Neu und Ahnungslos: 1019 ohne System - welches nehmen

  • Hallo allerseits,


    vor einigen Wochen konnte ich in Schweden einen 1019 in Holzzarge aus einem Loppis (Trödelmarkt) für umgerechnet 7 Euro retten.
    Das Thema Entharzung und neue Ölung habe ich schon durch, allerdings fehlt mir jetzt zum Glück noch ein System.
    Ich habe zwar aus selber Quelle auch noch einen 1214 mit 2 Systemen organisiert, diese passen aber nicht an den 1019.
    Da ich Dual-Neuling bin, habe ich keinen Schimmer, was ich jetzt genau alles brauche - ich vermute aber, einen Träger und ein eigentliches System. Welches ? Woher nehmen, wenn nicht stehlen ?


    Zur Verdeutlichung habe ich mal 2 Bilder angehangen. Und ja, das Headshell sieht erbärmlich aus, aber erst die Technik, dann die Optik.


    Danke schon mal im Voraus


    Jens

  • Hallo,
    hier kannst Du schonmal dein TK ersteigern. oder gib eine Such- anzeige im Kleinanzeigenbereich auf, das TK ist ein 11, 12, oder 151.

    http://www.ebay.de/itm/DUAL-10…r&hash=item27c8aef4d2</a>


    Viel Erfolg


    Gruß


    Niko

    Wechsler CS: 1019; 1214; 1225; 1236; 1237; 1239; 1258
    Einzelspieler CS: 502; 504; 601; 626; 701; 731
    Verstärker: CV 450; 1500; 1460; 1462
    Kassettendeck C 450; 822; 824; 839; 844; 846; CC 1462
    Radio CT 450; 1440; 1450; 1460; 1462; 1540
    Laserplattenspieler CD 130

  • Danke,


    dann werd ich mal mein Glück versuchen und schon mal nach der Airbrush-Pistole suchen. :)


    Jens

  • Hi !


    Der Headshell beim 1019 ist aus einer Magnesium-Legierung. Wenn da so krümelige Stellen mit weißlichen Verfärbungen auftreten, dann ist das die sog. "Magnesiumpest" - analog zur Zinkpest, was Modellautosammler kennen. Es ist eine an der Oberfläche beginnende Oxydation, die immer tiefer in das Material eindringt und es letztlich regelrecht auffrißt.


    Die Stellen müßten eigentlich runtergeschliffen und versiegelt werden.


    Die Hinweise auf die Tonkopfträger TK11 und 12 hast Du ja schon bekommen.
    Als System für den 1019 empfehle ich immer gern das klassische Shure. Entweder ein M44 (alt - nicht das heute verfügbare Disko-System mit seinen Scratch-Nadeln), das M71, M75 oder M91. Wenn Du beabsichtigst, die Wechselfunktion des Gerätes zu nutzen, würde ich ein -mechanisch- nicht zu empfindliches System verwenden. Das M75 dürfte in jedem Fall für Rock und Pop eine gute Wahl sein. Bei Schwerpunkt auf Jazz oder Klassik, wo eine etwas feinere Auflösung gewünscht ist, würde ich unter dem 1019 ein M91 nehmen.


    Es gibt sicher eine Anzahl modernerer Systeme, die mit dem 1019-Arm gut harmonieren, aber da bin ich nicht so auf dem laufenden. Das M44 und M71 / M75 wurden damals mit dem Gerät zusammen verkauft. Unter meinem ersten 1019 steckte damals ein M75, was inzwischen auch wieder drunter ist, aber ich habe damit auch einiges von Ortofon, Pickering und Empire erprobt. Letztlich bin ich aber wieder beim M75 angekommen. Zumal für die Rock- und Popplatten der 70er und 80er bietet sich das an.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi Jens,


    noch ergänzend, wenn Du den 1019 als Wechsler verwenden willst, dann nimm ein System mit sphärischem Nadelschliff, elliptische und/oder schärfere Schliffe verursachen mindestens bei der ersten und letzten Platte Verzerrungen wg. zu grosser Fehlstellung der Nadel (VTA).


    M75/71 und M91 haben den gleichen Generator, es ist also egal welches System Du verwenden würdest, es gibt mit gleicher Nadel keinen Klangunterschied.


    Da der 1019 einen mittelschweren Arm hat, ist die Auswahl an möglichen System sehr gross. Für eine Empfehlung solltest Du einen Preisrahmen vorgeben und etwas über deinen Hörgeschmack/Hörgewohnheiten angeben. Und ob MM oder MC Systeme. Ansonsten sind Empfehlungen kaum sinnvoll da die Geschmäcker sehr verschieden sein können.


    Viele Grüsse, Thomas

    „back to the roots“

  • Uff,


    danke erstmal für eure Tipps und Infos.
    Mein Musikgeschmack ist gelinde gesagt schwierig - 70er bis frühe 90er Rock, bisschen Punk, Heavy von der Zeit an, als es noch Hard Rock hiess, sehr gern auch Klassik, Liedermacher und Country.
    Von allen Systemen, die ich bislang hatte, gefiel mir das M75MG Type 2 an meinem Saba PSP 900 am besten, ein M75-6 hab ich an einem 1214 zu laufen, konnte es allerdings noch nicht ausgiebig testen, da der noch in der Aufarbeitung steckt.
    Als Zweitdreher soll perspektivisch ein CS 435 dienen, an dem derzeit noch das Brot-und-Butter DN245 montiert ist, da der Saba leider ebenso wie der 1019 einen DIN-Anschluss hat und mein Rotel RA 713 leider nur noch einen Anschluss für DIN-Dreher hat.


    Die Korrosion am Headshell ist tatsächlich übel, die Bilder beschönigen das eher. Ich habe da schon einen anderweitig "behinderten" 1019 als Schlachteopfer schon im Visier.
    Ob MM oder MC ist wieder so eine Glaubensfrage wie Canon oder Nikon - wie schon geschrieben ist an dem mittelschweren Tonarm des 1019 das Gewicht des Systems nicht essentiell, wenn ich keinen Denkfehler hab.
    Der Preis ist so eine Sache - ich bin mir bewusst, dass gute Dinge gutes Geld kosten, aber ich nehme in vielen Belangen des Lebens lieber ältere, bewährte Sachen als das aller neueste, beste. Zumal ich mich hörtechnisch irgendwo in der breiten Masse zwischen Holz- und Goldohr bewege.
    Als Wechsler soll der 1019 nicht benutzt werden - Plattenhören ist für mich auch, nach jeder Seite die Platte zu wenden. ;)


    Ich fasse mal zusammen: TK11/12/151 und nach den bisherigen Schreiben wieder ein M75 ?



    Tschö


    Jens


    Edith sagt: Auch wenn das jetzt klingt, als ob ich professionell Hifi-Oldies aufarbeite - dem ist nicht so. Ich mache das aus Spass an der Sache für mich und den Freundes-/Familienkreis. Der 1214 landet z.B. im Wohnzimmer meiner Eltern.

    Einmal editiert, zuletzt von wulthur () aus folgendem Grund: Nachtrag 2

  • Es ist eine an der Oberfläche beginnende Oxydation, die immer tiefer in das Material eindringt und es letztlich regelrecht auffrißt.


    Die Stellen müßten eigentlich runtergeschliffen und versiegelt werden.

    Hallo Jens,
    zum sicheren Versiegeln braucht es Zaponlack. Sonst hilft es nur kurzfristig. Zaponlack schützt Metalle vor Oxidation und sollte mindestens drei mal aufgetragen werden, eher vier mal in Deinem Falle.


    Gruß


    Niko

    Wechsler CS: 1019; 1214; 1225; 1236; 1237; 1239; 1258
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    Kassettendeck C 450; 822; 824; 839; 844; 846; CC 1462
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    Laserplattenspieler CD 130

  • Danke für den Hinweis Niko,


    das erspart mir wieder einiges an Recherche.
    Hoffentlich liest hier niemand mit, der denkt, dass ich weiss, was ich tue.
    Schon erstaunlich, was sich so alles ansammelt, wenn man anfängt Sachen, die andere wegwerfen wollen, zu reparieren.
    Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass ich mal eine Lötstation, von Ballistol über Silikonfett, reinen Alkohol bis hin jetzt zu Zaponlack alles im Hause hätte, ich hätte demjenigen einen Vogel gezeigt. ;)


    Tschö


    Jens

    Einmal editiert, zuletzt von wulthur ()

  • Hallo Jens,
    wobei ballistol nichts an Plattenspielern zu suchen hat, das fördert nämlich die Oxidation von Aluminium und Buntmetallen, laß das weg, Ein Plattenteller vom 1249 ist mir aufgrund dessen versaut, obwohl ich nur das Gleitlager damit geölt hatte. Säuredämpfe unter der Haube trugen dazu bei!!!


    Gruß


    Niko

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  • Hallo Niko,


    das Ballistol wird bei der Poti- und Kontakt-Pflege von Verstärkern in homöpatischen Dosen eingesetzt.
    An die Dreher kommen nur kleine Mengen WD 40 zum entharzen und zur erneuten Schmierung Silikonfett, mit dem ich schon bei CD-Playern hervorragende Erfahrungen gemacht hab. Ob es in den Drehern die erhoffte Langzeitwirkung haben wird, werde ich beobachten.
    Wobei ich Deine Erfahrungen mit der Oxidation nicht ganz nachvollziehen kann, da gerade Ballistol, wie auch WD 40, säurefrei sein sollen ... hmmm ... auf der Ballistol-Flasche steht tatsächlich ein Hinweis bezüglich des Beschlagens von Alu und Buntmetallen..


    Tschö


    Jens

  • uf der Ballistol-Flasche steht tatsächlich ein Hinweis bezüglich des Beschlagens von Alu und Buntmetallen..


    Ja, da muß man aufpassen, säurefrei ist Ballistol nicht, es besteht unter anderem aus gereinigtem weißen Öl und Citrussäuren.
    Es wird zwar dokumentiert, das das Ballistol alkalisch sei, aber dem traue ich nicht über den Weg, und Alkalität verunstaltet Metalle auch.


    Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste... :)


    Gruß


    Niko

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  • Worauf man so alles bei dem Thema kommt.
    Alkalisch heisst ja basisch und die Schutzpatina, die Alu in Verbindung mit Sauerstoff ausbildet, wird durch basischen Lösungen aufgelöst, wodurch das Alu fortschreitend korrodiert.
    Damit ist Ballistol in diesem Zusammenhang WD 40 unterlegen.
    Bei Buntmetallen kommt es auf die Dosierung von Ballistol an. Kleine Mengen haben nach meinen Erfahrungen noch nicht geschadet.


    Die dauerhafte Schmierwirkung beider ist natürlich bescheiden. Dafür dann Silikon- oder Teflonfett.


    Du hast auch eine Porzellankiste ? Ist da genau soviel Bruch drin wie in meiner ? ;)


    Tschö


    Jens

  • Hi Jens !

    Worauf man so alles bei dem Thema kommt.

    Jaha ... hier kann man was lernen, wenn man aufmerksam mitliest.


    Das ist wie Life-Naturkundeunterricht. :D
    Alles mögliche aus Physik, Chemie und Biologie. Plus eine Prise Soziologie (wie man z.B. den Lebensabschnittsbegleiter positiv stimmt, wenn der nächste Karton ins Haus geschoben wird), Wirtschaft (Entwicklung der Ein- und Verkaufspreise bei Geräten und Zubehör) und Psychologie bzw. Psychiatrie (Dualismus: heilbar oder nicht ?).


    Das kommt von sowas.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Ich würde mich jetzt gern nochmal mit meinen Lehrern über meine Naturkundenoten unterhalten. Die Einser-Abschluss-Kandidaten von damals haben jetzt bestimmt keinen Schimmer mehr. ;)
    Unter Dualismus leide ich noch nicht - noch ist die deutliche Mehrzahl der Hifi-Geräte im Haushalt von anderen Marken. Daran wird sich dank meinem Faible für Rotel wohl auch nichts ändern. Nennen wir es lieber Bastelfreude kombiniert mit Sammelwahn.
    Bei den Preisen handle ich fast religös - buddhistisch genauer - abwarten und bei Gelegenheit zuschlagen.
    Die soziologische Komponente wird allein durch die Kofferraumgrösse und das Budget begrenzt.
    Schön finde ich, wenn ein solches Hobby am Ende der Mühen auch ein seh-(und hör-)bares Ergebnis hat. Schon allein für das Gefühl, wenn ein totgeglaubtes Gerät wieder Töne von sich gibt, lohnt die Sache.

  • Hi Jens !


    Schön finde ich, wenn ein solches Hobby am Ende der Mühen auch ein seh-(und hör-)bares Ergebnis hat. Schon allein für das Gefühl, wenn ein totgeglaubtes Gerät wieder Töne von sich gibt, lohnt die Sache.


    Dann bist Du auf einem ähnlichen Trip, wie ich auch. Ich bastel halt gern.
    Daß ich so viele Dual habe, ist -fast- Zufall, liegt aber daran, daß ich mit den Dingern groß geworden bin, mir die früher nur nie leisten konnte. Da hatte ich mich Mitte der 70er nach einem mehrstündigen Aufenthalt in einem HiFI-Laden unsterblich in den Dual 1228 verliebt, konnte den nur mit einem Schülertaschengeld nicht finanzieren. Jetzt habe ich fünf Stück davon. :)


    Aber ich habe auch schon hoffnungslos ausgeschlachtete und gnadenlos verbastelte Geräte wieder hingekriegt. Zuletzt einen CR61 und davor habe ich eine KA230 vor der Müllpresse gerettet. Für die habe ich einen gut laufenden 1226 aus seinem Gehäuse gepelllt, das Gehäuse widerum ist an einen 1237 gegangen, der mir als Einzelchassis mit diversen Fehlteilen mal auf dem Bürgersteig stehend zublinzelte. Der widerum ist mit Teilen aus einem motorlosen Chassisfragment restauriert worden ... und so weiter.


    Das kann bedrohliche Formen annehmen:
    http://www.mcamafia.de/images/


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Das kann bedrohliche Formen annehmen:
    http://www.mcamafia.de/images/

    Zu Hülf Peter. 8o
    Ganz soweit ist es bei mir noch nicht.
    Bei mir hat es erst vor so etwa 2 Jahren angefangen, als ich keine Lust mehr auf den x.y-Wahnsinn hatte und zurück zu Stereo gewechselt bin. Nach einem, aus heutiger Sicht, Reinfall mit einem aktuellen Marantz und einen Technics 1210-Nachbau, habe ich dann gedacht, dass da mehr geht. Mittlerweile steht die Neuware in OVP in der Ecke und ich umgebe mich mit mehr und mehr historischen Geräten - so um die 30 querbeet sollten es sein.
    Da ich leider nicht die Räumlichkeiten wie Du hab, schaut mein Wohnzimmer wie ein Technikmuseum aus. Einzig das TV, PS3 und ein verstecktes Airport Express sind noch Reminiszenzen an die aktuelle Technik. Naja ... und die Boxen, an Sicken- und Membranreparatur wage ich mich noch nicht heran. Klippsch RB81 sind auch in der wandnahen Aufstellung deutlich unkritischer als meine alten MB Quart.
    Dual war für mich ein Zufall, irgendwann hat mich halt in Schweden einer im Loppis angesprungen und die Technik hat mich fasziniert. Seitdem ist von jedem Besuch mindestens ein Plattendreher zurückgekommen, zuletzt ein Garrard SP 25 Mk IV.


    So, jetzt erstmal weiter arbeiten, damit wieder Geld für neue Beutezüge bereit steht.


    Tschö


    Jens

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