Dual 1218 entharzen?

  • Hi Angus,


    was das Silikonöl angeht, so habe ich das an der Stelle verwendet. Es darf natürlich nur ein kleiner Tropfen sein und es muss hochviskös sein. Die Folgen für das Kurvenrad hat Andreas ja genannt.


    An den Stift kommt kein Fett, aber die Spur des Stifts kannst du relativ dünn mit einem kleinen Pinsel fetten. Andernfalls sammeln sich sonst große Fettklumpen nach ein paar Umrundungen.


    Was die Platte angeht, so ist im Forum die Meinung vorherrschend, dass sie absolut fettfrei sein müsse. Ich halte es da aber mit Klaus' (dualcan) Sichtweise, dass eine dünne (!) Schicht Alvania (bzw. der kompatible Nachfolger Gadus) den Pimpel schützt. An komplett ungewarteten Geräten kann man nachvollziehen, dass im Originalzustand dort auch Fett war.


    Klaus war übrigens Mitarbeiter bei Dual Kanada, so als kleiner Autoritätsbeweis. Letztlich bleibt das aber eine induviduelle Entscheidung des Dualfreunds, der gerade am Werkeln ist.


    Gruß
    Albert

  • Kurvenrad, Haupthebel und Abwurfwippe muss ich kurz überspringen (wird nachgeholt) und einen Zwischenschritt einfügen.


    7. Kugellager reinigen und neu fetten


    Als Kugellager (Teil 167) für den Teller wird ein sogenanntes Axial- oder Drucklager (engl.: thrust bearing) verwendet. Der Vorgang ist hier im Forum schon von André beschrieben.
    In meinem Fall war das Lager schon ziemlich trocken und zum Öffnen hat es gereicht, nur zwei der drei Nasen aufzubiegen. Die Nasen brechen natürlich nach ein paar Mal biegen ab, also Vorsicht!
    Hier ein Bild, das die oben verlinkte Anleitung vielleicht sinnvoll ergänzt. Die drei entnommenen Teile auf der rechten Seite zeigen mit der Unterseite nach oben. Beim Zusammensetzen also um 180° drehen. Man sieht, dass der Ring mit den Kugeln mit der Seite mit Ausparungen zwischen den Kugeln nach unten eingesetzt wird, also glatte Seite nach oben.


    Die Teile werden alle gereinigt und anschließend neu gefettet. Beim Fetten habe ich an diesem Video orientiert. Das Ergebnis sieht so wie unten aus. Da ich noch nie ein Lager gefettet habe, bevor ich alles wieder zusammensetzt (möchte gerne die Nasen schonen), ist das zu viel? Oder passt das so?

    Edit: So viel Fett war ursprünglich drauf. Darauf bezieht sich untenstehender Kommentar von tpl1011:


    Nach Hinweis von tpl1011 (Danke!) habe ich die Fettmenge reduziert. Auf die innenliegenden Flächen der beiden Metallscheiben eine gleichmäßige Schicht, etwa halb- bis genauso dick wie die Scheibe selbst. Bei dem Ring, der die Kugeln hält wird die Seite mit Erhebungen gefettet. Die Vertiefungen habe ich mit Fett gefüllt, etwa bis zur Höhe der Erhebungen. Diese Schmierung sollte immer noch vergleichsweise großzügig sein (s. Bild unten). Best Practice Beispiele willkommen!

    Edit: Mittlweile bin ich der Überzeugung, dass auch das wirklich noch zu viel ist :/ . Solange das Kugellager keine Probleme macht, lasse ich es aber erstmal so. Vielleicht gibt es ja doch noch ein Best Practice Beispiel?

    2 Mal editiert, zuletzt von angus ()

  • Und gleich die nächste Frage X/ das ist wohl das Problem, wenn man noch nie so ein Gerät in einwandfreier Funktion gesehen hat.
    Ich sitze an der Abwurfwippe (172). Habe es alles auseinander genommen, gereinigt und geschmiert.


    Leider bin ich mir nicht ganz sicher, wie das fertige Ergebnis aussehen soll. Soll die Wippe aus ausgelenkter Position 2 gegen die Schwerkraft in einer flüssigen Bewegung von der Feder in Position 1 zurück gezogen werden?
    Bei mir lässt sich das gut von Hand bewegen aber die Feder schafft es nicht immer. Und wenn, dann hängt es zwischen durch. Wenn es wirklich von alleine gegen die Schwerkraft gehen soll, muss ich nochmal ran...


    Ich habe die Außenflächen von Wechselbozlen (175) und Buchse (177), sowie die beiden seitlichen kleinen Bohrungen der Abwurfwippe (172) für die Achse (173) geölt. Gefettet habe ich die Bahn der Buchse (177) und zur Sicherheit die äußeren Seitenflächen der Abwurfwippe (172), die mit der Lagerbrücke (168) in Kontakt sind. Bin über Tipps und Hinweise sehr dankbar!

    edit: oder die Feder mit einem Tropfen Lötzinn etwas straffen?

    Einmal editiert, zuletzt von angus ()

  • das ist schon ziemlich großzügig. Die Hälfte davon reicht locker

    Danke für die Antwort! Dann nehme ich nochmal was runter, aktualisiere die Bilder und schließe das Lager wieder :)

  • Die markierten Stellen müssen entharzt werden und sollten absolut freigängig sein. Die Feder muss die Wippe selbständig und zügig zurückziehen können. Das kleine runde Teil links, ist eine Rolle die sollte auch laufen. Beides wird für den Wecshelvorgang benötigt.


    VG

    Kai







  • 6. Kurvenrad, Abwurfwippe und Haupthebel


    Einige der nachfolgenden Arbeitsschritte sind bereits von dualcan im vinylengine-Forum hervorragend beschrieben.


    6.1 Demontage


    Für genauere Beschreibung und aufschlussreiche Bilder, siehe vinylengine-Forum. Es wird zunächst von der Unterseite gearbeitet.

    • Idealscheibe (208) der Achse (204) des Hauphebels (212) entfernen. Achse (204) herausziehen und Haupthebel abnehmen.
    • Gerät wenden und an der Oberseite die Sechskantschrauben (25 und 26) sowie Mutter (27) lösen.
    • Dann wieder das Gerät wenden (also wieder von der Unterseite arbeiten): Nacheinander den Block mit Abwurfwippe und dann das Kurvenrad entfernen. Um das Kurvenrad zu entfernen musste ich vorher noch ein ominöses gewinkeltes Blech mit einer Schraube von der Unterseite der Einbauplatte (11) entfernen. Das Blech habe ich nicht in der Explosionszeichnung gefunden und ist auf diesem Bild am Rande zu sehen.
    • Falls nötig kann an dieser Stelle das Kugellager (167) von der Achse der Lagerbrücke (168) abgezogen und gewartet werden (siehe 7. Kugellager reinigen und fetten)


    6.2 Abwurfwippe reinigen und schmieren


    Alles wie von dualcan auf vinylengine beschrieben. Ergänzung zum Schmieren der Abwurfwippe


    Die markierten Stellen müssen entharzt werden und sollten absolut freigängig sein. Die Feder muss die Wippe selbständig und zügig zurückziehen können. Das kleine runde Teil links, ist eine Rolle die sollte auch laufen. Beides wird für den Wecshelvorgang benötigt.



    Das sind die Auslekungen der Wippe. Es geht um die Bewegung von Position 2 zurück in Position 1



    6.3 Kurvenrad reinigen und schmieren



    Ebenso wie von dualcan auf vinylengine beschrieben. Hier aber meine alternative Schmierung:


    Außerdem habe ich noch die Bahn des Kurvenrades sparsam gefettet. Die Seite die später nach unten zeigt, in der der Haupthebel läuft.




    6.4 Haupthebel


    Auch das super beschrieben von dualcan. Nichts zu ergänzen.

    2 Mal editiert, zuletzt von angus ()

  • Die markierten Stellen müssen entharzt werden und sollten absolut freigängig sein. Die Feder muss die Wippe selbständig und zügig zurückziehen können. Das kleine runde Teil links, ist eine Rolle die sollte auch laufen. Beides wird für den Wecshelvorgang benötigt.

    Danke für die Antwort! Jetzt weiß ich, wo es hin soll - sehr viel wert :) . Die Bohrungen für die Achse (173) der Abwurfwippe (172) habe ich sehr gründlich gereinigt und auch geölt. Etwas nachgeölt habe ich nochmal den Wechselbolzen (175) und die Buchse (177). Durch Probieren habe ich Folgendes herausgefunden: Je nachdem wie ich den Wechselbolzen (175) in der Bohrung der Lagerbrücke (168) um seine Längachse rotiere, läuft er leichter oder schwerer. Ich habe jetzt eine Position gefunden in der es fast flüssig läuft. Lediglich wenn die Buchse (177) am Kopf des Wechselbozens (175) in die Lagerbrücke (168) eindringt, hakt es kurz. Also noch so lala. Muss das ganze nicht am Ende noch gegen einen zusätzlichen Widerstand arbeiten? Ich fange an der Feder die Schuld zu geben und spiele ernsthaft mit dem Gedanken sie mit Lötzinn etwas härter zu machen. Denn geölt ist eingentlich alles gut.


    Und danke für den Hinweis zur Rolle. Die klebt völlig fest. Da muss ich auf jeden Fall ran! :D

  • aktualisiere die Bilder und schließe das Lager wieder

    Jetzt passt natürlich Kais Antwort nicht mehr und der geneigte Leser ist verwirrt 8o
    Lass doch die alten Bilder drin, dann kann jeder sehen, wie viel zu viel ist ;)

  • Jetzt passt natürlich Kais Antwort nicht mehr und der geneigte Leser ist verwirrt 8o Lass doch die alten Bilder drin, dann kann jeder sehen, wie viel zu viel ist ;)

    Recht hast du. Werde gleich nochmal editieren.


    Ansonsten habe ich jetzt eigentlich alle andere schon auseinander genommen und gereinigt. Nur das Antiskating habe ich fast nicht angefasst. Da nur ein paar Tropfen Isopropanol drauf, warten bewegen. Dann nochmal einen Tropfen Öl drauf, sodass es sich einfach bewegt (vgl. Foreneintrag bei vinylengine von dualcan).


    Als Zwischenfazit: Die Anleitung von dualcan ist erste Sahne! Toll erklärt und vielsagende Bilder. Es lohnt sich die ausführlich zu lesen, weil noch viel Info im Text steht. Nur der Geschwindigkeitswechsler und das Kugellager werden ausgelassen. Vielleicht helfen da meine Beschreibungen etwas weiter.


    Jetzt warte ich noch auf die Lieferung von Silikonöl AK 300 000 und dann geht es Mitte oder Ende der Woche weiter. Mal sehen welche Probleme es beim Zusammenbau gibt. :D


    An dieser Stelle schonmal riesen Dank für die Unterstützung und Hilfe :hail: . Ihr seid großartig! :thumbsup:

  • Mal sehen welche Probleme es beim Zusammenbau gibt.

    Aus eigener böser Erfahrung, wenn Du den Lift auseinander nimmst, achte darauf, wie rum die Feder reinkommt.
    Die ist unterschiedlich dick an den Enden. Und setzt Du (ich :cursing: ) die verkehrt herum rein, lässt sich der Lift nicht richtig einstellen.
    Mir ist mein 1218 spät abends beim x-ten schrauben aus dem Montagebock gefallen. Weil meine Aufmerksamkeit ob des doofen Liftes nachließ.

  • Aus eigener böser Erfahrung, wenn Du den Lift auseinander nimmst, achte darauf, wie rum die Feder reinkommt.Die ist unterschiedlich dick an den Enden. Und setzt Du (ich ) die verkehrt herum rein, lässt sich der Lift nicht richtig einstellen.
    Mir ist mein 1218 spät abends beim x-ten schrauben aus dem Montagebock gefallen. Weil meine Aufmerksamkeit ob des doofen Liftes nachließ.

    Oh nein! Danke für die Warnung.
    Wäre so herum richtig? Also breite Seite der Feder Richtung Stellhülse (65)?


    Edit: Nach Antwort von zwölf36. Die gezeigte Ausrichtung ist richtig. Breite Seite der Feder Richtung Stellhülse bzw. Tonarm. Achtung: das Bild oben ist aber nicht die komplette Anordnung (Idealscheiben fehlen) -> Service Manual zeigt komplette Anordnung,


    Übrigens hat das Kleben super geklappt. Genau wie von dir beschrieben! Mit "super" meine ich, dass ich es nicht mehr per Hand abziehen kann. Ich probiere später nochmal Betriebserfahrung zu ergänzen.


    Einschub: Plastikteil kleben


    • Bruchstellen mit Isopropanol reinigen
    • Mit (alter) Zahnbürste und Scheuermilch Bruchstellen aufrauhen. Ich habe nur ein paar Mail hin und her gewischt, wie beim schlampigen Zähneputzen.
    • Dann nochmal mit Isopropanol reinigen
    • Sekundenkleber (von Uhu in Gelform) auf die Bruchstellen des größeren Teils dünn auftragen.
    • 10 Minuten zusammenpressen und dann über Nacht austrocknen lassen

    Einmal editiert, zuletzt von angus ()

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