Tägliche Plattenspielerproduktion bei DUAL

  • Hallo zusammen,


    wie war das eigentlich damals bei Dual? Da sollen ja täglich bis zu 6000 Plattenspieler produziert worden sein. Wurde da im Schichtbetrieb gearbeitet, also auch nachts? Wurde da auch am Wochenende gearbeitet? Gabs da nur im Sommer und zu Weihnachten/Neujahr Betriebsferien?


    Wie sah der Arbeitsalltag aus? 8 Arbeitsstunden? Wann waren Arbeitsbeginn und Arbeitsende? Gabs da auch eine Kantine?


    Ich finde 6000 hochwertige Plattenspieler am Tag in 9 Werken zu produzieren schon eine riesige Leistung. Und auch noch alle Schrauben und Teile selber herzustellen. Dann die ganze Galvanik und Schreinerei...

    Ich finde das Thema sehr spannend. Wenn jemand hierzu mehr weiss würde ich mich über Antworten sehr freuen. :)


    Gruss,

    Thomas

  • Schichtbetrieb kann ja auch nur Frühschicht und Spaetschicht bedeuten. An Wochenendarbeit glaube ich nicht.

    Erstaunlich ist die Verteilung über mehrere Werke. Lag aber auch an den begrenzten Platzmoeglichkeiten in der Stadt St. Georgen. Und früher baute man noch nicht diese großen Gewerbegebiete außerhalb; vielleicht aus Rücksicht auf die Landwirtschaft.

    Das Zweigwerk in Meßkirch entstand, weil es dort noch ein Potenzial an Fach- und Produktionskraeften gab.


    Heiko

    Plattenspieler: Dual CS 503-2, 601, 1218(CS 32), CS 1228, Saba PSP 400.
    Und Sonstiges von AKG, Beyerdynamic, Dual, Fine Arts by Grundig, Marantz, MB Quart, Saba, Telefunken.

  • Du meinst wirklich, dass Dual auch banale Normteile wie Schrauben selbst gefertigt hat? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!


    Beste Grüße, Uwe

    »Die Mutter guckt alleine Krimi oder Quiz, und die Tochter ist da, wo die Action ist.« (Udo L., 1974)

  • Naja, Ende der 70er gabs in der Zeitschrift Audio mal ein Interview mit dem Dual-Chef Edgar Steidinger. Und später, kurz vor dem Konkurs Anfang der 80er Jahre gabs einen Bericht im Spiegel. Dort hieß es, soweit ich mich richtig erinnere, dass Dual sogar die Abstandsbolzen selber fertigt.


    Gruss,

    Thomas

  • Hallo,


    Zulieferer gab es auch schon zu Gebrüder-Steidinger Zeiten. Aber natürlich wurde in den großen Produktionshallen selbst "viel gestanzt und gedreht". Horst Häseler übernahm dann nach dem Konkurs einen Teil der Metallbearbeitung, machte sich selbständig und lieferte später an Dewek/Schneider zu. Normteile wird aber meiner Einschätzung nach immer von Zulieferern bezogen haben, das hätte ja sonst keinerlei Sinn gemacht.


    Nach der Thomson-Übernahme wäre nach dem Umbau des Werkes 5 und der Installation modernster Montagelinien (und Zulieferung von vielen Teilen) eine theroretische tägliche Produktion von 4000-5000 Geräten in nur einem (!) Werk möglich gewesen, was aber dann nie mehr bis zur Obergrenze ausgeschöpft wurde.


    Gruß

    Norbert

  • Ebent. Warum sollte man beispielsweise eine schnöde Schlitzkopfschraube M3 x 5 selbst schnitzen, wenn es darauf spezialisierte Werke gibt, die nichts anderes tun? Denen kann man ja im Falle Duals auch sagen, dass sie sie gelb chromatieren/verzinken sollen.


    Beste Grüße, Uwe

    »Die Mutter guckt alleine Krimi oder Quiz, und die Tochter ist da, wo die Action ist.« (Udo L., 1974)

  • Hallo zusammen,


    das ist sehr interessant, danke. Aber ich wollte dieses Thema nicht auf Schrauben reduzieren, sondern den Focus breiter setzen auf den Arbeitsalltag bei Dual (siehe Fragen ganz oben).


    Von wann bis wann wurde da gearbeitet? In vievielen Schichten? Gabs eine Kantine? Wie war die Kommunikation und das Betriebsklima? Gabs Betriebsferien, in denen dann die gesamte Produkion stillstand?


    Wie lange wurden Ersatzteile vorgehalten?


    Und was es sonst noch so im Alltag gab, um sich ein gutes Bild von damals bei Dual machen zu können.


    Gruss,

    Thomas

  • Na da empehle ich das aktuelle Buch von Rainer Jäckle, der seinen Fokus auf das Werk 2 in Meßkirch aber auch auf zahlreiche Schilderungen von Mitarbeitern baut. Werksferien gab es immer sogar während des zweitgen Weltkriegs. Ersatzteile wurden (ich habe das mal in meinem Buch vermerkt) etwa 8 Jahre vorgehalten. Dann gingen Schreiben an die Werksvertretungen raus, dass ab Werk die Lieferungen eingestellt würden.


    Norbert

  • Hallo Norbert,


    erstmal Servus, nach langer Zeit :-). Bin seit kurzem wieder im Forum aktiv und hoffe man sieht sich mal wieder in St. Georgen auf der Börse.


    Was mich schon lange zum Thema Ersatzteile interessieren würde. Wenn früher Ersatzteile für 8 Jahre vorgehalten wurden, wurden da prinzipiell alle Teile eines Geräts vorgehalten (d.h. man hätte sich ein Gerät theoretisch aus Ersatzteilen zusammenbauen können)? Oder hat man sich auf Verschleißteile bzw. häufig nachgefragte Teile beschränkt?


    Grüße aus Stuttgart,


    Jochen

  • Moin Jochen,

    ich habe 1979 viele Teile wie Seitenwände, Frontblende, Sensortasten, Bedienknöpfe

    beim Dual Service gekauft, um mein erstes selbst gebautes UKW-Radio in ein Dual-Kleid

    zu hüllen.

    Und das waren keine Verschleiß -Teile. Alles was das Service-Manual hergab, konnte man bestellen.

    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    danke für die Rückmeldung. Das klingt wirklich super. Da (hätte)/hatte man damals die Möglichkeit seine eigenen Modelle aus mehreren Standard Geräteteillisten zusammenzubauen :-) (analog zu den Fischer-Technik oder Metallbaukästen).


    Hast du denn dein selbstgebautes Radio bzw. noch ein Bild davon? Falls möglich könntest du uns das ja mal zeigen.


    Beste Grüße,


    Jochen

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!
Nach der Registrierung können Sie aktiv am Forenleben teilnehmen und erhalten Zugriff auf weitere Bereiche des Forums.