CS 503-2 alternativer Motor?

  • Hallo Gemeinde,


    gibt es zum Motor DC-270 der im CS 503-2 verbaut ist einen alternativen Motor der verwendet werden kann, z.B. den DC-260, wäre der ev. kompatibel? Oder kennt jemand eine Quelle wo man den DC-270 noch beziehen kann, Dualfred hat ihn leider nicht im Programm. Dafür aber den DC-260. Und den DC-200 als "Motorset für Selbstbau", Link:


    https://www.dualfred.de/Tonarm…rset-DC200-300246-dt.html


    was ich auch noch als Möglichkeit sehe. Der müsste bezüglich Motordrehzahl und Übersetzung, Motor-Pulley Durchmesser und Sub-Tellers Durchmesser, ja passen. Und der Einbau, die Einpassung, sollte kein Problem sein, es ist genug Holz zum bearbeiten vorhanden; der 503-2 ist ja mehr oder weniger ein Brettspieler. Und nur wegen des kaputten Motors werde ich den Dreher nicht aufgeben.


    Danke schon mal für Hinweise im Voraus


    mit vielen Grüssen, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Hi Manfred,


    hey super, den Thread kannte ich bisher gar nicht. Vielen Dank! Ist genau die Info, die ich gesucht habe. So kann ich den DC-260 nicht erst nur auf gut Glück bestellen. Das der DC-200 nicht ohne Modifikation an der Zarge und Halterung passt, war mir schon klar, der ist grösser. Den Pulley beim DC-260 zu wechseln dürfte kein Problem sein und ist weniger Modifikation als an der Zarge "rumzuschnitzen".


    nochmals vielen Dank und viele Grüsse aus der südlichen Nachbarschaft Freiburg, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Tja, scheint doch nicht so einfach wie erhofft.


    Der Pulley scheint auf/an die Motorachse geklebt zu sein, ich bekomme ihn jedenfalls nicht runter ohne den Motor weiter zu beschädigen. Die DC Motoren scheinen als Wegwerfmotoren konzipiert zu sein, so wie Einwegfeuerzeuge. Leider keine beschädigungsfreie Zerlegung möglich, somit nur sehr eingeschränkte Reparatur und Modifikation machbar. Das Motorgehäuse (die Dose) zu öffnen und die Platine ab zu löten geht noch, dann ist aber Schluss. Unter der Platine befindet sich ein weiterer runder Deckel in den das untere Lager des Motors eingepresst und ein runder Magnetring fixiert ist. Zudem gehen die beiden haarfeinen Spulendrähte des Motors an zwei Kunststoff-Sockel die ebenfalls an diesem Deckel fixiert sind. Entfernt man diesen Deckel, reissen die Drähtchen ab und der Motor ist damit auf jeden Fall endgültig hin! Die ganze Achse mitsamt Pulley und Stator zu tauschen geht auch deshalb schon nicht, weil der Pulley im Durchmesser minimal grösser als das obere Loch der Motordose ist, man somit die Achse samt Pulley gar nicht nach unten aus der Motordose heraus nehmen kann. Der Pulley muss bei der Produktion erst ganz zum Schluss auf die Achse des komplett fertig zusammen gebauten Motors geklebt worden sein. Ich hatte gehofft, der Pulley ist auf die Achse aufgeschraubt.

    Die Pulleys zu tauschen sehe ich nur noch als rein theoretische Option, für mich aber nicht machbar.


    In dem von Manfred verlinkten Thread schreibt Alfred:

    Zitat

    "der DC260 (normalerweise im CST100) hat ein Pulley mit anderer Bauhöhe und passt nicht direkt im 503-2."

    wie ist "mit anderer Bauhöhe" gemeint, ist das nur auf den Pulley bezogen, dann bräuchte man ja eigentlich nur einen breiteren Riemen. Oder ist die Motorachse länger, der Pulley sitzt also höher. Dann wäre nur ein Pulley Tausch aber nicht ausreichend. Es müsste noch die Motorachse gekürzt werden, der Motor tiefer gelegt oder die Stahlplatine des Dreher höher gelegt werden.


    Hmm, Fragen über Fragen... vieleicht sollte ich den DC-260 einfach mal bestellen und dann sehen was geht :/


    viele Grüsse, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Moin,


    hast Du den Pulley mal heiß gemacht? Dadurch könnte sich ggf. der Kleber lösen und sich dadurch der Pulley abziehen lassen.

    Beste Grüße


    Günther



    "Listen to the music"

    Derzeit am Start: Dual CS 704 mit X-5 MC von Jo, CS 701.1 mit Panasonic EPC270 und BD oder AT 3200XE, 491 mit M75D und Stylus Company N75ED; Yamaha C-4 Vorstufe, TPA 3255 Class D Endstufe, Philips CD 460, Eigenbau-LS;

    vor der "Werkstatt": 2x 731Q mit Automatikproblemen, Philips CD 303;
    Abzugeben: 1010S Chassis zum herrichten, i-Supra Phono-VV, Denon PMA-250 III, 2-3 Paar Eigenbau-Lautsprecher und noch mehr...

  • Hallo Thomas,


    ja, leider sind die Antriebsrollen auf der Motorachse aufgeklebt. Die Antriebsrolle sitzt beim DC260 sehr tief. Man muss die Antriebsrolle wirklich gegen eine hohe Rolle (z.B. vom DC205) austauschen. Diese Antriebsrollen bauen deutlich höher und wirken wie eine Achsverlängerung.


    Man kann die Antriebsrolle lösen, indem man einen feinen Lötkolben in das obere Loch der Antriebsrolle hält, bis der Kleber weich wird. Dabei muss man permanent leichten Zug auf die Antriebsrolle ausüben, damit man den Zeitpunkt frühzeitig erfasst. Erhitzt man die Antriebsrolle zu lange, kriecht die Hitze über die Motorwelle in den Motor und kann dort irreparablen Schaden anrichten.


    Gruß Alfred

  • Hallo Alfred,


    danke für die Infos.

    Diese Antriebsrollen bauen deutlich höher und wirken wie eine Achsverlängerung.

    dann sollte es doch auch möglich sein den Motor höher zu setzen. Ich werde mal einen DC-260 bestellen und mir das ganze genau anschauen und sehen was machbar ist. Ich finde bestimmt einen Weg und werde berichten. ;)


    viele Grüsse, Thomas :)

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    Einmal editiert, zuletzt von tomtom ()

  • Hallo an alle interessierten,


    der Umbau ist erfolgreich vollbracht. Der DC-260 ist im 503-2 problemlos verwendbar. DC-260 und DC-270 sind die gleichen Motoren, sie unterscheiden sich lediglich in der Länge/Höhe der Motorachse/Antriebsrolle. Der DC-270 wird normalerweise an der dreibeinigen Halterung von unten in Gummi gelagert aufgehängt. Motorachse mit Antriebsrolle guckt oben aus dem Dreibein raus, siehe Bilder:


     

    DC-260


    Da aber beim DC-260 wegen der kürzeren Motorachse die Antriebsrolle ca. 1cm tiefer liegt, würde sie bei gleicher Montage wie DC-270 nicht hoch genug sein, der Antriebsriemen würde auf dem Dreibein schleifen. Also musste ich die Gummilager oben weglassen und den Motor direkt von unten an das Dreibein schrauben, so passt es, der Pulley/die Antriebsrolle steht weit genug aus dem Dreibein raus damit nix mehr schleift. Wenn ich kürzere Schrauben gehabt hätte, hätte ich auch auf das Unterlegscheiben Paket unter jeder Schraube verzichten können (siehe Fotos). Das Gewinde, die Länge der drei Motorbefestigungsschrauben darf nur max. ca. 3mm lang sein, sonst drehen sie zu tief ins Motorgehäuse rein. Das Dreibein ist mit den Entkopplungsgummis mit denen der DC-270 normalerweise oben am Dreibein aufgehängt ist, jetzt unten auf der Zarge verschraubt (siehe Bilder). So ist die Entkopplung wieder gegeben, auch die gesamt Höhe stimmt wieder.



    So modifiziert kann der DC-260 als Ersatz für den DC-270 jedenfalls ohne weiteres verwendet werden, der Um- und Einbau dauerte ca. 2,5 Std.

    Hier noch ein Foto vom fertigen Umbau, alle Kabel wieder angelötet, es fehlen nur noch der Teller und der Tonkopf. Jetzt läuft mein 503-2 wieder so gut und ruhig wie vorher. :)



    viele Grüsse, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Schön, dass das dann doch relativ einfach zu lösen war.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Hallo,


    noch als Ergänzung, warum Dual als Stromversorgung ein Steckernetzteil mit exotischen DC 10,5V dem 503-2 verpasst hatte ist mir bis heute ein Rätsel. Der 503-2 läuft bei mir schon seit inzwischen über 15 Jahren mit üblichen stabilisierten 12V DC ohne jegliche Probleme, auch mit dem jetzt neuen DC-260! Wer ein kaputtes oder kein Netzteil mehr für seinen 503-2 hat, der kann im Prinzip jedes handelsüblich stabilisierte 12V DC Steckernetzteil als Ersatz verwenden.


    viele Grüsse, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Thomas: Wahrscheinlich weil's gerade passend schien. Will meinen, diese einfachen, ungeregelten Netzteilchen sind ja von der Ausgangsspannung her eher weich, in dem Sinne, dass die tatsächliche Ausgangsspannung davon abhängt, wieviel Strom das damit betriebene Gerät zieht. Insofern ist die nominelle Ausgangsspannung da in Verbindung mit der nominellen Stromstärke zu sehen und insofern auch innerhalb eines gewissen Rahmens einigermaßen beliebig.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Hallo Manfred,

    Wahrscheinlich weil's gerade passend schien.

    glaub ich weniger. Der 503-1 hatte noch kein externes Steckernetzteil, der hat sein Netzteil noch integriert. Und das gibt ebenfalls 10,5V stabilisierte DC aus und versorgt auch nur den Motor. Ansonsten haben die Dreher ja keinerlei weitere Elektronik die eine Stromversorgung bräuchte. Die Werte wurden dann beim 503-2 einfach so übernommen. Ich vermute dazu kamen hierbei eher noch verkaufsstrategische Überlegungen; der "normale" Kunde/Käufer, der wohl eher elektronischer Laie ist, sollte bei Bedarf als Ersatz das zum Dreher gehörende vom Hersteller (der 503 wurde bereits von Thomson produziert, nicht mehr von Dual) angebotene Ersatzteil kaufen, und nicht in Versuchung geraten ein beliebiges oftmals preisgünstigeres Ersatznetzteil zu kaufen. Und versucht mal ein 10,5V Steckernetzteil zu bekommen... :(


    Ein original Dual Ersatzteil/Netzteil bekommt man heutzutage sowieso nicht mehr.


    Bleibt also nur Selbstbau oder 12V.


    viele Grüsse, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Thomas: Bist Du Dir denn sicher, dass das originale Netzteil tatsächlich ein geregeltes war? Und Ersatz wär bis vor einigen Jahren noch kein großes Problem gewesen, denn bis dahin gab's die guten, kleinen, geregelten Ebros mit stufenlos einstellbarer Ausgangsspannung noch neu zu kaufen.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Hallo


    Da gab's dann noch die Dual mit Wechselspannung aus dem Netzteil. Das ist auch lustig da was zu finden. Und nicht zu vergessen die "Nobeldreher" von Thorens mit ich glaube 16Volt. Die 12Volt sind schon praktischer. Man denke nur an den Wohnwagen und die Solaranlage <X<X<X

  • Hallo Manfred,

    Bist Du Dir denn sicher, dass das originale Netzteil tatsächlich ein geregeltes war?

    nicht "geregelt" sondern stabilisiert. Oder verstehe ich jetzt was miss? Das original Netzteil hatte stabilisierte Festspannung von 10,5V, die konnte man nicht regeln. Hier mal der Schaltplan vom Netzteil des 503-1:

    da sind am Ausgang 10,4V angegeben, auf dem Steckernetzteil vom 503-2 stand aufgedruckt: "stabilisiert DC 10,5V". Die 0,1V Unterschied zum Schaltplan sind geschenkt ;)


    @- Wolfgang, stimmt 12V sind weitaus praktischer, praxisorientierter.


    So nebenbei erwähnt, heut Nachmittag hab ich mal das Shure M95 und V15IV am 503-2 gegeneinander verglichen, gehört am Rotel RX-802 mit T+A Triton TS2E. Beide Systeme mit der selben Nadel, Jico VN45 SAS an Bor-Nadelträger. Ich finde beide etwa gleich gut, rein tonal konnte ich keinen Unterschied feststellen. Das V15 spielt minimal filigraner als das M95, dafür spielt das M95 etwas dynamischer. Es wirkt lebendiger und druckvoller, das V15 wirkt auf mich dagegen etwa wie ein eher etwas langweiliger Schöngeist, "lebloser". Am Schluss dann wieder das Elac EMM170 mit nacktem Shibata Diamant (D655-D4 Nadeleinschub) montiert. Tja, da mussten sich die beiden Shures an dem Dreher doch wieder geschlagen geben, das Elac vereint beide positiven Eigenschaften der Shures, die Dynamik und Lebendigkeit des M95 mit dem Filigranen des V15IV. Es wirkt auf mich "echter", natürlicher. Ich bin offenbar ein unverbesserlicher Elac TAs Fan. :D;)


    Die Unterschiede sind trotzdem nur marginal, alle drei sind hervorragende Systeme :thumbup: ... und reine Geschmackssache.


    viele Grüsse, Thomas :)

    „back to the roots“

  • Thomas: Ich benutz an der Stelle "geregelt" und "stabilisiert" synonymisch - zumal ich davon ausgegangen wär, dass man bei Friwo für ein geregeltes/stabilisiertes Modell mit einem solch "krummen Wert" wahrscheinlich einfach 'nen LM317(L) genutzt hätte, also einen einstellbaren Spannungsregler.


    Und dass das originale Netzteil stabilisiert/geregelt war, wusst ich nicht - denn ich dachte, das wär jenes FW1099 gewesen, das man zum Beispiel dort sehen kann: https://www.popscreen.com/prod…5-995-CS-5032-Hohlstecker Und von diesem Bild her war für mich auf dem Typenschild keine Angabe zu erkennen, dass es sich um ein stabilisiertes Model handeln würd.


    Inzwischen hab ich allerdings entdeckt, dass es drüben auf VE tatsächlich ein Service-Manual zum 503-2 gibt - und das enthält auch einen Schaltplan zum Netzteil, wenn auch keinen sonderlich genauen. Aber danach sieht's jedenfalls so aus, als wär das tatsächlich ein geregeltes/stabilisiertes Modell. Da war Dual also in der Tat weniger knickrig als beim 450/455.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

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