CV 120 mach keinen Mucks - bis auf des leuchtende Power-Lämpchen

  • Hallo,


    Ich habe von einem Foren-Kollegen einen CV120 gekauft. Er wurde als defekt verkauft, da die Lautstärkeregelung wohl nicht zufriedenstellen funktionierte. Hier im Forum wurde ihm empfohlen mal die Kabel an am Lautstärkeschieber zu kontrollieren. Hat er sich nicht zugetraut. Tatsächlich war ein gelbes Kabel lose bzw hatte keinen guten Kontakt mehr. Ich habe zusätzlich noch den Trafo auf 240V umgelötet. Dann angeschlossen und der Verstärker machte keinen Mucks. Der Trofo brummt und die Power-Leuchte brennt. Sonst kein Knacksen, kein Brummen - nichts.


    Er ging wohl beim ursprünglichen Besitzer. Der Versand war wohl auch nicht ganz unfallfrei, da das Gehäuse gebrochen ist. Kann also schon sein, dass da was kaputt gegangen ist. Am Umlöten der zwei Kabel am Trafo kann das ja nicht liegen oder?


    WIe gehe ich nun vor um den Fehler einzugrenzen? Ich bin keine elektronische Leuchte, und kann nur nach Anleitung arbeiten in dieser Hinsicht. Eine KA61 habe ich zumindest mal elektronisch auf Vordermann gebracht.

    Viele Grüße, Flo

  • Moin Flo,


    ich vermute, dass Service Manual hast du dir schon besorgt?


    https://www.hifiengine.com/manual_library/dual/cv-120.shtml


    Auch wenn man keine elektronische Leuchte ist, ist der Schaltplan bzw. das Leiterplatten Layout darin ganz hilfreich, um Komponenten oder Messpunkte zu finden :thumbup:

    Also erstes würde ich mal die Feinsicherungen kontrollieren und ersetzten. Wenn ich das richtig sehe, hat der CV120 3 Stück. Eine im Netzanschluss und je eine für den linken und rechten Kanal auf der Endverstärkerplatine. Da der Verstärker keinen Mucks macht, würde ich die beim Netzeingang kontrollieren (Service Manual, Seite 13, Teil 33). Wobei dann aber auch das Power Lämpchen nicht mehr gehen sollte :/ Diese Dinger gehen gerne mal beim Transport kaputt. Entscheidend ist dabei der Faden im Glasröhrchen. Dann auch gleich mal die anderen Feinsicherungen kontrollieren, die du au den Platinen findest.


    Viel Erfolg und viele Grüße, Riko


    PS: Eine große Elektronikleuchte bin ich leider auch nicht ... ;)

    Dual CS606 (1.) / Technics SL-1500C über Cambridge Audio Duo / Project Tube Box-> Onkyo TX-NR616 -> JBL 5+1 mit Grundig 210 Kugeln als Fronts :)
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  • Hallo Flo,

    als jemand, der schon ein paar CV 120 revidiert hat und kein gelernter Radioelektroniker ist, kann ich dir sagen, dass du dich da auf eine Reise ohne Wiederkehr begibst. Die CV 120 haben mich und das Forum hier sehr strapaziert.
    So wie es klingt, könnte einiges defekt sein. Als erstes würde ich die Sicherungen auf der Endstufenplatine prüfen. Es ist auch davon auszugehen, dass beim Transport nicht nur das Gehäuse, sondern auch einige Leiterbahnen gebrochen sein könnten. Die Steckverbindung von Vorstufe und Endstufenplatine könnte lose sein.

    Ich denke, dass dir die Forenmitglieder hier detailliertere Tipps geben können. Meine Empfehlung wäre, wenn du dir die Mühe einmal machen willst, dann kannst du gleich das gesamte Gerät überholen. Das lohnt sich allemal und kann auch Spaß machen.
    Carsten hat hier eine sehr gute Anleitung verfasst. Aber bitte bis zum Schluss lesen, da es einige Korrekturen um Verlauf gibt. Besonders was die Einkaufsliste betrifft.
    Überholung eines CV 120/121


    Grüße

    Stephan

    Was ist, ist! Was nicht ist, ist möglich!

  • Hallo und danke für die Antworten,

    Ich werde später nach den Sicherungen schauen. Die vom Trafo war aber in Ordnung.

    Ich habe festgestellt, dass, dass die großen Widerstände nach dem Netzteil (R92) irgendwie wackelig und schief sind und an den Kupferlaschen nicht fest sind. Ist das richtig? Wie kann ich hier einen Fehler ausschließen?

    Viele Grüße, Flo

  • "Wackelig und nicht fest" hört sich nicht richtig an. Eventuell sind da Lötstellen aufgegangen und die Platine ist gebrochen - siehe auch Kommentar von Stephan. Ein Foto sagt mehr als 100 Worte, vielleicht versucht du das mal zu fotografieren, und postest die hier.


    VG, Riko

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  • So, bin am Platz. Die Sicherungen sind alle noch heile.


    Bei R93 ist es ja so, dass diese Widerstände mit den Lötbeinen fest sind und zusätzlich noch jeweils zwei Kupferfahnen haben, die aber ohne Verbindung zur Leiterbahn stehen. Sie sind zwar fest gelötet, aber nicht im Stromkreis, so wie ich das erkenne. Diese Kupferfahnen lassen sich in dem Keramikkörper bewegen, wenn ich den Widerstand bewege. Soll das so sein? Die Verbindung an den Lötpunkten ist jedoch fest.

    Hier meine ich die Lötfahnen, die zudem noch ein wenig abgeknickt sind.


    Ich sehe, dass der Entstörkondensator C70 nicht an Pin 1 und 5 sondern an 2 und 5 gelötet ist. Im Manual ist das auf 1 und 5.

    Laut Vorbesitzer war da mal ein Radiotechniker dran. Für mich sieht das nicht sehr professionell aus, da auf der Endverstärkerplatine unterschiedliche Kondensatoren zu verwenden.

    HIer wurde ein Transistor gewechselt?


    Was kann ich nun tun? Soll ich mal auf 220V zurück löten?

    Viele Grüße, Flo

    Einmal editiert, zuletzt von Boiled_frog ()

  • Hallo Flo,


    die Laschen der Widerstände dienen nur der mechanischen "Befestigung". Wackelig ist normal.

    Nur die beiden Anschlussdrähte sind entscheidend und müssen ordentlich verlötet sein.

    Der Entstörkondensator ist richtig angelötet und i.d.R. auch unkritisch.

    Als Fehlerursache kommt der so nicht in Frage.


    Am besten die prüfst als erstes die Versorgungsspannungen an der Endstufe und auch die des Vorverstärkers ob vorhanden und ok.


    Wenn die ok sind und weder über die LS-anschlüsse noch KH ein Signal kommt prüfe mit einem Ohmmeter die beiden Thermoschalter am Kühlkörper. Möglich ist auch eine Unterbrechung an den LS-Schaltern, aber dann sollte über KH was zu hören sein.


    Dann sehen wir weiter.


    Viele Grüße Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Dualfuzzi ()

  • Ich hatte mal ein ähnliche Problem bei einem Grundig RTV, der von einem auf den anderen Tag keine Mucks mehr machte, die Beleuchtung aber nach wie vor hell strahlte. Am Ende war es der Gleichrichter, der sich verabschiedet hatte. Das siehst du aber natürlich an der Versorgungsspannung auf der Endstufenplatine, wie Wolfgang vorschlug.


    Ich würde die +/- 28,5V direkt hinterm Gleichrichter als erstes überprüfen. Was mich allerdings verunsichert: der CV120 hat für links und rechts jeweils einen Gleichrichter. Würde also bedeuten, die gleichzeitig ins Nirwana gezogen sind :/ . Aber ausgeschlossen ist das natürlich auch nicht.


    VG und viel Erfolg, Riko

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  • Was bin ich froh, dass mein CV 120 genau andersrum gepolt ist, der funktioniert nämlich perfekt, nur das Betriebslämpchen leuchtet nicht mehr, aber da er an einer geschalteten Steckdose hängt, die eine eigene Betriebsanzeige hat, ist mir das egal. Nur deswegen wird der jedenfalls nicht auseinandergenommen.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.


    Diethelm :|

  • Am besten die prüfst als erstes die Versorgungsspannungen an der Endstufe und auch die des Vorverstärkers ob vorhanden und ok.

    Ich würde die +/- 28,5V direkt hinterm Gleichrichter als erstes überprüfen.

    Hier messe ich an der Endstufe auf einer Seite +/- 26V und auf der anderen Seite +/-26,2V.

    Am Vorverstärker scheint kein Strom anzukommen. Hier kann ich nirgends einen Strom messen. Die 13V und auch die Spannungen an den Transistoren sind nicht messbar.


    Wo grabe ich weiter?

    Viele Grüße, Flo

  • hi! habe mal die Versorgung von dem Vorverstärker markiert. Den Widerstand R63 checken. Das ist der Vorwiderstand für die 15V Zenerdiode. Also hinter dem R63 sollen 15V anliegen.


    das muss auch für die negative Spannung gescheckt werden, hier ist es der R78. Beide haben 470Ohm

  • Die Elkos C51, C41, C56 sollten besser erneuert werden, also alle Elkos die an der Vorverstärker Versorgung hängen

  • Guten Morgen,

    Also hinter dem R63 sollen 15V anliegen.

    16,94V stieg Anfangs nach dem Einschalten stetig von 13V an.

    das muss auch für die negative Spannung gescheckt werden, hier ist es der R78.

    -15,62V


    Die Elkos werde ich alle bestellen. Habe die Einkaufsliste von Delmeadler schon gefunden.

    Viele Grüße, Flo

  • Moin,

    die Versorgungsspannungen der Endstufe sind ok für die 240V Trafoeinstellung.

    Du kannst ja die Endstufe mal testen.

    Ziehe den Stecker der vorn in der Mitte der Platine ankommt.

    Die beiden äußeren PIN's berühren. Es sollte gut hörbar links oder rechts Brummen.

    Oder mit einem Signalgeber, Tongenerator o.ä. an Masse (mittlerer PIN) und die außen.

  • ok, dann sind die 470 Ohm Widerstände noch intakt, wie sieht es denn mit den R52 und R75 aus? beide haben 22 Ohm

    Einmal editiert, zuletzt von tubesaurus ()

  • Die beiden äußeren PIN's berühren. Es sollte gut hörbar links oder rechts Brummen.

    Das ist der Fall. Die Endstufe funktioniert also.


    wie sieht es denn mit den R52 und R72 aus?

    R72 ist auf der Endverstärkerplatine und hat aber laut Manual 1,5k: -0,6V auf einer Seite und -10V auf der anderen Seite

    R52 ist auf der Filterplatte und hat aber 12k laut Manual: -0.16mV also nicht messbar?

    Mache ich was falsch oder meinst du andere Widerstände? Ich muss auf den Bestückungsplänen schauen, da ich den Schaltplan nicht gut lesen kann bzw. Die Bauteile dann nicht lokalisieren kann.

    Viele Grüße, Flo

  • Ich hab es mal im Bestückungsplan markiert wo die +15V und -15V anliegen müssen.

    Achtung: Das ist die Leiterseite also von oben gesehen links +15V rechts -15V.

    Mess bitte bei gezogenem und gestecktem Stecker ob die Werte in etwa gleich bleiben.

    Die beiden 22Ohm Widerstände sind der R62 und 75!


    Einmal editiert, zuletzt von Dualfuzzi ()

  • Hallo,

    Nach einer Hochzeit bin ich nun wieder am Platz :-)

    Mess bitte bei gezogenem und gestecktem Stecker ob die Werte in etwa gleich bleiben

    15,82V und -15,15V am anderen Pin.

    Bei abgezogenem Stecker bekomme ich irgendwie keine Werte die plausibel sind. Hier schwankt die Spannung total.

    Viele Grüße, Flo

  • Nabend,

    die Spannungen sind ok. Bei gezogenem Stecker zwar nicht, das kann auch normal sein da keine Last dran hängt.

    Egal, der Fehler liegt also nicht an einer fehlenden Spannung, es liegt auch kein Kurzschluss in den Vorstufen vor.

    Nur zur Sicherheit: Dein bisheriger Test an den Eingangsbuchsen erfolgte wie?


    Der Brummtest an den Eingägngen der Endstufe war ja erfolgreich.

    So einen Test bitte mal am Phonoeingang an den PIN's 3+5 der Phonobuchse durchführen.

    Kommt da was über die Lautsprecher oder KH?


    Wenn nicht - um festzustellen wo in Richtung Eingänge das Signal auf der Strecke bleibt, wäre ein Signalgeber o.ä. hilftreich, mit dem du rückwärts die einzelen Stufen abgehst.

    Hast du sowas? Es könnte auch ein Player sein, dessen Ausgang dafür verwendet wird.

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