ULM-Tonarm mit SME-Anschluss - geht das?

  • Hallo allerseits,

    gerade eben angemeldet, fall ich als Laie gleich mit der Tür ins Haus: Ich habe mir einen rundum renovierten CS 741 q gegönnt (Ich mag die Optik). Problem: Die Headshell ist offenbar fest verbaut und läßt sich nicht vom Tonarm lösen (wie auch?). Es ist offenbar eine ganz gewöhnliche Halbzoll-Headshell (kein Adapter), an dem ein preiswerter AT-Tonkopf hängt, den ich gegen ein Ortofon Super Om tauschen wollte. Die grundsätzliche Frage ist jetzt - und ich weiß, dass ich wahrscheinlich gerade ein Sakrileg begehe: Kann man an einen ULM-Tonarm einen ganz gewöhnlichen SME-Anschluss bauen? Da hätte man doch eine Menge Auswahl, um auf einfache Weise allerlei Tonabnehmer zu testen?

    Tja, jetzt ist es raus .... In diesem Sinne

    Herzliche Grüße

    Lunarfon

  • Hallo und herzlich Willkommen!



    Wir schreiben uns hier gerne mit Vornamen an, ist irgendwie persönlicher ;-)

    Es ist offenbar eine ganz gewöhnliche Halbzoll-Headshell (kein Adapter), an dem ein preiswerter AT-Tonkopf hängt,

    Dann hat den 741 schon mal wer umgebaut auf 1/2". Wenn das gut gemacht ist, steht dem Installieren

    vom Ortofon eigentlich nichts im Weg. Ein oder zwei Fotos davon, um das besser beurteilen zu

    können, wären gut.

    Kann man an einen ULM-Tonarm einen ganz gewöhnlichen SME-Anschluss bauen?

    Das wird schon an dem im Vergleich mit einem SME-Arm zu dünnen Rohr scheitern. Außerdem

    gibt es wohl kaum SME-Headshell die den richtigen Kröpfungswinkel aufweisen.



    LG, Micha

  • Hallo Micha,

    Danke für die schnelle Antwort (zu so später Stunde), damit hatt ich nicht gerechnet.....

    D. h. also, es gibt wahrscheinlich keine Möglichkeit, irgendeine abnehmbare Headshell einzubauen?


    PS: Laut Anbieter ist das gerät "generalüberholt": neues Netzteil, neue Kondensatoren (Knallfrösche?), geölt, geschmiert etc und mit vergoldeten Cinchbuchsen versehen (das kann ich ja sehen)..... Ansonsten bin ich kein Techniker.

    Fotos anbei und Schöne Grüße


    Wolfgang

  • Moin Wolfgang,


    das sieht doch richtig gut aus! System ist das VM95 von Audio Technica:


    https://www.lowbeats.de/test-a…mm-abtaster-bis-200-euro/


    Auf der Grafik sieht man die verschiedenen Nadeln dazu:


    Bis auf die SP* sind alle für die gängigen Platten geeignet. Zu der Blauen sind

    die anderen Farben von links nach rechts immer etwas besser. Preistip sind

    die ML für ca. 150 Euro, die EN für 100 Euro und die E für 50 Euro in

    umgekehrter Reihenfolge. Eigentlich kein Grund auf Ortofon umzusteigen, wenn

    es mit einem Nadeltausch getan ist und man das System weiter nutzen kann.



    LG, Micha



    * für Schellack

  • Hallo Micha,


    Ahaaaa! Guter Tipp! Ehrlich gesagt bin ich die ganze Zeit nicht auf die Idee gekommen, einfach ne bessere Nadel reinzustecken! Das hatt ich überhaupt nicht auf dem Radar!

    Manchmal ist man einfach betriebsblind ...


    Vielen Dank! und gute Nacht!


    Wolfgang


    PS: ... aber das mit dem Anti-Resonator hab ich immer noch nicht kapiert ....

    Einmal editiert, zuletzt von Lunarfon () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Lunarfon mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Jeder Tonarm harmoniert mit bestimmten Tonabnehmern besser als mit allen anderen aufgrund der Compliance = Nadelnachgiebigkeit des jeweiligen Systems. Es handelt sich ja mechanisch betrachtet um ein federndes Konstrukt, das in sich schwingen kann. Generell gilt, dass eine Nadel mit hoher Compliance an einem Arm mit geringer effektiver (bewegter) Masse besser aufgehoben ist und umgekehrt an einem schweren Arm ein System mit geringer Compliance. Durch die rein mechanische Abtastung der Schallrille entsteht in einem gewissen Bereich und Maß grundsätzlich immer eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Resonanz auf den Tonarm. Diese sollte am besten deutlich außerhalb des hörbaren Bereichs liegen, weshalb z.B. die Tonarmmasse und die Compliance eine große Rolle spielen. Ideal ist eine Resonanzfrequenz von 8 bis 12 Hertz. Diese sollte natürlich so gut wie möglich bekämpft werden, um störende Einflüsse auf die Abtastfähigkeit zu minimieren. Hier kommt bei den Duals der Antiresonator ins Spiel, der auf die Resonanzen des Tonarms mit einer gegenwelligen Bewegung, quasi der Gegenresonanz, reagiert und so die Resonanz auslöscht. Das Resultat ist Resonanzfreiheit, in der Praxis zwar nicht komplett, aber doch deutlich messbar. Im Prinzip handelt es sich beim Resonator nur um eine Blechzunge, an der das Gegengewicht hängt. Da die relevanten Resonanzen nur im angesprochenen tiefen Frequenzspektrum liegen, funktioniert das ganz gut.


    Diethelm 🙂

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

  • Man muß aber dazu etwas ergänzen:

    Der Frequenzbereich 8-12 Hz hat den Grund, das man frequenzmäßig genug Abstand von Trittschallfrequenzen (um die 4 Hz) und von den tiefsten auf der Platte möglichen Frequenzen (um 20 Hz) haben will, damit die Resonanz des Systems Arm/Abtaster nicht dadurch angeregt wird.

    Ergo hat man sich für den Bereich genau in der Mitte zwischen Trittschallfrequenz und tiefster Musikfrequenz entschieden.

    Und zum Antiresonator noch etwas: Tonabnehmer haben immer eine gewisse Toleranz bzgl. Nadelnachgiebigkeit, weshalb die angegebenen Einstellwerte in der Anleitung des Duals nur als grobe Richtschnur angesehen werden kann.

    So war es auch beim damaligen Test des 741Q mit TKS390E:

    Die Nadelnachgiebigkeit des TKS390E ist von Dual mit 40/30mm/N (H/V) angegeben, gemessen wurden damals im Test aber 63/47mm/N.

    Dadurch ist die von Dual vorgegebene Einstellung von 12 falsch. Richtig wäre 10 bei den gemessenen Werten.

    Aber ohne Messung wird es schwer, die richtige Einstellung des Antiresonators zu finden.

    Dual: 430/CDS 650, CS 528/TKS55E, CS 617Q/Ortofon OMB10, CS 627Q/Denon DL-110, CS 741Q/Yamaha MC-9
    Sonstige: Grundig PS 6000/OMP10, Yamaha TT-400/AT-95E

  • Hallo zusammen, hallo Wolfgang,


    bis hier her haben dir Diethelm und Michael sehr gut geklärt worauf es Grundlegend zu deiner Startfrage ankommt ...

    An sich ergänze ich nur mal eben; die "echten " UML Spielern (ultra low mass = dieser Hinweis / LOGO steht dann auch auf jenen Sielern offensichtlich als Aufdruck zu lesen auf der Front ) sind in Co- Operation (Ortofon TA / Dual Spielern) konstruktiv bereits ganz in Richtung Gegenteil der Resonatorfunktion ausgelegt = der komplette Tonarm (incl. Headshell / vorzugsweise nebst ultra leichtem TA) ist gegenüber jenen bis da hin serienmäßig gefertigten Spielern sehr leicht gebaut.

    Wenn in diese Richtung alles beachtet / zusammengestellt wird funktioniert (klingt/ spielt) so etwas sehr gut zusammen.

    (((Und zurück zu deiner Ausgangsfrage ;nur wenn die komplette Geometrie (z.b. Überhang/ Kröpfung Headshell // Lagerpunkt Tonarm ...) adaptiert evtl mit dem kompletten Tonarm eines ULM Spieler passt kann man einmal einen kompletten Tonarm -Umbau wie z.B. wie ich es an meinen CS 1254 *** vorgenommen hatte wagen. Ich hatte desen Umbau seinerzeit einmal gemacht um zu zeigen dass es funktionieren kann, und dann eben auch von der Wiedergabe (k)einem Werks- ULM Spieler in "nichts nach steht" .... Für mich war dies reines probieren > ich war und bin angenehm überrascht > so das dieser Umbau bei mir auf jeden Fall auch eine Dauerlösung bleiben wird..)))..

    Nebenbei (m)ein CS 1254 hatte werksseitig auch ein ein ähnliches (TKS ) wie auf den von dir eingestellten Bildern gezeigtes (auf der Unterseite fix verschraubtes) 1/2" Headshell montiert.

    Wie auch immer, mein/ das voran geschriebene nur einmal zur Ergänzung...


    Dir dann weiterhin viel Spaß mit dem Vinyl und seinen (Be-)Treibern > auch hier im Board....


    einen schönen Abend noch, Gruß Thomas:)

    Zitat von; Johann Gottfried Seume;


    „Wo man singt, da laß’ dich ruhig nieder,böse Menschen haben keine Lieder.“


    Dual CST 3510/-/ Dual CS 2225/-/ Dual CS1254 ULM1/2"

    ___

    Heco VICTA 701/-/ Onkyo A-8470 /-/
    ___
    Heco VICTA 701/-/ Onkyo A-8450 /-/
    __
    Onkyo TA - RW70/-/ Onkyo T4711/-/ Onkyo DX - 7711

    Kopfhörer. 2x Sennheiser HD 560 Ovation (modifiziert)

    _

    1/2" Ortofon X5MC/ TMC-200/ OM super/ OM

    T4P Ortofon MC-200/ OMP/ OMT /-/ Technics EPS-310 MC/ Technics P30S / Dual MMP 450

    Ortofon OM Nadel 10-40 // FG/ Boron

  • Der Frequenzbereich 8-12 Hz hat den Grund, das man frequenzmäßig genug Abstand von Trittschallfrequenzen (um die 4 Hz) und von den tiefsten auf der Platte möglichen Frequenzen (um 20 Hz) haben will, damit die Resonanz des Systems Arm/Abtaster nicht dadurch angeregt wird.


    Hmmm - also meines Wissens geht's da weniger um Trittschall als um durch Verwellungen hervorgerufenen Infraschall.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Außerdem

    gibt es wohl kaum SME-Headshell die den richtigen Kröpfungswinkel aufweisen.

    An der Stelle möchte ich gerne noch einmal einsetzen. Fast alle Dual-Tonarme sind "gerade" und der Kröpfungswinkel wird vom Head-Shell bestimmt.

    Wenn man einen SME-Anschluss realisieren wollte, müsste der Tonarm S-förmig sein und den richtigen Durchmesser daben, was ich bei U.L.M stark

    bezweifle.

    OLI62 hat einen 1219 mit Fremdtonarm und SME Anschluss, ja dann könnte man sogar ein Ortofon Concorde einsetzen, aber dann passt der Überhang

    mit Sicherheit nicht.

    Ich weiss, daß sind alles Bastelgedanken, also zunächst mal gesponnen, aber das wird ja erlaubt sein :).

    Gruß Peter

  • Hallo,


    die Vorteile des geraden Tonarms sind doch so überzeugend das wir eben darauf setzen. Mit "wir" mein ich im Dual-Board, da doch überwiegend Geräte aus St. Georgen und Kiel einsetzen.


    Die "deutsche Schule" (gerader leichter Tonarm, Auflagekraft per Feder generieren) hat seine Vorteile.


    Leider waren die Hersteller damals eher dröge Vertreiber als aktive Verkäufer...


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Ich weiss, daß sind alles Bastelgedanken, also zunächst mal gesponnen, aber das wird ja erlaubt sein

    Klar ist das erlaubt...vor meinem geistigen Auge schwirrt auch eine Ortofon SPU mit SME-Anschluss am Arm vom 741 ^^:S;).


    Gruß

    Thomas

    Ich biete: 731/714 Halbzoll + OM Adapter, TKS Halbzoll + OM Adapter + Halteplatten + Reparaturen, Federhaus aus PEEK

  • Guten Abend, hallo Peter

    zu, Zitat:

    die Vorteile des geraden Tonarms sind doch so überzeugend das wir eben darauf setzen. Mit "wir" mein ich im Dual-Board, da doch überwiegend Geräte aus St. Georgen und Kiel einsetzen.


    Die "deutsche Schule" (gerader leichter Tonarm, Auflagekraft per

    so ist es = mehrbraucht's auch nicht >>> das ganze alleine als SME-"Lösung" ist im Grunde schon wieder (z.B. Gewicht alleine ). kontra ... dessen was seinerzeit alles "unter einen Hut" gebracht werden sollte (mit Hinblick SME > ...einer "freien TA- "Auswahl" einmal ganz von abgesehen / aber das wäre dann ...)

    An sich hatte der Wolfgang wohl auch eher in die andere Richtung Umbauten angedacht / nachgefragt...?!?

    Ansonsten nur um das umbauen Willen kann man schon allerhand (aussen vor lassen..!?).verunanstalten / bauen (ab hier sollte dann ein jeder selber wissen was er zu tun gedenkt! .


    So das wares dann auch schon wieder , ...(von mir).zum Thema


    Einen schönen Abend noch, Gruß Thomas :)

    Zitat von; Johann Gottfried Seume;


    „Wo man singt, da laß’ dich ruhig nieder,böse Menschen haben keine Lieder.“


    Dual CST 3510/-/ Dual CS 2225/-/ Dual CS1254 ULM1/2"

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    Heco VICTA 701/-/ Onkyo A-8470 /-/
    ___
    Heco VICTA 701/-/ Onkyo A-8450 /-/
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    Onkyo TA - RW70/-/ Onkyo T4711/-/ Onkyo DX - 7711

    Kopfhörer. 2x Sennheiser HD 560 Ovation (modifiziert)

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    1/2" Ortofon X5MC/ TMC-200/ OM super/ OM

    T4P Ortofon MC-200/ OMP/ OMT /-/ Technics EPS-310 MC/ Technics P30S / Dual MMP 450

    Ortofon OM Nadel 10-40 // FG/ Boron

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