721er Antiresonator-Feder

  • So liebe Forumsmitglieder/innen.
    Nachdem ich noch fehlende Federteile bekommen habe, konnten wir das Puzzel vollenden.
    Jetzt seid ihr an der Reihe.
    Ich brauche jemanden, der in seinen defekten 721er-AR meine Feder einbaut und testet.
    Die neue etspricht in Material und Form dem Original.
    Also wer meldet sich?


    Grüßli
    Erwin

    Ob ein Dualdreher auch mit quadratischen Platten zurecht kommen würde? ?(
    Schließlich sinds doch die Besten :thumbup:

  • Hi Erwin,


    da würde ich mich doch glatt als Versuchstierchen anbieten. :P
    Nur müßte ich nat. erstmal wissen was Du dir unter "testen" vorstellst ?


    Neugierige Grüße
    Jens

    liebt die ollen Automaten

  • Hallo,


    Ich habe vor 15 Minuten einen 704 hier angeschleppt. Der Antiresonator liegt lose im Gehäuse. ;( Sollte soweit ich mitbekommen habe identisch sein.


    Na toll.... und der Lifthebel ist auch weg .... sehe ich gerade .... Ist die Dual-Nr 240893, wohl Baugleich mit CS505-1, CS505-2, CS506 .... hat noch jemand so ein Teil rumfliegen? (Nr. 183 siehe Bild)


    EDIT: Bekomme einen Hebel von Roland zugesendet! Das nenne ich mal Hilfsbereitschaft! Dieses Board funktioniert also doch noch ganz gut! Da können sich "andere" eine Scheibe von Abschneiden. ;)




    Biete mich also zum Testen an!


    Resonanz- Messungen kann ich allerdings nicht machen. Dafür fehlen mir die nötigen Utensilien. Ich kann nur die Verbaubarkeit, die Passgenauigkeit und die "Funktion" als solches "testen". Auch kann ich ein paar Bilder vom Umbau/ Einbau der Feder machen und dann hier reinstellen.



    Wenn Interesse besteht, einfach eine Nachricht an mich senden. Ich baue mir sonst eine eigene Feder. Im Keller lag noch ein Fühler- Lehren- Paket zum (KFZ) Ventile Einstellen herum.





    Maico

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    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

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  • OK, prima.
    Schickt mir doch bitte Eure Adresse zu.


    Grüßli
    Erwin

    Ob ein Dualdreher auch mit quadratischen Platten zurecht kommen würde? ?(
    Schließlich sinds doch die Besten :thumbup:

  • Jens, achso, ja natürlich ob die Feder passt bez. Gewichtsverschiebbarkeit im Langloch und an der Klemm-Aufnahme.
    Da die Feder in Abmessung und Material der mir beigestellten entspricht müßte eigentlich alles OK sein.
    Brauche nur noch die offizielle Bestätigung :-)

    Ob ein Dualdreher auch mit quadratischen Platten zurecht kommen würde? ?(
    Schließlich sinds doch die Besten :thumbup:

  • Hallo Erwin,

    Da die Feder in Abmessung und Material der mir beigestellten entspricht müßte eigentlich alles OK sein.
    Brauche nur noch die offizielle Bestätigung :-)

    das kann ich bestätigen :thumbsup: . Vielen Dank für die Bereitstellung der Testmuster. Material und Maße passen perfekt :thumbup: .


    Gruß Alfred


    P.S.: Ich stelle hier gleich noch einen kleinen Bericht über den Einbau der Feder mit ein paar Bildern ein.

  • Hallo Leute,


    hier der Bericht zum Einbau der Feder von Erwin. Er gilt für die Antiresonatoren von Dual 704, 721 und 1246 (aber nicht in der Version der HS152).


    Zunächst möchte ich erwähnen, dass die Federn von Erwin aus Kupfer-Beryllium sind. Dieses Material entspricht dem Material der Originalfeder des 704/721er Antiresonators . Federnachbauten aus Stahl sind nicht sinnvoll. Der E-Modul von Stahl ist knapp 3x höher als der von Kupfer-Beryllium. Mit Stahl als Federmaterial wären daher die Federeigenschaften deutlich anders als beim Original :!: .


    Öffnen des Antiresonators:


    Das Öffnen des Antiresonators ist relativ einfach. Zunächst dreht man das Gewicht am großen Rändelrad ganz nach hinten und löst dann die Schraube unterhalb des Antiresonators. Die weitere Zerlegung ist dann eigentlich selbsterklärend. Siehe Bilder:


    Umbau der Feder:


    Jetzt kommen die ersten schwierigen Hürden. Die Federn von Erwin sind noch in ungebogenem Zustand. D.h. man muss sie selbst in die korrekte Form biegen. Das ist nicht ganz einfach und erfordert etwas Geschick und Geduld, vor allem weil das Federmaterial "hart" ist. Die Biegeform ist aber von essentieller Bedeutung für die Funktion. Das federnde Gewicht sitzt bei falscher Federform nicht an der richtigen Position und auch die wirksame Federlänge stimmt dann nicht. Wenn die Original-Feder bereits gebrochen ist und so ein Vergleichsmuster fehlt, ist diese Aufgabe definitiv schwer zu lösen. Hier ein Bild meiner Federbiegearbeiten:


    Ein weiteres Hindernis ist die Blattfederbefestigung am Blechwinkel. Sie ist dort mit einem kleinen Blechteilen geklemmt, welches mit Laschen des Blechwinkels verstemmt ist. D.h. vorsichtig aufbiegen Feder tauschen und wieder zusammenbiegen, siehe Bilder:


    Zusammenbau:


    Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wie das Zerlegen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn das Einlegen und Treffen der kleinen Mutter zum Klemmen der Feder am Gewicht ist alles andere als einfach. Auch muss der kleine Schaumring wieder sauber auf die Feder geklebt werden und zwar so, dass er etwas an den Innenwänden des Gewichts streift. Er bewirkt eine Art Dämpfung der Schwingung des Gewichtes. Ohne dem Ring hört das Gewicht praktisch gar nicht mehr auf zu schwingen, wenn es einmal angeregt wird.


    Zum Schluss sollte es dann wieder so aussehen:


    Noch ein Hinweis zur Höheneinstellung des Gewichts. Die Feder hat an der Klemmstelle extra ein Langloch, dass die Höhenposition eingestellt werden kann. Leider geht das nur im bei zerlegtem Antiresonator einigermaßen. Da man in diesem Zustand die Feder so positionieren kann dass sie nahezu entspannt ist. Im fertig montierten Zustand ist die Federspannung zu hoch, um diese Einstellung machen zu können.


    Gruß Alfred

  • Hallo,


    Vielen Dank an Alfred für die Bebilderte Anleitung.



    Meine Feder ist leider, wohl dank Post- Streik, noch immer nicht bei mir angekommen. Sobald sie hier ist, werde ich es mal nach der Anleitung versuchen und berichten.

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    MFG: Maico


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  • Hallo,


    Heute ist die Feder endlich bei mir angekommen.


    Wie Alfred ja schon sehr gut beschrieben hatte, ist das Zerlegen des Antiresonators nicht sehr schwierig der Zusammenbau aber doch eine recht fummelige Angelegenheit.


    Bei meinem 704 lag das Gewicht des Antiresonators lose im Gehäuse. Die Feder war komplett durchgebrochen. Auch war der silberne Aluminium- Winkel verbogen. Diesen musste ich erst einmal vorsichtig richten. Nach dem Zerlegen des AR sah es bei mir so aus:





    Bei Alfred auf den Bildern ist ein kleines Metall- Stück zu erkennen, welches oben auf die Feder gesetzt und mit den beiden Laschen am Haltewinkel der Feder festgeklemmt wird.


    Dieses Klemmstück war bei meinem AR nicht vorhanden. Die Feder wurde lediglich mit den beiden Laschen festgeklemmt. Ich habe diese beiden Laschen wirklich nur ein kleines bisschen aufgebogen um das abgebrochene Stück der Feder zu entfernen. Auf dem Bild sieht man sehr gut die gebrochene Feder und den von Erwin gelieferten Ersatz.


    Die neue Feder habe ich über einen Schraubendreher- Schaft vorsichtig zurechtgebogen. Als Muster diente mir die alte Feder.



    Der Zusammenbau war etwas kniffelig - nichts für Grobmotoriker. Hier muss man mit viel Geduld und ruhiger Hand vorgehen.



    Die neue Feder wurde am Winkel eingeklemmt und das kleine Stück der abgebrochenen Feder als Klemmstück missbraucht. Die Laschen wurden ganz vorsichtig wieder zurück gedrückt, bis die neue Feder richtig fest saß.


    EDIT: Auf der alten Feder war ein Moosgummi- Ring aufgeklebt. Dieser sollte auf jeden Fall an der dafür vorgesehenen Position wieder aufgeklebt werden.



    Die Montage der Feder mit der kleinen Mutter im Inneren des Gewichtes (am Langloch der Feder) wurde zum Geduldsspiel. Hier half ein kleiner Uhrmacher- Schraubendreher, der an der Spitze mit etwas "Knetmasse" versehen wurde. Ebenso die Einstellung der möglichst genauen Höhe des Gewichtes war nicht einfach. Wie Alfred bereits schon geschrieben hatte, ist eine möglichst genaue Höhe des Gewichtes im Gehäuse sehr wichtig, sonst würde das Gewicht aufliegen oder nicht richtig frei schwingen können.



    Mehrfach musste ich alles wieder auseinander bauen und die Feder nachbiegen bzw. die Höhe ändern. Nach dem dritten Anlauf gelang mir die Montage endlich zufriedenstellend.


    Geschafft:





    Optisch gesehen hängt das Gewicht etwas auf dem Bild. Dieses hängt wohl vom Winkel ab. Auf jeden Fall schwingt das Gewicht nun wieder frei im Gehäuse wie es sein sollte.



    Hier noch ein Mini- Video dazu: Link



    Vielen Dank noch einmal an Erwin! Ich kann diesen Nachbau uneingeschränkt weiterempfehlen. Die Passgenauigkeit ist schon erstaunlich. Da hat er sich richtig Mühe gegeben.




    Ohne diesen Nachbau würde das Gewicht noch lose im Gehäuse rumliegen und nicht das machen was es soll. Überhaupt ein Ersatz- Gewicht zu ergattern ist nicht ganz so einfach und darüber hinaus auch wohl recht kostspielig. Wer sich den Einbau/ Umbau der AR- Feder zutraut, und einiges an Geduld dabei aufbringen kann, ist mit dem Nachbau bestens bedient.

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  • Hallo Maico,


    vielen Dank für Deinen Bericht. Deine Erfahrungen scheinen ja sehr ähnlich zu sein.


    Auf Deinem ersten Bild ist ja die alte Feder abgebildet. Diese scheint mir vom Material her etwas anderes zu sein als das Kupfer-Beryllium. Ist die Feder etwa aus Federstahl? Falls ja, kannst Du bitte die Dicke dieser Blattfeder möglichst genau ermitteln?


    Da die Federeigenschaften von Federstahl und Kupfer-Beryllium doch sehr unterschiedlich sind, müsste die Federdicke bei den beiden Federn eigentlich ebenso unterschiedlich sein.


    Gruß Alfred

  • Hallo Alfred,


    Ja, es ist definitiv ein anderes Material. Ich denke auch dass es sich um Federstahl (oder ähnliches) handelt. Die Dicke ist ca. doppelt so dick beim alten Teil.


    Ich habe leider nur einen manuellen Mess- Schieber hier. Damit messe ich bei der alten Feder ca. 0,02mm bei dem neuen Nachbau- Teil ca. 0,01mm. Also ca. die Hälfte.




    EDIT: Die alte Feder ist schwarz mit bläulichem Schimmer. Auch ist sie magnetisch. Könnte also Stahl sein.



    Alte Feder auf dem Bild:

  • ..frei schwingen sollte da nix, wär ja sonst ein Resonator. Die Schwingungen werden vom Resonator aufgenommen und dort bedämpft. Dazu dient ein Moosgummi-Material, das original auf der Feder angebracht war. Dieses Gummi ist fast immer weggegammelt...und wird bei Reparaturversuchen oft vergessen... ;)

  • Hallo frankH806 (ich weiß leider Deinen Namen nicht, sonst hätte ich Dich persönlich angesprochen),



    Das Stückchen Moosgummi- Material (in Ringform) ist selbstverständlich wieder am alten Platz befestigt worden.


    Dieses ist auf dem Bild mit der gebrochenen Feder, oben im Bildrand, zu erkennen. ;)





    Okay, ich hätte es auch so umschreiben können: Die vom Hersteller erdachte Funktion wurde weitestgehend wieder hergestellt.




    Ich denke aber die anderen User haben verstanden wie es gemeint war. Ich denke wir müssen hier nicht so kleinlich werden.

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  • Es war ja auch nicht böse gemeint, aber eine Nadel scheingt mit bis zu 40kHz, da muss schon alles peinlich (kleinlich) genau gemacht werden.... ;)


    gerade wenn jemand anderes nach diesem Thread seinen Antiresonator repariert, sollte dieses kleine Stück Gummi nicht unerwähnt bleiben ;)

    Schallplatte-->Rega Planar 2 mit Eigenbautonarm-->Röhrenverstärker (Triode)-->Offene Schallwand-->Musik

  • Hallo,


    Ich habe ea auch nicht böse aufgenommen. :thumbsup:


    Du hast Recht, ich werde es weiter oben noch einmal einfügen bzw. ergänzen.

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  • Sodelle, hier möchte ich mich bei den beiden Testern bedanken.
    Sollte nun jemand eine Feder des 721 oder 701er benötigen dann einfach eine PN.
    Grüsse an Alle
    Erwin

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  • Hall Erwin,


    ich könnte eine Feder für meinen 701 gebrauchen um den auch endlich mal wieder
    in Betrieb nehmen zu können. Die Feder des Antiresonators ist nämlich gebrochen.
    Ich habe die Diskussionen um die AR Federbleche und bzw. deren Materialien mit
    Interesse verfolgt. Ich habe mir die Feder bzw. das Federblech von meinem 701
    nochmal angesehen(Antiresonator ist bereits zerlegt), ist magnetisch also wahrscheinlich
    Federstahl. Ursprünglich hatte ich vor, eine Fühlerlehre zu zerlegen und mir aus
    dem am ähnlichsten(bezüglich Stärke und Biegsamkeit) wirkenden Blech einen
    Ersatz herzustellen. Aber einfach stelle ich mir das nicht vor. Schneiden und
    Schleifen müssen eigentlich wasser- oder luftgekühlt vorgenommen werden,
    da sich sonst die Eigenschaften des Materials verändern.
    So habe ich die Aktion dann erstmal verschoben. Man muß ja auch nicht unbedingt
    immer alles selbst basteln, selbst einbauen reicht ja auch schon.
    Wie gesagt, ich hätte gern so eine Feder. Was möchtest du denn dafür haben,
    und suchst du vielleicht auch irgendein Dual Ersatzteil?
    Wirklich eine gut Sache, die du da angezettelt hast. Denn ich glaube, es gibt
    jede Menge Bedarf an diesen AR Federblechen.
    Interessant wäre es auch, herauzufinden wieviel verschiedene Typen von AR Federblechen
    es gibt. Leider wird in den Serviceunterlagen wohl immer nur das komplette Gegengewicht
    gelistet und nicht die einzelnen Bestandteile.


    Genug für heute


    Gruß von Uwe

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