Dual 731q drehte hoch und jetzt hat er Gleichlaufschwankungen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Dual 731q drehte hoch und jetzt hat er Gleichlaufschwankungen

      Hallo Leute. Gestern habe ich meinen Dual 731Q mal wieder aktiviert. Leider trat folgendes Problem auf: Erst lief die Drehzahl des Player immer weiter hoch. ich habe dann mal alle Stecker die so ersichtlich waren abgezogen und wieder raufgesteckt, keine Besserung. Dann seltsamerweise nach einiger Zeit beruhigte sich die Drehzahl und paßte wieder. Bloß läuft er jetzt mit grossen Drehzahlschwankungen. Das sieht man sowohl am Stroboskop und man hört es auch. Der Motor macht dabei auch Geräusche. Ich glaube aber nicht,das diese geräusche mechanischer Natur sind. denn wenn man den Plattentelle mit der Hand dreht läuft er absolut geräuschlos. Ich vermute dass der Fehler in der Motorsteuerung liegt und der Motor zwischendurch vielleicht zu falscherZeit einen Impuls bekommt.

      Worin könnte die Ursache liegen? Vielleicht hat ja jemand diesbezüglich Erfahrungen

      Ich habe die Mutterplatine und die beiden anderen Module herausgebaut und auf kalte Lötstelen geprüft, ohne Erfolg. Ich selber habe leider kein oscilloskop. Ich kann zwar löten ,habe aber nur einen einfachen Lötkolben ohne temperaturregelung. Und damit einen IC zu tauschen stelle ich mir ziemlich haarig vor. Wäre es überhaupt möglich Platine und Module im ausgebauten Zustand zu prüfen?

      Kennt jemand im Bereich Osnabrück/Münster eine gute Adresse von jemanden der sowas prüfen und reparieren könnte?

      Würde mich sehr ärgern das gute Stück entsorgen zu müssen

      Gruß

      Uwe
    • Hi Uwe !

      radar99 schrieb:

      Würde mich sehr ärgern das gute Stück entsorgen zu müssen
      Spontan würde ich mich anbieten, das Ding zu übernehmen ... :D

      Im Ernst: mitunter sind es recht triviale Fehler in der Motorsteuerung. Statistisch sehr häufig die kleinen Tantal-Elkos im vorderen Bereich der Steuerung, die ein Referenzsignal erzeugen. Das einleitende Hochdrehen deutet in die Richtung, daß die Regelelektronik kein sauberes Signal bekommt, nach dem es die Drehzahl einstellen kann.

      Ich gucke mir im Laufe des Tages mal den Schaltplan an und komme später darauf zurück, im Moment habe ich gerade "nur" Rauchpause ...

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi Uwe !

      So - da bin ich wieder.
      Mein Herzelein hatte wieder "Hausaufgaben" ... und Weihnachtsdeko .. :thumbdown:

      radar99 schrieb:

      Ich kann zwar löten ,habe aber nur einen einfachen Lötkolben ohne temperaturregelung. Und damit einen IC zu tauschen stelle ich mir ziemlich haarig vor.
      Hast Du auch ein Digitalmultimeter ?
      Das ist im ersten Schritt mindestens genauso wichtig.

      Was den Lötkolben betrifft: ich habe mich bis in die frühen 90er mit 15- bzw. 30-Watt Ersa Multitip rumgeschlagen und - wo es rustikaler sein mußte - mit einer 150W Lötpistole. Mit dem 30W Ersa habe ich 1977 mein erstes Computerboard gelötet. Das begann seine Karriere als nackte, unbestückte Platine. Dann erst die Drahtbrücken und die IC-Sockel drauf, Widerstände, Kondensatoren und so weiter. Z80A mit 2 MHz und stolzen 16K RAM in 16 Chips ... unvorstellbar aus heutiger Sicht.
      Die Lötpistole habe ich gebraucht, um Gehäuse aus Weißblech oder kupferkaschierten Platinenstücken zu bauen - oder 16mm² Kupferkabel am Auto zu verlöten. :D

      Zurück zum Thema:
      dual.pytalhost.eu/731sp/Schaltplan-Seite%2016-sw.jpg
      dual.pytalhost.eu/731sp/Schaltplan-Seite%2017-sw.jpg

      Das sind die beiden Schaltplan-Seiten, die uns im Moment interessieren.

      Einige Dinge sollten wir vorher prüfen, weil das keinen Meßgeräte- / Lötkolben-Einsatz erfordert. Oder nicht gleich.
      1. Wie verhält sich der Dreher, wenn Du von Quarzbetrieb auf Pitching umschaltest und das Gerät dann startest ?
      2. Wenn er anfängt zu holpern und Du die Drehzahl von 33 auf 45 und wieder auf 33 umstellst: ändert das was ?
      3. Was ist beim Start im Modus 45 upm ? Gleiches Bild wie bei 33 ?

      Ich möchte damit ausschließen, daß wir es mit einem beschädigten Drehzahlumschalter oder einem defekten Pitch/Quarz-Schalter zu tun haben.

      Auf Seite 17 ist das Netzteil drauf.
      Dort würde ich damit anfangen, mit dem Multimeter die Hauptspannungen zu prüfen.
      Das sind einmal die +15V an Pin 3 des Reglers IC 9001 (Punkt X im Plan)
      Dann die daraus abgeleiteten +5V über R9002 / D9007 (Punkt Y im Plan)
      Und die -5V über R9001 / D9008 (Punkt Z im Plan)
      Bezugpunkt ist die elektrische Masse am Minuspol von C9004.

      Der Kondensator C9004 1000µF / 40V läßt bei den Geräten gerne mal nach und die Betriebsspannungen werden instabil.
      Das wäre mein erster Kandidat für einen "Blindtausch", wenn das reine Messen der Spannungen keinen echten Aufschluß gibt. Die meisten Multimeter sind etwas träge und zeigen kurze Einbrüche nicht an. Mein großes Fluke 77 hat einen "Laufbalken", der zumindest als Tendenzanzeiger taugt, aber die normalen DMMs haben sowas nicht.

      Der Direktantriebsmotor des 731 schleppt einen Tachogenerator mit, der eine Wechselspannung liefert, dessen Frequenz dazu verwendet wird, Abweichungen zu erkennen und zu kompensieren. Auf Seite 16 unten rechts ist der Generator G~ und rechts daneben der Kondensator C9201 / 47µF zu sehen. Diesen Kondi und C9205 / 1µF im Ausgangskreis von IC9201a würde ich mir als nächstes angucken. Häufig sind dort Tantal "Perlen" verbaut. Die sind zwar relativ eng toleriert, aber leider nach 30 Jahren oft schlichtweg defekt. Davon muß ich schon Hunderte aus diversen Dualgeräten gepuhlt haben. Sie haben es damals gut gemeint und in was hochwertiges investiert - leider waren die alten Tantalkondis nicht so langzeitbeständig, wie sich zeigen sollte.

      Ist es damit nicht getan, wird wohl nur der Einsatz eines Oszilloskops Licht in die Sache bringen.

      In dem Zusammenhang noch eine Frage: wenn der Teller "bis zum Anschlag" hochdreht: läuft der Motor dabei ruhig oder hast Du den Eindruck, als ob es da auch schon holpert ?

      Bei Deiner ersten Beschreibung des Fehlerbildes bin ich davon ausgegangen, daß die eigentliche Motor-Elektronik (also die Spulen, die beiden Hallsensoren und die Leistung-Transistoren, die das Ganze ansteuern) in Ordnung sind und "nur" die Regelung irgendwie rumkotzt.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Uwe,
      wenn Du die Hausaufgaben von Peter gemacht hast, überprüfe bitte noch,
      die fünf Leistungstransistoren BD 135.
      Ich hatte vor kurzem einen 731er, der bei beiden Drehzahleinstellungen hoch-
      drehte. Beim Prüfen mit dem Ohmmeter habe ich dann festgestellt, dass bei
      zwei der fünf Transistoren, eine niederohmige Verbindung vom Kollektor zur
      Masse bestand.
      Und dies trotz vorhandenen und mechanisch unbeschädigten Glimmerscheiben.
      Nachdem ich die originalen, runden Glimmerscheiben durch größere, rechteckige
      Glimmerplättchen ersetzt hatte, läuft der Antrieb jetzt wieder tadellos. Zum
      Glück war durch die Masseschlüsse kein weiterer Schaden entstanden.
      Viel Erfolg.

      Viele Grüße,

      Andreas
      1001; 1009; 1010; 1011; 1014; 1015; 1019; 1210; 1218; 1229; 1237A; 1249; 701; 704; 721; CS 601; CS621; CS 622; CS 650 RC; CS 714 Q; CS 731 Q; CS 750-1; CV1460; CV 1400; CV 1500 RC; CV 1600; CV1700; CV120; CT19;
      CT 1440; CT1740; CT1540RC; CR1750; C 819; C 820; C 830; C 839 RC; CC1462; KA 330; KA 360 II; CL 140; CL 150; CL710; CL380;
    • Hi Andreas !

      Andreas schrieb:

      Ich hatte vor kurzem einen 731er, der bei beiden Drehzahleinstellungen hoch-
      drehte. Beim Prüfen mit dem Ohmmeter habe ich dann festgestellt, dass bei
      zwei der fünf Transistoren, eine niederohmige Verbindung vom Kollektor zur
      Masse bestand.
      Guter Hinweis.

      Allerdings müßte der beim Hochdrehen auch ziemlich geholpert haben, weil damit eine bzw. zwei Motorspulen dauerhaft durchstromt sind, da der Transistor überbrückt ist. Oder - wenn es der Steuertransistor T9005 gewesen wäre, dürfte das Ding nur noch hochgedreht haben, weil damit die Regelung komplett außer Gefecht gesetzt ist.

      Auf den ersteren Effekt zielte meine Frage, ob er beim Voll-Hochdrehen ruhig läuft.
      Würde er das nicht tun, kommt auch ein "Bug" in der Spulen-Ansteuerung in Betracht.

      Andreas schrieb:

      Zum
      Glück war durch die Masseschlüsse kein weiterer Schaden entstanden.


      Ist denn das Kühlblech, auf dem die fünf BD135 sitzen, überhaupt gegen Masse gelegt ?
      Meiner Erinnerung nach sitzt das einseitig an einem Kunststoff-Winkel und "hängt in der Luft".

      Die vier Spulentransistoren führen auf eine gemeinsame Leitung, die widerum über T9005 und einen Strombegrenzungs-Widerstand gegen Masse geführt werden. T9005 reguliert sozusagen den Stromfluß nach Masse für die vier Kollegen.
      Das Problem dürfte sein, daß das Umschalten zwischen den Spulen dann nicht mehr richtig stattfindet und die Spulen ggf. überlastet werden. Ist aber egal. Die Transis müssen ordentlich gegeneinander und vom gemeinsamen Kühlblech isoliert sein.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo. Erstmal grundsätzlich: Im Moment dreht der Plattenspieler nicht hoch. Das hat er nur am Anfang getan. Ich hab ihn einfach mit der hohen drehzal laufen lassen, und irgendwann hat er sich wieder beruhigt. Er läuft jetzt wieder mit passender geschwindigkeit, nur zuckt das Stoboskop alle paar Sekunden und man hört beim Abspielen diese Gleichlaufschwankungen. Das gilt für 33 und 45. beim Umschalten von Quartz auf pitch ändert sich nichts.der pitch läßte sich bei 33 auch nicht regeln, bei 45 schon.Vielleicht hat das eine poti ne Macke? In der Phase als der Motor hochlief,passierte das sowohl bei 33 als auch bei 45. Und es geschah sowohl im Quartz als auch im pitch Modus.
      Ich habe gerade die BD 135 durchgemessen. Dabei waren auf der Seite wo 3 sind jeweils die beiden äußeren auffällig (T9001 und T9005). Der rechte Anschluß wo das "k" steht (Kollektor?) hat bei beiden rund 740ohm gegen Kühlblech. und bei dem rechten von den beiden(T9001) hat der mittlere anschluß(Basis?) rund 6 ohm wiederstand zum Kühlblech. Bei dem Linken Transistor(t9005) hat wiederum der linke Anschluß(Emitter?) zum Kühlblech nur ca 1 ohm. Bei den anderen 3 Transistoren konnte ich keine Verbindung um kühlblech feststellen. Das Kühlblech ist in der Platine mit keiner leiterbahn verbunden.
      Wäre das schonmal eine Möglichkeit? Könnte ich zum testen die beiden Transistoren vom Kühlblech trennen? oder werden die sofort so heiss das sie durchbrennen?
      Und bei dem dicken transistor der in der nähe der Gleichrichterdioden sitzt hat der mittlere Anschluß vollen durchgang zum Kühlblech, 0 Ohm Oder ist das ein Spannungsregler?
      Bilder
      • platine1.JPG

        235,13 kB, 640×480, 122 mal angesehen
      • platine2.JPG

        237,93 kB, 640×480, 124 mal angesehen
    • Hi Uwe !

      radar99 schrieb:

      Und bei dem dicken transistor der in der nähe der Gleichrichterdioden sitzt hat der mittlere Anschluß vollen durchgang zum Kühlblech, 0 Ohm Oder ist das ein Spannungsregler?
      Das ist der Spannungsregler. Das ist von der Sache her ein Standard 7815, wo die
      Kühlfahne mit dem mittleren Pin verbunden ist und die normalerweise auf
      Masse liegt oder liegen kann. Das ist soweit normal.

      radar99 schrieb:

      Bei dem Linken Transistor(t9005) hat wiederum der linke Anschluß(Emitter?) zum Kühlblech nur ca 1 ohm.
      Der Emitter des T9005 liegt über den Widerstand R9004 auf Masse. Dieser Transistor regelt die gemeinsame Verbindung der anderen vier Spulen-Schalter zur Masse hin und bestimmt, wie stark die Spulen angesteuert werden.
      Von den vier Spulen-Schaltern T9001 - T9004 müssen die Emitteranschlüsse (linke Beine) untereinander verbunden sein.
      Die mittleren Anschlüsse gegen das Kühlblech können "irgendeinen Widerstand" haben, nur nicht Null Ohm oder in der Gegend. Das Problem bei Messungen mit dem Digital-Multimeter ist, daß die Transistoren ja noch mit den Motorspulen und - an der Basis - mit den beiden Hallsensoren verbunden sind. Da können sich schon mal erratische Werte einstellen. Aber eine ganz niederohmige Verbindung zum Kühlblech deutet auf den von Andreas beschriebenen Isolationsfehler.

      radar99 schrieb:

      Könnte ich zum testen die beiden Transistoren vom Kühlblech trennen? oder werden die sofort so heiss das sie durchbrennen?

      Sie werden vermutlich nicht sofort durchbrennen, aber längerfristig Schaden nehmen. Das Kühlblech ist ja nicht so gewaltig groß und die Transis T9001 - 9004 werden auch "nur" im Schaltbetrieb angesteuert. T9005 hingegen muß, weil er zumindest teilweise im linearen Regelbetrieb läuft, schon etwas Wärme wegdrücken. Den würde ich auf jeden Fall nicht abnehmen.

      radar99 schrieb:

      Er läuft jetzt wieder mit passender geschwindigkeit, nur zuckt das Stoboskop alle paar Sekunden und man hört beim Abspielen diese Gleichlaufschwankungen.

      Hmmm. Das ergibt immer noch kein wirklich klares Bild.
      Das Stroboskop selber wird vom Quarzgenerator angesteuert und wenn das "zuckt", muß es irgendwas geben, was den Motor aus dem Tritt bringt.

      radar99 schrieb:

      Das gilt für 33 und 45. beim Umschalten von Quartz auf pitch ändert sich nichts.der pitch läßte sich bei 33 auch nicht regeln, bei 45 schon.Vielleicht hat das eine poti ne Macke?

      Vermutlich. Bei diesem Modell sind das zwei getrennte Regler für 33 und 45.

      Ich muß da mal noch etwas drauf herumdenken.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo guten Morgen,

      Ich kenne mich ja etwas mit drehstrommotoren aus. Es ist quasi so als wenn eine Phase fehlt. als wenn bei jeder Umdrehung der motor für den Bruchteil einer Sekunde ausgeschaltet wird und dann wieder gestartet wird. Was wäre denn wenn z.b nur noch 3 der 4 Spulen angesteuert werden würde? oder gar nur 2?. Würde dann nicht das von mir beschriebene Phänomen auftreten? Als der Motor hochlief hatte ich allerdings den Eindruck dass er ziemlich gleichmäßig lief. Aber vielleicht ist darauf ja irgend ein Bauteil durchgebrannt, das sich die Drehzahl darauf wieder beruhigte.Das nur zur Info

      Ich gebe allerdings zu bedenken das ich bei ausgebauter Mutterplatine gemessen habe, also keine Verbindungen zu Motorspulen und Hall gebern besteht.

      schönen Adventssonntag noch
    • Hi Uwe !

      radar99 schrieb:

      Ich kenne mich ja etwas mit drehstrommotoren aus. Es ist quasi so als wenn eine Phase fehlt. als wenn bei jeder Umdrehung der motor für den Bruchteil einer Sekunde ausgeschaltet wird und dann wieder gestartet wird. Was wäre denn wenn z.b nur noch 3 der 4 Spulen angesteuert werden würde? oder gar nur 2?. Würde dann nicht das von mir beschriebene Phänomen auftreten?

      Schon irgendwie. Aber auch in dem Fall, wie Andreas es beschrieben hat, wo ein Transistor durch den Kurzschluß zum Kühlblech hin quasi überbrückt wird. Dann kriegt eine Motorspule nämlich Dauerstrom (abzüglich dem Anteil, den T9005 "wegregelt") und das würde auch ein Zucken des Antriebs erklären.

      radar99 schrieb:

      Ich gebe allerdings zu bedenken das ich bei ausgebauter Mutterplatine gemessen habe, also keine Verbindungen zu Motorspulen und Hall gebern besteht.
      Was mich etwas irritiert, ist, daß Du schreibst, daß zwischen dem Emitter von T9005 und dem Kühlblech nur 1 Ohm Widerstand zu messen ist. Wenn das Kühlblech "nur so" in der Gegend steht und mit nichts verbunden ist, dann dürfte es auch keinen Weg gegen Masse (z.B. über R9004) geben. Eigentlich müßte das Kühlblech potentialfrei sein - vorausgesetzt, alle Isolierscheiben unter den Transistoren sind in Ordnung.

      [Edit: ich habe mir gerade nochmal das Layout des Boards angeguckt. Sie haben das IC9001 dort mit drauf geschraubt. Und das führt Masse über den mittleren Anschluß auf das Kühlblech. Nichtsdestotrotz solltest Du die Isolierscheiben untersuchen.]

      Ich würde mal an der Stelle ansetzen.
      Alle Transis auf dem Blech losnehmen und die Isolierscheiben abziehen. Das ganze Ding reinigen, die Rückseiten der Transis reinigen und am besten, wie Andreas es gemacht hat, größere, rechteckige Scheiben statt der kleinen Runddinger verwenden.
      Oder zumindest nach dem Reinigen und wieder anschrauben mal zwischen dem Kollektor (mittlerer Pin) gegen das Kühlblech messen. Und zwar nach dem Befestigen jedes einzelnen Transistors. Bei abgenommenem Board darf es keine Verbindung Kollektor - Kühlblech geben. Auch nicht am T9005. Der darf vom *Emitter* über R9004 einen Wert von 1.3 Ohm gegen Masse haben, aber nicht vom Kollektor gegen Masse oder gegen das Kühlblech.
      Die Emitter der vier Spulen-Schalter T9001 - 9004 müssen untereinander verbunden sein.

      Es könnte sein, daß die Isolierscheiben mit einer Art Wärmeleitpaste auf die Kühlkörper und gegen die Transis versehen sind. Wenn Du keine hast, ist das erstmal nicht weiter schlimm. Für eine Testphase geht es auch ohne und diese Paste bindet dummerweise oft auch Fremdkörper, wie z.B. feine Metallspäne, die ihrerseits beim Durchbohren der Befestigungslöcher im Kühlblech freiwerden. Habe ich alles schon erlebt, daß sich ein feiner Metallspan durch die Isolierscheibe gebohrt hat und den Kühlkörper leitend mit dem Transistorgehäuse verbunden hat. Teilweise mit fatalen Folgen.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo


      Hilfe! Fehlererscheinung hat sich geändert. Ich habe alles wieder zusammengebaut. jetzt ist es so,das sich der Plattenteller um vielleicht 30 grad in Drehrichtung dreht, und dann um etwa den gleichen wert rückwerts.jetzt bin ich total verwirrt. Ich hatte den 9001 kurz vom Kühlblech abgeschraubt. Dann zuckt er nur etwas in drehrichtung,mehr nicht.Ich mache den 9001 wieder dran wieder vorwerts und Rückwerts.
      Ich werde mal schauen das ich neue Glimmerscheiben bekomme und so verfahren wie vorgeschlagen.Ja Wärmeleitpaste ist dazwischen. Und probieren ob ich zur Vorsicht noch ein paar BD 135 bekomme wenn ich schonmal da bin. Hier in Osnabrück gibt es Heinicke Electronic ich hoffe die haben sowas
    • Hallo nochmal. Bitte vergeßt meinen letzten Eintrag. Ich idiot habe beim Zusammenbau vergessen das kleine Modul einzubauen. Ich denke davon kam dieser "scatcheffekt". Ich werde unter die Transistoren neue Glimmerscheiben setzen und dann mal schauen. Natürlich berichte ich euch von dem Ergebnis. Schönen Abend


      Uwe
    • Hi Uwe !

      radar99 schrieb:

      Hallo nochmal. Bitte vergeßt meinen letzten Eintrag. Ich idiot habe beim Zusammenbau vergessen das kleine Modul einzubauen. Ich denke davon kam dieser "scatcheffekt". Ich werde unter die Transistoren neue Glimmerscheiben setzen und dann mal schauen. Natürlich berichte ich euch von dem Ergebnis.
      So macht jeder seine eigenen (schockierenden) Erfahrungen.

      Gut, daß Du das noch aufklären konntest. Ich habe über den Nachmittag nach Deiner alarmierenden Nachricht den Schaltplan nach allen in Frage kommenden Möglichkeiten abgeklopft. Meinst Du mit dem "Kleinen Modul" das Modul 1, was das Signal vom Tachogenerator aufarbeitet ? Wäre ja mal interessant, um zukünftige Fehler einkreisen zu können, was passiert, wenn ein Modul ausfällt.

      Whatever.
      Gucken wir mal, was passiert, wenn die Transis neu beglimmert sind ... ob das Schicksal gnädig ist und das Drama dann ein Ende hat. :D

      Schönen Start in die Woche !

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Juhu heute ist für mich verfrüht Weihnachten!!!! :)

      Ich war heut morgen in der Stadt, 5 Glimmerscheiben und Wärmeleitpaste für insgesamt 2 Euro gekauft. Heute abend nach der Schicht die Transistoren neu "beglimmert",alles zusammengebaut und gebetet. Und siehe da: Er läuft und hält hundertprozentig die Drehzahl. Ich bin so happy!!!!!

      Es war das kleinste Modul und es sitzt wenn man das Chassis umdreht links .ich hatte es schlichtweg vergessen. Als Resultat läuft der motor ca 20-30 grad in Drehrichtung und dann ungefähr den gleichen Wert wieder zurück.Er macht das ein paarmal, wird langsamer dabei bis er ganz zum Stillstand kommt.

      Ich möchte mich hiermit ganz herzlich bei Peter und Andreas bedanken für die Tips und die Geduld. Ein bißchen habe ich schon Ahnung von Elektronik, habe früher als Kind mit dem Kosmos Elektronikbaukasten herumgebastelt und später mal ein paar Bausätze zusammengelötet. Aber auf die Sache mit den Transistoren wäre ich nie gekommen.

      Nochmals vielen,vielen Dank!!!!!!

      Und allen ein frohes Weihnachtsfest !
    • Hi Uwe !

      :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Yes !!

      radar99 schrieb:

      Aber auf die Sache mit den Transistoren wäre ich nie gekommen.
      Ich auch nicht, ehrlich gesagt. Oder wenigstens nicht sofort.
      Die Symptome deuteten in Richtung Aussetzer in der Regelung und ich hätte mich von vorne nach hinten "durchgeklingelt". Irgendwann kommt man dann auch bei der eigentlichen Motor-Endstufe an. Aber das dauert ...

      Insofern kam Andreas' Tip genau zur richtigen Zeit. Also hat er die Lorbeeren verdient. :)

      Wieder was gelernt.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Uwe und Peter,

      es freut mich, dass der Plattenspieler wieder einwandfrei läuft. Danke für die "Lorbeeren". Ich möchte aber fairerweise noch erwähnen,
      dass ich den Tipp mit den Glimmerscheiben nach längerer Suche hier im Board fand. Selbst wäre ich darauf wahrscheinlich nicht so schnell
      gekommen. Da hatte vor einigen Jahren schon einmal ein Boardmitglied dasselbe Problem. Nichtsdestotrotz, auch bei mir hat dieser Tipp
      zum Erfolg geführt.
      Was mich dennoch wundert, man sieht an den runden Glimmerscheiben nach deren Ausbau und Reinigung nichts, was auf eine Verbindung
      zum Kühlblech hinweisen würde. Aber das Ziel zählt, und das ist täglich Vinyl hören. :D Viel Spaß dabei.

      Viele Grüße,
      Andreas
      1001; 1009; 1010; 1011; 1014; 1015; 1019; 1210; 1218; 1229; 1237A; 1249; 701; 704; 721; CS 601; CS621; CS 622; CS 650 RC; CS 714 Q; CS 731 Q; CS 750-1; CV1460; CV 1400; CV 1500 RC; CV 1600; CV1700; CV120; CT19;
      CT 1440; CT1740; CT1540RC; CR1750; C 819; C 820; C 830; C 839 RC; CC1462; KA 330; KA 360 II; CL 140; CL 150; CL710; CL380;
    • radar99 schrieb:

      Juhu heute ist für mich verfrüht Weihnachten!!!! :)

      Ich war heut morgen in der Stadt, 5 Glimmerscheiben und Wärmeleitpaste für insgesamt 2 Euro gekauft. Heute abend nach der Schicht die Transistoren neu "beglimmert",alles zusammengebaut und gebetet. Und siehe da: Er läuft und hält hundertprozentig die Drehzahl. Ich bin so happy!!!!!
      Moin radar99, moin zusammen.

      Da mein Fehlerbild exakt dem Leidensweg dieses 731q entspricht, möchte ich um Aufklärung zur Zuordnung der Lösung bitten.

      "DIE TRANSISTOREN neu beglimmert". Auf welcher Platine bzw. welche waren es nun genau? Es wird von einer kleinen Platine gesprochen - die ist aber wohl nur versehentlich nicht eingebaut worden und hat dadurch ein weiteres Fehlerbild verursacht. Sie selbst war für das ursächliche Problem nicht der Auslöser und ist dementsprechend auch nicht repariert worden.

      Also wo genau, war hier die "Beglimmerung" erforderlich? Bekommt das einer von Euch noch "zusammen"?

      Höre gern von Euch und viele Grüße
      memberofdualboard
      Haupt-Dreher: DUAL CS-731q mit Halbzoll-Umrüstsatz und Audio Technica VM-95ML (z. Z.in Behandlung)
      Zweit-Dreher: DUAL CS-721 mit Shure V-15 Typ III L-M, Shure M-75G Typ II (N75ED), OM-10, OM-30
      Dritt-Dreher: DUAL CS-455/1 mit OM/SuperOM-10, OM/SuperOM-20, OM/SuperOM-30; AT-95EX
      Verstärker: Bi-Amping mit 2 Rotel RB-981
      Boxen: Quadral Vulkan MK-IV, Bändchenhochtöner (25 yo)
      Wiring: 4 mm² bi-wiring/-amping, 100 % pure copper
    • Moin,

      das sind die drei Transistoren, die hier auf dem Kühlblech über dem
      Schriftzug DUAL EDS 920 zu sehen sind. Kann sein, dass auf der
      Unterseite auch noch welche sitzen.
      Die sind mit Glimmerscheiben zur Isolierung dort angebracht. Um
      die Wärme besser ableiten zu können, ist Wärmeleitpaste dort
      verwendet worden. Paste, die elektrisch nicht leitet, ist dort zu
      verwenden.

      dual-board.de/index.php?attach…4elektronik-p1040581-jpg/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mickdry ()

    • Na, schau Dir mal diese Bilder an:

      photos.app.goo.gl/Cxd5djTitVVKemzK6

      Habe probiert um so Gut möglich alles zu fotografieren, ist eine komplette Revision von meinem 731,
      und der hatte auch verschiedene macken mit Strobo, geschwindigkeit & Co.
      Und da hatte Peter (Wacholder) auch ein paar gute Ideën!

      Viel Spass!

      ^^
      LG, Ernst

      Tja, infiziert mit "Dualitis" ;( ... :D

      Im Moment spielt mal wieder): Luxman CL35/M150 mit Dual 701/Stanton 881S und Elipson 1303...

      1019 - 1214 - 1218 - 1219 - 1229 - 1249 - 701 - CS650RC - CS731Q - CS741q/mcc120 - CS5000
      CV 121-1 - CV 240 - CDV 60 - MV 61
      CR 120 - CR 220
      CV1500RC
      CT18 - CT19 - CT1540RC
      RC154 - CP1 Weiss (2x)
      CL 170 auf LF-2
      C 839RC - C-901 - TG-29
      Uher SG631 Logic - Revox A77Mk IV
      und
      Marantz/Luxman/Revox/Uher Freak! ^^
    • Ach, fantastisch. Da wär ich im Leben nicht drauf gekommen!

      Danke @mickdry und @Ernst3510 ! Jetzt blick ich durch :)

      Viele Grüße,
      memberofdualboard
      Haupt-Dreher: DUAL CS-731q mit Halbzoll-Umrüstsatz und Audio Technica VM-95ML (z. Z.in Behandlung)
      Zweit-Dreher: DUAL CS-721 mit Shure V-15 Typ III L-M, Shure M-75G Typ II (N75ED), OM-10, OM-30
      Dritt-Dreher: DUAL CS-455/1 mit OM/SuperOM-10, OM/SuperOM-20, OM/SuperOM-30; AT-95EX
      Verstärker: Bi-Amping mit 2 Rotel RB-981
      Boxen: Quadral Vulkan MK-IV, Bändchenhochtöner (25 yo)
      Wiring: 4 mm² bi-wiring/-amping, 100 % pure copper