• Heute hatte ich dann auch endlich mal die Gelegenheit, mir die KA 460, die ich vor einigen Monaten etwas verstaubt, aber dafür günstig beim Trödler erstanden und im Keller zwischengelagert hatte, auf den Tisch zu stellen und genauer anzusehen. Das Teil kannte ich bislang ja nur aus dem Prospekt, es stellte lt. selbigem die größte und stärkste (und mit rd. 20 Kilogramm sicher auch schwerste) der Dual-Kompaktanlagen aus Mittte der 70er jahre dar.

    Das liess mich zunächst hoffen, das ich etwas Schönes und "Wertiges" (im Sinne von technisch, nicht monetarisch) für meinen künftigen "Vintage-Raum" im neuen Heim erstanden habe. Zunächst einmal das Positive: Nach Verbinden mit dem Stromnetz, sehe ich: Sie ist funktionsfähig und optisch ohne gravierende Macken. Der 601er hat die beinahe ja schon obligatorischen "Automatikprobleme", aber der Riemen ist noch gut, wurde ziemlich sicher in den letzten 10 Jahren mal erneuert.

    Von der Leistung bin ich etwas enttäuscht, 4x18 Watt (bzw. 2x24 Watt an 4 Ohm) Nennleistung für das damalige "Spitzengerät" ? Na ja.

    Dann habe ich mal ins Innenleben geschaut: Gefühlte 1000 Einzelplatinen und Kabelverbindungen, da macht das Fehlersuchen und Messen im Fall der Fälle garantiert stundenlang Spaß 8o. Der Transformator ist in Schnittbandkern-Bauweise und somit schon recht ordentlichim Vergleich zu den sonst üblichen Ringkerntransformatoren.

    Die Phonovorverstärker-Platine sieht für ein "Spitzenmodell" auch etwas kümmerlich aus, da hätte man Besseres verbauen können. Immerhin ist Vieles im Innern "gesteckt" und man kommt gut dran, anders als bei den 70er Jahre Geräte der Japaner, die mir schon echtes Kopfzerbrechen bereitet haben bei der Frage, wie ich das eine oder andere vermeintlich fehlerbehaftete Teil freilege.

    Ich werde das Gerät nun erstmal reinigen und dann auf alle Einzelfunktionen hin prüfen.

    Wenn sonst hier noch jemand eine KA 460 besitzt, freue ich mich auch über Informationen, welche Bauteile man vorsorglich hier schon mal erneuern bzw. austauchen könnte.

    Bilder gibt's dann nach der Reinigung.


    Grüße

    Rudi


    PS: Schade, dass sich die schöne, grüne Skalenbeleuchtung abschaltet, wenn man andere, als Radiofunktionen anwählt. Dann sieht es irgendwie duster aus.

    Einmal editiert, zuletzt von ledirecteur ()

  • Der Transformator ist in Schnittbandkern-Bauweise und somit schon recht ordentlichim Vergleich zu den sonst üblichen Ringkerntransformatoren.

    Hm . . . aus meiner ganz persönlichen Sicht ist ein Ringkerntransformator "höherwertig/besser" als ein Schnittbandkern-Trafo!

    Ringkerntransformatoren sind am Ausgang -also die Sekundär-Spannung- auch unter Vollast extrem stabil und auch von der Effizienz her dem Schnittbandkern-Trafo da ein wenig überlegen.

    Lasse mich aber gerne mit Fakten eines besseren belehren.

    Mit Gruß Dietmar M. aus W.

    Höre Musik (Stand März 2020) mit:
    Dual 731Q -Tonarm-Umbau + Goldring G1020 - Dual 1218 + M95 G-LM mit N95ED - Grundig PS 4500 + AT120E - Dual 731Q + Philips Super M 412 II mit einer GP 422 II oder über:
    18er Spulen mit AKAI GX-270D oder CD über Yamaha CDX-590 oder MC über Yamaha KX-480 oder PC mit einer Creative SB X-Fi
    mittels
    Yamaha RX-570 mit Dynaudio Contour I MK II und/oder ACOUSTIC ENERGY AEGIS Model 1

  • Lasse mich aber gerne mit Fakten eines besseren belehren.

    Hm, "Fakten" kann ich dahingehend leider nicht liefern, das war so eine Annahme von mir. :/

    Ich dachte immer, dass sie eine kleinere Remanenz haben, sei ein Vorteil. Aber ich muss gestehen, dass ich mich noch nicht so intensiv mit den Vergleichen beschäftigt habe.

  • Moin Rudi! :)

    Ich dachte immer, dass sie eine kleinere Remanenz haben, sei ein Vorteil.

    Ja! - Da hast du zwar Recht mit, aber unterm Strich . . .

    Zitat von Wikipedia

    Schnittbandkerne haben aufgrund ihrer Restluftspalte eine kleinere Remanenz als Ringkerntransformatoren und damit kleinere Einschaltströme als diese. Durch die beiden Rest-Luftspalte im Kern und dessen rechteckige Form ist die Materialausnutzung jedoch nicht so hoch wie beim Ringkerntransformator. Schnittbandkerne haben dennoch ähnlich gute Eigenschaften wie Ringkerne, die Wicklungsherstellung ist gegenüber jenen einfacher, die Schnittbandkern-Herstellung ist jedoch gegenüber anderen Kernbauformen etwas teurer.


    Mit Gruß Dietmar M. aus W.

    Höre Musik (Stand März 2020) mit:
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    18er Spulen mit AKAI GX-270D oder CD über Yamaha CDX-590 oder MC über Yamaha KX-480 oder PC mit einer Creative SB X-Fi
    mittels
    Yamaha RX-570 mit Dynaudio Contour I MK II und/oder ACOUSTIC ENERGY AEGIS Model 1

  • OK, einigen wir uns auf "unentschieden" ;)


    Ich gehe auch mal davon aus, dass es sich beim im 601 verbauten "Dual M 20 E" um ein Ortofon System gleicher Bezeichnung handelt.

    Ein mit "Dual" gelabeltes ist mir bislang noch nie untergekommen.

  • Moin Rudi,

    ich besitzte keine KA460, sondern eine KA360. Somit entfällt die Überprüfung des C919.

    Im Forum gab es schon einmal dieses Thread


    Dann habe ich mal ins Innenleben geschaut: Gefühlte 1000 Einzelplatinen und Kabelverbindungen, da macht das Fehlersuchen und Messen im Fall der Fälle garantiert stundenlang Spaß

    Stimmt, ich habe mir auch gerade ein Bild im Netz angeschaut, wow, viele lange Winterabende und viel fotografieren.

    Aufgefallen sind mir die zwei großen Siebelkos neben dem Trafo, die würde ich persönlich als erstes tauschen.

    Aber dazu darf ja jeder seine Meinung haben ...

    Gruß Peter

  • Von der Leistung bin ich etwas enttäuscht, 4x18 Watt (bzw. 2x24 Watt an 4 Ohm) Nennleistung für das damalige "Spitzengerät" ? Na ja.

    Bitte höre es Dir erstmal an, bevor Du (falsch) urteilst. Der HiFi-Spitzenverstärker von Philips Anfang der 70er "RH 591" hatte 2x20Watt Sinus- und 2x30Watt Musikleistung. Zeitgleich wurde der Receiver "Konzertmeister 22RH78" mit 2x6,5Watt angeboten.(Beides nach DIN-Norm !) Die klingen mit Lautsprechern aus dieser Zeit hervorragend - überraschenderweise sogar der Konzertmeister. Damals wurde noch grundsolide Qualität hergestellt und der unsinnige Watt-Hype hatte noch nicht begonnen. Die späteren Ultrahoch-Watt-Angaben entsprachen nicht mehr den DIN-Normen und sind Phantasieangaben.


    Entscheidend ist die Verwendung von Lautsprechern mit hohem Wirkungsgrad.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Hallo Rudi,


    waren Ringkerntrafos bei Dual wirklich »sonst üblich«? Ich kenne lediglich den CV 1450, der mit einem solchen ausgerüstet wurde (lasse mich aber ggf. eines Besseren belehren ;)), aber weitaus mehr Dual-Geräte mit Schnittbandkerntrafos entweder des SU- oder des SM-Typs. Auch herkömmliche Blechpakettrafos waren üblich, sogar welche, die auf den ersten Blick aussehen wie ein SU-Schnittbanddtrafo, z.B. die in den CV 1150 und CV 1250.


    Beste Grüße, Uwe

    »Mit der Vervollkommnung der Demokratie widerspiegelt die Präsidentschaft immer mehr die innere Seele des Volkes. Wir nähern uns einem erhabenen Ideal. Eines großen und glorreichen Tages wird sich der Herzenswunsch der einfachen Leute des Landes letztendlich erfüllen und das Weiße Haus mit einem wahren Idioten geschmückt sein.« (Henry L. Mencken, 1920)

  • Hallo Uwe, bei „sonst üblich“ meinte ich nicht speziell Dual, sondern deren allgemein verbreitete Verwendung in Hifi-Geräten.


    Grüße

    Rudi


    Von der Leistung bin ich etwas enttäuscht, 4x18 Watt (bzw. 2x24 Watt an 4 Ohm) Nennleistung für das damalige "Spitzengerät" ? Na ja.

    Bitte höre es Dir erstmal an, bevor Du (falsch) urteilst. Der HiFi-Spitzenverstärker von Philips Anfang der 70er "RH 591" hatte 2x20Watt Sinus- und 2x30Watt Musikleistung. Zeitgleich wurde der Receiver "Konzertmeister 22RH78" mit 2x6,5Watt angeboten.(Beides nach DIN-Norm !) Die klingen mit Lautsprechern aus dieser Zeit hervorragend - überraschenderweise sogar der Konzertmeister. Damals wurde noch grundsolide Qualität hergestellt und der unsinnige Watt-Hype hatte noch nicht begonnen. Die späteren Ultrahoch-Watt-Angaben entsprachen nicht mehr den DIN-Normen und sind Phantasieangaben.


    Entscheidend ist die Verwendung von Lautsprechern mit hohem Wirkungsgrad.

    Ok. Das war gestern ja auch erst einmal eine „erste Bestandaufnahme“ mit Blick auf die Werte und das Innenleben des Geräts.

    Inzw. konnte ich wenigstens schon einmal die meisten Funktionen testen und es scheint zumindest alles soweit i.O. zu sein. Beim 601 ist die Stroboskoplampe defekt (durchgebrannt), da muss ich mal sehen, was sich als Ersatz anbietet. Und der Sendersuchlauf mit dem großen Rad „kratzt“ mechanisch etwas, das Band läuft also nicht sanft und geräuschlos beim Drehen, aber funktional ist alles ok. Möglicherweise nur ein Reinigungsfall.

    Das war das was ich auf die Schnelle feststellen konnte. Fortsetzung folgt.


    Grüße

    Rudi

    Einmal editiert, zuletzt von ledirecteur () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von ledirecteur mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich muss mir die Anlage demnächst nochmal genauer vornehmen. Die Lautsprecherterminals für die hinteren Lautsprecherpaar funktionieren (beide wahlweise) im Stereobetrieb, wenn ich vorne auf 2x Stereo drücke. Schalte ich nur auf die Frontlautsprecher und vorne auf „stereo“ geht nur ein Kanal. Eventuell eine kalte Lötstelle oder ein anderer Fehler, da muss ich messen. Der UKW-Empfang ist satt und klar, aber ich bekomme die Sender trotz Antenne nicht sauber in Stereo. Die Stereolampe leuchtet zwar beim Durchscannen auf, aber wenn die Signalstärke am höchsten und die center tuning Anzeige mittig ist (also beim bestmöglichen, sauberen Signal), dann gibts nur Mono, „Stereo“ liegt ganz schwach ausserhalb der optimalen Einstellung und rauscht nur. Ich weiß, dass der Stereoempfang wesentlich empfindlicher ist, aber irgenddwas scheint da dennoch nicht ganz zu passen. Ansonsten muss ich noch die Stroboskoplampe am 601 wechseln, der spielt aber ansonsten auf beiden Geschwindigkeiten sauber und ohne Brummen. Auch die Potis der Schieberegleer machen kaum Geräusche und arbeiten recht sauber.

    Und noch eine Frage: Die Helligkeit der 4 bunten Lampen, die Stereo oder 2xStereobetrieb anzeigen, ist abhängig vom Lautstärkeregler. Schiebe ich nach links auf leise, gehen sie aus, schiebe ich nach rechts, werden sie hell und leuchten auf. Flackern aber dabei wie eine Lichtorgel. :/ Ich denke, da wartet doch mehr Arbeit als erwartet. Werde mir mal die Anleitung und das Servicemanual runterladen.


    Grüße

    Rudi

    Einmal editiert, zuletzt von ledirecteur ()

  • Ich habe auch noch eine KA 460 hier.


    VG Andreas

    Ich biete:
    Im Moment nichts.

  • Denke daran. Du hast vier diskrete Endstufen. Das hinten beide Kanäle funktionieren heißt nicht das du

    Vorne nur ein Kontaktproblem hast. Das ist wahrscheinlich einen Endstufe platt.


    Die KA hat in der Endstufe viele Tantalies die gerne Platt sind. Ich hatte hier auch mal eine. Alles was kaputt war waren

    die Tantalies von denen nur noch die Beine standen :-)


    Ulli

    Einmal editiert, zuletzt von beeblebrox ()

  • Hallo Ulli,

    ich werde mir das Alles mal genauer betrachten, denke eine KA 460 ist allemal erhaltenswert und sollte repariert werden, auch wenn es im Innern auf den ersten Blick "wild" aussieht. Man kommt doch recht gut dran an die einzelnen Baugruppen und Teile. meine Anlage sieht auch sauber aus, kein Nikotin, kein dicker Staub. Nur, in wieweit ich da als "Anfänger" weiterkomme, wird sich zeigen.

    Den alten Thread von Dir habe ich gerade gefunden, sehr schön dokumentiert.

    Ein originales Servicemanual habe ich mir sicherheitshalber gestern für 5 EUR aus der Bucht gefischt, das fehlt ja in den verlinkten Anleitungen, da findet man nur die Schaltpläne, Anleitung und Prospekt.


    Viele Grüße

    Rudi

  • Ich habe übrigens noch eine wunderbare Haube für eine 460er :-)


    Ulli

  • Falls jemand Interesse hätte...

    meine 460 würde ich abgeben. Der Zustand ist makellos, ebenso die Haube.

    Ich biete:
    Im Moment nichts.

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