Haben Schallplatten eine bessere Audioqualität als CDs oder MP3 mit hoher Bitrate (Audiokodierungsformat)?

  • Für den professionellen Einsatz gelten sicher andere Kriterien als für rein private Zwecke, da sollte man schon unterscheiden. Ich kann Furtwängler auch auf Schellackplatten genießen. In der Rock- und Popmusik sind jede Menge Restaurierungen ziemlich danebengegangen, Loudness sei Dank. Das ist aber ein ganz allgemeines Problem, das ja auch im normalen Radio durchgängig nervt und mir schon lange das Hören solcher Programme verleidet. Ich höre praktisch nur noch WDR 3, bei denen hält sich die Kompression in erfreulich engen Grenzen. Heute wird der Sound ja anscheinend hauptsächlich fürs Hören im Auto während der Fahrt optimiert und so klingt es dann auf der HiFi-Anlage eben teils grauenhaft.

    Ein wirklich gutes Beispiel für gelungene Restaurierung sind die Neuauflagen der Beatles-Aufnahmen. Da wurde so gut wie nichts komprimiert, wozu auch, die Aufnahmen waren immer schon gut. Wenn ich dann an die erste PinkFloyd CD-Edition denke mit dem aufgeblasen Tieftonbereich....

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Nun, auch schon "früher" wurde zielgruppengerecht abgemischt. Gerade Rock- und Popaufnahmen bis Ende der 1970er Jahre waren oft mittenbetont. Egal ob nun Beatles, Smokie oder Sweet, durch tiefe Bässe glänzen die Songs ja alle nicht und - zumindest bei den Beatles hat es ja nicht an Geld für gute Aufnahmen gemangelt. Man muß sich vor Augen führen, daß wohl mindestens 95% der Konsumenten höchstens etwas in Richtung einer HS 130, also Keramiksystem, kleiner Verstärker und Breitband- Lautsprecher verwendeten. Eher waren es noch einfachere Geräte. Also brauchte man eher eine laute Modulation, so daß man die Kratzer nicht so hört und ordentlich "Pegel" hat. Man vergleiche einmal diese Beatles-Aufnahmen mit den verpönten James-Last-Platten aus der Zeit, dann erstaunt der bessere Klang bei James Last. Auch Schlager aus der Zeit klingen besser als die meisten Pop- und Rock-Aufnahmen aus der Zeit. Warum ist das so? Nun, die Erwachsenen, die diese Musik, Heino usw. hörten, die hatten das nötige Geld für bessere Anlagen, auch wenn es Schneider- oder Grundig-Kompaktanlagen waren, so waren die verbauten 1214, 1215, 1216, 1220, 1222 und 1225 mit Hifi-Magnetsystem ausgerüstet und hatten mindestens 2-Wege-Lautsprecher - und erfüllten die DIN 45500, das war der Maßstab zu der Zeit. Der erste in unser ganzen, wirklich nicht kleinen Familie, der eine echte HiFi-Anlage besaß, war 1976 mein Schwager, der hatte eine Schneider-Kompaktanlage mit Lenco B55, kein Kassettenteil, das Ganze in Schleiflack-weiß. Wahnsinn, was Abbas "Dancing Queen" an Baß bot. 1978 besuchten wir Verwandte in Friedrichshafen, mein Vetter Michael, der war echt King, boah, ey, der besaß einen Technics SU 7300 K samt passendem Kassettendeck, dazu Dual CL 390. Und, wir saßen wirklich ehrfürchtig davor: Ein Dual CS 721. Bei mir reichte es ein Jahr später nur zu einem CS 1225-1, aber echtes HiFi. Erst mit dem Aufkommen der Discomusik, die ja in den Tanzschuppen ordentlich klingen mußte, wurden Rock und Pop im Klang richtig gut. Auch die Klassik- und Jazzhörer hatten schon früher bessere Aufnahmen, deren Hörer haben meist auch hochwertige Anlagen gehabt, unter einer HS 151 oder KA 230 lief da meist nichts.

    Und so ist es heute wieder verstärkt, junge Hörer begnügen sich meist mit LoFi. Wobei man heute zumindest bei DAB+ die Möglichkeit hat, die Kompessionsinfo mitzusenden und in den Geräten schaltbar zu machen. Aber auch andere Wiedergabegeräte könnte man problemlos mit einem eingebaute Kompressor versehen, dann könnten CDs mit voller Dynamik produziert werden und Hersteller von dem Low End Schrott müssen das eben in ihre Geräte einbauen, die in Küche, Schlafzimmer oder auf den Scheißhaus stehen.


    Gruß


    Uli

    CS: 506, 626, 750-1
    CT: 450M, 1140, 1240
    CR: 1750, 5950 RC

    CV: 1100, 450M

    C/CC: 450M, 810. 820, 1280, 5850 RC
    CD: 40, 5150 RC
    (C)L(X): 231, 241, 710, 1000-Set, 9200
    und: DK170, MC2555, Rack 3020

  • Bei den Beatles stand der Gesang im Vordergrund und der braucht keinen abgrundtiefen Bass. Und wenn ich heute so mancher Livedarbietung lausche mit dem aufgedonnerten Tiefbass, dann frage ich mich oft, ob der Ton erster was an den Ohren hat. Da spielt der Bassist die tollsten Läufe und alles, was man davon mitkriegt, ist ein undefinierbares Gebrabbel. Den wunderschönen Basslauf auf SOMETHING kann man sich im Discosound glatt sparen, hört keiner mehr. HiFi ist mehr als Bass und Höhen. Und es muss auch nicht der Gesamtklang quasi chirurgisch seziert werden, nur weil das jetzt technisch möglich ist, davon wird weder die Musik besser noch der Klang. Bei den Rolling Stones fällt mir das immer auf, dass auf den neueren CD-Versionen alles wie filtert klingt, während früher das gute alte M 75 alles so schön zusammengebracht hat, dass es eine Freude war. Außerdem hat einen Mick Jagger früher nicht so permanent penetrant angebracht.

    Achtung: Es handelt sich hier nur um meine Meinung! Es mag ein jeder hören, was und wie er will. 🙂

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Ich bedanke mich einfach ´mal im Namen des mir unbekannten TE "sunnyboy2020" für die mittlerweile 43 Beiträge zum Thema.

    Angemeldet Montag, 10.02 Uhr, 1. und einziger Beitrag 10.06, letzte Aktivität: Montag, 10.06 Uhr. :S


    Und nein, es ist nicht mein alter ego!

    VG Clemenzzz



  • Der hat sein Schulreferat bestimmt schon fertig ;)


    Ich war zwar der Meinung, ich hätte seine Frage bereits umfänglich beantwortet aber mal ehrlich, hier hat sich doch einiges raus entwickelt.

    Es lesen ja mehr weit Leute mit, als nur ein Fragesteller - ich für meinen Teil, habe einiges gelernt und lese gerne weiter mit.


    Darüber hinaus staune ich auch immer wieder über Euer Wissen und auch Eure Erfahrungen, die oft weiter zurück reichen als die 42 Lenze, auf die ich zurück blicke.


    Beste Grüße, Achim

  • Für den professionellen Einsatz gelten sicher andere Kriterien als für rein private Zwecke, da sollte man schon unterscheiden. Ich kann Furtwängler auch auf Schellackplatten genießen. In der Rock- und Popmusik sind jede Menge Restaurierungen ziemlich danebengegangen, Loudness sei Dank. Das ist aber ein ganz allgemeines Problem, das ja auch im normalen Radio durchgängig nervt und mir schon lange das Hören solcher Programme verleidet. Ich höre praktisch nur noch WDR 3, bei denen hält sich die Kompression in erfreulich engen Grenzen. Heute wird der Sound ja anscheinend hauptsächlich fürs Hören im Auto während der Fahrt optimiert und so klingt es dann auf der HiFi-Anlage eben teils grauenhaft.

    Ein wirklich gutes Beispiel für gelungene Restaurierung sind die Neuauflagen der Beatles-Aufnahmen. Da wurde so gut wie nichts komprimiert, wozu auch, die Aufnahmen waren immer schon gut. Wenn ich dann an die erste PinkFloyd CD-Edition denke mit dem aufgeblasen Tieftonbereich....

    grade von Furtwängler habe ich hier ein besonders gruseliges Beispiel für eine daneben gegangene "Restaurierung" - die neun Sinfonien von Beethoven, allesamt Aufnahmen aus den vierziger- und fünfziger Jahren. Die CD-Box ist von einer Markenfirma, hat 60 Euro gekostet - und klingt wirklich unhörbar schlecht, so, als ob man als Vorlage schlechte Schellacks genommen und alle Filter voll aufgedreht hat.


    Gruß Frank

  • Ich kenne auf CD die Neunte in der 51er Aufnahme in Bayreuth, da kann man den Chor verstehen, diese Überspielung ist, glaube ich, schon Mitte der 80er erschienen und sehr gut gemacht. Ansonsten habe ich hier zwei 10er Boxen mit Furtwängler-Aufnahmen aus den 40er Jahren, die allesamt ziemlich historisch klingen, erschienen 2000. Ich habe auch noch DGG-Platten von ihm mit Brahms und Beethoven, die klingen gut. Man kann von so alten Aufnahmen nicht das Klangbild einer Neuaufnahme erwarten, wobei die ja auch nicht alle so toll sind. Vor allem Neuproduktionen von Kammermusik werden heutzutage mit Hall überschüttet, als wenn die alle in Riesenhallen aufgenommen wurden. Das ist leider mittlerweile normal, eigentlich schon seit gut 30 Jahren. Ich verstehe es nicht, warum das sein muss. Ein typisches Beispiel, ich habe zwei verschiedene Aufnahmen von Mozarts Klarinettenquintett mit Karl Leister und den Berliner Solisten, einmal auf Platte, DGG von 1965, und eine DDD-CD von etwa 1985, ich meine EMI. Die ältere Aufnahme klingt kammermusikalisch intim, wunderschön, mit ganz wenig Hall, die spätere hört sich an wie in einer Kirche oder großen Halle. Die alte Aufnahme klingt nicht nur schöner, sondern ist auch deutlicher, durchhörbarer.

    Ein Fortschritt ist das nicht.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • genau das will ich doch die ganze Zeit zum Ausdruck bringen - dass man Originalaufnahmen doch trotz ihrer vermeintlichen Schwächen so lassen sollte wie sie sind, und dass die Restaurierprogramme hier Erwartungen wecken, die sie einfach nicht erfüllen können.


    Mal ein Beispiel aus einer anderen Richtung - Glenn Miller war durchgängig populär, schon in den sechzigern sind erste "restaurierte" Sampler auf den Markt gekommen, später hat man die alten Aufnahmen sogar " verstereot " , und heute muss man mindestens drei Sammlungen durchhören, bevor man eine findet, auf der die Aufnahmen im Original belassen wurden. Selbst die Pop Musik der siebziger hat es erwischt - hör Dir mal die Greatest Hits Kompilationen von T.Rex, Slade, Sweet usw. an, die sind teilweise zu den Stimmen neu eingespielt und klingen wie schlecht gecovert.


    Gruß Frank

  • Selbst die Pop Musik der siebziger hat es erwischt - hör Dir mal die Greatest Hits Kompilationen von T.Rex, Slade, Sweet usw. an, die sind teilweise zu den Stimmen neu eingespielt und klingen wie schlecht gecovert.

    Das habe ich auch schon erlebt, es gab mal wiederveröffentlichungen der Sailor-Alben der 1970er Jahre von 7th. Die waren grausam abgemischt. Ich konnte nicht nur den Vergleich zu den original LP-Aufnahmen von damals heranziehen, sondern auch die CD-Veröffentlichungen der Alben "Sailor", "Troulble" und "The Third Step", die Sony (Rechteinhaber der CBS-Alben), Anfang der 1990er Jahren anläßlich des Comebacks von Sailor. Die Sony-CDs entsprechen genau der Abmischung der Originalalben. Die 7th-Veröffentlichungen waren grausam, es war bis zum Exzess komprimiert worden, das war unerträglich, sich das ein zweites Mal anzuhören. Mittlerweile gibt es eine Box, die nicht nur die Alben "Sailor", "Trouble", "The Third Step", "Checkpoint" und "Hydeaway". Diese sind auch nachbearbeitet, aber mit Verstand. "Hydeway" war zwischenzeitlich auch von Sony, aber nur in Japan veröffentlich worden, auch exakt der Vinyl-Abmischung entsprechend.


    Gruß


    Uli

    CS: 506, 626, 750-1
    CT: 450M, 1140, 1240
    CR: 1750, 5950 RC

    CV: 1100, 450M

    C/CC: 450M, 810. 820, 1280, 5850 RC
    CD: 40, 5150 RC
    (C)L(X): 231, 241, 710, 1000-Set, 9200
    und: DK170, MC2555, Rack 3020

  • Die Originalaufnahmen gibt es in vielen Fällen nicht wirklich. Da werden Aufnahmen in verschiedenen Tonstudios gemacht, irgendwo gemischt, wo anders gemastert und schließlich an unterschiedliche Presswerke geschickt, dort wird die Aufnahme für Platte oder CD vorbereitet und nachbearbeitet und schließlich der Tonträger hergestellt mit dem Ergebnis, dass die deutsche, amerikanische, und japanische Platte/CD/BluRay/Stream unterschiedlich klingen. Die Originalbänder werden dann aus Platzmangel entsorgt und neue Fassungen von dubiosen Quellen nachproduziert... ||


    Oder wie im Fall Der Ring mit Solti aus den frühen 60igern auf Decca von 2012 eine überarbeitete Fassung erscheint, die die bis dahin produzierten Produkte übertrifft :) . Solange die Hifi-Presse jedes Remaster feiert wie eine Offenbarung und die Kunden/Verbraucher mitmachen, wird das auch so weitergehen. In der Tat sind Neuveröffentlichungen nicht immer ein Fortschritt ;(

    <3 1229 - 704 - Denon DL-103 - LL1963 <3

  • Man hat heute einfach ganz andere Klangvoratellungen als früher. Mit dem Sound experimentiert hat man zumindest in der Popmusik auch in den 60ern schon, man denke nur an die Beatles, Small Faces usw. Nur diese monströsen Bässe, die ja keineswegs zur Klarheit und Durchhörbarkeit beitragen, sondern im Gegenteil alles zermatschen, die gab es nicht und es gab auch garnicht die Verstärker und Lautsprecher, die die auch nur annähernd reproduzieren konnten. Für Jugendliche ist das heute normal und die glauben, das sei alles richtig so. Die haben oft noch kein natürliches Instrument wie einen Kontrabass gehört, sonst wüsssten sie, dass dieses Gebummse und Gedröhne mit einem echten Klangerlebnis nichts mehr zu tun hat. Nicht umsonst nennen sich diese neuartigen Boxen und Brötchen ja Boomboxen.

    Die Stereophonisierungen in den 60er und 70er Jahren waren dem Umstand geschuldet, dass die Leute eben jetzt, da sie eine für damalige Verhältnisse teure Stereoanlage hatten, nichts mehr in mono haben wollten, das war bei Platten ein Verkaufsargument. Dabei gab es eher dezente und eben auch ganz furchtbare Sachen. Mein abschreckensdes Beispiel dafür ist die Wiederveröffentlichung des roten Klavierkonzertes von Tschaikowsky mit Emil Gilels und dem Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner, im Oktober 1955 aufgenommen, in den 70ern in Electronic stereo neu aufgelegt, beides RCA Victor. Ich besitze heute eine originale US-Pressung aus der Zeit des Erscheinens, natürlich in mono, und hatte mir eben diese Neuauflage seinerzeit gekauft, als ich die originale noch nicht besaß. Grauenhaft, unanhörbar! Völlig übersteuert im Bass, total verwaschen und matschig, unfassbar schlecht! RCA-Victor, wohlgemerkt! Die Platte habe ich entsorgt. Es gibt aber tatsächlich eine echte Stereoaufnahme davon, die auf CD, auch RCA, Anfang der 2000er herauskam, in einer sehr schönen Serie von frühen Stereoaufnahmen, sehr schön remastert, satter, aber nicht aufgeblähter Klang. Es geht, wenn man will und sich Mühe gibt. Dafür wurde sogar eine der alten Dreispurmaschinen restauriert und davon die Originslbänder auf Sony-Digitalequipment überspielt. Sehr empfehlenswert!

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Ach ja, hatte ich erwähnt, dass die Musikindustrie flächendeckend mit den Ohren kämpft - Berufskrankheit? Vor allem Musiker aber auch Toningenieure hören früher oder später nicht mehr gut, haben Tinnitus, Hyperakusis und andere Beschwerden. Zu lang zu laut, irgendwann macht das Ohr nicht mehr mit. Blöd, wenn so einer an den Reglern sitzt...

    <3 1229 - 704 - Denon DL-103 - LL1963 <3


  • Dafür wurde sogar eine der alten Dreispurmaschinen restauriert und davon die Originslbänder auf Sony-Digitalequipment überspielt.

    An der Geschichte mit Originalbändern habe ich so meine Zweifel. Es gibt Studien aus der Tonbandzeit, die zeigen, dass schon nach kurzer Zeit - wenige Wochen - Information auf der Magnetschicht verloren geht und andere Komplikationen. Der Kunststoffträger verliert zudem mit der Zeit seine mechanischen Eigenschaften, d.h das Band wird spröde. Als in den 80igern die Digitaltechnik kam, began man fleißig, die alten Bänder zu digitalisieren. Oft hatte man nur die Bänder für die Plattenproduktion, also mit RIAA-verzerrung. Die wurden dann 'zurückgebogen'. Man konnte sich nicht vorstellen, dass es mal etwas anderes geben könnte. Die Mär vom Originalband verkauft sich natürlich besser, vor allem wenn alle Welt denkt, analog sei sowieso besser. Die Industrie schweigt zu diesem Thema. Aber das kennen wir aus anderen Branchen auch....

    <3 1229 - 704 - Denon DL-103 - LL1963 <3

  • Die Serie heißt "Living Stereo", die Resultate geben keinen Grund zur Klage. Ob das mit der Reaktivierung der Original-Maschinen wirklich stimmt, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, unplausibel scheInt es mir aber nicht zu sein. Das Klavier im Tschaikowsky-Konzert ist etwas seltsam platziert, weshalb mir die originale Mon-Vrsion von der Platte lieber ist, rein klanglich ist sie aber klar besser. Ich habe 4 verschiedene CDS dieser Serie, allesamt bringen ein schönes warmes Klangbild hervor. Ob das der Röhrentechnik geschuldet ist, kann ich nicht sagen, es gibt j a auch schöne Digitalaufnahmen.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Hallo zusammen,

    tolle Beiträge und Wissen hierzu.


    Ich kann dem nur Beipflichten.

    Gute Aufnahmen, Egal ob Digital oder Analog muss man heutzutage suchen.


    Dies Spiegelt leider ja auch die Oberflächlichkeit der Gesellschaft wieder.

    Es zählt nur Bling Bling und Effekte....


    Schön das hier ein paar Gleichgesinnte ähnlich Denken


    Hifidele Grüße


    Carsten

  • Vor allem Musiker aber auch Toningenieure hören früher oder später nicht mehr gut, haben Tinnitus, Hyperakusis und andere Beschwerden. Zu lang zu laut, irgendwann macht das Ohr nicht mehr mit. Blöd, wenn so einer an den Reglern sitzt...

    da muss ich gerade an Phil Collins denken, der auch mit dem Hörverlust seit geraumer Zeit kämpft. Ich habe dann gestern mal die Face Value CD von ihm angehört und anschließend "In the air tonight" auch mal in Audacity aufgenommen und mir den Dynamikunfang angeschaut. Von Loudness War nichts zu sehen, die gesamte Aufnahme ist im Vergleich zu den meisten aktuellen Aufnahmen als sehr leise. Das ist schon auffällig. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass bei der Aufnahme noch Raum für mehr Dynamik vorhanden gewesen wäre. Habe das dann in audacitiy mal durchgeführt, aber es war dann nicht mehr die mir bekannte Aufnahme. Aber es hörte sich schon etwas besser an.

    Grüße

    Wido

  • Gute Aufnahmen, Egal ob Digital oder Analog muss man heutzutage suchen. Dies Spiegelt leider ja auch die Oberflächlichkeit der Gesellschaft wieder.

    Es zählt nur Bling Bling und Effekte....

    Früher wurde viel mehr Zeit in die Aufnahme von Klassik-Produktionen investiert. Was natürlich eine Kostenfrage ist.


    Noch dazu wurden die großen alten Firmen geschluckt (zB. EMI und DGG von Universal) - da werden massenhaft alte Aufnahmen zB. in Boxen auf den Mart geworfen.


    Gutes Remastering braucht Zeit. Und die kostet.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Ich würde sagen, im Durchschnitt ist die Qualität gestiegen. Das Equipment ist heute soviel besser und die Digitaltechnik erlaubt verlustfreies Arbeiten. Früher musste ständig auf Band kopiert werden beim Mischen, jedesmal mit Rauschen und anderen Artefakten. Der kleinste Fehler konnte nur mit großem Aufwand korrigiert werden. Und das Equipment war sagenhaft teuer. Dafür klingt heute vieles aber auch gleich, was man bei der besseren Qualität dann auch sofort hört. Die Musiker und die Techniker lernen alle das gleiche, die gleiche Software, die gleichen Geräte, die Ausbildung ist halt auch ein globales Business geworden. Dann machen alle das gleiche. Da gibt es dann den Jazz-Sound, den Klassik-Sound usw. Hört man dann erst einmal eine Superaufnahme, will man das immer wieder, tja, das ist dann eben selten.

    <3 1229 - 704 - Denon DL-103 - LL1963 <3

  • dass der Großteil der Gesellschaft eher oberflächlich ist, das ist wohl wahr. Was mich immer stört, sind Bemerkungen wie "heutzutage", die implizieren, dass Oberflächlichkeit ein Gegenwartsphänomen ist.


    Geh mal auf einen Plattentrödel, und guck Dir an, was da aus der "guten alten Zeit" massenhaft und unverkäuflich in den Kisten rumsteht. Da gibt es zum Beispiel die ganzen Sampler von K-Tel und Arcade, wo der Klang völlig egal war, Hauptsache, es passen 20 Stücke auf eine LP. Und die meisten Menschen haben in den "goldenen Siebzigern" mit Equipment Musik gehört, gegen das jede Party-Boombox von heute ein klanglicher Traum ist.


    Ich fand einen Spruch recht passend, der sinngemäß sagte " wir sehnen uns heute nach einer Zeit zurück, in der sich die Leute nach dem gesehnt haben, was heute Realität ist ". Ich finde, besser kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen.


    Gruß Frank

  • Und die meisten Menschen haben in den "goldenen Siebzigern" mit Equipment Musik gehört, gegen das jede Party-Boombox von heute ein klanglicher Traum ist.

    Das geht hier schnell in Vergessenheit, da diese Geräte auch viel schneller in die Tonne gewandert sind, als die besseren Geräte, die hier im Forum in Benutzung sind.

    Gruß

    Michael

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