Restaurierung CS 620 Q (2): Steuerplatte- u. Kondensatorwechsel

  • Jetzt bin ich auf ein Bauteil (CR 24, Fotos) gestoßen das wohl ein Kondensator ist; aber ich weiß nicht welcher Art und ich verstehe die Aufschrift nicht.


    Durch was wäre dieses Bauteil zu ersetzen? Durch 470 nanofarad = 0.47 microfarad?


    Zwischen Januar und März 1985 wurde die Steuerplatte des CS 620 Q vollkommen umgestellt (siehe Fotos).


    Fast alle Bauteile bekamen einen neuen Platz und auch die Anschlüsse BP 01 und BR 02 wurden getauscht. Der Mikrocontroller konnte jetzt eingesteckt werden und mußte nicht mehr direkt verlötet werden.


    Was ich nicht verstehe ist der CR24 (siehe Kreis im Foto): Von der Nomenklatur und der Bezeichnung „63“ (wie 63V) muß das der „Nachfolger“ des Kondensators CR 24 sein.


    Hans





  • Hi Hans !


    Der ist gekennzeichnet als 470nF / 63V Das "M" steht für das Baujahr, wenn ich mich recht entsinne.

    M wäre 1980 (da 2000, wo es das nächste Mal verwendet wurde, nicht in Frage kommt.)


    Dafür ist bei der Revision der CP10 in die "Hitzekammer" des Regler-Kühlblechs gewandert, was eher suboptimal ist.

    Interessanterweise ist bei den 610/620/630 und 2225/2235 stehts das "alte" Design im Servicemanual gelistet, wo der CR10 noch außen vor steht und wo für den CR24 noch ein 2.2µF Elko verwendet wird.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi Peter !

    Danke für die Info.
    Also werde ich einen 470nF / 63V beim Elektronikhändler meines Vertrauens um die Ecke kaufen.

    Du hast Recht:
    Ich habe mehrere Service Manuals durchgesehen und das Design wurde niemals upgedated. Und das obwohl die 2225/2235 noch bis (laut HiFi-Wiki) 1992 gebaut worden sind.

    Hans

  • Hi Hans !


    Da die höchste Spannung in dem Ding noch unter 25V liegt, kannst Du da auch bedenkenlos einen 25 oder 30 oder 50V-Typ einbauen.

    Was in der Regel aber nicht nötig ist, da die Folien- und Keramikkondis eher sehr selten kaputtgehen ... außer den selbstzerstörerischen mattschwarzen 100nF / 50V "Krümelkeks" Keramiks bei den Dualgeräten.


    Eher Sorgen würde ich mir um den Zustand des großen CP05 "Roederstein" machen.

    Die neigen dazu, sich innerlich aufzufressen und dann entweder nicht mehr zu kondensieren - oder einen massiven Kurzschluß fabrizieren - was widerum dem doofen "fusible resistor" RP05 das Lebenslicht ausbläst. Und *die* sind in dem Wert und der (mutmaßlichen) Belastbarkeit nicht mehr zu bekommen.

    Man kann den durch einen 1.8 Ohm / 0.5 W oder sowas auswechseln und die "bei Überlast durchbrennen"-Funktion einfach ignorieren.

    Dann würde ich den Dreher aber nie mehr unbeaufsichtigt über lange Zeit am Stromnetz lassen, weil der keinen Netzschalter hat und das Einzige, was ihn dann noch vor einem flammenden Inferno schützt, der 25-Ohm-PTC im Primär-Stromkreis des Trafos ist.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi Peter !

    „ ... bedenkenlos einen 25 oder 30 oder 50V-Typ einbauen ... „


    Ok, danke nochmal auch für diese Info!




    „Eher Sorgen würde ich mir um den Zustand des großen CP05 "Roederstein" machen.“


    Yep, der sieht aus als sei es noch der Originale von 1984. Ich habe schon vorgemerkt die 6 Kondensatoren (die auf dem Foto oben mit Namen genannt sind) zu tauschen. Ist in Arbeit.



    "fusible resistor“


    Jetzt hast du vorab das Thema angeschnitten das ich in den nächsten Tagen eröffnen wollte. Die Frage ist bzw. wird sein:


    „Wie ist der Stand der Dinge mit den fusible resistors?“


    Gibt es Neuigkeiten, sind die Dinger wieder verfügbar oder muß weiterhin getrickst werden?


    Mein Vorschlag wird sein – falls die Dinger in D nicht zu finden sind – einen Freund in China zu mobilisieren der mit Elektronik arbeitet.


    Zum Glück sind meine fusible resistors noch heile; aber irgendwann vielleicht nicht mehr. Sowas würde ich mir auf Vorrat anlegen.



    „Man kann den durch einen 1.8 Ohm / 0.5 W oder sowas auswechseln“


    Bei mir wird alles was Audio ist sowieso an einer Schaltsteckdose betrieben und gänzlich vom Netz getrennt wenn ich nicht da bin.


    Darüber hinaus wäre meine Frage: „Kann man die Fuse resistors nicht durch eine (nachträgliche) Sicherung an 220V direkt am Trafo im Gerät ersetzen?“



    Hans

  • Also Elkos zu tauschen ist bei so alten Geräten schon Sinnvoll. Aber einen Folien- oder Keramikkondensator nur so ohne Grund zu tauschen finde ich nicht optimal. Die Dinger haben eigendlich keinen Verschleiß, wenn sie nicht gerade ein Materialproblem wie die Entstörkondensatoren in älteren Duals haben.


    Ich würde nur die Elkos wechseln und alles andere in Ruhe lassen. Jede Lötung birgt ja auch die Gefahr einen Fehler zu machen.

    Gruß

    Rainer


    DUAL CS 601 (DMS 242E)

    DUAL CS 621 (DMS 240E, AT13Ea, AT-VM 95 ML)

    DUAL CS 721 (Yamaha MC-5/9, Ortofon M20E)

    DUAL CS 704 (Shure V15 III)

    DUAL CS 731Q (ULM 60E, ULM 68E, AT 95E/Pro, MCC120)

    DUAL CS 701/70 (Ortofon M20E)

    Shure M 95 G-LM, DL-110, DL-103, Benz Micro Gold, Pickering XV15, Technics EPC 270C, Grado Prestige XG, AT20SLa, AT OC-7

    DUAL C844

    Denon DCD-1460

    Sony DTC-57 ES

    Onkyo Tx-N808

  • Hallo Peter,

    ich habe gestern diese Kondis gekauft (Foto)

    Danke für deine Info!

    Hans



  • Hallo Hans,

    die Sicherungswiderstände gibt es noch, siehe #43 auf CS 620 Q Sicherung brennt leicht durch

    VG

    Detlef

    Hallo Detlev,


    nochmal danke für die Links!


    Ich habe inzwischen da etwas gestöbert und habe auch Sicherungswiderstände gefunden; aber nicht genau diejenigen die perfekt passen würden.

    Mehrere Widerstände in Reihe oder parallel sodaß insgesamt der richtige Wert rauskommt, ja.


    Man kann wohl nach den Ohm`schen Gesetzen die Widerstände zusammenschalten; aber geht/gilt das auch für den Fusible-Teil?


    Vielleicht habe ich einfach nicht richtig gesucht und nicht gefunden.


    Erster Schritt wäre das Wissen um die korrekte Wattzahl der damals verbauten Fusible Resistors:




    1,8 Ohm - 5% - 0,x Watt x =?


    2,7 Ohm - 5% - 0,x Watt x=?



    Das Manual hat an dieser Stelle einen Fehler/Lücke. Ist die Wattzahl inzwischen sicher bekannt? Müsste von Freaks allein anhand der Farbringe rauszukriegen sein (nein, ich bin kein Fachmann dafür).


    Falls also die Teile in D nicht aufzutreiben sind, sind meine Ansätze:

    • Den damaligen Hersteller rauskriegen und kontaktieren
    • Im Ausland (speziell China) suchen
    • Reverse Engineering (was ist da drin...)
    • Statt Sicherungen in der Steuerplatte einen vollkommen anderen Weg gehen: Den Trafo direkt in der Netzspannungsversorgung absichern wie das andere Hersteller auch machen (Bin auch hier kein Fachmann; ich sehe nur wie viele andere Geräte arbeiten). Diese Lösung ist sicherlich mit hohem Aufwand verbunden.

    Wie ist denn deine aktuelle Lösung?


    Hans


    Das ist leider in allen Manuals (von mehreren bauähnlichen Geräten) so: 0, ... und dann fehlt die Zahl nach dem Komma.


    Einmal editiert, zuletzt von Hans77 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Hans77 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Den Sicherungswiderstand würde ich nur nehmen, wenn es mit einem Bauteil passt. Das wäre dann die Originalschaltung. Wenn es eine Reihenschaltung werden muss, würde ich die Kombi aus Widerstand und Sicherung bevorzugen, weil die zumindest erprobt ist (z.B. bei mir). Dann sollte es aber kein einfacher Widerstand sein, sondern ein Metallschichtwiderstand.

  • Hi !


    Ich habe damals schon gegen die Wand geredet und riskiere es nochmal:

    Die Sicherungswiderstände sind nur deswegen notwendig, weil die Herren Inschinööre auf einen Netzschalter und eine richtige Sicherung verzichtet haben und dann der Trafo so weit abgespeckt wurde, daß die - im Fall der Fälle - auch erstmal nicht viel hilft.


    Was passiert denn da ?

    Angenommen, einer der dicken Elkos erleidet einen chemischen Zusammenbruch, der in einem Kurzschluß gipfelt. Kommt ja mal vor.

    Der Strom über die Primärwicklungen steigt und *dann* soll es den Sicherungswiderstand weghauen. Das ist der angepeilte "Worst Case".


    Weiter angenommen, das *ist* schon mal passiert und ein voriger Restaurateur hat den Kondi und den Widerstand ersetzt. Aber gegen einen "Normalen" Widerstand.

    Jetzt geht innendrin wieder was hopps und bewirkt einen Kurzschluß. Aber der Widerstand hält.

    Der Trafo erwärmt sich.

    Der vor dem Trafo liegende PTC erwärmt sich und erhöht den Widerstand.

    Eine Weile geht das gut - dann brennt vermutlich die dünnere Primärwicklung des Trafos durch.

    Mit etwas Glück wird offenes Feuer gerade so vermieden.


    Gucken wir mal ins Servicemanual.

    Da wird die Leistungsaufnahme mit 12.5 Watt angegeben. Zwölf Komma Fünf Watt !!

    Der Dual 731 mit seinen Pfeifen und Klingeln, einem diskret aufgebauten Quarzgenerator und dem LED-Idiotenmeter ist mit vier Watt Nennstromverbrauch angegeben. Wenn ich mich recht entsinne, ist der mit einer trägen 0.063A (63 mA!) Sicherung abgesichert.


    Wie kommen also die 12.5W zusammen ?

    1. ein ziemlich kleiner Trafo, etwas lose gewickelt, der im Betrieb ohnehin schon etwas wärmer wird (was den PTC bedingt, der das etwas in Grenzen halten soll - wo man nach 30+ Jahren aber auch nicht mehr sicher sein kann, daß er das wirklich tut.)

    2. eine Längsregelung im Billig-Stil mit schlechter Ökobilanz, die aus den rohen 12V der einen Spulenverschaltung die +5V für den Prozessor macht. Ich habe auf die Schnelle keine gesichten Daten finden können, was der Prozessor intern an Leistung verbrennt, denke aber mal das um 2 Watt realistisch sein sollten. Damit verballert der Regler rund 3 Watt, um aus den +12V (ca.) die +5V zu machen. Macht zusammen 5 Watt, die dauerhaft in Wärme umgesetzt werden, auch wenn das Ding "nur so rumsteht" und am Strom hängt.


    Der Motor ist einigermaßen verbrauchsgünstig. Er kommt mit ein paar Milliwatt elektrischer Leistung klar, um zumindest noch weiterzulaufen. Auch der braucht im Anlauf etwas Pulver, um den Teller in Schwung zu bringen und da muß er sich auf seinen Hauptelko abstützen. Wenn der Teller erstmal läuft, schubst er nur von Zeit zu Zeit mal mit dem Fuß etwas nach, damit die Drehzahl gehalten wird.

    Die "großen" EDS sind so auf 250 - 320mA im Anlauf begrenzt. Beim 920 liegt ein 2.7 Ohm in der Leitung der Emitter der Spulentreiber gegen Masse. Da sie an dem aber die Spannung abgreifen, um über die Ansteuerung der Hallsensoren die Leistung zu begrenzen und dort noch ein 220 Ohm Widerstand in Reihe liegt, nehme ich mal an, daß an dem Widerstand um 0.7 V abfällt. Das bringt uns auf rund 260mA Motorstrom maximal.


    Ich würde dem eine richtige Sicherung spendieren. Platz ist hinten im Chassis genug, daß man einen Einloch-Halter montieren kann, wo eine wechselbare Sicherung drinsteckt. Ich würde vorher ein paar Messungen machen:

    - Dreher an, aber Teller steht. Das ist die Leerlauf-Stromaufnahme

    - Dreher läuft an, Teller beginnt sich zu drehen. Das ist die Anlauf-Stromaufnahme

    - Dreher läuft, Teller dreht mit Nenndrehzahl, Automatik ist zu Ende gelaufen, Nadel läuft auf der Platte. Das ist die Betriebs-Stromaufnahme.


    Ich würde wetten, daß sich die erste und die dritte Messung nur marginal unterscheiden.

    Da das Ding keinen Netzschalter hat, ist die gesamte Elektronik die ganze Zeit im Betrieb und in Bereitschaft. Der Motor läuft halt eben nicht. Der entscheidende Punkt ist: wie hoch wird die Stromaufnahme im Anlauf ? Ich würde aus dem Bauch heraus annehmen, daß sich die Ruhestromaufnahme etwa verdoppelt - für einen kurzen Moment. Sagen wir von 50 auf 100 mA. Dann würde ich eine mittelträge 100mA Sicherung wählen. "Mittelträge" bedeutet, daß sie für ein oder zwei Netzphasen das doppelte ihres Absicherungswertes wegsteckt, ohne durchzubrennen. Das sollte reichen.


    Wenn es dann zu einem Kurzschluß kommt, liegt der Dauerstrom auf der Primärseite mit Sicherheit höher. Der Trafo dürfte eine Effizienz von um 80% haben und durch sein kleines Format eine deutlich erhöhte Leerlaufspannung abgeben. Solche Trafos bezeichnet man als "begrenzt kurzschlußfest". Aber leider nicht "dauerkurzschlußfest".


    ? Jemand ?


    :/

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi Micha !

    Peter, das ist Top- erklärt

    Vielleicht.


    Aber auch nicht ohne kleine Fehler.

    Bevor ich deswegen noch öffentlich hingerichtet werde:

    Angenommen, einer der dicken Elkos erleidet einen chemischen Zusammenbruch, der in einem Kurzschluß gipfelt. Kommt ja mal vor.

    Der Strom über die Primärwicklungen steigt und *dann* soll es den Sicherungswiderstand weghauen. Das ist der angepeilte "Worst Case".

    Es ist die Sekundärwicklung. Die Niederspannungsseite.

    Natürlich steigt auch der Stromfluß durch die Primärwicklung - was eine Sicherung weghauen würde, wenn da eine wäre.

    Aber im originalen Design soll der Sicherungswiderstand durchbrennen.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,



    herzlichen Dank für deine elaborierten und expliziten Erklärungen!


    Vorab eine Frage: Kennst du den Watt-Wert der hinter dem „0, „ in allen Manuals (620/630/2225/2235 etc.) fehlt?


    Mein Elektronikhändler kann mir folgende „normale“ Widerstände anbieten (alle 1,8 bzw. 2,7 Ohm und 5%):


    - 0,25W


    - 0,5W


    - 1,0W


    - 2,0W


    Du hattest in einem deiner früheren Posts „0,5W“ erwähnt; war das schon die Antwort?


    „Normale“ Widerstände und Netzschalter wäre ein gangbarer Weg wie aufgezeigt wurde. Bei mir läuft sowieso alles was Audio ist über Netzschalter; Strom gibt’s nur wenn ich wirklich Musik höre.


    Du sprichst den Trafo an. Gerade diese Trafos waren – wenn ich mich recht entsinne – vor ca. 15 Jahren negativ im Gespräch. Brumm sollten diese Dinger in den Sound reinbringen. Die Lösung damals: Die Trafos aus dem Apparat raus holen und weit außerhalb anbringen!


    Daran habe ich mich jetzt erinnert; aber in unserem Kontext hier.


    Du bist in diesem Thema tief drin und hast große Erfahrung; ich bin nur ein Amateur ohne wirkliches Elektronikwissen der sich jetzt nach vielen Jahren in den Kopf gesetzt hat Audio zu restaurieren. Und damit erst am Anfang steht.


    Welche Spannungen gibt es im Dual (bei 620)? „Leider“ drei verschiedene:


    - 5V


    - 12V


    - 20V


    Das macht meine Idee den vorhandenen originalen internen Trafo durch eine „Wall Wart“ (einen handelsüblichen Trafo außerhalb des Apparates) zu ersetzen schwierig.


    Ich habe noch mal hinten auf meinem 620Q nachgeguckt. Dort steht „11VA“ auf dem Aufkleber. Sorry für die naive Laienfrage: Kann man nicht eine „Black Box“ außerhalb des Gerätes machen mit "Netz rein – Netz raus" und innen drin nur eine Sicherung die bei „ein wenig mehr“ als 11VA auslöst?


    Frage: Hast du Kenntnis wie viele Duals wirklich schon gebrannt haben wegen diesen – vorhandenen oder nicht vorhandenen – Fusible Resistors? Ist habe schon Posts (auf anderen Sites) gesehen wo Leute sich Sorgen machten.


    Du sagst der Trafo sei eine Billig-Lösung und ich werde dir nicht widersprechen. Alles scheint billigst zu sein in diesem 620 Q. Ich entdecke zur Zeit jeden Tag neue „Billigst-Baustellen“ (aber der Sound gefällt mir sehr gut und ich bin mit den „Plastik-Dingern“ aufgewachsen).


    „Ich würde dem eine richtige Sicherung spendieren“

    Meinst du nur für den Motor oder für den ganzen Apparat? Ja, Platz ist genug.


    „PTC am Trafo“

    Ist das das Ding auf dem Foto (siehe Foto)? Macht es Sinn das zu ersetzen (falls es das einzeln gibt)?


    Ich habe deinen Text ausgedruckt und jetzt schon 2x gelesen ... und werde ihn noch weitere Male lesen müssen um alles umzusetzen.


    Work in progress ...


    Hans




    Peter, das ist Top- erklärt

    Vielen Dank dafür!!! Habe 2 620Q zum reparieren hier stehen.


    LG

    Micha

    Hallo Micha,

    gut zu wissen!
    Ich bin gerade dabei genau diesen Apparat zu restaurieren.
    Arbeitest du zur Zeit daran?

    Hans

    Einmal editiert, zuletzt von Hans77 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Hans77 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hi, Hans,

    einer ist schon fertig und in meiner Heimkinoanlage integriert. Der zweite liegt noch im Keller und wartet auf Zuwendung...


    LG

    Micha

  • Hi, Hans,

    einer ist schon fertig und in meiner Heimkinoanlage integriert. Der zweite liegt noch im Keller und wartet auf Zuwendung...


    LG

    Micha

    Hallo Micha,

    dann hast du also "frisches" Wissen?
    Das höre ich gerne.

    Darf ich darauf eventuell in den nächsten Tage zugreifen?

    Der Tonarm (Plumpslift) des 620 liegt vor mir ... und ich habe das noch nie gemacht. 500.000 Silikonöl habe ich schon gekauft ...

    Hans

  • Micha,

    keine Problematiken heißt auch keine Erfahrung mit Tonarmausbau?

    Macht nichts, ich werde noch andere Probleme haben. Ich bin mitten drin in der Restaurierung.

    Hans

  • Hi Hans !

    Vorab eine Frage: Kennst du den Watt-Wert der hinter dem „0, „ in allen Manuals (620/630/2225/2235 etc.) fehlt?

    Leider nicht.


    Das war ja der Haupt-Debattenpunkt in der "durch Widerstand und Sicherung ersetzen"-Debatte.

    Von der Bauform her würde ich auf 0.5 Watt tippen.


    „Normale“ Widerstände und Netzschalter wäre ein gangbarer Weg wie aufgezeigt wurde. Bei mir läuft sowieso alles was Audio ist über Netzschalter; Strom gibt’s nur wenn ich wirklich Musik höre.

    Das würde ich ohnehin bei Netzschalterlosen Konstrukten empfehlen.

    Die ganz alten Veteranen ohne Elektronik haben ja den Motorschalter, der das Netz trennt und fertig.

    Bei den 610/620/630 sowie den 2225/2235 mit Trafo aber ohne Hauptschalter wäre ich echt vorsichtig. Stichwort PTC.



    Welche Spannungen gibt es im Dual (bei 620)? „Leider“ drei verschiedene:


    - 5V


    - 12V


    - 20V

    Der Trafo ist ein mitten-angezapfter Typ mit - wie ich annehme 2 x 7.5 oder 8V~. Die 20 V entstehen durch eine Gleichrichterbrücke aus der Spannung *an den beiden Außenenden*. Die 12V werden vom Mittenabgriff abgenommen und die Masse liegt am Brückengleichrichter. Damit ist nur die Spannung jeweils einer Wicklungshälfte relevant, die durch die in positiver Richtung liegenden Dioden der Gleichrichterbrücke läuft (zweimal Einweggleichrichtung).

    Die +5V werden aus der rohen +12V Gleichspannung mit einem Längsregler erzeugt.


    Wenn Du einen Trafo hast, der 15V~ bei ca. 300mA abgibt, dann kannst Du die +20V mit einer Gleichrichterbrücke erzeugen und die +12V und die +5V mit den Schaltregler-Varianten der 78xx-Familie erzeugen. Die erzeugen deutlich weniger Wärmeverluste, als wenn man das mit 7812 / 7805 machen würde.


    https://www.reichelt.de/dc-dc-…ngle-7812src-p140548.html



    Du sagst der Trafo sei eine Billig-Lösung und ich werde dir nicht widersprechen. Alles scheint billigst zu sein in diesem 620 Q. Ich entdecke zur Zeit jeden Tag neue „Billigst-Baustellen“ (aber der Sound gefällt mir sehr gut und ich bin mit den „Plastik-Dingern“ aufgewachsen).

    Soundseitig kommt's drauf an, wie gut der Tonabnehmer noch ist.

    Die Ortofon-basierenden ULMs, wie das ULM65E können sehr schön klingen.


    Der Trafo ist wirklich eine Budgetlösung. Gut - ich habe schon schlimmere gesehen, aber nicht in Plattenspielern.


    „PTC am Trafo“

    Ist das das Ding auf dem Foto (siehe Foto)? Macht es Sinn das zu ersetzen (falls es das einzeln gibt)?

    Wenn Du einen frischen ergattern kannst, ist das sicher eine gute Idee.

    Er muß für 230V~ zertifiziert sein und 25 Ohm Kaltwiderstand haben. Da geht das schon los ...


    Das Material, aus dem die Dinger bestehen, altert leider und dann verändert sich der Widerstandswert *und* die Charakteristik.

    NTCs oder PTCs tendieren dazu immer widerstandsähnlicher zu werden und der Grundwert (bei ca. 20°C gemessen) verändert sich auch bei krasser Erwärmung kaum noch. Das *muß* er aber in dieser Anwendung. Ein PTC (positive temperature coefficient - "Kaltleiter") wird immer hochohmiger, je wärmer er wird. Das soll den Stromfluß drosseln. Der PTC wird einmal durch Eigenerwärmung hochohmiger und durch den Kontakt mit einem sich erwärmenden Bauteil - dem Trafo in dem Fall. Und genau *diese* Wärme tötet das Ding über die Zeit.


    Frage: Hast du Kenntnis wie viele Duals wirklich schon gebrannt haben wegen diesen – vorhandenen oder nicht vorhandenen – Fusible Resistors? Ist habe schon Posts (auf anderen Sites) gesehen wo Leute sich Sorgen machten.

    *Mir persönlich* ist kein einziger Fall bekannt, wo eins der Modelle nachweislich zu einem Brand geführt hat.


    Es ist wohl eher ein leises Sterben. Der Dreher hängt über eine Mehrfachsteckdose mit der Anlage zusammen am Strom.

    Die stetig aktive Elektronik heizt innendrin die Elkos tot, es gibt einen Kurzschluß, die Sicherungswiderstände lösen aus ... und beim nächsten Mal "Ach - wir könnten doch mal wieder eine Platte hören ... " gibt das Ding keinen Mucks mehr von sich.


    So wie wenn bei einem anderen Modell heimlich still und leise der Knalli hochgeht und die Sicherung wegreißt.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

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