Beiträge von phonesmoke

    Ich hatte mal einen 704 mit V 15. Das klingt sehr präzise, hochauflösend, mit einer ganz eigenen Wärme, ein M 95, das ich zurzeit an einem 1228 betreibe, aber auch schon am 621 und früher Thorens TD 160, klingt auch warm, aber anders. Am 714 hängt ein ADC XLM, mit 0,8 Pond (!) und Compliance ohne Ende, am 621 spielt ein AT 13 ea und am 2225 standesgemäß ein OM 20.

    Für Systeme mit so hoher Compliance wie das M 20 E oder V 15 III ist der Arm des 1219/1229 eher suboptimal geeignet. Dual hat ja nicht von ungefähr den Antiresonator entwickelt, um die eigentlich zu tiefe Resonanzfrequenz in den Griff zu bekommen. Wohl deshalb klingen diese Systeme an den alten Reibradlern nicht ganz so gut. Ich habe das M 20 mal probeweise am 1229 gehabt, es aber schnell gewechselt und am 704 und 621 betrieben. Im Moment ruht es aber.

    Die Shure-Systeme sind von Haus aus fast alle nicht so neutral, sondern etwas wärmer abgestimmt. Und das V 15 III hat nochmal eine ganz eigene Klangfarbe. Entweder man mag es oder eben nicht. Die Hochtonauflösung ist auf jeden Fall hervorragend.

    Nein, das ULM-Prinzip bleibt größtenteils erhalten, weil die schwerere lange Kopfblende nicht benötigt wird, die gut 2 Gramm schwerer als die kurze ist. Das System wiegt selbst wiegt ja auch nur 2,5 Gramm.

    Der 701 ist dank Direktantrieb schlicht lauffähige als der 601 mit seinem Lamellenpulley und dem relativ hoch drehenden 8-Pol-Motor direkt am Chassis, das macht sich eben bemerkbar, zumal nach Jahrzehnten. Ein Thorens mit Sub-Chassis und 16-Pol-Motor ist dagegen absolut ruhig, aber das ist natürlich ein ganz anderes Thema.

    Der 1974 erschienene 601 mit praktisch dem gleichen Tonarm wie beim 701 kam noch mit dem M 20 als Erstausstattung. Der 721 hatte das V 15 III von Anfang an dabei, wie auch der manuelle Bruder 704. Ich nehme an, dass Dual den 701 im letzten Jahr noch mit dem Shure-Topsystem ausgeliefert hat, weiß ich aber nicht sicher. Steht vielleicht in Nokos schlauem Buch. Der 721 ist 1976 vorgestellt worden.

    Das Shure und das Ortofon sind ziemlich verschieden. Ein M 20 gabe ich noch, ein V 15 III hatte ich mal, bis ich die Nadel geschrottet habe. Das Shure bringt eine sehr eigene Klangfärbung hervor, die irgendwie immer erkennbar ist, egal auf welchem Spieler oder mit welchem Verstärker. Das M 20 gehört eher zu der neutralen Sorte, bringt dabei aber einen ziemlich tiefgrummelnden Bass zustande, den z. B. ein OM nicht so hat, obwohl das ansonsten dem M 20 klanglich nahesteht. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung, beruhend auf eigenen Erfahrungen, wobei keine einzige der beteiligten Komponenten neu einen mehr als dreistelligen Betrag gekostet hat.

    Schon 1973 war der Tester der HiFi-Stereophonie der Auffassung, dass der damals brandneue Dual 701 so gut war, dass er keinen vernünftigen Grund zur Verbesserung sähe.

    Naja, für 8000 € muss der Linn ja unbedingt besser sein als der für 100 € gebraucht gekaufte Dual, der nach heutigen Maßstäben wohl kaum billiger herzustellen wäre als der Linn. Ich hoffe, du hast auch den passenden IKEA-Tisch zum Linn, der in einem zeitgenössischen Bericht dazu als ultimative Klangverbesserungsmöglichkeit unbedingt empfohlen wurde.

    Als unsere Plattenspieler im letzten Jahrtausend konstruiert und hergestellt wurden, da hat man von solchen Störquellen noch garnichts gewusst. Mein 2225nfäng jämmerlich an zu leiern, wenn mein Handy aktiv wird, das W-LAN hingegen macht ihm wie auch allen anderen meiner Geräte nichts aus. Die Fritz-Box steht weniger als einen Meter entfernt. Das Handy stört auch den CV 120 und den Braun A 1. Internet auf dem Handy stört aber nicht. Mein altes Grundig-Radio von 1954 lässt sich überhaupt nicht stören, von nichts und niemandem. 😁

    Also wenn das ein 150V-Motor ist, dann läuft der trotzdem auch an 230V und explodiert nicht sofort. Einfach mal anschließen und kurz laufen lassen, dann mal fühlen, ob er warm oder gar heiß geworden ist. Wenn ja, ist es ein 150V-Modell, wenn er temperaturmäßig unauffällig bleibt, hast du die 220V-Version. Ich nehme sowieso letzteres an, die 150 Volt waren meines Wissens nur bei den originalen Dual-Geräten üblich. Ist eh komisch, dass es 150 Volt sind, in Fremdgeräten waren es entweder 220 oder nur 110.

    Der passt in jede Zarge für die mittleren Chassis, angefangen beim 1009 bis zum 1239. Es kann nur sein, dass der Motor für neuere Zargen zu tief hängt und dann aufsetzt. Apropos Motor: der läuft eventuell mit 150 Volt statt 220, wenn er aus einer Truhe stammt. Das ist zumindest so, wenn es sich um eine der zahlreichen Versionen von Dusl mit Verstärker handelt. Das solltest du vorher prüfen, sonst hast du nicht lange Freude an dem Teil.

    Früher waren die Tieftöner einfach größer, die Membranfläche war dadurch größer. Heute werden fast ausschließlich Bassreflexboxen gebaut und da steckt sicher viel Gehirnschmalz in der Entwicklung, die Tieftöner können dadurch wesentlich kleiner als früher sein. Auch der Hub ist dank neuer Techniken und Materialien größer möglich. Aber ein kleiner Lautsorecher hat eben auch von sich aus einen höheren Grundton, daher klingen neue Lautsprecher einfach anders. Nicht zu unterschätzen ist auch die subjektiv positive Wirkung von harmonischen Verzerrungen, die die älteren Tieftöner durch ihre größeren Durchmesser zwangsläufig verursachen, Stichwort Partialschwingungen. Und last not least sind wir diesen Klang einfach gewöhnt, sind damit groß geworden und darauf Konditionierung.

    Das Ortofon OM bietet nicht die Wärme, die er haben möchte, da ist ein Shure die bessere Wahl. Schon ein M 75 mit ellyptischer Nachbaunadel von den bekannten Anbietern klingt erstaunlich hoch auflösende und dabei warm. Das Ortofon ist eher neutral, dabei knackig. Die Wandler am anderen Ende der Wiedergabekette spielen aber eine ebenso wichtige Rolle. Die Lautsprecher müssen passen.

    Am einfachsten ist es, den Tonarm von Hand über die Platte zu schwenken und den Lift auszulösen? Was ist daran so schwer? Das geht sogar schneller als mit Automatik. Oder du besorgstdir einen Spieler, der das von Haus aus kann. Die späten Direkttriebler wie 620, 630, 2225 und 2235 haben dafür eine Umschaltungsmöglichkeit. Und natürlich alle alten 10er und 12er Modelle, die zudem auch noch als klassische Wechsler 10 bzw. 6 Scheiben hintereinander spielen können.

    Es gibt auch etliche Automatikspieler japanischer Hersteller mit dieser Funktion.