Beiträge von Ragnar

    Nimm bitte nicht wieder einen Rifa- oder Wima-MP-Kondensator! Was du brauchst: X2-Entstörkondensator 47 nF (kann auch als 0,047 µF geschrieben sein) und mindestens 275 V Spannungsfestigkeit, mehr schadet nicht. Typenbezeichnung von Folienkondensatoren wäre MKS, MKT oder ähnlich. Die sind wesentlich haltbarer als Papierkondensatoren.


    Für die Elkos gilt gleiches: Kapazität gleich oder auf den nächsten aktuellen Wert gerundet (z.B. 4,7 µF statt alt 5 µF), Spannungsfestigkeit darf gern auch 1, 2 Stufen höher sein.


    Zu deiner Frage: man sieht abgesplitterte Ecken am Kondensator und ahnt braunen Siff auf der Platine rundherum. Es gibt allerdings auch Exemplare, die es wesentlich spektakulärer zerreißt.

    Hier hab ich noch was zum Auslesen eines programmierten 6805 gefunden:


    NXP Freescale (Motorola) 68HC05 (CMOS) & 68705 (NMOS) Microcontrollers


    Und die bauen einen 6805 mit FPGA nach, wenn ich das richtig sehe:


    ProjectFpga.com


    Ich muss gestehen, meine Hardware- und Programmierkenntnisse sind definitiv zu schwach, um da viel damit anfangen zu können, aber es wirkt für mich nicht völlig unrealistisch, Ersatz für tote Prozessoren zu kreieren.

    Zu den Prozessoren: es gibt doch im Internet genug Nerds, die Mikroprozessoren Reverse-engineeren, um sie nachbauen zu können. Hat sich in die Richtung schon mal jemand erkundigt? Bzw. Peter, hast du als gewiefter Elektroniker mit langer Erfahrung Ideen, ob man einen intakten µP irgendwie auslesen könnte, um die Software auf einen Ersatz zu befördern?

    Die bunten (rot und grün) KT1800 von Roederstein sind Folienkondensatoren, im Gegensatz zu den bekannten goldenen Rifa, die Papierkondensatoren sind. Papierkondensatoren, egal von welchem Hersteller, haben die unangenehme Tendenz, im Extremfall nur ungefähr 25 Jahre zu halten und ihr Ableben spektakulär zu gestalten. Folienkondensatoren sind viel haltbarer und sterben wenn überhaupt leise.


    250 V Wechselspannungsfestigkeit sind minimal unter dem oberen Ende der Netzspannungs-Toleranz (230 V +10%, also 253 V), kann man meiner Meinung nach verschmerzen. 600 V klingt verdächtig nach Kondensatoren, die eigentlich nicht für Wechselspannung zugelassen sind, gab es ganz, ganz früher in manchen Röhrengeräten, wo dann Papierkondensatoren mit 630 V Gleichspannungsfestigkeit an Netz-Wechselspannung verbaut waren. X- und Y-Entstörkondensatoren sind immer und ausnahmslos für Wechselspannung zugelassen, und das ist der Effektivwert. Der liegt nun mal bei maximal 253 V in unseren Breiten. Bei der Herstellung werden die Kondensatoren mit noch weit höheren Spannungen geprüft und müssen die überleben.

    Ja, ist ein Folienkondensator (Kunststofffolie), praktisch unzerstörbar und wenn doch, sterben die unauffällig und machen sich nur mit Schaltknacken bemerkbar. Kein Vergleich zu Papierkondis (MP), die spektakulär abrauchen.

    Der 47 nF soll Störungen vom Stromnetz aus der Elektronik des Plattenspielers fernhalten. Für Einschaltknacken ist der 10 nF am Schalter zuständig.


    Wenn man sich vergegenwärtigt, was genau der 47 nF eigentlich tun soll, ist es meiner Meinung nach relativ egal, ob er an 110 oder 220 V am Trafo hängt. Kurz gefasst: jeder Kondensator ist für Wechselstrom ein Widerstand. Allerdings ist der Wert nicht (wie bei einem ohmschen Widerstand, wie wir ihn als Elektronikbauteil kennen) konstant, sondern umgekehrt proportional zur Frequenz der Wechselspannung. Also bei angenommen fixer Kapazität von 47 nF ist der Widerstand umso geringer, je höher die Frequenz ist. Das kann man sich zu Nutze machen. Für die Netzwechselspannung von 50 Hz ist der kleine Kondensator praktisch eine völlige Sperre. Für hochfrequente Störungen allerdings ist er ein Kurzschluss, und da Ströme bevorzugt den Weg des geringsten Widerstandes gehen, gehen diese hochfrequenten Anteile praktisch vollständig über den Kurzschluss Entstörkondensator und nicht weiter ins Gerät.


    Bei der von Dual verwendeten Schaltung liegt dieser Kondensator bei 110 V direkt zwischen L und N. Bei 220 V ist er noch in Reihe mit der halben Trafowicklung geschaltet. Die Trafowicklung hat ebenso wie der Kondensator einen Wechselstromwiderstand, wo ich mal optimistisch vermute, dass er bei den erwarteten Frequenzen vernachlässigbar ist. Außerdem hat sie einen ohmschen Widerstand, der recht klein sein dürfte und außerdem nicht stört - mitunter verwendet man zur Entstörung absichtlich einen Kondensator und einen Widerstand in Reihe, z.B. 100 Ohm.


    Langer Rede, kurzer Sinn: nach meinem Verständnis von Elektronik erfüllt der Kondensator so wie er eingebaut wurde seine Funktion problemlos, und zwar bei jeder möglichen Netzspannungs-Einstellung. Würde man ihn anders einbauen, müsste man bei Wechsel der Netzspannung den Kondensator umlöten, das wollte Dual sich wohl ersparen.

    Hi Ragnar,

    das ist so nicht korrekt. Der Kondensator ist nicht netzgetrennt und wirkt als Vorwiderstand (Strombegrenzung) für die Stroboskopschaltung. Entstören tut der nix. Ich würde den tauschen. Bei Ersatz der Entladungslampe durch eine LED-Schaltung wird er nach wie vor benötigt - wie sollte sonst Strom fließen?

    Tatsache, das ist eine Reihenschaltung und nicht wie ich in Erinnerung hatte parallel. Die Strombegrenzung hätte ich allerdings R52 mit 2,7k zugeschrieben. Wie dem auch sei, der Kondensator ist notwendig, da stimme ich dir voll zu.


    Ich sehe trotzdem nicht den geringsten Grund, einen Folienkondensator prophylaktisch auszutauschen, ganz anders als die berüchtigten Papier-Typen, bei Dual von Rifa. Technisch ähnliche Wimas hat es mir aber schon genauso stinkend zerfetzt.

    Der 0,068 µF ist ein Folienkondensator und gilt als unauffällig. Sehe ich genau wie bei der grünen Rolle keinen Grund, den zu tauschen. Er soll meines Wissens nur die Strobo-Glimmlampe entstören, wenn man die durch LED ersetzt, wird der Kondensator überflüssig.

    Das Verhalten ist doch eigentlich ganz logisch. Kurzschließer L schließt wie er soll, Ton ist sofort weg. Kurzschließer R schließt viel zu spät oder gar nicht, Ton wird leiser während die Nadel langsam den Kontakt zur Rille verliert.

    Dann muss man sich nur noch merken, dass der Radius im Widerspruch zum Mathe-Unterricht als z bezeichnet ist und nicht als r, und die Höhe als a und nicht als h. Mit A wird es noch verwirrender, weil das meistens der Flächeninhalt ist (irgendwie erschreckend, an wie viel ich mich DOCH noch aus der Schule erinnern kann :D ).

    Der Kondensator muss auf jeden Fall raus. Er wird in dieser Schaltung sehr wahrscheinlich keine Schäden hervorrufen, aber gehört trotzdem ersetzt. Sein Sinn ist, Knackgeräusche in den Lautsprechern beim Ein- und Ausschalten zu verhindern.


    Als Ersatz eignet sich jeder Entstörkondensator Typ X2 oder Y1 mit mindestens 250 V Spannungsfestigkeit (hier genügen 250, weil er in Serie mit dem Motor liegt und die Spannung daher selbst beim erlaubten Maximum der Netzspannung von 230 V plus 10%, also 253 V, die Spannungsfestigkeit des Kondensators überschreiten sollte). Ich würde einen mit Kunststofffolie (z.B. Type MKT) nehmen, keinen mit Papier (MP), wie sie von einigen Herstellern noch angeboten werden.

    Bei einem Elko ist es meines Wissens so, dass ein zu hoher gemessener Kapazitätswert einen zu hohen ESR (im Prinzip Innenwiderstand, Peter hat das vor einiger Zeit sehr schön detailliert erklärt) anzeigt, was für die Funktion ein Problem ist, aber nicht zu Schäden führen sollte. Isolationsverlust ist vor allem bei Papierkondensatoren ein Problem. Die gibt es (fast) nur bis ca. 1 µF (das sind dann schon ziemliche Oschis von der Baugröße), ein 25 µF auf einer Platine ist sicher ein Elko.

    2µF gibts da nicht, nur 2,2µF in zwei Varianten:

    2,2 µF sollte problemlos sein, Elkos sind von der Toleranz nie so eng. Ich persönlich würde wahrscheinlich den billigeren nehmen. Kaufkraftbereinigt ist aber auch der linke immer noch billiger als die Mark zwanzig, die Dual damals aufgerufen hat.

    Diese Rollen sind Folienkondensatoren, sterben kaum jemals, und falls doch, symptomlos. Rifas (und manche Wimas in Geräten von anderen Herstellern) sind Papierkondensatoren und sterben häufig, mit den bekannten Nebenwirkungen (Geräusche, Rauch, im schlimmsten Fall Kurzschluss).


    NB: das gilt ausdrücklich für diesen, von Dual ab den mittleren 60ern gern verbauten Kondensatortyp. Andere bunte Rollen können durchaus Papierkondensatoren sein, z.B. in älteren Röhrengeräten.