701 angeschlossen - erste Eindrücke nach ü. 20 Jahren Pause ...

  • Hallo Thomas,


    Zitat

    Das bedeutet, der Arm ist unabhängig von der Schwerkraft. Er hat in jedem Raum, auch im schwerelosem wie z.B. im All, und in jeder Lage relativ zur Schwerkraft immer den exakt gleichen durch die Feder erzeugten Anpressdruck. Das gleiche gilt für das Antiscating.


    Zitat

    Nein, da gibt es keine Seitenkräfte die wirken können, das ist ja eben der Clou bei diesem Aufbau!!! Das ist ein insich vollkommen geschlossenes und von äusseren Einflüssen unabhängiges System.


    Entschuldige bitte, aber vorsichtig ausgedrückt gehe ich mit Dir da nicht konform. Hier im nördlichen Rheingraben ist die Schwerkraft noch recht päsent.
    Die Feder zieht den Arm mit einer definierten Kraft in Richtung auf die Ebene, die duch die Oberfläche des Tellers anschaulich gemacht wird. Wenn der Teller "im Wasser steht", wirkt old Newton´s Schwerkraft lotrecht von dieser Ebene nach unten (Bildlich gesprochen). Die Kraft der Feder, die für die Auflagekraft zuständig ist, wird unter Berücksichtigung der Schwerkraft ermittelt.
    Wenn Du das ganze System 45 Grad nach links geneigt aufstellst, wirkt die Schwerkraft nicht mehr lotrecht zur Tellerebene, sondern eben 45 Grad. Diese Kraft wirkt natürlich auf das System und den Diamanten ein und wird nicht vollständig durch die Feder kompensiert. Deren reale Kraft ist jetzt auch eine andere, da die Schwerkraft den Arm nicht mehr genau nach unten zieht. Es mag bis zu einem gewissen Winkel funktionieren, die Skatingkraft wird sich aber in jedem Fall gravierend ändern!! Außerdem ist der Tonarm lang, so dass die Schwerkraft ihn wie einen Hebel in Bezug auf auf die Aufhängung und die wirkenden Federn nutzt.


    Es ist in jedem Fall notwendig das Gerät sauber auszurichten. Schön, man kann unbedarfte Passanten erstaunen, wenn man das Ding schräg stellt. Die Platten, der Diamant und der Klang werden leiden.


    Grüße


    Wolf

  • Hallo!


    Wie versprochen, hier ist ein kleines DivX-Video mit 55 Sekunden Länge, modemtauglich mit einer Größe von 1,9 MB:


    http://hevo.homepage.t-online.de/demoklein.avi


    @ Wolf: Wenn der Tonarm genau in seinem Schwerpunkt gelagert wird - was hier ja der Fall ist -, dann spielt es wirklich keine Rolle aus welcher Richtung die Schwerkraft am Tonarm angreift. Die "Resultierende" ist Null.


    bfn hevo

    Die junge Generation hat doch noch Respekt vor dem Alter, hauptsächlich beim Wein, Whisky und den Plattenspielern.:D

  • Moin!


    Der Tonarm und seine "Anbauten", wie Tonarmgewicht und Tomnabnehmer haben im korrekt ausbalancierten Zustand die (für den Abtastvorgang relevante) Masse 0. Die Federn (Auflagekraft und antiskating) ziehen den Tonarm dann in die korrekten Richtungen mit der korrekten Kraft

    HIER tägl. ab 19.30 Uhr Dual- Chatstammtisch! =)
    Daniels Schnauze - die wirklich wirkliche Wirklichkeit - wirklich! NEU! Update 17.07.2006

  • Wolf
    Deine Betrachtung ist grundsätzlich ja richtig - wenn du das Gegegewicht ausser acht lässt. Alle Gravitationskräfte die auf den Tonabnehmer einwirken zerren natürlich ebenso am Gegengewicht. Da beide aber drehbar verbunden sind heben sie sich auf. Der Witz ist ja eben - endlich habe auch ich es kapiert - dass beide zunächst ins Gleichgewicht gebracht werden und dann nicht mehr gegeneinander verstellt werden. Es wirkt nur noch ein Drehmoment durch die Feder, und dieses Drehmoment ist unabhängig von der Lage im Raum.
    Stell dir eine Stange von 1m Länge vor. Diese ist mit einer Einpunktlagerung (was dem kardanischen Prinzip entsprechen würde) genau in der Mitte gelagert. An beiden Enden hängen 1kg. es ist nun völlig wurscht in welche Richtung (rechts/links/oben/unten) du ein Gewicht bewegen willst, der Kraftaufwand für diese Beschleunigung ist immer gleich.
    Verständlich? ;)

    Schöne Grüsse
    Toenne

  • Wenn auch Wolfs Betrachtung falsch ist, ist es doch fast müßig, einen Dual-Werbegag derart akademisch zu betrachten. Es sind zu viele andere Parameter zu betrachten, die im Gegensatz zum Tonarm von der Schwerkraft abhängig sind und die es notwendig oder zumindest ratsam machen, auch einen Dual ins Wasser zu stellen (Motorlager u.a.).


    Andererseits: Gut zu wissen, dass man einen Dual bei Platzmangel auf dem Sideboard zur Not schräg an die Wand lehnen oder mehrere nebeneinander wie Wurstscheiben überlappend aufstellen kann ...


    :D


    Wilbur

    3 Mal editiert, zuletzt von Wilbur ()

  • Auf dem Video von Hevo sieht man auch deutlich dass die Drehbewegung in alle Richtungen konstant ist. Damit befindet sich das System im Gleichgewicht; es treten keine! Beschleunigungskräfte auf.


    Wenn jetzt Geschwindikkeitsänderungen in einer Bewegungsrichtung stattfinden würden, würden eben bedingt durch die Trägheit der Masse, Beschleunigungskräfte auftreten die das System aus dem Gleigewicht bringen. Je höher die Beschleunigung wäre, desto eher würde der Tonarm aufgrund seiner Trägen Masse, und weil er drehbar gelagert ist, springen.


    Es würde nicht mehr funktionieren.


    Schönes Demo.


    @-Wolf, ich glaube die anderen haben bereits alles deutlich gemacht. :)


    Grüsse, Thomas


    PS.: Die "akademische" ;) Betrachtung bezog sich auch nur auf den genialen Tonarm; natürlich besteht ein Dreher auch noch aus anderen Elementen die auf Dauer wohl schaden nehmen würden wenn man den Dreher tatsächlich NUR auf einer schiefen Ebene betreibt (z.B. Motor- Lager).

    „back to the roots“

  • Doch noch mal @-Wolf,


    Zitat

    Die Kraft der Feder, die für die Auflagekraft zuständig ist, wird unter Berücksichtigung der Schwerkraft ermittelt.


    Genau da liegt dein Denkfehler; die Kraft der Feder wirkt vollkommen unabhängig von allen Gravitationskräften! Die Ebene das Plattentellers ist die Referenz in Bezug auf die Feder. Und deren Lage im Raum ist irrelevant.


    Die Feder erzeugt eine eigene Kraft alleine durch ihre Spannung unabhängig von der Erd-Gravitation.


    Nu alle Klarheiten beseitigt? ;)


    Grüsse, Thomas

    „back to the roots“

  • Hallo,


    sagt mal, habt Ihr alle in Physik geschwänzt?


    OK, nur Versuch macht Kluch..


    Versuchsaufbau: Dual 1229, eine gerade Tischplatte, eine digitale Waage und ein Klotz um den Plattenspieler rechts so zu unterlegen, dass er ca. 45 Grad nach links geneigt ist.


    Tonarm genau ausbalanciert und Antiskating auf 0. Blastest: alles wunderbar leichtgängig, der Arm reagiert auf Antiskating wie erwartet mit einem stetigen nach außen schwenken.


    Eingestelltes Auflagegewicht an der Feder: 1,5. Mit der Waage an der Nadel gemessen: 1,85 (na ja, so ne Feder darf ja mal irren...).


    Jetzt das Ganze auf 45 Grad geneigt. Auflagegewicht laut Waage: 1,6 (!).
    Auflagegewicht wieder auf 0: Der Tonarm setzt sich natürlich sofort in Richtung Plattenmitte in Bewegung, das läßt sich aber mit deutlich erhöhter Antiskatingkraft kompensieren.


    Resümee: es funktioniert, da die Nadel noch innerhalb der notwendigen Parameter arbeitet. Es ist aber klar, das das System nicht völlig Lage unabhängig arbeitet wie hier verbreitet wird.
    Der Arm hat 2 Lager: ein horizontales und ein vertikales. Die Feder wirkt genau 90 Grad (nach unten) zum horizontalen Armlager. Die Schwerkraft ebenfalls. Wenn ich den PS neige wirkt die Kraft der Feder weiterhin genau 90 Grad zu den Horizontallagern des Armes. Die Schwerkraft wirkt jetzt aber schräg (45 Grad) zu dieser Kraft und beeinflußt das System da sie ja nicht "Null" ist! Unde eine Gegenkraft die die Schwerkraft aufhebt (relativ auf das System bezogen) sehe ich hier nicht.


    Wie gesagt, ich bestreite nicht das es funktioniert. Nur bei Aussagen wie
    "Das ist ein insich vollkommen geschlossenes und von äusseren Einflüssen unabhängiges System."


    dreht sich einem der Magen um.


    Grüße aus Pisa


    Wolf

  • Hi Wolf,


    Was für eine Wagge hast du denn benutzt? Vieleicht eine Federwaage?
    Denk erstmal darüber nach bevor du mit "Grüße aus Pisa" kommst!


    Grüsse aus "Freiburg", Thomas

    „back to the roots“

  • Zitat

    Die Schwerkraft wirkt jetzt aber schräg (45 Grad) zu dieser Kraft


    Aber eben an Headshell und Gewicht immer noch genau gleich! Schapp dir ein Physikbuch und schau mal nach Kräfteparallelogrammen oder ein Mathebuch und such mal nach Vektorrechnung ;).


    Nebenbei: Physik hatte ich als ersten Leistungskurs, abgeschlossen mit 15 Punkten (= 1+) *Prahl* :D.

    Schöne Grüsse
    Toenne

  • hevo!


    Sag mal bitte, was ist denn das für eine rattenscharfe Schallplatte, die da in deinem Demovideo gespielt wird?? :D Die willl ich unbedingt haben.. Bitte! :]


    Gruß Christian!

    Kinos von Bauer - Werte von Dauer

  • Kleine Unterstützung für Wolf:
    Es gab mal eine Zeit, da ich nur einen 606 hatte. Und zwei LPs, bei denen an einer bestimmten Stelle die Nadel einen Spung in die nächstinnere Rille machte. Mit Auflagekraft und Antiskating war da nichts zu machen. Die LPs laufen auch heute nicht; mit keinem meiner Plattenspieler.
    Für die Überspielung auf Band brauchte ich aber zumindest einen störungsfreien Durchlauf. Die Lösung brachte ein starkes Schrägstellen des 606 (so ca. 20 Grad) - jetzt habe ich die beiden Lieder wenigstens ordentlich auf Band.
    Ich meine, ein Dual funktioniert theoretisch wirklich in allen Lagen,
    aber die Eigenschaften bleiben nicht gleich.
    Gruß
    Heinz

  • Zitat

    Original von SchumiFV
    hevo!


    Sag mal bitte, was ist denn das für eine rattenscharfe Schallplatte, die da in deinem Demovideo gespielt wird?? :D Die willl ich unbedingt haben.. Bitte! :]


    Gruß Christian!


    Ähm ja, diese flotten Rhythmen gehen echt ins Ohr, was? :D


    ...."Dandy - Dandy, la la lala la la"....


    Ich habe keine Ahnung, wie die beiden Platten heißen und wer diese schwungvolle Coverversion des ...."Dandy - Dandy, la la lala la la".... Kinks-Klassikers damals eingespielt hat. Frag einfach mal direkt im Phonomuseum nach.


    ...."Dandy - Dandy, la la lala la la"....


    bfn hevo

    Die junge Generation hat doch noch Respekt vor dem Alter, hauptsächlich beim Wein, Whisky und den Plattenspielern.:D

  • Zitat

    ...."Dandy - Dandy, la la lala la la"....


    Aber hevo - das ist ein 'la' zu viel!


    ;)


    Wilbur

  • Hallo nochmal.


    Um herauszufinden, was das für eine Platte ist, muß ich wohl mal selber in das Phonomuseum fahren, da solche Anfragen am Telefon i.d.R. unbeantwortet bleiben.(spreche da aus Erfahrung) :rolleyes: Diese Schallplatte erinnert mich stark an meinem Arbeitsplatz Kino. Dort wurder früher (vornehmlich in den 70gern) generell derartige Musik in der Pause gespielt. Also..muss ich haben. ;) Ich melde mich, sobald ich was erfahren habe, da ich bei der Gelegenheit noch in das Technikmuseum Sinzheim fahren will. :]


    Euch allen erstmal weiterhin einen schönen Tag!

    Kinos von Bauer - Werte von Dauer

  • Hallo Physiker,
    hier wurde ja bereits angemerkt, dass der eingestellte Skalenwert nicht unbedingt mit der tatsächlichen Auflagekraft übereinstimmen muss. Nach 30 Jahren ist es ja eigentlich auch nicht verwunderlich, dass die Federkraft nachlässt. Bei meinem Dual 601 kommt es zu einer Abweichung von 0,15 g, gemessen mit der Shure-Tonarmwaage (die Feder beim 714Q ist offenbar noch top). Dank eben dieser Tonarmwaage ist es leicht, die Abweichung auszugleichen. Jetzt meine Frage: Wie kann ich feststellen, ob die Antiskating-Federkraft noch mit den angezeigten Skalenwerten übereinstimmt? Gibt es dafür spezielle Waagen oder einen Trick?
    Gruß
    Günter

  • Hi Günter,


    Ich mache das mit einer Testplatte von Shure (von 1982). Ob es noch andere Möglichkeiten oder Tricks als z.B. Testplatten gibt, kann ich nicht sagen.


    Schau aber mal bei Ebay, da werden manchmal noch welche angeboten.


    Oder bei PhonoPhono in Berlin, PhonoPhono
    Audio Analog Testschallplatte EPH-01, kostet 20.45€


    Grüsse, Thomas

    „back to the roots“

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