510 Stroboskop leuchtet nur kurz auf, dann dunkel

  • Stroboskoplicht leuchtet beim bewegen des Tonarms aus Ruhestellung zum Tellerand kurz auf und bleibt beim Betrieb dann dunkel, macht das jedes Mal so.


    Hab den 510 eben geschenkt bekommen und gereinigt. Jetzt wollt ich mal schauen, ob ich das Plattenspieler wieder zum Laufen bekomme.


    Wahrscheinlich komme ich gleich noch mit ein zwei anderen Fragen auf Euch zu.


    Kann kam das Licht wieder instandsetzen?


    Gruß, Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Direx ()

  • Hi Wolfgang !

    Kann kam das Licht wieder instandsetzen?

    Vermutlich nur mit a) einer Bastellösung und einer universalen Glimmlampe mit Drähten oder b) der LED-Ersatzlösung vom Dualfred.


    Die Stroboleuchte ist eine Glimmlampe besonderer Bauform. Das ist das erste Hindernis. Das zweite ist, daß diese Lampen einen langsamen, aber unaufhaltsamen Tod sterben und im Endstadium entweder "Radau machen" (der auch im Verstärker hörbar sein kann und über die Stromversorgung eingeschleppt wird) oder eben nur noch mal so sporadisch aufleuchten.
    Dann ist der Gasdruck im Inneren soweit abgesunken, daß die Zündspannung für den Leuchteffekt nur gelegentlich erreicht wird.


    Ich denke, daß Dein 510 gerade in diesem Stadium angekommen ist.


    Die Bastellösung a) braucht eine Glimmlampe dieses Typs:


    https://www.reichelt.de/glimml…lar-glimmlampe-p8199.html


    Deren Drahtenden werden an die Kontaktflächen angelötet, nachdem die Originallampe entfernt wurde. Dann muß man die Glimmlampe so drehen, daß die eine beleuchtete Kathode nach oben zum Lichtfenster des Strobogehäuses zeigt - und dann war es das. Dauert - mit etwas Übung - 20 Minuten.


    Die LED-Ersatzlösung b) von Dualfred ist hier:


    ... äh ... Dualfred macht bis 6. August Urlaub. Wer hat das denn genehmigt ? ...


    https://www.dualfred.de/Laufwe…321or-dt.html?language=de


    Aber da ist schon mal der Link. Der geht aber erst wieder *nach* dem 6. August. ("Muuuuh !")


    X/

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Moin,


    ich habe letztens auch so eine ähnliche Glimmlampe eingelötet.
    Nun steht bei Reichelt, dass man bei 110 Volt einen Vorwiderstand
    braucht von 33 kΩ. Ich bin da nicht besonders ängslicb, wenn die
    Lampe dann irgendwann durchbrennt, kann ich ja immer noch eine
    Neue MIT Widerstand einlöten.
    Ärgerlich wäre es nur, wenn man so ein Gerät ohne Widerstand
    weitergibt und es dann zum Defekt kommt.
    Deshalb meine Frage, liegen dort 110 Volt oder nur 90 Volt an.
    Ok, könnte jetzt auch messen, aber dazu muss ich das Strobo
    wieder öffnen und dann an der doch gefährlichen Spannung im
    Betrieb messen.


    Have a nice Day, Micha

  • Hi Micha !


    Zuerst mal etwas zum Prinzip der Glimmlampen.


    Das sind Glaskörper, die mit einem Neon-Helium-Gasgemisch unter niedrigem Druck gefüllt sind.
    Das Helium und der Druck sind die beiden Gründe, warum Glimmlampen nur eine begrenzte Lebensdauer haben (i.d.R. < 5000 Stunden), denn der Druck sorgt dafür, daß der Heliumteil des Gases langsam molekülweise entlang der im Glas eingeschmolzenen Zuleitungen entweicht. Bis der Gasdruck und die Zusammensetzung nicht mehr ausreichen, um einen Leuchteffekt zu erzeugen.


    Technisch sind das "Kaltkathoden-Glimmlampen": Da glüht nix, sondern das Gasgemisch bewirkt ein Entladungsleuchten ("kaltes Leuchten") entlang der Kathode.


    Dabei gibt es drei interessante Spannungen: die Zündspannung, die Haltespannung und die Löschspannung.


    Die Zündspannung ist die, die erreicht werden muß, um das Entladungsleuchten zu starten. Diese Spannung beträgt bei den üblichen Glimmlampen 80 - 120V.
    Die Haltespannung ist die, die benötigt wird, um das Entladungsleuchten nach der Zündung zu erhalten. Das sind so 70 - 100V. Darunter liegt die sogenannte Löschspannung, bei der der Leuchteffekt sicher beendet wird, meistens um 60V herum.


    Eine zu hohe Zündspannung bewirkt eine zu starke Belastung der Kathode. Es kommt statt zu einem ruhigen Entladungsleuchten zu einem harten Durchzünden, bei dem Material aus der Kathode herausgeschlagen wird. Das bewirkt dann langfristig ein Schwärzung des Glaskörpers von innen. Daher muß zu einer Glimmlampe immer ein Vorwiderstand geschaltet werden.
    Bei den Dual-Stroboschaltungen der alten Geräte wird dazu zusätzlich ein Folienkondensator als Strombegrenzer verwendet. Der kann aufgrund seiner Kapazität nur eine bestimme Energiemenge während seines Lade- und Entladezyklus abgeben bzw. aufnehmen und das begrenzt den Stromfluß schon automatisch. Es wird meistens ein 68nF mit einem 12K Vorwiderstand verwendet.


    Bei den alten Geräte liegt die Stroboschaltung auch immer an der einen 110V-Wicklung des Netztrafos -oder- an der einen 110V-Wicklung des Netzstrommotors. Heißt: die maximale Spannungshöhe beträgt dort 115V effektiv (230V Netz !) * 1.414 = 162Vpp.
    Die Glimmlampe zündet irgendwo am ansteigenden Teil der Halbwelle oberhalb von 90V. Die negative Halbwelle wird durch eine Kappdiode mit eigenem Vorwiderstand abgeschnitten. Das widerum bewirkt, daß die Glimmlampe nur rund 20 Prozent der Zeit leuchtet, die eine Sinusschwingung der Netzfrequenz benötigt. Das entspricht einem Impuls-Pausen-Verhältnis von 1:4 und sorgt dafür, daß die Strobomarkierungen nur kurz angeblitzt werden und ein relativ scharfes Bild liefern, denn die bewegen sich während der Zeit mit dem Teller zusammen weiter.


    Der von Reichelt erwähnte 33K-Vorwiderstand wird nur benötigt, wenn man die Lampe die gesamte Zeit über an einem 110V-Vollsinus betreiben würde. Das ist bei dem Strobo aber nicht der Fall, denn durch die Diode wird die negative Halbwelle abgeschnitten *und* in Reihe mit der Schaltung liegt noch der 68nF-Kondensator, der ohnehin nur einen begrenzten Stromfluß zuläßt.


    Okay soweit ?


    ^^

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Perfekt!


    Das habe sogar ich jetzt verstanden ;-)
    Werde also ab jetzt weiterhin nur noch die Glimmlampen ohne Widerstand verbauen
    bei Geräten, wo ich nicht in eine LED von Alfred investieren mag. Ein davon habe ich
    ja auch und die sind wirklich Klasse und zudem in verschiedenen Farben erhältlich.


    Lieben Dank, Micha

  • Das mit der Glimmlampe war eine tolle Information.
    Heute von Conrad gekommen - echt fixe Lieferung.
    Eingelötet, neuen Riemen eingebaut und Testlauf.

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    Funktioniert :-)


    Was mir allerdingsaufgefallen ist, dass der Griff vom Tonarm beim anfassen knistert. Woran kann das liegen?

  • So einfach geht das? Ich habe bei meinem 721 (Sägezahn) ewig rumgetan. Mit Glimmlampen ergab sich kein klares Bild sondern der Sägstrich war nur zu erahnen. Ich habe etliche Glimmlampen getestet, kein Erfolg. Ihr habt gleich eine passende gefunden, Glückwunsch.
    Hab dann das ganze mit LED versucht und erst bei einem Impuls/Pausenverhältnis von < 10 ergab sich ein schöner Strich. Hab das ganze dann gleich netzfrequenzunabhängig mit Quarz gemacht und einfach mit der Betriebs-Gleichspannung gespeist. Dabei konnte ich auch gleich sehen, dass die Drehzahlabweichung in kaltem Zustand nichts mit der Netzfrequenz zu tun hat, wie Dual damals kühn behauptete.

    Viele Grüße
    Alois



    Dual 721 mit Ortofon OM30 und getrennten Massen, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

  • So einfach geht das? Ich habe bei meinem 721 (Sägezahn) ewig rumgetan. Mit Glimmlampen ergab sich kein klares Bild sondern der Sägstrich war nur zu erahnen. Ich habe etliche Glimmlampen getestet, kein Erfolg. Ihr habt gleich eine passende gefunden, Glückwunsch.
    Hab dann das ganze mit LED versucht und erst bei einem Impuls/Pausenverhältnis von < 10 ergab sich ein schöner Strich. Hab das ganze dann gleich netzfrequenzunabhängig mit Quarz gemacht und einfach mit der Betriebs-Gleichspannung gespeist. Dabei konnte ich auch gleich sehen, dass die Drehzahlabweichung in kaltem Zustand nichts mit der Netzfrequenz zu tun hat, wie Dual damals kühn behauptete.

    Hallo Alois, :)


    habe bei meinem 721er Sägezahnteller eine Lampe von einem Phasenprüfer verwendet.
    Diese gab es bei Picksraus für ein par Cent.Den Vorwiderstand habe ich abgeknipst da die Leuchte so auch zu dunkel war, aber ohne ist die Lampe ok. Habe auf der Phonobörse in St. Georgen von Dualfred eine LED-Leuchte gekauft, aber noch nicht verbaut, wenn die Bastellösung den Geist auf gibt werde ich die LED einbauen.


    Gruß Peter

  • Hi !

    So einfach geht das? Ich habe bei meinem 721 (Sägezahn) ewig rumgetan. Mit Glimmlampen ergab sich kein klares Bild sondern der Sägstrich war nur zu erahnen. Ich habe etliche Glimmlampen getestet, kein Erfolg.

    Glimmlampen sind auch nicht gleich Glimmlampen.


    Da gibt es unterschiedliche Modelle und Ausführungen. Ich habe zum Beispiel einen ganzen Beutel grüne Glimmlampen ... und die sind für Stroboskopzwecke völlig ungeeignet, da sie mit einer phosphorhaltigen Lackierung überzogen sind. Die Nachleuchtdauer dieser Schicht reicht aus, um das Leuchtbild restlos zu versauen. Man ahnt nur irgendwo die Markierung - sieht sie aber nicht wirklich.


    Dann gibt es Glimmlampen mit einem fest integrierten Vorwiderstand. Die zünden bei dem 110V-Betrieb in den alten Duals meistens gar nicht erst.


    Dann gibt es Glimmlampen aus z.B. beleuchteten Schaltern. Die sind mit einer plastikartigen Schutzummantelung versehen, damit sie bei einem Wechsel nicht zerbersten ... für die gilt ähnliches, wie für die lackierten Exemplare vom Anfang.


    Dann gibt es Glimmlampen, die für Stabilisator-Schaltungen oder Kippstufen wie in Leuchtstofflampen-Vorschaltgeräten vorgesehen. Die zünden auch erst bei über 120V und das Leuchten ist nicht orange, sondern eher violett ... und die bilden dann kurzzeitig einen regelrechten Kurzschluß (Glimmzünder).


    Dann gibt es Glimmlampen mit einem anderen Gasgemisch. Auch die leuchten nicht orange, sondern je nach Leuchtgas bläulich, violett oder rot. Teilweise zünden die erheblich früher und halten die Entladung sehr lange ... kontraproduktiv für ein Strobo, was einen kurzen Lichtimpuls senden soll.


    Wie gesagt: die Glimmlampen von Reichelt, die ich weiter vorne angegeben habe, verwende ich seit ca. 10 Jahren und die funktionieren im Allgemeinen sehr gut. Wenn sie es mal nicht tun, war entweder der strombegrenzende Kondensator einer der berüchtigten RIFA (und beschädigt) oder die antiparallele Diode hatte den Dienst quittiert - meistens weil der Kondi den Geist aufgegeben und einen Kurzschluß gebildet hat. Dann wird der Stromfluß durch die Diode ggf. zu hoch und sie brennt aus.


    ^^

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Glimmlampen sind auch nicht gleich Glimmlampen.


    Da gibt es unterschiedliche Modelle und Ausführungen.

    Ich stelle mal hier meine Frage, da passt sie gut hin.
    Bei dem 721 hatte ich die Bastellösung mit der Reicheltlampe probiert. Ich vermute mal,
    dass ich die nicht richtig eingebaut habe, denn die Striche wurden viel zu dunkel beleuchtet.


    Dann kam die Frage hoch, warum man bei der Beleuchtung nicht die 230 Volt Wechselspannung
    direkt benutzt hat? Schließlich benutzt man eine Strobomatte ja genau so.

    Liebe Grüße
    Martin


    ...bedenken muss man als aktiver Musiker immer eins: Sobald der Drummer einsetzt, ist das alles wurscht!
    "SloeGin"
    (Resümee bei der Suche der optimalen Einstellung von Musikinstrumenten)

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