Dual 621 Motor viel zu schnell nach einschalten

  • Guten Tag liebes Forum, das hier ist mein erster post also bitte vergebt es mir falls es mein Thema schon einmal gibt. Ich habe es in der Form zumindest noch nicht gesehen.

    Ich habe neulich einen Dual 621 als Erbstück erhalten und wollte aufgrund sehr unbefriedigendem Klang eine Generalüberholung machen. Ansonsten lief alles nur die Skating scheibe war gerissen und der Antiresonator hing. Mit Audiotechnik und dem ganzen hatte ich schon zu tun, nur mit Plattenspielern noch nicht.

    Ich habe also eigentlich alles gemacht was man machen kann, neue Nadel (noch eine originale dn242 bekommen), neue Tonabnehmer, cinch kabel eingelötet, skating scheibe und antiresonator repariert, und alle Kondensatoren getauscht, auch die der Motor Elektronik. Desweiteren habe ich bei ein paar zugänglichen Stellen das Fett erneuert.


    Schonmal vorab, klanglich eine unfassbare Verbesserung, wenn er denn läuft.


    Das Problem besteht nämlich immer bei einem Kaltstart, also wenn der Spieler ein paar Stunden gestanden hat, die Drehzahl durch die Decke geht. Also auch weit über 45 hinaus. Das ist auch lange nicht mehr mit den Potis einstellbar. Nach 3 Mal ein und ausschalten oder so ist dann alles super, die Drehzahl 33 und 45 laufen gut und auch konstant. Jetzt ist die Frage welches Bauteil kann dafür verantwortlich sein? Vor dem Kondensator Tausch bestand das Problem nicht. Könnte vielleicht auch ein Wackelkontakt im Kabel ein Problem sein? Eins ist mir bei den Arbeiten sogar abgerissen und ich musste es neu verlöten. Die waren wohl sowieso nicht mehr ganz stabil. Außerdem habe ich gelesen dass ein schwergängiges Lager das Problem sein könnte? Diese habe ich auch noch nicht gefettet.

    Wegen all der Möglichkeiten wende ich mich nun an euch und hoffe dass jemand eine zündende Idee hat und ich nicht allen Möglichkeiten nach gehen muss.


    Vielen Dank schonmal und Viele Grüße

  • Moin. Ich denke mal Henrik? Willkommen im Forum. Ja das Thema gibt's etliche Male und jedes Mal gibt's ne andere Ursache... Aber nicht so wild.

    Hast du die selben Werte von den elkos eingelötet? Und vor allem richtig rum?

    Siehe mal hier...

    606 Probleme mit der Motorsteuerung


    Hier wurde auch so gut wie durchsucht um den Fehler zu finden.

    Lass dich nicht täuschen... Vom 606 bis 622 ist die Motor identisch.


    Gruß Carsten

  • Da könnte bei den Lötarbeiten eine kalte Lötstelle entstanden sein. Dafür spricht das temperaturabhängige Verhalten. Natürlich kann auch ein Haarriß auf einer Platine das Problem verursachen.


    Gruß


    Uli

    CS: 510, 750-1
    CV: 440, 1500 RC
    CT: 1240
    CR: 1750, 5950 RC
    C/CC: 820, 1280, 5850 RC
    CD: 130, 40, 5150 RC
    CL(X): 241, 710, 9200
    KA 230
    und: DK170, MC2555

  • Hi Henrik (nehme ich mal an) !


    Willkommen auf der Insel der glückseligen Dual-Besitzer - und aller, die es werden wollen ... ^^


    Wenn beim 621 und seinen gleich motorisierten Cousins der Motor aus dem Stand auf >100 upm hochdreht, ist ihm das Signal vom integrierten Tachogenerator verlorengegangen. Vom 621 gibt es blöderweise "bei uns" kein passendes Servicemanual. Wir behelfen uns heute mal mit dem vom 604:


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/604s/


    dann


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/604s/02.jpg


    Grund 1: Einer der Kondensatoren C2, C3 und C4 hat den Geist aufgegeben oder ist falsch rum montiert - oder ist ein DOA ("Neu & Tot"). Da Du die schon gewechselt hast, kommen Lötfehler eher zum Tragen, als ein in Würde gealterter und dann an Kondensationsschwäche verstorbener Kondi. Bitte nochmal prüfen, ob a) die richtigen Kondis an der richtigen Stelle sitzen und b) richtig rum und ob sie c) ordentlich mit der Platine verschmolzen wurden. :)


    Grund 2: Wackelkontakte an den Zuleitungen (dünne graue Drähte) vom Tachogenerator an die Platine oder deren Lötstifte im Board.


    Grund 3: Defekt am Motor. Wenn der sich nach Aus- / Ein-Schalten wieder bekriegt, kann es primär erstmal kein Spulendefekt an der Tachospule sein. Das ist ein finaler Todesstoß. Bei dem Modell kommt es eigentlich auch nicht vor, daß die Zahnscheibe, die die Signale in der Tachospule induziert, festhängt. Das findet man eher beim EDS920 oder 930 - nicht bei den EDS500 und Ablegern.


    Diese Elektroniken sind eigentlich vergleichsweise wartuings- und diagnosefreundlich. Fehler "vorne" bis in das 4069-CMOS führen zum "Rennen" des Motors, Fehler "weiter hinten" in der Schaltung zum Stillstand. Wenn also die 7.5V-Hilfsspannung ausfällt, funktioniert die Ansteuerung der beiden ICs nicht mehr und der Motor steht. Fertig aus. So ist das auch bei Fehlern in der Kondesatorkette C10 - C12 oder bei toten ICs.


    Instabiles Laufen nimmt seinen Ursprung meistens im Trafokasten bei dem dicken Haupt-Elko oder -manchmal- bei dem Elko zur Stabilisierung der 7.5V-Hilfsspannung C1.


    Einzig ein gestorbener und durchmetallisierter Motortreiber T3 oder T4 könnten einen Motor-Amoklauf bewirken. Das habe ich aber noch nie erlebt. Vor allem kuriert sich das nicht selber.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Das denke ich auch, ich habe inzwischen bereits zwei mal an 604&621 die Kondis getauscht, beide liefen danach ohne Probleme. Hast Du denn vorher die Kabel alle von der Platine angelötet? Das sollte man schon machen, außerdem erleichtert es die Arbeit, wenn ja, sind alle Kabel wieder da, wo sie hin gehören? Eigentlich ist die Elektronik ja sehr übersichtlich, da habe ich schon schlimmere Dreher vor mir gehabt.


    Gruß Thomas

  • Hallo Henrik,


    hast Du die Potis R8 und R9 auch gewechselt und eingestellt?

    Ich hatte Anfang des Jahres ähnliche Probleme. Habe dann die üblichen Verdächtigen gewechselt und die Potis. Danach war Ruhe.

    Viele Grüße aus dem Westmünsterland

    Reinhard

  • Hi Lutz !

    Hey Peter,

    merke Dir mal diese Seite

    *Ich* habe ein SM vom 621. Und die Seite kenne ich so gut, wie Elektrotanya.


    Aber auf dem Anleitungsserver, der oben im Forumskopf angezogen wird, ist der 621 nicht vertreten.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Moin,

    die Service Anleitung vom 621 habe ich schon mehrmals zum Einfügen in "unsere" Liste zu Verfügung gestellt. Als JPEG und PDF. Wurde leider noch nicht eingefügt.

    Wenn jemand die PDF möchte, bitte melden.

    Gruß

    Christian

    Gruß

    Christian

  • Hallo und danke für die schnellen und vielen Rückmeldungen! Ich hatte wohl meine Benachrichtigungen aus und sehe deshalb erst jetzt die Antworten.

    Ich werde morgen nochmal ausführlich antworten und mir nochmals die Platine und die von Peter genannten Kondensatoren anschauen, die scheinen ja am wahrscheinlichsten das Problem zu sein.

    Die Trimmer habe ich ebenfalls gewechselt, die Kabel nicht abgelötet. Daher ist mir wohl auch eins abgerissen. Werden ebenfalls nochmal überprüft:)

    Das einstellen der neuen Widerstände hat jedoch lange gedauert, da es anscheinend 2 Drehzahlen gibt bei denen das stroboskop "steht". Vermutlich bei genau der doppelten Drehzahl? Hatte dann die Einstellung erst so dass 33 stimmte und 45 bei 90 lief (mit stehendem stroboskop!):D Wie auch immer das hab ich danach doch eingestellt bekommen.


    Achja Service Anleitung vom 621 habe ich auch schon, danke fürs angebot!


    Auf jeden Fall bin ich jetzt schon überzeugt von dem dual ( hab es trotz der Probleme geschafft heute einige Platten zu hören ;D). Ich war nie ein besessener plattenhörer, aber aus einem erbstück mit personellem Wert noch so einen Klang herauszuholen; Hut ab! Gibt wohl nicht ohne Grund ein eigenes Dual-Forum8)

  • Guten Abend nochmal. Ich habe den Plattenspieler nun wieder in Teilen auf dem Tisch liegen, heute hatte sogar das Stroboskop Startschwierigkeiten. Es ist erst nach ca 2 Sekunden angesprungen. Deshalb dachte ich auch das das Problem eher mit dem Netzteil zusammenhängt. Verstärkt hat meinen Verdacht dass wenn ich den C55 1000uf manuell entladen habe, das Problem immer beim nächsten Start auftrat, sonst ja nur sporadisch und bei längerer Standzeit. Der große 1000uf Kondi ist definitiv richtig rum und ist nochmals durchgemessen. Die Dioden sind auch alle okay. Jedoch ist mir aufgefallen dass ich Kondensator C54 (siehe Bild) noch nicht gewechselt habe. Ansonsten funktioniert das Netzteil meines Erachtens top und es liegen stabile 22V am Ausgang an.


    Zur motorsteuerung, Ich habe alle von Peter genannten Kondensatoren und Kabel überprüft und keine Fehler gefunden. Ausgelötet habe ich sie jedoch nicht erneut um jede Kapazität zu messen. Mir ist noch aufgefallen dass ich manche Kondensator Typen geändert habe, z.B. sind C10 und C12 anstatt Elektrolyt Kondis jetzt Wimas denen die Polung ja egal ist. Ich weiß an der Stelle nicht ob das ein Problem sein könnte.

  • Hi Hendrik, wenn Dual da Elkos verbaut hat, sollten diese auch durch Elkos ersetzt werden. Da wird sich schon jemand was bei gedacht haben. Die Tantal Perlen kannst Du durch normale Elkos ersetzen, Polarität beachten!

    Deine Strobolampe ist nicht mehr die Jüngste, solange sie leuchtet, alles gut, wenn sie dann doch nicht mehr an geht, gibt's guten Ersatz mit LED von Dualfred.


    Gruß Thomas

  • Hi !

    Mir ist noch aufgefallen dass ich manche Kondensator Typen geändert habe, z.B. sind C10 und C12 anstatt Elektrolyt Kondis jetzt Wimas denen die Polung ja egal ist. Ich weiß an der Stelle nicht ob das ein Problem sein könnte.

    Ist an der Stelle weiter kein Problem.


    Zu der Zeit, als die 621 und seine gleichmotorisierten Brüder vom Band gelaufen sind, waren Folienkondis noch groß und teuer. Warum soll man den Platz verschwenden, wenn ein kleiner, billiger Tantali die gleiche Funktion erfüllt ?


    Die Stroboleuchte liegt, wie Thomas schon andeutete, eher im Sterben. Die braucht nachgerade immer länger, um überhaupt in Gang zu kommen und "brennt langsam weg", bis sie gar nicht mehr startet. Ich ersetze die gewohnheitsmäßig durch universale Glimmlampen, die ich mit der beleuchteten Kathode nach oben zum Lichtfenster hin drehe - das tut es auch.


    Was den Haupt-Elko betrifft ... naja ... wenn Du den schon gewechselt hast, *sollte* der eigentlich okay sein. Selten, daß man mal "DOA"-Teile hat, die von Anfang an nicht richtig funktionieren. Aber die Chance, daß die Renndreher-Phase direkt damit zusammenhängt, ist eher niedrig. Bei einem schlechten Elko für die Hauptversorgung würde der eher zäh anlaufen und nicht richtig auf Touren kommen oder unregelmäßig laufen.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • ok danke. Habe wegen Thomas jetzt nochmal alle Wimas durch elkos ersetzt, an der Stelle wo es nötig war. Das hat leider nichts gebracht. Habe danach leider erst Peters Kommentar gelesen.

    Auch der Hauptelko ist definitiv in Ordnung und die Lötstellen sind alle überprüft und durch gemessen. Jetzt wüsste ich nicht mehr ganz was ich tun soll ausser die ics mal anzuschauen / zu tauschen...

    Kann man vielleicht noch überprüfen ob sich die Tachoscheibe nicht doch aufhängt?

  • Hi Henrik !

    Kann man vielleicht noch überprüfen ob sich die Tachoscheibe nicht doch aufhängt?

    Das kannst Du beim EDS500 eigentlich vergessen.

    Der ist anders aufgebaut, als z.B. der EDS900, wo es die Probleme häufiger gibt.


    Ich könnte Dir anbieten, einen geprüften EDS mit kompletter Elektronik im Tausch gegen Dein desolates Exemplar zuzuschicken.

    Oder: erstmal zum Gucken, ob es mit dem besser ist. Wird es wahrscheinlich, weil die umliegende Elektronik nur den Trafo, Gleichrichtung und Strobo-Elektronik + Motorschalter umfaßt, die allesamt mit einem derartigen Fehlverhalten nicht viel zu tun haben.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • wow das nenn ich mal ein tolles Angebot. Ich nehme an mit eds meinst du das motorsteuerungs Board?


    Ich würde vorher eventuell noch eine Sache testen um sicher zu gehen, nämlich mal das Board von außerhalb mit Spannung zu versorgen. Ich hatte nämlich das Gefühl das wenn der Hauptelko auf dem netzteil komplett entladen war (bei den letzten mV noch mit einem Schraubenzieher kurzgeschlossen) bei dem nächsten Start der Fehler auftritt.

    Wenn es dann ohne Probleme läuft, würde das doch darauf schließen dass der Fehler bei dem Netzteil liegt.

  • Hi Henrik !

    Wenn es dann ohne Probleme läuft, würde das doch darauf schließen dass der Fehler bei dem Netzteil liegt.

    Hmm.


    Wenn man es nicht probiert, weiß man es nicht. Mach' mal.


    Ich habe noch mindestens einen EDS500 aus einem 604 mit Motorboard im Bestand. Muß ihn nur suchen.

    Den hatte ich mir mal als Reseverauf Halde gelegt. Kurz getestet, wieder eingepackt ... wie es so geht ...


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • ok mach ich, schaff ich aber leider erst in paar Tagen. Ich melde mich dann und würde dann bei negativem Ergebnis super gerne auf dein Angebot zurück kommen!

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