Beiträge von phonesmoke

    Ich würde mich deswegen nicht jeck machen. Da ist nicht nur Physik, sondern mehr noch Psychologie im Spiel. Und gute Testplatten sind teuer. Die Wahrscheinlichkeit, dass du den Unterschied zwischen absolut korrekter Einstellung und einer mehr oder weniger ungefähren raushörst, würde ich als äußerst gering einschätzen. Wenn ich mich recht entsinne, sind beim Test seinerzeit wesentlich niedrigere Werte für den AR rausgekommen als in der Anleitung angegeben. Den Test findest du unter hifi-archiv.info.

    Es hat natürlich auch was mit dem Design zu tun, aber grundsätzlich bleibe ich dabei, dass ein Leuchtstroboskop an einem Plattenspieler unnötig ist und, wie wir wissen, auch gerne mal als Störquelle auffällt. Bei den "Plastikspielern" finde ich die Lösung mit LED an oder aus praxisgerecht, bei denen kann man ja auch nicht an der Schalterstellung erkennen, welche Drehzahl eingestellt ist, also muss ein dezentes Lämpchen sein. Ich finde das Design des 741 und Konsorten übrigens auch ansprechend, da stört mich vor allem das TKS-Gedöns. Ich hatte 617, 627 und 728 hier und bei keinem war das noch in Ordnung. Das war einfach zu diffizil konstruiert, das ist mir bei einem schon beim Nadelwechsel abgebrochen. Bei denen mit schraubbarem Headshell ist das viel besser gelöst. Und zum separaten Ein-/Ausschalter, da ist es doch ausreichend, wenn man den Spieler mit der Starttaste oder dem Knebelschalter einschaltet, denn starten muss man ihn ja trotzdem noch.

    Lieber Winfried, ich habe geschrieben, dass der 604 empfindlich auf verschiedene Plattengewichte reagiert, deshalb muss der nicht repariert werden, der 714 hat solche Probleme nicht, da ist das Strobo eigentlich nur eine Betriebsanzeige. An meinem 2225 leuchtet im Betrieb eine LED bei der entsprechenden Drehzahl, wenn diese eingehalten wird, sonst geht das Lämpchen aus, z. B. wenn ich die Platte putze. Das finde ich völlig ausreichend. Es gab bei einem Cassettendeck von Dual die Möglichkeit, die Aussteuerungsanzeige bei Wiedergabe auszuschalten, dann leuchtete nur noch eine LED und die Beleuchtung des Cassettenfachs. Das finde ich angenehm unaufdringlich. Die Einschalter bei zahlreichen Duals ab 728/741 quittieren gerne den Dienst, zugegeben nach 40 Jahren kein wirklicher Fehler.

    Ich trenne auch fast alle Geräte mit schaltbaren Steckdosen vom Netz.

    Siehst du, da haben all die wunderbaren Anzeigen nicht geholfen.

    Ist mir mit dem CV 1450 in meiner "Bar" auch passiert, Geburtstagsfeier der Tochter eines Freundes, schöner Hiphop mit Bässen, die es eigentlich gar nicht gibt. Resultat: Verstärker tot, Passiv-Subwoofer ebenfalls. Ist natürlich keiner gewesen, sondern von selbst kaputtgegangen. 8)

    Warum hast du so eine Aversion gegen Strobos?

    Weil es unnötiges Blingbling ist, das man zum Platten hören nicht braucht, aber stört, wenn es nicht stillsteht wie bei meinem 714. Bei einem 604 habe ich es praktisch nie für 2 Platten hintereinander zum Stillstand gebracht, es war wie ein Vexierbild, auf das man dauernd schaut, einfach nervig, dabei ist die tatsächliche Abweichung völlig belanglos. Beim 621, den ich jetzt habe, ist es ausgefallen und stört mich also nicht mehr. Bei Spielern mit Synchronmotor sollte die Geschwindigkeit eigentlich immer stimmen, vorausgesetzt, dass Reibrad oder Riemen okay sind.

    Genauso sinnfrei ist ein separater Ein-/Ausschalter, der im Zweifel mit den Jahren den Dienst quittiert. Die Japaner haben das eingeführt, gebraucht hatte das vorher niemand, aber dann wollten es alle unbedingt haben, ein Lämpchen mehr, damit es professionell aussieht. Bei den wirklichen Profi-Geräten kann ich das alles nachvollziehen, aber für mich zu Hause brauche ich das ebenso wenig wie große Leistungsanzeigen am Verstärker, wo eine Überlastungsanzeige reichen würde. Früher bei wilden Feten war das allerdings mitunter nützlich.

    Und wer stellt sich mit der Stoppuhr neben seinen Dreher und zählt die Striche?

    Pitchen ist beim Plattenspieler überhaupt nur sinnvoll, wenn man mit einem Instrument zu einer laufenden Platte mitspielen will und die Stimmung des Instruments nicht genau passt, da hilft dann aber auch keine noch so tolle Anzeige, sondern ganz klassisch das Gehör. Bei Bandgeräten wäre eine Pitchregelung viel sinnvoller, weil fremdbespielte Bänder oft geschwindigkeitsmäßig nicht zum eigenen Gerät passen, das könnte man damit ausgleichen, aber da gibt es dieses Feature nur höchst selten.

    Bei einem Quartz-stabilisierten Dreher braucht man kein Stroboskop und die Abweichung kann man ja hören, wer das nicht gehörmäßig unterscheiden kann, sollte besser gar keine Pitchregelung benutzen. Diese Funktion brauchen eigentlich nur Musikerinnen. Eine Anzeige der Abweichung ist nur numerisch sinnvoll wie beim 630 oder 2235, alles andere ist Kokolores.

    Man sollte mit alten Plattenspielern vorzugsweise genauso alte Platten spielen, denn dafür wurden sie gemacht. Singles aus den 80ern und neuer klingen darauf nicht mehr gut, dafür gibt es die Nachfolgemodelle wie 1214, 1224, 1234 und 1254. Die können das besser. Und das CDS 660 in meinem 1224 ist über jeden Zweifel erhaben, da brauche ich keine Umrüstung auf MM. Außerdem hat der gemeine Dual-Freund sowieso noch andere Dreher am Start.

    Der wurde wegen dem Tonarm auch liebevoll Bärentatze genannt, war zu seiner Zeit, 1950-52, eine hochmoderne Konstruktion, aber dann kamen die LPs und Singles neu auf den Markt und schon sah er alt aus. Es folgte der Rex, der Dual anfangs in echte Bedrängnis brachte, bis der 1003 erschien mit dem Roll-Pickup nach Luxor-Patent. Vom Laufwerk her war der Rex mit seinem Kombinationsantrieb der bessere Spieler.

    Dann besorge dir, wie bereits vorgeschlagen, einen alten Spieler dafür, das muss nicht zwingend ein Dual sein und der kann auch mit einem Kristall- oder Keramiksystem ausgerüstet sein, sofern es die benötigte Nadel dafür gibt. Oft sind dann Wendenadeln dran für Normal- und Mikrorille, da sind die Nadeln für Normal=Schellack praktisch unbenutzt.

    Es ist klar, dassder Sound so schlecht ist, weil auch dieser Tonabnehmer nicht mit der erforderlichen Schellacknadel ausgestattet ist. Wenn ersichtlich, wie ich annehme, um ein AT 91 oder 95 handelt, dann gibt es dafür ganz sicher eine solche spezielle Nadel. Für eine einzige Platte würde ich mir aber keine Nadel für vielleicht 30 Euro kaufen, aber das musst du natürlich selber wissen. Wenn da Emotionen im Spiel sind, es war ja eine Platte vom Opa, kann ich das verstehen. Wenn es nur um die Musik geht, dann versuche doch jemanden in deiner Nähe zu finden, der dir die Scheibe ordentlich überspielen kann, sei es auf Cassette, Band oder einen digitalen Tonträger. Wenn du in meiner Nähe wohnst, mache ich das gerne. Ich wohne in 53721 Siegburg.

    Meine Plattenklemme, die ich manchmal bei stark gewölbten Platten verwende, ist die Klammer eines Metallkleiderbügels. Sieht komisch aus, funktioniert aber einwandfrei und ist billig und zweckmäßig.

    Für einen Show-Spieler an der Wand würde ich aber auch was schöneres nehmen.

    Bei meinem 604 wie dem jetzigen 621 wanderte das Strobo und war überhaupt auch mit Einstellung schwer auf den Punkt zu bringen, er lief und läuft praktisch nie exakt mit stehenden Markierungen, was für den 714 hingegen eine Selbstverständlichkeit ist. Nachdem das Licht am Strobo beim 621 ausgefallen ist, habe ich ihn mit der alten Scheibe, die früher fast jedem neuen Dual beigelegt war, einmal eingestellt und gut ist's. Das natürlich, nachdem er warmgelaufen ist, also nach einer LP-Seite. Hören kann man den Geschwindigkeitsunterschied allerdings kaum, die Abweichung liegt immer in der Norm, meistens deutlich darunter. Wenn ich das richtig im Kopf habe, bedeuten 6 Striche auf dem Leuchtstrobo gerademal 0,1 % Abweichung, nur um mal die Dimension dieses unglaublich großen Problems zu verdeutlichen.

    Hi, Winfried,


    zuviel und dazu meistens auch noch matschigen Bass kriegst du heutzutage bei Live-Konzerten doch fast immer um die Ohren gehauen. Aber versuche da mal, genau zu hören, was der oder die Bassist/in spielt, das geht alles unter im Gewummere. Das ist eine regelrechte Seuche. Dass es dann zuhause genauso klingt, wundert mich nicht. Ich habe meinen CV 1450 gegen einen Yamaha AX 450 getauscht, weil letzterer über eine stufenlos regelbare Loudnessfunktion verfügt. Die ist mir beim Dual auf die Nerven gegangen, weil es einfach nicht passte, gerade wegen dem Bassgewummere.

    Wenn ich das wüsste, hätte ich es geschrieben. Vielleicht hilft es, den Repet-Schalter ein paarmal hin und her zu bewegen? Versuch doch mal, nachzuverfolgen was da alles in Bewegung versetzt wird. Letzten Endes muss es was direkt am Kurvenrad sein, denn da sind alle Hebelchen für die verschiedenen Funktionen zu finden.

    Ich schätze, die Mechanik für den Repetitor ist verharrt oder hat sich irgendwo verhakt. Da sind ja viele kleine Hebelchen und Federchen im Spiel, das ist ja quasi ein Schwarzwaldes Präzisionsuhrwerk und da kommt es eben vor allem auf die Präzision, den entscheidenden Millimeter an.

    Von allen deinen Reibradlern sind 3 schlecht. Kommt vor, nach 50 und mehr Betriebsjahren auch häufiger. Ein halbes Prozent kann man aber tatsächlich schon hören, 0,2 noch nicht. Selbst mit den alten Spielern aus den 50ern lässt sich ja Musik hören, und die liegen alle außerhalb der HiFi-Norm.

    Das ist die Werksangabe für den 741, beim 731 sind es 0,035 %. Solche Werte sind nur mit einer Messplatte definitiv nicht messbar. Ganz davon abgesehen, dass es hier sowieso nur noch um akademische Werte geht, die in der Praxis keine Rolle mehr spielen.