Welcher Elac: 22H, 50H, 770H?

  • Hallo! Ich überlege, mir einen Elac zu kaufen. Ich sollte es eigentlich nicht tun, da ich schon 2 Thorens habe, doch mich faszinieren die Elac-Plattenspieler zunehmend.



    Wenn ich richtig recherchiert habe, sind sich der 22H, 50H und 770H sehr ähnlich. Der erste ist ein "einfacher" Platterspieler, die anderen beiden "Plattenwechsler". Weiterhin soll der 22H der beste sein. In einem Thread las ich, dass das Tellerlager besser sei, weil es kein "Wechsler" sei. Ist das so?


    Was mich am 770H interessiert, sind seine "Gimmicks" wie Pitchregler, Nadelverschleißanzeige, die Spurwinkelverstellung und eben auch das es ein Wechsler ist. Obwohl ich mir unsicher bin, ob ich meine Platten einfach übereinander stapeln mag.


    Bei der Spurwinkelverstellung hoffe ich, dass damit das Headshell an Tonabnehmer angepasst werden kann, die einen anderen Winkel brauchen, wie es von den Grado-Tonabnehmern zu lesen ist. (Die eigentliche Idee der Verstellmöglichkeit ist es wohl, einen zunehmend höher werdenden Stapel von Platten im Plattenwechselbetrieb auszugleichen soll. Doch wie geht das im laufenden Wechselbetrieb?)


    Auch frage ich mich, wie soll der Tonabnehmer justiert werden? Offensichtlich geschieht dies von unten wie bei beim Thorens TP 60. Doch für den gibt es eine Einstelllehre. Gibt es die auch für die Elac Tonschlitten?


    Sollte ich mich entschließen, einen Elac zu kaufen, gibt es Elac-spezifische Tipps, worauf ich achten sollte? Welchen Elac empfehlen die Elac-Experten?


    Vielen Dank an die, die bis hier "durchgehalten" haben und ein schönes (verlängertes) Wochenende, Ingo

    Einmal editiert, zuletzt von Hollinger ()

  • Hollinger

    Hat den Titel des Themas von „Welcher Elac: 20H, 50H, 770H?“ zu „Welcher Elac: 22H, 50H, 770H?“ geändert.
  • Weiterhin soll der 22H der beste sein. In einem Thread las ich, dass das Tellerlager besser sei, weil es kein "Wechsler" sei. Ist das so?

    Hallo und Moin Ingo,


    im Prinzip sollte das so stimmen, der 22H hat ein herkömliches solides Tellerlager, die Wechsler systembedingt eine Hohlachse und ein darunter liegendes Kugellager. Theoretisch macht das mehr Radau als das herkömmliche Lager, in der Praxis ist das Gerassel vom Antrieb aber selbst bei gut gewarteten Geräten fast immer eher ein Problem als die Lagergeräusche. So zumindest mein Eindruck.

    Die VTA-Verstellung beim 770H erfolgt direkt am Headshell-Einschub, ist also nicht an den Plattenspieler gebunden. Das Headshell mit dieser Einrichtung "TAS 4G" passt auch am 22H und 50H, ist aber selten solo zu bekommen.


    Unterschiedlich sind vor allem die Preise - einen gut erhaltenen 50H bekommt man mit etwas Geduld für 50,- bis 60 €, ein 22H kann auch gern über 100,- kosten, der etwas seltenere 770H ebenfalls - besonders schöne Exemplare mit großer Zarge dürfen auch deutlich mehr kosten.


    Persönlich würde ich wohl dennoch wieder zu einem 22H greifen, wenn ich mir einen Elac hinstellen wollte, ich benötige aber weder Wechselmechanik noch eine Pitchregelung.


    Grüße, Brent

  • ...hatte bislang einen 50h und einen 22h...wichtig ist halt immer ein wenig das vorleben des geräts, meist viel wichtiger als technische daten...lagerung, nutzung, verschleiss, übliche defekte zb beim sehr teuren tas, versandhäufigkeit, verbastelt vs. repariert usw...


    Ich würd mir ein hübsches gerät in der nähe suchen, das ich mir anschaun und anhören kann...persönliche vorliebe wäre eigentlich auch ein 22h, weil ich die wechselfunktion nicht brauch.


    die elacs haben unterhalb der stelle, wo die spitze der nadel sein soll, so ein ding zum rausziehen in das chassis eingebaut.


    romme

  • Hallo Ingo,


    bezüglich des Tellerlagers sehe ich das genau so wie Brent. Das Solidere ist das vom 22H, da kein Wechsler. Die Wechslerfunktion würde ich bei LP’s, wenn man seine LP’s mag, auch nicht benutzen.

    Ich mache das schon mal bei Singles.

    Der Antrieb ist, wenn man ihn gut wartet eigentlich echt leise. Wundersamerweise überträgt sich bei den 3 Geräten das Rumpeln wenig auf den TA. Zumindest ist das bei meinen Dreien so.

    Bei dem 770H gebe ich zu bedenken, dass der Stroboring gerne mal bricht nach all den Jahren. Das ist kaum reparabel. Dazu gibt es hier öfter mal Threads.

    Bei meinem 22H und 50H habe ich noch nie ein Pitching vermisst. Die laufen ja abgestimmt auf die Netzfrequenz, ziemlich exakt, Motorwartung vorausgesetzt.

    Der Tonabnehmer wird mit der Einstellspitze am Gerät justiert. Voraussetzung: Der Tonarmschlitten ist in Ordnung und der TA lässt sich mittels der Einstellschraube verschieben.

    ich bin mit dieser Justage immer gut gefahren. Da gibt es aber auch unterschiedliche Meinungen zu.


    Ich würde auch einen 22H nehmen…aber…je nach Gusto. Gut sind sie alle 3, wenn sie komplett gewartet sind / werden.

    Zur Wartung von Motor, Treibrad, Tellerlager etc. findest Du hier im Forum jede Menge Material.

    Gruß Andreas

  • Mein Rat wäre auch der 22H, ein tolles, solides Gerät. Wechsler habe ich genug und da passt als Ergänzung der 22H gut rein.

    Das Tellerlager ist ne Wucht, kein anderer Plattenspieler aus meiner Sammlung dreht so lange nach (ich habe die Tellerbremse deaktiviert).

    Weiterhin spricht für den 22H, dass er vom VTA her auch immer korrekt zur Platte läuft, anders, als der 50H, der ja theoretisch erst ab der 3. Platte im Stapel korrekt läuft.Das hat Elac jedoch ganz einfach dadurch erreicht, dass sie eine dickere Tellermatte verbaut haben.

    Wie meine Vorredner bereits schrieben, ist der Reibradantrieb in der Regel sehr rumpelarm, allerdings läuft der Motor etwas lautet. Ob das dem Außenläuferprinzip geschuldet ist, weiß ich nicht, jedoch überträgt sich das Laufgeräusch nicht auf die Nadel, da die Motoraufhängung gut gemacht ist.

    Gruß,
    Kai
    ___________________________________________________________


    Dreher im Bestand: 701 (1. Serie), 704, 1019 (NOS), 1218, 1219, 1229 (Wega 3430), 1249 - Elac Miraphon 22H, Elac PC 900 - Braun PS 500 - Metz TX 4963 - Thorens TD 320 Mk I - B&O Beogram 1200, PE 33 Studio


    Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.

  • Erstmal vielen Dank für die hilfreichen Antworten.


    Nun hätte ich tatsächlich gerne einen 22H in gutem Zustand, in meiner Nähe (Berlin), zu einem angemessenen Preis und...


    ...in weiß! :D


    Das wird wohl nicht einfach bzw. ein langfristiges Projekt. Bei ebay Kleinanzeigen gibt es einen 22H, der zumindest dem Augenschein nach diese Kriterien erfüllt, allerdings in Bayern und auch deutlich über 100 Euro.


    Die Justage des Tonabnehmers ist offenbar clever gelöst.

  • Eine gute Wahl, mein 22H ist auch in der weißen Zarge, steht ihm sehr gut!

    Gruß,
    Kai
    ___________________________________________________________


    Dreher im Bestand: 701 (1. Serie), 704, 1019 (NOS), 1218, 1219, 1229 (Wega 3430), 1249 - Elac Miraphon 22H, Elac PC 900 - Braun PS 500 - Metz TX 4963 - Thorens TD 320 Mk I - B&O Beogram 1200, PE 33 Studio


    Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.

  • Mein TD 320 und mein TD 160 sind auch beide weiß (beide in der Ur-Version). Gefällt mit sehr gut.

  • cool...td 320 in weiss hab ich bisher noch keinen gesehen, sind sicher recht selten :thumbup:


    romme

  • ...in weiß!

    Mein letzter 22H entpuppte sich als weißes Exemplar, allerdings erst nachdem ich tagelang damit beschäftigt war, die 50 Jahre alte Holzdekofolie abzuziehen, die der Vorbesitzer ihm verpasst hatte.



    Letztlich stellte es sich beim Verkauf dann heraus, dass weiße Elacs offensichtlich nicht sonderlich nachgefragt sind, den wollte lange keiner kaufen. Überraschend, ich fand den eher hübscher als die üblichen Nußbaumzargen.


    Viel Glück bei der Suche, Brent

  • Wow! Der sieht cool aus.


    Was mich unter anderem an Elac reizt, ist der quadratische Tonarm. Zumal der ja sogar akustisch Sinn machen soll. Der Arm kommt auf Deinem Foto auch sehr schön zur Geltung.

  • Da alle, unter‘m Strich, gut sind.... wie oben schon erwähnt: was in der Nähe ist. Anschauen, anhören und kein Versandrisiko. „Top restauriert“ „liebevoll revidiert“ in Online Angeboten sind gerne mal, vorsichtig formuliert, „schönfärberisch“ und selbst wenn‘s stimmt; Verpackung und/oder Umgang auf dem Versandweg kann das alles schlagartig ändern!

    Ich habe diese drei und noch einen, der hier vergessen wurde: 50H II... Alles dreht, funktioniert und klingt mit Nuancen gleich gut.

    Größere Unterschiede darf man, wie immer, vom verwendeten Tonabnehmer/Nadel erwarten.


    Viel Erfolg bei der Jagd

    Rob


    PS


    das einzige schöne „white house“: der 22 von Brent, ein bißchen weiter oben..

    Einmal editiert, zuletzt von Robertz () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Robertz mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Abholen, ist natürlich am Besten. Doch aktuell gibt es "nur" einen weißen 770H in Berlin, der mir mit 190 EUR zu teuer ist. Der Verkäufer scheint auch nicht bereit zu sein, im Preis runterzugehen.


    Dann steht am anderen Ende der Republik ein weißer 22H und da scheue ich tatsächlich den Versand. Wenn jetzt jemand sagt, den Verkäufer aus Eichenbühl kenne ich, der ist super, dann wäre der eine Überlegung wert..


    Der 22H von Brent ist natürlich der Hammer. So einen hätte ich gern.

  • ...diese elacs gehen teilweise richtig günstig weg...da sollte man einfach ein wenig geduld haben....plattenspieler hast du ja :)


    romme

  • Romme hat recht, lass Dir ein bisschen Zeit. Der weiße 22H hat 40,- € gekostet und stand 35 km entfernt. Erste Hand und bis auf das Foliendrama unbeschädigt, allerdings sehr staubig.

    Ich muss aber zugeben, dass es hier im Kieler Umland besonders viele Elacs gibt. Ich habe in den letzten Jahren fast 15 Stück abgeschleppt und maximal 70,- plus Sprit bezahlt.


    Versand ist eigentlich recht unproblematisch bei den Elacs, der/die VersenderIn muss aber zwingend ganz genau wissen, was er/sie da tut.


    Grüße, Brent

  • Moin Moin

    tja, wen wundert's, Kiel ist nun mal die Quelle der schönen Elac Oldtimer. Und Berlin ist auch riesig. Das sind natürlich Jagdgründe von denen andere Landstriche nur träumen dürfen. Da kann man halt nicht mal eben für 40€ etwas Schönes ergattern. Der oben empfohlene Ebayer hat mir einen 50H verkauft. Bombig verpackt, trotzdem kam der Dreher mit zerbröseltem Hebel, welcher den Tonarm anhebt, an. Dank hilfsbereitem Kollegen mit Ersatzteilspende hier (Danke, Andreas) konnte ich den Dreher retten. Ohne den kleinen Hebel-Totalschaden! Der Verkäufer hat oft revidierte Geräte aber dieses Kleinteil leider nicht..

    Ein 22H, schön stramm verpackt, und Teller draufgelassen, kam mit geplatzter Zarge an...aus Ebay Kleinanzeigen aber, zum Glück, PayPal Käuferschutz!

    Gut gepflegt, ordentlich verpackt, kostet bei Ebay mit PayPal Käuferschutz eben einen Tacken mehr..Und der Preis Ist auch schon mal relativ. Ein schöner 22 mit Haube und einem STS 344 steht für 175€ gerade aktuell auf Ebay "im Angebot" oder einer ohne Haube, ohne STS dafür ein Basis AT für ~50€ weniger..

    Ja, wenn's einfach einfach wäre..hätten wir dann nicht alle die Bude voll - oder noch voller?!

    Beste Grüße und eine schöne Woche

    Rob

  • Ja, wenn's einfach einfach wäre..hätten wir dann nicht alle die Bude voll - oder noch voller?!

    Ich sach ma so: mit dem dritter Dreher ist Schluss bei mir. ;)


    Nun werde ich geduldig lauern, was mir mein Einzugsgebiet so bieten wird.

  • mit dem dritter Dreher ist Schluss bei mir.

    :D:D:D:D:D



    ...genau...

    Gruß,
    Kai
    ___________________________________________________________


    Dreher im Bestand: 701 (1. Serie), 704, 1019 (NOS), 1218, 1219, 1229 (Wega 3430), 1249 - Elac Miraphon 22H, Elac PC 900 - Braun PS 500 - Metz TX 4963 - Thorens TD 320 Mk I - B&O Beogram 1200, PE 33 Studio


    Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!