Dual 721 - Tieftöner "beben" stark

  • Hallo Dual-Community,


    ich bin neu hier und möchte mich gleich mit einer Frage an euch Spezialisten wenden.


    Eigentlich höre ich hauptsächlich digitale Medien, sei es CD, Streamingdienste, PC usw. Mein Vater war großer Hifi-Enthusiast und da lernte ich als Kind und Jugendlicher seine geliebte Anlage kennen, mit dem Plattenspieler Transrotor Vision, Air Tight Endstufe und Vorstufe und andere für mich sehr beeindruckende Geräte. Leider mussten wir das alles nach seinem Ableben 2019 verkaufen, da mir das Know-How auf diesem Level fehlt und wir schlicht das Geld brauchten...sehr schade, aber so ist es nunmal. Seine Plattensammlung habe ich jedoch an mich genommen, da wir uns musikalisch immer gut verstanden haben und ich irgendwann in die analoge Welt einsteigen möchte. Wie ihr euch vorstellen könnt, hätte ich meine Frage an ihn gerichtet, wenn das noch möglich wäre.


    Soviel zu meinem Hintergrund.


    Meine aktuelle Anlage besteht aus einem Marantz SR14 Reciever und einem Paar Canton Karat 940. Jetzt bin ich an einen Dual 721 Plattenspieler mit Shure V-15 Typ III L-M gekommen, vom Vater meiner Frau, aus erster Hand. Lange nicht gespielt, aber immer im Wohnzimmer. Da kam mir natürlich die Plattensammlung meines Vaters in den Sinn.


    Mit Hilfe der Bedienungsanleitung habe ich den Tonarm nach bestem Wissen eingestellt. Auflagerkraft ist auf 1,0 wie auch Anti-Skating auf 1 (obere Skala). Automatik funktioniert auch und er scheint soweit in Ordnung zu sein.


    Als erstes schloss ich den Dual an einen Line Eingang meines Marantz an und natürlich viel zu leise und schlechter Klang ohne Vorstufe, aber zumindest gingen beide Kanäle und wieder scheint alles in Ordnung.


    Um nicht gleich ein Haufen Geld auszugeben habe ich mir ein sehr günstige Vorstufe, eine Behringer PP400, gekauft, welche häufig als "für das Geld gut" eingestuft wurde. Dazu noch ein 5 Pol Din auf Cinch Adapter mit Massekabel.

    Alles angeschlossen und der Ton ist deutlich lauter, aber noch immer relativ leise.

    Zum Vergleich: Für gewöhnlich spiele ich Musik im Bereich -40dB bis -30dB. Den Dual muss ich auf -10dB bis 0dB stellen und das fühlt sich nicht richtig an.


    Das eigentliche Problem zeigt sich aber an den Tieftönern, die sich konstant sehr stark auf und ab bewegen, was nicht "gesund" sein kann. Soviel ich weiß war in diesem Fall bei den alten Verstärken die Subsonic-Funktion hilfreich, richtig?

    Aber was kann man tun, wenn man den Plattenspieler an einem "modernen" Amp spielen möchte?


    Ich besitze prinzipiell auch noch eine Anlage, die leider momentan nicht aufgebaut werden kann, aber in Zukunft, wenn der Platz da ist meine Vintage-Anlage werden soll, mit einem Sansui G-8000 und Tannoy Windsor Lautsprechern, welche jedoch neue Sicken benötigen. Da wird sich der Plattenspieler vermutlich wohler fühlen. Ist momentan, aber leider noch keine Option.


    Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Ratschläge geben und hoffe auch, euch nicht zu sehr gelangweilt zu haben.


    Vielen Dank im Voraus und ich freue mich auf eure Antworten!


    Grüße,

    Benny

  • Benny: Du könntest den Art Precision Phono Pre in Erwägung ziehen. Das ist das jüngere, verbesserte Schwestermodell des bekannten DJPreII, bei Amazon aktuell für rund 78 Euro erhältlich (dort unter "ART Precision Phono Vorverstärker" geführt). Der böte sowohl eine höhere Verstärkung als auch ein schaltbares Subsonic- alias Low-Cut-Filter.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Es handelt sich um Infraschall, also Frequenzen unterhalb der Hörschwelle von 20 Hertz. Der kommt bei digitalen Medien praktisch nicht, obwohl CDS theoretisch bis runter auf 2 Hertz speichern und übertragen können. Du brauchst einen Verstärker oder separaten EVV mit Subsonic-Filter, um Frequenzen unter 20 Hertz zuverlässig zu unterdrücken. Bei manchen Verstärkern wie z. B. meinem Braun A 1 liegt die Einsatzfrequenz des Filters auch höher, in diesem Fall bei 30 Hertz, aber das macht sich akustisch praktisch nicht bemerkbar, aber die Tieftöner pumpen nicht mehr. Mein Dual CV 1450 verfügt ebenso wie sein kleinerer Bruder 1250 über ein besonders gut wirksames Subsonic-Filter ab 18 Hertz. Ein klassisches Rumpelfilter ist dagegen nicht gut geeignet, weil es meistens schon bei 50 Hertz oder noch höher einsetzt.


    Diethelm 🙂

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Das hat mir schon sehr weitergeholfen. Das Problem liegt also nicht beim Plattenspieler, sondern ist primär eine Frage des Preamps...freut mich zu hören. Den Behringer sende ich definitiv zurück, da er schlicht den Anforderungen nicht gewachsen ist.


    Manfred: den Art Precision habe ich jetzt tatsächlich bestellt und werde das mal ausprobieren. Mal sehen was ich am Freitag für Erfahrungen machen werde.


    Euch noch eine gute Zeit!


    Viele Grüße,

    Benny

  • Dual 721 Plattenspieler mit Shure V-15 Typ III L-M gekommen, vom Vater meiner Frau, aus erster Hand. Lange nicht gespielt, aber immer im Wohnzimmer. Da kam mir natürlich die Plattensammlung meines Vaters in den Sinn.


    Mit Hilfe der Bedienungsanleitung habe ich den Tonarm nach bestem Wissen eingestellt. Auflagerkraft ist auf 1,0 wie auch Anti-Skating auf 1 (obere Skala). Automatik funktioniert auch und er scheint soweit in Ordnung zu sein.

    Also ich würde mir auf jedenfall mal den Dreher genauer ansehen wenn der sehr lange gestanden hat , auch die einstellwerte bezüglich Auflage und Antiskating - die Werte aus der Anleitung beziehen sich nur auf die Originale Nadel, falls sie noch dran sein sollte, wäre auch die zu prüfen, auch was das Thema verhärteten Nadelgummi / Aufhängung betrifft - wenn keine Originale Nadel mehr am System sind die Werte der Nachbau Nadel einzustellen, falls nicht vorhanden, sind diese meist 1,5g und dann ist auch das Antiskating auf 1,5 einzustellen wenn du dir nicht sicher bist mit der Nadel, würde ich auf jedenfall zu einer neuen Raten, es gibt auch sehr gute Nachbau Nadeln zu moderaten Preisen zum Anfangen


    Auch würde ich dir raten zumindest anstatt des DIN Adapter neue Chinch Stecker anstatt des DIN Stecker anzubringen am Kabel wenn du die Möglichkeit hast, die Adapter haben in der Vergangenheit schon zu sehr vielen Störungen geführt, auch klanglich

    liebe Grüße aus Wien, Gunther

  • Danke Gunther, klar diese Adapterlösungen gefallen mir grundsätzlich auch eher weniger, aber die Möglichkeit bzw. die Erfahrung das selbst zu tauschen habe ich leider nicht. Diesbezüglich finde sicherlich hier im Forum.


    Soviel ich weiß ist noch die original Nadel dran, aber beschwören kann ich das nicht. Habe selbstverständlich auch schon über Ersatz nachgedacht, aber ich möchte jetzt zunächst alles grundsätzlich zum Laufen bekommen und dann zu einem späteren Zeitpunkt ggf. auch eine etwas "bessere" und nicht zwingend die Kostengünstigste kaufen.


    Viele Grüße,

    Benny

  • Wenn du einen Lötkolben hast, und ein bisschen Löten kannst ist das mit den Chinch Steckern kein große Hexerei, das bekommen wir hin


    Bezüglich der Nadel, Klapp mal den Nadelschutz runter und mach mal ein Foto und stelle es hier ein, dann kann man gleich sagen ob Original oder nicht

    liebe Grüße aus Wien, Gunther

  • Lötkolben habe ich, aber bisher nur Gitarrenpickups gelötet...sollte mit der richtigen Anleitung jedoch machbar sein.


    Und das Foto:



    Danke im Voraus und viele Grüße,

    Benny

  • Hallo,


    ebenfalls würd ich mal den Antiresonator prüfen, ob das Gewicht noch brav richtig "hängt".


    Wenn es nicht "brummt" ist der Adapter weniger ein Problem.


    Beim Auspendeln (Lift unten, Auflagekraft und Antiskating auf 0) steht der Tonarm sauber?


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hallo Peter,


    also ich bin mir nicht sicher was genau du mit "sauber" meinst, aber die Anleitungen, die ich mir zum Einstellen des Tonarms angesehen habe, ließen sich sehr gut umsetzen. D.h. beim Auspendeln etc. gab es für mich keine Überraschungen und es scheint diesbezüglich alles in Ordnung zu sein.


    Viele Grüße,

    Benny

  • Also die Nadel ist Original, und wenn du schon gelötet hast, ist da kein Problem


    Chinch Stecker müsstest dir Besorgen, aber keine Billigen, sonst mach das keinen Sinn


    Diese hier kann ich emfehlen: Klick: gibt es in Verschiedenen Farbcodierungen dann kann man den Kanal nachher unterscheiden, die verwende ich auch, Foto wo welche Litze am Stecker angelötete gehört kann ich dir Zukommen lassen

    liebe Grüße aus Wien, Gunther

  • Danke. Was die Stecker angeht, werde ich mich nochmal in den Sachen von meinem Vater umschauen...ich meine da einige hochwertige gesehen zu haben.

  • hier mal ein Foto, sind jetzt zwar andere als ich verlinkt habe, funktioniert aber ganz gleich, einfach den DIN Abzwicken, und das Kabel dann abisolieren dementsprechend auf die länge passend des Steckers, die Dual Kabeln haben ohnehin einenFarbkodierung in der Regel Rot und Gelb, pro Kanal, hier als Beispiel das mit dem Rotem,


    liebe Grüße aus Wien, Gunther

  • Sehr schön, scheint ja tatsächlich kein Hexenwerk zu sein, aber wie sieht es in dem Fall mit dem Massekabel aus?

  • Das Wabbeln liegt nicht am Vorverstärker. Er kann es ohne Subsonic-Filter halt nicht unterdrücken.

    Entweder hat die Platte einen Höhenschlag und den siehst du am Basslautsprecher oder System und Tonarm haben angefangen zu schwingen.

    Daher die Frage nach dem Antiresonator. Dann ist da insgesamt was falsch eingestellt.


    Ulli

  • Das Wabbeln liegt nicht am Vorverstärker. Er kann es ohne Subsonic-Filter halt nicht unterdrücken.

    Entweder hat die Platte einen Höhenschlag und den siehst du am Basslautsprecher oder System und Tonarm haben angefangen zu schwingen.

    Oder er hat ein Zimmer mit Holzboden.

    Grüße Gernot
    Es soll ja Leute geben, die hören, ob das Lautsprecherkabel rot oder blau ist.

    >>> Bitte keine technischen Fragen per PN, nutzt das Board, dann hat Jeder was davon <<<

  • Holzbelag, aber Stahlbetondecken. Die sind schalltechnisch eigentlich gut entkoppelt hier im Haus. Schwingungen aus dem Boden würden vermutlich auch nicht zu dem getakteten Wabbeln passen, oder sehe ich das falsch?

  • Sehr schön, scheint ja tatsächlich kein Hexenwerk zu sein, aber wie sieht es in dem Fall mit dem Massekabel aus?

    Die Maase ist ja die Ummantelung zwischen Isolierung und dem Roten Kanal Kabel in diesem Fall, das lötest du wie ersichtlich am Steeg wo auch das Kabel für die Zugfestigkeit eingeklemmt wird ein, da ist auch eine Aufnahme zum Anlöten vorgesehen,


    Man kann natürlich zusätzlich auch ein separates Massekabel anbringen, dazu musst du den 721 aber aus der Zarge Nehmen, und beim Schließer die Massebrücke entfernen, aber in der Regel und für den Anfang sollte es auch ohne gehen

    liebe Grüße aus Wien, Gunther

  • Hallo,


    siehe auch


    Masse kommt an die Knickschutzschelle


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

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