Fragen zum CV121

  • Hallo


    Ich bin schon länger lesendes Mitglied in diesem Board und habe dadurch schon mehrere Dreher(1224,1228,1228,1249,721,HS150) wieder zum Funktionieren gebracht.
    Vielen Dank für die Guten Tipps,ohne die ich das wohl nicht geschafft hätte!


    Habe nun ein paar Fragen zum CV121 den ich zusammen mit einem CT19 von einem Boardmitglied(Dank an Sigma) gekauft habe.


    1) Mir ist aufgefallen das der Trafo leise brummt,stört aber nicht beim Musikhöhren.Ist das normal bei diesem Verstärker?
    Das Signal ist in Ordnung,selbst bei voller Leistung nur sehr leises Rauschen und kein Brummen.


    2) Die Loudnessfunktion trägt im Bassbereich,für meinen Geschmack etwas dick auf.Lässt sich das Ändern?


    3) Gibt es Bauteile die man aufgrund des Alters besser tauschen sollte?


    Ansonsten ein wirklich toller Verstärker!


    Gruß Michael

  • Hallo Michael,


    ich habe einige CV120 und CV121 in meiner Sammlung. Zu Deinen Fragen kann ich aus der Erfahrung mit diesen Geräten folgendes schrieben:
    1) Brummender Trafo: Kann ich bestätigen. In zwei Geräten ist mir dieser Fehler aufgefallen. Es ist ein mechanisches Brummen, das aus dem Kern oder dem Wickelpacket kommt. Es lässt meistens nicht beseitigen. Ein strammeres Spannen des Kernes hilft leider nur in seltenen Fällen.
    In diesem Moment benutzte ich einen "Reise-CV120", der mechanisch stoerend brummt. Das Brummen wird dummerweise vom Gehäuse des Verstärkers auf das darunterliegende Sideboard uebertragen, sodass es mitschwingt. Abhilfe schafft hier nur eine weiche Unterlage oder zusätzliche Gummifuesse.


    2) Loudness: In der Tat, mir ist der Effekt auch zu heftig. Ist mir aber egal, denn ich benutze Loudness nicht. Wenn Du aber den Effekt der starken Bassanhebung absenken willst, ist dieses nach viel Geschraube leicht moeglich. Einfacherweise habe ich bei einigen Verstärkern die Eckfrequenz der Anhebung eine Oktave nach "unten" verschoben. Hierzu muss lediglich fuer jeden Kanal ein Kondensator verändert werden. Hierdurch wird das Droehen verringert, die Anhebung im Tiefbassbereich aber weniger beeinflusst. Da die meisten Boxen gerade im Tiefbassbereich frueh aufgeben, halte ich diese Loesung fuer recht brauchbar. Es ist im Schaltplan des CV120 der Kondensator C14. Dessen Wert sollte verdoppelt werden auf 470nF. Natuerlich kann man auch bei bestehender Eckfrequenz den Effekt verringern. In erster Linie wäre dann R24 zu vergroessern. Auch hier ist mindestens eine ungefähre Verdopplung des Wertes noetig. Diese Aenderung verändert jedoch zusätzlich die Eckfrequnez des Filters leicht (nach unten) und die Hoehenanhebung.


    3) Bauteile zum Wechseln: Der Operationsverstärker (709), weil er rauscht, TIM erzeugen kann und sehr EMV-empfindlich ist (Knackgeräuschhe beim Schalten von Netzverbrauchern).
    Als nächsten sind dann NTC und Ruhestrompotis zu nennen. Ein Eingriff an dieser Stelle kann bei Fehlern beim Aendern jedoch die Endstufe gefährden. Wenn die Endstufen also nur handwarm sind, wuerde ich nichts ändern.
    Wenn das Lautstärkeppoti kratzt, sei C12 genannt. Ich empfehel an dieser Stelle einen Tantalelko, besser einen Folienkondensator oder ggf. auch einen Keramikkondensator. Die Spannungsfestigkeit des Kondensators muss mindestens 10V, bei Tantal mindestens 15V betragen. Ein Elko funktioniert auch ist aber wegen seines Leckstroms nicht die erste Wahl.
    Sonst fallen mir keine Bauteile zum Tausch eiin.


    Gruss
    Norbert

  • Hallo Norbert


    Danke für die Tipps.
    Das mit den Kondensatoren tauschen werde ich ausprobieren.
    Du schreibst,das man den Operationsverstärker tauschen sollte.Wie,und vor allem wie deutlich,macht sich das klanglich bemerkbar wenn man den 709
    gegen den,auf deiner Webseite genannten,LF356 tauscht.
    Da der Verstärker nicht sonderlich warm wird,das Lautstärkepoti nicht kratzt und auch sonst alles in Ordung ist,werde ich den Rest so lassen wie er ist.
    Die Schiebepotis lassen sich zum Teil nur sehr hakelig bewegen.Kann man die irgendwie schmieren?


    Gruß Michael

  • Hallo Michael,


    die Unzulänglichkeiten des Operationsverstärkers wirken sich vornehmlich aus, wenn Du laut hoerst und ein geschultes Gehoer hast.
    Durch Intermodullationsverzerrungen werden "neue" Frequenzen im Signalgemisch erzeugt. Diese muss man dann als stoerend wahrnehmen. Vielen Menschen, wage ich zu behaupten, haben kein Gehoer dafuer.
    Viel interessanter ist eher die Stoerungesempfindlichkeit des 709.


    Gegen die schwergängigen und etwas hakelig laufenden Schiebepotis ist mir leider auch noch kein Abhilfemittel bekannnt geworden. Das Problem liegt daran, dass die Poptis beim Schieben intern verkanten und dadurch die Reibung stark zunimmt.
    Ich habe festgestellt, dass, wenn man die Achse vor dem Verkanten durch Festhalten bewahrt, sich die Potis deutlich leichter
    schieben lassen.
    Schmieren kann man die Potis mit Sicherheit, aber ich kenne kein geeignetes Schmiermittel. Es darf Kunststoffe nicht angreifen, auch ueber 20 Jahre hinweg nicht, und muss gute Gleiteigenschaften vorweisen. Ferner darf es nicht die Kohelbahn des Potis angreifen und sollte nicht stinken. ?(


    Wenn der Verstärker fehlerfrei läuft, wuerde ich ihn ebenfalls unverändert lassen. ;)


    Gruss
    Norbert

  • ... ich würde die Ruhestrompotis auf jeden Fall prüfen, auch wenn der Verstärker augenscheinlich einwandfrei funktioniert. Bei einem meiner CV120 ist mal ein Trimmer mit Vorschädigung einfach so auseinandergefallen und hat die Endstufe mit ins Grab genommen. Zu beachten ist ebenfalls, dass man die originalen Endstufentransistoren quasi nicht mehr bekommt und daher behandeln sollte wie ein rohes Ei.


    Ansonsten - volle Zustimmung. Der CV120/121 ist wie alle Dual-Geräte quasi unzerstörbar. Wir haben in den siebzigern Jugendtänze mit so einem Ding beschallt, bis die Thermosicherung rausflog - der CV120 hat es uns immer verziehen.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank


    Danke für den Hinweiß.
    Habe mir die Trimmer nochmal genau angesehen,und sie machen nicht den eindruck das sie in absehbarer Zeit auseinanderfallen.


    Gruß Michael

  • Schmieren kann man die Potis mit Sicherheit, aber ich kenne kein geeignetes Schmiermittel. Es darf Kunststoffe nicht angreifen, auch ueber 20 Jahre hinweg nicht, und muss gute Gleiteigenschaften vorweisen. Ferner darf es nicht die Kohelbahn des Potis angreifen und sollte nicht stinken. ?(

    Hallo Norbert,
    mit Kontakt 61 wird das problemlos machbar sein. Damit habe ich die Pitch-Potis meines Technics SL-1900 vor 20 Jahren das erste Mal behandelt, sie waren schwergängig und hatten Wackelkontakt. Danach hatten sie schwer Kontakt und waren wackelgängig ;-)) Ne, nur n'kleiner Scherz am Rande... es funktioniert. Muss wegen der Raucherei alle 3-5 Jahre wiederholt werden und hat weder Kohleschicht noch Plastik angefressen. Kontakt61 ist ja eigentlich ein Gleitmittel, das aber wegen seiner Reinigungswirklung auch Wackelkontakte behebt. Was besseres kann man dafür eigentlich garnicht nehmen. Der Geruch verfliegt sehr schnell.


    viele Grüße
    Horst

  • ... das habe ich schon in einem anderem Thread getan, und damit eine wilde Diskussion losgetreten. Für mich ist Kontakt 61 ein absolutes Wundermittel.


    Für Schieberegeler genauso geeignet wie zum dauerhaften Lösen von Verharzungen.


    Gruß Frank

  • Hallo Horst und Frank,


    gruen gewordene Sicherungshalteungen und Potikontakte sind mir bisher eine absolute Warnunug gewesen. Ich bilde mir auch ein, dass ich vor geraumer Zeit die Kohleschicht eines Trimmers mit Kontakt61 zerstoert habe. Daher wende ich dieses Mittel mit sehr viel Augenmass an und verzichte im Zweifelsfall auf den Einsatz von Kontakt61.
    Lange Pro- und Kontra- Diskussionen zu Kontakt61 werde ich allerdings auch nicht fuehren wollen. Ich werde vielleicht einmal weitere Versuche zur Zerstoerungswirkung von Kontakt 61 starten.
    Der Aussage, dass es Verharzungen loest, kann ich zustimmen. Ebenso ist es gut geeigent, Wärmeleitpaste zu loesen. Dies ist von Vorteil, wenn man Endtransistoren wechselt und den Kuehlkoerper nach dem Wechsel sauber wischen will oier alte, verhärtete reste beseiitigen will.
    Beim Bohren von Aluminium hilft es uebrigens auch. :D


    Gruss
    Norbert

  • Zitat von briegel

    Ich bilde mir auch ein, dass ich vor geraumer Zeit die Kohleschicht eines Trimmers mit Kontakt61 zerstoert habe.


    :huh: Anscheinend verwechselst Du das "gute" Kontakt 61 mit dem "gefährlichen" Kontakt 60 - oder?


    Gruß,
    Gerhard

  • Dann werde ich mir mal Kontakt61 besorgen,hatte die Ballistoldose schon in der Hand aber dazu gibt es ja sehr unterschiedliche Meinungen
    über die Verwendung in Potis.
    Mit Kontakt60 habe ich mal das Lautstärkepoti eines Radioweckers behandelt(und natürlich nicht mit WL gespült,wuste es damals nicht besser),
    nach kurzer Zeit war das Poti vollkommen hinüber.
    Habe die Diskussion über die verschiedenen Kontaktsprays verfolgt,und dabei gelernt,das man unter umständen mehr Schaden anrichtet
    als nötig.


    Gruß Michael

  • Kontakt 60 : Oxydlösendes aggressives Mittel, letzte Rettung für vergammelte Kontakte
    Kontakt WL: "Kontaktdusche" zum Entfernen der durch Kontakt 60 gelösten Gammelreste
    Kontakt 61: Kriechöl für elektrische Komponenten, weicht verharztes Fett dauerhaft auf, schmiert elektrische Bauteile, ohne etwas zu beschädigen.


    Wenn man diese simple Unterscheidung begriffen hat, kann man alle drei Sprays sinnvoll einsetzen. Kontakt 60 hat nur deshalb seinen miesen Ruf, weil es diese "Viel hilft viel" Sprayer gibt, die Geräte in Kontakt 60 baden, und glauben, damit etwas Gutes zu tun. Kontakt 60 sollte man halt nur dann anwenden, wenn nichts anderes mehr hilft, nur dann, wenn man sicher ist, dass der Kontakt Schuld ist, und nur tröpfchenweise durch das Sprühröhrchen. Wenn der Kontakt wieder funktioniert, sofort mit VIEEEL Kontakt WL nachspülen.


    Gruß Frank

  • Hallo Norbert,Horst und Frank


    Norbert Habe die Kondensatoren gewechselt und bin begeistert so macht das Hören,auch bei niedriger Lautstärke zu später Stunde,richtig Spaß.
    Das Dröhnen ist veschwunden,Bässe und Höhen werden,nach meinem Empfinden,auf das Passende Niveau angehoben.
    Ich frage mich warum die Orginale Abstimmung,der loudness,so"bummsig"(eine bessere Klangbeschreibung fällt mir nicht ein)sein musste.
    Den LM709 habe ich gegen den LF356 getauscht.Den Unterschied im Klang,bei höheren Lautstärken, kann ich heute heute nicht mehr Testen
    (so ich in denn Höre)aber das leise Knacken beim betätigen des Lichtschalters ist Veschwunden.


    Horst Ich habe das Lautstärkepoti mit Kontakt WL gereinigt und dann mit Kontakt 61 eingesprüht.
    Funktioniert besser wie vorher,aber nicht so soft und ruckelfrei wie an meiner Grundig 2240.


    Frank Danke nochmals für die Hinweise zu den Kontaktsprays.


    Gute Nacht.
    Michael

  • Die Loudness-Schaltung der alten Duals wie auch Grundigs, Sabas, Telefunkens usw. ist an die damaligen Lautsprecher angepasst und an die damaligen Hörgewohnheiten. Man dachte anscheinend, HiFi ist wenn's rummst und bummst. :thumbsup:

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

  • ... ich finde die Loudness-Schaltung der alten deutschen Geräte harmlos im Vergleich zu dem, was unter den Japanern als "Mega Bass", "Dynamic Turbo Boost" oder ähnlich seriös klingenden Bezeichnungen unterwegs ist. Da rummst und bummst es so richtig unerträglich.


    Gruß Frank

  • Die von Norbert vorgeschlagene geringere Loudness-Anhebung im Bassbereich (mit C14/14' = 470 nF) habe ich jetzt auch in meinem CV 120 realisiert und bin damit sehr zufrieden!

    Die original Anhebung betrug bei kleinen Lautstärken (-30 dB und weniger für 1 kHz) bei 40 Hz heftige 17,5 dB und bei 100 Hz 12 dB. Sie ist nach der Änderung bei 40 Hz nur noch 14 db und bei 100 Hz nur noch 8 dB: So ist es prima!


    Loudness-Messung CV 120 mit Eingangspegel 315 mV(rms), Vollaussteuerung, Lautstärke auf = 0 dB.



    Gruß

    Reinhard

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