Beiträge von Darwin

    Hallo Frank,

    neben den einschlägigen Prospekten ist auch die Bedienungsanleitung ein gutes Indiz für das potentielle Vorhandensein von Zubehör. Die BDAs vom TG28 und 29 kenne ich und dort gibt es ebenfalls keinen Hinweis auf Dual-gelabelte Leerbänder. Zum Vergleich: Grundig preist in der gleichen Zeit in jeder Bedienungsanleitung auch Leermedien an. Für das TK 248 zum Beispiel steht dort: "Für dieses Gerät empfehlen wir Ihnen GRUDNIG-HiFi-Duo-Band in 15- oder 18-cm-Kassette." Offensichtlich hat sich Dual wenig davon versprochen, auch Leermedien anzubieten.


    Dass Grundig für ein 18 cm-Spulentonbandgerät auch 15 cm-Spulen anbietet könnte daran liegen, dass viele Kunden von 15 cm-Spulen-Tonbandgeräten (möglicherweise sogar in Viertelspur-Mono-Technik) umgestiegen sind oder man sich das wenigstens erhoffte. Und nichts sieht blöder aus, als viele verschiedene Kassettengrößen nebeneinander. Vielleicht ging es auch um den Austausch von Bändern mit Anwendern von Geräten, die nur 15 cm-Spulen verwenden konnten. Es gibt auch Hinweise in der BDA, wie man Bänder so bespielt, dass sie auf Halbspurgeräten abspielbar sind und umgekehrt.


    Zurück zu Dual: Außer den Leerspulen gibt es ja offensichtlich kein weiteres Material, nicht einmal "Kassetten", wie sie Grundig bewirbt (ich nenne die Plastikdinger ja Archivboxen, ein Begriff, der, glaube ich, von BASF geprägt wurde). Bei den 13 cm-Spulen glaube ich allerdings weniger, dass es um den Austausch mit Report-Geräten ging, sondern eher um Aufnahme-Schnipsel, die man weitergeben wollte. Für einige wenige Titel reicht so eine 13 cm-Spule vollends. Und der Bandschnitt wird vergleichsweise ausführlich in der BDA behandelt. Dass Dual das TG 28, vor allem aber das TG 29 auch für anspruchsvollere Audio-Aufnahmen propagieren wollte, vermute ich, weil das Mikrofon-Angebot außerordentlich groß war - für dieses überschaubare Angebot an Aufnahmegeräten. Sogar die Stereo-Schiene und ein Stativ waren im Dual-Angebot. Für die Aufnahmeschnipsel brauchte man dann natürlich Leerspulen, die entsprechend im Angebot waren.


    Auch interessant, allerdings off Topic: Grundig als absoluter Vollsortimenter verweist bei dem Schneidezubehör konkret auf die BASF-"Hobby"-Boxen für den Bandschnitt. Das ist umso interessanter, als dass Grundig sogar Reinigungsgabeln und Filzröllchen im Angebot hatte - ein marginales Produkt mit absolutem Seltenheitswert, damals wie heute.

    Bei Grundig z.B. stecken die auf einer gemeinsamen Achse, da muß man nur einen Regler drehen.

    Will man das unterschiedlich einstellen, hält man den vorderen oder hinteren Teil fest und dreht den anderen Teil.

    Alles hat Vor- und Nachteile. Die Einzel-Potis lassen sich leichter ersetzen (das spielt für uns Bastler heute die größere Rolle und war bei der Produktion ein - wenn überhaupt - sehr nachrangiges Argument). Alle Tandemachs-Potis haben Probleme mit dem Gleichlauf, mehr oder weniger. Ich freue mich daher immer, wenn ich Geräte habe, die diese Lösung, vor allem auch noch mit getrennt verstellbaren "Ringen", nicht haben. Aber wie so vieles: es ist immer ein für und wider.

    Okay, dann habe ich vielleicht richtig vermutet, dass es eine Design- und damit eher eine Geschmacksfrage ist, Diethelm, oder? Die Grundig FineArts Baureihe 2 müsste dir gefallen: man kann alle Displays abschalten (angenehm, wenn man im gleichen Raum schläft, wie ich es im Studium tat). Wir sind dann aber in den 90ern angekommen und Dual war da irgendwie nicht mehr in der Form da.

    Bei keinem meiner bisherigen Japan-Dreher (die fast alle einen Einschaltknopf hatten) - war jener jemals kaputt. Und das Strobo wanderte auch nicht, selbst ohne Quarz-Regelung, selbst ohne "warmlaufen lassen".

    Bisher habe ich nur einen Dual-Spieler gehabt, der nach der Revision Probleme hatte (davor übrigens auch), seine Sollgeschwindigkeit zu halten - mein 607. Bei dem hatte ich aber das Pitch-Poti weder behandelt noch getauscht. Klassisches Eigentor. In der Sache kann ich dir, Winfried, daher nur zustimmen. Reparieren oder bei der Auswahl auf dieses Merkmal achten und die Sache ist geritzt.


    Einen Einschaltknopf (vor dem Netzteil) würde ich mir bei jedem Spieler mit Netzteil wünschen - bei den anderen ist das nicht vonnöten. Da das aber nicht der Fall ist, werden alle meine Anlagen mittels Schaltsteckdosen vom Netz getrennt. Bei der Gelegenheit ist auch die eine Anlage vom Netz, die leider keinen Netzschalter hat und immer im Standby läuft.


    Ich denke, bei Stroboskop-Lämpchen und Pickeltellern gehen die Geschmäcker auseinander. Eine schöne Lösung finde ich - sehr off Topic, weil es hier um's Gegenteil geht ;) - wie es beim 1219 gelöst ist. Liegt eine Platte auf, ist der Stroboskopring unsichtbar.


    Einen Beitrag würde ich noch gerne zum Thema beisteuern, wobei ich den technischen Hintergrund sicherlich nicht so gut erklären kann wie z.B. Peter wacholder , der mich überhaupt erst einmal auf diesen Umstand in einem Post aufmerksam gemacht hat: Beim CR40 und seinem Tuner-Pendant CT16 funktioniert der UKW Stereoempfang nur dann, wenn die Stereo-Glühbirne intakt ist (!). Das haben andere Firmen in ihrem Schaltungsdesign eleganter gelöst, denke ich. Aber ob dieser "Fehler" Dual oder dem Hersteller der Geräte anzulasten ist - keine Ahnung. Wer hat die Teile denn entwickelt? Südfunk oder Dual?

    DUAL1219-Erbe ! Klasse! Mich freut das, dass du die Herausforderung nicht nur angenommen hast, sondern das gute Stück damit auch gerettet hast! Die Nadel ist völlig in Ordnung. Für das System sind neue Nadeln von Shure praktisch nicht mehr erhältlich. Es gibt - wie immer - bessere. Hoch gepriesen sind die von Jico, die es meines Wissens in drei Preisstufen gibt. Die, die mit der Original-Nadel mithalten kann, liegt in recht hohen Preisregionen. Ich habe die aus der mittleren Preisklasse (die teurer als deine ist) und weiß nicht, ob sie soviel besser klingt, als sie mehr kostet. Trotzdem: du hast einen großartigen Plattenspieler - der kann was und damit ist auch bei der Nadel noch Luft nach oben. Das kann man aber immer und jederzeit später noch machen.

    Beide Anlagen haben den Ultra-chicen Profiltonarm, der vom 1215 hat aber technische Vorteile. Der 1210er ist der Underdog, wie Herr_Keuner schrieb, aber hat dafür andere Reize. Gegen die Chrom-Füße kommt er nicht an. Naja, und Wega hat auch so seinen Nimbus… schwere Entscheidung. Wenn der Preis stimmt und der Platz da ist…? :saint:

    Hi André und Lutz,

    mit geht's wie dir, André, und daher habe ich mich bei meinem 1219er einfach an einen erfahrenen Dual-Boardler gewendet, der diese Motoren reihenweise wartet. Für ihn ein Klacks - bei der Gelegenheit hat er gleich die Wartung des 1219ers übernommen - für mich ein Risiko. Ich habe nicht vor, weitere Geräte mit Dosenmotor zu warten, so dass ich das nicht unbedingt lernen muss. Da gibt's noch genug andere Baustellen. Ansonsten stimmte ich dir zu, Lutz: wenn man es probieren möchte, ist die Rubrik "betreutes Reparieren" vermutlich im Netz einzigartig 8)

    Es soll ja hier Mitglieder geben, die den Motor komplett in Öl versenkt haben und ihm dann tagelang beim Auslaufen zusahen.

    Das ist nicht wahr, oder? Ich lache mich bei der Vorstellung gerade kaputt... vielleicht sollte ich das mal probieren :)

    Lieber Herr Erbe,

    wenn der 1219 von einem Moment auf den anderen nicht mehr angeht, vermute ich den Fehler an zwei Stellen:


    1. Knallfrosch

    2. Schalter


    Beides befindet sich im Schaltkasten auf der Unterseite. Zu 1.: einen "klassischen Knallfrosch" hat der 1219 in der Regel nicht und normalerweise gelten die Kondensatoren dieser Baureihe als unkritisch. Vor allem dürfte bei einem Ausfall der Motor nicht davon betroffen sein, weil es sich meines Wissens um einen reinen Funklöschkondensator handelt.

    Der Schalter befindet sich an der gleichen Stelle und kann z.B. so oxydiert sein, dass kein Kontakt mehr hergestellt wird.


    Du findest den Schaltkasten in dieser Zeichnung im oberen viertel leicht links von der Mitte (er ist in der Zeichnung mit allen Einzelteilen durch eine Umrandung hervorgehoben).


    Aber es gibt noch mehr Störquellen. Den Kontakt kannst du übrigens mit ganz feinem Schmirgelpapier, oder - wenn zur Hand - mit einem Glasfaserradierer säubern. Mit Kontaktspray wäre ich tendenziell eher vorsichtig.


    Oh, noch schnell ein Nachtrag: Der 1219 ist ein sogenannter Reibradspieler und wenn du den Starthebel auf Start stellst, wird das Reibrad zwischen Motorpulley und Plattenteller gedrückt. Bleibt es dort längere Zeit, ohne sich zu drehen, können Dellen eingedrückt werden, die sich in periodischen Rumpelgeräuschen bemerkbar machen. Daher wäre mein Tipp:


    • Nadelschutz auf die Nadel, wenn vorhanden, ansonsten Nadel abziehen
    • von Hand den Plattenteller drehen, bis sich der Tonarm absenkt und der Starthebel auf die Nullposition zurückspringt
    • Tonarm von Hand auf die Ablage bewegen und arretieren

    Das klingt einerseits plausibel, Patrick Schlippo . Andererseits baute Dual in der Zeit auch sein generelles HiFi-Programm aus mit vielen Nebenprodukten abseits des Kerngeschäfts. Ich bedaure es trotzdem sehr, dass man sich auf das Kistendesign konzentriert hat - die Möbel aus dem benannten Prospekt waren irgendwie gefälliger, sicherlich aber auch teuerer in der Produktion und weniger anpassungsfähig in den damals üblichen Wohnzimmern zahlungskräftiger Kunden (die Design-Kunden mit noch mehr Geld wurden auch damals schon von anderen Firmen bedient, denke ich).


    wacholder : Dir fehlt noch ein TG auf dem Rack, damit der Plattenspieler nicht so einsam über Verstärker und Tuner verweilen muss. du hast doch eines, meine ich?

    Das Einzige, was mich daran melacholisch stimmt ist die Vermutung, dass sie nach meinem Ableben sicher alle einmal im Altpapier landen werden

    Was wir für Plattenspieler sind, gibt es in der Bücherwelt auch. Das sind die Enthusiasten, die öffentliche Bücherregale betreiben. Wir stellen regelmäßig Bücher ein und entnehmen auch welche. Es ist viel Schmand dabei (Konsalik zum Beispiel ist der James Last der Literatur). Aber es gibt auch Perlen. Und was wir reinstellen, ist immer gepflegt und meistens auch literarisch wertvoll. Während ich viele Platten mehrfach bis häufig höre, ist das bei Büchern nicht so, dass ich sie mehrfach lese. Daher können sie gerne andere erfreuen. Vielleicht kannst du dich von aktuelleren Büchern schon jetzt trennen, wenn sie noch für andere attraktiv sind?

    Mein Onkel bekam zu jeder Gelegenheit Platten geschenkt („Der große Preis“, „Melodien für Melonen“, „Die ZDF-Hitparade“, „James Last tanzt seinen Namen und den aller Damen ohne Unterwäsche im Saal“ usw.).

    ^^

    Kanntest du den noch nicht? Das ist ein alter Musiker-Witz... Wie viele von diesen Platten wurden wohl ungehört entsorgt? Dabei waren gerade die "Melodien..." aus dem Hause Grammophon von gar nicht mal übler (auch interpretatorischer) Qualität. Aber die ewig gleichen "Hits" der "Klassik" ("St. Peterburger Schlittenfahrt" lässt gräßlich grüßen...)...


    By the way: Helene Fischer ist wieder da und hat sich, im Gegensatz zu vielen Größen der Klassik-Szene aus Russland, klipp und klar positioniert. Geht also. Ich weiß nicht, wie ich gerade auf Helene komme...

    Gute Frage, Christian. Bei meiner Oma war das ein Modernisierungsschub. Zuerst wurde ein (s/w-) Fernseher angeschafft und dann musste das alte Dampfradio weichen - Ersatz war eine Quelle-Kompaktanlagen, die darunter zu stehen kam. Von vorne die Knöppkes und die grün beleuchtete Senderskala, obendrauf ein übelst-billiger Philips-Dreher. Ich glaube, dass selbst der Teller aus Plastik war. Furchtbares Gerät. Sie hat es nie benutzt. Vielleicht beides - weil alle was hatten und als Statussymbol, jedenfalls nicht aus Liebe zur Musik.


    Bei den Verwandten, die die Anlagen versteckten, war es wohl eher kein Statussymbol, sondern die Frau des Hauses. Resultat: aus den Augen, aus dem Sinn. Und wenn der Fernseher abends lief, konnte man ohnehin nicht zeitgleich Musik hören. Da vermute ich dann eher, weil alle eine Anlage hatten.


    Tja, und dann gab‘s später die HiFi-Türme - das war auch Prestige. Mein Onkel bekam zu jeder Gelegenheit Platten geschenkt („Der große Preis“, „Melodien für Melonen“, „Die ZDF-Hitparade“, „James Last tanzt seinen Namen und den aller Damen ohne Unterwäsche im Saal“ usw.). Gehört hat er keine einzige. Wann auch? Er war in der Woche auf Montage und am Wochenende auf dem Campingplatz. Die Anlage war definitiv auch nicht zur Benutzung gekauft (Zitat, sinngemäß: „Neben dem Schrank sind noch 50 cm Platz bis zur Wand…“).