Welche Tuning-Maßnahmen sind am 721 sinnvoll?

  • Hallo Frank!

    Genau dieses Thema meine ich!

    Wie auch Peter weiter oben schrieb, geht es u.a. um den Seitenschliff.

    Meine Hörerfahrungen sind eher bescheiden, dutzende Systeme auf verschiedenen

    Plattenspielern habe ich nicht gehört.

    Bei einem Arbeitskollegen konnte ich jedoch eine größere Musikauswahl, alles Singles

    aus 5 Jahrzehnten auf einem Transrotor mit einem Ortofon Jubilee mit Shibata-Behandlung

    erleben.

    Besser kann es kaum/nicht klingen!

    Obwohl die Platten durch eine Ur-Knosti (Gehäuse etwas verzogen oder Borsten zu kurz)

    nur mäßig gereinigt hatte, knisterte fast keine Platte!

    Das überzeugte mich obwohl nach jeder Platte die Nadel und ihr Umfeld eingesaut waren.

    In Zukunft wird abgesaugt!


    MCs lehne ich wie ich bereits sagte wegen des Retipping-Zirkus ab, aber der Nadelschliff

    war der richtige.

    An Euch richte ich daher die Frage, schadet eine solche Nadel den alten 50er Singles oder

    schaden die Singles der Nadel/Nadelaufhängung?

    Wenn eine solche Nadel, vorausgesetzt es kommt nicht zu einem erhöhten Plattenverschleiß

    wegen der Null-Durchgänge (Schablone für LP/Single-Mix vorhanden), ein "Kompromiss" da-

    stellt, ist er die Lösung!

    Die Frage ist also ob die "Verkanntung" einer eliptischen (eliptisch-ähnlichen) Nadel mit ihren

    verschiedenen Schliffarten in der Rille (> Abweichung von den Null-Durchgängen) zu Schäden

    an einer Platte führen kann?

    Bei einem nicht exakt eingestellten Überhang mit Sicherheit.

    Rundnadeln sollen im allgemeinen eine schlechtere Auflösung haben, deshalb würde ich sie

    eher nicht einsetzen wollen.

    Ziel ist es schon, jeweils ein System für alle Platten einzusetzen (Ausnahme Schellack, für die

    steht ein 1219 bereit).

    Ich werde natürlich verschiedene Plattenspieler betreiben (wenn ich endlich die Zeit zur

    Überholung finde), aber alle sollten universell einsetzbar sein.

    Zu den besseren gehören:

    - Marantz SLT 12 (tangential) - hier dürfte es wohl keine Probleme bezüglich des Nadelschliffs geben?

    - Telefunken S 600

    - DUAL CS 721

    - Hitachi PS 48

    - ELAC 910

    plus diverse weitere...


    LPs die vor 1960 produziert wurden, besitze ich wenn überhaupt nur wenige Stück, die fraglichen muß

    ich bei discogs überprüfen. Die anderen aus dieser Zeit sind bereits Stereo, Living-Stereo aus den USA.

    R & R Singles aus den 50ern habe ich jedoch eine ganze Menge.

    Wenn ich zwischen 2 Schliffen zu wählen hätte, würde ich eher auf Plattenschonung setzen und den

    Klang an zweiter Stelle positionieren.


    Gruß,

    Fernseheumel

  • Als System kann ich das Audio Technica AT-VM95ML empfhelen. Der Schliff ist zwar scharf, aber ich hatte noch kein System das ggü. Knistern und Knacksern so unempfindlich ist. Ich denke das kommt Deiner Universalidee am nächsten.

  • Hallo,


    bei alten Mono-Platten steht zwar drauf, dass diese mit jedem "modernen Stereo-Abtaster" abgespielt werden können aber meine Meinung ist: gönn Dir lieber eine 25 my Nadel.


    BTW gab es bis in die Mitte der 60er Jahre echte Mono-Pressungen, sie waren damals ca. 1 DM günstiger (was viel Geld war).


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Als System kann ich das Audio Technica AT-VM95ML empfhelen. Der Schliff ist zwar scharf, aber ich hatte noch kein System das ggü. Knistern und Knacksern so unempfindlich ist. Ich denke das kommt Deiner Universalidee am nächsten.

    Dieses System ist immer wieder im Gespräch und als neuzeitliche Ausführung gibt es keine Probleme mit Ersatznadeln.

    Würde dieses System mit dem Hitachi PS 48 harmonieren (Jelco Tonarm)? Bisher hat er nur ein einfaches

    Ortofon OMB 5.

    Der ELAC hat auch nur ein eher einfaches AT-System. Den muß ich allerdings erstmal neu abschmieren.

    Dieser ELAC würde sich auch anbieten.


    Gruß,

    Fernseheumel

  • Hallo Peter!

    Warum empfiehlst die die 25er Nadel? Das wäre doch eine Rundnadel.

    Wo siehst Du Deiner Einschätzung nach die Vorteile gegenüber den Nadeln mit MR-Schliff oder schärfer?

    Wäre sie plattenschonender, abtastgenauer in Bezug auf das Schneideverfahren alter Singles und LPs?

    Da mich meine Plattenspieler in der Regel kein Bargeld gekostet haben, die meisten sind aus dem Sperrmüll,

    bin ich gerne bereit tiefer in die Tasche zu greifen, wenn die Klangverbesserung es her gibt.


    Beim Marantz bin ich an ein Shure V15-1 gebunden, der Telefunken soll aber auch Tonabnehmer der Ober-

    klasse (ca. 800,- - 900,-) klanglich umsetzen können.

    Da bin ich bei der Systemwahl noch völlig offen.

    Sobald ich alle Plattenspieler zusammen gesucht habe, muß ich absteigend ihrer Wertigkeit herausfinden,

    welche vorhandenen Systeme zum Einsatz kommen oder wo der Kauf eines modernen Systems angezeigt ist.

    Wenn dann noch Faktoren wie Räumlichkeit, Tiefbass, Höhenanhebung, SHURE-Sound etc. als Auswahl-

    kriterien einfließen, stehe ich auf dem Schlauch.

    Soviel habe ich in ca. 4 Jahren Foren- und Stammtischtätigkeit gelernt.

    Wer die Wahl hat, hat die Qual....


    Gruß,

    Fernseheumel

  • Hallo,


    bei Mono-Schnitt ist nix mit Räumlichkeit... ebenso ist da nichts mit High-End denn beim Schnitt hatte jede Plattenfirma ihre eigene Schnittkennlinie.

    Für Stereoplatten ist natürlich eine Mono-Nadel nicht geeignet.


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Physikalisch gebe ich Dir recht, dennoch war der Klang meiner alten 7" R & R - Scheiben von einer ungeahnten

    Natürlichkeit geprägt, das selbst mein Kollege, ein 180 gr-LP-Hörer, tief beeindruckt war.

    Auch als Mono-Platten klangen sie daher unbedingt high-endig!!!!!

    Ich weiß das die singlefeindlichen NUR-LP-Fanatiker das nicht wahr haben wollen.


    Gruß,

    Fernseheumel

  • Hallo,


    natürlich gibt es gute Pressungen, da auch nicht sooft "hin- und hergemischt" incl. wuseln, duseln und strudeln wurde springen einen alte Aufnahmen (man kenn das auch von Direktschnittplatten, Jeton hatte in den 80er Jahren da manches Meisterwerk produziert) eher an.


    Hinzu kommt das auch die Pressmasse noch nicht "preisoptimiert" war, was man am allerheftigsten bei Vinyl aus der Zeit der Ölkrise merkte...


    Die höhere relative Geschwindigkeit der Nadel in der Rille bei 45 ist ja ebenfalls positiv, es gibt ja auch "Langspielplatten" die auf 45 UpM laufen.


    Die fehlende Normierung der Schneidkennlinien ist allerdings ein Nachteil. Leider kosten Preamps bei denen man die Schneidkennlinie einstellen kann doch viel Geld.


    Mal damit man die Unterschiede sehen kann: http://www.sengpielaudio.com/Schneidfrequenzgaenge.gif


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

    Einmal editiert, zuletzt von 8erberg ()

  • Ne CK20 würde dem 721er auch stehen... Dann fällt er inmitten der 1219er, 1019er und 1229er nicht so auf :)

    Jetzt überleg ich wirklich ob ich das mal eben machen soll... wenn da nur nicht die Kabelzugentlastungen in der Badewanne wären.:saint:

    Dreher : CS721 ; CS 704 ; CS 621 ; CS 604 ; CS 601 ;1229 ;1219 ;1218 ; 1019
    Tonabnehmer: Ortofon M20E; Ortofon Vinylmaster; Ortofon SG mit Analogis BD; Shure M95; Shure M91; Shure M75;Grado Prestige Red

  • ...ich mag die soliden grundigzargen...aber beim 721er haut mich das ergebnis nicht um?


    romme

  • Hallo,


    ich oute mich mal wieder als Freund der Originalzarge - bzw. der Originalmaße so wie bei Gerd.


    Jetzt OT - die Grundigzargen mag ich für keinen Dual leiden, sorry ich möchte keinem Grundigzargenfreund auf die Füße treten:) - OT -Ende


    Bis denne


    Wolfgang

  • 721-Tuning mit Echtholzverkleidung in Originalmaßen

    Hallo Gerd,


    wunderschön und ohne das stilistisch störende "electronic DD"-Schild...eine solche hätten die St. Georgener damals als "de Luxe-Edition" anbieten sollen.

    Wie hast Du das realisiert? Plastikfurnier abschleifen?


    Schöne Grüße

    Frank

  • Danke, mir gefällt es auch sehr, denn das ist wirklich eine notwendige Tuningmaßnahme des 721...es gab einen Anbieter auf ebay, dem konnte man die Originalzarge schicken und der hat diese Holzverkleidung anstelle der alten draufgemacht, hat ca. 100,-- gekostet - Nußbaum, das ist aber schon Jahre her, vielleicht gibt es den ja noch, wenn ich ihn finde , post chs hier noch...

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