Einstellung und Abgleich des CV 121


  • edit: Ach ja, noch etwas Konstruktives - was sich immer lohnt, ist, sich aus 17Watt Drahtwiderständen 4Ohm - Lastwiderstände zu bauen ( z.B. vier mal ein Ohm in Reihe ),


    Jo, aber bei dem einen oder anderen Verstärker die Wasserkühlung nicht vergessen, sonst gibt es Brandflecken auf dem Tisch (So hier geschehen, weil das Wasserkühlglas umgekippt war und ich keinen Bock hatte, die Sauerei zu wiederholen).
    Nun habe ich Nägel mit Köpfen gemacht: 2x 8R2 / 100W parallel auf einen großen Kühlkörper geschraubt und gut.


    Gruß
    Norbert

  • ... ich brauchte die Widerstände bisher nur für Geräte bis zum CV120 / 240 , und da war ich für so schöne Lastwiderstände bisher zu geizig.


    Nur ein kleiner Tipp - bei Ebay taucht hin und wieder die Lastwiderstandskombi auf, die Grundig für den SV140 herausbrachte. Das ist dann eine Luxusausführung im Grundig Messgerätegehäuse. Der letzte ging bei Ebay für 35 Euro weg, dafür bekommt man keine vier 8,2 Ohm-Widerstände in 100 Watt-Ausführung. Ich habe die Auktion leider verschlafen. Wenn es Dich interessiert, kann ich gerne mal den genauen Typ heraussuchen.


    Gruß Frank

  • Für das Geld bekommt man in der Tat keine 4 Stück, wobei in den meisten Fällen ein Widerstand (und damit die einkanalige Prüfung) ausreicht. Für die großen Verstärker CV 440/441 benötigte ich etwas dauerlastfestere Widerstände. Vorher hatte ich zwei der 17W-Widerstände im Wasserbad. Bei 200W Last spritzte das Wasser praktisch sofort aus den kleinen seitlichen Löchern heraus. Zusammen mit dem umkippenden Glas war die Lösung der letzte Mist.
    Jetzt kann ich 200W aufschalten und weggehen :)


    Die Grundigbezeichnung interessiert mich schon, vor Allem, wenn sich die Teile auch in der Leistungsklasse 200W bewegen.


    Gruß
    Norbert

  • funktioniert es, wenn man so einen Low-Budget-Lastwiderstand aus 1 Ohm-Widerständen zusammenbaut. Bei Reichelt kosten die Teile 74 Cent/Stck. Vier in Reihe geschaltete Widerstände halten zusammen 68 Watt aus.


    Ich habe mir eine Platine mit vier * vier 1Ohm-Widerständen aufgebaut, damit ich auch 8 Ohm Last stereophon aufbauen kann. Wenn ich die alle zu einem einzigen Widerstand zusammenschalte, hält das Teil 272 Watt Nennleistung aus, zu einem Preis von nicht mal 12 Euro. Bisher hat diese Platine sehr gut funktioniert, Wasser habe ich damit noch nicht zum Kochen bringen können, bei 100 Watt angeschlossener Verstärkerleistung kann man die Widerstände noch anfassen, ohne sich zu verbrennen.



    Gruß Frank

  • Schön und gut,
    aber ich frage mich schon ein wenig, wozu man Verstärker über längere Zeit bei Vollaussteuerung an ohmscher Last testen sollte ?
    M.E. treten die wirklich unschönen Probleme am ehesten dann auf, wenn sich die Endstufen mit komplexer Belastung herumplagen müssen.


    Gruß Eberhard

    Aktuelle Wohnzimmeranlage: SABA Konstanz-Stereo KN18 (Röhre), Telefunken TL 500, Dual 1229, Sony CDP-110, Sat-Empfänger zum Empfang u. Mitschnitt von BR Klassik, hr2, und weiterer Kulturwellen (Jippieee)

  • ... dass solche Lastwiderstände zum "Braten " gedacht sind ?


    Wenn man Verstärker seriös instandsetzt, prüft man anhand der Serviceunterlagen nicht nur den Ruhestrom, sondern auch Dinge wie Verstärkung, Eingangsempfindlichkeiten, Klirrfaktor etc. . Für alle diese Messungen speist man normalerweise irgendwelche sinus- oder rechteckförmigen " Pfeiftöne " vom Funktionsgenerator in den Verstärker ein, und steuert ihn mehr oder weniger stark aus. Wenn man z.B. die Eingangsempfindlichkeiten prüft, misst man, bei welcher Eingangsspannung der Verstärker an die Übersteuerungsgrenze kommt. Würde man für solche Messungen normale Lautsprecher als Last benutzen, würde es im Bastelkeller und für die Nachbarn unangenehm laut werden. Ausserdem haben Lautsprecher keinen frequenzunabhängigen Impedanzverlauf, was zu verfälschten Messergebnissen führt.


    Lastwiderstände sind also nichts weiter als ein Hilfsmittel zum Messen - und wenn man einen Verstärker mit 200 Watt Leistung einmessen will, muss die Last am Ausgang halt 200 Watt aushalten.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    jou, so kann man es auch machen, wobei mich die Kompaktheit der Anordnung mit Hochlastwiderständen sehr gut gefallen hatte.


    @ Eberhard: Es ist sicherlich nicht besonders sinnvoll, einen Verstärker "längere" Zeit mit einem Einton an Vollaussteuerung zu betreiben. Will man aber sicher sein, daß er es auch unter realen Bedingungen verträgt, z.B. weil man ihn repariert hat oder die Datenblattangaben einhält (Neukauf - zugesicherte Eigenschaften und Gewährleistung), sollte man schon sowohl mit Einton als auch realen Signalen testen. Wobei ich feststellen möchte, daß bereits 1min mit ca. 200W zwei zusammengeschaltete17W-Widerstände vollkommen überfordert.
    Häufig treten Fehler und Schäden bei Vollaussteuerung bzw. Übersteuerung auf, z.B. weil die Endtransistoren zu warm werden oder das Netzteil die Leistung nicht sicher bereitstellen kann.



    Selbstverständlich hast Du Recht, daß komplexe Lasten nicht weniger übel sind. Aber auch bei Tests mit komplexen Lasten sollte man den Verstärker voll ausgesteuern. ;)


    Gruß
    Norbert

  • ... bei komplexeren Geräten ist, eins nach dem anderen zu machen. Zum einfachen Abgleich sind " Sinüsse " einfach deshalb gut geeignet, weil man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Wieso soll man einen Verstärker mit komplexen Signalen quälen, bevor er mit einfachen Pfeiftönen bewiesen hat, dass alle Kennwerte stimmen.


    Nochmal zu den Lastwiderständen - als ich Dein Posting gelesen habe, habe ich nochmal bei Conrad und Reichelt reingeschaut - die dicken kompakten Lastwiderstände mit Metallgehäuse und Flansch sind in den letzten zwei Jahren preislich auf den Boden geklatscht - vor zwei Jahren hätten vier 8,2 Ohm-Widerstände mit je 100 Watt noch knapp 200 Euro gekostet. Mein Widerstandsgrab ist also nur ein Produkt meines persönlichen Rotstiftes.


    An dieser Stelle habe ich noch eine OT-Frage zu einem CV60. Ich habe gerade einen auf dem Basteltisch stehen, bei dem die Endstufen defekt waren. Auf Deiner Webseite schriebst Du, dass die Kontakte der Temperaturschalter einseitig mit dem Gehäuse verbunden wären, und man sie deshalb gegenüber dem Kühlkörper isolieren muss. Ich habe die Schalter jetzt mehrfach gemessen, und auch mal durch Erhitzen schalten lassen - es ist keine Verbindung zum Gehäuse messbar gewesen. Ich habe als Ersatztypen BD243 mit TO220-Gehäuse eingelötet, und die Isolierhülse des Befestigungssatzes vorsichtig von 3 auf 3,5mm aufgebohrt. Danach habe ich mit neuen Glimmerscheiben alles so wieder zusammengebaut, wie es vorher mit den Originaltransistoren war - funktioniert einwandfrei. Wenn Du willst, schicke ich Dir mal Fotos.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    ich habe hier noch 'nen völlig ollen CV60 rumstehen - sozusagen ein Gehäusewrack. Bei eben diesem Gerät habe ich schnell die Thermoschalter gemessen und festgestelllt, daß wenigstens einer der Schaltkontakte mit dem Gehäuse verbunden ist. Dies gilt für beide Thermoschalter.
    Wer weiß, was Dual oder ein Servicebetrieb da wieder gemacht hat.


    Der BD243 ist übrigens mit 60W Ptot spezifiziert, der BD207 dagegen mit 90W, wobei die 60W vermutl. reichen werden, solange der Verstärke nicht überlastet wird. ;)


    Die Bilder schaue ich mir gerne mal an.


    Gruß
    Norbert

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