Dual P80 Audioeingang

  • Ein Dual P80 fand gerade den Weg zu mir. Ein echtes Vergnügen!

    Im Service Manual kann ich nicht genau erkennen, was das für ein Audioeingang auf der Rückseite sein soll (49). Die Norm ist mir nicht bekannt, es ist kein 3- oder 5-Pol DIN-Stecker (so wie MIDI)

    Hat da jemand einen Hinweis?

    Herzlichen Dank, jrp

  • Hi !

    Im Service Manual kann ich nicht genau erkennen, was das für ein Audioeingang auf der Rückseite sein soll (49). Die Norm ist mir nicht bekannt, es ist kein 3- oder 5-Pol DIN-Stecker (so wie MIDI)

    Dieser komische Stecker ist eine Trennbuchse, wo man mit Hilfe eines seit Dekaden nicht mehr erhältlichen Spezialkabels das Signal vom Keramik-Tonabnehmer vom internen Verstärker abtrennen und einem externen Verstärker zuleiten konnte.

    Damit wurde der Kofferporty zu einem "gewöhnlichen" externen Plattenspieler. Der Verstärker mußte nur über einen für Kristall- und Keramik-Tonabnehmer geeigneten Eingang verfügen, was bei alten Stereoanlagen der 60er und 70er recht häufig der Fall war und wo der Plattenspieleranschluß dann mit diesem "Q"-Symbol gekennzeichnet war, was man unten links neben der Buchse sieht.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi !

    ... ein Audioeingang auf der Rückseite sein soll (49). ...

    Dieser komische Stecker ist eine Trennbuchse, wo man mit Hilfe eines seit Dekaden nicht mehr erhältlichen Spezialkabels das Signal vom Keramik-Tonabnehmer vom internen Verstärker abtrennen und einem externen Verstärker zuleiten konnte...

    Vielen Dank, Peter. Praktisch, aber schade denn ich hatte gehofft, daß dies ein Eingang wäre, kein Ausgang. Na gut. Dann muß ich mir wohl einen Eingang basteln. Das sollte ja so schwer nicht sein.

  • Hi !

    Na gut. Dann muß ich mir wohl einen Eingang basteln. Das sollte ja so schwer nicht sein.

    Nicht unbedingt. Nein.


    Ich habe vor einiger Zeit mal zwei "Schulplattenspieler" dergestalt umgebaut, daß sie einen Magnet-Vorverstärker bekommen haben, das CDS660 Keramiksystem wurde durch ein Shure M75D (Dual-Version) ersetzt. Es kam ein 2W Kopfhörerverstärker aus chinesischer Produktion rein und diese komische Buchse wurde durch eine 5-Pol-DIN-Buchse ersetzt. Dann gab es noch einen kleinen 2xUM Schalter neben dem Regler für die Kopfhörerlautstärke und der 6.35mm Kopfhörerbuchse.


    Damit ging dann folgendes:

    - Wiedergabe von Platte über den eingebauten Verstärker

    - Wiedergabe eines angeschlossenen Smartphone oder CD-Player (über ein Adapterkabel auf die Buchse) auf den eingebauten Verstärker

    - Anschluß des Plattenspielers an einen "großen" Stereoverstärker

    - Aufnahme von Platte auf z.B. Smartphone, Band etc.

    - Wiedergabe über Kopfhörer unabhängig vom internen Verstärker (Lautstärkeregelung)


    Das Problem bei den Mono-Playern ist der Mangel an einem Quellen-Umschalter. Aber wenn Du diese 3-polige Buchse entfernst, kannst Du dort eine Standard-DIN-Buchse einbauen. Der Lochdurchmesser paßt. Ein bißchen daneben kann man Platz für einen 2x UM Schalter schaffen (Kipp- oder Schiebeschalter).


    Mit dem Schalter kann man umschalten, welches Signal an den Pins 3 + 5 (Ausgang) anliegt. Entweder das vom eingebauten Plattenspieler, oder was an den Pins 1 + 4 (Eingang) reinkommt. Der Plattenspieler ist auf die Pins 3 + 5 verdrahtet. Damit ist die Buchsenbelegung kompatibel zu Verstärker- und Tape-Eingängen.


    Vor der Buchse habe ich bei meinen Umbauten den Magnet-Vorverstärker installiert. Das hat den Vorteil, daß das Signal an der Buchse kompatibel mit dem AUX-Eingängen (oder Tuner oder Tape) modernerer Verstärker kompatibel ist.

    Die beiden Stereokanäle werden mit zwei Summier-Widerständen wieder zu einem Mono-Signal für den eingebauten Verstärker zusammengefaßt, gehen aber als Stereo zum Kopfhörerverstärker.

    Für den Vorverstärker würde ich nur einen Standard-4-Transistoren-VV nehmen, weil der mit 8 - 10V zurechtkommt und nicht zu Instabilitäten neigt, wie die Varianten mit Operationsverstärker. Ich baue mir die immer aus vier BC550B auf Lochraster-Platinen auf. Die finden dann irgendwo im Gehäuse Platz.


    Der interne Verstärker braucht an einer Stelle eine kleine Änderung, weil sonst das zusammengefaßte Monosignal zu schwach ist.


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/p70s/p70-02.jpg


    Ich nehme an, daß diese Verstärkerstufe dort verwendet wird.

    Da muß der Wert für R10 experimentell angepaßt werden, um die nötige Verstärkung des Transistors T1 zu bekommen.

    Eventuell kann auch R7 nochmal zwei Stufen kleiner gewählt werden.


    Paar Details & Bilder findest Du hier:

    Was stimmt an diesem P55 nicht ?



    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Peter, toll! Wenn ich das richtig verstehe, dann wird die Trennbuchse zum Eingang, weil sie ja normalerweise eh die Zuleitung vom Tonabnehmer entweder zum internen Verstärker durchschleift, oder sie bei Benutzung des "dekandenalten" Kabels die Signalleitung unterbricht und sie stattdessen extern verfügbar macht. Verstehe ich, kann man also auch als Eingang nehmen. Summierkabel löte ich mir öfter im Audio Tonstudio. Vielen Dank für die Details, that's a working roadmap.

  • Hi !

    Verstehe ich, kann man also auch als Eingang nehmen. Summierkabel löte ich mir öfter im Audio Tonstudio.

    Kleines Problem:


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/p70s/p70-02.jpg


    Wie man auf dem Plan sieht, ist die Buchse am Verstärkereingang *und* am Tonabnehmer angeschlossen.

    Und ein kleiner Plastikstift bei dem alten Kabel betätigt noch den Mono- / Stereo-Trennschalter.


    Stecker gezogen: Kontakte geschlossen = mono

    Stecker gesteckt: Kontakte geöffnet = stereo


    Das ist, damit der über das Kabel angeschlossene Verstärker das Signal vom Tonabnehmer in Stereo kriegt.

    Der eingebaute Verstärker wird dabei aber nicht abgeschaltet, bekommt dann aber nur noch ein Signal vom linken Kanal.


    Der dahinter gezeichnete Kurzschließer ist Bestandteil des Drehers und der sorgt beim Ablauf der Automatikfunktionen für Ruhe im Lautsprecher, indem er die Signale vom Tonabnehmer gegen Masse kurzschließt.


    Wenn Du diese Buchse als Eingang benutzt - was durchaus möglich wäre, hängt da immer noch der Tonabnehmer parallel über dem Eingang. Der ist zwar sehr hochohmig, kann aber durchaus Probleme bereiten.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

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