Reanimation Elac PV8 - Phono- Vorverstärker

  • Hallo,



    In einem von mir erstandenen Miraphon 17H- Plattenspieler war im Inneren ein alter Phono- Vorverstärker montiert. Der 17H ist innen an der Zarge mit einem Datum versehen. Hier wird 24/63 angegeben. Somit sollte der Phono- Vorverstärker ebenfalls aus den Anfängen der 60er Jahre stammen. Nach einer kurzen Funktionsüberprüfung mit dem verbauten STS222- Tonabnehmer, musste ich leider feststellen dass ein Kanal des Phono- Vorverstärkers nicht mehr funktionierte.



    Der Phono Vorverstärker ist mit PV8 gekennzeichnet. Nach meinen Informationen, die ich mir im Netz zusammen gesucht habe, scheint es unterschiedliche Versionen geben. Zum Einsatz kamen damals unterschiedliche Germanium- Transistoren. Bei meinem Modell handelt es sich um einen PV8C . Hier sind keine OC75- Germanium-Transistoren verbaut, sondern OC 306/3. Auch sind entsprechend andere Kondensatoren verbaut.


    Nach einiger Recherche im WWW fand ich einen Passenden Schaltplan. Hierzu noch einmal Vielen Dank an Kai!



    Nach einigen Hinweisen und der (wieder einmal) kompetenten Hilfe von Peter (wacholder), kristallisierte sich ein Defekt von mindestens einem Transistors heraus. Dieses war sogar optisch, durch Verfärbung des Gehäuses, schon zu erkennen.




    Da unser Peter hier unser wandelndes Elektro- Lexikon ist, und auch zum Glück eine "kleines" Lager an diversen Teilen sein eigen nennen kann, suchte er mir ein paar passendende Transistoren heraus.



    Diese sind heute bei mir eingetroffen. Hierfür nochmals vielen Dank Peter! :thumbsup:



    Da die Elkos auch nicht mehr die frischesten waren, immerhin hatten sie schon über 50 Jahre auf dem Buckel, entschied ich mich dazu diese auch zu ersetzen. In diesem Zuge habe ich mir auch die Mühe gemacht und die Widerstände einseitig ausgelötet und deren Werte überprüft. Die gemessenen Werte waren mir teilweise zu weit von den Soll- Werten weg. Also entschied ich mich einen Rundumschlag zu tätigen.



    Nun werden hier im Forum wieder einige Aufheulen und "Austausch- Wahn" oder "vollkommen unnötig" rufen, oder mir gar Stil- Bruch vorwerfen. :P:D Der Dreher soll ja mit dem PV8 hier regelmäßig zum Einsatz kommen. Also nenne ich es einmal so: Für den alltäglichen Gebrauch modifiziert. ;) Er soll funktionieren und machen für was er gebaut wurde. Und das möglichst sicher und zuverlässig.


    Metallschicht- Widerstände ersetzten die alten, die alten Keramik- Röhren Kondensatoren wurden gegen "moderne" Folien- Kondensatoren getauscht. Also bekam die Platine eine (fast) vollständige Neu- Bestückung verpasst. Original blieben lediglich der Transformator und ein NTC. Die Transistoren, welche Peter mir netterweise zugesandt hatte, wurden ebenfalls eingelötet.



    Vorher:




    Nachher:





    Teile:







    Die großen Papier- Kondensatoren waren ebenfalls noch im Miraphon verbaut. Auch sie wurden gegen modernere Ausführungen ausgetauscht.



    Also wurde die vorrübergehenden Überbrückungen wieder entfernt und der PV8 eingeschoben und festgeschraubt. Dann dass Chassis wieder in die Zarge gesteckt und alles angeschlossen.


    Tarraaaaaaa! Beide Kanäle funktionieren wieder einwandfrei!







    Klanglich kann ich momentan noch nicht so viel dazu schreiben, da werde ich mich in Ruhe noch einmal hinsetzen und lauschen.



    Was aber auf jeden Fall schon feststeht: Das STS222 rockt mit dem PV8 richtig die Bude. Druck im Bass*, saubere Mitten und recht sanfte aber sehr klare Höhen.




    *EDIT: Der Bass ist zwar da, aber doch sehr verhalten. Zum Vergleich hatte ich den PV8 ausgebaut und das System direkt an meinem CV 1600 gehört. Da zeigt das STS was in ihm steckt - mit PV8 eher ausgebremst.

  • das hat sich doch gelohnt. So einen Elac würde ich direkt auch noch mal testen wollen. wirklich schön die Kiste und wenn es dann auch noch klingt... ich kann mich nur immer wieder in den Ar.... beissen, dass ich mein STS240 damals verkloppt hatte.

    VG
    Kai




  • Hallo Kai,


    das hat sich doch gelohnt.


    Das sehe ich auch so. Klangmäßig muss ich mir da mal in Ruhe meine Lieblingsscheiben drauf legen. Dann kann ich zumindest zum VV eventuell etwas mehr schreiben.



    So einen Elac würde ich direkt auch noch mal testen wollen. wirklich schön die Kiste und wenn es dann auch noch klingt.


    Kann ich Dir auch empfehlen. Teste mal!


    Ich hatte ja schon den einen oder anderen Dreher bei mir. Von Elac einen 50H, einen 50H2 und Miracord 46. Die durften alle wieder gehen. Ich mag die eckigen Tonarme einfach nicht. Auch war die Automatik bei denen sehr "zappelig". Das gefiel mir nicht.


    Dann kam mein Miraphon 20 mit diesem tollen (Zusatz-) Tonarmlift. Der Tonarm sieht brutal und grobschlächtig aus, ist aber zum einen nicht viereckig und zum anderen macht er seinen Job sehr gut. Ich finde den als Voll- Automaten mit dem Tonarmlift richtig klasse.


    Ich lag schon länger auf der Lauer nach einem Miraphon mit dem "Chrom-Arm". Der ist ja an verschiedenen Elac zu finden (18H, 17H, 10H). Ich hatte die Hoffnung auf ein bezahlbares Exemplar bereits aufgegeben. Durch einen Zufall kam dann halt der 17H dann doch ins Haus. Leider keine Automatik, aber zumindest eine Endabschaltung. Das reicht mir.


    Geräte wo nicht mindestens eine Endabschaltung montiert ist, haben es bei mir sehr schwer.


    ich kann mich nur immer wieder in den Ar.... beissen, dass ich mein STS240 damals verkloppt hatte.


    So ist es im Leben. Manchmal verliert man, manchmal gewinnt der andere. :P:D

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    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hi Maico !


    Die ganz Dreisten würden jetzt den ausgelöteten Brösel im Internet als "VIntage Phono-Preamp Components" verticken ...
    :D


    Sieht gut aus das Ding. Auch wieder ein klassischer Vier-Transistoren-VV, der eine überschaubare Anzahl Komponenten hat.
    Ggf. für Nachbauer geeignet, die zu einem Ge-Transistor- oder Röhren-Amp noch einen passenden VV suchen.


    Bin mal gespannt, wie Dir der Sound nach einer gewissen Ohren-Kalibrierungsphase gefällt. Das Klangbild wird sich sicher von anderen VV's deutlich unterscheiden. MIt den neuen Bauteilen dürfte er eigentlich nicht mehr oder auffälliger rauschen, als vergleichbare IC- oder Si-Transistor-Kisten. Außer den ganz super-low-noise gezüchteten Dingern natürlich.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    Die ganz Dreisten würden jetzt den ausgelöteten Brösel im Internet als "VIntage Phono-Preamp Components" verticken ...


    Haha. Na klar - und dann noch blumig hinschreiben wie toll das alles ist. Sachen gibt es ...... :S



    Auch wieder ein klassischer Vier-Transistoren-VV, der eine überschaubare Anzahl Komponenten hat.


    Ja, so viel ist da ja nicht verbaut. Wenn ich mich an meinen Supra- Nachbau erinnere ....... :D



    Bin mal gespannt, wie Dir der Sound nach einer gewissen Ohren-Kalibrierungsphase gefällt. Das Klangbild wird sich sicher von anderen VV's deutlich unterscheiden.


    Ich auch! Momentan läuft mal ein wenig Vollenweider. Da kommen Sachen (Töne) zum vorscheinen ..... ich bin gespannt!

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    MFG: Maico


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  • Da unser Peter hier unser wandelndes Elektro- Lexikon ist, und auch zum Glück eine "kleines" Lager an diversen Teilen sein eigen nennen kann, suchte er mir ein paar passendende Transistoren heraus.

    Sind das die Originalen oder Vergleichstypen? Habe auch noch einen PV8 der auf Restauration wartet...

    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Hartmut,


    Sind das die Originalen oder Vergleichstypen?


    Vergleichstypen. Welche Transistoren sind bei Deinem Verbaut? OC75 oder OC306/3 ?


    Entsprechend gibt es scheinbar unterschiedliche Schaltpläne (!)

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    MFG: Maico


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  • Hi Hartmut !

    Sind das die Originalen oder Vergleichstypen?

    Das sind in dem Fall ASY25/3. Die sind im weitesten Sinne als Ersatz für z.B. AC122 zu gebrauchen.
    Also für Vorstufenzwecke, um es genauer zu spezifizieren. Ich habe mit denen ein ziemlich totes Uher-Report wieder ins Leben zurückgeholt.


    Für die originalen OC72 bzw. OC306 gibt es allenthalben im Netz Angebote aus Musikerkreisen. Anscheinend werden die gerne für Gitarren-Effektgeräte eingesetzt.


    http://krause-robotics.de/xtsh…-OC-72-gepaart::2215.html


    HIer ein besonders lustiges Angebot:
    http://www.ebay.de/itm/OC72-Pa…ne-The-Last-/311089920817



    Der OC306/3 ist zwar als "rauscharm" gekennzeichnet, aber lt. Datenblatt hat dieser Transi eine Grenzfrequenz von nur 11 KHz in Emitterschaltung .... uffa !



    http://www.semicon-data.com/js/geoms/Jn/OC/OC306.jpg



    http://www.ebay.de/itm/5-Germa…c0b3ca:g:GrQAAOSwGtRX0FSF



    (Aber ich würde Dir den gleichen Deal anbieten, wie Maico ... ^^ ... Du schickst mir Adresse, ich schicke Transis ...)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo,


    Kleiner Zwischenstand: Es rauscht doch nicht unerheblich wenn keine Nadel aufliegt. Wenn eine Platte läuft ist es nicht wirklich wahrnehmbar.


    Ich denke ich werde die alte marode Verkabelung im Tonkopfträger noch ersetzten und dann noch einmal testen. Auch werde ich die momentanen Cinch- Leitungen noch einmal ändern. Ich denke aber es kommt vom Phono- Pre.


    Als ich das System ohne PV8 direkt am Pre meines Verstärkers laufen hatte, war es ruhiger. Ob es an den Transistoren liegt oder an etwas anderem kann ich bis jetzt nicht abschätzen.

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    MFG: Maico


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  • Vergleichstypen. Welche Transistoren sind bei Deinem Verbaut? OC75 oder OC306/3 ?

    Bei mir sind OC306/3 verbaut...


    Das sind in dem Fall ASY25/3. Die sind im weitesten Sinne als Ersatz für z.B. AC122 zu gebrauchen.

    Dann müßten AC122 ja auch gehen? Da habe ich neben AC151 ein paar von.

    (Aber ich würde Dir den gleichen Deal anbieten, wie Maico ... ... Du schickst mir Adresse, ich schicke Transis ...)

    Das ist sehr freundlich von dir! Komme ich gerne drauf zurück wenn meine Transen ungeeignet sind.

    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo,


    Heute habe ich die Tonarmverkabelung, welche aus dem Tonarmrohr kommt, komplett vom zickenden Kurzschließer entfernt. Die Tonarmverkabelung wurde nun direkt an der Anschlussleiste angelötet. Somit ist nun nichts mehr dazwischen.


    Die bisher provisorisch angelöteten Cinch- Kabel, bei denen beide GND- Leitungen miteinander verbunden waren, wurde ebenfalls entfernt. Hier kommen nun frisch angefertigte RG58- Leitungen und neue Cinch- Stecker zum Einsatz.


    Ebenfalls habe ich nun die beiden GND-Kanäle (li & re) separat und direkt an der Anschlussleiste angelötet, ebenso die beiden Mittelleiter (li & re). Die zusätzliche Masse- Leitung, welche aus dem System- Träger des Tonarmes bis an die ehemals gemeinsame Masse am Kurzschließer angelötet war, habe ich Mit der Chassis- Masse verbunden und mit einer extra Leitung nach außen geführt.


    Somit ist nun alles ordentlich und direkt verkabelt und angeschlossen.



    Es rauscht weiterhin recht kräftig. Auch fehlt mir etwas. Ohne den PV8 - also direkt am Phono- Pre meines CV 1600 kamen die Bässe um einiges sauberer und knackiger. Da klang das System einsame Spitze. Ich war regelrecht "von den Socken" was der alte Adel da von sich gab. Es fehlte an nichts. Bass, Mitten, Höhen. Selten so viel Spaß beim Hören gehabt.


    Mit dem PV8 klingt das System irgendwie "ausgebremst". Es fehlt an "rums" im Bass. Höhen sind wunderbar klar und schön seidig vorhanden, ohne zu zischeln. Die Mitten sind recht stark betont, aber auch sehr sauber. Der Bass ist recht verhalten. Da fehlt einfach etwas. Ich kann mir nicht vorstellen dass ELAC sein eigenes System damals so "kastriert" hatte. Ich würde fast vermuten dass da etwas nicht stimmt.


    Die Bauteile habe ich alle nochmals überprüft. Auch ob ich eventuell Widerstände vertauscht habe. Das passt alles soweit.



    Tipps? Anregungen?



    EDIT:



    Bei mir sind OC306/3 verbaut...


    Dann solltest Du Dir mal den Schaltplan für den PV8C genauer ansehen und die Bauteile vergleichen. Beim PV8 mit den OC75 ist die Schaltung wohl leicht anders und es wurden auch zum Teil andere Bauteile verbaut.

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    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hi Maico !

    Mit dem PV8 klingt das System irgendwie "ausgebremst". Es fehlt an "rums" im Bass. Höhen sind wunderbar klar und schön seidig vorhanden, ohne zu zischeln. Die Mitten sind recht stark betont, aber auch sehr sauber. Der Bass ist recht verhalten. Da fehlt einfach etwas. Ich kann mir nicht vorstellen dass ELAC sein eigenes System damals so "kastriert" hatte. Ich würde fast vermuten dass da etwas nicht stimmt.

    Hmm.


    Ist es denkbar, daß die Entzerrungskurve nicht nach US-RIAA erfolgt, wie seit spätestens Mitte der 60er fast Standard, sondern nach der europäischen CCIR bzw. ihrer DIN-Ableitung davon ? Ich kann mir das zwar eigentlich nicht vorstellen, aber mein erster Röhren-VV,der auf dem Entzerrer aus dem Braun CSV60 aufbaut, der widerum auf Schaltungsunterlagen von Valvo aus den End-Fünfzigern basiert, ist auch eher baßarm - und die Frequenzgangkurve ist auch ansatzweise RIAA.
    Er klingt nicht schlecht, zeichnet auch gut durch, aber es ist "nicht das Klangbild von heute" - und wird es vermutlich auch früher nie gewesen sein. Die Dinger sind einfach nach anderen Kriterien zusammengenagelt und auch das Plattenmaterial von damals war anders. Vielleicht solltest Du mal eine alte Beatles-LP (möglichst eine frühe Stereo-Aufnahme) auflegen und hören, ob die klanglich plausibel dargeboten wird ...


    Das Grundrauschen wird vermutlich von den Transis kommen. Die ASY25 und auch die OC75 sind - im Gegensatz zu den OC306 - nicht explizit als rauscharm eingestuft. Mit den 306ern *könnte* der Leerlauf-Rauschpegel vielleicht nochmal um die Hälfte reduziert werden - muß aber nicht unbedingt. An den Umfeldbauteilen kann es nicht mehr liegen, die sind neu. Wie ich an der ausgelöteten Ge-Diode sehen kann, hast Du auch die Stromversorgung "aufgetuned" und damit sind Störungen aus dem Netzteil so gut wie weg.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    Ist es denkbar, daß die Entzerrungskurve nicht nach US-RIAA erfolgt, wie seit spätestens Mitte der 60er fast Standard, sondern nach der europäischen CCIR bzw. ihrer DIN-Ableitung davon ? Ich kann mir das zwar eigentlich nicht vorstellen, aber mein erster Röhren-VV,der auf dem Entzerrer aus dem Braun CSV60 aufbaut, der widerum auf Schaltungsunterlagen von Valvo aus den End-Fünfzigern basiert, ist auch eher baßarm - und die Frequenzgangkurve ist auch ansatzweise RIAA.


    Ich zitiere mal: "Unter der Berücksichtigung der Impedanz der meisten auf dem Markt befindlichen magnetischen Tonabtaster ist der Frequenzverlauf der Ausgangsspannung spiegelbildlich zur Schallplatten- Schneidkennlinien nach DIN 45546 und 45547." Zitat Ende. :D




    Er klingt nicht schlecht, zeichnet auch gut durch, aber es ist "nicht das Klangbild von heute" - und wird es vermutlich auch früher nie gewesen sein. Die Dinger sind einfach nach anderen Kriterien zusammengenagelt und auch das Plattenmaterial von damals war anders. Vielleicht solltest Du mal eine alte Beatles-LP (möglichst eine frühe Stereo-Aufnahme) auflegen und hören, ob die klanglich plausibel dargeboten wird ...


    So ist es! Es klingt schon sehr sauber und klar, aber der Bass fehlt (mir persönlich) doch etwas. Durchaus möglich dass es so gehört und ich halt "anderes" gewohnt bin und es mir deshalb so vorkommt. :P Wohl schon die Ohren versaut ..... :D


    Ich werde morgen mal stöbern was ich hier "altes" finden kann.


    "Klanglich plausibel" kommen mir die Scheiben schon vor. Nur habe ich halt das System anders "kennengelernt" und war durchaus positiv davon angetan. Gerade auch was die Basswiedergabe betrifft.




    Das Grundrauschen wird vermutlich von den Transis kommen. Die ASY25 und auch die OC75 sind - im Gegensatz zu den OC306 - nicht explizit als rauscharm eingestuft. Mit den 306ern *könnte* der Leerlauf-Rauschpegel vielleicht nochmal um die Hälfte reduziert werden - muß aber nicht unbedingt.

    Das wäre mein nächster Ansatzpunkt. Ich habe da noch zwei Transistoren die ich austauschen könnte. ;):D Mal gucken ob ich mich die Tage da noch einmal dran mache.


    Der Leerlauf- Rauschpegel ist echt nicht ohne. Klar höre ich ja Platte, aber ein wenig ruhiger wäre eine Option. :P Ich werde mal sehen was da noch geht.



    An den Umfeldbauteilen kann es nicht mehr liegen, die sind neu. Wie ich an der ausgelöteten Ge-Diode sehen kann, hast Du auch die Stromversorgung "aufgetuned" und damit sind Störungen aus dem Netzteil so gut wie weg.


    Ja, die Ge- Diode habe ich durch eine 1N4001 ersetzt und den ersten Elko gegen einen 470µF. Mal sehen ob ich da eventuell noch mal ein paar "Kapazitäten" mehr ins Netzteil schleuse. Versuch macht klug. :D


    Alles nach und nach.......



    Auf jeden Fall macht dieses Experiment mit dem Germanium Phono- VV viel Spaß.

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    MFG: Maico


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  • Hi Maico !

    Ich zitiere mal: "Unter der Berücksichtigung der Impedanz der meisten auf dem Markt befindlichen magnetischen Tonabtaster ist der Frequenzverlauf der Ausgangsspannung spiegelbildlich zur Schallplatten- Schneidkennlinien nach DIN 45546 und 45547." Zitat Ende.

    Gut, dann habe ich mit meiner Annahme zumindest nicht ganz daneben gelegen.
    Das tröstet mich insofern ein bißchen, erklärt aber auch nicht alles.



    Ich werde morgen mal stöbern was ich hier "altes" finden kann.


    "Klanglich plausibel" kommen mir die Scheiben schon vor. Nur habe ich halt das System anders "kennengelernt" und war durchaus positiv davon angetan. Gerade auch was die Basswiedergabe betrifft.

    Naja, ich habe ja schon öfters darauf hingewiesen, daß sich die Hörgewohnheiten in den vergangenen Jahrzehnten ziemlich stark verändert haben. Und daß in der neueren Vergangenheit Studio-(Kunst-) Aufnahmen mit z.T. sehr stark übertriebenen Überhöhungen, gerade im Baßbereich zur Regel wurden. Dazu reichten früher weder die technischen Möglichkeiten, noch die Wiedergabegeräte aus und die Leute wollten das auch nicht. Natürlichkeit bei der Wiedergabe war das Maß der Dinge und ich würde mal schätzen, daß gut die Hälfte des Musikmaterials Life oder unter Life-ähnlichen Bedingungen aufgenommen wurde. Das war, was die Leute von einer guten Anlage erwarteten: daß es so natürlich, wie unter Lifebedingungen klingen sollte. Naja - so gut das mit den im Durchschnitt eher mickrigen Ausgangsleistungen eben machbar war. Aber bis auf Orgelkonzerte und die dicke Pauke hat sich im Tieftonbereich kaum was abgespielt. Selbst die Baßgitarren der frühen Rockbands liegen im oberen Tieftonbereich und sind vom Pegel her eher zurückhaltend aufgenommen.


    Eine Scheibe wie die "Valentyne Suite" von Colosseum so ab 9:50 und dann das Baßgitarren-Stück ab 12:10 waren, als die Platte 1969 herauskam, eine ganz gehörige Herausforderung an die Anlage, was nur wenige Oberklasse-Anlagen wirklich gut darstellen konnten. (Den dritten Teil - ab 9:50 - "The Grass Is Always Greener" kennen die meisten Leute, auch wenn denen Colosseum eher nichts sagt.)


    Ich höre ja gewohnheitsmäßig auch neue Scheiben zuerst mit einer Anlage von 1967 - wenngleich auch mit einem AKG P4 neueren Baudatums - aber die sportlichen 2 x 18 Watt, die der CV40 an die CL16 abgeben kann, liefern eine gute Einschätzung, wie überzeichnend die Klangsteller bei der Aufnahme aufgezogen waren, oder ob Dynamikkompressoren und DBX am Werk waren, um die Spektralbänder gleichmäßig hochzufeuern. Manche Platte klingt auf der alten Anlage wenig plausibel und unharmonisch. Wird das Ding auf dem 704 am CV1600 an den CL390 abgespielt, rumst es gewaltig - manchmal erträglich, manchmal des Guten etwas zu viel. Da ich ebenfalls gewohnheitsmäßig mit überbrückten Klangreglern und ohne Loudness abhöre - dafür aber mit Lautstärkeregler in der 3-Uhr-Position - fällt mir das wohl eher auf. ^^


    Ich denke, daß man, wenn man mit altem Gerät unterwegs ist, den Gehör die Möglichkeit geben muß, sich an ein Klangbild zu gewöhnen. Das ist wie mit fremdem Essen. Da revoltiert der Magen auch zuerst und die Geschmacksknospen gehen in Deckung, aber nach einiger Zeit lernt man, Feinheiten zu entdecken und zu schätzen.


    Das wäre mein nächster Ansatzpunkt. Ich habe da noch zwei Transistoren die ich austauschen könnte. Mal gucken ob ich mich die Tage da noch einmal dran mache.

    Wenn Du noch zwei "alte" Transis über hast, sollten die in der ersten Verstärkerstufe eingesetzt werden. Die Rauschzahl der ersten Stufe entscheidet, was die zweite mitverstärkt. Die Fehler addieren sich mit jeder Stufe.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    Naja, ich habe ja schon öfters darauf hingewiesen, daß sich die Hörgewohnheiten in den vergangenen Jahrzehnten ziemlich stark verändert haben.


    Mit an grenzender Sicherheit ist es sicherlich auch so. Da kann ich Dir nur beipflichten.


    Ich habe ja auch meine Erfahrungen, unter anderem mit dem CV40 und anderem "altem Gelumpe" (Philips Röhrenverstärker und ähnlichen alten Geräten aus den 60er und 70er Jahren) machen können. Von daher bin ich ja nun nicht unbedingt ein "Neuling" betreffend der älteren Technik. Bisher sind mir viele ältere Geräte klanglich auf jeden Fall positiv aufgefallen. Ob nun besser oder nicht, steht auf einem anderen Zettel. Mir gefiel es halt.



    Ich denke, daß man, wenn man mit altem Gerät unterwegs ist, den Gehör die Möglichkeit geben muß, sich an ein Klangbild zu gewöhnen. Das ist wie mit fremdem Essen. Da revoltiert der Magen auch zuerst und die Geschmacksknospen gehen in Deckung, aber nach einiger Zeit lernt man, Feinheiten zu entdecken und zu schätzen.


    Da gebe ich Dir auch recht! Der Mensch ist ein "Gewohnheitstier". Ich denke ich werde mich ein wenig länger "einhören" und dann entscheiden ob er bleibt oder eventuell noch einmal überarbeitet wird. Ich bin da einfach teilweise viel zu ungeduldig. ;)



    Wenn Du noch zwei "alte" Transis über hast, sollten die in der ersten Verstärkerstufe eingesetzt werden. Die Rauschzahl der ersten Stufe entscheidet, was die zweite mitverstärkt. Die Fehler addieren sich mit jeder Stufe.


    Du hattest mir ja sechs Transen gesendet. Zwei davon waren ja mit "3M" gekennzeichnet. Dieses Pärchen habe ich verwendet und auch gleich zwei von den mit "NL" gekennzeichneten als zweites Pärchen eingelötet. Ich denke ich werde die Transen noch einmal um- Löten und das Ganze noch einmal mit zwei alten versuchen. Eventuell verändert sich ja auch noch ein wenig.

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    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hallo,


    Mich hat das doch deutlich laute Rauschen des Phono- Pres. richtig genervt. Deshalb habe ich mir nun OC 306/3 Germanium Transistoren organisiert, wie sie im Originalzustand auch montiert waren. Heute Abend habe ich die dann mal kurz eingelötet.


    Klanglich hat sich kaum etwas getan, soweit ich es mit meinen Holzohren bei der kurzen Hörprobe wahrnehmen kann. Das Rauschen ist aber erheblich weniger geworden! Somit hat sich der Austausch auf jeden Fall schon einmal gelohnt. Ich denke es hat sich auf 1/5 (oder noch leiser) reduziert.



    Am Wochenende werde ich mal sehen wie es denn nun klanglich gefällt, wenn ich dazu kommen sollte. Entweder ich, bzw. meine Ohren, gewöhnen sich an den "anderen" Sound, oder der PV8C fliegt wieder raus und ich lasse den Dreher dann "passiv" am separaten Phono- Pre. laufen. Man wird sehen (bzw. hören). Ich werde Berichten.




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    MFG: Maico


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  • Hallo,


    Mein momentanes Ergebnis: Der PV8C ist rausgeflogen! Ich denke meine Holzohren mögen den PV8C einfach nicht.


    Der Bass ist knackig und auch vorhanden, aber meiner Meinung nach "weit weg" von dem was das System leistet bzw. liefert.


    Ohne den ELAC VV (emp)finde ich den Sound angenehmer und druckvoller im Bassbreich. Mag sein dass meine Ohren mir einen Streich spielen, aber mir gefällt es einfach an einem anderen VV, wie z.B. meinem SUPRA- Nachbau einfach viel besser.


    Ich habe ja nun auch noch einen zweiten PV8C, der an einem Miracord 40 hing, zum Vergleichen hier. Der ist noch in einem Originalzustand und funktioniert einwandfrei. Somit konnte ich heute noch einmal den überarbeiteten gegen den originalbestückten hören. Ein Unterschied ist kaum hörbar. Der Überarbeitete klingt, wenn überhaupt hörbar, ein kleines bischen klarer - weniger "rauschig".


    Hier noch einmal ein paar Bildchen Original- Zustand und überarbeiteter Zustand. Beide mit den OC 306/3 Germanium Transistoren :





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    MFG: Maico


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  • Hi Maico !

    Hier noch einmal ein paar Bildchen Original- Zustand und überarbeiteter Zustand. Beide mit den OC 306/3 Germanium Transistoren :

    Also der überarbeitet gefällt mir schon rein optisch besser ... ^^


    Für die Verfecher historischer Aufbauten ist das ja kein Thema, die nehmen auch die alten Brikettschichtwiderstände und älteste Folienkondensatoren in Kauf, weil die ja "Originoool" sind. Bitteschön. Dürfen sie gerne. Das Ohr entschiede sich für den Neuaufbau.
    Ich denke mal, daß die kleinere Rauschigkeit nicht zuletzt den neuen Widerständen geschuldet ist. Die OC's sind von Haus aus eher die etwas unruhigen Typen. Sie waren zwar zu ihrer Zeit "rauscharm" (hast Du ja im Vergleich mit den ASX gehört), aber mit modernen Low Noise Silikonies können sie nicht mithalten, das sollte mal klar sein. Whatever.


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    Peter aus dem Lipperland


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  • Hallo Peter,


    Für die Verfecher historischer Aufbauten ist das ja kein Thema, die nehmen auch die alten Brikettschichtwiderstände und älteste Folienkondensatoren in Kauf, weil die ja "Originoool" sind. Bitteschön. Dürfen sie gerne. Das Ohr entschiede sich für den Neuaufbau.


    Jeder wie er mag! Ich habe schon Bilder gesehen, da wurden alte Bauteile leergeräumt und darin dann die neuen Teile eingebaut. Nur damit es optisch Original bleibt. Ich finde das klasse, würde es aber selbst wohl nur bei wirklich sichtbaren Bauteilen machen und wohl auch nur bei einem Gerät wo es sich dann auch wirklich lohnt. Oder man baut die neuen Teile von der anderen Seite der Platine an und läßt die alten Teile an Ort und Stelle. Klar müssen diese dann "stillgelegt" sein.


    Aber jeder wie er mag. Und ja, das Ohr entscheidet. Hinzu kommt noch das "beruhigende Gefühl" dass man wohl vorerst nicht mit einem plötzlichen Bauteil- Ausfall rechnen muss.




    Ich denke mal, daß die kleinere Rauschigkeit nicht zuletzt den neuen Widerständen geschuldet ist.

    Denke ich auch. Die ollen Widerstände hatten doch auch schon teilweise sehr heftige Abweichungen vom Soll- Wert. Ich denke auch die "Kanal- Gleichheit" profitierte von den neuen Widerständen.

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    MFG: Maico


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  • Hi Maico !

    Jeder wie er mag! Ich habe schon Bilder gesehen, da wurden alte Bauteile leergeräumt und darin dann die neuen Teile eingebaut.

    Da muß ich gestehen, daß ich das auch schon gemacht habe.


    Allerdings war das eine antike Röhrenendstufe mit offenliegenden Bauteilen und ich habe es nicht übers Herz gebracht, die wunderbaren alten und *riesigen*, mit Siebdrucktechnik bedruckten Alu-Becherelkos gegen was modernistisches von Nichicon, Philips oder Vishay in poppigem Plastiklook zu ersetzen. Also wurden die fein säuberlich ausgekernt (was eine *gnadelose* Sauerei war) und mit modernen Bauelementen gefüllt, teilweise mit Heißkleber innen fixiert und dann die neuen Bauteile mit Drähten an die alten Bodenplatten verbunden. Dann kamen die originalen "Rohrschellen"-Halter wieder drum und nachher hat keiner mehr gesehen, daß die komplett aufgearbeitet waren. Am schwierigsten war es, den zugerollten Becherteil zum Boden hin vorsichtig aufzudröseln, ohne daß man zu viel kaputtmacht und das nachher wieder zuzurollen. Ging aber einigermaßen, weil dann eben auch die Befestigung um den kritischen Teil drumsaß. Für das Teil habe ich auch funkelnagelneue russische Keramik-Oktalfassungen mit der Badger auf mattbraun umlackiert, damit die Fassungen wieder mehr nach den alten, leider total versotteten Bakelitfassungen aussahen.


    Das ist jetzt über 25 Jahre her und ich glaube, daß das verjährt ist und mich die Originalitätspolizei schon wieder von den Listen gestrichen hat ... :D


    .

    Peter aus dem Lipperland


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