Vergleichstest Ortofon M20E und Shure V15-Typ III

  • Moin,


    ich habe in den letzten Tagen des Öfteren die eingangs erwähnten TA's gegeneinander probegehört. Die gleichen Platten abwechselnd mit dem einen, einmal dem anderen TA.
    Mir persönlich kommt es so vor, als würde das Ortofon etwas mehr die Bässe betonen.
    Heute habe ich mal die dhfi 2 Meßplatte zur Hand genommen und mit beiden TA's Punkt 8. "Prüfung oder Messung des Frequenzgangs mittels Festfrequenzen(A-Seite, 1. und 2. Band)" per digitalem Audiorecording aufgenommen. (44 Khz, 16-bit)
    Ich wollte einfach nur wissen, ob ich da visuell eine Erklärung bekomme.
    Hier die Ergebnisse:



    Ich habe im Folgenden diese beiden Wellen überlagert und das ergibt dies:


    Es werden die Amplituden angezeigt.


    Rein Optisch sieht die Ortofon-Welle schöner aus.


    Die Überlagerung zeigt auch, daß das Ortofon den Bassbereich etwas betont. Sowas höre ich. :D


    Irgendwelche Experten hier, die da weiteres Wissen beisteuern können?


    Gruß,
    Dirk

    "Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn... Mein Gott, wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn?........“
    Wilhelm Bendow und Paul Morgan


    Marantz 2270 • Dual 701 (Ortofon M20E) • Dual 1219 (Shure V15-III) • Marantz 5220 • Marantz CD-38 • B&W dm-2/a

  • Weder bin ein Experte und kann folglich kein Wissen beisteuern, noch habe oder werde ich jemals Vinyl digitalisieren:
    Doch mein rein analoger, subjektiver Eindruck bestätigt deine Computermessungen. ;)
    Gute Stonerscheiben gehen sehr gut mit dem M20E.

  • Hallo Dirk,
    es ist nicht immer möglich, den Höreindruck auch meßtechnisch nachzuvollziehen. Die Hörkette und insbesondere das letzte Glied darin, das Hirn des Zuhörers, hat doch ziemlichen Einfluß auf die Wahrnehmung.
    Mit der dh fi Nr2 habe ich noch nicht gearbeitet, aber es sieht so aus, aus ob die drei Teilbänder unterschiedlich hoch ausgesteuert sind. Es gibt bestimmt Gründe dafür, aber ein durchgehender Sweep scheint mir für solche Vergleiche besser geeignet.
    Was in den Plots auffällt sind die deutlich stärkeren Störimpulse beim V15III. Würde ich so nicht erwarten.
    Hast du noch irgendwo einen sauberen Sinuston auf einer Testplatte zur Überprüfung der Systeme?
    Bei einer Analyse einer Aufnahme mit der RMAA-Software kann man die Oberwellen (= Klirr) schön sehen.
    Schöne Grüße
    Günter

    Hört abwechselnd mit Dual 701, 721, 606, Nordmende RP1400, Lenco L75. Aktuell nur digital über Sonos ZP90
    Suche verschlissene oder abgebrochene Nadel für AT-100E, AT-120E, AT-120Eb, AT-440Mla AT-440MLb, AT-150MLX, AT150SA

  • Nach meinem Eindruck klingt dasShure V15 dünner und steriler, als die Shure M75 "Familie". Ich habe es nur mit einer Ersatznadel gehört - aber wirklich angenehm war mir der Klang nicht.


    Insoferne wird an Deinem Höreindruck wohl etwas dran sein.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Nach meinem Eindruck klingt dasShure V15 dünner und steriler, als die Shure M75 "Familie". Ich habe es nur mit einer Ersatznadel gehört - aber wirklich angenehm war mir der Klang nicht.

    Sorry, aber bis auf die eigene Empfindung ist das wenig belastbar bzgl. des V15.


    Denn
    1. löst das feiner auf als die Einstiegsklasse M75
    2. auch aufgrund der elliptischen Nadel gegenüber der normalerweise eingesetzten Rundnadel beim M75 (ja, es gibt auch andere Nadeln dafür)
    3. verändern Ersatz- = Nachbaunadeln den Klangeindruck. Der muss nicht schlecht sein, ist aber nicht "original".


    In summa mag dann dünn und steril dabei rauskommen, aber inwieweit das einem V15 gut in Schuss entspricht, ist eine andere Frage.


    Ach ja, mir hat das IIIer auch nie gefallen. Aber ich habe auch nie eine vernünftige Nadel dafür gehabt. ;)

    Viele Grüße


    Jochen

  • aber inwieweit das einem V15 gut in Schuss entspricht, ist eine andere Frage.

    Vor Jahren gefiel mir das V15III überhaupt nicht und ich habe alle NOS Nadeln verkloppt. Später habe ich dann ein wenig mehr über die evtl. zu niedrigen Kapazitätswerte (400-500pF) und den anscheinend gekürzten Strippen des PS nachgedacht und mich über die Strippenlänge herangestastet.Das Ergebnis war nun viel runder, satter, seidiger. Ein schönes Allroundsystem. Auch hatte ich noch keinen einzigen Generatorausfall bei mittlerweile einigen V15III und M95 TAs.

  • Hallo,


    danke schon mal für die bisherigen Antworten.


    Mit der dh fi Nr2 habe ich noch nicht gearbeitet, aber es sieht so aus, aus ob die drei Teilbänder unterschiedlich hoch ausgesteuert sind. Es gibt bestimmt Gründe dafür, aber ein durchgehender Sweep scheint mir für solche Vergleiche besser geeignet.

    Ja, ich vergaß es zu sagen.;-)
    20-11 KHz. sind -16 db und 10Khz. - 20 Hz. sind -10 db



    Was in den Plots auffällt sind die deutlich stärkeren Störimpulse beim V15III. Würde ich so nicht erwarten.
    Hast du noch irgendwo einen sauberen Sinuston auf einer Testplatte zur Überprüfung der Systeme?

    Es gibt auf der dhfi2-Meßplatte einen Abtasttest. Mit dem habe ich die jeweiligen Auflagekräfte beider Systeme eingestellt.
    (Sind das die Sinustöne die Du meinst?)
    Ich zitiere vom Plattencover: "Als optimale Auflagekraft kann diejenige angesehen werden, bei der die 50µ-Amplituden horizontal und vertikal sauber abgetastet werden." (ZITAT ENDE)
    Diese Auflagekräfte habe ich ermittelt:
    Shure V15 Typ III: 0,7 p
    Ortofon M20E: 0,9 p


    Die andere Testplatte die ich besitze ist die "Praktikum der Hifi-Stereo-Technik" (Deutsche Grammophongesellschaft)


    Hatte mit meiner Tochter (8 Jahre alt) übrigens letzten Freitag zusammen auf beiden Systemen den Frequenztest angehört. Auffällig war, daß beim Ortofon meine Tochter 19 Khz. gehört hat und ich 13 Khz. , beim Shure dagegen jeweils erst ab 18 bzw. 12.
    Momentan bin ich in Richtung Ortofon am Pendeln...


    Ich selbst bin 47 Jahre alt und war 30 Jahre als Hobbymusiker(Gitarre) in Rockbands unterwegs.
    Nach abertausenden Proben und etwa 500 Auftritten insgesamt könnte es um mein Gehör auch deutlich schlechter bestellt sein als 13 Khz. ;-)
    Da bin ich wirklich heilfroh darüber!
    Zudem hat das Musikmachen meine Ohren anders geschult. Ich höre sehr genaue Details heraus. Ich weiß' nun mal, wie sich das Originalsignal anhört. Auf Tonträgern aller Art wird versucht, das Originalsignal möglichst getreu wiederzugeben.
    Ich selbst bin ein Anhänger der analogen Wiedergabe auf Vinyl, weil der in meinen Ohren am nächsten am Original dran ist.
    Bevor hier wieder Vinyl/CD-Diskussionen aufkeimen: Das ist natürlich rein subjektiv... :D


    Wenn ich meine "üblichen" Testplatten (Dire Straits 1, Pink Floyd DSOTM, Shadows "Little B") auf beiden Systemen quergehört habe, schreibe ich hier einen subjektiven Hörbericht rein. :)


    Gruß,
    Dirk

    "Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn... Mein Gott, wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn?........“
    Wilhelm Bendow und Paul Morgan


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  • Dirk,


    Sinustöne wirken anders auf die Ohren als eine Symphonie. Deswegen würde ich das Hörvermögen nicht allein an den Sinussen festmachen. Und gerade als Musiker würde ich mich nicht allein am Kriterium Auflösung entlang hangeln. Tonalität ist für mich ebenso wichtig. Und zumindest meine Ohren haben da ein Problem mit den kleinen Ortofons. Aber auch das ist rein subjektiv. ;)

    Viele Grüße


    Jochen

  • Aber auch das ist rein subjektiv.

    Eben! :D


    Ich wollte auch nur eine visuelle Bestätigung meines Höreindrucks haben.
    Immerhin kann ich dann sehen, was ich nicht mehr hören kann. ;)


    Diese von mir genutzte dhfi 2-Testplatte kenne ich seit meiner eigenen Kindheit. Mein Vater besitzt die heute noch. Vor etwa 15 Jahren habe ich meine Platte zufälligerweise auf einem kleinen Flohmarkt sehr günstig erworben.
    Um Plattenspieler optimal einzustellen sind solche Testplatten unverzichtbar.


    Gruß,
    Dirk

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  • 1. löst das feiner auf als die Einstiegsklasse M75

    - Die M75-Familie war keine "Einstiegsklasse", sondern Originalausrüstung zB. beim 1219.


    - Ich verwende original-elliptische Shure-Nadeln.


    - Seit ich einen Marantz-Receiver verwende bin ich platt, welch feine Auflösung mit so einem alten Shure erzielt werden kann.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Die M75-Familie war keine "Einstiegsklasse", sondern Originalausrüstung zB. beim 1219.

    Na schön, je nach zeitlichem Umfeld. Verglichen mit M95 und V15 aber schon. Dass dat olle Dings gut klingt, ist ansonsten unbestritten.

    Viele Grüße


    Jochen

  • Hallo,


    ich höre schon seit 2 Stunden ein bißchen Querbeet meine Lieblingsplatten zum Testen. Die "Van Halen II" klingt mit dem Ortofon in meinen Ohren deutlich fetter als mit dem Shure. Das Shure dagegen zeichnet etwas feiner in den Höhen.
    Gleiches Ergebnis bei der "Dire Straits 1". Ebenso Abba "Gimme! Gimme! Gimme!".
    Und das Finale bildete das Lied "Watch Out" von Fleetwood Mac.


    Mein persönlicher Sieger steht nun fest: Das Ortonfon M20E ! :)


    Speziell "Watch Out" hat mich zu dem Entschluß gebracht. Der Klang kommt da dermassen "echt" rüber meine alten B&W-Boxen, als würde ich im Proberaum stehen.
    Augen zu und dann fehlt nur noch der Proberaum-Geruch zum ultimativen Klangerlebnis. (Ein Proberaum-Geruch ist in etwa wie der Geruch in einem Hochhaus-Fahrstuhl.)


    Seit etwa 12 Jahren liebe ich das Shure-System, aber jetzt wurde es leider getoppt. ;(


    Nein, nicht schlimm. ;)
    Habe nur die Systeme getauscht. Mein Receiver hat ja 2x Phono.


    Gruß,
    Dirk

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    Marantz 2270 • Dual 701 (Ortofon M20E) • Dual 1219 (Shure V15-III) • Marantz 5220 • Marantz CD-38 • B&W dm-2/a

  • (Ein Proberaum-Geruch ist in etwa wie der Geruch in einem Hochhaus-Fahrstuhl.)

    Ab und wann die Bier und Rotwein geschwängerten Teppiche ersetzen und kurz durchputzen dann geht das wieder für einige Monate :D

    Vernünftig ist wie tot. Nur vorher.

  • Leg doch mal Jazz oder Klassik auf...

    Ja klar!
    Klassik und Jazz lege ich ab heute zukünftig auf dem 1219(Shure) auf. Der 701 darf in Zukunft das Ortofon für die härteren Sachen tragen. :D


    Vor zwei Jahren hatte ich mit Beethoven' "Pastorale" eine Schwingspule bei einem Lautsprecher gehimmelt. Die Platte lief über das Shure-System.
    War schon sehr laut. Knapp 300 Einwohner konnten nachts um 1 Uhr mithören. War in den nächsten Tagen "kleines Dorfgespräch".


    Soviel aus der Provinz. ^^


    Gruß,
    Dirk

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  • Heiliger Bimbam. Wenn das der Beethoven wüsste. :D Das muss man erstmal hinbekommen. Aber da kann man wieder sehen, dass eine Musikanlage nicht mit einem Orchester zu verwechseln ist...

    Viele Grüße


    Jochen

  • Ab und wann die Bier und Rotwein geschwängerten Teppiche ersetzen und kurz durchputzen dann geht das wieder für einige Monate

    Rotwein gab's bei uns nicht. Bier war der Treibstoff. ;)
    Teppiche austauschen wäre schwierig geworden. Es handelte sich um einen ehemaligen Schweinestall. Da zieht der Geruch immer wieder hoch.
    Ich bin erst vor Kurzem nach 20 Jahren als Gründer aus der Band ausgestiegen. Die Band hat sich direkt danach aufgelöst. ;(


    Ach egal...


    Habe heute mit dem Ortofon richtig geil Musik gehört und bin glücklich! Das ist für mich die Hauptsache. :)
    (Wobei ich ständig das Shure gegengehört habe; auch meine 8-jährige Tochter findet den Gesamtklang vom Ortofon besser.)
    Da ist einfach mehr Wumms dahinter.


    Gruß,
    Dirk

    "Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn... Mein Gott, wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn?........“
    Wilhelm Bendow und Paul Morgan


    Marantz 2270 • Dual 701 (Ortofon M20E) • Dual 1219 (Shure V15-III) • Marantz 5220 • Marantz CD-38 • B&W dm-2/a

  • Mist. Wieder einer mehr der einem die Nadeln weg kauft ^^


    Ulli

  • Hallo Dirk,
    vielleicht könnte das V15III doch etwas mehr Auflagekraft vertragen, aber wenn du mit dem M20E glücklich bist, ist es ja gut.
    Für Rock/Pop gefiel mir das M20E auf dem 721 auch mal ziemlich gut, für Klassik hatte ich damals das V15III mit einer NOS-HE-Nadel bevorzugt.
    Schöne Grüße
    Günter

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  • Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich man hört.
    Das M20E ist für mich zwar ein Allrounder aber ab und zu weiche ich doch aus, aber gerade
    bei Klassik ist das für mich allererste Wahl.


    Ulli

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