Dual 435/Uher UTT240 - merkwürdige Bastelei im Inneren

  • Für nur 20 Euro habe ich gestern einen Uher UTT240 (weistestgehend baugleich mit Dual 435) bekommen.


    Das Netzteil fehlte, aber da der Spieler gut aussah (Gold-Edition) und ich außerdem weiß, daß die Hauben von den Uher-Spielern dieser Art identisch mit den Hauben der Dual 505-4 sind, habe ich ihn ohne weiteres mitgenommen.


    Zu Hause dann ein korrektes Dual-Netzteil (Pluspol innen) angeschlossen - keine Reaktion nach Einschwenken des Tonarm, obwohl der Schalter hörbar klickte.


    Ich habe das Gerät dann aufgemacht und dort Überraschendes gefunden: einen Transistor auf einem Kühlblech angeschraubt und merkwürdige Kabel-Verlegungen zum Motor hin (siehe Bilder). Außerdem war der Motor wohl einmal ausgebaut - das sieht man an der UHU-Verklebung der Gummi-Pufferung (Bild5).


    Hat jemand eine Idee, was diese Bastelei wohl bedeutet? Oder hat es vielleicht sogar jemand hier aus dem Forum gemacht?


    Gruß,
    Kurt

  • Tja, danke Michael, also ein Versuch dere Spannungsstabilisierung ist das Ganze. Dann verstehe ich wenigstens den gewollten Sinn...


    Ich habe den ganzen Kram jetzt einmal ausgebaut und die Kabel so angeschlossen, wei sie m.E. vom Usprungszustand her sein müssen:


    - da, wo am Motörchen der schwarze Strich angemalt ist, habe ich das dickere rote Kabel angelötet, welches zum Schalter geht und von der anderen Schalterseite zum schwarzen Kabel des Netzteilanschlusses


    - und da, wo der rote Strich angemalt ist, habe ich auf direktem Wege die rote Ader des Netzteilanschlusses angelötet



    Wenn ich messe, habe ich bei geschlossenem Schalter 8,73 V zwischen den beiden angemalten Strichen und bei geöffnetem Schalter irgendetwas verschwindend Geringes. Scheint also von der Verkabelung her jetzt in Ordnung zu sein.


    Problem jedoch: Motor dreht sich nicht


    Also scheint das Motörchen (DC206) kaputt zu sein. Kann man da noch irgendetwas checken oder ersetzen?


    Gruß,
    Kurt

  • Der Motor hat doch eine kleine Anschlussplatine mit 6 Pins. An einem ist doch gar nichts angelötet, die anderen Lötstellen sind mehr als merkwürdig (Leiterbahn unterbrochen?). Warum lötest du das ganze nicht erst mal sauber an den Leiterbahnen an? Du hast doch noch Platz in Richtung Motor um das ganze sauber anzulöten.
    Aber es stellt sich die Frage, ob die 2 Anschlüsse, die jetzt nicht benutzt werden nicht für die Drehzahlregelung des Motors vorgesehen sind.
    Ich vermute, der Bastler hat mit dem Spannungsregler 7809 versucht, eine konstante Spannung auf den Motor zu geben und dann eine konstante Drehzahl erwartet (was natürlich nicht der Fall ist).
    Gibt es einen Schaltplan?


    Gruß egal1

    Viele Grüße
    Alois



    Dual 721 mit Ortofon OM30 und getrennten Massen, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

    Einmal editiert, zuletzt von egal1 ()

  • Keine Ahnung ob es hilft, aber hier ist ein Bild von meinem DC206 incl. Verkabelung

    Gruß Torsten

  • ja, das hilft. Es sind also wirklich nur 4 Adern an den Motor angeschlossen. Sorry, die Regelung ist auf einer Platine IM Motor, habe ich nicht gewusst. Vergesst meine Beiträge.
    Gruß egal1

    Viele Grüße
    Alois



    Dual 721 mit Ortofon OM30 und getrennten Massen, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

  • Danke Thorsten und egal1. Ich war auch nicht sicher, ob die Anschlüsse richtig sind und hatte genau deshalb ja auch das Photo eingestellt.


    Auch wenn das jetzt grundsätzlich ok zu sein scheint, werde ich mir unter Orientierung en Thorstens Soll-Verkabelung die Sache nochmal genauer anschauen bzw. säubern und neu löten (insbesondere der mittlere grüne Anschluss soll ja offensichtlich keinen Kontakt nach hinten zu dem kleineren Anschluss haben).


    Wäre ja schön, wenn's daran liegt.


    Aber ich befürchte, ich muß mich doch wohl auf die Suche nach einem neuen Motörchen machen.


    Gruß,
    Kurt

  • Hallo,


    eine falsche Polung der Versorgungsspannung führt dazu, das schlagartig nix mehr funzt, daher wäre eine Sicherungsdiode schon recht nett gewesen...


    Ersatzmotoren gibt es bei Dualfred.



    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Es sieht auch so aus, als wenn Du + und - vertauscht hast

    Ja Thorsten, so sieht es aus.


    Auf Deinem Bild geht der schwarze Teil des Netzteilkabels zum Schalter und dann als dickes rotes Kabel an den Pluspol des Motors. Und der rote Teil vom Netzteilkabel geht direkt an den Minuspol.


    Da haben mich die Farben wohl ganz gemein ausgetrickst, denn ich bin davon ausgegangen, daß wie üblich schwarz der Minuspol ist und rot der Pluspol.


    Also wenn der Motor nicht schon hin war (vovon ich ausgehe), dann habe ich ihn jetzt geschrottet. :cursing:


    Kurt

  • Wieso geschrottet ? Der Motor wird ganz sein, nur die Regelung könnte was abbekommen haben. Einfach mit einer 9v blockbatterie testen

  • Hallo,


    man muss aber sagen, dass die Elektronik im Motor ziemlich "verbaut" ist, das Ganze ist eine "closed can".


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • LEIDER WAR WIRKLICH SCHWARZ DER PLUSPOL!


    Heute nochmal nachgemessen und überprüft, wohin der mittlere Pin (also der Pluspol) des Netzteilanschlusses geht. Ja, wie bereits befürchtet, an die schwarze Kabelseite des Zwillingskabels. Und der Minuspol geht an die rote Seite des Zwillingskabels. Wie konnte Dual (bzw. Nachfolger) nur so einen irreführenden Mist bauen??



    WEITERE MERKWÜRDIGKEIT


    Nachdem ich den Tip von Wolfgang2 befolgt habe und mit einer 9V Blockbatterie getestet habe (es tut sich leider gar nichts), habe ich das Motörchen definitiv ausgebaut. Dabei kam ein weiteres merkwürdiges Bauteil zum Vorschein, das außen unterhalb der Anschlussplatine angelötet ist (siehe Bild). Scheint jedoch normal zu sein, denn bei einem EBay-Angebot eines gebrauchten DC206 scheint das Teil ebenfalls außen angelötet zu sein.
    http://www.ebay.de/itm/Dual-Mo…al-shipping-/201924414986?



    ALTERNATIVEN ZUM DC206


    Gelesen habe ich irgendwo, daß anstelle des DC206 auch der DC205 genommen werden kann, so wie ihn Alfred anbietet.
    http://www.dualfred.de/Laufwerk/Motor/Motor-285026-dt.html
    Ist das richtig?


    Wird leider ziemlich teuer, denn wenn ich Porto und die Gummis für die Motorbefestigung
    http://www.dualfred.de/Laufwerk/Motor/Motor-271780-dt.html
    dazurechne, dann komme ich auf ungefähr 50 Euro. Und da fange ich an zu überlegen, ob dieser Primitivspieler (auch wenn er eine Gold-Edition ist) mir überhaupt soviel wert ist...



    Tja, dann werde ich jetzt erstmal versuchen, ob ich die "Büchse der Pandora" öffnen kann. Vielleicht ergibt sich ja dabei etwas...


    Gruß,
    Kurt

  • Das sieht mir so aus, als ob die Regelung des Motors schon kaputt war und jemand versucht hat, ihn zu reparieren bzw. eine alternative Bastellösung zu finden.

    Gruß
    Thechnor

  • Mahlzeit!


    Na, schön ist Sowas allemal nicht. Ich möchte weder unken, noch zuviel versprechen, aber zumindest anregen. Wenn der Motor schon tot zu sein scheint - egal, wie gut du die Anschlüsse auch restauriert haben und was du sonst noch versucht haben magst - dann kannst du auch daran basteln; kaputter als kaputt geht nicht. Wenn du dir genau anschaust, wie der mechanisch zusammen gesteckt ist, bekommst du ihn eventühl mit Behutsamkeit so auseinander, dass du ihn auch wieder zusammenstecken kannst - zur Not mit 2-K-Kleber wieder fixiert. Dabei könntest du die inliegende Elektronik mal "übergehen", den Motor an sich mal per Batterie und Krokoklemmen antesten, ob die Wicklungen noch okay sind und das Ding läuft. Wenn ja, lässt sich die kaputte Elektronik eventuell amputieren und vielleicht sogar durch 'ne selbst Gestrickte ersetzen. Wer weiss: könnte auch sein, dass die Schaltung da drin nachvollziehbar und somit nachbaubar ist. Oder die Anschlüsse des Motors direkt nach aussen führen. Also: ich würde solchen Blödsinn durchaus durchprobieren. Viel Glück



    Robert

  • Andererseits sind die Kisten sowieso nicht für ewiges Leben bekannt, sondern eher für langsames Dahinsiechen, dem man eventuell mit Schmierung vorübergehend noch wieder beikommt, aber irgendwann ist ein Tauschmotor fällig. Insofern würde ich bei solchen Drehern (ich hatte diese Erfahrung nach einigen Betriebsjahren beim 435-1) gleich einen Tauschmotor einrechnen.

  • Den nicht funktionierenden Motor DC206 habe ich mittlerweile mal auseinandergenommen.


    Den Metalldeckel habe ich relativ leicht abhebeln können, und irgendwie habe ich die Platine incl. Plastikgehäuse auch vom Rotor abziehen können. Eigentlich hätte ich dabei die beiden Schleifkontakte auseinanderbiegen müssen, aber irgendwie ging es auch so. Ergebnis: Bild1


    Danach habe ich mich sehr schwergetan, die Platine aus dem weißen Plastikgehäuse zu bekommen, denn ich wußte nicht, daß ich gleichzeitig beim Aufhebeln auch an den beiden mit rotem Pfeil markierten Stellen die der Schleifkontakte ablöten mußte.


    Na ja, jetzt ist die Platine leider ein wenig angebrochen, aber möglicherweise bekomme ich die ganze Chose doch wieder heil zusammengebaut.



    Auf den anderen Bildern zeige ich die Platine und ihre Bauteile in verschiedenen Ansichten - in der Hoffnung, daß die kundigen Elektroniker mit ein paar Hinweise geben können, was ich checken und was ich austauschen soll.


    Aufgefallen ist mir, daß ich den Chip AN6652 auich hätte von außen tauschen können (wenn ich die Bezeichnung gekannt hätte). Bei Reichelt habe ich sogar einen Chip mit der Bezeichnung gefunden:
    https://www.reichelt.de/ICs-AL…GROUPID=5459&ARTICLE=4256


    Der hat allerdings zu viele Beine...




    Aufgefallen ist mir außerdem, daß bei kleinen Kondensator der obere Bereich zumindest äußerlich beschädigt ist (auf Bild 4 habe ich ihn mal hochgebogen). Den werde ich allerdings sowieso wechseln.


    Aufgefallen ist mir außerdem, daß in der SChaltung eine Diode vebaut ist. Vielleicht hat der DC206 im Gegensatz zum DC 205 also doch eine Schutzdiode?


    So weit der Stand der Dinge - heute abend wird nichts mehr gemacht!


    Gruß,
    Kurt

  • Hi Kurt,


    Das IC bekommst du doch bei Reichelt für nochwasunddreissig Cent; (EDITH:) das Bild stimmt nicht mit dem Teil überein, das du bekommst - das hat dann wirklich nur 4 Beine (EDITH Ende). An den Trimmern nicht herumdrehen: erstmal vom Eingang zum Schleifer und vom Schleifer zum Ausgang (EDITH: und von Eingang zu Ausgang!) die Widerstandwerte messen und notieren - fürs spätere Neujustieren, falls die getauscht werden wollen. Ich würde die Platine neu & sauber bestücken, die gebrochenen Leiterbahnen mit Draht aufdoppeln, den K.ck zusammenbauen und wenn der Mopped noch ganz ist, dann jöh, läuft das wieder.


    Achso: wäre interessant, erstmal nur die abgelötete Motorlagerplatte in den Motor zu stecken und mit einer 9V Blockbatterie zu testen, ob der Motor überhaupt noch läuft (prüfen ob die Schleifer noch Kontakt haben!). Wenn nicht, kannst du dir die Mühe mit der Elektronik sparen... (EDITH: die Motorlager mögen vielleicht ein Mikrotropferl Öl haben...)
    Grüsserl



    Robert

    2 Mal editiert, zuletzt von riofox ()

  • nur zur Sicherheit: der Kondensator, besser Elko ist definitiv kaputt, wenn er falsch gepolt war.
    IC's sind bei Falschpolung auch defekt. Der AN6652 bei Reichelt scheint doch 4-polig zu sein, nur das Bild zeigt ein anderes Bauteil. Es steht ja SIL4 und auch das Datenblatt ist für den 4-poligen.

    Viele Grüße
    Alois



    Dual 721 mit Ortofon OM30 und getrennten Massen, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

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