch weit entfernt von den <+/-0,08% aus dem Prospekt, die ich gerne erreichen würde. Selbst beim Klavier höre ich zwar kein Eiern, aber als Perfektionist stört mich der Wert schon irgendwie ^^.

    Was könnte ich noch prüfen bzw. verbessern, um den Gleichlauf zu stabilisieren? Gibt es vielleicht eine Übersicht, was damit alles zusammenhängen könnte?


    Viele Grüße

    Alex

    CS 701 / nuConnect ampX / nuLine 34 / nuSub XW-700

    CS 1218 / CV 1460 / CT 1460-1 / Bonsai Akustik Optimal

  • Servus,


    ich antworte mal mit einem Wikipedia-Zitat:

    Gleichlaufstörungen werden ab 0,2…0,3 % vom durchschnittlichen Gehör bemerkt und führen ab einer bestimmten Stärke zu hörbaren Tonhöhenschwankungen, die als "Leiern", "Jaulen" oder "Wimmern" wahrgenommen werden. Die Hifi-Norm DIN 45500 erlaubt eine maximale Gleichlaufschwankung von 0,2 %. Moderne Geräte erreichen durch quarzgesteuerte Motoren Werte um 0,02 % bis 0,08 %.


    Also ich habe mir 1975 einen 1224 gekauft und habe keine Probleme mit Gleichlaufschwankungen bemerkt (Reibrad und Motor sehr wohl bei großen Lautstärken :P)

    77 folgte ein 502, auch keine Probleme, 79 ein 604. Der letzte natürlich auch ohne Gleichlaufprobleme.

    Die Gerät sind, nMn, einwandfreie Funktion vorausgesetzt, also eher nicht das Problem.

    Ich habe eine Opferplatte von Abba mit etwas außermittigem Loch. Das leiert, da muss ein Dreher schon brutal defekt sein, um diesen Effekt zu erreichen.


    Nur so meine privaten Gedanken, welche du natürlich nicht teilen musst.


    Grüße

    Ferdi

    Wir brauchen dringend einige Verrückte. Guckt euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben.
    George Bernard Shaw

  • "RPM Speed and Wow"-App

    Ganz ehrlich? Aussagekräftige Ergebnisse würde ich mir hiervon echt nicht versprechen. Solche Messungen verlangen schon ein anständiges, messtechnisches Equipment. Handyapps sind doch eher Spielerei.

  • Moin und danke für die Antworten!

    ich antworte mal mit einem Wikipedia-Zitat:

    Dass ich da nicht selber drauf gekommen bin, danke ^^! Aber Werte von 0,2-0,3% hören sich ja schon einmal beruhigend an.

    Nur so meine privaten Gedanken, welche du natürlich nicht teilen musst.

    Falls die App richtig messen sollte, stören mich die 0,15% ja auch nicht beim Musikhören. Mir geht es jetzt hier nur noch näher an den 701 zu kommen, also was da technisch noch machbar ist, dann wäre auch mein Kopf beruhigt :).

    Ganz ehrlich? Aussagekräftige Ergebnisse würde ich mir hiervon echt nicht versprechen. Solche Messungen verlangen schon ein anständiges, messtechnisches Equipment. Handyapps sind doch eher Spielerei.

    Könnte man über eine Schallplatte mit einem 1kHz Ton zu einem vernünftigen Ergebnis kommen?

    Selbst wenn die App Mist misst, ist der Unterschied zwischen dem 701 und dem 510 doch recht groß.


    Was könnte ich also noch tun, wodurch könnten Gleichlaufschwankungen auftreten?

    CS 701 / nuConnect ampX / nuLine 34 / nuSub XW-700

    CS 1218 / CV 1460 / CT 1460-1 / Bonsai Akustik Optimal

  • Was könnte ich also noch tun, wodurch könnten Gleichlaufschwankungen auftreten?

    Riemenqualität, Sauberkeit des Riemens und der Laufflächen des Riemens.

    Wenn Du Lust hast mach mal zwei Messungen ohne das Handy anzufassen bei max und min Pitch, würde mich mal interessieren ob der Spreizpulley da auch reinspuckt.

  • Hallo,


    man darf nicht vergessen das Dual immer "bewertete" Gleichlaufschwankungen angab, die Bewertungskurve wurde in DIN 45507 festgelegt.


    Ich find leider die Bewertungskurve nicht im Netz, morgen kann ich wenn sie jemand haben möchte einscannen.


    PEter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hi Alex,

    eine Messsung mit einem 1kHz Ton wäre auch möglich, da gibt es aber bereits standardisierte Testverfahren mit 3kHz und 3,15kHz auf Testplatten. Auch die oben bereits angesprochene Exzentrität der aufgelegten Platte (0,1mm ~ 0,1% Abweichung) und ein selbst sehr geringer Höhenschlag verfälschen das Ergebnis. Man muss sehr sorgfältig vorgehen. Gleichlaufschwankungen genau messen ist nicht so einfach.


    Gruß Felix

  • "bewertete" Gleichlaufschwankungen

    Die genannte App kann auch 2sigma-bewertet, das entspricht nach meinem Kenntnisstand weitestgehend der alten nach DIN bewerteten Messung, hatte die längst verblichene HiFi-Stereophonie bei ihren Messungen zuletzt regelmäßig verwendet.

    Ich selbst verwende die App regelmäßig, finde die Ergebnisse absolut plausibel, hatte dabei auch schon das Phänomen, dass das Ergebnis nach der Wartung deutlich schlechter war als vorher. Dann z. B. bei den 1229 noch mal das Reibrad entfettet, die Flächen am Pulley und am Plattenteller noch mal sorgfältig gereinigt und entfettet, und schon waren die Gleichlaufschwankungen wieder deutlich besser.

    An meinem 701 messe ich vergleichbare Werte um 0.06%. Wenn ich das nächste Mal in Quarantäne bin und viel Zeit habe, zerlege ich evtl. den Motor und schmier die Lager neu und versuche, die Elektronik neu abzugleichen (hab mir extra vor geraumer Zeit ein LCD-Oszi angeschafft).

    Ansonsten wie schon andere geschrieben haben: nicht verrückt machen lassen, solange man es nicht hört, ist es egal...


    Grüße, Jürgen

    Momentan in Verwendung:

    Dual 701, 704, 1229, ELAC 50H II, Braun PS500

    Onkyo TX-NR900E, A-8670, A-8780, TX-7840

    Canton Ergo91 DC, GLE 470.2, ELAC ELX 8070

  • Ob die Handy-App absolut korrekte Werte ermittelt wissen wir nicht, relativ betrachtet halte ich die Messung allerdings für aussagekräftig.

    Wichtig bei allen Messungen ist, dass alle Spieler gut warmgelaufen sind. Der 701 braucht mindestens 20 Minuten Dauerlauf bei Zimmertemperatur. Bessere Werte als 0.06% beim 701 und beim 721 habe ich auch mit einer Messschallplatte und einem Woelke-Messgerät nicht ermitteln können. Das ist ein Wert, bei dem sich schon das Husten der Flöhe auswirkt.


    Gruß Richard

    _____________________________


    "First make it work, then make it pretty"

  • Die Werksangabe war 0,05 %, das Messergebnis dürfte in der Toleranz der App liegen.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Hallo Manfred,


    danke, die scheint sogar aus dem gleichen Buch zu stammen...


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hi


    Ich habe gesten Abend vier Dreher mit RPM Speed verglichen, weil einer verdächtig im Stroboskop schwankte. Drei 721 und einen 621.


    Die absolute Genauigkeit zweifel ich auch an. Aber ~0,03 (721) / 0,025 (621) gegen 0,25 vom Verdächtigen konnte ich damit eindeutig und reproduziebar erkennen.

    Gruß

    Rainer


    DUAL CS 621 (DMS 240E, AT13Ea, AT-VM 95 ML)

    DUAL CS 721 (Ortofon M20E, AT20SLa)

    DUAL CS 704 (Shure V15 III)

    DUAL CS 731Q (ULM 60E, ULM 68E, AT 95E/Pro)

    DUAL CS 701/70 (Ortofon M20E)

    Shure M 95 G-LM, DL-110, Pickering XV15, Technics EPC 270C, Grado Prestige XG

    DUAL C844

    Denon DCD-1460

    Sony DTC-57 ES

    Onkyo Tx-N808

  • Moin alle zusammen!

    Riemenqualität, Sauberkeit des Riemens und der Laufflächen des Riemens.

    Wenn Du Lust hast mach mal zwei Messungen ohne das Handy anzufassen bei max und min Pitch, würde mich mal interessieren ob der Spreizpulley da auch reinspuckt.

    Hier einmal meine Ergebnisse der Messungen:
    Vor der Reingung:
    33,33 (Pitch auf Minimum): 0,11%
    33,33 (Pitch auf 33,33): 0,13%
    33,33 (Pitch auf Maximum): 0,13%
    45 (Pitch auf Minimum): 0,11%
    45 (Pitch auf 45): 0,10%
    45 (Pitch auf Maximum): 0,09%
    Nach der Reinigung des Riemens, Lauffläche und Pulleys:
    33,33 (Pitch auf 33,33): 0,09%
    45 (Pitch auf 45): 0,08%

    Ich denke der Pulley spielt hier keine Rolle, bei 33,33 und gespreiztem Pulley ist die Schwankung größer geworden, bei 45 jedoch kleiner.
    Das Reinigen hat die Werte auf jeden Fall deutlich verbessert. Was ich jetzt noch ausprobieren würde ist ein anderer Riemen. Ich habe aktuell einen von Thakker, dicker als das Original und nach mehreren Monaten ist er bereits relativ lose. Ziehe ich ihn ab und hebe den Teller ab, bleibt der Riemen oft auf dem Chassis liegen. Normalerweise müsste er doch auf dem Teller bleiben, oder nicht?

    eine Messsung mit einem 1kHz Ton wäre auch möglich, da gibt es aber bereits standardisierte Testverfahren mit 3kHz und 3,15kHz auf Testplatten. Auch die oben bereits angesprochene Exzentrität der aufgelegten Platte (0,1mm ~ 0,1% Abweichung) und ein selbst sehr geringer Höhenschlag verfälschen das Ergebnis. Man muss sehr sorgfältig vorgehen. Gleichlaufschwankungen genau messen ist nicht so einfach.

    Ich müsste einmal nachschauen, ob das auf meiner Testschallplatte drauf ist, falls ja kann ich ja mal mit der App vergleichen.

    Ansonsten wie schon andere geschrieben haben: nicht verrückt machen lassen, solange man es nicht hört, ist es egal...

    Ich höre es nicht, selbst die 0,18% habe ich nicht gehört, aber der Kopf ist nun mit den neuen Werten auch beruhigt :D. Irgendwie kann ich die Platten jetzt viel besser genießen, obwohl das natürlich Schwachsinn ist.

    Wichtig bei allen Messungen ist, dass alle Spieler gut warmgelaufen sind. Der 701 braucht mindestens 20 Minuten Dauerlauf bei Zimmertemperatur. Bessere Werte als 0.06% beim 701 und beim 721 habe ich auch mit einer Messschallplatte und einem Woelke-Messgerät nicht ermitteln können. Das ist ein Wert, bei dem sich schon das Husten der Flöhe auswirkt.

    Warmlaufen wäre auch eine Idee, ich habe sowohl den 701 als auch den 510 immer kalt gemessen. Vielleicht tut sich da ja noch einiges. Schön zu hören, dass Dein 701 und 721 auch bei 0,06% liegt!

    Die absolute Genauigkeit zweifel ich auch an. Aber ~0,03 (721) / 0,025 (621) gegen 0,25 vom Verdächtigen konnte ich damit eindeutig und reproduziebar erkennen.

    Genau, relativ zueinander sind die Unterschiede messbar, ob da jetzt noch ein Fehler von 0,01 oder 0,02% ist spielt am Ende glaube ich auch keine große Rolle.

    Vielen Dank für die Antworten bisher! Sollte ich den neuen Riemen bestellen oder erst einmal sein lassen?

    Viele Grüße

    Alex

    CS 701 / nuConnect ampX / nuLine 34 / nuSub XW-700

    CS 1218 / CV 1460 / CT 1460-1 / Bonsai Akustik Optimal

  • (...) Irgendwie kann ich die Platten jetzt viel besser genießen, obwohl das natürlich Schwachsinn ist.


    Och, warum? Wenn das Auto frisch inspiziert und mit frischem TÜV aus der Werkstatt kommt, fährt sich's doch auch beruhigter. Ob damit auch gleich ein besseres Gesamtgefühl einhergeht, könnt da indes recht stark vom Rechnungsbetrag abhängen. ;)


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Hallo Alex,


    leider bin ich viel zu spät auf diesen Thread aufmerksam geworden. Bin mir also nicht sicher, ob mein Kommentar hier noch ankommt.

    Eine grundsärzliche Frage an Dich: Woher hattest Du die Empfehlung, in einem Tellerlager Wälzlagerfett zu verwenden? Fett hat m.E. im Tellerlager eines Plattenspielers nichts zu suchen. Bei Tellerlagern handelt es sich nicht um Wälzlager bzw. Kugellager, sondern um Gleitlager, wobei die Spitze des Tellerdorns in einem permanenten Ölsumpf

    (einem "See") laufen muss wie auf einem Polster. Der Tellerdorn stellt eine senkrechte Lagerfläche dar, die nur mit Haftöl oder Sinterlageröl ausreichend reibungsfrei läuft. Deshalb gibt Dual ja auch für das Tellerlager ein Haftöl nach der Norm VG 68 vor, das ein Reibungsruckeln zuverlässig verhindert. Kann es sein, dass Du ein Haftöl mit der falschen DIN-Spezifikation verwendest, weil die Gleichlaufschwankungen zugenommen haben? Haftöl ist ein sog. Gleitbahnöl, das ein Abreißen des Ölfilms bei geringer

    Drehzahl verhindert. Wenn das trotzdem passiert, kommt es zu vermehrten Gleichlaufschwankungen, und am Ende zum Lagerschaden...


    Liebe Grüße

    Roland

    Mein Setup:

    - Thorens TD 160 Super mit Tonarm TP 16 Mk III und Shure V 15 III/ Original-Nadel VN 35 E

    - Dual CS 510 mit Elac ESG 794 und Nachbaunadel Jico DN 794 E

    - Vorverstärker Nakamichi CA 5 E

    - Verstärker Audio-Lab 8200 A (als Endstufe genutzt)

    - CD-Player Marantz CD 63 Mk II (Ken Ishiwata-Edition)

    - externer DAC Musical Fidelity

    - Lautsprecher Linear Acoustic LA Jet 10 Mk II (Elac)

  • Jo Roland,

    damit Alex sieht, dass du ihn meinst, solltest du seinen Nicknamen erwähnen: @ gefolgt von dem Namen, der beim Avatar steht. Zum Beispiel Monadjemi oder Alex_1990


    Den Tipp mit Wälzlagerfett habe ich auch schon einmal gelesen, aber sehe es wie du: bei den modernen Nicht-Wechslern hat das in der Regel am Tellerlager nichts zu suchen. Mit Haftöl habe ich gute Erfahrungen gemacht, das neue befüllen von Sinterlagern mit der hier schon öfter vorgestellten Unterdruckmethode wäre perfekt.

    Liebe Grüße
    Thomas


    Dual CS 5000, CS 2235Q, CS 1219, CS 521, CS 505-2, HS 120, HS 38… es wird weniger!!! Dachte ich :rolleyes: . Neu dazugekommen: Thorens TD 280 MK III

    Akai GX 620 D & GX 260 D, Dual TG 29, Revox A 77, Tandberg 9100X, Teac A-2300 SX, ASC 5004... und noch neu dazugekommen: eine Revox A77 (dieses Mal Viertelspur) und eine Sony TC-755

  • Hallo Roland und Thomas,

    leider bin ich viel zu spät auf diesen Thread aufmerksam geworden. Bin mir also nicht sicher, ob mein Kommentar hier noch ankommt.

    so lange ist es ja noch nicht her und ich habe gleich eine Benachrichtigung bekommen, dass sich in dem Thread noch etwas getan hat. Vielen Dank also für Deine Antwort!

    Eine grundsärzliche Frage an Dich: Woher hattest Du die Empfehlung, in einem Tellerlager Wälzlagerfett zu verwenden?

    Ich habe mich an einer meiner Threads orientiert, wo es um meinen 701 ging. Da wurde mir das Liqui Moly LM 47 + MoS2 Fett empfohlen, was leider ziemlich schnell wieder raus musste, da das gar nicht gut funktionierte. Dort ist jetzt auch ein Wälzlagerfett drin, allerdings habe ich damit seitdem nur wenige Platten gehört. Das sollte dort also auch unbedingt durch Haftöl ausgetauscht werden?

    Kann es sein, dass Du ein Haftöl mit der falschen DIN-Spezifikation verwendest, weil die Gleichlaufschwankungen zugenommen haben? Haftöl ist ein sog. Gleitbahnöl, das ein Abreißen des Ölfilms bei geringer

    Drehzahl verhindert. Wenn das trotzdem passiert, kommt es zu vermehrten Gleichlaufschwankungen, und am Ende zum Lagerschaden...

    Ich habe einmal nach meinem Haftöl gesucht und im Datenblatt die Eigenschaften (http://www.ernstchemie.de/file…er_upload/Haftoel_neu.pdf) gefunden:


    Viskosität: 150-320 mm2/s (40°C)

    Viskosität: 14,8-23 mm2/s (100°C)


    Könnte die Eigenschaft für die Gleichlaufschwankungen verantwortlich sein? Läuft der Teller damit nun "zu fett"? Falls ja, ist es damit nicht schonender für das Lager?


    Die Norm VG 68 sagt etwas von 68 mm2/s aus. Hast Du eventuell eine Empfehlung für ein solches Öl? Kann ich das Haftöl, welches ich nun verwendet habe erst einmal weiter nutzen, oder sollte ich es auch schnellstmöglich austauschen um einen Lagerschaden zu verhindern? Oder noch anders gefragt: Kann es bereits zu einem Lagerschaden gekommen sein? Das Wälzlagerfett lief vielleicht insgesamt 20min. Das Haftöl hat ca. 15-20 Platten hinter sich.

    Mit Haftöl habe ich gute Erfahrungen gemacht, das neue befüllen von Sinterlagern mit der hier schon öfter vorgestellten Unterdruckmethode wäre perfekt.

    Mit der Unterdruckmethode habe ich die beiden Sinterlager im Motor gereinigt und dann mit der "heißen" Methode neues Motoröl eingefüllt. Für das Lager selbst wäre das natürlich auch toll, aber da fehlen mir leider die Möglichkeiten dazu... Oder gibt es so große Spritzen, in die das ganze Lager hineinpasst?


    Viele Grüße

    Alexander

    CS 701 / nuConnect ampX / nuLine 34 / nuSub XW-700

    CS 1218 / CV 1460 / CT 1460-1 / Bonsai Akustik Optimal

  • Dort ist jetzt auch ein Wälzlagerfett drin, allerdings habe ich damit seitdem nur wenige Platten gehört.

    Wälzlagerfett ist für die offenen Kugellager der Wechslermodelle 1229 etc. gedacht.

    Deren Lagerdorn bekommt Haftöl, da es dort senkrecht haften muss und nicht unten rauslaufen darf.

    Für die geschlossenen Lager der Riemendreher verwende ich ausschließlich Sinterlageröl (bzw. das hier oft verendete Liqui Moly Getriebeöl als Ersatz). Das kann dort nirgendwo weglaufen und schmiert perfekt.


    Also bitte immer zwischen den verschiedenen Lagern unterscheiden.

    VG

    Kai







  • Alex_1990


    Hallo Alex,


    Du brauchst Gleitbahnöl, das nach der Norm CGLP ISO VG 68 spezifiziert ist. Aber aufpassen, es gibt auch Öl nach VG 220 oder andere, die sind ungeeignet.

    Blöd ist, dass dieses Haftöl im Handel nur in Mengen von mindestens 1 Liter verkauft wird (Preis ca. 15 Euro/l). Deshalb rate ich Dir, das Öl ganz einfach bei

    Dualfred im Online-Shop zu bestellen. Da kosten allerdings 2 ml Öl stolze 4,00 Euro + MwSt. Aber ich habe es auch so gemacht, was soll ich mit 1 Liter Öl, wenn

    ich pro Lagerfüllung an meinem CS 510 nur 5-6 Tropfen brauche?

    Schau mal hier rein:


    https://www.dualfred.de/Kleint…rmittel2-300131-2-dt.html


    Das alte Schmierfett aus dem Lager am besten mit dünnflüssigem Haushaltsöl in mehreren Spülungen herausholen (dazu einfach Wattestäbchen verwenden, z.B. Q-Tips).

    Auf keinen Fall scharfe Lösungsmittel verwenden, damit machst Du das Lager kaputt. Es soll Leute geben, die kippen Reiniger für Fahrradketten in das Tellerlager

    und wundern sich, wenn dann der Lagerdorn trotz Öl Rillen und Kratzer bekommt. Wenn das Lager frei von Schmierfett ist, mit reinem Isopropylalkohol kurz auswischen, trocknen

    lassen und das Haftöl einfüllen (bei meinem Lager 5-6 Tropfen). Der Lagerspiegel am Boden der Lagerhülse (bei mir ein Sinterlager) muss sich erst mit Öl füllen, deshalb den

    Teller vor dem ersten Abspielen Deiner Platten etwa 30 min. laufen lassen.

    Zu Deiner Frage, ob mit hoher Viskosität das Lager nicht eventuell besser "geschmiert" wird:

    Haftöl hat die Eigenschaft, an Gleitflächen (besonders an senkrechten Flächen) einen sehr stabilen Film zu bilden, der gut halten muss und nicht abreißen darf. Deshalb ist die richtige

    Viskosität für unsere Tellerlager sehr wichtig, denn bei zu niedriger Viskosität reißt der Schmierfilm ab (Reibungsruckeln mit Lagerschaden), bei zu hoher Viskosität ist die Belastung des Plattenspieler-Motors sehr hoch mit der Folge, dass der Riemen vibriert und dadurch das Rumpelverhalten schlechter wird. Also die Vorgaben von Dual genau einhalten.


    Herzliche Grüße mit der alten Rennfahrer-Weisheit "Gut geölt ist halb gewonnen"

    Roland

    Mein Setup:

    - Thorens TD 160 Super mit Tonarm TP 16 Mk III und Shure V 15 III/ Original-Nadel VN 35 E

    - Dual CS 510 mit Elac ESG 794 und Nachbaunadel Jico DN 794 E

    - Vorverstärker Nakamichi CA 5 E

    - Verstärker Audio-Lab 8200 A (als Endstufe genutzt)

    - CD-Player Marantz CD 63 Mk II (Ken Ishiwata-Edition)

    - externer DAC Musical Fidelity

    - Lautsprecher Linear Acoustic LA Jet 10 Mk II (Elac)

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