Dual 491 Strobo zu dunkel

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    • Dual 491 Strobo zu dunkel

      Hi,
      ich habe hier einen klasse 491er bei dem die LED´s nur ganz dunkel leuchten. Das Komische dran ist wenn man den Dreher einschaltet leuchten die ein Bruchteil einer Sekunde hell. Aufgefallen ist mir auch, wenn ich den Teller bei Betrieb etwas mit der Hand bremse dann flackern die Led´s.
      Problem, ich kenn mich mit Elektronik gar nicht aus, hat jemand einen Tip? löten könnte ich zur Not, aber mit messen hab ich kein Plan.
    • Hi !

      Deine Fehlerbeschreibung klingt eher nach einem generellen Problem mit der Stromversorgung.

      Ein Blick ins Service Manual:

      dual.pytalhost.eu/491s/491s-04.jpg

      Da kommt von links unten die Wechselspannung ins Gerät - beim Konsolen-491 vom eingebauten Trafo.
      Die Wechselspannung geht über die vier 1N4001-Dioden und wird vom Kondensator C9003 / 1000µF stabilisiert und geglättet. Der wäre mein erster Aspirant für einen Tausch. Das Stroboskop leitet sein Pulssignal für die LED aus der Wechselspannung ab und hat parallel zu den Dioden noch einen kleinen Elko liegen, der das Signal etwas unterstützt. Das ist der C9005 mit 1µF. Beide Kondis sollten mit 25V Spannungsfestigkeit ausreichend ausgelegt sein. Die würde ich mal als erste tauschen und dann gucken. Die beiden Teile befinden sich auf dem Board in der vorderen linken Ecke, was mit dem Drehzahl-Umschalter verbandelt ist. Der C9003 ist die dicke Rolle dadrauf.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Freund Dual schrieb:

      ich würde gerne blaue, statt der eingebauten grünen Led´s verwenden, hast du im Kopf wie die Werte sein sollen?

      Moin,
      du kannst Standard 5mm LEDs nehmen. 2 Stück benötigst Du, die in Reihe geschaltet sind.... Langes Beinchen ist Plus.
      Ich habe blaue LEds anmeinem 491a verbaut. Die sind ganz schön hell. Das blendet schon fast durch die Reflektion an den Pickeln wie eine Discokugel :D
      Damalige LEDs dienten ja nur zum Leuchten und nicht wie heute zum Beleuchten.
      Daher kannst Du noch nach Bedarf einen Widerstand von ca. 400 bis 600 ohm dazwischenlöten. Das macht die Sache nach Geschmack etwas dunkler.
      Gruß
      Frank
      • Vinyl gehört auf den Teller! :)
    • Hi !

      krümel schrieb:

      Daher kannst Du noch nach Bedarf einen Widerstand von ca. 400 bis 600 ohm dazwischenlöten. Das macht die Sache nach Geschmack etwas dunkler.
      Langsam.
      Die LEDs im Strobo werden gepulst betrieben, der Grundwiderstand beträgt dabei auch nur 56 Ohm statt vielleicht 330, wie es für zwei Standard-LED in Reihe an rund 15V Gleichspannung angemessen wäre. Wenn man sich auf "Standard" Helligkeit beschränkt und diesen Grundwiderstand auf vielleicht 100 Ohm vergrößert, bleibt immer noch eine Menge Licht und - vor allem - genug Strom und Spannung für die LEDs übrig. Blaue und weiße LEDs haben eine wesentlich höhere Durchlaßspannung, als rote oder grüne.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Also Deine Leds werden Reihe geschaltet wie bei einer altmodischen WeihnachtsLichterkette. Da LEDs Dioden sind, die den Strom nur in eine Richtung durchlassen musst Du beim Anschluss an Gleichstrom auf die Polarität achten.
      Du lötest ein langes und ein kurzes Bein der beiden Leds zusammen. Die beiden übrigen Beinchen kommen an die Stromversorgung.
      Langes Bein ist plus....
      vermutlich sind das 470 Ohm Widerstände, die Du mitbekommst. Du kannst ja einen versuchsweise dazwischem schalten, ob die Helligkeit angenehmer wird
      Meine Erfahrung ist, dass ich diese superhellen blauen LEDs mit einem 560 Ohm Widerstand auf eine angenehme Helligkeit bekommen habe.
      So stelle ich auch immer die Helligkeit der SMD-Leds an meinen Kirmesmodellen ein. Gerade wenn ich bunte LED Blöcke (4-5 SMDs in Reihe) mit unterschiedlicher Durchgangsspannung mische
      Peters Einwand verstehe ich nicht... Bin eher Mechaniker ?(
      • Vinyl gehört auf den Teller! :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von krümel ()

    • Hi !

      krümel schrieb:

      Peters Einwand verstehe ich nicht... Bin eher Mechaniker
      Schön. Hier also der kleine Grundkurs über LEDs.

      Es gibt zwei Betriebsarten: Gleichstrombetrieb und Impulsbetrieb.

      Die beiden unterscheiden sich in der Dauer, in der an der LED Strom fließt.
      Da gibt es den schönen deutschen und schwerfälligen Begriff der "Einschaltdauer (ED)" (neudeutsch: Duty Cycle).
      Gleichstrombetrieb hat eine ED von 100%. Außer, wenn der Schalter auf "Aus" steht. Dann 0%.

      Bei DC-Betrieb rechnet man für den Vorwiderstand (Anliegende Spannung - Durchlaßspannung der LED(s) ) / empfohlenen Strom.
      Letzteren gewinnt man aus dem Datenblatt und der liegt bei Low-Power LEDs bei unter 5mA, bei Standard-Typen bei um 20mA und bei High-Power-Typen bei 50 und mehr mA.

      Die Durchlaßspannungen betragen bei
      Roten LED 1,6 - 2,0V
      Orangen LED 2,2 - 3,0V
      Gelben LED 2,4 - 3,2V
      Grünen LED 2,7 - 3,2V
      Blauen LED 3,0 - 5.0V
      Weißen LED 3,6 - 4,0V

      Das sind gemittelte Werte. Die realen Werte hängen z.B. vom Durchlaßstrom und von der Umgebungstemperatur ab.

      Die Unterschiede resultieren aus den unterschiedlichen Halbleitermaterialen bzw. deren Mischungen, um die entsprechende Leuchtfarbe hinzukriegen. Die Werte gelten für die "rohe" LED, also nicht für irgendwelche "Lampen-Ersatz-LEDs", die eigene Vorwiderstände oder sowas eingebaut haben. "Rohe" LEDs dürfen nicht ohne Vorwiderstände betrieben werden, da sie - wie andere Halbleiter auch - einen bestimmten Maximalstrom nicht überschreiten dürfen.

      Angenommen, man will zwei grüne Standard-LEDs an 15V DC mit 10mA Strom betreiben.
      Dann gilt (15V - (2 x 2,7V) ) / 0.01A = 960 Ohm für den Vorwiderstand
      960 Ohm ist schwer zu kriegen, also nimmt man den nächst höheren = 1KOhm. Fertig ist der Lack.

      So. Jetzt sieht das Datenblatt einer LED aber auch vor, das Ding an einer gepulsten Spannung zu betreiben. Da richtet sich der Maximalstrom nach der Einschaltdauer. Bei einer ED von 10% - also 9 Teile Dunkel, 1 Teil Hell - darf der Strom das 10-fache des DC-Stroms betragen. Eine Sinuswelle des deutschen 50Hz-Netzes dauert 20ms (t = 1 / f ... 1 / 50Hz = 0.02s). Ein "Duty Cycle" von 10 Prozent dürfte also 2ms nicht überschreiten.

      Das Strobokop des 491 ist aus dem 50Hz-Netz abgeleitet. Die beiden Transistoren und der Kleinschrott drumherum dienen dazu, einen *kurzen* aber hellen Lichtimpuls der LEDs auszulösen. Der Schalttransistor "verliert" ungefähr 0.7V bei Vollaussteuerung. Die beiden grünen LED haben zusammen eine Durchlaßspannung von 5,4V, der Maximalstrom der LED liegt bei ca. 20mA / 100% ED.
      Der Vorwiderstand, der zu ihnen in Reihe liegt, beträgt hier 56 Ohm, die Versorgungsspannung ist mit etwa 14,5V angegeben.

      Bei Gleichspannungsbetrieb gälte hier ( 14,5V - 0,7V - 5,4V ) / 56 Ohm = 0.15A = 150mA
      Das wäre der Tod für die LEDs. Das *kann* passieren, wenn die Schaltung eine Schaden hat und den Schalttransistor nicht mehr mit kurzen Impulsen befeuert wird, sondern der einfach stumpf durchschaltet. BRATZ ! ... LEDs geröstet.

      Jetzt rechnen wir mal runter. 150mA im Gleichstrombetrieb bei 100%ED - ist das etwa das 7.5-fache, was die LEDs abkönnen. Also teilen wir die 100% durch 7.5 und kommen auf 13.3% ED, in der die LEDs mit dem Vorwiderstand betrieben werden dürften. Dann beträgt der Maximalstrom *für die Zeit* immer noch 150mA, aber die *Gesamtleistung* ist innerhalb der Spezifikation. Bei 20ms Periodenzeit / 7,5 = 2,67ms in denen die LED vom Strom durchflossen ist.

      Freund Dual schrieb:

      Habe jetzt blaue Led´s mit vorgeschaltetem 12 Volt Widerstand bestellt, hoffe das funzt irgendwie,

      *Das* sind "Lampen-Ersatz-LED" mit integriertem Vorwiderstand / Konstantstromquelle und die werden Dich an der Stelle nicht weiterbringen. Die beginnen vermutlich erst oberhalb von 9V, langsam und mürbe zu glimmen und haben bei 12V ihre gemittelte Helligkeit. Du brauchst dafür ganz normale LEDs "ohne was drin", da sie kurze, scharfe Lichtimpulse senden sollen.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi - ich nochmal !

      Freund Dual schrieb:

      habe aber mit ihm aber noch ein anderes, rein mechanisches Problem, und zwar schaltet er manchmal nicht ab, sondern leitet immer wieder das Abschalten ein, Arm hebt sich, senkt sich und so weiter bis zum Erbrechen.
      Das ist beim 491 meistens das Abschaltblech auf dem Kurvenrad. Es wird nicht in die Null-Lage zurückgestellt und der ausdrehende Teller tickt es immer wieder an und so kommt es, weil die Schaltweiche im Kurvenrad in der Stop-Position liegt - zu einem Endlos-Abschalt-Loop.
      Alternativ ist der Kurzschließer dejustiert / verbogen, der die Zweitfunktion hat, das Kurvenrad in der Neutralposition festzuhalten. Dann rutscht das Kurvenrad ein Stück vor und der vorderste Zahn daran wird vom Teller-Zahnkranz mitgenommen = Endlos-Abschalt-Loop.
      Selten, daß der Alu-Hebel vom Start/Stop Schalter zum Kurvenrad einen Knick hat. Dann hättest Du extreme Probleme, auch den Start auszulösen.

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      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Danke Peter....
      Was ich hier im Forum und vor allen Dingen durch Dich gelernt habe ist der Hammer.
      Also verstehe ich es richtig,dass im Pulsbetrieb durch den höheren frequenten Strom ein Widerstand keine Besserung des Discokugeleffektes bringt im Gegesatz einer Gleichspannung?
      GRUß FRANK
      • Vinyl gehört auf den Teller! :)
    • Hi Frank !

      krümel schrieb:

      Also verstehe ich es richtig,dass im Pulsbetrieb durch den höheren frequenten Strom ein Widerstand keine Besserung des Discokugeleffektes bringt im Gegesatz einer Gleichspannung?
      Doch schon.
      Nur ist der Wertebereich ein anderer.

      Der Vorwiderstand bei der 491-Stroboschaltung beträgt für 14.5V Betriebsspannung 56 Ohm.
      Für Gleichstrombetrieb läge er - nach meiner Beispielrechnung weiter vorne - bei rund 1KOhm (10mA Strom vorausgesetzt).
      Er wäre rund 580 Ohm bei 20mA.

      Ich denke mal, daß ein Vergrößern auf 100 Ohm schon allerhand "Leuchtkraft" von den LEDs runternimmt. Wenn also zusätzlich zu dem vorhandenen 56er ein 47 Ohm Widerstand vor die erste LED gelötet würde, dürfte das schon allerhand bringen.

      krümel schrieb:

      Was ich hier im Forum und vor allen Dingen durch Dich gelernt habe ist der Hammer.

      Wir sind immer bestrebt, Informationsmängel aller Art zu beseitigen. :)

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      Peter aus dem Lipperland

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