Aussenbelag von Wima MKS4 identifizieren

  • Ein freundliches "Hallo" an unsere Elektronikprofis hier!


    Kann mir einer von euch sagen, woran man bei einem WIMA MKS4
    Kondensator die Seite erkennt, an der der Aussenbelag aufgelegt ist?


    Bei axialen Rollkondensatoren ist ja zumeist ein Ring aufgezeichnet,
    aber bei den WIMAs ist nur bei den größeren Typen ein Strich ziemlich
    in der Mitte, aber mit Tendenz nach rechts. Ist dann rechts auch der
    Aussenbelag (auf die Beschriftungsseite geschaut)?


    Was ist mit den kleinen Typen, die nicht über diesen Strich verfügen?
    Ist der Aussenbelag da dann auch rechts oder liege ich völlig falsch?..


    Schöne Grüße,
    Andreas

  • hallo Andreas,
    um herrauszufinden auf welcher Seite der Aussenbelag bei Folienkondensatoren sich befindet benutze ich ein Ozsilloskop.
    Die Seite mit dem Aussenbelag wird empfindlicher auf kapazitive Einstreuungen reagieren.
    Ansonsten kann ich dazu auch nicht mehr sagen, wo der Aussenbelag von nicht gekennzeichneten unbekannten Kondensatoren sich befindet.
    Gruß Armin

  • Moin Armin,


    ja, danke für den Tip mit dem Ossi. Das werde ich mal probieren.
    Ich hab das bisher so ähnlich gemacht, nämlich mit meinem leider neulich
    verreckten METEX M-4650CR, das einen Kondensatormessbereich
    hat und dann ein Belch an den Kondensator gelegt und dieses gegen einen
    der beiden Kondensatoranschlüsse gemessen. Das ging leidlich, war aber
    auch eher ein Ratespiel.


    Aber vielleicht weiß ja doch jemand um das Geheimnis von den WIMAs
    und ich kann mir das ganze Gemesse schenken.
    Immerhin sind die ja nicht gerade selten und es wird da sicher einen
    Schküssel für das Geheimnis geben, denn es wäre ein Armutszeignis,
    wenn das völlig willkürlich belegt wäre und dann jeder Kondensator vor
    seinem Einbau erstmal gemessen werden müßte (oder auf richtigen
    Anschluß der Aussenbeläge heute großzügig verzichtet würde).


    Im Netz habe ich leider nach einer Stunde Gesuche nichts klärendes
    gefunden. Mal sehen - ich werde nachher mal WIMA nerven...


    Schöne Grüße,
    Andreas

  • ..so, gerade mit WIMA telefoniert!


    Also, leider sind diese Kondensatoren nicht gekennzeichnet und auch
    die Beschriftung ist willkürlich. Schade!
    Der nette und hilfsbereite WIMA-Fachmann sagte aber, "das sei auch
    mit hochwertigen Messgeräten nicht mehr messbar.." Ich sag jetzt mal
    "okay!?"
    Er gab mir dann noch den Tip, für den Audiobereich eben diese MKS4-
    Serie zu verwenden und wenn ich bessere nehmen möchte, auf MKP4
    oder noch besser MKP10 unzusteigen.
    Was sagt ihr den dazu?


    Armin, Deinen Tip mit dem Ossi hab ich versucht - das ist leider auch
    eher ein Ratespiel.. Oder hast Du da einen besonderen Aufbau?
    Ich hab den MKS einfach in die Hand genommen und dann gegen beide
    Pins gemessen. Das Ergebnis wurde zudem noch dadurch verfälscht,
    da der Ausschlag obendrein noch durch den Fingerdruck verändert wurde.
    Ich hab dann mal versucht, den Kondi auf ein Blech zu legen. Da hab ich
    ihn dann auch mit dem Finger fixiert und - das gleiche.


    Vielleicht bau ich die Teile dann doch einfach so ein, wie es kommt.
    Schade! (Nicht nur) die Dual-Konstrukteure werden sich dabei was gedacht
    haben, in den Schaltungen den Aussenbelag zu notieren. Oder sind die
    (Folien-)Kondensatoren heute wirklich darauf nicht mehr empfindlich???


    Schöne Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,
    ich würde auf jeden Fall auf MKP10 wechseln wenn es für Signalanwendungen ist, z.B. für Phono-Pres.
    Wenn es nicht gerade "dicke" teure Dinger sind, würde ich ein paar mehr kaufen und hoffen, dass einige aus der gleichen Charge sind. Ich meine, die MKP10 haben Chargennummern und da die Produktion wohl voll automatisiert sein wird, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die Polarität innerhalb der Charge wechselt.
    Dann würde ich ein Stück opfern und nachschauen.
    Die Alternative wäre eine Metall-Abschirmung um den Kondensator, z.B. aus Kupferfolie oder Weißblech. Diesen Schirm könnte man dann auf das gewünschte Potential legen.
    Schöne Grüße
    Günter

    Hört abwechselnd mit Dual 701, 721, 606, Nordmende RP1400. Aktuell mit Nordmende RP1400 mit VM95ML.
    Suche verschlissene oder abgebrochene Nadel für AT-100E, AT-120E, AT-120Eb, AT-440Mla AT-440MLb, AT-150MLX, AT150SA

  • es gibt tatsächlich Kondensatoren, wo es mit der Ozilloskop Methode nicht eindeutig feststellbar ist wo sich der Aussenbelag befindet.
    In diesem Fall, spielt dann die Einbaulage auch keine Rolle.

  • Hallo Günter,


    ja, guter Tip! Aber wahrscheinlich sind die WIMAs so gut, daß die richtige
    Polung nebensächlich wird. Das hat ja auch der WIMA-Mitarbeiter gesagt
    und Armin bestätigt das ja hier auch.
    Wenn ich aber mal eine Phono-Vorstufe bauen sollte, werde ich an Deine
    Worte denken.


    Im Augenblich löte ich eher an "Party"-Röhrenverstärkern - da kommt es
    wohl nicht so sehr drauf an. Aber unterm Strich möchte ich da schon das
    Möglichste (oh, der "Hyperlativ"!) bei rausholen und die Polung der Kondis
    haben die Dual-Ingenieure ja damals nicht ohne Grund eingetragen.
    Wahrscheinlich war das aber bei den Uralt-Kondis ungleich wichtiger.


    Die Kiste läuft jetzt. Trotz (fast) komplettem Bauteileaustausch aber leider
    noch mit einem Restbrumm.
    Ich werd dann doch mal den Ladeelko (temporär) ersetzen - mal sehen,
    ob es etwas bringt (bringt jedenfalls nicht immer was). Auch versuche ich
    mal, den Selengleichrichter auszutauschen. Die können ja auch eine
    Brummquelle sein!..


    Zurück zu den WIMAs -
    Wie würdest Du denn andere WIMA-Serien wie FKP und FKS für den
    Einsatz im Hifi-Bereich einordnen?
    Und wie ist das mit den Knallfröschen?
    Das sind ja MP3-Typen. Habe gelesen, daß die im Signalweg nicht
    zu empfehlen wären...


    Schöne Grüße,
    Andreas

  • Zurück zu den WIMAs -
    Wie würdest Du denn andere WIMA-Serien wie FKP und FKS für den
    Einsatz im Hifi-Bereich einordnen?
    Und wie ist das mit den Knallfröschen?

    Hallo Andreas,
    ich hatte mal mit einem speziellem Testaufbau Kondensatoren für einen RöhrenPre vermessen und da waren die MKP10 ganz weit vorn, zumindest für die Kapazitätswerte ab 10nF. Meiner Meinung nach ideal für eine neutrale Wiedergabe. FKS und auch hochgehandelte "audiophile" Kondensatoren verformten das Testsignal deutlich, könnten zur Anpassung der Klangcharakteristik aber nützlich sein. FKP waren auch nicht so toll, meine ich.
    Mit Knallfröschen habe ich glücklicherweise keine Erfahrung-
    Schöne Grüße
    Günter

    Hört abwechselnd mit Dual 701, 721, 606, Nordmende RP1400. Aktuell mit Nordmende RP1400 mit VM95ML.
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  • Moin Günter,


    ...oh, das ist interessant!


    Kannst Du vielleicht in etwa sagen, in welcher Form die verschiedenen Typen das Signal verformt haben (kälter/weicher/härter/wärmer/verwaschen/oderwieauchimmer)?


    Vielleiht könnte man ja gezielt durch den Einsatz bestimmter Typen einen sehr "matschigen" Röhrenklang etwas mehr Schärfe verleihen.


    "Knallfrösche" hast Du in Deinem Test nicht mit ausprobiert? Sind doch auch nur Folienkondensatoren - sogar sonst so hochgelobte "MP"-Typen...


    Schöne Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,
    die Kondensatoren hatte ich meßtechnisch untersucht, basierend auf einem Artikel "A Real-Time Signal Test for Capacitor Quality". Dabei werden die Testkandidaten in einer Brückenschaltung mit einem Referenzkondensator verglichen. Auf der Webseite von Walt Jung gibt es den Artikel noch:
    http://www.waltjung.org/PDFs/W…Classic_Articles_Page.pdf
    Wenn man die Schaltung nachbaut, sollte man auf gute Abschirmung des Meßaufbaus achten.
    Klangbeschreibungen wie wärmer/kälter etc. sind nicht so meine Sache.
    Röhren klingen für mich, zumindest in Vorverstärkern bei vernünftigem Aufbau, überhaupt nicht matchig.
    Da braucht man nichts kompensieren.
    Bei Leistungsverstärkern mit Ausgangstrafo mag das anders sein, aber damit habe ich keine Erfahrung.
    Schöne Grüße
    Günter

    Hört abwechselnd mit Dual 701, 721, 606, Nordmende RP1400. Aktuell mit Nordmende RP1400 mit VM95ML.
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  • Hallo Günter,


    ich bin hier beim aktuellen Projakt gerade mehr im "LOFI"-Bereich unterwegs (mit sehr schwachbrüstigen Röhrenverstärkern a'la "V26").


    Wenn ich die als (single ended Class A) Endstufe in eine gute HIFI-Kette mit echten "Männerboxen" hänge, gibt das einen sehr schönen, tollen Klang! Ich mag das. Man kann danach süchtig werden - aber es ist schon sseehhrr wweeiicchh!..
    Ist schon fast (etwas) zuviel des Guten. Deshalb wäre die Option, hier klangliche Experimente etwas mit den Kondensatoren zu machen, schon interessant. Und wenn ich im Vorfeld wüßte, welche klangliche Tendenz verschiedene Kondensatortypen haben, wäre das schon eine große Hilfe.


    Jedenfalls werde ich mir Deine Bewertungen merken und in meine Planungen/Bestellungen einfliesen lassen.


    Schönen Sonntag,
    Andreas

  • Hallo Andreas,
    kenne den V26 nicht und wäre an einem Link interessiert, auch gern als PM.
    Bisher habe ich Röhren-Endverstärker gemieden wegen der häufig nicht so guten Eigenschaften der Ausgangsübertrager.
    Und die Lebensdauer von Leistungs-Röhren scheint teilweise auch begrenzt zu sein.
    Da bevorzuge ich einen modernen Transistor-Amp welcher die Lautsprecher durch einen hohen Dämpfungsfaktor gut kontrolliert.
    Als Kompromiss zwischen beiden Welten werden teilweise D-Amps gesehen. In meiner Zweitanlage haben Tripath 2020-Endstufen die Endstufen des gut beleumundeten Rotel RA935BX MKII aufs Altenteil geschickt. Genauso stelle ich mir guten Röhrensound vor.
    Hängt aber alles von der Gesamtkette ab.
    Auch dir einen schönen Sonntag!
    Günter

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  • Hallo Günter,


    oh, ich glaube, Du hast jetzt ganz andere Vorstellungen von diesem Verstärker!
    Den Link hatte ich leider vergessen - ist aber auch nichts geheimes, denn der Schaltplan ist zwischen den anderen unter Wegavision versteckt. Ein V26 ist quasi 2 x V42 oder 2 x V42...


    http://dual.pytalhost.eu/dp1011V26s/


    Aber bevor Du Dir da etwas kaufst, kannst Du gerne mal bei mir im Mölln (das heute ja nicht mehr an Lübeck verpfändet ist) zum hören vorbeikommen. Sind ja quasi Nachbarn...


    Schöne Grüße,
    Andreas

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