Beiträge von nick_riviera

    Nur noch ein kleiner Exkurs, dann geh ich wieder zurück zum Thema, versprochen:


    Für die "Endstüfchen" gibt es doch schönen Ersatz in Class D Technik, in dem P90 Gehäuse könnte man mit moderner Technik problemlos aktive Zweiwegesysteme mit 30 bis 40 Watt Gesamtleistung je Kanal unterbringen.


    Und für den offenen Aufbau der Lautsprecher kann man sich eines psychoakustischen Tricks bedienen, den schon der alte Max Grundig bei seinen Kofferradios mit offenen Schallwänden eingesetzt hat - den echten Tiefbass komplett zu ignorieren und die Frequenzen zwischen etwa 80 und 200 Hz überzubetonen. Hör Dir mal die ganzen Yacht-Boys und Concert-Boys der sechziger und siebziger Jahre an, was für einen Sound die mit diesem Trick aus zwei Watt Germanium Endstufen und kleinen Koaxiallautsprechern rausholen, und heute trickst man auf die gleiche Weise bei den kleineren Blutooth Soundboxen von JBL und Co.


    Ich weiß, dass das eigentlich völlig sinnbefreit ist, aber es macht doch auch Spaß. Ich empfehle in dem Zusammenhang den You Tube Kanal "Franks Werkstatt der Lautsprechertechnik".


    Gruß Frank

    Player721 - fällt es Dir wirklich so schwer, Dir vorzustellen, dass die Beschäftigung mit altem Geraffel unterschiedliche Facetten hat ?


    Wenn es mir nur ums Hören gehen würde, hätte ich zwei große Dynaudio Xeo Aktivlautsprecher plus der Anschlussbox hier stehen, hätte bestenfalls noch einen Plattenspieler, und würde zu 90% voll digital Musik hören. So ein System spielt alles an die Wand, was ich von älterem Geraffel kenne, und ist viel simpler in der Anwendung trotz viel mehr Möglichkeiten. Zwar nicht ganz billig, aber wenn ich drüber nachdenke, was ich bisher für altes Zeug ausgegeben habe, hätte ich wahrscheinlich Geld gespart. Ich bin aber technikhistorisch interessiert, Jugenderinnerungen spielen auch eine Rolle, und am kreativen Basteln mit alter Technik habe ich auch Spaß - alles Dinge, die mit dem ultimativen Musikgenuss nur am Rande zu tun haben, aber trotzdem viel Spaß machen.


    AlfonsX hat halbwegs klar formuliert, was er sucht, hat jetzt zwei Geräte, mit denen er glücklich ist, Plan erfüllt. Wieso kannst Du einfach keine Ruhe geben, und stattdessen lieber einen eigenen Thread über DEINE Lieblingsgeräte eröffnen ? Ehrlich gesagt denke ich auch schon einige Zeit darüber nach, auf Basis der kleinen Dual Wechsler ein Koffergerät mit moderner Technik aber hochwertigem Sound zu bauen, um dem ganzen Crosley Müll etwas entgegenzusetzen - das mit dem P90 kann ich gut nachvollziehen, ich würde noch irgendwie versuchen, die aktive Lautsprechertechnik in den Deckelhälten unterzubringen. Wenn ich mir ansehe, wie winzig die Bose Bassbox in meinem Benz ist und was da für ein Klang rauskommt, dann sollte das irgendwie gehen.


    Gruß Frank

    oh mann - der Threadersteller hat sich scheinbar schon vor Schreck zurückgezogen bei so viel Empathie seinen Wünschen gegenüber.


    Immer dran denken, der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler - diese Einsicht fällt vielen Leuten schwer. Und jetzt halte ich brav die Klappe und arbeite an meinem Umgangston, wie Sie das wünschen, Sir 8o .


    Gruß Frank

    Komm mal von Deinem Schwarzweiß Denken runter.


    Die alten nostalgischen Phonokoffer mögen Deinem audiophilen Anspruch nicht genügen, sie halten aber alle den Mindeststandard ein, um Platten damit hören zu können. Selbst die Mister Hit Reihe von Telefunken, die quasi komplett aus Plastik gefertigt war, hatte einen Teller, der nicht eiert, und einen Klang, bei dem man nicht sofort laufen gegangen ist. Beides kann man von diesem China Müll, der meistens mit dem Namen Crosley im Laden liegt, nicht behaupten. Das ist wirklich übelster Dreck, in China kann man die Laufwerke ohne Koffer für unter zehn Dollar bestellen, und genauso sind die dann auch.


    Der Thread Ersteller hat doch relativ genau gesagt, was er haben will, und das ist eben keine Anlage mit Standboxen. An All In One Geräten gibt es neu leider nur noch diesen Dreck, bei den älteren Geräten ist die Auswahl aber sehr viel größer, und zwischen Deinem HiFi Anspruch und dem China Müll von heute gibt es viele Zwischenstufen. Die Schulkoffer von Dual, die mit dem größeren Laufwerk bestückt sind, lassen sich z.B. problemlos mit einem einfachen Magnetsystem nachrüsten, und dann machen die richtig Spaß. Selbst diesen Plastikkoffer P22/24 kann man klanglich aushalten, und er sieht wirklich richtig stylish nach siebziger Jahren aus. Man muss nicht immer im Gourmet Restaurant essen gehen, Currywurst Pommes oder Döner machen manchmal sogar mehr Spaß.


    Ach ja, der Plattenspieler im Koffer hatte früher auch einen ganz anderen Status als heute. Heute gilt er als billiges Zweitgerät ohne Anspruch, früher konnte man sogar die richtigen "Brummer" im Koffer bekommen. Ich habe z.B. den ELAC PW8M als Koffergerät hier, Baujahr 1958, bestückt mit dem ersten Mono Magnetsystem, das nach dem ELAC Patent gebaut worden ist, dem MST2. Ein Phono Vorverstärker ist auch in den Koffer eingebaut, sogar schon transistorisiert. Sowas wurde früher wie heute eine HiFi Komponente neben das Röhrenradio gestellt, und wenn mal bei Freunden eine Party war, hat man ihn halt zu deren Röhrenradio mitgenommen - im Deckel ist eine Art Spieß für etwa 20 Singles integriert. Von Perpetuum Ebner gab es die Sonderklasse Plattenspieler mit Magnetsystem und Röhrenentzerrer sogar als Koffergeräte mit Lautsprechern, und das war im Ansatz schon richtiges HiFi der fünfziger in mono.


    Gruß Frank

    Es gibt solche "Kofferplattenspieler" auch noch neu mit Garantie. Über deren Qualität kann ich allerdings nichts berichten - vielleicht aber auch eine Option.

    Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder ?


    Die Dinger haben alle das gleiche chinesische Laufwerk, zu dem der YouTuber Techmoan mal zu denken gab, dass sich die Käufer von solchem Schrott bewusst sein müssen, dass das Laufwerk in China nur ein Bruchteil von dem kostet, was eine neue Schallplatte kostet. Diese Koffer sind ähnlich wie die neu produzierten Walkmänner - man darf Selbstverständlichkeiten nicht mehr erwarten wie z.B. einen Plattenteller, der horizontal und vertikal nicht eiert.


    Dieser Müll findet sich heute in allen preiswerten Plattenspielern wieder, und dank intensiver Vermarktung finden die Geräte ihre Käufer bei meist unerfahrenen Einsteigern, und die glauben dann, dass es normal ist, dass Platten verzerren und leiern. Ich finde, sowas muss nicht noch in einem Board beworben werden, wo man eine gewisse Expertise erwarten darf.


    Gruß Frank

    Player721

    Klein und und platzsparender Aufbau, denn ich hab wenig Platz Zuhause.

    Da ist so eine Truhe natürlich genau das Richtige... :sleeping:

    Die kleinen Truhen mit dem Grundmaß eines Tischradios waren damals extra für die kleinen Wohnungen konzipiert, und haben nichts mit den wuchtigen Musikschränken in Normalgröße zu tun. Ich hab auch noch so eine, eine Graetz Grazioso 530, Grundmaß wie das Tischradio Melodia, nur eben als Standgerät und mit Plattenwechsler. Die habe ich damals gekauft, um in einer 58qm Wohnung eine Fünfzigerjahre Ecke einzurichten, da hätte auch nix anderes hingepasst.


    Gruß Frank

    bei PE fing der Qualitätsverfall bei den einfacheren Drehern mit dem PE66 an - die Vorgänger, vor allem der kleine Einfachspieler und der Wechsler Rex A, sind in den Angeboten vom Zustand meist besser, auch wenn sie älter sind. Leider sind davon nur die letzten Varianten stereo, deshalb auch meine Empfehlung weiter oben, zu der es sogar ein aktives Angebot in der kleinen Bucht gibt, das ich auch verlinkt habe. Wenn das niemanden interessiert, greife ich evtl. sogar selber zu, denn solche Geräte in brauchbar gutem Zustand wachsen nicht mehr auf den Bäumen.


    Gruß Frank

    ich versuche gerade eine Tabelle mit Überblick zu erstellen, welches Gerät zu welchen Zeit auf den Markt kam. Meine Quelle bis jetzt:

    http://www.hifimuseum.de/dual-historie-prospekte.html


    Mein Fokus liegt jetzt auf den Verstärkerkoffern, die mir als "Allesineinem"-Lösung am meisten zusagen.

    Das die 1009 Linie eine

    ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wieso Du ausgerechnet bei jemandem recherchierst, der abgesehen vom 1009 so ziemlich alles hasst und runtermacht, was Dual jemals verkauft hat. Warum bleibst Du nicht einfach im Forum, und schaust Dir mal die oben angepinnten Links an:


    Dual Kataloge


    Da findest Du einen großen Teil der Dual Kataloge nach Jahren sortiert, ohne Meinungen, Missverständnisse oder Bullshit eines "Museumsbetreibers", der alles runtermacht, was er nicht selber gut findet.


    Über Verstärkerkoffer wirst Du im "Hifimuseum" eh nicht viel finden, weil diese bis auf wenige Ausnahmen mit einfacheren Plattenspielern ausgestattet sind, die der Museumsbetreiber nach eigener Aussage sofort auf den Müll wirft, weil sie für ihn unwürdig sind.


    Zu beachten wäre noch, dass Dual erst um 1960 herum so richtig das Regiment in St.Georgen übernommen hat - in den Fünfzigern war eher Perpetuum Ebner der Platzhirsch. Deshalb lohnt es sich, auch mal hier zu schauen, die haben in den Fünfzigern wunderschöne Koffergeräte gebaut, auch ganz kleine wie den hier:


    PE Musical 33 Stereo Ton-Bild Perpetuum-Ebner PE; St.Georgen, build |Radiomuseum.org


    https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/vintage-roehren-pe-plattenspieler-stereo/2792888331-172-1393


    Du kannst mich schlagen, aber ich finde gerade bei den Koffergeräten die Fünfziger Jahre viel hübscher als das, was danach gekommen ist.




    Gruß Frank

    Klanglich sollte man aber die Mono-Röhrenkoffer von Dual und PE nicht unterschätzen. Die haben zwar alle Kristallsysteme, klingen aber mit zeittypischen Mono Platten ( Vinyl oder Schellack ) viel besser als man denkt. Auch die Transistorkoffer von Dual mit dem Sechs Watt Verstärker klingen ziemlich voluminös, nicht zu vergleichen mit den kleinen Philips Koffern oder dem Telefunken Mister Hit. Das Problem bei allen Kristall bzw. Keramiksystemen ist wirklich der schnelle Nadelverschleiß. Mit frischen Nadeln machen sie Spaß, man kann aber bei Saphirnadeln quasi zuhören, wie es von Plattenseite zu Plattenseite immer schlechter wird, bis sich die Nadel "eingeschliffen" hat, und die Kiste so klingt, wie Kristallsystem Hasser glauben, dass ein Kristallsystem klingen muss. In dieser spitz geschliffenen Form macht so eine Nadel dann auch die Platten kaputt.


    Gruß Frank

    ich finde den Zeitraum etwas zu diffus, um eine brauchbare Empfehlung abzugeben. 1951 war mono und Schellack Standard, es gab noch Koffergrammofone zu kaufen, und Plattenspieler für Mikrorillen Vinyl kamen grade erst auf den Markt. Ende der sechziger war dann stereo bei den Plattenspielern Standard, und das "Zwölfer Design" fing bei Dual grade an, die "Zehner" abzulösen.


    Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie man diese Spanne mit einem einzigen Plattenspieler "abfrühstücken" sollte, wenn auch noch das Design eine Rolle spielt.


    Rein technisch wäre wahrscheinlich ein "Schulkoffer" mit einem frühen 12xx am sinnvollsten, weil der noch 78 hat, und man ihn sehr einfach mit verschiedenen Systemen bestücken kann. Der hat aber leider "Siebzigerjahre-Behörden-Design", und würde sich stylistisch besser auf einer Polizeiwache machen als in einer Sammlung, die auch Fünfziger Jahre enthält.


    Platten vor der Stereo-Ära hatten reine Seitenschrift, das bedeutet, die Nadel tastet die Schallwelle rein horizontal ab, also nur mit Auslenkungen nach links und rechts. Ende der Fünfziger kam dann stereo auf, und hier tastet die Nadel horizontal und vertikal ab. Mit einem Stereosystem kann man auch mono spielen, mit einem Mono-System, das keine senkrechten Auslenkungen kann, sollte man wegen des Plattenverschleißes und des schlechten Klanges KEINE Stereoplatten abspielen. Wenn man aber sicher sein will, dass jeder Plattenspieler mit einem Stereosystem ausgestattet ist, muss man schon fast ans Ende des gesteckten Zeitraumes gehen.


    Ich würde mal z.B. hier schauen und mich inspirieren lassen:


    Dual 1959-60


    Die Geräte können schon mit Stereosystem bestückt werden, haben noch einen optischen "Einschlag" in Richtung fünfziger Jahre, und können alle Platten spielen, die im gesteckten Zeitraum produziert wurden. Und klein sind sie auch, die Fläche sollte reichen.


    Und ohne jetzt wieder den Streit Magnet vs. Kristall lostreten zu wollen, solltest Du Dir Gedanken darüber machen, wie intensiv Du Platten hören willst. Die Plattenspieler aus der Zeit um 1960 haben fast alle Kristallsysteme mit Saphirnadeln. Wenn Du nur gelegentlich mal eine alte Platte auflegst, ist das völlig ok, wenn Du aber intensiver hören möchtest, solltest Du doch über einen moderneren Dreher mit Magnetsystem nachdenken. Abgesehen vom Klang und der Plattenschonung sind Magnetsysteme heute billiger zu betreiben als Kristallsysteme, weil Du bei Kristallsystemen schon nach etwa 100 Stunden den Saphir wechseln musst, während die Diamantnadel von einem MM-System mindestens zehnmal so lange hält. Zwar gibt es auch für Kristallsysteme Diamantnadeln, nur sind die a) unverhältnismäßig teuer und b) sind die auch schneller kaputt als bei einem Magnetsystem, weil sie mechanisch stärker belastet werden. Wenn ich Du wäre, würde ich mir einen hübschen Mono Koffer aus den Fünfzigern zum liebhaben suchen, und dazu eine Dual HS mit Magnetsystem für die moderneren Platten. Das macht vom Platz nur ein paar cm aus, und Du wirst doch als Sammler in der Lage sein, Platz zu schaffen, wo keiner ist, oder ? ;)


    Gruß Frank

    das Mexico TR stammt aber aus den sechziger Jahren, ist mono und hat angeblich sechs Watt Ausgangsleistung an vier Ohm. Da hängt so eine separate Endstufe dran, mit zwei Germaniumtransistoren AD150, aber ohne Brückenschaltung und ohne Spannungswandler - das mit den sechs Watt dürfte also stimmen. Wenn Du das aber gehört hättest, kämen Dir Zweifel bei den Wattangaben moderner Markenautoradios. Und das alles nach dem Tausch von ein paar kleinen Elkos, davor klang es, wie halt ein altes Autoradio so klingt.


    Gruß Frank

    was auch noch ein Aspekt ist, den kaum jemand auf dem Schirm hat, ist, dass bei 40 Jahre alten Systemen quasi jedes Exemplar anders klingt, weil der Verschleißgrad und die Materialalterung unterschiedlich zugeschlagen hat.


    Ich habe die Runde ja beim TKS390 durch - mit jeder Nadel klingt es komplett anders, hätte ich das System erstmals mit der verhärteten NOS-Nadel gehört, wäre mein Urteil wahrscheinlich vernichtend ausgefallen, und selbst die beiden komplett originalen 390iger in den beiden Drehern mit nicht verhärteten gebrauchten Originalnadeln klingen hörbar unterschiedlich.


    Und das gilt eigentlich für alles alte HiFi Geraffel - es gibt wenige Leute, die die Geräte wirklich von Grund auf instandsetzen und am Ende auch durchmessen, die meisten nehmen die Geräte, wie sie nach einem halben Jahrhundert halt sind, oder setzen sie nur so weit instand, dass sie überhaupt wieder spielen, und berichten dann davon, dass HiFi zu der Zeit eben noch nichts getaugt hat. Selbst ein Betreiber eines bekannten virtuellen HiFi Museums geht so vor - er nimmt irgendwelchen geschenkten Schrott als Rechtfertigung dafür, die ganze HiFi Mittelklasse der siebziger und achtziger Jahre zu verreißen, bis auf die wenigen Geräte, die er selber noch in neu aus seiner Jugend kennt.


    Für mich ist genau dieser Umstand der Grund, wieso mein "Sammelthema" ist, ganze HiFi-Anlagen meist deutscher oder europäischer Fertigung zusammenzusuchen, wie sie mal im Prospekt gestanden haben, und sie dann so gut wie möglich wieder so herzustellen, wie sie mal neu geklungen haben. Da werden zwar als "One Man Show" neben Beruf und Familie nur wenige Sachen fertig, die können aber dann für erstaunte Gesichter sorgen, und manchmal bin ich sogar selber überrascht - Autoradios von früher haben sich ja als eher schlecht klingend im kollektiven Gedächtnis festgesetzt - umso verblüffter war ich letztens, als ich für den Cousin meiner Frau ein Becker Mexico TR instandgesetzt und einen ersten Hörtest gemacht habe. Wir haben uns regelrecht erschreckt, was für ein Druck und ein Klangvolumen da rauskam.


    Bei wirklich jedem Musikgerät, was ab Mitte der 1950iger Jahre gebaut wurde, sollte man schlechten Klang nicht einfach so hinnehmen, sondern nach der Ursache suchen. Denn auch vor 70 Jahren haben die Leute schon nicht mehr auf den Bäumen gesessen und Knüppel geschwungen - die wussten auch damals schon viel von Elektroakustik, und wie sich guter Klang anzuhören hat. Und erst dann, wenn ein Gerät technisch wirklich bis zum letzten Teil in Ordnung ist, kann man es als Basis für Qualitätsurteile nehmen. Ein schönes Paradebeispiel sind für mich immer die Radios der 3D-Ära, die im Hochtonbereich mit Elektrostaten bestückt sind. Die klingen meist muffig, und jeder glaubt, dass das so sein muss, dass aus den Hochtönern kaum was rauskommt. Seit einiger Zeit gibt es Reparaturkits für diese Elektrostaten, und nach der Reparatur ist es eine große Überraschung, a) wie laut die Dinger sind, und b) was für ein Klang auf einmal im Wohnzimmer steht.

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    Gruß Frank

    hässlich finde ich die OMs absolut nicht, finde nur, dass die Aktion für ein System in OM20 Qualität ein wenig teuer ist. Für das TKS380/390 gibt es ja auch hochwertigere Nachbaunadeln, die liegen dann immer noch unter 100 Euro, und ansonsten geht an dem 390 ja nichts kaputt.


    Den 741 gabs ja auch mal in einer Sonderserie mit dem Elac ESG-796 H 30. Für was werden die denn gehandelt ? Dieses System würde ich im 741 schon gerne mal hören.


    Gruß Frank

    danke für den Tipp, ja das mache ich grundsätzlich. Ein kleiner Gegetipp von mir - nimm KEINE von Rifa, und wenn es unbedingt Rifas sein sollen, achte genau darauf, dass die neuen Exemplare nicht ab Werk Risse haben. Ich habe da vor einigen Jahren ziemlich üble Erfahrungen gemacht, mit einer Tüte neuer Rifas von einem seriösen Elektronikversand. Auch die Richtung der Anschlussdrähte sollte man beachten, denn wenn man von radialen Kondensatoren die Beinchen umbiegen muss, entstehen dabei u.U. auch schon wieder kleine Risse.


    Ich bin bei den Knallfröschen ambivalent. Bei Kellerleichen wechsle ich sie grundsätzlich, bei Wohnzimmergeräten oft nicht, weil mir in der Zeit, wo ich das mache, schon mehr neue Knallfrösche um die Ohren geflogen sind als alte.


    Gruß Frank

    das TKS 380/390 war in der Shure MM-Hierarchie ganz oben angeordnet, und solche Tonabnehmer haben die Eigenart, bei guten Platten noch den letzten Rest rauszuholen, bei schlechten Platten aber auch jeden Fehler zu entlarven.


    Aus diesem Grund bin ich ein Fan davon, noch ein einfaches System für die ganzen schlechteren Platten liegen zu haben, die man gerne mal mit Spaß hören will. Beim 741 kann man das TKS236 ( sphärische Nadel ) oder TKS237 ( elliptische Nadel ) nehmen, die passen ohne Adapter in den 741, und machen bei schlechteren Platten oft mehr Spaß als ein Edel-System. Leider gilt hier das Problem fast aller TKS-Plattenspieler - komplette Geräte mit dranhängendem System wie der 1254 sind günstig zu finden, einzelne Systeme sind meist rar und teuer. Und wenn man als Liebhaber anfängt, komplette Plattenspieler wegen ihres Systems oder wegen ihrer Haube zu kaufen, führt das leicht zu einem Regal voller Dreher, weil man es am Ende doch nicht fertigbringt, ein voll funktionsfähiges Gerät zu fleddern, wenn es einen so traurig ansieht ;) . Gemeinerweise sind die kleinen Modelle oft noch in einem Zustand, in dem man einen 741 niemals mehr findet.


    Ach ja, noch einen Rat an den Newbie - achte bei ALLEN TKS Teilen darauf, dass BEIDE Rasthaken an der Anschlussplatte vorhanden und nicht angebrochen sind. Und wenn Du Systeme aus- und wieder einbaust, NIEMALS irgendwelche Gewalt anwenden, die Nasen sind schneller abgebrochen, als Du Sch..sse fluchen kannst, und dann geht das Gebastel und Gesuche wieder los. Dreimal darfst Du raten, woher ich das weiß :P .


    Gruß Frank