Analyse des TVV43

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    • phonesmoke schrieb:

      Der Kurve nach müsste der EVV ziemlich dumpf klingen.
      Dumpf klingt er keinesfalls. Bei den Mitten und Höhen sehe ich keinen Kritikpunkt. Nur klingt er nach wie vor im Bassbereich schwammig. Schlagzeug- oder (E-)Bass-Anschläge sind alles andere als knackig zu bezeichnen.
      Gruß
      Michael
      ---
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      PE33 -> TVV43 (modifiziert) -> Saba 9140 -> Canton GLE100 (modifiziert)

      Vintage-Damen mit Vinyl-Platten - Yeah!
    • Hallo Michael,

      Frequenzgang ist gut.
      Schwammige Bässe sind aber dem Endverstärker Deiner Hörkette und/oder den Lautsprechern selbst geschuldet.

      Der Endverstärker sollte einen möglichst großen Dämpfungsfaktor haben. Damit kontrolliert er das Bass-Schwingverhalten besser. Dämpfungsfaktor von 30 oder mehr ist anzustreben. Was für einen Endverstärker hast Du?

      Gruß
      Reinhard
    • oldiefan schrieb:

      Schwammige Bässe sind aber dem Endverstärker Deiner Hörkette und/oder den Lautsprechern selbst geschuldet.
      Na, das kann ich aber nicht glauben. Üblicherweise hängen die Dreher am einem schnöden Aikido. Am Aikido kommt alles "knackig" rüber. ich habe nun noch den sehr niedrigen Eingangswiderstand des TVV43 in Verdacht. Ich werde mal dem Aikido auch mal ein paar Widerstände parallel schalten und sehen, ob der Bassbereich dadurch ähnlich ungünstig beeinflusst wird.
      Gruß
      Michael
      ---
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    • Hi Michael !

      Shibamata schrieb:

      Nur klingt er nach wie vor im Bassbereich schwammig. Schlagzeug- oder (E-)Bass-Anschläge sind alles andere als knackig zu bezeichnen.
      Das würde ich mal auf die Ausrüstung mit den Germanium-Transistoren schieben.
      Was die einen bei Gitarren-Effektgeräten schätzen, daß die Dinger einen soften, röhrenähnlichen Klang produzieren, ist - gerade bei moderneren Plattenproduktionen - eher kontraproduktiv und führt zu einem verwaschenen Klangbild.

      Dann gibt es gefühlt zwei Millionen "Vier-Transistor-RIAA"-Entzerrer, deren Schaltungen sich irgendwo in Details unterscheiden und wo bei allen das Problem besteht, daß der zweite Transistor möglichst niederohmig an den nachfolgenden Verstärkereingang ankoppeln soll - und das teilweise aufgrund der Wahl der Widerstände in den Emitter- und Kollektorkreisen gar nicht kann.
      Was letztlich den Grund für die später verbreiteten 6- bzw. 8-Transistoren-Schaltungen lieferte, wie sie z.B. im CV1400 verwendet wird.

      Ich würde mal schätzen, daß weitere Modifikationen Einprügeln auf einen toten Gaul nahekommen.
      Viel mehr kann man da nicht mehr rausholen.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • wacholder schrieb:

      Ich würde mal schätzen, daß weitere Modifikationen Einprügeln auf einen toten Gaul nahekommen.
      Du machst mir Mut! Obwohl ich befürchte, dass Du nicht unrecht haben wirst. :rolleyes:
      Gruß
      Michael
      ---
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    • Hi Michael !

      Shibamata schrieb:

      Du machst mir Mut! Obwohl ich befürchte, dass Du nicht unrecht haben wirst.
      Ich will Dir nicht den Mut nehmen, weiter zu experimentieren.
      Aber gerade solche Schaltungen aus der Frühzeit der Transistortechnik haben die eine oder andere Einschränkung.

      Zumal sie mal mit Blick auf die damals gängigen Hörgewohnheiten entwickelt wurden - und da zählte ein klarer, subsonischer Baß nicht gerade zu den Anforderungen im Lastenheft. Solche Signale waren auf den Platten der 50er und 60er schlicht nicht vorhanden und das einzige Zugeständnis war eine unter 20Hz stark abfallende Kurve, die insbesondere bei den damals noch verbreiteten 78ern wichtig war, weil deren Rumpeln schon deutlich in den unteren Tieftonbereich hineinspielte. Wobei an der Stelle zumindest bis Mitte der 60 eher weniger Magnetsysteme im Einsatz waren. Von den überwiegend natürlichen Instrumenten, die damals aufgezeichnet wurden, waren zwar die Trommeln zu kräftigen "Peaks" imstande, aber selbst elektronisch verstärkte Baßgitarren gehen kaum unter 100 Hz. Anspruchsvoll waren Klavier- und Orgelkonzerte und die waren dementsprechend auch die Prüfsteine, an denen die Anlage sich messen mußte - die überwältigende Mehrzahl der Platten mit "Gebrauchsmusik" gingen lange nicht unter 60 - 100 Hz.

      So ab den späten 60ern, frühen 70ern, als mehr elektronische und verstärkte Instrumente in der Popmusik mitspielten, änderte sich das dann.
      Meine Referenz ist dabei das Stück "Handy" auf der Wishbone-Ash-Debütplatte von 1970. Das geht mit seinem minutenlangen Baßsolo ziemlich an die Grenzen dessen, was eine Anlage aus diesem Zeitrahmen sicher und gut wiedergeben konnte.
      (Heute lachen wir darüber ...)



      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Weiter geht's: Der TVV43 im Parallelbetrieb mit dem Aikido Phono 1+

      Die gelbe Linie hatten wir zuletzt: Das ist der TVV mit der Modifikation frei nach Dampfradio-Heinz. Heute allerdings noch einmal gemessen, da Microsoft meinte, dass Excel nicht bereit sei, die Datei speichern zu wollen. Daher auch eine neue Messreihe, bei der auffällt, dass es bei 10Hz doch zu viel des Guten ist. Da sollte ich also wieder etwas zurücknehmen.

      Blau ist also der Aikido.



      Ab 50 Hz bis 20 kHz allerdings ist der Frequenzgang sehr nahe am Aikido. Die originale, flachere Kurve sehe ich demnach als fehlerhaft an, da ich dem Aikido in dieser Hinsicht schon ein ziemliches Maß an Exaktheit attestieren möchte. Die Änderung der Steilheit der Kurve wurde mE durch die Änderung von C3 auf 4700 pF erreicht.

      Bleiben also zwei Baustellen:
      • Frequenzgang unter 50 Hz wieder absenken
      • Schwammiges Klangbild
      Gruß
      Michael
      ---
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shibamata ()

    • Und wieder einen entscheidenden Schritt weiter: Nun spielt er so knackig, wie man es sich wünscht! Ultimative Testplatte dafür ist die Debut-LP von The Clash, wo E-Bass und Schlagzeug nun knackig und trocken rüberkommen, wo zuvor nur ein Klangbrei zu hören war.

      Ich habe mich noch mal am Schaltungsvorschlag aus dem Dampfradio-Forum orientiert. Hatte ich zuvor die Kondensatoren im Fokus gehabt, um die Kennlinie gerade zu biegen, so ging es diesmal insbesondere um die Erhöhung von R2 und R3, wodurch sich der Eingangswiderstand deutlich erhöht. Etwa 50 kOhm, wenn man lediglich R2 und R3 betrachtet. Und C1 und C2 habe ich etwas runtergesetzt, da er mit den Tiefbass etwas zu stark betonte. Zudem habe ich auch noch den 274 kOhm parallel zu C3 geschaltet, obwohl mir dessen Sinn nicht bekannt ist.

      Egal: Nun rockt er! :D

      Ich gehe davon aus, dass der originale sehr niedrige Eingangswiderstand (Original 16k, nach erster Änderung 26k) den Tonabnehmer zu stark belastet hat.

      Nochmal meine Modifikationen im Detail:

      R1: entfernt
      R2: 220k (war: 120k)
      R3: 68k (war: 33k)
      C1: 2.0uF Folie (war: 10uF Elko)
      C2: 1,0uF Flie (war 1uF Elko)
      C3: 4700pF Folie (war: 2200pF Folie) dazu 300k parallel (Heinz hatte 274k, aber ich hatte den Wert nicht)
      C4: 100uF (war: 50uF)
      C5: unverändert
      C6: 220uF (war: 50uF)
      C7: 1,1uF (war: 0,1uF)
      C8-C10: neue Elkos mit gleichem Wert

      Bei Gelegenheit gibt es noch einen aktualisierten Frequenzverlauf.
      Gruß
      Michael
      ---
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    • OK, Finale! Die dunkelblaue Linie ist der Frequenzgang, der sich insbesondere nach der Reduzierung von C1 und C2 ergibt. Ist natürlich unabhängig vom damaligen schwammigen Klangbild, welches hauptsächlich R1, R2 und R3 zu verantworten hatten.

      Mit gefällt der TVV43 nun so sehr, dass ich überlege, ihn fest in den PE33 mit dem B&O SP1 einzubauen.

      Gruß
      Michael
      ---
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    • Mal ein kleines Update: mit dem modifizierten TVV43 höre ich nach wie vor gerne. Bevorzugt mit passenden Drehern wie dem PE33 oder dem 1009 mit Rundnadel und Aufnahmen aus den 50er bis 70er Jahren.

      Aber jetzt auch mal was Konstruktives: Eine Art Bestückungsplan. Ein Schaltplan findet sich ja leicht in der Klicki-bunti-Variante vom BTX, nur eben kein Bestückungsplan.




      Dazu einige Anmerkungen:

      - R1 habe ich nun mit 1 MOhm bestückt, um den offenen Kondensatorpol gegen Masse (hier +) abzuschließen. Geschmackssache.
      - Rx ist der zusätzliche Widerstand mit 300k (Heinz hatte 274k verbaut)
      - C7 habe ich belassen, dafür unter der Platine 1 uF parallelgeschaltet.
      - P1 ist auf der unteren Platine R6

      In der Hoffnung, keinen Fehler gemacht zu haben...
      Gruß
      Michael
      ---
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    • so , TVV43 Operation geglückt :thumbsup:

      heute kamen die Bauteile von Reichelt,

      hab mich natürlich gleich drauf gestürzt bei 40Grad im Wintergarten
      der Schweiß tropft ?(

      aber egal jetzt will ich’s wissen :thumbsup:

      schnell noch einen Hörtest vor dem Umbau, der Klang war etwas stumpf ,außerdem war ein Brumm
      auf dem linken Kanal zu hören

      und los geht’s , die beiden Sandwitch Platinen von einander getrennt und Platine für Platine
      nach Michaels Anleitung umgebaut

      zur Kontrolle Netzstecker rein, aha keine Rauchwolke, das heißt alles ist gut :P

      alles wieder komplett zusammen gebaut, ein Loch am Blechgehäuse vom Lack freigekratzt
      weil sonst die Zahnscheibe zur Masseverbindung nichts bringt,

      Yamaha Verstärker A500 und 1210 mit M75 angeschlossen und rein in den AUX-Eingang

      Power on :!:

      die Spannung steigt :D

      ich bin sprachlos von dem klaren erfrischenden Klang und kristallklaren Höhen :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      dazu Dynamik pur 8o

      sehr empfehlenswert

      großen dank an Michael :thumbsup:

      ich taufe ihn jetzt TVV-Shibamata :thumbsup:

      Albert
      Gruß
      Albert