626: Motor bleibt einfache stehen, Motorsteuerung?

  • Ich habe hier gerade einen 626er liegen.

    Automatik habe ich noch gar niocht getestet. Bis jetzt wurde die Mechanik gereinigt und geschmiert, Pimpel erneuert und sämtliche Elkos erneuert.

    Auch vor der Elko Kur lief der Motor bei der manuellen Start mittels Tonarm nur kurz an und bleibt dann stehen. Strobo leuchtet.

    Ich vermute, es hat was mit der Motorsteuerung zu tun, hat jemand eine Idee wie ich weiter vorgehen sollte?

    Alla Hopp
    Jo

  • Hi Jo !

    Ich vermute, es hat was mit der Motorsteuerung zu tun, hat jemand eine Idee wie ich weiter vorgehen sollte?

    Mach' mal als erstes den dicken Elko in der Trafokiste neu und -vielleicht- noch die zwei oder drei "ROE"-Mülltonnen auf dem Motorboard.

    Das sind immer die offensichtlichsten Ausfallkandidaten, die einem in die Cornflakes pinkeln können. Wenn der Motor noch mal kurz anläuft, sind die u.U. noch nicht so tot, daß sie bleibenden Schäden beim Rest angerichtet haben. Aber einer von denen, der einen niedrigen Innenwiderstand entwickelt hat, reicht, um den Motor wieder zum Stehen zu bringen.


    :)


    Hier mal der relevante Auszug aus meiner Kondi-Liste mit den Reichelt / Conrad Nummern.

    Du brauchst mindestens den C55, C1, C2 und C13.

    ... stelle gerade fest, daß da ein paar Angaben fehlen. Muß ich nochmal nacharbeiten.


    :S


    Und - ach so .... wenn Du die Kondis schon getauscht hast, würde ich nochmal genau prüfen, ob alle richtig rum drinsitzen.

    Da sind die etwas zickig.


    :P

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

    Einmal editiert, zuletzt von wacholder ()

  • Hallo Peter,

    in der Tat, den Dicken, der beim 626 außerhalb des Trafos auf einer Platine sitzt habe ich tatsächlich noch nicht getauscht, alle anderen schon. Die schicken ROE Döschen zuerst.

    Meinst du, der Dicke ist für das Problem Zuständig?

    Alla Hopp
    Jo

  • Hi Jo !

    Meinst du, der Dicke ist für das Problem Zuständig?

    Der dicke stabilisiert die gesamte Spannung für die Elektronik.

    Wenn der mau ist, steigt die Spannung kurz an ... und bricht wieder zusammen.


    <X

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi Jo !

    Nö, das wars nicht

    Das ist schlecht.


    Bitte mal zwei Messungen:

    1. an Plus und Minus von dem dicken Okkolyten. Das sollten nach dem Einschalten um 22V herum sein.

    2. eine Messung an den beiden Pins der Z-Diode. Das sollten um 7.5V herum sein.


    1. ist die Hauptspannung, die die Motorelektronik (und den Rest) versorgt.

    2. ist die Hilfsspannung, die NE555 und 4069 ICs versorgen, die das Signal erzeugen, was in der Motor-Endstufe (T3 + T4) den Stromfluß durch den Motor bestimmt.


    Etwas irritierend ist die Tatsache, daß der Motor nochmal kurz anläuft. Wenn eins der beiden ICs Fritte ist, steht das Ding normalerweise, egal, was man mit dem Arm anstellt oder ob man Start drückt. Interessant ist im Augenblick nur die Motorplatine. Der Rest ist "Convenience" für Stroboskop und Tastenbedienung. Das ist im Moment mal ganz außen vor. Aber beim Einschwenken des Arms muß der Motor laufen. An sich ist das funktionierende Stroboskop ein Indiz dafür, daß die Hauptspannung (1.) okay ist, denn die wird daraus abgeleitet und aus der Trafowechselspannung wird das Taktsignal für die LEDs generiert. Das funktioniert aber auch noch, wenn die Hauptspannunga auf z.B. 15V zusammenbricht. Durch die kurzen Taktimpulse ist dabei kaum ein Helligkeitsverlust feststellbar - aber dann zieht irgendwas deutlich mehr Strom, wie es sollte.

    Wichtiger ist die Hilfsspannung (2.), weil die die ICs versorgt und das Regelsignal erzeugt. Wenn die nicht richtig fluppt, gibt es -möglicherweise- einen kurzen Anlaufimpuls an den Motor - und dann versandet die Regelung und er bleibt wieder stehen.

    Da auch mal die Polarität von C1 prüfen.


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/626s/626s-05.jpg


    Plus muß "nach innen", Minus nach außen zum Platinenrand weisen.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • 2. eine Messung an den beiden Pins der Z-Diode. Das sollten um 7.5V herum sein.

    das wäre messen an Pin 1.2 und 3.1 ?

    bzw die Diode unter C1?

    an Punkt 1: 24 V

    Alla Hopp
    Jo

    2 Mal editiert, zuletzt von grossesj ()

  • Hi Jo !

    das wäre messen an Pin 1.2 und 3.1 ?

    bzw die Diode unter C1?

    an Punkt 1: 24 V

    An der Motorplatine 1.2 (Masse) und 8.2 (+22V)

    Dann an der Diode unter C1, die im Platinenplan im SM lustigerweise auch als C1 bezeichnet ist, aber eigentlich D1 heißen sollte.

    Da müßte am geringten Ende +7.5V zu messen sein.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Das Messen liegt mir ja nicht so, also einfach die Motorplatine in einen anderen 626 eingebaut: läuft! An der liegt es also nicht.

    Alla Hopp
    Jo

  • Die Elektronikplatte ist es auch nicht ;)

    Netzteil heißt, es müssen 18V rauskommen

    Schalter = Netzschalter?

    Regler, welchen meinst du?

    Motor? kann der was ab haben?


    "Eins von diesen Dingen ist nicht wie die anderen ... "

    Das befürchte ich :)

    Alla Hopp
    Jo

  • Hi Jo !

    Regler, welchen meinst du?

    Motor? kann der was ab haben?

    Pitchregler. Wenn der einen Schleiferbruch hat, sollte der Motor eigentlich weiterlaufen.

    Wenn die Widerstandsbahn Risse hat, kann es sein, daß der Motor nicht mehr anläuft.


    Der Motor ist eigentlich unverwüstlich. Eigentlich.

    Da es aber ein bürsten-kommutierter DC-Servomotor ist, könnte es sein, daß die Alterung die Kohlebürsten, den Kollektor oder die kleinen Elkos zwischen den Lamellen des Kollektors niedergestreckt hat. Das ist im einzelnen ohne Zerlegen des Motors nicht nachzuweisen ... und dabei macht man den in der Regel kaputt, weil die Werkzeuge fehlen, um die Bürsten vom Kollektor abzurücken, damit man den Anker ziehen kann. *Dann* könnte man sich die Bürsten angucken, die Kollektorbleche anschauen und reinigen und die Elkos aus dem Anker ablösen und einzeln durchmessen und auf Kurzschlüsse untersuchen. (Das sind meiner Erinnerung nach kleine Elnas)


    :)

    Peter aus dem Lipperland


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  • Okay, dann schau ich mir mal den Regler an:

    er hat 2,5 k Ohm zwischen rot und schwarzem Draht. Bisschen wenig, oder? sollten da nicht 5 k Ohm sein?

    Alla Hopp
    Jo

  • Nach meiner Erfahrung mit beiden 626, die ich hatte, bleibt der Motor stehen, wenn der Pitch-Poti und/oder die Potis auf der Motorsteuerplatine "einen weg haben".

    Den Pitch "außen" (lt. Servicemanual 5k) habe ich bei beiden durch mehrfaches hin- und herdrehen "richten" können, die beiden auf der Motorsteuerplatine habe ich jeweils ersetzt. Wenn ich mich recht erinnere, ahebn die 10k und 22k, wobei ich die 22k durch 25k erstezt habe (weil "C" nichts anderes vorrätig hatte).

    irgendwas ist immer und man lernt nie aus ...


    Gruß
    Winfried

  • Hi Jo !

    Okay, dann schau ich mir mal den Regler an:

    er hat 2,5 k Ohm zwischen rot und schwarzem Draht. Bisschen wenig, oder? sollten da nicht 5 k Ohm sein?

    Ist Latte. Wichtig ist, daß der Meßwert Schleifer gegen ein Ende von Null bis Endwert ohne Aussetzer durchstimmbar ist.


    Bei den "alten" Steuerungen in 604 und 621 hatte der 2.5K, später ist der mal auf 5K angehoben worden. Vermutlich um den (nutzlosen) Querstrom durch den Regler und die dadurch unnötige Belastung der 7.5V-Referenz zu reduzieren.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Wichtig ist, daß der Meßwert Schleifer gegen ein Ende von Null bis Endwert ohne Aussetzer durchstimmbar ist.

    ist er, soweit ich das mit meinem Messgerät erfassen kann

    Alla Hopp
    Jo

  • Hi Jo !


    Okay, dann ist der Pitchregler okay.

    Was ist mit dem Schalter für die Geschwindigkeiten. Das ist ein einfacher 1 x UM = ein gemeinsamer Kontakt, ein Ruhestromkontakt, ein Arbeitsstromkontakt. Der muß jeweils gemeinsam auf Ruhe und gemeinsam auf Arbeits (nach dem Umschalten) Durchgang haben.

    Diese Schalter sind öfters etwas zickig - sowohl die alten, offenen Pertinaxschalter, als auch die später verwendeten "Schnappfeder"-Kontakte.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • So, jetzt ist mir im Vergleich zum anderen Gerät aufgefallen, dass der Vorbesitzer den grauen und den gelben Draht auf der Elektronikplatte vertauscht hatte. =O

    wieder alles richtig angelötet - läuft :thumbup:

    Alla Hopp
    Jo

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