Beiträge von vinylfan78

    Hallo Jens,

    wenn Du nach der Bedienungsanleitung zum CS621 googelst, wirst Du auf S.22 die Antiskatingvorrichtung an Deinem Dual dort gut beschrieben finden. Die Dual-Anleitungen sind wirklich ausführlich und gut erklärt gemacht, das Lesen lohnt sich, da man so viel über seinen Plattenspieler erfahren kann. :)

    Es gibt eine 3 skalige Einstellung: konisch, elliptisch und CD4.


    Genaueres hatte ich hier in diesem Verlauf schon beschrieben:

    RE: Dual 721 Neuer Tonarm


    Bei Nulleinstellung des Antiskating und Null Auflagekraft den Tonarm ins Gleichgewicht bringen mittels des Gewichts. Der Tonarm muss nun an jedem Ort über dem Plattenteller frei schweben und dort verharren, bis das Antiskating auf 0,5 (konische Skala) gedreht wird. Erst dann darf sich der Tonarm in Richtung Tonarstütze bewegen.

    Zieht er, wie bei Dir, bereits in der Nulleinstellung des Antiskating in eine Richtung, dann stimmt die statische Antiskatingeinstellung nicht mehr. Über der Antiskatingskala ist beim CS621 ein kleines Loch mit einer kleinen Schraube darin. Diese mit einem Schlitzschraubenzieher etwas drehen, bis der Tonarm, wie oben gerade beschrieben, bei Nulleinstellung über dem Plattenteller in jeder Lage stehen bleibt. (siehe dazu Service-Anleitung S. 9, oder auch Dual 604 Service-Anleitung ebenfalls S.9)


    Thomas

    Danke, den Artikel kannte ich bereits, aber ich werde mir das nochmals durchlesen. Englisch ist kein Problem.

    Wie gesagt, diese Snubber gab's ja früher auch schon und dennoch hat Dual aber eine HF-Drossel an dieser Stelle gewählt, ab Ende der 70er Jahre. Warum, frage ich mich???


    Thomas

    Hallo zusammen,

    also ich kenne keinen Dual, bei dem ursprünglich ein 100 Ohm Widerstand im KS4 verbaut war. Hingegen wurden Ende der 70er Jahre bei den ULM-Modellen dort aber zusätzlich zum 10nF X2 Entstörkondensator eine 47 uH Drossel verbaut. Vielleicht löst diese das Problem eher als ein Widerstand. Was diese Drossel, besser macht als ein Widerstand an dieser Stelle, ist mir technisch nicht ganz klar. Wenn das jemand hier erklären kann, würde ich mich freuen.


    Persönlich habe ich auch noch mit Epcos, oder Würth X2 Entstörkondensatoren an dieser Stelle, auch gute Erfahrung gemacht, wo WIMA immer noch einen "Einschaltplopp" verursacht hatte.


    Thomas

    Hallo Klaus,

    was für Probleme waren das denn genau mit dem Umstieg auf die LowCap Tonarmlitze? Tatsächlich ist mir beim Vergleich einiger Duals mit der LowCap-Litze ein Unterschied aufgefallen. Die frühen Litzen waren noch verdrillt gewickelt die späteren aber nicht mehr verdrillt. Infos über die Probleme wären sicherlich interessant.


    Auch von meiner Seite nochmals ein herzliches Dankeschön für die Unterlagen und Deine vielen interessanten und hilfreichen Beiträge. Du bist jemand, der noch das originale Fachwissen besitzt und oft Unklares erklären kann, was ich sehr zu schätzen weiss. Auch ist es toll, dass die Unterlagen so gut aufbewahrt wurden und werden.


    Viele Grüße,

    Thomas

    Hallo,

    das Ziel bei Shure war ja immer einen linearen Frequenzgang der Tonabnehmer zu garantieren, eben echtes Hi-Fi, sodass der Tonabnehmer nichts dazudichtet was nicht in der Aufnahme war. Dabei sollte die LP beim Abspielen der ursprünglich vom Mastering-Ingenieur geschnittenen Lackfolie bzw. den Masterbändern entsprechen und nichts dazugedichtet werden. Das war das Ziel der V15-Serie von Shure, bei gleichzeitig ultraleichten Auflagekräften zur Plattenschonung.

    Durch die großen technischen Fortschritte in den 60er und 70er Jahren, insbesondere durch die Entwicklung der Raumfahrt, gab es viel neue Materialien bzw. Materialeigenschaften bekannter Materialien zu entdecken ( z.B. Beryllium, sehr leicht und hohe Steifigkeit) und Shure war da wohl führend in der Forschung, was Tonabnehmerentwicklung für MM-Systeme angeht und war dann ja auch Marktführer in dem Bereich. Shure prägte auch den Begriff der Trackability und forschte viel zum Abspielen bei ultraleichten Auflagekräften.

    Beim Entwickeln des V15-Type III wurde die Trackability hoher Frequenzen verbessert. Ein elliptischer Stylus war damals noch recht neu, insbesondere mit den Maßen, die Shure für seine Diamanten gewählt hatte. Diese waren von den Maßen her mit 5X18Mikrometer kleiner, als die anderer Anbieter mit 6X18Mikrometer. Konische "Rundnadeln" waren damals noch am häufigsten verbreitet, viele hatten auch noch einen Plattenspieler mit Wechslerfunktion.


    Der Frequenzgang eines Tonabnehmers besteht aus dem mechanischen Frequenzgang des Stylus (nach oben gebogen) und dem elektrischen Frequenzgangs des Generators (nach unten gebogen, wegen elektrischer Wirbelstromverluste in den Polschuhen). Diese zusammengesetzt sollen sich dann möglichst gegenseitig ausgleichen, so dass die Generator-Stylus-Kombination einen möglichst linearen Frequenzgang hat.


    Um die Hochton-Trackability des Stylus zu erhöhen, musste der Stylus leichter werden, durch kleinere Diamanten und dünnerem "Stylus Shank" aus Aluminiumrohr, dieses enthielt zu dessen mechanischer Stabilisierung wohl ein Berylliumstäbchen, genannt "Dynamic Control Lever". Dadurch konnte die mechanische Stylus-Resonanzfrequenz auf 23kHz erhöht werden. Mit einem deutlichen Hochpunkt im Frequenzgang an dieser Stelle im Diagramm, der nun im Vergleich zum V15-Type II deutlich nach rechts im Diagramm verschoben wurde.

    Um das auszugleichen, musste auch der Punkt an dem der elektrische Frequenzgang begann deutlich abzufallen verzögert (im Diagramm ebenfalls nach rechts verschoben) werden, durch Reduzierung von Wirbelstromverlusten in den Polschuhen. Dieses ist durch Laminierungen zwischen vieler einzelner schmalen Polkerne zu einer gemeinsamen Polkernstruktur zu verwirklichen. Das ist im Verfahren also aufwendiger, als ein einziger großer Kern und daher auch bestimmt auch teurer. Daher war mit dieser Einführung der laminierten Polkernstrukur und der Erhöhung der Trackability durch eine um 25% reduzierte Stylusmasse bei gleichzeitigem Beibehalten der ultraleichten Auflagekraft von nur 10mN eine echte Innovation am Hifi-Markt 1973.


    Ich hoffe das trägt etwas zur Erklärung bei und wurde früher in damaligen Hifi-Zeitschriften so ungefähr sinngemäß erklärt.


    Viele Grüße,

    Thomas

    dualfred

    Hallo Alfred,

    das ist ja toll. :):thumbup::thumbup::thumbup: Welcher originale Dual-Schriftzug bzw. wo ist denn der auf dem TK genau versteckt angebracht? Ich habe den noch nicht entdeckt, auch auf den alten mit Aufkleber nicht :/ ?


    Viele Grüße,

    Thomas

    Vielen Dank Klaus, jetzt hat es funktioniert. :):thumbup:


    Hab ich die Einstellung für den Anlaufstrom richtig verstanden: Da muss ich laut dieser Service-Anleitung beim 704 das Multimeter zwischen Trafo und Motorplatine klemmen zum Brücken der Verbindung (also eines der grauen Verbindungskabel auftrennen) und dann das Multimeter auf AC (Wechselstrom) lassen, da ich dann noch vor dem Brückengleichrichter (den 4 Gleichrichterdioden und Siebelko auf der Motorplatine) den Anlaufstrom messe?


    Hingegen beim 701 und 721 messe ich ja durch Auftrennen der Messbrücke (eingelöteter Draht ablöten) hinter dem Brückengleichrichter und daher ist das Multimeter dort auf DC zu stellen.


    Habe ich das so richtig verstanden?


    Viele Grüße,

    Thomas

    Hallo Flo,

    ja, genau wie auf dem Bild von Christian vom 604. Wie gesagt, wichtig ist nur, dass die statische Antiskating-Einstellung danach auch stimmt, d.h. bei 0 Antiskating auch der Tonarm in jeder Position stehen bleibt. Dies ist von der Oberseite der Platine einstellbar über den Exzenter E (siehe Seite 12 Fig. 11 der Service-Anleitung). Der Tonarm sollte erst bei ca. 0,5 auf der konischen Antiskating-Skala nach außen ziehen bis über die Tonarmstütze.


    Viele Grüße,

    Thoams

    Hallo Rudi,

    freut mich, dass ich helfen konnte. :)

    Grundsätzlicher Tipp und wirklich nicht ironisch gemeint: Die haben sich damals noch wirklich Mühe gegeben bei Dual und hervorragende Bedienungsanleitungen für ihre ausgetüfftelten feinmechanischen Präzisionsinstrumente (Plattenspieler) geschrieben. Diese zu lesen finde ich immer wieder sehr spannend, da man viel über seinen Plattenspieler an Details erfährt, was auf den ersten Blick am Gerät nicht ersichtlich ist. Da merkt man auch, dass da noch Physik bemüht wurde und keine "Voodoo-Aussagen". Auch sind hinten in der Anleitung die Messwerte interessant - heute findet man sowas nicht mehr angegeben. Der Dual 704 war ja seiner Zeit das zweitbeste Dual-Modell nach dem 721.


    Gruss,

    Thomas

    Hallo Flo,

    um die Drehkurve auszubauen, musst Du, soweit mir bekannt, die Abdeckungen Nr. 41 und 42 komplett abnehmen. Leider geht das nur, wenn Du dazu ebenfalls die Nr. 68 und 69 entfernst. Insbesondere mit dem Lösen der Antiskatingscheibe Nr. 231 musst Du sehr aufpassen. Das Antiskating wurde ab Werk korrekt eingestellt und ohne die nötigen Werkzeuge für diese Einstellung ist das nicht wieder hundertprozentig korrekt zu eichen. Deshalb für den Ausbau dieser Skatingscheibe (Kurvenscheibe Nr. 231), diese vorher auf 0-Position drehen und korrekt wieder montieren, d.h. in genau gleicher Position. Solange Du die Feder 223 in Ruhe lässt, d.h. deren Spannung nicht veränderst, sollte das machbar sein.


    Unter die Zahnräder und Drehkurve gehört etwas Silikonöl 300000, damit der Kunststoff nicht direkt auf der Metallplatine reibt. Die Kunststoffräder braucht man dann nicht mehr schmieren, da bei der Montage, das darunterliegende Silikonöl in die Zahnradzwischenräume gedrückt wird.


    Viele Grüße,

    Thomas

    Danke für den Versuch, ist nett gemeint, aber weiter bringt mich das leider überhaupt nicht als Laie. Macht ja nichts, vielleicht kann/möchte ja jemand anderer hier konkreter helfen, den der Rechenweg auch mehr interessiert, genauso wie ich mich dafür interessiere?


    Wie gesagt, bekomme ich den Anwendungstransfer der Ohm'schen Regeln hier nicht sicher hin bzw. bin mir unsicher, ob das nun so richtig ist, oder irgendwo von mir ein oder mehrere Denkfehler drin ist:

    Hallo Frank,

    danke, aber soweit kam ich selbst auch schon. Diese Formeln und Regeln von Ohm sind mir durchaus noch bekannt, aber ich bekomme den Anwendungstransfer auf diesen speziellen Fall hier nicht hin bzw. bin mir unsicher.


    Gegeben sind U=15V in der gesamten Schaltung.

    Das Datenblatt, das ich zu diesen Hallsensoren gefunden habe, gibt leider keine Spannungsdiagramme an. Aber nehmen wir doch mal einfach die ursprünglichen 10mA an (oder auch die 25mA nach dem Umbau mit den zwei 150 Ohm Widerständen)

    Also ist dann I=25mA, bzw. gleich I=0,025A und man hat 2 Hallsensoren, daher 50mA insgesamt.


    Dann gibt das eingesetzt: R=U/I=15V/0,050A=300Ohm und diese dann verteilt auf 2 Widerstände sind die besagten 150Ohm pro Widerstand. Ist das so korrekt? Ich glaube nicht, dass diese Rechnung so stimmen kann (ich rede nicht von den 150Ohm sondern nur von dem gerade gemachten Rechenweg)... Warum nicht? Weil ich doch die 300Ohm Widerstand hier nicht für beide, sondern nur für einen Hallsensor ausgerechnet habe, denn die Hallsensoren und die zugehörigen Widerstände sind ja in Reihe geschaltet. Demnach ist das 300Ohm für einen einzelnen Widerstand und nicht für beide Widerstände insgesamt, oder?


    Ursprünglich im Originalzustand waren das U=15V und I=10mA (laut Richard), das ergibt: R=U/I=15V/0,010A=1500Ohm und die muss ich dann verteilen auf R12 oder R19 mit 1kOhm und R16=500Ohm, da der Regler R16 mittig eingestellt wird?


    Dann sind die ursprünglichen 10mA, die Richard für die Hallsensoren angegeben hat auch so zu ermitteln: I=U/R=15V/1500Ohm=0,01A, eben die besagten 10mA?


    Ist das so richtig gerechnet?


    Und woher weiss ich rechnerisch jetzt, dass mit den jetzt 25mA ein Schwellenwert von UBE=0,7V für die BC636 Silizium-Transistoren erreicht ist, den ich ja benötige, damit diese durchlässig werden bzw. schalten?


    Leider fehlt mir hierzu als Laie der technische und praktische Erfahrungsschatz. Vielleicht wärst Du oder jemand anderer hier so nett und würdest das mal bitte freundlicherweise korrekt vorrechnen.

    Und ja, die Gesetze von Ohm und Kirchhoff sind mir theoretisch als solche bekannt, es hakt aber bei dem erfolgreichen und richtigen Transfer und Anwendung dieser. Leider habe ich keinen technischen Hintergrund.


    Danke schonmal im Voraus.


    Gruss,

    Thomas

    Ach natürlich... danke Richard, schaut man sich die Platine von oben an, sieht diese Stelle unbestückt aus. Aber wenn das der besagte NTC (Heißleiter-Widerstand bzw. Thermistor) ist, so ist der natürlich unterhalb überall bestückt. Von oben auf der Platine sieht die Markierung für R37 halt leer aus. Gut, danke dann wäre dieser Punkt jetzt geklärt.


    Nochmal zum anderen:

    Du hattest nämlich damals ja geschrieben "...Ich musste allerdings den Querstrom durch die Hallsensoren erhöhen von ursprünglich ca. 10 mA je Sensor auf nun ca. 25 mA je Sensor...."

    Die 10mA und auch die jetzt 20mA oder eben auch 25mA sind doch nicht die 35mA nomineller Strom laut Spezifikation??? Und das hat ab Werk nur mit 10mA funktioniert? Wie das...?


    Okay, dann hast Du die 150 Ohm beim Umbau also überhaupt nicht rechnerisch ermittelt, sondern einfach durch probieren? D.h., durch Einbau immer kleinerer Widerstände ausgehend von den ursprünglichen 1kOhm, bis der Motor zufriedenstellend lief? Und das waren dann eben dann jetzt 150 Ohm?


    Dann sind ja die 20mA nun sogar weniger als die vorher 40mA im Spielbetrieb, oder interpretiere ich das falsch, weil die 40mA sich auf die gesamte Schaltung bezogen und nicht nur auf die Hallsensoren?


    @ Richard:

    @ wacholder:

    Weiss jemand vielleicht ob und wie man den neuen benötigten Widerstandswert von R12 und R19 auch rechnerisch ermitteln kann? Würde mich halt sehr interessieren...


    Gruss,

    Thomas