TKS Systemhalterung reparieren

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    • TKS Systemhalterung reparieren

      Hallo zusammen,

      jetzt habe ich in verschiedenen Threads gelesen, dass auch noch andere mein Problem mit den abbrechenden Haltenasen an den TKS-Tonabnehmersystemen haben.
      Ich habe mich schon gefragt, ob das Teil ein wenig arg filigran geraten ist, oder ob ich der Grobschlosser bin.
      Neben 'dran hängenbleiben' ist auch eine häufige Ursache, dass die Madenschraube, welche den Klapphebel zum Entnehmen des Systems, sichert, zu tief eingeschraubt wird. Passiert dies, wird nämlich das ganze TKS nach unten herausgedrückt, und die Haltenasen sind das, was als erstes nachgibt. 'Nach fest kommt ab', etc.
      Meine nachfolgende Prozedur ist zwar nicht besonders originalgetreu, aber um ein kaum noch erhältliches Tonabnehmersystem zu retten und weiter einsetzen zu können, doch geeignet denke ich.
      Und doch nicht ganz so improvisiert und 'angrenzende Bauteile beeinträchtigend' wie ankleben oder Klebeband.
      Benötigt werden 0,4mm Federstahldraht und 0,4mm Spiralbohrer sowie eine Kleinbohrmaschine, z.B. Dremel oder entsprechende Discounter-Derivate.
      Ich entferne dann den Rest der abgebrochenen Haltenase und bohre ein 0,4mm Loch in den Steg, wo vorher die Haltenase war.
      Dann stecke ich ein Stück Federstahldraht durch die Bohrung und sichere es mit einem Tropfen Sekundenkleber.
      Wenn der Kleber ausgehärtet ist, zwicke ich mit einem kleinen Seitenschneider den Federstahldraht so weit hab, dass noch so viel übersteht, wie es der ursprünglichen Haltenase entspricht.

      Danach kann man das Tonabnehmersystem wieder wie ursprünglich vorgesehen, einhängen und mit dem Hebel sichern. Die richtige Vorspannung kann man beeinflussen, indem man das Drähtchen ein wenig nach oben oder unten biegt.

      Viele Grüße

      Martin
    • Den obigen Beitrag habe ich als Anregung genommen, bei einem 506-er mit Ortofon 152E die Haltenasen des TKS zu reparieren.

      Als Materialien habe ich ein kleines Stück Plastik, zwei Mini-Nägel (hatte leider nur rostige Exemplare im Keller gefunden) sowie Uhu-Endfest 2K-Kleber benötigt.

      Die Nägel wirken auf dem Photo (Bild00) ziemlich groß, sind aber in Wirklichkeit winzig klein (geschätzter Durchmesser 0,7 0der 0,8 mm). Sie waren mein Ersatz für den im obigen Beitrag verwendeten 0,4mm Federstahldraht.

      Das kleine Stück Plastik ist ein kleines Hilfs-Utensil, um die richtige Höhe der Haltenase kontrollieren zu können. Ich habe es so ausgewählt, daß es von der Dicke her genau unter eine intakte Haltenase passte.

      Vorgehen:

      Zuerst habe ich beide Haltenasen (die eine war gebrochen und die andere war noch intakt) komplett mit einem Dremel-Schleifaufsatz abgeschliffen, so daß sich zwei ebenerdige "Podeste" ergaben. (Bild01)

      Die Nägel habe ich geköpft und gekürzt (das ging so gerade eben noch mit einem stabilen Seitenschneider) und anschließend rechtwinklig
      gebogen.

      In die Podeste hiernach zwei Löcher gebohrt, die hinreichend groß waren, um die gewinkelten Nägel dort einschieben zu können.

      Da ich nicht wußte, welche Dicke hierzu nötig war, habe ich erstmal ganz kleine Löcher gebohrt (Minibohrer 0,4mm) und die dann immer weiter aufgebohrt, bis es passte (siehe Bild02 und Bild03, ich glaube, passend war es dann bei Größe 0,85).

      Obwohl die Nagel-Winkel noch nicht eingeklebt waren, konnte ich jetzt schon ausprobieren, ob die Sache so ungefähr passt.


      Ein bisschen Nacharbeit war in meinem Falle erforderlich:

      Einerseits waren die Spitzen noch zu lang und mußten etwas gekürzt werden, damit sie beim Zusammensetzendes TKS mit der Headshell so gerade eben an der geöffneten Verriegelung (also dem Inneren des drehbaren Tonarmgriffs) vorbeipassten.

      Andererseits war die Sache noch ein wenig zu hoch geraten (das könnte ich mit Hilfe des kleinen weißen Plastik-Hilfs-Utensil herausfinden). Also habe ich mit einer kleinen Feile jeweils eine kleine Vertiefungsrille in die Podeste gefeilt, so daß die Nagel-Winkel etwas tiefer eingeschoben werden konnten.


      Anschließend habe ich alles verklebt, und zwar sowohl die Stengel der gewinkelten Nägel unten in den Löchern des TKS, wie auch den oberen freien Teil, also die herausstehenden Nagelspitzen (Bild04).

      Beim Verkleben habe ich es wohl etwas zu gut gemeint und mußte am nächsten Tag ein wenig nachschmirgeln, da sich ansonsten der Verriegelungshebel nicht ganz bis zum Anschlag schließen ließ. Das hat ziemlich lange gedauert, und da ich nicht zu viel wegnehmen wollte, habe ich das System immer wieder montiert, dann wieder geschmirgelt und dann wieder montiert, ungefähr 30mal.

      Und dabei hat alles klaglos gehalten!

      Jetzt im Endeffekt sitzt die ganze Sache perfekt und ist sogar schön stramm (also kein Wackel-Griff). Auch die Madenschraube kann - gefühlvoll natürlich - eingedreht werden (vielleicht ein bisschen weniger tief als vorher, aber das bilde ich mir möglicherweise auch nur ein).

      Das Wichtigste jedoch ist, daß beide Kanäle beim Funktionstest einwandfreien Kontakt hatten (Resultat siehe Bild07).



      Insgesamt war die Arbeit ein wenig "fisselig", aber letztendlich einfacher zu bewerkstelligen, als ich vorher gedacht habe.

      Vorteilhaft bei dem Ortofon152e war natürlich, daß das System sehr schmal ist, und man daher durch das ganze TKS komplett hindurchbohren kann, so daß die Stengel unten rausschauen (siehe Bild06, dort leider nicht sonderlich gut zu erkennen). Dann kann man nämlich beim Testen auf korrekten Sitz gut beobachten, wie und ob die Stengel hoch/tief rutschen und ggf. entsprechend nachbessern.

      Beim TKS236 (von einem 505-1) dürfte das alles etwas schwieriger sein, denn dort man kann nicht komplett durchbohren, da das System in voller Breite darunter sitzt. Wenn man vorsichtig ist, müßte sich die Lösung m.M. nach aber auch dort anwenden lassen.


      Fazit: Eine voll zufriedenstellende Bastel-Lösung, von der ich mal behaupten möchte, daß sie sogar haltbarer ist als die Originalnasen.

      Mit Blick auf den Arbeitsaufwand jedoch eine unglaublich uneffektive Frickelei: so ca. 2-3 Stunden habe ich insgesamt gebraucht.

      Gruß,
      Kurt
      Bilder
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    • Neu

      Hallo,

      ich musste mich der gleichen Problematik stellen. Der eine Halter war als ganzes rausgebrochen beim anderen fehlte nur der Vorsprung. Den ganzen Halter habe ich wieder reingeklebt. Auf keinen Fall ordinären Sekundenkleber nehmen, sondern 2 Komponentenkleber (z.B. Uhu Endfest). Natürlich die Teile vorher entfetten (Feuerzeugbenzin oder Spiritus). Dann hält es auch. Beim zweiten Halter habe ich den Draht von 3 Bürotackerklammern auf passende Länge mit einem Seitenschneider abgekürzt. Die kleben ja anfangs zusammen. Den noch bestehenden Halter habe ich um die Dicke des Drahtes runtergefeilt. Dann die drei noch zusammenhängenden Drahtstücke mit Uhu Endfeste bestrichen (damit die eine Einheit bleiben) und auf den abgefeilten Stumpf aufgesetzt. Lieber etwas mehr Draht und Kleber nehmen und gut verkleben. Wenn der Kleber ausgehärtet ist probieren, ob es so reinpasst. Wenn nicht langsam Stück für Stück mit der Feile abtragen bis es sich so gerade wieder einschieben lässt. Nachdem man sich die Arbeit hat machen müssen geht man zukünftig auch vorsichtiger mit dem System um (wie oben schon steht Madenschraube usw.)
      Gruß, Henrik
      CS 627Q, C 804, CR 1710