Shure N95ED und N95EJ Unterschiede?

  • Kann man sagen, dass die EJ vom Klangcharakter her zwischen sphärisch und elliptisch liegt?

    ja

    Und wie klingt dieser Zwischenklang denn so?


    VG

    Benjamin

    Plattenspieler in Verwendung: *Dual 1019, 1219, 1229, 1249, 701 "MK1", 721* *Perpetuum Ebner 2020 L* *Kenwood KD3100* *Hitachi HT-500* *Elac 50H* *Philips 312 Electronic*

  • Hi Benjamin !

    Und wie klingt dieser Zwischenklang denn so?

    Subtil anders.


    Durch die breitere Ellipse ist die Nadel nicht so empfindlich gegenüber Staub und Kratzern.

    Sie ist etwas "offener", als die einfach -G-Rundnadel, tastet aber natürlich weniger detailliert ab, als eine "scharfe" -ED-Ellipse.


    Da die Auflagekraft mit 2.0p empfohlen etwas höher angesiedelt ist, würde ich eine -EJ- auf Geräten mit etwas robusteren Armen oder Wechslern empfehlen, wenn mir die Rundnadel nicht mehr ausreicht. Sie holt von den Details etwas mehr heraus.

    Eine -ED- würde ich jedenfalls nicht für unkompensierte Wechsler (ohne Sado/Maso-Rädchen oder Armhöhen-Anpassung) empfehlen.

    Dabei ist die Gefahr zu groß durch den unpassenden vertikalen Abtastwinkel den Klang zu versauen. Dann ist das rausgeworfenes Geld.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Das ist durchaus nachvollziehbar. Du sprichst bzw. schreibst hier aber von Auflösung, Peter, nicht von Klang.



    VG

    Benjamin

    Plattenspieler in Verwendung: *Dual 1019, 1219, 1229, 1249, 701 "MK1", 721* *Perpetuum Ebner 2020 L* *Kenwood KD3100* *Hitachi HT-500* *Elac 50H* *Philips 312 Electronic*

  • Hi Benjamin !

    Du sprichst bzw. schreibst hier aber von Auflösung, Peter, nicht von Klang.

    Ja.


    Wie das im Endeffekt *klingt*, muß jeder für sich selber abmachen und rausfinden.


    Wenn eine Nadel charmant und selbstbewußt über die ganzen feinen Details wegrodelt und eine insgesamt niedrige Auflösung hat, mag das klanglich okay sein - man hört Musik, es klingt nicht schrill oder muffelig, die ganzen Fingerabdrücke, Katzenhaare und Querrillen werden elegant umgangen und nerven nicht.


    Und dann hat man den Effekt, daß sich "plötzlich musikalisch eine ganz neue Welt" auftut, wenn man eine andere Nadel verwendet, die diese bisher verschluckten Details an die Oberfläche holt. Zu dem Preis, daß auch Knistern und Prasseln und die mikroskopischen Pizzastückchen in der Rille jetzt Radau machen.


    Was klingt besser ?


    ^^

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Die Werbung versprach damals ja bei nahezu allen Schliffen jenseits einer Ellipse oder Rundnadel, dass sie Details hervorholt und gleichzeitig Schmutz- und Kratzerknistern weniger deutlich wiedergibt.

    Was das Schmutzknistern und die Details betrifft, kann ich bei ein paar Nadeln sagen, ja, passt, und die habe ich auch ganz lieb gewonnen. ;-)


    Wie eine Nadel oder ein Tonabnehmer dabei klingt, ist mir persönlich relativ nebensächlich. Denn einerseits gewöhnt das menschliche Ohr sich ganz schnell an den ein oder anderen "Klang" (>> ein wesentlicher Effekt beim "Einspielen" einer neuen Nadel"), andererseits hat so gut wie jeder Verstärker klangverbiegende Mittel an Bord, außer die high-endig puristischen natürlich.


    Woran ich mich nicht gewöhne, sind verzerrte Instrumente, schrill-heisere Stimmen besonders gegen Plattenende durch fehlerhafte Abtastung. Ja, man spricht hier i.d.R. auch von "Klang" im Sinne, das klingt komisch oder nicht schön, aber es sind technische Effekte, die hörbar werden. Meine Ohren bzw. die Signalverarbeitung im Kopf dahinter haben leider ein Radar für so etwas und würden demzufolge höchstwahrscheinlich auch einen deutlichen Unterschied zwischen einer M95ED oder EJ wahrnehmen, zugunsten einer ED. ;)



    VG

    Benjamin

    Plattenspieler in Verwendung: *Dual 1019, 1219, 1229, 1249, 701 "MK1", 721* *Perpetuum Ebner 2020 L* *Kenwood KD3100* *Hitachi HT-500* *Elac 50H* *Philips 312 Electronic*

  • Hi , ich verwende alle 3 Schliffe im Original beim M95 abwechselnd, je nach Laune und Tagesgeschmack. Manchmal brauchen meine Ohren mehr Höhen und Auflösung (ed) , manchmal eher Wärme und Phono-Romantik (g) oder eben dazwischen (ej). Der grobe Grundcharakter des M95 bleibt dabei gleich, Klang kann man mit Worten nicht gut beschreiben und ist auch ein zu subjektives Erlebnis jedes Einzelnen, finde ich. Schon bei mir selbst ist das von der LP und der Tagesform meines Ohres abhängig, welchen Schliff-Sound ich letztlich grade mag. Es gibt Systeme/Schliffe, die irgendwie immer gut klingen (V15IIIVN35e, OM30, DMS240e z.B.). Bei den M95ern hantiere ich allerdings immer zwischen den Schliffen rum, seltsamerweise. Da ich auch noch den SAS-Schliff habe dafür, wird es nicht einfacher. Deshalb verwende ich derzeit das M95 seltener, weil die anderen Systeme/Dreher mir stabiler gefallen. Das kann sich aber ändern. Den Unterschied im "Klang" zu beschreiben ist schwer, allerdings kann ich sagen, daß der Klangunterschied des Rundschliffs g im Vergleich zu ej sehr klein ist aber hörbar: ej klingt etwas straffer, weniger warm und ein Quentchen genauer, alles aber minimal. Grüße

    Viele Grüße :) DerGerd

    Einmal editiert, zuletzt von DerGerd ()

  • Moin Gerd!

    Klang kann man mit Worten nicht gut beschreiben und ist auch ein zu subjektives Erlebnis jedes Einzelnen, finde ich.

    Danke aber das du versucht hast deine eigenen Erfahrungen der verschiedenen Schliffe uns aufzuzeigen. Was aber fehlt :);) ist noch dein eigener Eindruck von der SAS im Vergleich zu den anderen drei aber wohl insbesondere zur ED (die ich als NOS-Nadel mal bekommen konnte und die ich sehr mag :love: ).

    Mit Gruß Dietmar M. aus W.

    Höre Musik (Stand Juli 2021) unten im kleinen Musikzimmer mit:
    Dual 731Q -Tonarm-Umbau + Goldring G1020 - Dual 1218 + M95 G-LM mit N95ED - Grundig PS 4500 + AT120E - Dual 731Q + AT VM95 ML oder über:
    18er Spulen mit AKAI GX-270D oder CD über Yamaha CDX-590 oder MC über Yamaha KX-480 oder PC mit einer Creative SB X-Fi
    mittels
    Yamaha RX-570 mit Dynaudio Contour I MK II und/oder ACOUSTIC ENERGY AEGIS Model 1

  • die Bor-SAS N95 von Jico ist ohne Konkurrenz und tastet superedel genau und entspannt ab, allerdings gefällt mir das nicht bei jeder Scheibe, denn manche Lps sind nicht so perfekt produziert und ergänzen sich mit weniger gut auflösenden Schliffen dann sogar besser, außerdem mag ich nicht immer diese perfekte Breite und Tiefe der SAS-Abtastung, da ich Fan von mittleren Anlagen von Dual bin und den Jugendsound halt oft geiler finde, aber das ist total subjektiv, ich stehe halt auf die Unzulänglichkeiten mancher Komponenten. Aber die SAS ist schon ein Abtastungsriese!

    Viele Grüße :) DerGerd

  • Das M 95 ist das neutralste Shure-System, das ich kenne. Ich betreibe es mit einer originalen Rundnadel, hatte auch auch schonmal eine ellyptische Nachbaunadel von Cleorec dafür. Im Gegensatz zu all den M 75 und ihren diversen Derivaten wie auch dem legendären V 15 III hat es eigentlich am wenigsten typischen Shure-Sound zu bieten und ist tatsächlich näher am Ortofon OM. Das ist natürlich nur meine subjektive Meinung.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Eigentlich haben diese Threads bald historischen Charakter. Originalnadeln sind selbst für Trüffelschweine kaum bis nicht mehr auffindbar. Glücklich dürfen sich diejenigen schätzen, die schon länger dabei sind und noch ein paar Schätze in der Schublade hüten. Zu den genannten 95er G, EJ und ED ist noch die HE zu nennen, von denen ich noch 2 Stk. besitze. Damit überflügelt das M95 in Sachen Detailwiedergabe auch die klassische Formation V15III mit der Standardellipse VN35E. Aber der Vergleich ist ebenso unfair wie der Vergleich VN35E mit der SAS. Wenn, dann müßte man die VN35HE oder MR einbeziehen.

    Aber in diesem Zusammenhang gibt es mittlerweile nur noch vereinzelte Phonofreunde, in deren Schublade diese Preziosen liegen.


    Aber nachfolgende Generationen werden diese threads mit archäologischem Interesse lesen und das Phonomuseum besuchen ... ;)

    VG Clemenzzz







  • Herr_Keuner


    Da hast Du sicherlich recht, aber mir macht das immer mal wieder großen Spaß, solche Preziosen auszugraben. Alte Weisheit: "Männer sind Jäger und Sammler". ^^ Und ich muss sagen, dass ich nicht selten staune, was die alten TAs mit einer guten Originalnadel abliefern. Dabei muss es nicht unbedingt ein NOS-Exemplar sein. So manche Nadel eines Gebrauchtdrehers ist noch gut in Schuß und kann, wenn ordentlich gereinigt - noch etliche Stunden Hörspaß bringen.

    Grüße


    Wolfgang



    "Das ist KEINE Unordnung - hier liegen nur überall Ideen herum!"

  • Manchmal stößt man durch Zufall auf so eine Nadel, die preislich OK ist... so bin ich z.B. zur N95HE gekommen. Zufällig in der amerikanischen e-Bucht gefunden und bestellt.


    Für mich spielt allerdings auch das V15/III am neutralsten innerhalb dieser Familie.



    VG

    Benjamin

    Plattenspieler in Verwendung: *Dual 1019, 1219, 1229, 1249, 701 "MK1", 721* *Perpetuum Ebner 2020 L* *Kenwood KD3100* *Hitachi HT-500* *Elac 50H* *Philips 312 Electronic*

  • Ich finde, dass gerade das V 15 III eine deutliche Färbung des Klangbilds mitbringt, neutral war wohl erst der Nachfolger, also das IV. Was die Auflösung betrifft, fand ich das V 15 III schon bemerkenswert. Aber Vorsicht, alles rein subjektiv.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Hallo,

    jetzt wird es interessant :)

    Mangelnde Kälte der CD, soso..

    Neutral ist neutral und das ist schon relativ.

    Der Rest liegt doch im Ohr, Gehirn oder sonst wo von jedem einzelnen der Musik hört.

    Jedes System und jede Nadel ist Klasse wenn es einem gefällt.


    ungefärbte Grüße

    Jan

    It´s someone in my head but it´s not me (Pink Floyd)

  • Für den Vergleich müßtest ihr euch auch über eine gemeinsame Abhörtemperatur einigen. Das wird übrigens immer und überall vergessen. Stichwort Ausdehnungskoeffizient: Im Winter, bei 17 Grad, klingt "Sympathy for the devil" auch mit dem V15III irgendwie zu kühl und eingeengt. Kürzlich, bei 36 Grad, ergab sich ein idealer Höllenmusik-Vinyl-Ausdehnungskoeffizient, Rillen. breit wie eine Autobahn: eine große, herrlich warme Bühne, und ich direkt davor: rechts ein zischendes Glüheisen, links der prasselnde Scheiterhaufen, im Hintergrund hörte man audiophiles Lavablubbern. Ich stehe mitten auf der rotglühenden Bühne, in der Hölle!

    Und davor schrie der geifernde Mephistoles: "Es war die Art zu allen Zeiten, Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten."


  • Das V 15 III, das ich zusammen mit einem 714 seinerzeit hier hatte, klang sehr schön warm, dabei extrem gut auflösende, besser als jedes andere System, das ich je bei mir gehört habe, mit Ausnahme vielleicht eines Dynavector Carat Silver, das ich übrigens mit runtergerittener Nadel immer noch liegen habe, könnte ich auch abgeben. Mein M 95 hat nur die sphärische Nadel, allerdings die originale, das tendiert doch sehr zu neutraler Wiedergabe, nicht ganz so drahtig wie das OM 20.

    Das ist aber alles sehr subjektiv, dazu kommt, dass bei mir die Systeme an "ihrem" Spieler wirken und die wiederum an "ihrer" Anlage, also 6 Dreher an 3 verschiedenen Verstärkern und Lautsprechern. Ich mache keine großen Vergleiche, ich höre einfach Musik, jeweils auf der für mich passenden Anlage. Die ewige Suche nach dem Besseren führt leider selten zur vollen Zufriedenheit. Wenn wir das so auch mit den Frauen (und die mit den Männern) machen würden, wäre wahrscheinlich kein Mensch mehr verheiratet oder liiert.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Zitat

    ich hab genau das Gegenteil gesagt, sorry

    Stimmt, Entschuldigung.

    Aber jeder weiß wie ich das gemeint habe und was ich damit sagen wollte. ;)

    It´s someone in my head but it´s not me (Pink Floyd)

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