Beiträge von nick_riviera

    das hat nichts mit rosaroter Brille zu tun, ich kenne den Ärger mit alten Duals sehr gut, und habe auch einige Dual Modelle, z.B. die ganzen Riementriebler mit mechanischem Umwerfer und "Vario Pulley", die ich am liebsten von hinten sehe.

    Trotzdem fragt man sich, wieso es aus Japan Plattenspieler gab, die drei Servomotoren mit Plaste Schneckengetrieben brauchen, um den Tonarm zu bewegen, wieso es Geräte gab, deren Tonarme sich von selber ausbalanciert haben, und wieso man in manchen Japan Drehern Prozessorplatinen drin hat, die größer als ein PC-Motherboard und komplett mit Spezialteilen bestückt sind, inkl. Fuoreszenz Anzeige, für die es keinen Ersatz mehr gibt. Natürlich sind nicht alle Japan Dreher so, aber gerade in den 1980igern, als man mit normalem hochwertigem Großserien HiFi keinen Blumentopf mehr gewinnen konnte, ging es mit einigen Herstellern durch - auch mit Dual . Der CS5000 / CS750 / Golden One / Golden Stone ist doch auch eine optisch aufgebrezelte störanfällige Klapperkiste, die Antworten auf Fragen gibt, die niemand gestellt hat.

    Gruß Frank

    so einen habe ich auch, in den späten 1990igern von einem Kollegen geschenkt bekommen, er hat ihn mit kaum Betriebsstunden abgegeben, weil er ihn kaum genutzt hatte, und die Abstellfläche auf dem Turm für was anderes nutzen wollte. Der kommt bei mir auch nicht in den Keller, und wird regelmäßig genutzt, bisher habe ich noch nicht mal den Knallfrosch getauscht - nachdem ich mal mit einer ganzen Tüte fabrikfrischer Rifas so richtig auf die Nase gefallen bin, habe ich auch zum prophylaktischen Tausch der Knallfrösche eine andere Haltung. Eigentlich war dieser 721 der Beginn meiner Dual Sammelei.

    Die Direktläufer haben mechanisch viel weniger Probleme als Reibradler oder die alten Riementriebler. Während man aber z.B. eine Kellerruine vom 1219 meist wieder mit handwerklichen Mitteln ins Leben zurückholen kann, reagieren Motor und Elektronik eines Direkttrieblers viel empfindlicher auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen, ein 721, der 20 jahre im kalten Keller gestanden hat, hat meistens größere Probleme, die sich leider oft erst nach der Revision zeigen. Noch krasser als beim 721 ist das bei Geräten wie dem 741 - der kann genauso lange halten, wie ein 721, verzeiht aber keine schlechte Behandlung.

    Gruß Frank

    der 704 hat doch eine Aufsetzhilfe, oder ? Damit kann auch Deine Frau den Tonarm an die richtige Stelle der Einlaufrille schwenken, wenn Du es ihr erklärst, oder ? ;)

    Der 704 hat den Vorteil, dass er schon den moderneren EDS900 verbaut hat, den es ähnlich auch in ganz vielen Nachfolgemodellen gibt. Im 721 werkelt dagegen der EDS1000, den es außer im 721 nur noch im 701 gibt, und der die Achillesferse mit den anfälligen Hall Sensoren hat, die man nur durch eine Bastellösung ersetzen kann. Sollte im EDS900 ein Hall Sensor defekt sein, passen auch die von den Nachfolgeversionen des EDS900 - und abgesehen von den Hall Sensoren sind die Motoren eigentlich unkaputtbar.

    Der 704 ist auch weiter verbreitet als der 721, weil er damals als Neugerät doch deutlich billiger war, ohne in der Praxis echte Nachteile zu haben. Ich würde vielleicht doch lieber mal meiner Frau eine oder mehrere Einweisungen geben, statt nur aus diesem Grund viel Geld für einen Dreher auszugeben, der Dir keine Vorteile bringt.

    Das mit dem "revidiert" ist bei den Dual Direktläufern auch so eine Sache. Das Vorleben ist bei den Geräten der wichtigste Teil. Ein 721, der immer im Wohnzimmer moderat genutzt wurde, kann noch einwandfrei laufen, und bricht auch morgen nicht zusammen, obwohl er noch nie eine Werkstatt gesehen hat, und eine echte "Revision" braucht er schon garnicht. Ein 721 hingegen, der mehrere Jahre im Kartoffelkeller gestanden hat und davor eine Zeit im Partykeller hinter sich hat, kann nach einer "Revision" genauso schön aussehen wie das Wohnzimmer Gerät oder sogar noch schöner, ist aber im Kern ein Hochrisikopatient. In einer Zeit, wo die Preise immer weiter hochgehen, steigt natürlich auch die Versuchung, den Dachbodenfund von Opa zu vergolden, und das geht bei Versand deutlich einfacher als bei Direktabholung, weil da der Abholer, also du, nichts von dem Umfeld mitbekommt. Ich habe mir nach vielen einschlägigen Erfahrungen zum Prinzip gemacht, teurere Dreher grundsätzlich selber abzuholen. 200km Fahrt mit dem Youngtimer, kombiniert mit einem Wochenendausflug mit der Tochter, machen deutlich mehr Spaß als der Ärger, wenn man sich mit einem Ebayer rumkloppen muss, der aufpolierten Kernschrott als revidiertes Liebhaberstück verkauft hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eine ganz andere nettere Art von Verkäufer ist, der Sachen nur an Selbstabholer verkauft, und billiger sind die Teile meist auch noch, was die Fahrtkosten wenigstens teilweise kompensiert.

    Gruß Frank

    Solltest du wirklich eine Alternative suchen schau mal nach den Elektronikmonstern von Sony, Pioneer, JVC usw. aus Anfang der 80er.

    Diese Spieler finde zumindest ich sehr hochwertig, haptisch wie klanglich. Ich habe einen JVC aus dieser Zeit und werde den sicherlich nie wieder abgeben.

    von den Dingern hatte ich schon welche auf dem Tisch, die kranken oft an den gleichen Problemen wie auch japanische Tapedecks - total überzogene "Featuritis", die sich nur durch exzessiven Einsatz von Plastik in der Mechanik zu bezahlbaren Preisen realisieren ließ, dazu ein riesiger Elektronik Bombast voller Spezialteile, man denkt unweigerlich daran, dass das Teil doch nur eine Platte drehen und abtasten soll. Und dann ist es noch so, dass die tresorartige Anmutung bei vielen dieser Geräte nur äußerer Schein ist, der sich im Innenleben qualitativ nicht fortführt. So lange das Ding läuft, und man nicht reingucken muss, ist das ganz toll, es darf nur nichts kaputtgehen - wie bei fast allen Japanern.

    Gruß Frank

    so sehr ich den 721 ja mag, aber es gab schon einiges zu verbessern, besonders die Dünnplastik Konsole und die Chassis Federung im Stil der späten 1950iger haben den 721 hörbar schlechter gemacht, als er war. Dual hatte sich bei den Spitzenmodellen immer das Zölibat auferlegt, die 1000 Mark Grenze beim Verkaufspreis nicht zu knacken, und das hat halt gewisse Kompromisse erfordert, die man beim 629Q nicht mehr eingehen muss. Außerdem ist der 629Q ein Neugerät, was für viele Nutzer sicher von Vorteil ist.

    Ich habe übrigens mal den Listenpreis des 721 von 1976 in Höhe von 830 DM in einen Inflationsrechner eingegeben, der die historischen Inflationsraten berücksichtigt, danach würde der 721 heute 1334,61€ kosten, wenn er immer noch großindustriell hergestellt werden könnte. Nicht übertrieben, aber auch kein Schnäppchen. Nur mal so zum schmunzeln.

    Gruß Frank

    ich möchte aus gegebenem Anlass doch noch mal meinen "Senf" dazugeben. Vielleicht kennt Ihr Jörg Haase, der unter dem Namen VE99Online unterwegs ist, eine ganze Weile im Repair Cafe Castrop Rauxel eine leitende Rolle gespielt hat, und dann ausgestiegen ist. Der produziert seit Jahren tolle Reparaturvideos mit dem Anspruch, auch immer was zu den Grundlagen rüberzubringen, und Leute dazu zu animieren, sich mit Elektronik zu beschäftigen.

    Jörg hat jetzt vor einigen Tagen eine Video Reihe zum Experimentierkasten Kosmos Elektronik Studio XG gestartet, der die Basis für ein ganzes System ist, und in dem Zusammenhang auch die Frage aufgeworfen, ob es sich lohnen würde, solche ernsthaften Experimentierkästen in moderner Form neu aufzulegen. Ich selber war in den siebziger Jahren bei den Experimentierkästen eher "Team Philips", aber vom Grundsatz kann ich die Erfahrung bestätigen, dass diese Kästen mir die entscheidenden Dinge für den "Durchbruch" beigebracht haben, und ich habe selber eine ganze Weile an der Experimentierkasten Idee überlegt und gebastelt, zumal man heute ja ganz andere Möglichkeiten hätte.

    Der Grund, wieso ich die Idee irgendwann an den Nagel gehängt habe, war die frustrierende Feststellung, dass die, die wirklich Bock auf Elektronik haben, schon genug Informationen und Material zur Verfügung haben, und, dass man die anderen eh nicht erreicht.

    Natürlich bleibt das jedem freigestellt, ob er sich mit Elektronik befassen will, oder nicht, was mir persönlich auf den Keks geht, sind zwei Dinge - einmal der Selbstbetrug ( ich kann das nicht ), und dann die fehlende Wertschätzung. Ich selber habe auch eine Zeit lang in zwei Repair Cafes mitgeholfen, in dem, wo ich Jörg Haase persönlich kennengelernt habe, und in einem in Lünen. Eigentlich ist das Konzept von Repair Cafes ja das gemeinsame reparieren und Lernen, die Realität sieht aber so aus, dass die Repair Cafes eher so Tafeln für Reparaturen sind - alte Hasen opfern hier ihre Lebenszeit und ihre Experise für Leute, die nicht bereit sind, die einfachsten Dinge zu lernen, um sich danach selber helfen zu können. "ich kann das nicht", dieser Spruch hat mich zunehmend wütend gemacht, und wenn ich heute auch in diesem Forum hier immer wieder Postings und Reaktionen finde, wo Leute sich nicht mal die Mühe machen, mal in die Bedienungsanleitung zu schauen, die es für fast alle Dual Geräte im HiFi Archiv gibt, und das Board lieber als lebende KI nutzen, die ihnen die richtigen Sachen raussucht, dann macht mich das zunehmend unmutig.

    Auch das Nachvollziehen der Funktionsweise der mechanischen Duals oder der wirklich simplen Signalverkabelung in den Service Manuals ist a) nichts, wofür man einen Doktortitel braucht, und b) etwas was ich selber auch immer wieder tun muss, glaubt Ihr wirklich, dass die "Fachleute" alles im Kopf haben ?

    Und selbst wenn das alles völlig ok wäre, bleibt immer noch ein Aspekt, den sich jeder überlegen sollte, der auf alte analoge HiFi Geräte steht - die Leute, die das alles noch von früher kennen, sterben irgendwann weg, und bis dahin sollte das Wissen an Leute weitergegeben sein, die dann weitermachen können. Wenn man erstmal die anfangshürden überwunden hat, ist das alles ein hoch interessantes Thema, und es gibt Unmengen an Geräten, die gerettet werden wollen bzw. als Objekt zum lernen dienen können, nur muss es Leute geben, die auch die Motivation mitbringen, es zu tun. Es gibt genügend alte Hasen, die bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben, und es gibt sogar gute Möglichkeiten, Geld mit dem Thema zu verdienen, man muss es nur tun wollen, und man muss bereit sein, über die Schwelle wegzukommen, wo man das Gefühl hat, zu dumm dafür zu sein - ein Gefühl übrigens, das micht auf Dummheit hindeutet, sondern ein ganz normaler Teil des Lernprozesses ist.

    Ich kann es einfach nicht begreifen - hier im Board sitzen Leute zusammen, die sich ambitioniert für Dual und alts HiFi interessieren - und wenn es um Dinge geht, wie Wackelkontakte aus der Signalverkabelung eines alten mechanischen Dual Drehers zu lokalisieren und zu beseitigen, kommt der "keine Ahnung" Einwand. Und wenn dann eine gewerblcihe Werkstatt, die Garantie übernehmen und Steuern zahlen muss, entsprechende Stundensätze auch für ganz einfache Dinge aufruft, gibt es noch nicht mal Wertschätzung für die Dinge, die dem Kunden offenbar zu kompliziert sind - oder ist es nur der Unwille, aus seiner eigenen Komfortzone rauszutreten ?

    Bitte das Ganze hier nicht als runtermachen interpretieren, sondern eher als Versuch eines Weckrufs. Danke.


    Gruß Frank

    Na, bei allen 714/731 lagen die Halbzolladapter im Original dabei. Leider haben zu viele Besitzer diese - nach dem Motto "brauch ich nicht" entsorgt.

    Das ist der Grund, weshalb heute bis zu 100 Schleifen dafür aufgerufen und auch gezahlt werden. Schade eigentlich.

    LG Micha

    ich glaube, der Grund liegt eher daran, dass zahlreiche Verkäufer erkannt haben, dass es Leute gibt, die freiwillig 100 Euro plus extra dafür bezahlen. Das ist so ähnlich wie bei den NAB Adaptern von Großspuler Bandmaschinen, die waren auch fast immer Standardzubehör, und heute werden si separat verkauft.

    Außerdem kann ich es nur immer wiederholen - wenn man Plattenspieler abholt, sollte man IMMER nach dem Zubehör und den Gerätepapieren fragen. Ich habe das 1/2" Kit ( noch zugeklebt ) auch nur deshalb, weil ich gefragt habe, hätte ich den 731 einfach so mitgenommen, wären die Papiere und der Umrüstsatz sicher irgendwann beim Verkäufer im Müll gelandet statt bei mir. Selbst bei meiner 741 Kellerleiche für 50 Euro hat der Verkäufer auf Nachfrage noch die Bedienungsanleitung und die Kaufquittung gefunden.

    Was ich an den originalen Adaptersets mag ( auch für den 741 gibt es so ein Set ), ist, dass wirklich alles dabei ist, was man braucht, beim 731 kommt noch hinzu, dass der Originaladapter optisch einigermaßen passt.

    Gruß Frank

    wenn Du auf hochwertige Übertragung ohne Kopplungs-Theater wert legst, die ähnlich gut klingt wie eine Kabelverbindung, dann lass die Finger von Bluetooth. Ich stecke jetzt nicht so im Stoff, bin mir aber sicher, dass es noch echte Funkkopfhörer mit eigenem Sender neu geben wird.

    Ich selber habe sogar im Auto mittlerweile Bluetooth abgeschafft und verbinde das Smartphone wieder per Audio Adapter über den AUX Eingang, weil ich den Sound und das Theater mit der Koppelei irgendwann leid war. Als Kopfhörer besitze ich u.a. den Club One von JBL, der beides kann, Bluetooth und Kabel, wenn man den nur mit Bluetooth kennt, findet man das ok - bis man ihn einmal per Kabel direkt an einen Verstärker angeschlossen hat.

    Ach ja, Media Markt ist seit der Übernahme durch die Chinesen nur noch was zum Weglaufen, im Internet gibt es sicher genug Auswahl.

    Gruß Frank

    Lose ist ein guter Witz ^^. Ich sags mal präziser, der Teller ist nicht befestigt, man muss ihn nur von der Achse abziehen. Leider hat das in vielen Fällen über 40 Jahre niemand getan, und dann hat sich der Teller so an der konischen Achse festgefressen, dass man den Dreher am Teller hochheben kann, ohne dass er sich löst. Hier sollte man der Versuchung widerstehen, den Teller irgndwie runterzuhebeln, weil es die Motorlager nicht besonders mögen, wenn der Teller beim gewaltsamen Abheben seitlich verkantet wird. Beim Dual Kundendienst gab es früher Abzieher für dieses Problem, wo man eine Schraube auf die Tellerachse gesetzt und mit zwei in den Teller greifenden Hebelarmen die Blockade vorsichtig lösen konnte. So einen Abzieher habe ich mir für einen 604 mal selber gebaut, das ist keine große Kunst.

    Und wenn man den Teller erfolgreich abgezogen hat, sollte man ihn in Zukunft auch ohne Anlass alle paar Wochen mal runternehmen, damit das Problem nicht mehr auftritt.

    Gruß Frank

    als ich vor langer Zeit mit Dual Drehern angefangen habe, war ich auch so emsig, wollte alles genau nach Anleitung machen. Mittlerweile habe ich eine ganz ketzerische Meinung zu dem Thema - "never touch a running system".

    Mir fällt beim besten Willen kein Teil an der Mechanik ein, das wegen Schmierstoffmangels irreparabel beschädigt werden kann, die im Dreher auftretenden Kräfte reichen gar nicht aus, die meist überdimensionierte Mechanik der alten Dreher anzukratzen. Wenn das Fett wirklich wichtig ist, und nicht mehr da oder verharzt ist, ist die Funktion gestört, und dann kann man gezielt aktiv werden. Ein Plattenspieler ist kein Auto, das regelmäßig die Inspektion braucht, und bei dem verschlampter Ölwechsel zu großen Schäden führen kann.

    Dass meine Philosophie nicht so verkehrt sein kann, sehe ich an meinen unrevidierten Drehern, die teilweise schon mehr als zwei Jahrzehnte bei mir sind und einwandfrei funktionieren. Ich kaufe nur gut erhaltene Exemplare, die KEINE Kellerkarriere hinter sich haben, frische sie auf, wenn nötig, und habe Spaß dran.

    Gruß Frank

    Elektrotanya ist für Bedienungsanleitungen nicht so die erste Adresse, genauswenig wie das Dual Board für Philips Tonbandgeräte. Ich würde es mal im Tonbandforum versuchen, die haben auch ein kleines Archiv.

    Im Übrigen ist das N4305 ein ganz einfaches Vierspur mono Gerät, dass sich im wesentlichen selbst erklärt.

    Gruß Frank

    bei mir hat die Bowdenmechanik immer wieder Spiel, die Kontakte hatte ich schon auseinander und richtig gereinigt, aber nach kurzer Zeit komme ich immer wieder an den Punkt, wo die Schalterstellungen die zugehörigen Kontakte nicht treffen. In der Mitte geht es noch, da kann man am Drehknopf wackeln, aber speziell bei Phono am oberen Ende ist es pures Glück. nachdem ich dann die bowdenmechanki auseinander und wieder zusammengesteckt habe, ist das Spiel erstmal weg, aber nach ein paar Wochen geht das Theater wieder los. Irgendwie lockert sich die befestigung am Schalter selber immer wieder. Ich suche schon länger ein günstiges CV1460 Bastlergerät, um eine komplett andere Konstruktion auszuprobieren, mit einer Relaislösung und einem Motorantrieb am Lautstärkepoti könnte man sogar einen CV1460 RC bauen. Meinen jetztigen 1460 möchte ich für so ein Projekt nicht hernehmen, weil er abgesehen von dem Schalterproblem noch sehr gut erhalten und original ist.

    ja, der Verstärker wurde von Denon gefertigt, ich habe aber noch kein Denon Modell gefunden, wo exakt der gleiche Schalter verbaut ist. Und selbst wenn, ist das Gelumpe ja auch über 40 Jahre alt.

    Gruß Frank

    ich habe den 1460 im Wohnzimmer, zusammen mit den CL730 auf Füßen LF2 ist das genau der Wohnzimmerklang, den ich haben will.

    Wo ich nicht zustimmen kann, ist die Meinung von Telebear, alles könne mit wenig Aufwand repariert werden. Das mit den Lämpchen ist zwar einfacher als beim 1260, wenngleich es auch eine "Lampenplatte" gibt, die nach Wunsch von Dual komplett getauscht werden sollte - immerhin kann man Instrumente und Lampen "offiziell" voneinander trennen.

    Die Elektronik ist unverwüstlich, was aber ein echtes Problem ist, ist der blöde Eingangswahlschalter mit Bowdenmechanik. Ich komme langsam dem Entschluss immer näher, eine Ersatzplatine mit Relais zu konstruieren, und einen Adapter vorne an den Schalterknopf zu setzen, der nur noch Gleichspannung schaltet, damit endlich nachhaltig Ruhe ist. Der Quellenumschalter hat zwei Probleme, einmal die Kontakte selber, und dann noch die Plastik-Bowdenmechanik, die gerne ausleiert. Mich hat das Ding schon ziemlich genervt, aber wenn er wieder zusammen ist und ( erstmal wieder ) zickenfrei funktioniert, entschädigt der Klang für alles. Dass Verstärker nicht klingen, das ist Quatsch.

    Eine Sache, die auch noch nervt, ist die sehr sparsame Ausstattung mit Eingängen. Bei dem, was heute alles an so einen Verstärker gehängt wird, kommt man ohne externen Umschalter nicht mehr klar. Ach ja, die CL730 haben ja den 8 Ohm Anschluss, der nur über einen Vorwiderstand realisiert wird. Der Verstärker spielt mit dem 4 Ohm Anschluss annähernd genauso wie mit 8 Ohm Anschluss, den Unterschied hört man nur im direkten Vergleich, und bei meinen Hörlautstärken wird der Verstärker auch mit 4 Ohm Last nicht wirklich warm.

    Gruß Frank

    In welcher Region Deutschlands werden derartige Geräte ann den Straßenrand gestellt ? Ich stelle hier bei uns immer nur fest, dass selbst die Hausfrauen mittlerweile im Internet recherchieren, für was das Zeug gehandelt wird, bevor sie das Zeug des verstorbenen Großvaters entsorgen.

    Viel Erfolg wünsche ich Dir, das Gerät hat es verdient.

    Gruß Frank

    Man muss nicht immer von heutigem Krawall-Gelärme ausgehen, bei dem eine Konversation wegen überlauter Beschallung im Keim erstickt wird. So eine Musiktruhe würde ich gerne mal hören...

    Auch früher wurde schon Krawall in Tanzbuden und Kneipen gemacht, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstanden hat.

    Und dass alte Röhren Watt nicht mit Transistor Watt zu vergleichen sind liegt eher an den alten Lautsprechern - mit modernen Boxen sind 18 Röhrem Watt genauso leise wie 18 Transistor Watt. Gerade in den alten Truhen wurde fehlende Leistung oft durch Elektroakustik ersetzt. Das ist übrigens auch ein Grund, wieso man die alten Geräte nicht einfach rausreißen sollte - die Verstärker in den Radioteilen bilden mit den Lautsprechern eine Einheit.

    Wenn eine von meinen Grundig Truhen mal wieder spielt, kannst Du gerne mal vorbeikommen. Besonders die 9010 ist ein Erlebnis, wonach man die ganzen Allerwelts Röhrenradios nicht mehr wirklich mag.

    Gruß Frank

    Schreiben darfst du alles, wenn du Politik außen vorlässt und die Netiquette beachtest. Mir gefällt der dunkle Farbton auch, er ließe sich bei uns weniger gut mit den vorhandenen Möbeln kombinieren. Daher ist es toll, dass es eine helle Variante gab. Leider fehlt mir der Platz für so einen Trumm. Musiktruhen werden in der Regel sehr günstig angeboten, da sie meistens defekt sind und kaum noch jemand so ein Möbelstück aufstellen möchte oder kann. Du findest bestimmt eines, das dich anspricht und wenn die Geräte ohnehin nicht mehr funktionieren, kann man sehr gut darüber nachdenken, ob man modernere Geräte einbaut. Geschlossen behält das Möbelstück seinen ursprünglichen Reiz.

    diese Haltung, nicht mehr funktionierende Geräte einfach rauszuwerfen und durch irgendwas zu ersetzen, tut mir ehrlich gesagt ein wenig weh.

    Die Spitzen-Musikschrönke, um die es hier geht, werden mitnichten mehr "sehr günstig" angeboten, weil sie damals sowieso nicht so oft gekauft wurden, und durch diese Fledderei - man denke an den Greencone Wahn bei Saba - teilweise ultraselten geworden sind. In den Truhen ohne Fernseher ist auch nix drin, was nicht reparabel wäre, es muss nur vorhanden sein.

    Ein Beispiel, was ich meine - ich habe viele Jahre eine Grundig 9010 von 1952 gesucht. Über den Weg gelaufen sind mir einige, auch preiswerte, aber immer teilweise oder komplett ohne die originale Technik. Heute ärgere ich mich, nicht noch eine davon mit gutem Gehäuse gekauft zu haben, um aus zweien eine zu machen, aber ich habe damals eine gesucht, wo wenigstens noch alles dran war, und habe dann 500 Euro für ein Fundstück bezahlt, das auf dem Dachboden einer Abrissvilla gestanden hat. Das Foto zeigt den Zustand nach einer gründlichen Reinigung:

    Auch hier fehlen noch Originalteile, z.B. ist ein falscher Tonarm aus dem Nachfolgemodell mit Kristallsystem verbaut, und der Phonovorverstärker für das originale Magnetsystem totgelegt, aber der rest ist komplett und unverbastelt, und seit bekannt ist, dass ich das Ding im Keller stehen habe, kommen immer wieder Nachfragen, für 500 Euro würde ich die Kiste jederzeit wieder los.

    Ein zweites etwas weniger wertvolles Beispiel ist ein Fund, den ich in Rüdesheim vor dem Container gerettet habe, eine Grundig 9080 von 1957:

    Auch hier tauchen öfter welche auf, sogar mit besserem Gehäuse, aber eben keine vollständigen und unverbastelten. dieses Exemplar ist in der Scheune eines Gutshofes aufgetaucht, als man angefangen hat, ein Hotel daraus zu machen, und wäre der Sohn der Familie nicht so schlau gewesen, die Truhe für 79 Euro bei Ebay einzustellen, wäre sie in der Müllverbrennung gelandet. Der Erstbesitzer war so schlau, wirklich ALLES Zubehör in die truhe hinter die Rückwand zu legen - neben der Fernbedienung noch eine Ladung originale Grundig Tonbänder, ein Grundig Mischpult, das Mikrofon und alle Gerätepapiere inklusiv Kaufrechnung.

    Das Problem bei den Truhen ist, dass Laien oft nicht die Allerweltsgeräte von den interessanten Geräten unterscheiden können. Die Hersteller sind daran nicht unschuldig gewesen - bei der 9010 sieht man z.B. noch, dass das was besonderes war, die 9080 ist aber schon im Grundig Standardformat gebaut, und man kann sie optisch kaum von den halb so teuren kleineren Modellen unterscheiden. Deshalb mein guter Rat - wenn Euch so ein Trumm in die Hände fällt, in dem die alten Geräte noch komplett drin sind, immer erst nachsehen, um was für ein Modell es sich handelt. Als ich noch Platz hatte, habe ich eine Zeit lang nach einer Saba Baden 12 Sonorama gesucht, weil hier das große Freiburg Vollstereo Chassis und der Dual 1006 M ab Werk verbaut sind, was ich da an Greencone Schlachtopfern gesehen habe, das hat mich dann doch traurig gemacht. Vollständige Spitzenmusiktruhen mit guter Substanz wird man immer los, und wenn man sie nach China verkauft.


    Gruß Frank


    Edit: Und hier noch ein typisches Beispiel, wo sich mir die Fußnägel hochkräuseln:

    https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/schoener-antiker-musikschrank-von-grundig/3411682868-240-1468

    Ob der Plattenspieler original ist, müsste geprüft werden, ich kann mich nicht daran erinnern, dass Grundig ELAC Geräte verbaut hat. Es fehlen aber auf jeden Fall der Fernseher und das Tonbandgerät - für Sammler ist die Kiste wertlos, für Leute, die nur einen alten Deko Schrank suchen, zu teuer, und man fragt sich, wieso die Vorbesitzer nicht zumindest das Tonbandgerät dringelassen haben.

    Bei Dual waren damals die HS 151 und 152 die größten und ungefähr mit den Project vergleichbaren Anlagen. Da ist es allerdings absurd, was für gebrauchte Anlagen für Preise aufgerufen werden, teilweise bis zum Doppelten des damaligen Neupreises (1000 DM -> 1000 €).

    nur die 152 ist so teuer, weil es die einzige Dual Heimanlage in der HS Bauform mit großem Laufwerk ist. Klanglich spielt das keine Rolle, und der 1246 ist gar nicht mal so gut, aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich - die kleinen Laufwerke mit überhängender LP will halt keiner haben.


    Aber ein Stereokoffer mit dem Innenleben eines Plastik - CS6xx, den man auch mit Akkus betreiben kann, das wäre schon eine Idee.


    Gruß Frank

    Stand alone meine ich genau sowas - Plattenspieler mit integriertem Verstärker und Lautsprechern, entweder als separate Boxen oder integriert. Das Komponentenkonzept früherer HiFi Anlagen ist gerade jüngeren Vinyl Fans oft nicht mehr nahezubringen, und abgesehen von ganz wenigen Exoten gibt es hier in neu nur diesen billigen Plastikschrott mit Fünf Dollar Laufwerk. Für sowas wäre gerade das Innenleben ranziger Dual Plastikdreher geeignet, weil man da mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat als bei den Chassis-Modellen. Und die Plastikdreher haben noch zusätzlich den Vorteil, dass die Antriebstechnik mit kleiner Gleichspannung läuft, das macht den Bau von netzunabhängigen Geräten leicht.

    Gruß Frank