DIY Zarge für CS 621, was würdet ihr mit den Kabeln machen?

  • Hallo,


    ich habe eine eigentlich schon oft behandelte Frage zu den Anschlusskabeln des Plattenspielers.

    Ich revidiere gerade einen CS 621. Die Anschlusskabel sind auf Cinch modifiziert. Die Kabel sind die originalen von Dual. Soweit so gut.


    Nun baue ich für diesen Dreher eine neue Zarge und ich habe die Befürchtung, dass bei meiner DIY Zarge die herkömmliche Zugentlastung der Kabel wegfallen wird.


    Ohne Zugentlastung geht es natürlich nicht, also muss eine Alternative her.


    Dazu fällt mir als erste Lösung ein paar Cinchbuchsen fürs Audiokabel und irgendeine geläufige Buchse für den Stromanschluss ein, die an der Zarge montiert sind.


    Die originalen Kabel würde ich somit komplett ersetzen bzw. auf eine geringe Länge kürzen und an die RCA Buchsen, Strom- und Masseanschluss, die aus der Zarge führen, anlöten.

    Als neues Audiokabel käme dann irgendein Koaxkabel mit niedriger Kapazität zum Einsatz. Empfehlungen gibt es ja genug. Viel Geld kostet so ein Kabel + ein paar Stecker ja nicht.

    Der verbaute Tonabnehmer ist ein M95ED. Die Kabellänge zur Vorstufe beträgt max. 1m, eher weniger.


    Ich möchte auf keinen Fall den Dreher damit verschlimmbessern, wenn zusätzliche Steckverbindungen, sowie ein Austausch des Standardkabels den Klang abwerten.Ich selber denke dass die Kapazität des neuen Kabels so gering ist, dass ein Unterschied zum Originalkabel nicht ins Gewicht fallen sollte, aber stimmt das auch?


    Kann ich das so machen, oder sollte ich unbedingt die Originalkabel behalten und mir für die Zugentlastung etwas anderes einfallen lassen?


    Gruß

    Christof

    Grüße
    Christof


    Dual 1229
    Dual CS621

  • Als neues Audiokabel käme dann irgendein Koaxkabel mit niedriger Kapazität zum Einsatz. Empfehlungen gibt es ja genug. Viel Geld kostet so ein Kabel + ein paar Stecker ja nicht.

    Der verbaute Tonabnehmer ist ein M95ED.

    Ein Kabel mit höherer Kapazität würde zum Shure passen, gerne auch irgendeins.8)

  • Ich würde das Originalkabel am Kurzschließer ab machen und in die Zarge Cinchbuchsen und Masseschraube einbauen.

    Die Cinchbuchsen dann mit neuen Kabeln mit dem Kurzschließer verbinden.

    Ebenso Massekabel entfernen und neues Massekabel zur neuen Masseschraube legen.

    Originalkabel einlagern, evtl. braucht man die noch einmal (z.B., wenn man wieder auf die Originalzarge zurückbauen will oder für ein anderes Gerät.)

    Dual: 430/CDS 650, CS 528/TKS55E, CS 617Q/Ortofon OMB10, CS 627Q/Denon DL-110, CS 741Q/Yamaha MC-9
    Sonstige: Grundig PS 6000/OMP10, Yamaha TT-400/AT-95E

  • ich habe mir bei meinen DIY Zargen auch lange den Kopf zerbrochen, wie man das lösen könnte. Zusätzliche Buchsen wollte ich auf jeden Fall vermeiden.

    So habe ich ein Loch zur Kabeldurchführung gemacht, durch das der Stecker gut durch passt, das original Blech der Zugentlastung blieb an den Kabeln. So kann man die kabel bis maximal an das Blech ziehen, da es nicht durch das Loch passt.

    Somit ist alles innerhalb weniger Minute rückbaufähig.

    Das Loch geht nach unten, und ist somit nicht sichtbar

    Alla Hopp
    Jo

  • Oh, dass beruhigt mich aber, dass es doch problemlos möglich ist die Kabel ohne Klangeinbußen zu tauschen. Es ließt sich oft als wäre es eine Todsünde die Kabel zu tauschen, was es vielleicht auch ist, wenn man nur die Stecker von DIN auf Chinch wechselt.

    Hier ist es halt ein wenig anders.


    Das Originalkabel werde ich behalten, das ist eine gute Idee.


    Grüße

    Christof

    Grüße
    Christof


    Dual 1229
    Dual CS621

  • Es ließt sich oft als wäre es eine Todsünde die Kabel zu tauschen,

    Ach was, es ist nur nicht notwendig sie pauschal zu tauschen. Kommt immer auf den Einzelfall an und so mancher Wechsel auf High-End Strippen hat für fröhlichen Brumm gesorgt oder die Kap. war viel zu hoch etc.

    VG

    Kai







  • Hallo Michael,


    kannst du es mir bitte erklären? Ich las, dass man möglichst niedrige Kapazitäten wählen soll, da es sonst zu einem Anstieg in den Höhen kommt. Habe ich da was verwechselt?

    Nun hast du mich doch verunsichert.

    Grüße
    Christof


    Dual 1229
    Dual CS621

  • kannst du es mir bitte erklären? Ich las, dass man möglichst niedrige Kapazitäten wählen soll, da es sonst zu einem Anstieg in den Höhen kommt.

    Es kommt auf den verwendeten Tonabnehmer an. Diese haben hauptsächlich einen induktiven Anteil (Spule), die Leitung und Verstärkereingang hingegen einen kapazitiven (Kondensator). Beides muss aufeinander abgestimmt sein, damit das Klangbild neutral ist. Es ist nicht einfach nur eine objektiv empfundene Anhebung oder Absenkung der Höhen. Die alten Shure-Systeme, wie auch Ortofon oder ELAC sind mit 400 bis 500 Gesamtkapazität optimal abgeschlossen. Bei niedriger Kapazität (Kabel + Verstärkereingang) klingt ein Shure verhangen, erst ab 400 pF wird das Klangbild offen. Nicht umsonst hatten die alten Duals oder auch ein Braun PS500 Kabelkapazitäten bis 300 pF, während die Verstärkereingänge zu der Zeit um die 200 pF hatten. Die haben sich schon Gedanken gemacht.


    Würdest Du ein japanisches System einsetzen, zB Audio Technica oder Nagaoka, hätte ich nicht widersprochen. Diese Systeme mögen sehr niedrige Kapazitätswerte. Andere Systeme sind bezüglich der Kapazität auch weniger empfindlich. Hören können wird man den Unterschied eigentlich meist im direkten Vergleich, wenn man die Kapazität umschalten kann. Wenn man den Unterschied aber einmal gehört hat, möchte man eine falsche Abstimmung gerne vermeiden.


    Also: kurze Kabel mit niedriger Kapazität sind nicht schlecht. Für japanische Tonabnehmer sind sie optimal. Aber Du möchtest ein M95 betreiben. Am besten in das Datenblatt schauen und sich danach richten.

  • Ok, das habe ich verstanden. Ich weiß natürlich nicht welche Kapazität das Kabel hat. Vielleicht finde ich es heraus und kann dann ein vergleichbares Kabel verwenden.

    An meiner Phonovorstufe kann ich zwischen 50pF und 390pF in vier Abstufungen wählen. Meinst du unter diesen Gesichtspunkten kann ich die Kabelkapazität vernachlässigen und falls nötig an der Vorstufe nach Gehör eine passende Einstellung wählen?

    Grüße
    Christof


    Dual 1229
    Dual CS621

  • Vom Kurzschließer bis zum "Terminal" niedrige Kapazität, egal ob Sommerkabel oder Schulz. Aus dem selben Kabel dann

    ein Cinchkabel selbst bauen, für ATs und ein einfaches Zubehörkabel kaufen für z. B. Shure-Systeme. Die haben meist

    200 bis 300 pF. Man kann aber auch mit dem Eigenbau mit der Einstellung des Phono-Pres anpassen.

    Wenn die Netzspannung auch über eine Einbaubuchse ins Gerät soll, darauf achten, dass die Kontakte im Inneren gut

    isoliert werden. Man weiß ja nie, wer da noch mal dran rumschraubt.



    LG, Micha

  • An meiner Phonovorstufe kann ich zwischen 50pF und 390pF in vier Abstufungen wählen. Meinst du unter diesen Gesichtspunkten kann ich die Kabelkapazität vernachlässigen und falls nötig an der Vorstufe nach Gehör eine passende Einstellung wählen?

    Das ist natürlich optimal, sowas hat man aber recht selten. Dann kann es gerne ein niederkapazitives Kabel sein, mit dem Du auch mal zu einem japanischen Tonabnehmer wechseln kannst, und Du erledigst die Anpassung am Vorverstärker.

  • Das ist gut zu Wissen.

    Ich habe mir einmal die diversen Kabel (Meterwaren) von Cordial angeschaut.

    Im Bereich der Mikrofon- oder Instrumentenkabel gibt es einige Kabel mit >150pF Kapazität zw. Schirmung und Innenleiter. Die Zwillingslitzen kann man ja einfach verbinden.

    z.B. das hier oder das hier

    Grüße
    Christof


    Dual 1229
    Dual CS621

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