Eine VTA-Frage...

  • Guten Morgen, mosche, moin-moin!


    Vor wenigen Tagen laß ich hier auf einer verlinkten Seite den Hinweis "15° System", speziell

    für Wechsler einzustellen/geeignet.

    Wenn ich nun ein solches System an einen "gewöhnlichen" Plattenspieler neuer Zeitrechnung,

    also ohne Wechslerfunktion, betreiben möchte und den Vorteil des besseren Klanges bei 15°

    Einstellung nutzen möchte, wie mache ich das?


    Die meisten meiner Plattenspieler haben keinen höhenverstellbaren Tonarm!

    Ich habe einen Systemträger eines "Nordmende" der zwischen System und Systemträger ein

    kleines Aluplättchen montiert hatte.

    Ein solches müßte dann zum Keil gefeilt werden??(


    Vielen Dank für sachdienliche Hinweise!!

    Fernseheumel:S

  • Hallo,


    ein ganz klares "jein"... ;)


    Ich entscheide nach dem Stand der Nadel (neudeutsch auch "Stylus rake angle oder kurz SRA genannt). Wenn diese mit ca. 90 Grad in der Rille taucht - ok.



    Steht sie auffällig schräg in der Rille kann man mit der Auflagenstärke arbeiten.


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Dan VTA kann man auch durch Abstandshülsen verändern.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Wie kontrolliert man denn den korrekten SRA? Bei mir scheitert diese Theorie immer an meinem Vorstellungsvermögen. Kann mir nicht erklären, wie man das mit bloßem Auge feststellen soll, deshalb postuliere ich beim Justieren nach wie vor, dass der VTA korrekt eingestellt ist, solange man klassich die Parallelität von Tonarm/Systemkörperunterkante zu Plattenoberfläche heran zieht. Die Angabe von 15 Grad kenne ich von Lucky's Seite, und eben auch nur von dort. Wenn man sich vor Augen führt, dass der VTA-Ausgleichskeil für den 1019 bei 6-7 Grad liegt, kann man sich nur schwer vorstellen, dass 15 Grad eine sinnvolle Einstellung ist, die zudem selbst mit höhenverstellbaren Tonarmen nur schwer realisierbar scheint...


    ... ich habe selbst schon Ausgleichskeile gemacht, zuletzt für den 1019. Keine große Sache, man nehme Hartholz, stelle auf der Tischkreissäge eine Winkel von 15 Grad ein und säge eine Lamelle runter, aus der man mit Laubsäge und Schleifpapier den kleinen Keil raus arbeitet....

    Einmal editiert, zuletzt von bauerw () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von bauerw mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo,


    der heutige Standard sind 20 Grad +/- 5 %, bis ca. Mitte der 70er Jahre (von Dual bis Einführung ULM genommen) waren 15 Grad angesagt, ebenfalls +/- 5 Grad.


    SRA ist m.M. nach einfacher zu kontrollieren, man kann mittels einem Geo-Dreieck und "Anpeilen" das recht gut hinbekommen. OK, so dürfte man den Winkel des Nadelträgers auch feststellen können...


    Die Winkel sind ja eindeutig in Bezug miteinander, wie man erkennen kann.


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hi,

    um welches System/Nadel handelt es sich denn?

    Bei nicht Rundnadeln macht sich ein falscher SRA stärker negativ bemerkbar als ein ungenauer VTA. Also sollte man dann mehr Wert auf den richtigen SRA legen, wie Peter schon geschrieben hat. Bei Rundnadeln könnte man schon eher versuchen den VTA an zu passen.

    Hier z.B. nach zu lesen:

    https://www.gcaudio.com/images/uploads/VTA_article.pdf

    http://www7a.biglobe.ne.jp/~yosh/vta.htm

    http://www7a.biglobe.ne.jp/~yosh/recspecs.htm


    Gruß Felix

    PS: Winkel des Nadelträgers ist nicht gleich VTA. VTA wird gebildet von Nadelaufstandfläche durch Drehpunkt Nadelträger < Plattenoberfläche, wenn ich mich richtig erinnere. Das unterscheidet sich zuweilen deutlich von dem rel. einfach zu messenden Winkel des Nadelträgers, leider. Pseudoklugsch... Ende.

  • peter: der SRA beschreibt für mein Verständnis die senkrechte Achse durch den Diamanten im rechten Winkel zur Platte. Wie macht man das bei einem winzig kleinen Shibata-Steinchen? Das ist mit bloßem Auge und Geo-Dreieck doch mir ganz grob und näherungsweise möglich... Oder verstehe ich das falsch?

  • Vielen Dank für die weitere Konfusion!:(

    So habe ich es auch in Erinnerung. "Lucky" wars, war hier vor ein paar Tagen

    frisch verlinkt.

    Ich fand seine Bewertung einzelner Systeme sehr interessant, sowas als Ab-

    handlung hatte ich mir schon lange gewünscht.

    Nur durfte ich auch vernehmen, daß diese Wertungen von vielen Lesern nicht

    geteilt werden.

    Was nun?

    Ich habe sehr viele DUAL-Systeme vom Sperrmüll, gerne würde ich die besseren

    Systeme auch wieder nutzen.

    Nur habe ich sonst noch nirgendwo gelesen (kann meine Unaufmerksamkeit sein:thumbdown:),

    daß man durch eine Schrägstellung von 15° ein System deutlich hörbar aufwerten

    kann.

    :huh:

    Ich hoffe die Fachleute einigen sich!

    Die 3 Links sehe ich mir nächste Woche an.

    Bis Montag!


    Gruß,

    Fernseheumel

  • Nur habe ich sonst noch nirgendwo gelesen (kann meine Unaufmerksamkeit sein :thumbdown: ),

    daß man durch eine Schrägstellung von 15° ein System deutlich hörbar aufwerten

    kann.

    Achte auf Dein Gehör - und nicht auf irgendwelche theoretischen Überlegungen.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Hallo,


    nein, es ist ja nicht das Schrägstellen des Systems gemeint, sondern der Abtastwinkel soll 15 bzw. 20 Grad betragen.

    Da bei dem Winkel +/- 5 Grad Toleranz herrscht kommt es auf die letzte Minute nicht an, sonst müsst man bei jeder Platte prüfen und checken.



    Dazu kommt nämlich das nicht alle (vor allen Dingen Nachbaunadeln) wirklich ideal produziert wurden.


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Bei mir scheitert diese Theorie immer an meinem Vorstellungsvermögen. Kann mir nicht erklären, wie man das mit bloßem Auge feststellen soll, deshalb postuliere ich beim Justieren nach wie vor, dass der VTA korrekt eingestellt ist, solange man klassich die Parallelität von Tonarm/Systemkörperunterkante zu Plattenoberfläche heran zieht.

    Damit stellt Du näherungsweise den SRA ein.


    SRA und VTA und deren Bedeutung werden sehr häufig verwechselt. Der VTA ist eine feste Größe vom Tonabnehmer. Der VTA ist Bauart bedingt fix und nicht einstellbar. Vereinfacht gesagt beschreibt der VTA den Einbauwinkel der Generatorkonstruktion im Tonabnehmer. Wenn diese im Tonabnehmer mit 15° eingebaut ist, ist dessen VTA eben 15°. Man kann man zwar in diesem Fall das ganze System um 5° schräg einbauen. Dann passt aber der wesentlich bedeutendere SRA nicht mehr, sprich die Nadel steht um 5° nach vorne geneigt in der Rille.


    Gruß Alfred

  • Die Diamanten kann ich (noch) sehr gut mit bloßem Auge erkennen und deren Winkel zur Platte gut einschätzen. So stellt es sich am genauesten ein, bzw. kann kontrolliert werden, ob auch alles passt.

    Der VTA ist eine feste Größe vom Tonabnehmer. Der VTA ist Bauart bedingt fix und nicht einstellbar.

    Hmm, theoretisch ja. Der VTA ist aber spielend leicht veränderbar durch das Ändern der Auflagekraft. Oder stimmt nicht mehr bei defektem Nadelträger-Lager. Und da man den VTA weiß Gott nicht direkt ablesen kann, ist das einzig probate Mittel zur Kontrolle die Schätzung des SRA. Alles andere ist zwar besser als nichts, aber nur sehr bedingt aussagefähig.

  • Die Diamanten kann ich (noch) sehr gut mit bloßem Auge erkennen und deren Winkel zur Platte gut einschätzen. So stellt es sich am genauesten ein, bzw. kann kontrolliert werden, ob auch alles passt.


    Das mag für den ein oder anderen grobschlächtigen Rundnagel noch nachvollziehbar sein, aber wenn ich beispielsweise an das AT150MLX zurück denke, da waren Cantilever und Stein mit den Auge fast nicht sichtbar, erst Recht nicht in der Rille. Und da soll man dann mit dem Geodreieck den exakten Winkel bestimmen? Das wäre ja ungefähr so, als ob man mit einem Bauwinkel versucht, auf Millimeterpapier zu zeichnen ^^


    Sorry aber praktikabel ist das ganz sicher nicht. Da bleibe ich bei der VTA Einstellung und gehorsche meinem Gehör :thumbup:

  • Du bleibst einfach bei deiner Verarsche-Methode, ich schaue mir die hübschen Klunker an. :P

    Das Kleinste sind übrigens die Jico SAS.

  • Das Kleinste sind übrigens die Jico SAS.

    Echt jetzt? Das AT150MLX kennst du?


    Hab mich gerade mal vor meine N91 SAS gesetzt, eine Abweichung von +/- 5 Grad könnte ich da beim allerbesten Willen nicht erkennen :/


    Einmal editiert, zuletzt von bauerw () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von bauerw mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Das MLX ist ja nun ganz großes, Pardon kleines Kino. Da tue ich mich auch recht schwer. So kleine Gattungen findet man aber echt extrem selten.


    Die SAS auf Boron sind das Kleinste, was ich persönlich noch gut erkennen und einschätzen kann. So war's gemeint.

    Insofern, bei der oben gezeigten, keine Hürde.

  • RESPEKT :thumbup:


    Du meinst also, du könntest eine Jico SAS auf wenige Grad Abweichungen mit dem bloßen Auge exakt im rechten Winkel zur Platte ausrichten?


    Wie schade, dass es "Wetten, dass..." nicht mehr gibt =O (Gut, es soll ja auch Menschen geben, die Kabel klingen hören)

  • Der schiefe Turm von Pisa ist 57m hoch und steckt nicht als spitzer Kegel zur Hälfte in nem tiefen Graben. Das ist als ob man vom Elsass aus erkennen könnte, ob der Eiffelturm noch gerade steht :/


    Ganz ehrlich, ihr habt meine aufrichtige Anerkennung für eure Adleraugen, ich bin leider schon 40, da klappt so was nicht mehr :D

    Einmal editiert, zuletzt von bauerw ()

  • Mein Beileid.

    Die Augen aller Menschen sind allerdings bereits von Geburt an verschieden. ;)


    Falls es irgendwann mal dazu kommt, auch wenn ich derzeit nicht daran glaube, dass ein Bauerw bei mir zuhause aufschlägt, dann zeige ich dir mal Sachen meiner Arbeit, die tatsächlich klein sind.


    Es gibt da übrigens noch einen ganz simplen, aber sehr wirkungsvollen Trick, die Stellung des Diamanten viel besser zu erkennen. Aber da du es ohnehin nicht glaubst, brauch ich es dir auch nicht zu verraten. Over and out.

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmardual ()

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!
Nach der Registrierung können Sie aktiv am Forenleben teilnehmen und erhalten Zugriff auf weitere Bereiche des Forums.