Guten Tag, alle zusammen.
Ich muss nun leider auch nach Hilfe bei der Automatikfunktion des CS721 nachfragen und hoffe, ihr seid es nicht überdrüssig, über den Spieler zu schreiben
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Ich habe nämlich auch ein Problem mit dem 721, den mir vorletzte Woche mein Bekannter vorbeigebracht hat. Von seinem verstorbenen Bruder (den kann mal also nicht mehr fragen) neu gekauft und angeblich komplett original und in hervorragendem Zustand - angeblich.
"Vorher"-Bilder habe ich mal wieder nicht gemacht, irgendwann denke ich aber mal dran
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Zustandsbericht vorab:
Was ich festgestellt habe:
- Äußerlich ganz ok, wurde schonmal ohne festgezogene Sicherungsschrauben transportiert, in der Haube innen ist das Tonamlager schon mal angeschlagen --> Kratzer
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- Elektrisch ging zunächst mal gar nichts --> Sicherung defekt, das hatte mein Bekannter dann noch so beim weggehen nebenbei erwähnt. 
- Tonarmhöhenverstellung geht dafür butterweich!? 
Nach aufschrauben:
Da war schon mal jemand dran!
- Schmiere im Bereich Tonarmhöhenverstellung weich und hell, im Gegensatz zum Rest des Players. Wurde wohl schon mal neu geschmiert.
- Dann hat sich wohl jemand genötigt gefühlt, die Kugel der Abstellschiene "ordentlich" zu schmieren
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- Antiskating-Scheibe gerissen --> geklebt und "getackert", funktioniert.
- Das Tonkabel hatte auf einem Kabel einen Bruch --> 10cm abgeschnitten und neue Cinch-Stecker drangelötet, Massen am Kurzschließer (ebenfalls viel Fett dran) getrennt und zusätzlichen Potentialausgleich verlegt.
- Das Gerät wurde damals in einem PX-Shop der Amis gekauft. Stromzuleitung Doppellitze 1-fach isoliert, hat an einem Gerät mit Schutzklasse II nicht zu suchen --> ausgetauscht, der Stecker war sowieso ein Ami-Stecker + Adapter.
- Die üblichen Arbeiten, altes Fett raus, alles säubern, neues Fett ran, wo nötig - inkl. Kurvenrad, das ich zur Reinigung natürlich draußen hatte.
- Den 470µF Kondensator auf der Steuerplatine getauscht, Knallfrosch im Trafokasten getauscht und neue Sicherung eingesetzt (da war statt ner 125mA eine 400mA drin), Schalterkontakte gereinigt, Potis gespült.
Das Ding wieder auf die Füße getsellt und gestartet - läuft, Drehzahlen stimmen und lassen sich gut einstellen.
Doch dann riecht es plötzlich verdächtig nach heißem Trafoöl. So ca. 3-4 Mintuen lief das Teil bis dahin.
Ausgeschaltet, geschaut, erst einaml nichts Verdächtiges gesehen, eingeschaltet --> Sicherung durch! 
Steuerplatine abgelötet und Strobo-Lämpchen rausgemacht, neue Sicherung rein um nachzumessen --> kaputt.
Trafokästchen komplett ausgebaut und zerlegt, Diode parallel zur Strobolampe kaputt (in beiden Richtungen hochohmig),
Trafo durchgemessen. Kein kompletter Kurzschluss, aber die Werte kamen mir komisch vor, wenn da 1x 110V und 1x 220V dran funktionieren sollen. Ich habe dann die Werte mit denen von Rottaler(Peter) verglichen (er hatte mal Trafos nachbauen lassen), er war so freundlich, bei seinen Ersatztrafos nachzumessen - das Ding (also mein Trafo) ist hin. Peter ist auch so freundlich und lässt mir einen zukommen. Diode habe ich mir eine besorgt, aber diese Baustelle ruht zunächst, bis der Trafo angekommen ist.
Dann habe ich mal mein Labornetzteil an die Elektronik gehängt, um zu sehen, was der Teller und die Automatik so machen.
Yoah, der Teller dreht problemlos und munter in richtiger, stabiler Drehzahl vor sich hin. Da riecht auch nun nichts und es wird auch nichts ungewöhnlich warm oder heiß. Soweit schon mal gut.
Aber die Automatik will gar nicht! 
Zunächt fuhr der Arm nicht bis zur Einlaufrille, sondern blieb auf halber Strecke stehen.
Ich habe dann in diesem Beitrag nachgesehen und konnte zunächst das Problem lösen. Der Steuerpimpel war dann bei genauerer Betrachtung wohl doch nicht mehr so gut, wie ich dachte, ein neuer Pimpel und eine leicht tiefere Einstellung des Haupthebels laut Servie-Manual brachten Erfolg. 
Stopp über den Stop-Schalter funktioniert prima. 
Stopp über das Kurvenrad funktionierte nicht - Teil 1:
Die Abstellschiene - natürlich komplett gereinigt und entfettet, absolut leichtgängig, berührte nicht die Kupferteile am Kurvenrad. Auch wenn ich den Exzenter der Abstellschiene auf "Anschlag" drehte (ihr wisst, wie ich das meine
). Ich habe dann das Problem gelöst, in dem ich den Anstoßpunkt - also die kleine Lasche am Kupferhebel am Kurvenrad - etwas nachgebogen habe. Noch ein wenig einstellen und jetzt wird der Abstellvorgang am Plattenende eingeleitet - super.
Stopp über das Kurvenrad funktioniert immer noch nicht - Teil 2:
Es funktioniert nun in soweit, als dass der Abstellvorgang eingeleitet wird, der Arm zurück zur Stüzte fährt, dort aber nicht ablegt, sondern direkt wieder zum Plattenanfang.
Nein, Dauerspiel ist NICHT eingschaltet
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Ich habe als Unterschied zur Betätigung der Stopp-Taste gesehen, dass die Weiche im Kurvenrad nicht durch den Hebel (unten im Bild gekennzeichnet) umgelegt wurd. Sie bleibt unberührt, weil beim autom. Stopp sich dieser Hebel irgendwie kein bischen bewegt, bei Betätigung des Stopp-Tasters wird er ein kleine Stück nach außen gezogen.
Ich habe mal ein Bild von GerhardS aus verlinktem Beitrag geklaut - Gerhard, ich hoffe, das ist ok??

Rot: Dieser Hebel gelt im Kurvenrad die Weiche um.
Orange: Der Hebel wird bei Betätigung des Stopp-Tasters (Gelb) bewegt und damit kann die Weiche umgelegt werden.
Nun endlich zu meinen (wahrscheinlich blöden) Fragen:
- Ist an der Weiche im Kurvenrad eigentlich eine kleine Feder, die die Weiche in einer bestimmten Position hält? Bei mir ist da nämlich keine! Leider kann ich das aus den schlechten Bildern des Servicemanuals nicht wirklich erkennen.
- Was müsste beim Auto-Stopp den Hebel (Orange) veranlassen, dass er sich bewegt, wie bei Betätigung des Stopp-Tasters?
- Was hab'ich Depp falsch gemacht und es bislang noch nicht verstanden?
Boah ey, viel zu viel Text, sorry dafür.