Kurze Frage zum EDS 1000 (701)

  • Ich hab grade einen 701 2.Version in der Mache. Im Prinzip sind nur Kleinigkeiten zu machen ich wollte an der Elektronik nur den Knallfrosch und den Netzeil ROE Elko tauschen.

    Dabei ist mir folgendes aufgefallen:


    Die Diode geht über den Elko. Ist ein paar Jahre her, dass ich den letzten 701 offen hatte, bin mir aber sicher, dass ich den noch nie gesehen habe. Der Dreher sieht von innen kpl. Original aus, auch der Siegellack an den Gehäuseschrauben des EDS war intakt. Jemand eine Ahnung wofür das Ding gut ist?

    Zum Elko selbst: ich habe dunkel im Hinterkopf, dass die 470µF ein bissl knapp kalkuliert waren und ich meine mich zu erinnern, dass mir jemand den Tipp gab einen 1000µ zu verbauen. Stimmt das oder bringe ich da was durcheinander?

    VG

    Kai







  • 1000µ stimmen. Kommt vom Peter (wacholder)


    Die Diode kam hier im Board schon mal genau an der Stelle vor. Auch dort wurde gesagt das sonst alles original war. Kommt also wohl vor.

    Matthias



  • Hi Kai !


    Die Diode ist eine 36V Z-Diode als "Rettungsanker", falls jemand mal versehentlich den Trafo statt auf 220V auf 110V anlötet und die Spannung hinter dem Trafo auf 35+ Volt ansteigen sollte. Dann bildet die Z-Diode einen Kurzschluß, der über den Trafo die Sicherung raushaut (... raushauen *sollte*).


    Der Kondi steht meines Wissens überall als 470µF drin. Also beim 701 und 721.

    Spätere Geräte, wie der 704, haben bei ähnlicher Konfiguration von Trafo und Gleichrichterdioden einen 1000er verbaut und große Elkos waren damals noch sehr teuer.

    Also ist der 470er, der in den 701 / 721 eingebaut wurde, ein Kompromiß zwischen den Inschinöören, die gerne was größeres gehabt hätten, und den Kaufleuten, denen das am Ende zu teuer wurde.

    Man kann problemlos 1000µF verwenden.


    Ich habe aus Jux mal einen 220µF eingebaut. Ginge auch.

    Er braucht dann im Hochlauf ein paar Sekunden mehr, weil dem 220er noch schneller die Luft ausgeht, als dem 470er.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Alles klar, danke Euch. Dann haben meine grauen Zellen doch noch ein bisschen Restkapazität ^^

  • Potis sind erst mal gereinigt und er Läuft jetzt stabil auf 33. 45 bekomme ich ganz knapp nicht eingestellt, er ist immer noch zu schnell. Die beiden Trimpotis auf der Platine sind auf Anschlag und die Pitchpotis oben auch fast (33) bzw. kpl. (45). Was ich super einstellen könnte wären 78 U ^^ .

    Langer Rede kurzer Sinn: die Kiste ist zu schnell, eigentlich habe ich da jetzt keinen Bock drauf aber wenn er nunmal da ist würde ich mir die Motorplatine mal vornehmen. Bevor ich jetzt die Kiste zur Bauteileermittlung auseinanderreisse, hat evtl. jemand eine Einkaufsliste? Vor allem die Tantals gehen mir jetzt schon auf den Keks, wenn die überhaupt beschriftet sind braucht man ein Elektronenmikroskop um es zu lesen ^^

    Hat noch jemand einen Tipp für Ersatzpitchpotis? Ich würde die gerne ersetzen. Ich musste sie zum reinigen aufbohren und habe keine Nieten um sie wieder zu verschließen. Mit Draht geht zwar auch aber überzeugt mich hier nicht wirklich.

    VG

    Kai







  • Hallo Kai,

    meiner lief neulich auch plötzlich schneller und ließ sich per Pitch-Poti nicht mehr korrekt einstellen. Abhilfe brachten ca. 2 Dutzend Betätigungen des Drehzahlschalters. Seitdem stehen die Pitch-Potis wieder in der Mitte und die Stroboskoplinien still.

    Das kommt davon, wenn man nie Singles abspielt und daher eine Kontaktreinigung durch die Drehzahlumschaltung unterbleibt 8-)


    Übrigens noch einTip zu dem leidigen Problem mit offenen Trimmpotis; bei denen korridieren gerne die Schleifer, da sie versilbert sind. Das ist dann oft auch gerade in der Zone ein Problem, wo der eigentliche Scheifer mit dem gegenüberliegenden Teil über zwei kleine umgebogene Laschen verbunden ist. Der nötige, elektrische Kontakt zwischen beiden Teilen ist dann sehr "veränderlich", wenn man den Schleifer verdreht und daher ist ein Einstellen in der Regel unmöglich. Hier hilft es, wenn man eine der besagten Laschen seitlich mit der darunterliegenden Fläche verlötet (vorher den Gilb mit einem Glasfaserpinsel entfernen!). Anbei ein Photo mit einem "naturbelassenem" (korrodierten) Poti und einem modifiziertem daneben.


    VG,

    Armin


    Einmal editiert, zuletzt von Armin-202 ()

  • Ich gebe Armin recht:

    bevor man irgendwelche Potis verstellt oder wechselt: wenn es bei 33 U/min zu schnell ist, den Drehzahlschalter probeweise brücken, um sicherzugehen, dass es nicht daran fehlt.

    Oder anders getestet: wenn der Spieler in Stellung 33 so schnell wie auf 45 läuft, ist die Sache ja ziemlich klar ;)

    Bei Brummen/Signalunterbrechungen immer die Crimpung der TK verlöten.

    Beide Punkte sparen viel Ärger und Reparaturzeit an Teilen, die in Ordnung sind.

    Viele Grüße
    Alois



    Dual 721 mit Ortofon OM30, getrennten Massen, quarzgesteuertem Stroboskop, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Hitachi D-900, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

    Einmal editiert, zuletzt von egal1 ()

  • Ich gebe Armin recht:

    bevor man irgendwelche Potis verstellt oder wechselt: wenn es bei 33 U/min zu schnell ist, den Drehzahlschalter probeweise brücken, um sicherzugehen, dass es nicht daran fehlt.

    Oder anders getestet: wenn der Spieler in Stellung 33 so schnell wie auf 45 läuft, ist die Sache ja ziemlich klar ;)

    Bei Brummen/Signalunterbrechungen immer die Crimpung der TK verlöten.

    Hallo Jungs,

    danke für die Tipps, aber habt Ihr meinen Beitrag gelesen? die Geschwindigkeit ist schon stabil, aber halt bei 45 stabil knapp zu schnell und bei 33 grade noch so kurz vor Anschlag einzustellen. Ist aber auch nicht Sinn der Sache. Und Brummprobleme habe ich eigentlich gar keine ;)

    VG

    Kai







  • Hallo Kai,


    bitte mache Dir bewusst, dass man bei einem Stroboskop, das mit einer Lampe mit 50Hz angestrahlt wird, weder bei 45 Umdrehungen per Minute, noch bei 78 Umdrehungen pro Minute, die Stroboskopmarkierungen zum Stehen bringen kann. Das hat mathematische Gründe:

    Bei 50Hz blitzt die Lichtquelle 50 mal pro Sekunde, also 3000 mal pro Minute. Teilt man die 3000 durch 33 1/3 Umdrehungen pro Minute, so benötigt der Plattenteller genau 90 Markierungen, damit diese dann bei 33 1/3 Umdrehungen pro Minute, angestraht mit einer 50Hz Lichtquelle, scheinbar stehen bleiben.

    Bei 45 Umdrehungen pro Minute bräuchte es 66,66666666 Markierungen. Und halbe Markierungen sind eben nicht möglich, das selbe gilt ähnlich für 78 Umdrehungen pro Minute.


    Fazit: Das interne Stoboskop zeigt bei korrekt eingestellten 45 Umdrehungen pro Minute ein leichtes Wandern der Striche an.

    Dual hatte das im Werk berücksichtigt und mit externem Quarzoszillator und Testsignal (Schallplatte) aber schon richtig eingestellt. :)


    Gruss,

    Thomas

    2 Mal editiert, zuletzt von vinylfan78 ()

  • Fazit: Das interne Stoboskop zeigt bei korrekt eingestellten 45 Umdrehungen pro Minute ein leichtes Wandern der Striche an.

    es ist keine "leichtes Wandern" er dreht bei 45 schlicht zu schnell und zwar deutlich. ich denke den Unterschied kenne ich durchaus. ;)

    Also danke für Eure Mühen, aber das geht leider alles kpl. am Thema vorbei.

    VG

    Kai







  • die Geschwindigkeit ist schon stabil, aber halt bei 45 stabil knapp zu schnell

    Hallo Kai,


    "leichtes Wandern" oder wie Du schreibst "knapp zu schnell" sind für mich gleichbedeutend. Vielleicht sollten wir da erst eine gemeinsame Sprache finden, damit man versteht wie schnell "knapp zu schnell" wirklich ist? ;)


    Dass am EDS1000 gerne auch die alten Tantalkondensatoren zu erneuern sind, ist Dir klar? Dazu sollten wieder Tantalkondensatoren oder Folienkondensatoren verwendet werden, wegen der besseren Temperaturstabilität gegenüber Elektrolytkondensatoren. Im Übrigen muss sich der EDS1000 erst etwa ein Plattenseite warmlaufen, dann pendelt sich die relativ konstante Geschwindigkeit bei "erwärmtem" Motor ein, das gilt dann aber für beide Geschwindigkeiten. Die Germanium-Tranistoren dieses Motors sind temperaturempfindlicher als Silizium-Transistoren. Zumal die Regelung auch auf Temperaturschwankungen reagiert. Lies gerne auch mal in der Betriebsanleitung des CS701 nach wie empfindlich das Stroboskop ist: Bei 50Hz entsprechen 6 wandernde Striche pro Minute einer Abweichung der Geschwindigkeit von 0,1%.


    Grundsätzlich wäre wohl aber eine Kondensator-Erneuerung durchaus sinnvoll.


    Gruss,

    Thomas

  • Ich habe aus Jux mal einen 220µF eingebaut. Ginge auch.

    Er braucht dann im Hochlauf ein paar Sekunden mehr, weil dem 220er noch schneller die Luft ausgeht, als dem 470er.

    Peter, das glaube ich erst, wenn ich es persönlich gesehen habe. ;-)

  • Also Kai ist kein Laie hier und beschreibt ziemlich genau was faul ist wird aber irgendwie ignoriert. :)

    Ulli aus dem Ruhrpott



    man kann den Wahnsinn nicht mehr beschreiben, man kann ihm nicht mal mehr eine Narrenkappe aufsetzen (HDH)

    If my heart could do my thinking And my Head begin to feel. Would I look upon a world anew And know what's truly real (Van Morrison)

  • Im Grunde hast Du Recht.


    Da die Geschwindigkeit stabil ist in beiden Schalterstellungen, scheint die Hallsensor-Geschichte in Ordnung zu sein.

    Hattest Du die Betriebsspannungen gemessen, stimmen die?

    Ich würde am ehesten im näheren Umkreis des Operationsverstärkers suchen bei den Widerständen, z.B. dem NTC.

  • Hi !

    Peter, das glaube ich erst, wenn ich es persönlich gesehen habe. ;-)

    Probier's aus.


    Das hatte ich mal eher aus Jux bzw. Notbehlf gemacht, weil mir die axialen 1000er ausgegangen waren.


    Der Motor braucht nur in den ersten paar Sekunden, um den Teller in Gang zu bringen, etwas mehr Pulver. Da geht er das einzige Mal in die Begrenzung - so bei 320mA, wie lt. Anweisung. Der lustige kleine Trafo liefert im besten Fall 5 - 6 Watt effektive Leistung an die Elektronik und bei 15V Nennspannung hinter dem Regler sind 0.32A schon 4.8 Watt. Da Trafo, Gleichrichter und Ladeelko mit dem Netzschalter zusammen in Betrieb gehen und der Teller steht, bricht die Speisespannung vor dem Gleichrichter schon ziemlich weit ein (um die 16V~) und das ist ein Indiz, daß der Trafo voll in der Sättigung ist. Im Normalfall reicht das aus, um einen 470µF oder 1000µF so weit zu laden, daß er beim kalten Hochdrehen unterstützend tätig wird - ein 220µF hat an der Stelle weniger zu bieten und der Hochlauf zieht sich etwas hin. Ist schwierig festzustellen und ich habe mich auf meine Arbeitsplatzlampe und eine aufgelegte Stroboscheibe verlassen.


    Wenn der Teller erstmal läuft, ist die Größe eher irrelevant. Außer man fegt mit der Plattenbürste drüber, hat einen Reinigungsarm mitlaufen oder macht "Plattenwechsel ohne Anhalten". Beim Ablauf der Automatik *kann* die Drehzahl ein wenig stärker einbrechen, als sie das sowieso schon tut. Weil das alles deutlich mehr Strom aus dem Trafo zieht, wie das trudelige Dahinlaufen.


    :)


    Das das Problem mit Kais Dreher betrifft: ein toter NTC (R37) verschiebt den einstellbaren Drehzahlbereich nicht so weit nach vorne oder nach hinten, daß damit keine ordentliche Justage möglich wäre. Man kann den ohne Probleme entfernen und es fällt nicht mal auf.


    Was möglich wäre, ist, daß die Frequenzverdopplung (R7 / R8) aus dem Tritt gekommen ist. Dann passen die Pegel nicht mehr, um die der OpAmp ausregeln kann. Wenn's dumm läuft, rutscht das "Einstellfenster" ganz und gar aus dem Bereich raus, in dem es mit den Trimmer / Poti Kombis noch eingeregelt werden kann. Dann kriegt man Drehzahlen drastisch oberhalb oder unterhalb hin. Die Einstellung von R8 / R26 (33) sowie R7 / R27 (45) beeinflussen sich dummerweise gegenseitig. Wenn man dann noch an den Spulentrimmern R11, R14 und R18 rumgedreht hat, gibt es Momente, wo man mit gar nichts mehr auf einen grünen Zweig kommt.


    *Ich* habe ein Digitalscope und kann mir die Wellenzüge an den Motorspulen angucken - wenn man das nicht hat, ist Rätselraten angesagt.


    :/

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Wenn man dann noch an den Spulentrimmern R11, R14 und R18 rumgedreht hat, gibt es Momente, wo man mit gar nichts mehr auf einen grünen Zweig kommt.

    So wahnsinnig war ich zum Glück noch nicht.

    Zur Vorgehensweise, ich würde jetzt mal die Kondensatoren tauschen und hoffen dass es dann passt? Ich werde mir keine Digitalscope zulegen und mich in dessen Benutzung einarbeiten, am Ende bin ich doch eher der Mechaniker als der Elekrtoniker. Da gebe ich die Kiste lieber wieder ab und fühle mich dafür wenigstens in meinen Vorurteilen bestätigt - ein 620 macht nicht ansatzsweise so viel Streß und dreht den Teller genauso konstant^^^^^^ .


    Auf jeden Fall hänge ich jetzt erst mal den frisch lackierten Technics SL 1700 an die Anlage. Der Zickt mich wenigstens nicht alle paar Wochen an ;)

    VG

    Kai







  • Willkommen im Club. Ich mag meinen 701 auch ganz besonders gerne. So gerne das er im Schrank verschwunden ist... naja. Was solls, stehen genug andere Dreher rum. Wie du schon sagst, auch die drehen den Teller... :D

    Matthias



  • Der Motor braucht nur in den ersten paar Sekunden, um den Teller in Gang zu bringen, etwas mehr Pulver. Da geht er das einzige Mal in die Begrenzung - so bei 320mA, wie lt. Anweisung. Der lustige kleine Trafo liefert im besten Fall 5 - 6 Watt effektive Leistung an die Elektronik und bei 15V Nennspannung hinter dem Regler sind 0.32A schon 4.8 Watt. Da Trafo, Gleichrichter und Ladeelko mit dem Netzschalter zusammen in Betrieb gehen und der Teller steht, bricht die Speisespannung vor dem Gleichrichter schon ziemlich weit ein (um die 16V~) und das ist ein Indiz, daß der Trafo voll in der Sättigung ist. Im Normalfall reicht das aus, um einen 470µF oder 1000µF so weit zu laden, daß er beim kalten Hochdrehen unterstützend tätig wird - ein 220µF hat an der Stelle weniger zu bieten und der Hochlauf zieht sich etwas hin. Ist schwierig festzustellen und ich habe mich auf meine Arbeitsplatzlampe und eine aufgelegte Stroboscheibe verlassen.

    Okay, wenn es auch schwer vorstellbar ist, aus Faulheit glaube Dir das einfach mal ungeprüft und probiere es nicht selbst aus. Meiner gefällt mir so original, wie er ist. :D

    Um welchen Zeitunterschied im Hochlauf sprechen wir hier, um 100ms oder doch signifikant länger?


    Zur Vorgehensweise, ich würde jetzt mal die Kondensatoren tauschen und hoffen dass es dann passt?

    Ja, vielleicht hast Du Glück und C5 oder C6 haben etwas zuviel Leckstrom. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • Hi !

    Um welchen Zeitunterschied im Hochlauf sprechen wir hier, um 100ms oder doch signifikant länger?

    Also von dem Moment an, wo ich den Arm zum Starten eingeschwenkt habe, bis zu dem Moment, wo das Strobo "optisch einrastet" so 2 - 3 Sekunden. Nicht wirklich signifikant, aber meßbar.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

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