HS 10 überholen

  • Moin,


    wie in den Neuzugängen schon vorgestellt, soll es hier jetzt um meine HS10 gehen, die nicht so will, wie sie soll.

    Die Hauptspannung bricht auf 6V zusammen.

    Das liegt offensichtlich am linken Kanal, denn wenn ich den von der Versorgung abklemme und nur den rechten Kanal anschließe, bleibt die Spannung bei 16V.


    Also muss ich da gezielt auf Fehlersuche gehen.

    Was wären (neben den Elkos) eure ersten Verdächtigen?


    Der im Gerät liegende Plan stimmt übrigens nicht mit der Realität überein. Es sind AC180/181 verbaut und keine AC176/153.



    Gruß Martin

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  • Wieso? Bei nicht angeschlossenem LS sollte der doch wurscht sein (tauschen werde ich ihn trotzdem).


    Gruß Martin

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  • normalerweise ja, aber wenn der def. ist kann darüber ein hoher Strom fliessen der den Spannungseinbruch erklären würde.



    ach so, kein Lautsprecher angeschlossen, ja dann würde es den Spannungseinbruch nicht erklären.


    an dem R15 soll ja 0.3V abfallen, das ist die Vorspannung für die Endtransistoren. Und in der Mitte vor dem Elko soll ca. die halbe Versorgungsspanng anliegen.

    Einmal editiert, zuletzt von tubesaurus () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von tubesaurus mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Am AC181 per Diodentest ergibt sich:

    + B nach -E und -C Shrt/0,18V

    - B nach +E und +C Open/3V

    +E nach -C Shrt/0V

    -E nach +C Shrt/0V

    Sollte -B/+E und -B/+C nicht 'Good' bzw. 0,6V liefern? Demnach wäre der AC181 hin.


    Vergleichsmessungen über die Widerstände liefern zwischen den Kanälen nur geringe Abweichungen. Da scheint also alles zu passen.


    Dann muss ich wohl Kondensatoren bestellen und nach einem AC181 schauen - könnte sein, dass ich so einen sogar noch rumliegen habe.

    Den 180er muss ich auch noch prüfen.


    Edit: vom Bauteiltester wird er als PNP Transistor erkannt - schön.


    Gruß Martin

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    2 Mal editiert, zuletzt von MaxB ()

  • Stimmt, da war was...


    Im Fundus hatte ich aber tatsächlich noch einen AC181.

    Der Bauteiltester erkennt ihn auch als NPN-Transistor. Ganz im Gegensatz zum alten, der nur als zwei Dioden erkannt wurde.


    Alles provisorisch zusammengelötet und siehe da, die Spannung bricht nicht mehr ein und bleibt bei 16V.


    Nach dem Urlaub werde ich das dann mit ordentlichen Kondensatoren versehen und dann geht es weiter - hoffentlich auch mit Ton.


    Gruß Martin

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  • Sehr schön vNamensvetter, ... da geht was! ;):thumbup:


    LG Martin

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    Grüße aus dem badischen Schwarzwald,

    Land der dunklen Wälder und hölzernen Kuckucksuhren!

    Martin



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    Meine analoge Hifi

  • Habe noch eine Diskrepanz zwischen Plan und Realität gefunden: R10 hat nicht 2,2k, sondern nur 1k.

    Kann das mit der anderen Endtransistoren-Kombi zusammenhängen? Da fällt mir schlicht die Ahnung.


    Gruß Martin

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  • R10 ist mit R8 für die Signal Gegenkopplung zuständig, solange auf beiden Kanälen gleiche Werte vorhanden sind, würde ich mir darüber keine Gedanken machen

  • So, Zwischenstand...


    Heute habe ich den Lötkolben geschwungen und sämtliche Elkos auf der Platine des (ehemals) defekten linken Kanals erneuert (leider nur radiale Elkos), den defekten Transistor hatte ich ja schon getauscht

    Dann habe ich den Plattenspieler wieder an Verstärker und Spannungsversorgung angeschlossen. Danach wollte ich testen und die Nadel auf die Platte legen. Da hatte ich aber ein ganz komisches Gefühl und habe erst die Tonarmwaage rausgeholt. Das Auflagegewicht lag bei 21(!) Gramm! Tja, man sollte doch erst mal richtig prüfen, wenn man sich so'n ollen Kasten anlacht... :)


    Kurze Rede, langer Sinn: läuft wieder und mit dem verbauten CDS651 klingt das auch gar nicht übel - allerdings noch mit meinen Testboxen, nicht mit den originalen Breitbänder-Deckel-Boxen. Da bin ich auch gespannt, wie das klingt.


    Wenn ich es schaffe, ist morgen die Elkokur des rechten Kanals dran. Danach wird dann der Plattenspieler noch gemacht. Mechanik läuft gut und es ist nichts verharzt. Da ist aber zumindest noch einiges zu putzen - so viel, dass ich ihn vermutlich zerlegen muss.



    Die Schleifer der Trimmpotis sind übrigens noch völlig in Ordnung und kein bisschen gammelig. Das hat mich schon etwas gewundert, gerade bei diesem Typ mit dem einfachen Blechschleifer ist das ja häufig anders.


    Also Fritz und Paul und Martin, da geht was. :thumbup:


    Gruß Martin

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  • Hi Martin !

    Die Schleifer der Trimmpotis sind übrigens noch völlig in Ordnung und kein bisschen gammelig. Das hat mich schon etwas gewundert, gerade bei diesem Typ mit dem einfachen Blechschleifer ist das ja häufig anders.

    Das sind vermutlich welche von Preh.


    Bei den Modellen von Ruwido habe ich im Laufe der Jahrzehnte eine ganze Menge Totalausfälle gehabt, wo die Schleifer einfach abgegammelt sind. U.a. bei dem Revox B77, was noch unangetastet im Keller auf bessere Zeiten wartet.


    :|

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • U.a. bei dem Revox B77,

    Hallo,

    ist mir auch mit einer A77 passiert.

    Vorsichtig mit dem Staubsauger, den Staub und Spinnweben ausgesaugt

    und ein Großteil der Schleifer, waren weg. :cursing:

    Grüße Gernot
    Es soll ja Leute geben, die hören, ob das Lautsprecherkabel rot oder blau ist.

    >>> Bitte keine technischen Fragen per PN, nutzt das Board, dann hat Jeder was davon <<<

  • Aus Donnerstag ist Samstag geworden ..

    Heute habe ich den zweiten Kanal der Elkokur unterzogen - funktioniert noch immer... ;)


    Die im Plan am Ausgangselko angegebene Spannung liegt links bei 7,3Vund rechts bei 7,9V.

    Da die HS nicht auf 240V umbaubar ist, wundert mich das nicht.


    Wenn ich das richtig sehe, ist der Ruhestrom fest eingestellt, oder? Ich habe testweise die Spannung über den beiden 0,47Ohm Widerständen gemessen. Wenn ich die zwei zusammen jetzt einfach mal als 1Ohm nehme, bin ich mit den gemessenen 9 bzw. 10mV ganz gut dabei.


    Jetzt eine Frage an die Schaltungsexperten, da ich mich da noch immer schwer tue. Für was sind die beiden Trimmer da (Verstärkung/Kanalgleichheit?) und welcher wofür? Vielleicht hat da jemand noch Hinweise, bevor ich den wieder ins Hehäuse schraube.


    Den Plattenspieler habe ich heute gewaschen (vorher den Motor ab). Sauber ist die Platine jetzt zwar, aber der müffelt immernoch ein wenig. Mal sehen, vielleicht doch die Komplettzerlegung...


    Gruß Martin

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  • Hi Martin !


    Der Ruhestrom soll laut Plan 6mA nach 5 Minuten Warmlauf betragen. Aber 9 - 10 mA sind wohl auch nicht verkehrt.

    Jetzt eine Frage an die Schaltungsexperten, da ich mich da noch immer schwer tue. Für was sind die beiden Trimmer da (Verstärkung/Kanalgleichheit?) und welcher wofür? Vielleicht hat da jemand noch Hinweise, bevor ich den wieder ins Hehäuse schraube.

    Da habe ich nur die Angaben aus einem späteren Verstärker mit AC181/AC180 aus HS11 / P41, der aber weitgehend funktions- und leistungsgleich sein sollte.


    Grundeinstellung: Klang- und Balance-Regler Mitte, Lautstärke = Rechtsanschlag.


    Am Regler R8 wird die Ausgangsleistung eingestellt.

    Gemessen wird an 5 Ohm (= 4.7 Ohm nach IEC) und die Ausgangsleistung soll 3.5 Watt entsprechend 4.2V~ betragen.

    Angesteuert werden m.b.W.n. beide Kanäle gleichzeitig mit einer Eingangsspannung von 500mV / 1KHz auf den Tonabnehmer-Eingang.

    Wobei mir 500mV am Keramikeingang etwas heftig vorkommt.


    Am Regler R17 wird der Klirrfaktor eingestellt.

    Gemessen wird bei 3V~ Ausgangsspannung entsprechend 1.8 Watt und soll dann 1% betragen.

    Signal wie voriges.


    Soviel zur Theorie.

    Ich habe meine alten Granaten immer mit einem Pegel angesteuert, wo man am Lautsprecher noch nicht den Eindruck hatte, daß der Verstärker besonders verzerren würde. Ich habe dann zwei 4.7 Ohm Lastwiderstände angekoppelt und mit den R8-Reglern die beiden Kanäle am Scope auf Gleichheit gebracht. Dann etwas an den R17-Reglern gedreht, ob sich da in der Kurvenform noch was tut. Da kann man sich kanalweise das Ein- und Ausgangssignal übereinander legen, was einen ganz guten Aufschluß liefert.


    Danach nochmal die Kanalgleichheit betrachtet, ob sich da noch was geändert hat, denn beide Potis führen an das Ausgangssignal und sind damit lokale Gegenkopplungen. Die Integration von R17 ist schon ziemlich obskur - ohne weiteren Vorwiderstand kann man damit das volle Signal des Ausgangs auf die Basis von T3 / BC108 koppeln. Diesen Unfug hat es bei späteren Germanium-Endstufen zum Glück nicht mehr gegeben.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • hi! der Trimmer R17 hat 3 Funktionen, wenn ich das richtig sehe. Er beeinflusst die Gegenkopplung der Endstufe sowohl gleichspannungsmässig als auch wechselspannungsmässig. Die Gleichspannung beeinflusst die Spannung am Ausgang, die etwas niedriger als wie die Hälfte der Versorgungsspannung sein soll. Und sie beeinflusst auch etwas den Ruhestrom, indem mehr Basisstrom in den BC108 fliesst, wird auch der Strom durch ZG1, die Stabilisierungsdiode, grösser, d. h. die Spannung daran steigt etwas, weil die Kennlinie nicht ideal ist, das führt dann zu einem höheren Ruhestrom durch die Endtransistoren. Daher ist die Einstellung von R17 schwierig, die Idee mit dem Ozsi auf max. saubere sinus Schwingung einzustellen ist gut. Und man muss etwas aufpassen, daß der Ruhestrom nicht zu hoch wird. Hat man es geschafft, dann würde ich im 2. Anlauf mit R8 die Signal Wechselspannung auf Kanalgleichheit einstellen. Bei dem Eingangssignal von 500mV? oder 400mV, das hab ich den Service Unterlagen entdeckt. Das sollte der Effektivwert sein, Spitze-Spitze ist dann 0.4V mal Wurzel2 mal 2, was ca. 1.12V ergibt.

    2 Mal editiert, zuletzt von tubesaurus ()

  • Moin

    und danke für die Nachhilfe...

    mit AC181/AC180

    Die hat meiner ja auch schon eingebaut. Der Plan von der HS10 weicht da also ab. Der TV52 sitzt ja auch im P 1010 52AV. Allerdings habe ich weder zu HS10/P1010 52 AV noch zum P41 Angaben zur Einstellerei gefunden. Wo habt ihr die her?


    Nach euren Beschreibungen klingt das für mich allerdings danach, dass ich mit meiner geringen Erfahrung besser nicht Versuche da rumzuregeln - könnte nach hinten losgehen. Gestern hatte ich die HS zum Pizza essen übrigens gleich mal mit auf der Terrasse. Dem CDS651 (das hat wohl schon jemand statt des CDS630 da dran gebaut) noch eine Diamantnadel spendiert und das klang dann völlig ok. Nur beim Finale von Mike Oldfields 'Platinum' hatten die LS etwas Probleme mit den Bass-Impulsen... 8) und auch die Auflagekraft sollte bei 4,5p liegen.


    Heute sind noch ein paar Aufhübschungen an den LS dran und dann sollte das wieder passen.


    BTW: Die HS10 ist ja das erste Modell der HS-Reihe, aber warum eigentlich HS für diesen reinen Phonokoffer?


    Gruß Martin

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  • So, zum Abschluss noch ein paar Bilder...



    Die Boxen kann man nur schlecht hochkant hinstellen, da nur an einer Ecke jeweils ein Fuß des Koffers ist. Die Box steht dann also etwas schief und wackelig.


       


    Der Lautsprecher ist zugleich der Niederhalter für den Teller. Die Farbe vorne ist stellenweise leicht verschwunden und die Reglerknöpft haben ein paar Schrammen.



    In der einen LS-Box ist die Halterung für Wechselachse und Mittelstift, in der anderen der Halter für den Single-Puck. Eine Halterung für eine Wechselsäule ist nicht vorhanden.



    Der Tonarm hat leider eine kleine Delle...



    Schönen Gruß

    Martin

    Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.

    2 Mal editiert, zuletzt von MaxB ()

  • Hi Martin !


    HS steht wohl für "Heim Stereo" ... und damit meinen sie kein Kinder- oder Altenheim.

    Die HS sind die edleren Varianten der "P"honokoffer, die mit ihrem lederigen Auftritt höchsten im Dominastudio punkten könnten.

    Also haben sie alles hübsch mit Holz umkleidet und damit paßte es auch in die 60er und 70er Wohnzimmer.


    Wo habt ihr die her?

    https://www.hifi-archiv.info/Dual/p41s/p41-07.JPG


    Kombiniertes Manual für P41, HS11 und HS21. Man muß nur die Bauteilenummern transscribieren.

    Und da wird auch deutlich, daß die AC180/181 im Basis- und Ruhestromkreis geringfügig anders beschaltet sind.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • geringfügig anders beschaltet sind.

    und die Beriebsspannung ist auch eine andere. Kann man da die Werte auf die HS10 einfach übertragen? Zumal der p41 6W hat, die HS10 nur 4.

    Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.

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