Dual CV 240: Bericht der kompletten Überholung

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    • Dual CV 240: Bericht der kompletten Überholung

      Hallo,

      nun habe ich angefangen meinen zweiten CV 240 komplett zu überarbeiten. Das Gerät war insgesamt funktionsfähig und in einem passablen Zustand, hier die Ausgangssituation.



      Zuerst habe ich die beiden Endstufen in "Angriff" genommen. Alle Elektrolytkondensatoren gewechselt. Die Einstellungen der Trimmpotis notiert und diese alle ersetzt, insgesamt 8 Stück. Sodann den Ruhestrom gemäß der Abgleichanleitung eingestellt. Der Ruhestrom soll 60 mA betragen, das wird über eine Spannungsmessung an R 306 kontrolliert. Dieser Widerstand hat 0,33 Ohm, das ergibt einen Spannungsabfall von 20 mV.




      Ich überlege mir, den Ruhestrom eher etwas zu nieder einzustellen, damit geht die Leistungsaufnahme des Verstärkers deutlich zurück. Da ich den Verstärker zukünftig wahrscheinlich doch etliche Stunden am Tag betreiben werde, denke ich immer an die CO2-Problematik und will eben schauen, möglichst wenig Strom zu brauchen. Ich werde testen, wann Verzerrungen bei Zimmerlautstärke beginnen. Große Partylautstärke benötige ich definitiv nicht.

      Was meint Ihr?


      Weiter gings mit dem Trafo, "Knallfrosch" wechseln, umlöten auf 240 V und Erneuerung aller Sicherungshalter. Es gibt im CV240 einen nicht benutzte Sicherungshalter im Bereich der Wicklung für die Kontrollleuchte. Da ich die Kontrollleuchte auf LED umgestellt habe (auch wieder der Energiespargedanke...) habe ich diesen Halter für die notwendige Schaltung aktiviert und eine 160 mA Sicherung träge eingesetzt.



      Hier das Schaltschema der LED-Beleuchtung. Den Brückengleichrichter habe ich am Trafo angelötet. Das graue Kabel gegen ein neues Kabel ausgetauscht - wegen der Polarität. Den Rest der Schaltung habe ich an der Fassung der Kontrollleuchte eingebaut. An der originalen Kunststofffassung waren keine Änderungen notwendig. Da gibt es ein kleines Loch, durch das ich die Anschlüsse der roten LED geführt habe.



      Etwas "Kummer" bereitet mir die Stromversorgung -15, 15 und 23,5 V. Die wird nämlich extrem warm, insbesondere die Zehnerdioden. Was ich schon am vor etlichen Jahren "sanierten" CV 240 und an meinen CDV 60 Verstärkern festgestellt habe. Ich habe nun auf der Stabilisierungsplatine den Wert der Widerstände R 905 und R 906 etwas erhöht, dadurch sinkt die Spannung und die Zenerdioden müssen weniger "vernichten", werden also deutlich weniger warm.

      Die Spannungen -15 und 15 Volt sind nicht komplett identisch, eine liegt sogar etwas unter 15 V. Die 23,5 V betragen nach dem wechseln der Elektrolytkondensatoren sogar 25 V. Hier muss ich auch nochmals ran.

      Die Zenerdioden, die ich eingebaut habe, sind mit 1,3 Watt angegeben. Hier sollte ich wahrscheinlich etwas stärkere einbauen. Immerhin ist die Spannungsversorgung aktuell deutlich kühler.



      Mal sehen, wie es weiter geht.

      Einen späten Gruß aus Karlsruhe

      Martin

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von martyka ()

    • Hallo Martin, ein zu niedriger Ruhestrom macht sich bei geringer Lautstärke als Verzerrung bemerkbar. Bei Partylautstärke hörst du das nicht, weil der Verzerrungsanteil im Signal untergeht. Wenn du also bevorzugt ruhige Musik hören willst, solltest du den Ruhestrom auf den vorgeschriebenen Wert einstellen.

      Wenn du Strom sparen willst, dann keinen CV240 benutzen sondern einen der modernen Digitalverstärker.

      Gruss
      Richard
      _____________________________

      "First make it work, then make it pretty"
    • Schmolz schrieb:

      Hallo Martin, ein zu niedriger Ruhestrom macht sich bei geringer Lautstärke als Verzerrung bemerkbar. Bei Partylautstärke hörst du das nicht, weil der Verzerrungsanteil im Signal untergeht. Wenn du also bevorzugt ruhige Musik hören willst, solltest du den Ruhestrom auf den vorgeschriebenen Wert einstellen.
      Hallo Richard,

      danke für Deine Antwort. In der Elektronik kenne ich mich einigermaßen aus, aber eben leider nicht ganz gut. Vielleicht kann ich mich in die Schaltungstechnik mal mehr reindenken, gehöre bald zu denen, die viel Zeit haben und doch nie Zeit...
      Also ich habe den Ruhestrom an allen 4 Endstufen nun auf ca. 45 mA eingestellt und kann auch bei geringer Lautstärke (Zimmerlautstärke abends) keine Verzerrungen hören.


      Schmolz schrieb:

      Wenn du Strom sparen willst, dann keinen CV240 benutzen sondern einen der modernen Digitalverstärker.
      Der CV 240 nimmt nun runde 20 Watt auf, ich habe so ein Zwischenstecker mit der Wattanzeige, mit dem ich schon etliche Verbraucher hier in unsere Wohnung gemessen habe. 20 Watt finde ich absolut akzeptabel und ich will ja die alten Duals betreiben. Ich hatte mal einen 5.1 Surround-Receiver von Marantz, wenn ich mich richtig erinnere hat der richtig Strom gefressen.


      Dualfuzzi schrieb:

      Hallo Martin,
      zur Stromversorgung schau mal hier :
      dual-board.de/index.php?thread…r-als-katzenklo/&pageNo=6

      Da hat steamyboy alias Frank das Problem konsequent behoben.

      Hallo Wolfgang,

      diese Seite habe ich schon gefunden und den Bericht mit Interesse gelesen. Ich finde beachtlich, was Frank da geleistet hat und wie er diese tollen neuen Platinen hergestellt hat. Dazu habe ich natürlich keine Ausrüstung und auch nicht das nötige „know how“.

      Jetzt höre ich noch etwas Klassik mit dem bereits teilweise überarbeiteten CV 240.

      Gruß

      Martin
    • Hallo Martin,
      ich möchte zum Thema Zener Stabilisierung noch einmal etwas Schreiben....

      Der Stabilisierungsfaktor einer Zener Stabilisierung ist am grössten wenn die Diode den gössten zulässigen Strom Aufnimmt.
      Diese Dioden sind dafür gebaut im Durchbruch betrieben zu werden.
      Deshalb wird in Stabilisierungsschaltungen mit Zener Dioden ja oft ein Transistor für den Verbrauchsstrom paralell geschaltet,
      damit die Diode im grösstmöglichen Stabi Bereich Arbeitet und nicht durch der Laststrom diesen Reduziert.

      Der Querstrom durch die Diode wird in Deinem Fall ja Ebenfalls ja durch einen höheren Vorwiderstand verringert, was Deine Eventuellen abweichenden Spannungswerte Erkären könnte.

      Ebenso verhält es sich so bei der Ach so beliebten Umstellung auf 240 Volt.
      Natürlich müssen die Schaltungen weniger Energie "Vernichten ", Stabilisieren vermutlich aber auch nicht mehr so gut.
      Ganz zu Schweigen von der evtl. nicht mehr im Regelbereich zu Justierenden Ruhestromeinstellung.
      Die alten Germany Duals sind ja nicht " auf Kante" konstruiert, im Gegenteil. ....

      Grüsse
      Carsten
    • Guten Morgen allerseits,

      da hat Wolfgang die alte Kamelle wieder hervorgezogen.

      Martin nicht neidich werden auf die Schaltung, sie ist nicht schlecht aber die alte ist schon gut gemacht.
      Wie Carsten schreibt ist es "normal" dass die Dioden heiß werden.
      Ich habe, bei den 240ern die ich nicht umgebaut habe, wie Du auch 5Watt Typen eingelötet und die Anschlußdrähte lang gelassen.

      Ich kann Dir aber gerne eine Platine zum Selbstkostenpreis fräsen. Ich habe glaube ich auch noch die passenden Kühlkörper.
      Ich muß aber sagen, dass die Schaltung mit den 7815/7915 und dem LM317 etwas rauscht.
      Hört man aber nur wenn Du die Lautstärke ohne Eingangssignal gut über die Hälfte aufdrehst.
      Ich habe das mildern können in dem ich die Kapazitäten der Kondensatoren verdoppelt habe. Größer passt mechanisch nicht.

      Die alte Schaltung ist nicht so schlecht auch wenn sie die Kabel neben sich grillt.
      Peter (Wacholder) hat schon einmal die +/- 15V Regelung durch 7815/7915 ersetzt.
      Das ganze hat er auf Lochrasterplatine aufgebaut und es wird einfach anstelle der Z-Dioden Schaltung aufgesteckt.
      Funktioniert auch gut. Die zu hohe 23,5V Spannung hat er durch zwei Dioden heruntergezogen.

      Ich sehe aber auch kein Problem wenn die Spannungen etwas neben den Sollwerten liegen.
      Da kommt es nicht auf ein paar zehntel Volt an. :P
      Ich freue mich schon drauf wie es hier weiter geht.

      Viele Grüße
      Frank
    • Hi !

      Es ist in dem Zusammenhang nützlich, sich mal die Schaltung vom CR120 Quadro-Receiver anzugucken, der etwas später erschien.
      Da ist das Netzteil ziemlich umgemodelt. Ich habe dafür reguläre Dreibein-Regler verwendet.
      Die Versorgung des Exar Decoder-ICs ist bei dem ursprünglichen Design mit 23.5V ziemlich grenzwertig hoch versorgt. Mir war das immer noch nicht genug und ich habe zwei zusätzliche Dioden in Reihe geschaltet, als ich HarryH's CV240 behandelt habe.



      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Zusammen,

      vielen Dank für Eure Stellungsnahmen, das gibt mir immer wieder wertvolle Hilfestellung. Ich habe heute mit einem in Elektronik gut bewandertem Kollegen gesprochen. Er meinte, dass DUAL da noch echte Ingenieurskunst geleistet hat und gute Schaltungen entworfen hat, die man doch eigentlich belassen sollte....

      Nun ich habe an der +- 15 Volt Stabilisierung ja die Widerstände R 905 und R 906 etwas erhöht, mit unterschiedlichen Werten. Dadurch habe ich nun jeweils etwas unter +- 15 Volt am Abgang, das heißt keine wirkliche Stabilisierung mehr, aber die Wärmebelastung ist deutlich zurück gegangen. Die 23,5 Volt sind bei mir tatsächlich fast 25 Volt. Nun ob mein Multimeter genau ist, weiß ich natürlich nicht - es ist nicht geeicht. (PeakTech, 3340 DMM).

      Vorhin habe ich an der Stabilisierung zugegebenen Maßen etwas "rumgemurxt". An der 23,5 Volt Versorgung den Ausgangswiderstand auf 270 Ohm erhöht, das aber wieder zurück auf den ursprünglichen Wert von 150 Ohm gelötet. Dabei ist mir auf der Leiterseite die Leiterbahn abgebrochen, was ich sodann mittels eines Drahtes ergänzen musste. Zugegebenermaßen eben gemurxt, mache ich gar nicht gern. Und beim Einschalten kam dann kein Ton aus den Lautsprechern, obwohl alle Spannungen da waren. Ich war schon voll unglücklich. Wo ist nun der Fehler, so was Dummes. Die Ursache war recht banal - ich hatte zuvor den Überbrückungsstecker an der Fernbedienungsbuchse entfernt.

      Habe nun übrigens den Ruhestrom der Endstufen wieder auf die vorgesehenen 60 mA erhöht, die Leistungsaufnahme ist dadurch natürlich wieder um 4 Watt höher.

      Hallo Peter,
      danke für Deine Schaltung, dieser Umbau sollte ja nicht so kompliziert sein, hast Du das auf den vorhandenen Leiterplatten gemacht? Diesen Umbau überlege ich mir eventuell ebenfalls. Bei der 23,5 Volt Versorgung hast Du die rot unterstrichenen Bauteile geändert bzw. ergänzt? Hast Du diesen Umbau mal fotografiert?

      Hallo Frank,
      danke für Dein Angebot. Mal sehen, das merke ich mir und komme dann vielleicht darauf zurück. Aber ich will Dir ja auch keinen Aufwand machen, zumal ich mit Schrecken von Deiner Zwangspause bei der Sanierung des stark ramponierten CV 240 gelesen habe.

      Nun gehts weiter mit der Grundplatte (Steuerverstärker) auf der die ganzen Platinen aufgesteckt sind. Ich habe einen weiteren CV 240 erhalten, der teilweise besser erhalten ist, als mein aktuelles Projekt, teilweise aber auch schlechter, also von dem will ich diese Grundplatte rüber nehmen. Werde berichten.

      Also nochmals vielen Dank für Eure Stellungnahmen und ein schönes Bastelwochenende - jetzt ziehts einen ja noch nicht nach Draußen

      Gruß

      Martin
    • Hi Martin !

      martyka schrieb:

      Hallo Peter,
      danke für Deine Schaltung, dieser Umbau sollte ja nicht so kompliziert sein, hast Du das auf den vorhandenen Leiterplatten gemacht? Diesen Umbau überlege ich mir eventuell ebenfalls. Bei der 23,5 Volt Versorgung hast Du die rot unterstrichenen Bauteile geändert bzw. ergänzt? Hast Du diesen Umbau mal fotografiert?


      Dieses - leider sehr unscharfe Foto - ist das einzige "Dokument" meiner Kunst mit Lochrasterplatinen.
      Ich habe auf denen schon ganze Z80-Computer aufgebaut.

      Whatever.

      Die rot unterstrichenen Bauteile sind die Änderungen die im CR120 gegenüber den CV240 getätigt wurden. Unter anderem ist der Regeltransistor gleich mal eine ganze Klasse kräftiger geworden. Und in HarryH's 240 hat er auch einen angemessenen Kühlkörper bekommen. Beim CR120 ist er m.W. auf die Netzteilplatine geschraubt worden. Ohne Kühlkörper.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Moin,

      die Schaltung des CV240 für die +/- 15V und 23V ist unterirdisch schlecht.
      Warum?
      Weil sie, unabhängig von der Last, konstant Energie vergeudet.
      Der "vorne" liegende Transistor in der +/-15V-Erzeugung ist eine mäßig stabile Stromquelle, die den nachfolgenden Schaltungsteil mit Konstantstrom versorgt.
      Weil dem so ist, spielt die Höhe der Eingangsspannung für die Stabilität der Ausgangsspannung keine nennenswerte Rolle, was Sinn und Zweck einer Spannungsstabilisierung ist.
      "Überschüssiger" Strom, der zu Stabilisierung erforderlich ist, wird in den ZU15 Z-Dioden verbrannt.
      Schon in den 70-er Jahren war das nicht die hohe Ingenieurskunst und in anderen Geräten besser gelöst.

      Die Vorschläge, alle 3 Regler durch Längsregler zu ersetzen (wie vorgeschlagen), sind unter Energiesparaspekten sinnvoll.
      Bei der Erzeugung der 23,5V wäre dann allerdings zu prüfen, wie wichtig die Zeitverzögerung / Rampe ist, die mit C905 realisiert wird.

      Gruß
      Norbert
      www.n-malek.de

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von briegel ()

    • Hi Norbert !

      briegel schrieb:

      Bei der Erzeugung der 23,5V wäre dann allerdings zu prüfen, wie wichtig die Zeitverzögerung / Rampe ist, die mit C905 realisiert wird.
      Das war einer der Gründe, warum ich seinerzeit die "alte" Regelung für diesen Teil beibehalten habe, den nur nach "CR120-Standard" modifiziert habe und die Ausgangsspannung noch weiter reduziert habe, um den Decoderchip zu schützen.

      Es wäre aber kein Problem, z.B. einen 24V-Regler mit einer nachgeschalteten Verzögerung zu bauen.



      Ich habe das früher schon für eine 12V-Röhrenheizung eingesetzt, die ja um die Heizfäden zu schonen, auch etwas sanft anlaufen sollte.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo,

      bin ja leider in der Schaltungstechnik (noch?) nicht so wirklich bewandert. Soll diese Zeitverzögerung / Rampe bewirken, dass die Spannung beim Einschalten nicht sofort da ist, sondern leicht zeitverzögert hochfährt, um das laute "Pfloppen" in den Lautsprechern zu minimieren. Bei meinen CDV 60 und dem CV 240 gibt es beim Einschalten doch immer einen recht lauten und heftigen Impuls auf die Lautsprecher. Bei einer CL 180 habe ich manchmal sogar den Eindruck, dass die Schwingspule anschlägt - kann das überhaupt passieren?

      Wahrscheinlich sind aus diesem Grund bei neueren Verstärkern Relais vor den Lautsprecherausgängen geschaltet, die die Lautsprecher etwas zeitverzögert an den Ausgang schalten.

      Jetzt gehts wieder an den CV 240, die Grundplatine (Steuerverstärker) steht an.

      Gruß

      Martin
    • Hi Martin !

      martyka schrieb:

      Bei einer CL 180 habe ich manchmal sogar den Eindruck, dass die Schwingspule anschlägt - kann das überhaupt passieren?
      Kann durchaus.

      Sollte zwar nicht, da a) das Gehäuse dicht sein sollte (was die spontane Beweglichkeit eingrenzt) und b) sollte der Verstärker nicht so einen starken Impuls produzieren.

      Dieses Ploppen beim Schalten ist ein Hinweis, daß bestimmte Vorgänge etwas ungeordnet erfolgen und daß es keinen, wie immer auch gearteten "Mutingschalter" gibt, der z.B. die Vorstufe für eine Zeit von der Endstufe trennt bzw. den Eingang der Endstufe kurzschließt.

      Bei einem Verstärker mit Ausgangselko und nur einer Betriebsspannung kann man praktisch gar nicht verhindern, daß der Lautsprecher einen Plopp von sich gibt. Der Lautsprecher liegt einseitig an Masse, der Elko auf etwa der halben Betriebsspannung und wenn die Betriebsspannung ansteigt oder abfällt, muß die Ladung im Elko irgendwohin, was einen Stromimpuls durch den Lautsprecher zur Folge hat.

      Bei symmetrisch gespeisten Endstufen ohne Ausgangselko *sollte* die Ausgangsspannung zum Lautsprecher hin immer nahe bei Null Volt liegen, wenn das Ding einwandfrei funktioniert. Dann ist die Frage: wie schnell läuft die Versorgung der Vorstufe hoch und kommt es von dort her z.B. durch Koppelelkos zu einem Ploppen.


      martyka schrieb:

      Soll diese Zeitverzögerung / Rampe bewirken, dass die Spannung beim Einschalten nicht sofort da ist, sondern leicht zeitverzögert hochfährt, um das laute "Pfloppen" in den Lautsprechern zu minimieren.
      Ich vermute letzteres.

      Die Endstufen sind mit symmetrischer Versorgung aufgebaut und solange sie balanciert hochlaufen, also ihre Ladeelkos gleichmäßig aufladen und die Betriebsspannungen zeitgleich den Sollwert erreichen, liegen am LS-Ausgang nahe Null Volt an.
      Die 23.5V gehen an den Phono-Vorverstärker, zum Multifonie-Decoder "IV", zum SQ-Decoder "III" und zu den Zwischenverstärkern "VII", die genau zwischen Eingangsstufe und Reglerteil liegen.

      Dieser Zwischenverstärker ist sehr interessant aufgebaut:



      Nur der erste Transistor ist über Basis- und Emitterwiderstände mit Masse verbunden. Die voneinander abhängigen Widerstände vom erstem zum zweitem Transistor sind 2%-Typen. Die -15V, die am Kollektorwiderstand des ersten und am Emitter des zweiten Transistors anliegen, sind praktisch kurz nach dem Einschalten da. Die +23.5V für die Versorgung kommen etwas zeitverzögert.
      Ginge es nur um Signalverstärkung, hätte man das Teil auf der positiven Seite auch mit +15V versorgen können.
      Wenn irgendwas den Charakter einer Stummschaltung für den Einschaltmoment hat, dann das.


      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Peter,

      danke für diese Information. Muss mich da nochmals reindenken.

      Habe gerade mal auf der interessanten Seite hifimuseum.de über Dual gelesen. Da kommt Dual ja weniger gut weg.... Mir machen aber diese alten Verstärker und Boxen Spaß und sie klingen doch gut.

      Natürlich als ich 1974 zu meiner Dual-Anlage aus 1972 den CDV 60 mit 2 x CL 185 gekauft habe (diese betreibe ich seither fast täglich) dachte ich schon damals, dass das eher eine Marketinggeschichte war. Aber 2 x Stereo ist nicht schlecht und heute gibt es ja wirklich Mehrkanalaufnahmen.

      Gruß

      Martin
    • Hallo Martin,
      die Meßlatte von Hr. Redlich vom hifimuseum an jegliche Unterhaltungselektronik liegt sehr hoch. Er beurteilt nach rein technischen Gesichtspunkten. Dual ist für ihn einfach gestrickte Massenware. Ganz Unrecht hat er nicht.
      Was ihm ggü. uns Dualfans fehlt ist der emotionale, vielleicht etwas verklärte Blick.
      Ich lese trotzdem gerne seine informativ fundierten Artikel und lass mir den Spaß an Dual nicht verderben.

      VG Wolfgang
    • Moin Martin :)

      Die Frage ob Dual ok ist oder nicht, ist natürlich auch eine Frage des Gesamtanspruchs.

      Wie wäre es, den eigenen Ohren zu vertrauen? ;)

      Gruß Arne
      Gekommen, um zu bleiben ;)

      DUAL: 1010A - 1015A - 1015F - 1214 - 1214 Hifi - 1239A - 481 - HS36 - HS38 (auf dem Postweg ;) )- KA50 - P60 - P90
      Elac: Miracord 50H
      PE: 2001 - 2010 VHS - 2014
      Technics: SL-Bd22 - SL-B210 - SL-Q303
      Telefunken: Partyset 208 Stereo - W 258 Hifi
    • Dualfuzzi schrieb:

      die Meßlatte von Hr. Redlich vom hifimuseum an jegliche Unterhaltungselektronik liegt sehr hoch. Er beurteilt nach rein technischen Gesichtspunkten. Dual ist für ihn einfach gestrickte Massenware. Ganz Unrecht hat er nicht.
      Was ihm ggü. uns Dualfans fehlt ist der emotionale, vielleicht etwas verklärte Blick.
      Hallo Wolfgang,

      ja zu Dual habe ich natürlich eine "emotionale" Beziehung, es war meine erste HiFi-Anlage und damals im Jahr 1972 eine sehr große Freunde für mich (1229, CV 60, CL 172) und 1974 der CDV 60 mit CL 185. Der Traun wäre damals natürlich der CV 240 mit den CL 180 gewesen. Schon damals gab es natürlich Diskussionen, ob Dual nun wirklich gut oder eher Mittelmaß ist, aber die Sachen klingen gut und funktionieren - zwar mit einer Komplettrevision, zuerst über die "Dualklinik", später an weiteren CDV 60 und schlussendlich CV 240 dann selber - nach fast 50 Jahren immer noch.

      Aber die Seiten von Hr. Redlich vom hifimuseum sind sehr intererssant, habe mich nun schon länger darauf aufgehalten.

      Gruß

      Martin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von martyka ()

    • Überarbeitung CV 240 - es geht weiter


      Hallo Zusammen,

      das letzte Wochenende habe ich intensiv genutzt, um am CV 240 voranzukommen. Die Grundplatine mit etlichen Funktionsschaltern (Steuerverstärker) wollte ich ersetzen durch eine aus dem anderen CV 240, da die dort besser zu sein scheint. Also erst mal Fotos gemacht und die abzulötenden Kabel genau dokumentiert (Skizzen auf Papier).



      Sodann wirklich viele Kabel sorgfältig abgelötet und die Grundplatine ausgebaut sowie den Elektrolytkondensator (an den 23,5 V 1.000 µF) ersetzt. Puh, der Einbau wird wohl recht aufwändig sein und hoffentlich läuft der CV 240 dann noch. Hier die fertig überarbeite Grundplatine. Der Einbau erfolgt am Sonntag.



      Jetzt kommt die schwierige Aufgabe des Einbaus. Die Stellen zum Einlöten aller Kabel waren Dank der Dokumentation wirklich gut zu finden. Schwieriger war mitunter die Zugänglichkeit mit Lötkolben. Die erste Überraschung war, als an der Stelle der 23,5 Volt-Einspeisung alle dort anzulötenden drei Kabel befestigt waren, der zugehörige Lötpunkt etwas wackelte. Das bedeutet schlechter Kontakt auf der Leiterseite der Grundplatine. Also nochmals Teilausbau um von unten zum Nachlöten ran zu kommen, war aber durchaus machbar.


      Sodann alle mittels Stecker verbundenen Kabel wieder aufstecken und alle 13 Steckplatinen wieder montiert. Jetzt die große Spannung - läuft der CV 240 wieder. Jaaaaaaaaaaaaaa - er läuft und zwar richtig ohne Probleme, Erleichterung!


      Nun gehts erst mal 15 Kilometer durch den Wald joggen, um die ganze Anspannung, die ich während diesem Überarbeitungsschritt hatte, los zu werden. Die frische Luft im Wald tut trotz Regen gut, insbesondere, da der CV 240 richtig arbeitet.