Vorstellung und Dual 1218

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    • Vorstellung und Dual 1218

      Guten Abend zusammen!

      Ich bin Gianni, 27, Student im schönen Tübingen und mir ist ein alter Dual 1218 zugelaufen. Die Großtante meiner Freundin zieht altersbedingt in eine kleinere Wohnung und beim Ausmisten des Hauses bin ich an dem Plattenspieler hängen geblieben und habe ihn vor dem Sperrmüll gerettet. Nachdem es mich in letzter Zeit sowieso immer wieder in den Fingern juckt mir eine halbwegs anständige Lösung zum Musikhören zuzulegen, erschien mir dieser Dreher als wunderbare Ausrede den Gedanken in die Tat umzusetzen.

      Zum ersten Begutachten habe ich den 1218 mal ans Netz angeschlossen und geschaut ob sich da überhaupt irgendwas tut. Das tat es zu meiner Ernüchterung nicht. Der Start-Schalter sitzt fest, lässt sich aber wenn man den Teller von Hand andreht auf "Start" schalten und dann bewegt sich auch der Tonarm Richtung Teller. Der Schalter zur Wahl der Plattengröße funktioniert ganz gut und schaltet relativ sauber in alle 3 Positionen. Der Schalter zum Einstellen der Geschwindigkeit sitzt fest. Ich habe daraufhin mal den Plattenteller abgenommen und das Schätzchen aufgemacht, sieht ja aus wie ein Uhrwerk da drin.

      Ich bin auf dem Gebiet Plattenspieler blutiger Anfänger, habe selber (noch) keine Platten, keinen Verstärker oder Boxen, würde das aber in Zukunft gerne ändern.Ich denke der Spieler müsste generalüberholt werden, ich stehe jetzt aber vor der Frage: Selber machen oder machen lassen? Kann man in etwa abschätzen was für Kosten da auf mich zukommen würden in beiden Fällen? Oder tue ich mir damit keinen Gefallen und wäre mit einem aktuellen, günstigen Einstiegsplattenspieler besser beraten?

      Grundsätzlich stehe ich auf alte Technik und finde den Gedanken schön, ein solches Stück Technikgeschichte wieder aufleben zu lassen, daher würde ich die Option "Restaurieren" bevorzugen, sofern im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten.

      Im Anhang noch ein paar Bilder von dem guten Stück.

      Viele Grüße

      Gianni

    • Hallo Gianni

      Meld Dich ganz schnell wieder ab, oder Du bist verloren.

      Nein, herzlich willkommen bei den Dual Verrückten.

      Du hast einen schönen Spieler eingesammelt, den es sich auf jeden Fall lohnt zu überholen.
      DAS kannst Du auch selbst. Ich habe mit einem 1228 angefangen. Aktuell stehen 4 fertige Duals und 4 oder 5 zu restaurierende bei mir rum.

      Hier im Board wird Dir bei allen Fragen geholfen. Wenn Du unter Anleitungen suchst findest Du die Serviceanleitung für Deinen Dreher.

      Sicher auch noch einen Thread hier in dem die Überholung des 1218ers beschrieben ist.

      Wenn Du nun noch angibst wo Du ungefähr zuhause bist findet sich auch sicher noch einer der in der Nähe wohnt und Dich ev. vor Ort unterstützt.

      Und wenn Du Dich anders entscheidest findest Du hier im Board sicher einen Abnehmer. Ich hab schon einen 1218er im Büro. :D :thumbsup:
      Wohlan, es werden sich sicher noch mehr melden.
      Freundliche Grüße aus dem tiefen Süden
      Axel

      Dual 1229 DM 103 M-E - Shure Hi Track Original
      Dual 1219 DM 103 M-E mit Nachbaunadel an Kennwood 6360 und Canton GLE 70
      Dual 1219 M91 MGD mit Shure High Track
      Dual 1218 M91 MGD mit Shure High Track
      Dual 1228 M91 MGD mein erster selbst revidierter
    • Moin Gianni!

      Mit einem 1218 fing es bei mir auch mit der Dualitis an. Auch ein Geschenk und eine Sperrmüllrettung.
      Du bekommst die Wartung mit Hilfe des Boards sicher hin, wenn ich es schon geschafft habe. ;) Das ist ne tolle Gemeinschaft.

      Servicemanual und Bedienungsanleitung findest Du in den Anleitungen. Am besten gleich ausdrucken. Das ist ein ganz feines Gerät! :thumbup:

      Eine große Hilfe sind „dualcan“s Tutorials.

      Hier mal was zum Einlesen.

      dual-board.de/index.php?thread/63101-wartung-dual-1218/

      Munter!

      Axel
      audio ergo sum
    • Moin und herzlich Willkommen Gianni!



      Immer nur kleine Bereiche vornehmen und nicht die ganze Mechanik auf einmal zerlegen.
      Von jedem Arbeitschritt ein Foto machen, hilft ungemein beim wieder Zusammenbau!

      Dann fangen wir mal ganz langsam an:



      Im roten Kreis sitzt die Rillenachse 257, die ist verharzt und Ursache der meisten Übel. Da hängen
      eine Menge Hebel dran. Ideal ist das Abbauen der Einzelteile, säubern und fetten/ölen derselben.
      Quick and dirty geht aber oft auch, also etwas Wasch oder Feuerzeugbenzin drauf träufeln und
      ein paar Tropfen dünnes Öl gleich hinterher. Dabei die Hebel etwas bewegen. Danach können
      die Grundfunktionen manchmal schon klappen.


      LG, Micha
    • Vielen Dank für die nette Begrüßung und die Tipps,

      ich werde mich mal durch den verlinkten Fred wühlen und mich so weit ich klarkomme einlesen. Anleitung und Servicehandbuch habe ich mir bereits heruntergeladen, werde ich mir gleich mal zu Gemüte führen. Am Wochenende würde ich dann mal versuchen die ersten Arbeitsschritte durchzuführen. Bietet es sich an direkt mit der beschriebenen Rillenachse anzufangen? Womit säubere und fette ich die Teile anschließend und an welchen Stellen?

      Achja, ich wohne in Tübingen und bin daher im Dunstkreis Neckar-Alb unterwegs, gelegentlich aber auch bei meinen Eltern im Raum Ulm.

      In diesem Sinne, schönen Abend ;)
    • Von mir auch einen kleinen Tipp, damit der Zusammenbau nicht zum Drama wird.
      Viele Bauteile sind mit kleinen E-Ringen gesichert, die man runterhebeln muss.
      Wenn die wegflutschen, kann man durchaus mal einen Abend mit Taschenlampe und
      Lupe auf dem Boden rumkrabbelnd verbringen um die wieder zu finden.
      Ich schmiere da inzwischen einen dicken Klumpen Fett drauf, damit die sich nicht selbstständig machen.
      Liebe Grüße
      Ludwig

      Ich vermisse den Dislke Button :evil:
    • So, ich habe mich heute der Rillenachse und der daran befestigten Hebel und des Start-Stopp Schalters angenommen. Um die Teile lose zu bekommen habe ich die entsprechenden Stellen mit etwas WD-40 vorbehandelt, kurz einwirken lassen und dann die Mechanik zerlegt. Die Teile habe ich dann mit Iso-Propanol und Wattestäbchen so gut es ging gereinigt und wieder zusammengebaut. Dabei war ich froh, dass ich genug Bilder gemacht habe, der Einbau hat doch deutlich länger gedauert als angenommen, hat aber schlussendlich funktioniert. Reibflächen und Lagerstellen habe ich mit etwas Mehrzweckfett geschmiert.

      Nachdem ich den Spieler wieder zusammengebaut hatte, hab ich mal einen kleinen Funktionstest gemacht.

      Zuallererst: Der Motor dreht leider nicht, aber wenn der Stecker eingesteckt ist, ist ein ganz leichtes Brummen und Vibrieren zu vernehmen. Denke den Motor muss ich öffnen? Ansonsten, wenn ich den Teller von Hand drehe, löst der Schalter mit einem deutlich hörbaren Klick aus. Wenn ich dann den Start Schalter betätige, der sich jetzt wieder leicht bewegen lässt, hebt der Tonarm ab, wandert nach innen und senkt sich ab. Der Start Schalter springt dann auch wieder in die neutrale Position zurück. Wenn ich den Schalter auf "Stopp" schalte, hebt der Tonarm ebenfalls ab, wandert zurück zur Ausgangsposition und senkt sich ab. Das Absenken sieht etwas ruckartig aus im Vergleich zum Abheben, ist das normal?

      Womit mache ich jetzt am geschicktesten weiter?

      Gruß Gianni
    • Gianni schrieb:

      Zuallererst: Der Motor dreht leider nicht,
      Tja, da muss wohl der Motor raus und dann die Lager ausgebaut und gereinigt werden.
      Der Lagerbügel ist ja leicht abgeschraubt und dann kommt man gut ans Lager.
      Will man die "Tiefenreinigung" muss man noch die Nieten aufbohren, damit man an die Einzelteile heran kommt.
      Später dann kleine Schrauben verwenden (M2 oder M2,5).

      Du kannst mal versuchen per Hand die Motorwelle zu drehen, wenn der Teller runter ist.
      Das muss ganz leicht gehen und nachlaufen, wenn du loslässt.

      Ein weitere Punkt ist die Geschwindigkeitumschaltung. Die wirst du auch zerlegen müssen.
      Da läuft gerne der Bügel zum Reibrad schwer. Kann man auch ohne Zerlegen erst mit WD40 versuchen.

      Gruß
      Martin
      Martins Lieblingsdreher: Dual 1229 mit DM 103 M-E, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta. Alles Weitere im Profil
    • Der Pulley ließ sich nicht drehen, daher habe ich den Motor mal geöffnet, die Lager mit Iso und Wattestäbchen gereinigt und mit einer kleinen Menge dünnem Motorenöl geschmiert und wieder zusammengebaut. Da ich soetwas noch nie gemacht habe, hoffe ich es war nicht zuviel oder zuwenig Öl. Auf jedenfall dreht die Welle wieder, auch unter Spannung. Ein Erfolg :D

      Also alles wieder zusammengebaut und Funktionstest. Mit montiertem Teller dreht er leider noch nicht, mit demontiertem Teller hab ich dann gesehen woran es liegt. Das Reibrad aus Gummi hat nur unzureichenden Kontakt mit dem Pulley, deshalb kommt der Teller nicht in Schwung. Daher würde ich mir als nächstes die Baugruppe um das Reibrad und den Geschwindigkeitsregler vornehmen.

      Danach melde ich mich wieder ^^

      Viele Grüße und schönes Wochenende
    • Gianni schrieb:

      Da ich soetwas noch nie gemacht habe, hoffe ich es war nicht zuviel oder zuwenig Öl.
      Fürs Erste reicht das völlig. Auf Dauer ist gut, wenn sich die Filze richtig vollgesogen haben.

      Gianni schrieb:

      Das Reibrad aus Gummi hat nur unzureichenden Kontakt mit dem Pulley.
      An der Rillenachse sollte jetzt alles leicht beweglich sein.

      Als nächster Schritt bleibt, die Halterung des Reibrades gängig zu machen.

      Danach steht Probelauf auf dem Programm.


      LG, Micha

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mickdry ()

    • Update: Die Halterung des Reibrades, inklusive der Baugruppe für die Geschwindigkeitsregelung habe ich vorhin komplett zerlegt, gereinigt und neu geschmiert wieder zusammengesetzt. Der Hebel für die Geschwindigkeitseinstellung lässt sich nun wieder leicht bedienen und fährt das Reibrad zuverlässig hoch und runter.

      Der Probelauf war leider wieder nicht erfolgreich. Beim Betätigen des Startschalters merkt man, wie der Dreher losdrehen will, mehr als ein paar Umdrehungen schafft er aber nicht. Dreht man ihn dann von Hand weiter an läuft er. Wenn ich das Ganze ohne Teller versuche und von oben anschaue, dann fällt auf, dass das Reibrad nur in der 78 Umdrehungen Position guten Kontakt zum Pulley hat. In den anderen Positionen muss man etwas nachhelfen.

      Kann es sein, dass der Reibwiderstand innerhalb des großen, gelben Steuerzahnrads noch zu hoch ist? Das Steuerrad lässt sich von Hand drehen, allerdings nur sehr zäh. In dem Fall wäre das meine nächste Baustelle. Gibt es an dieser Baugruppe irgendwelche Besonderheiten auf die man achten sollte?

      Danke und schönen restlichen Sonntag Abend!

      VG,

      Gianni
    • Gianni schrieb:

      Das Steuerrad lässt sich von Hand drehen, allerdings nur sehr zäh.
      Dann sollte auch vom Steuerrad (Kurvenrad) die Achse gereinigt und frisch gefettet werden.

      Gianni schrieb:

      Wenn ich das Ganze ohne Teller versuche und von oben anschaue, dann fällt auf, dass das Reibrad nur in der 78 Umdrehungen Position guten Kontakt zum Pulley hat. In den anderen Positionen muss man etwas nachhelfen.
      Das ist normal, weil dann der Rollumfang vom Teller nicht dagegen drückt.
      Schalte mal ohne Automatik, also nur durch Einschwenken des Arms ein,
      dann sollte der Teller in der jeweiligen Geschwindigkeit laufen.


      LG, Micha
    • mickdry schrieb:

      Schalte mal ohne Automatik, also nur durch Einschwenken des Arms ein,
      dann sollte der Teller in der jeweiligen Geschwindigkeit laufen.
      Das habe ich gerade mal schnell ausprobiert. Funktioniert besser als mit der Automatik, aber nicht perfekt. Für 33 und 78 Umdrehungen läuft er dann, bei 45 hat er weiterhin Startschwierigkeiten. Wenn ich mit dem Tonarm dann in die Stoppzone komme bremst der Dreher sehr schnell ab und hat nicht mehr genug Schwung um den Tonarm wieder in die Ausgangsposition zu bringen. Dreht man hier wieder manuell weiter läuft der Arm ganz locker zurück und senkt sich behutsam ab.

      Dann mach ich mich als nächstes mal ans Kurvenrad, danke Micha :)

      VG

      Gianni
    • Falls Du es nicht schon gemacht hast, schleife die Oberfläche vom Reibrad mal gut an.
      Die sind oft so hart, dass sie durchrutschen und keinen Grip entwickeln.

      Ich mache dass so, Teller runter, auf 78 rpm stellen, Plattenspieler einschalten und dann mit Schleifpapier 400 oder so das Reibrad anschleifen.
      Ruhig einen Millimeter runterschleifen, ich war am anfang immer zu vorsichtig und musste dass dann mehrmals machen bis das Reibrad endlich Grip hatte.
      Liebe Grüße
      Ludwig

      Ich vermisse den Dislke Button :evil: