Ruhestrom CV 3

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    • Ruhestrom CV 3

      Hallo zusammen,
      ich bin gerade dabei einen CV 3 zu Restaurieren.
      Den Endverstärker habe ich auch schon fertig.

      Muss man sich erst dran gewöhnen den Pluspol als Bezug zu haben....
      Weiterhin finde ich den AF 127/37 komisch. Der Transistor hat ein Extra Kontakt für die Schirmung...

      Aber es funktioniert alles wie es solll.
      Sauberer Sinus und Rechteck. Ab 10 kHz wird's leicht Rund....

      Leider habe ich in der Service Anleitung oder im Schaltplan keinen Hinweis auf den Ruhestrom für die AD 148 gefunden.

      Weiß jemand von Euch weiter?
      Fragende Grüße

      Carsten
    • Hi Carsten !

      Ein Weg, um sich dem anzunähern, ist die Angabe der Mittenspannung.
      Die Ruhestromeinstellung wirkt auf den unteren Transistor T6 durch die Vorspannung über T2 und T4.
      Wenn der Strom größer wird, fällt auch mehr Spannung über den Emitterwiderstand ab und die Mittenspannung sinkt, weil sich der Leitwert von T6 vergrößert.

      Im Schaltplan ist die Nennspannung an der Endstufe mit -22.5V angegeben, die Mittenspannung mit -10V.
      Heißt also an T5 + Emitterwiderstand fallen -12.5V ab, an T6 + Emitterwiderstand -10V.
      Also mal die Hauptspannung messen und versuchen, ein Verhältnis von 12.5 : 10 als Mittenspannung einzustellen.
      Je nachdem, wie der Trafo beschaltet ist, ist die Spannung höher als -22.5 V (in Position 220V) oder etwas niedriger (in Position 240V).

      Ich würde mit der Sicherung im Halter und mit einem Multimeter über dem unteren Emitterwiderstand die Spannung messen.
      Mit einem zweiten dann die Mittenspannung und den Verlauf verfolgen. Ich schätze mal ganz grob, daß am Ende so 30 - 40mA (15 - 20mV über dem Widerstand) fließen werden.

      Der gut doppelt so starke CV4 mit einem ähnlichen Schaltungskonzept (aber mehr Silizium in der Vorstufe) ist mit 60mA angegeben.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi Peter,
      das ist eine Idee.
      Da der CV 3 komplett über eine Stabilisierte Betriebsspannung(auch für die Endstufen) verfügt solle sich die Differenz leicht ergeben...

      Allerdings sind ja beide Werte Variabel..
      Also sollte dann an der Basis von T4 die 10V mit dem 100 k Ohm Trimmer eingestellt werden und die Diff der Mittenspannung mit dem 1K Trimmer.

      Ist meine Denke so korrekt?


      Über den Daumen hätte ich so 20-30 mA geschätzt.
      Die Germanium Transis haben ja eine flachere Kennlinie als Silizium.
      Komplett Silizium hatte ich noch nicht...

      Der CV 4 hat ja Silizium als Treiber. Denke hier braucht`s auch wegen der Treiber schon etwas mehr?

      Gruß
      Carsten
    • Hi Carsten !

      Delmeadler schrieb:

      Also sollte dann an der Basis von T4 die 10V mit dem 100 k Ohm Trimmer eingestellt werden und die Diff der Mittenspannung mit dem 1K Trimmer.
      Ah, Mist.

      Ich hatte es wieder eilig. Das 1K Poti über der Z-Diode gegen die Basis von T3 stellt den Ruhestrom ein, das 100K zur Basis von T4 den "Gain", wie es neudeutsch so schön heißt. Damit wird die Endstufe an vorgegebener Last auf die 7 Watt Sinusleistung bzw. die 6 Watt "Normleistung" (wie es im Text heißt) eingestellt und beide Kanäle damit symmetriert und auf gleiche Leistung gebracht.

      Aber egal. Der Ansatz ist aber schon richtig.

      X/
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi Carsten !

      Delmeadler schrieb:

      wird nicht über das 100 k Ohm Poti die Mittenspannung ( Symmetrie) eingestellt?
      Soweit ich das sehe: Nein.

      Der Verstärker ist nicht DC-balanciert oder DC-gekoppelt und unsymmetrisch aufgebaut mit Ausgangselko, da macht das wenig Sinn. Für eine Symmetrie-Einstellung (des Sinussignals) müßte er mit dem Ausgangssignal zusammengeführt sein (wie beim CV4), aber das ist er nicht.
      Der 100K bestimmt aus meiner Sicht nur den DC-Arbeitspunkt von T2, wenn ich das richtig orte - und damit beeinflußt er die Verstärkung der Stufe. 8K2, 100K und 6K8 bilden für T2 einen Basis-Spannungsteiler mit den Enden an 0V und -19V.

      Delmeadler schrieb:

      Weiterhin finde ich den AF 127/37 komisch. Der Transistor hat ein Extra Kontakt für die Schirmung...
      Ach so: AF kennzeichnet einen Hochfrequenz-Transistor. Da war das ein häufig anzutreffendes Feature.

      ;)
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Moin,

      ich habe folgendes Bild von der Schaltung:

      Das 1k Poti ist ruhesromverantwortlich. Über "D" wird eine komstante Spannungt erzeugt, die über das 1k Poti, den 1lk8 Widerstand und´den NTC geteilt wird, sodass sich über den Basen von T3 - T4 eine konstante Spannung einstellt, die den Ruhestrom festlegt.

      T2 ist eine gesteuerte Stromquelle. Ihr "Ruhestrom" / Arbeitspunkt wird mit dem 100K-Poti eingestellt und damit wird festgelegt, wo die Kollektorspannung steht.
      Der Stromfluß füt T2 ist: -Versorgung > 1k - Widerstand (der eigentliche Arbeitswiderstand) > Ruhestromschaltung.
      Damit legt das 100K-Poti den Nullpunkt am Ausgangselko (10V) fest. Auf die AC-Versatärkung hat das Poti keinen Einfluß, denn ihm liegt ein 1µF-Elko parallel.

      Den Ruhestrom der Endstufe würde ich auch im Bereich 10...30mA ansiedeln (Bauch).

      Gruß
      Norbert
      www.n-malek.de

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    • Hallo Peter,
      ich hatte mich vielleicht etwas Missverständlich Ausgedrückt...
      Mit Symmetrie meinte ich die NF Aussteuerbarkeit der Stufe.
      Norbert hat das besser Beschrieben....

      Wenn die Mittenspannung am Auskoppeleko zu stark Unterschiedlich ist clippt eine Halbwelle vom Sinus bei stärkerer Aussteuerung schon eher.
      Letzendlich bilden sich bei diesen Auskoppelelko - Endstufen ja auch zwei Spannungen, nur das die eine halt über einen Endtransi erst generiert werden mussbund auf 1/2 Ub liegt. Sie ist dann ja die Arbeitsspannung für den unteren Endtransi. In diesem Fall, da ja pnp auf + und mal nicht auf - bezogen.
      In diesem Fall liegt sie etwas ausserhalb der Mitte. (10 V statt 11,25) Damals gab's ja noch keine Digitalvoltmeter :D


      Ich denke ich werde so um die 20 mA nehmen und mit dem Oszi und Spectrum- Analyzer gucken ob ab irgendeinem min. Wert Übernahmeverzerrungen auftreten, bzw. der Klirr stark ansteigt.
      Davon ab bin ich mal gespannt wie der alte Voll-Germane sich hier so schlägt......
      Ist ja halt ein andres Halbleitermaterial mit anderen Kennlinien.....

      Ich werde Berichten, kann aber etwas Duern, weil ich den Rest noch Restaurieren muss..

      Es sind fast alle Elkopropfen nach Aussen geschlagen. (Das Gerät ist von 1965).
      Zum Glück sind die Transi's alle Heil geblieben. ;)

      So jetzt aber genug mit Seniler Bettflucht.....

      Grüsse

      Carsten
    • Hi Carsten !

      Delmeadler schrieb:

      In diesem Fall liegt sie etwas ausserhalb der Mitte. (10 V statt 11,25) Damals gab's ja noch keine Digitalvoltmeter
      Doch.

      Das HP 3440 oder das HP 3460 Digital Voltmeter. Das schnellere 3460 wurde bereits 1961 entwickelt.
      Der Vorläufer stammt aus dem Jahr 1959.

      hpl.hp.com/hpjournal/pdfs/IssuePDFs/1965-08.pdf

      Es gab von einigen Herstellern, z.B. Advance, Dana oder Systron Donner schon sowas.
      Sogar von Heathkit als Bausatz.

      :D

      Aber das ist nicht das Problem.

      Bei unsymmetrischen Endstufen ist eine Ungleichheit vor dem Ausgangselko häufiger anzutreffen und auch nicht weiter wild, so lange sich beide Seiten der Gegentaktstufe gut aussteuern lassen und der Verlauf der Sinusschwingung -im Rahmen der nutzbaren Ausgangsleistung- nicht einbricht. Als Faustformel gilt, daß die Mittenspannung etwa 1/2 der Versorgungsspannung sein *sollte*, aber im Einzelfall ist das eben nicht so.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Nee, alles gut.
      Ich finde solche Exkursionen sehr Interessant.
      Hätte nicht gedacht das die Technik schon so weit war...

      Wenn man nicht aus der Zeit stammt hat man oft eine leicht verzerrte Wahrnehmung, was ich aber irgendwie auch schön finde.
      Ich habe aus der Zeit Röhrenvoltmeter vor meinem geistigen Auge.

      Das Netzteil habe Ich gerade Eben auch fertiggestellt. Vielleicht mache ich Morgen mal ein paar Messungen.

      Fotos folgen auch noch....

      Ist mal was anderes als CV 40 oder CV 4 bzw. CV 120

      Ich suche noch einen CV 2 mit Treibertrafos.
      Aber dass scheint Schwierig zu sein.....

      Carsten
    • Hi !

      steamyboy schrieb:

      Peter, hatten die schon unsere geliebten Nixie's eingebaut oder noch Klappzahlen?
      Nixies.

      picclick.de/5x-Nixie-Anzeige-P…3460-HP-322981064214.html


      Delmeadler schrieb:

      Wenn man nicht aus der Zeit stammt hat man oft eine leicht verzerrte Wahrnehmung, was ich aber irgendwie auch schön finde.
      Ich habe aus der Zeit Röhrenvoltmeter vor meinem geistigen Auge.
      Werden die meisten dafür auch verwendet haben.
      Mein schönes altes HP RVM 410B habe ich irgendwann verkauft. Ärgerlich.
      Das hatte einen 1GOhm-aktiven-Röhrentastkopf für HF-AC-Messung.

      Ich habe einiges an frühen Nixie-DMMs.

      mcamafia.de/nixie/nixiegear/nixiegear.htm

      Das meiste davon stammt aber aus dem Ende der 60er / frühe 70er.
      Meine russischen B7-22A sind sogar von 1978 bzw. 1979. Sowjet-Technik halt.

      Delmeadler schrieb:

      Ich suche noch einen CV 2 mit Treibertrafos.
      Aber dass scheint Schwierig zu sein.....
      Teuer vor allem.

      Die Dinger sind eigentlich nur vom Sammlerstandpunkt her interessant. Klanglich qualvoll und technisch war das Ding beim Erscheinen schon hoffnungslos veraltet und ist daher auch sehr zügig durch den CV3 ersetzt worden. Ab dem CV4 kann man sagen, daß man es mit "einem erwachsenen Gerät" zu tun hat.
      Mein CV4 war einige Dekaden Durchsageverstärker beim ADAC in der Amsinckstraße in Hamburg, bis ich ihn aus dieser Geiselhaft befreien konnte. Der hat statt der AD166 die AL102 von ATES verbaut. Joi ! Das ist fast schon wieder Röhrenklang ...

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi Peter, der sowjetische Tischrechner hat was.
      So etwas im Büro....

      Mein Frequenzzähler den Du im Bild links siehst hat auch noch Nixis.....

      Was ich auch toll finde sind die Oszi- Röhren Uhren.
      z.B. bei Frag Jan zuerst.
      Wollte ich mir immer mal bauen, aber wie das immer so ist. ...

      Mir geht es beim CV2 auch nur um die Technik.
      Klanglich Erwarte ich, vor allem an "modernen" Lautsprechern nicht viel...
      Einfach mal in der Hand oder bzw. in der Werkstatt zu haben und "Wiederzubeleben "

      Ich habe ja keine Eile, vielleicht Erwische ich ja irgendwann mal einen preiswerten.
      Und falls nicht baue ich einfach weiter an meiner KT 88 SE.

      Carsten
    • Hi Carsten !

      Delmeadler schrieb:

      Mein Frequenzzähler den Du im Bild links siehst hat auch noch Nixis.....


      Das ist der kleine Time Systems Model 410 oben auf meinem "Instrument Tray".
      Ein TTL-Grab und zählt auch nur bis 1 MHz. Sieht aber niedlich aus ...

      Ein 5-Euro-Ebayfund zu einer Zeit, als keiner was mit "Nixie" anfangen konnte und solche Gerät zum Kilopreis verkauft wurden.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Und das ist meine immer noch funktionierende Nixie-Uhr, die ich Anfang der 70er Jahre gebaut habe. Die 3 sichtbaren Tasten für die Zeiteinstellung sind BC107-Transistoren ohne Beinchen, die einen federnden kontaktgebenden Bügel auf die Leiterplatte drücken.
      Viele Grüße
      HaJo

      >> Bitte keine Fachfragen per PN oder E-Mail. <<
      >>>>> Nutze das Forum zum Vorteil aller. <<<<<
    • Hi Hajo !

      HaJoSto schrieb:

      Und das ist meine immer noch funktionierende Nixie-Uhr, die ich Anfang der 70er Jahre gebaut habe. Die 3 sichtbaren Tasten für die Zeiteinstellung sind BC107-Transistoren ohne Beinchen, die einen federnden kontaktgebenden Bügel auf die Leiterplatte drücken.
      :thumbsup: :thumbup:

      Sehr schön. Ein Dauerläufer sozusagen.
      Das mit den Transis ist cool. Für dickere Finger müßte man BC141 nehmen ...

      :D
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo zusammen,
      ich habe es Endlich geschafft das Thema mal anzugehen.

      Also, ich habe mit dem Osziloskop mal auf Übernahmeverzerrungen geachtet.
      Selbst bei 5 mA Ruhestrom waren keine zu Beobachten.

      Habe den Verstärker jetzt auf 20 mA Eingestellt.

      Der Verstärker macht 15V ss also 6,8W an 4 Ohm

      Der Klirr zeigt sich folgendermaßen mit dieser Einstellung:

      0,4Volt ss:



      Kaum Klirr, leichtes Sirren


      6V ss:





      Nur K2


      8V ss:



      K2 Dominant K3 Ansteigend
      Ansonsten schön Abfallend



      10V ss:



      Schon etwas stärkerer Klirr, aber noch stetig Abfallend


      15V ss:




      K3 dominant, Sinus am Clippen.

      Für Hifi ist das Gerät Aufgrund der permanent starken Verstärkung und Loudness nicht zu gebrauchen.

      An alten Breitbändern mag das aber ganz OK sein.....

      Habe mal die Loudness Kondis rausgenommen, dann geht`s, rauscht aber Ungemein.

      Ich verkaufe das Gerät gerade bei Ebay, da ich keine Verwendung so dafür habe...

      Gleich noch ein paar Inspirationen von der Restauration.

      Grüße
    • Bis auf`s Blech Entkleidet:









      Die Elko`s hatten schon bessere Zeiten gesehen...





      Auch die Platinen wurden fast komplett Entkernt.




      Neue Wärmeleitpaste für die Germanen....






      Das Netzteil:





      Hat ganz schön viel Elkos, der alte Germane....





      Sieht doch schon wieder ganz gut aus.....







      Und so mit Anzug:










      Grüße

      Carsten