Was hat man sich dabei gedacht? Murks bei Dual

  • Dual Geräte sind ja im Grunde für ihre Benutzerfreundlichkeit und so manche geniale Idee bekannt, aber manchmal ist es so, daß Genies es dann bei grundlegenden Dingen richtig verbocken, so auch bei Dual.


    Es soll hier nicht um Innereien gehen, also wackelige Steckverbindungen und Taster, knapp dimensionierte Bauteile, komplizierte Zerlegung, Knallfrösche, sondern um das, was der normale Nutzer schon zu Neukaufzeiten der Geräte erkennen konnte und was mich den Kopf schütteln läßt, z.B.


    Warum ist die Anordnung der Eingangswahltasten beim CV 1100 und CV 1200 anders angeordnet, das erfordert ein anderes Platinenlayout, eine andere Schaltergruppe und macht somit alle nur teurer?


    Der CS 741Q machte nicht nur durch die klapperige Haubenautomatik und den schlechten Staubschutz durch den dicken Spalt etwas schlechter als sein Vorgänger, Kopfschütteln löst bei mir auch das Leuchtstroboskop aus, nicht nur, das es dämlicherweise im Pitch-Betrieb abschaltet, wo man es eigentlich braucht, nein, es ist auch schlecht abzulesen, die Marken sind am Plattenteller nur unten, das Gehäuse der LED-Anordnung ist von vorn undurchsichtig, wie blöd:



    Das war beim CS 731Q besser gelöst:


    Auch auf den Rückseiten der Verstärker gibt es einiges, was wirklich dämlich ist, da sind z.B. die viel zu eng angeordneten Cinch- (RCA-)Buchsen beim CV 1200 und CV 1400, man versuche da mal etwas dickere Stecker einzustöpseln, Platz genug war da:


    Auch hier ist schon erkennbar, die dämliche GND-Schraube, die sich auch beim CV 1200 und CV 1100 wiederfindet, beim CV 1100 sind die RCA-Buchsen wenigstens auf Abstand. Wer mal versucht hat, ein Massekabel in beengtem Raum, also auch z.B. in einem Dual-Rack dort drunterzufummeln, der ist zu nicht feinen Worten gegenüber den Konstrukteuren versucht.


    Auch nach der "Steidinger Ära" gab es Murks, die fragile Tonarmablage bei CS 5000, CS750(-1) und allen Derivaten ist ja bekannt. Bei Modellen anderer Hersteller hatte die Stiftung Warentest schon die Anordnung des Lifthebels direkt neben dem Tonarmlager kritisiert, weil es schnell zum versehentlichen Berühren des Tonarms kommen kann. Zu der Zeit hatte Dual das besser gemacht, um dann Jahre später so einen Fehler zu machen:


    Vielleicht kennt Ihr ja noch mehr Dual-Murks, nicht das wir noch als kritikunfähige "Fanboys" angesehen werden...


    Gruß


    Uli

    CS: 505-4, 506, 626, 721, 731Q, 750-1
    CT: 450M, 1140, 1240
    CR: 1750, 5950 RC

    CV: 1100, 1200, 450M

    C/CC: 450M, 810. 820, 1280, 5850 RC
    CD 5150 RC
    (C)L(X): 231, 241, 710, 1000-Set, 9200
    und: DK170, MC2555, Rack 3020

  • ich hab den CS 750-1.

    sicher ist die tonarmablage nicht massiver aludruckguss, erfüllt aber ihren zweck, und grobmotoriker haben an keinem plattenspieler etwas zu suchen.

    Allgäu-Seele des Süden

  • Warum ist die Anordnung der Eingangswahltasten beim CV 1100 und CV 1200 anders angeordnet, das erfordert ein anderes Platinenlayout, eine andere Schaltergruppe...

    Hallo,


    vielleicht sind Platine und Drucktastenaggregat tasächlich identisch, aber bei einem der beiden Geräte kopfüber eingebaut - womit der Grund für die spiegelbildliche Anordnung gefunden wäre?


    Viel ärgerlicher finde ich, dass selbst bei Geräten der gehobenen Mittelklasse, wie z. B. CV 1450 und CV 1460, lediglich vier Signalquelleneingänge vorgesehen sind. Da hatten Fernost-Geräte derselben Ära deutlich mehr zu bieten.


    Beste Grüße, Uwe

    »Ich lese doch keine Bücher!« (Klaus Fischer)

  • die viel zu eng angeordneten Cinch- (RCA-)Buchsen beim CV 1200 und CV 1400, man versuche da mal etwas dickere Stecker einzustöpseln

    Das war damals die normale anordnung, mit RCA-Kabel aus den 70er gibt es absolut kein Problem. Bei Revox ist dieses

    Problem auch bekannt, vor allem bei der A77.

    Dafür gibts heute "breitere" Ausfuhrungen...

    Tja, dickere Kabel gabs damals nicht...


    Noch vergessen: Cinch (RCA) erweiterung...



    LG, Ernst


    Tja, infiziert mit "Dualitis"


    Im Moment spielt:


    Dual/Marantz/Luxman/Revox Freak!

    Einmal editiert, zuletzt von Ernst3510 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Ernst3510 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo,


    damals hatten auch die Ingenieure das Sagen und nicht die Verkaufsabteilung....


    Was ich bei den "P"-Koffern fies fand: da stehen die Regler vor sodas wahrscheinlich hunderte von ungeschickten Schülern die Dinger gegen Wand/Tisch/Regal geballert haben.


    OK, gut für den Fachhändler der dann eine nette Reparatur abrechnen konnte...

    Allein bei uns an der Schule war laut Aussage des Hausmeisters ein paar mal ein Gerät deswegen in der Werkstatt.


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Ach ja, zum CS 741 Q: Das ärgerliche Abschalten der Stroboskops ausgerechnet beim Pitch-Betrieb, bei dem man ja eigentlich gerne wüsste, wie groß die eingestellte Abweichung ist, und das zudem zusätzlich ein Logik-Gatter erfordert, fand bereits Erwähnung in zeitgenössischen Tests. Ich habe deshalb meinem Exemplar das ewige Licht spendiert und das Procedere hier beschrieben.


    Beste Grüße, Uwe

    »Ich lese doch keine Bücher!« (Klaus Fischer)

  • Guten Abend zusammen,

    die spittelige Tonarmablage des CS 5000 hat zusätzlich (sozusagen als Bonus für den Vielnutzer) bei meinem Exemplar zu ziemlich tiefen Riefen im Alu-Tonarm geführt. Aber ich habe ihn ja auch schon seit 32 Jahren und bis auf ein paar Jährchen im Dornröschenschlaf hat er ordentlich arbeiten müssen.


    Der Tonarmlift direkt an der Tonarmbasis ist beim CS 5000 nicht schlimm, da ja die Geschwindigkeitswahltasten zum Anheben und Absenken genutzt werden können. Alle Nachfolger und Derivate haben dieses Feature nicht mehr, dort kam ein Drehwahlschalter zum Einsatz.


    Viele Grüße

    André

    Hobby ist: mit dem größtmöglichen Aufwand den geringstmöglichen Nutzen zu erzeugen.

  • Bei einem Quartz-stabilisierten Dreher braucht man kein Stroboskop und die Abweichung kann man ja hören, wer das nicht gehörmäßig unterscheiden kann, sollte besser gar keine Pitchregelung benutzen. Diese Funktion brauchen eigentlich nur Musikerinnen. Eine Anzeige der Abweichung ist nur numerisch sinnvoll wie beim 630 oder 2235, alles andere ist Kokolores.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Bei einem Quartz-stabilisierten Dreher braucht man kein Stroboskop...

    Prinzipiell stimmt das natürlich.

    Ich finde es trotzdem total geil, wenn an meinen 714Q oder dem SL-Q2 unmittelbar nach dem Einschalten das Strobo wie eine Eins steht. :thumbup:

    Das Auge hört halt auch mit. ;)


    Gruß Gerd

    2x Dual 714Q silber, Dual-Leuchtwürfel

    Technics SL-Q2 silber
    Technics SL 1300

  • Hintergrund der Geschichte dürfte sein, das man ja am Display die Geschindigkeitsabweichung in % sehen kann.

    Im Grunde ist das Stroboskop sowohl beim 741Q als auch beim 731Q überflüssig.

    Mehr als "dreht sich etwas zu langsam/schnell" und "dreht sich deutlich zu langsam/schnell" kann man an einem Stroboskop nicht ablesen.

    Die Info, wieviel zu schnell/langsam fehlt.

    Die bekommt man nur über die Anzeige.


    Was die Anzahl der Eingänge angeht:

    Was gab es denn in den 70ern an Quellen?

    Mehr als Plattenspieler, Tuner, Kassette und Tonband gab es nicht.

    Und TV hatten damals keine Tonausgänge und waren eh mono.

    Aus Sicht der 70er braucht man nicht mehr Anschlüsse, als beim 1100/1200.

    Dual: 430/CDS 650, CS 528/TKS55E, CS 617Q/Ortofon OMB10, CS 627Q/Denon DL-110, CS 741Q/Yamaha MC-9
    Sonstige: Grundig PS 6000/OMP10, Yamaha TT-400/AT-95E

  • Zum CV 1100 und CV 1200:


    Der 1200er war eine Dual-Entwicklung und wurde selbst gefertigt, der CV 1100 kam m.W. wieder aus den Südfunk-Werken, so dass die unterschiedlichen Layouts erklärbar sind.


    Gruß

    Norbert

  • ... und die Platinen sind auch nicht identisch.


    Beim CV1200 sitzt da noch die Lautsprecher-Umschaltung mit drauf.

    Beide vor der Rückwand montierten Platinen werden indessen mit "Stößelstangen" von der Front bedient und sind zumindest konzeptionell sehr ähnlich - aber das war's dann auch schon. Warum soll man nicht von anderen lernen, denn prinzipiell sorgt das für kurze Signalwege und wenig Störungen, da auch der Phono-VV da mit draufsitzt. Und es vermeidet Spaghettikabel innendrin.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Auch der CV 1100 hat diese "Stößelstangen", allerdings aus Plastik, mit denen die Schalter bedient werden, das ist identisch wie beim CV 1200.


    Was das Stroboskop angeht, kann man damit sehr wohl einen Wert ablesen. Für den CS 731Q und den CS 714Q ist beschrieben, daß das Wandern von einem Strich pro Sekunde 0,9% Drehzahlabweichung besitzt. Der CS 714Q muß ja auch auf die Bargraphanzeige verzichten.


    Gruß


    Uli

    CS: 505-4, 506, 626, 721, 731Q, 750-1
    CT: 450M, 1140, 1240
    CR: 1750, 5950 RC

    CV: 1100, 1200, 450M

    C/CC: 450M, 810. 820, 1280, 5850 RC
    CD 5150 RC
    (C)L(X): 231, 241, 710, 1000-Set, 9200
    und: DK170, MC2555, Rack 3020

  • Und wer stellt sich mit der Stoppuhr neben seinen Dreher und zählt die Striche?

    Pitchen ist beim Plattenspieler überhaupt nur sinnvoll, wenn man mit einem Instrument zu einer laufenden Platte mitspielen will und die Stimmung des Instruments nicht genau passt, da hilft dann aber auch keine noch so tolle Anzeige, sondern ganz klassisch das Gehör. Bei Bandgeräten wäre eine Pitchregelung viel sinnvoller, weil fremdbespielte Bänder oft geschwindigkeitsmäßig nicht zum eigenen Gerät passen, das könnte man damit ausgleichen, aber da gibt es dieses Feature nur höchst selten.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

    Einmal editiert, zuletzt von phonesmoke ()

  • Hintergrund der Geschichte dürfte sein, das man ja am Display die Geschindigkeitsabweichung in % sehen kann.

    Das könnte zwar sein, ist aber nicht schlüssig, wie ich es im bereits weiter oben verlinkten Beitrag zu meinem 741-Umbau erklärte.


    Es stellt sich grundsätzlich die Frage, welchen Aussagewert eine selbst referenzierte Stroboskopanzeige denn überhaupt besitzt. Angenommen, die Quarzfrequenz läge völlig daneben, würde das am Stroboskop überhaupt nicht auffallen.


    Beste Grüße, Uwe

    »Ich lese doch keine Bücher!« (Klaus Fischer)

  • Ich hab´s schon mal in einem anderen Thread geschrieben:

    Auch Spieler mit Quarz-Regelung können mit falscher Geschwindigkeit laufen!


    Und nicht Jeder, phonesmoke, hat ein absolutes Gehör und erkennt, ob die 440Hz nun 440Hz oder 443Hz sind.


    Ich hatte schon 2 quarz-geregelte Spieler, bei denen die Geschwindigkeit nicht stimmte. Unter anderem auch einen Dual! Da ist ein Strobo schon nicht verkehrt. Gehört habe ich das übrigens nicht, gesehen schon. Und auf Grund dessen konnte ich das auch reparieren.
    Aber ich höre ja auch keine Kabelklang ....


    phonesmoke:

    Warum hast du so eine Aversion gegen Strobos?

    irgendwas ist immer und man lernt nie aus ...


    Gruß
    Winfried

  • Wie ich bereits sagte: Wenn die Stroboskopbeleuchtung aus derselben Quelle getaktet wird, aus der auch der Antrieb seine Sollgeschwindigkeit ermittelt, fällt eine falsche Referenzfrequenz nicht auf, egal ob mit einem Quarz- oder einem freilaufenden Oszillator erzeugt.


    Beste Grüße, Uwe

    »Ich lese doch keine Bücher!« (Klaus Fischer)

  • So ist es.

    Wenn der Fehler in der Oszillatorschaltung ein Defekt vorliegt, dann stimmt die Geschwindigkeit nicht, aber das Stroboskop steht still.

    Man siet es also nicht.

    Und selbst wenn man getrennte Quelle nimmt:

    Wenn das Stroboskop wandert, dreht dann der Plattenteller mit der falschen Geschwindigkeit oder hat der Oszillator des Stroboskops einen Defekt?

    Dual: 430/CDS 650, CS 528/TKS55E, CS 617Q/Ortofon OMB10, CS 627Q/Denon DL-110, CS 741Q/Yamaha MC-9
    Sonstige: Grundig PS 6000/OMP10, Yamaha TT-400/AT-95E

  • Kann man doch überprüfen!

    Wenn man nicht weiß, dass er falsch dreht, kann man auch nix überprüfen!

    irgendwas ist immer und man lernt nie aus ...


    Gruß
    Winfried

  • Warum hast du so eine Aversion gegen Strobos?

    Weil es unnötiges Blingbling ist, das man zum Platten hören nicht braucht, aber stört, wenn es nicht stillsteht wie bei meinem 714. Bei einem 604 habe ich es praktisch nie für 2 Platten hintereinander zum Stillstand gebracht, es war wie ein Vexierbild, auf das man dauernd schaut, einfach nervig, dabei ist die tatsächliche Abweichung völlig belanglos. Beim 621, den ich jetzt habe, ist es ausgefallen und stört mich also nicht mehr. Bei Spielern mit Synchronmotor sollte die Geschwindigkeit eigentlich immer stimmen, vorausgesetzt, dass Reibrad oder Riemen okay sind.

    Genauso sinnfrei ist ein separater Ein-/Ausschalter, der im Zweifel mit den Jahren den Dienst quittiert. Die Japaner haben das eingeführt, gebraucht hatte das vorher niemand, aber dann wollten es alle unbedingt haben, ein Lämpchen mehr, damit es professionell aussieht. Bei den wirklichen Profi-Geräten kann ich das alles nachvollziehen, aber für mich zu Hause brauche ich das ebenso wenig wie große Leistungsanzeigen am Verstärker, wo eine Überlastungsanzeige reichen würde. Früher bei wilden Feten war das allerdings mitunter nützlich.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

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