Neues Problem: Haube

  • Hallo Foristi,


    jetzt, wo mein 601 auseinander ist, habe ich mir die Haube, die ansonsten in einem prima Zustand ist, einmal genauer angesehen. Dabei habe ich festgestellt, dass die rückseitige Kante durch die Spannung der Scharniere verzogen ist (s. Bild), weshalb die Haube nach dem Schliessen auch schief sitzt (jetzt weiss ich wenigstens den Grund!). Ich würde die Kante gerne begradigen und habe schon an eine Einfassung per Aluminiumprofil gedacht, doch befürchte ich dann Rissbildung. Einen Tipp, so eine Haube generell einmal zu tempern, um innere Spannungen zu beseitigen, habe ich bereits erhalten (zudem kenne ich das aus meinem ehemaligen Beruf in der Bodenbelagsfertigung), doch wird das reichen, um die Kante wieder gerade zu "zwingen"? Da ich eine Eigenbauzarge vorsehe, würde ich mir ohnehin eine andere Scharniererei ausdenken, aber dennoch zwickt mich das Wellaform der Haube; ich bin gerade ein Bisschen ratlos (kommt in den besten Familien vor) und würde mir von Euch Tipps zur Sache wünschen (Heissluftgebläse ist keine Option -> Spannungsrisse möglich). Mit freundlichen Grüssen verbleibt


    Robert


  • Hallo, sieht nach thermischer Verformung aus. Ob das rueckgaengig zu machen ist?
    Alternativ damit leben, Alueinfassung ist ein guter Ansatz.
    Alternativ 2: Wie oben, aber nach neuer Haube suchen
    Alternativ 3: Da du eine Zarge bauen willst, waere fuer mich der Koenigsweg der einer neuen, klaren Haube. Variante 1: Aus Plexiglas fuer 100+
    Variante 2: Eine neue Dualhaube und Universal- Scharniere von Dualfred.


    Aber erstmal koenntest Du das ja mit thermischer Begradigung versuchen, mehr als Kaputt geht nicht. So wuerde mich das aber ewig stoeren.

    Schoene Gruesse
    Steffen


    SUCHE BLENDE FUER DEN 626 IN SILBER !!!!

  • Hallo Steffen,


    danke dir für deine Mühen; mit deiner (und meiner) Stimme sind's jetzt schon zwei Stimmen für das Aluprofil. Die Verformung ist nicht thermisch bedingt, sondern tatsächlich mechanischer Herkunft: die Dellen sind genau dort, wo die Haube in den Scharnieren steckt. Neue Hauben jedwelcher Art kommen für mich leider nicht infrage, denn ich bin'n armer Rentner, dem es eher um das Erhalten von Vorhandenem gehen muss... nun: immerhin hat meine Haube nur einen und dazu sehr kleinen Kratzer auf der Schokoladenseite - wenigstens etwas Gutes, denn den polier' ich einfach weg. Freundliche Grüsse


    Robert



    Edith: thermische Bearbeitung wäre meine bevorzugte Variante (dazu suche ich Tipps!), doch weiss ich noch nicht, wie ich ausreichende und gleichmässige Temperaturen in das Material geben kann, ohne den Rest der Haube mit der Hitze zu belasten; anschliessendes Tempern wäre jedenfalls ein Muss!

    Einmal editiert, zuletzt von riofox () aus folgendem Grund: bessere Erklärung

  • Hallo Robert, ich fürchte, da kannst du nichts machen, über viele Jahrzehnte hinweg haben die Scharniere daran gezogen. Ich kenne auch einige Geräte die dasselbe Problem haben, davon betroffen sind mein 505-2 und der 510, den ich meinem Neffen gegeben habe. Das Richten würde ich lassen, die Hauben sind wegen ihrem hohe Alter sehr spröde und brechen leicht. :(


    Gruß Thomas

  • Hallo Thomas,


    genau diesem Effekt - dass Risse und Sprünge drohen - wirkt das vorherige Tempern entgegen. Auch da ist Wärme im Spiel, doch die reicht nicht für eine Verformung aus. Tempern = längere Zeit im Backofen lagern (z.B. bei 80°C 2 Stunden) und dann langsam auf Raumtemperatur abkühlen lassen - im Backofen. Danach ist auf molekularer Ebene wieder Alles wie neu ;) . Vielleicht werde ich sie in einem Plexiglas verarbeitenden Betrieb abgeben...
    Grüssle


    Robert

  • Hallo Robert,


    Ich würde da, wenn überhaupt, nur ein wenig mit Wärme "nachhelfen".


    Ich persönlich würde eher die Einstellung der Scharniere überarbeiten. Ein kleines Stückchen dickere Folie z.B. kann helfen. Oder eben schlicht die Spannung der beiden Scharniere passend Einstellen.



    Wenn es unbedingt sein soll:


    Du könntest Dir zwei Alu- Platten organisieren und das Ganze etwas erwärmen. Dann einspannen und ab in den Ofen damit. 70-80° ohne Umluft. Am besten langsam von Null bis 80° nach und nach erwärmen. Dann ruhig 40-50 min drin lassen. Dann wieder langsam runter drehen. Am besten so innerhalb 30-40 min. gen Null. Die Haube dann am besten bis zum nächsten Morgen im Ofen liegenlassen. Rausnehmen und die beiden Alu- Platten können wieder ab.


    Nur: Lohnt sich der ganze Aufwand? Das Material ist alt und brüchig, der Weichmacher schon lange raus aus dem Material. Selbst wenn Du das Material temperst, können Spannungsrisse selbst nach Jahren noch auftreten. Eine Garantie ist Tempern somit nicht.




    Ich "bastel" schon recht lange mit dem Zeug. Selbst nicht getemperte Hauben, bzw. andere Teile, haben keinerlei Rissbildung gezeigt. Obwohl ich dort mit Druck und Wärme (Sägen, Fräsen, Bohren, Kanten "Flammen" usw.) zugange war. Ich denke hier wird das Tempern auch oft überbewertet.


    Hätte ich das Teil getempert, hätte es ca. zwei- drei Tage (oder länger) im Ofen benötigt. Ohne "Abkühl- Phase". Von der erforderlichen Größe des Ofen einmal abgesehen.


    Der Motor ist im Maßstab 1:1 gebaut. Hier sind selbst ohne Tempern, nach nun ca. 8 1/2 Jahren keinerlei Risse oder ähnliches zu sehen. ;)


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    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hallo Lutz,


    Hey maicox...


    ...herrje, irgendwann würde ich gerne mal Bilder deiner Inneneinrichtung sehen :D !!!


    Ach, so Aufregend ist es wohl eher nicht.



    Nur eben etwas "anders". "Normal" können andere.......... wobei........ was ist schon "Normal"? :P

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    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hallo zusammen


    Ich hab ja einige Philips Dreher die bekannt dafür sind das sich der Bodendeckel übelst verzieht. Die hab ich alle mit einem Heißluftfön gerade bekommen.
    Ich schreib mal wie ich da vorgegangen bin. Das sollte bei einer Haube auch gehen. Zu aller erst braucht man eine zweite Person.Einer muß den Fön bedienen. Die Wanne hab ich zunächst auf einem geraden Brett fixiert. Vorher hab ich mir zwei gerade Winkel passen für die kurze und die lange Seite gemacht. Bei der Haube dann analog etwas passendes in der entsprechenden länge/breite. Dann hab ich langsam die Kante mit dem Fön erhitzt bis sie anfing weich zu werden. Danach hab ich nacheinander unter ständigen erwärmen im Abstand von zwei bis drei Zentimeter Spannklemmen auf die Winkel gesetzt. Nachdem alle Klemmen gesetzt wahren hab ich die Kanten noch einen Moment weiter auf Temperatur gehalten und sie abkühlen lassen. Bei einer Bodenwanne war die vordere Kante etwa 1,5cm nach innen verzogen so das sie schon auf die Mechanik drückte und den Plattenspieler bediente. Das hab ich dann in zwei oder drei Durchgängen gemacht. Das Resultat war durchaus gut. Die Wannen sind alle wieder gerdade. Man muß natürlich mit dem Fön vorsichtig sein aber es geht wunderbar


    Wolfgang

  • Hallo ihr Lieben,


    vielen Dank für eure Antworten (wooooah, sieht der Motor geil aus...); ich denke, dass ich da Etwas zusammenkomponiert bekomme. Das Neueinstellen der Scharniere wäre eine Möglichkeit, wenn die eine Welle/Delle nicht tiefer wäre, als die Andere, doch da man die Scharniere nicht vor oder zurück schieben kann, würde die Haube auch danach noch einseitig neben der originalen Zarge, also schief, aufsetzen. Die Idee mit den beiden Blechen gefällt mir gut; vielleicht halten diese Black&Decker Spannklammern die 80°C ebenso aus und funktionieren bei diesen Temperaturen. Ansonsten bastele ich mir einen hölzernen Spanner; ich habe da noch vier Kupplungsfedern vom Mopped zu liegen... Ich weiss, dass Tempern kein Allheilmittel darstellt, vor Allem bei Weichmacherverlust, doch ich habe Glück: die Haube benimmt sich bei sanftem Verbiegen fast wie neues Plexi dieser Materialstärke (4 mm an dieser Stelle), die Elastizität stimmt also noch. Die Sache mit dem Heissluftfön wäre eine Alternative dazu, wenn das Tempern und Einspannen zwischen Alubleche nicht funktionieren sollte. Ich würde dann alle nicht zu erhitzenden Flächen abdecken und versuchen, mein Montagegestell als dritte Hand zu benutzen. Vielleicht könnten jedoch auch hier Alubleche und Spanner behilflich sein... Noch einmal vielen Dank für eure Anregungen, die mir etwas mehr Selbstvertrauen vermitteln und dazu freundliche Grüsse


    Robert

  • ...herrje, irgendwann würde ich gerne mal Bilder deiner Inneneinrichtung sehen !!!

    das IST seine Inneneinrichtung :D:D:D
    Ich bin immer wieder völlig fasziniert von Deinen Arbeiten :thumbsup:

    VG

    Kai







  • Hallo Robert


    Das mit dem Backofen würd ich nicht machen. Da die richtige Temperatur zu treffen ist wie Russisch Roulette spielen. Ich hab's so gemacht das ich mit dem Fön erhitzt habe und immer wieder mit den Fingern die Temperatur und die verformbarkeit des Kunststoffs kontroliert habe. Mein Schwager hat dann wenn es soweit war die Klammern gesetzt . Ohne eine zweite Persohn geht sowas nicht. Man muß mit Gefühl erhitzen auf den Kunststoff achten und Klammern setzten. Mit zwei Mann geht das wunderbar und auch recht zügig. Bei meiner ersten Bodenwanne hab ich das alleine versucht. Na ja, es ist in die Hose gegangen. Zum Glück ist die Stelle auf der Rückseite wo man es nicht sieht. Nach dem Fehlversuch bin ich dann zu meiner Schwester gefahren und hab mit meinem Schwager zusammen gemacht den Rest gemacht. Und der war in Ordnung.
    Das sogenannte Tempern wird glaub ich nichts bringen. Im Kunststoff sind keine Spannungen sondern er wird spröde so wie jeder Kunststoff der älter wird. Das ist nun mal nicht umkehrbar.


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ich hatte ja bereits erwähnt, in der Bodenbelagsfertigung (PVC, Polyolefine) gearbeitet zu haben. Dort wurde zur Spannungsminderung im Wasserbad oder per Heissluft getempert. Sobald du eine Verformung ins Material gibst, entstehen auch Spannungen und mein Haubenwellaform ist eine von aussen erzwungene Verformung. Zu diesem Thema war dann interessant, dies hier entdeckt zu haben:


    http://www.acrylglasprofi.de/Reparaturanleitung.pdf


    Dort ist mir besonders auf Seite 10 der Punkt 3.5 aufgefallen, der ein paar Daten liefert und wenn ich späterhin eine stabilisierende Einfassung aus Aluminiumprofil per Klebstoff befestigen möchte, werde ich um das Tempern wohl ohnehin nicht herum kommen. Ich habe mir natürlich schon Gedanken darüber gemacht, wie das mit dem Backofen funktionieren mag, dessen Schalthysterese in der Tat zum Problem werden könnte. Helfen dürfte mir da eines meiner Thermometer, das aus einem aufgelösten Labor stammt und Temperaturen bis 250°C sehr präzise anzeigt: damit kann ich herausfinden, wie ich den Ofen möglichst optimal einstellen kann (also: wenn überhaupt!) und zur Not setz' ich mich über die errechnete Stunde und 20 Minuten vor das Ding und drehe am Knöpfchen. Wie auch immer: alleine über das Tempern werde ich die Verformung nicht rückgängig machen, aber zumindest eine Verformung nach deinem Ratschlag vorbereiten können und dazu das Riss- und Bruchrisiko minimieren. Auch die Sache mit dem Helfer lehne ich nicht völlig ab; ich hab' da einen Freund, der... Ausserdem macht Sowas zu Zweien mehr Spass. Was ich im Übrigen für denkbar halte: es könnte durchaus sein, dass sich die Haubenkante bei der Zufuhr von genügend Wärme "rückstellt", also wieder begradigt. Dazu genügt Tempern nicht, hier muss die Temperatur wahrscheinlich wirklich kurz vor dem "Gelierpunkt" liegen und das geht im Backofen nicht kontrolliert - da würde ich wahrscheinlich einen neuen Kunstgegenstand aus der Haube machen ("Scheisse, jetzt isses 'n Klumpen..."). Wie auch immer komme ich zu dem Schluss: wenn einfach einfach einfach wär', dann wär' ja einfach einfach einfach...
    Es grüsst einfach freundlich


    Robert :whistling::D

  • Hallo Kai,


    das IST seine Inneneinrichtung


    Da hast Du nicht so ganz unrecht. Andere Hängen sich Bilder ins Wohnzimmer oder stellen sich Kerzenständer und Vasen in die Bude. Bei mir stehen halt solche nicht ganz "normalen" Gegenstände in den vier Wänden. :D Nur: Der Platz wird langsam knapp. :/



    Ich bin immer wieder völlig fasziniert von Deinen Arbeiten


    Vielen Dank für die Blumen! :thumbsup:

    ---------------------------
    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hallo Maico(x),


    ich hatte dir ja schon mit offenem Munde ein dickes "Wow!" für den Motor 'rüber geschoben - und wüsste jetzt unverschämterweise - natürlich - gerne mehr über das, was unter deinen Händen entstanden ist. Du arbeitest also viel mit Plexi?!? Das ist allerdings interessant! Ich hätte da ein Projekt im Kopf, das meine Originalhaube ersetzen könnte, ohne dass ich auf Reloop oder Sonstwen zurückgreifen müsste. Vorerst ist das nur eine Spinnerei, aber zumindest greifbar; das fertige Teil würde der Haube des "Schneewittchensarges" von Braun ähneln und wäre, bis auf die Fräsungen im Holz (dazu dächte ich mir jedoch etwas Praktikables aus...), recht einfach zu realisieren - guckstu:


    https://braundesigns.files.wordpress.com/2010/05/sk4.jpg


    Das jedoch angepasst auf solch eine Zarge:


    http://ichwillinsindernet.de/bau-einer-zarge-fuer-einen-dual-plattenspieler/


    Die wird in jedem Fall gebaut werden, sobald die Rente genug für's Material übrig lässt! Meine Frage: würde ich dich über die hiesigen Konversationen um Rat bitten dürfen, wenn es an die Haube geht? An geeignetes Plexi komme ich heran...
    Freundliche Grüsse



    Robert

  • Hallo Robert,


    Klar kannst Du mir schreiben. Wenn ich Tipps und Anregungen geben kann, versuche ich es gern.



    Und ja, ich habe schon so einiges mit dem Zeug angestellt. Diverse Lampen gebaut, Lautsprecher, diverse komplette PC`s, Tonarme, ganze Plattenspieler, Plattenspieler- Zargen, Leuchtende "Bilder", Tattoo- Maschinen, Leuchttische, beleuchtetes Firmen- Logo, Tattoo- Wagen, diverse Hauben, "Verkleidungen" für Plattenspieler, Regale, Wohnzimmertisch, Uhren, Brillen- und Armbanduhren- Halter, Vorverstärker und Mono- Blöcke, Umschalt- und Regel- Boxen, Kabel- Abdeckungen, Halter und anderes Zeug. :D

    ---------------------------
    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

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