Reaktivierung CV1180, Leistungsanzeige tut nicht

  • Hallo zusammen,


    nach krankheitsbedingter (nicht ich) längerer Abstinenz von der Werkbank will ich aktuell meine "Jugendanlage" wieder zum Laufen bringen und als "Kelleranlage" und zum Testen verwenden. Als erstes nehme ich mir den CV1180 vor und dann auch gleich noch den Grundig T8200, damit es auch was zum Hören gibt :).



    Aufgeschraubt, reingeschaut, sieht gar nicht mal schlecht aus. Konnte keinen äußerlich defekten Bauteile erkennen. Nicht mal allzu sehr verschmutzt war er:



    Sogar die Schieberegler sehen relativ gut aus, obwohl ich in Erinnerung hatte, daß diese knisterten, was ihm ja auch zu seinem damaligen Ruhestand verhalf.



    Dann ein Funktionstest durchgeführt: Beim Einschalten ertönt ein leises halliges "Wosch" , ansonsten Ruhe. Alle Regler lassen sich geschmeidig und ruhig bewegen (Selbstheilung:S?). Nur beim Betätigen des Lautstärkepotis kann man ein ganz leises Knistern vernehmen.


    Grundig dazugeschaltet, fast alles funktioniert bei einem wirklich erstaunlich guten Klang:love:! Das einzige was nicht geht, ist die Leistungsanzeige. Ist zwar nicht lebenswichtig, aber was könnte das sein und kann das auch ein Nichtelektiker wie ich beheben? Was müsste an der Kiste sonst noch gemacht werden? Knallfrösche? Potis doch irgendwie reinigen (nicht das ich da was verschlimmbessere)? Oder einfach oberflächlich saubermachen, zuschrauben und glücklichsein?


    Danke schonmal für Euren Input.


    Gruß, Holger

    DUAL 504 mit AT VM95ML
    DUAL 1019 mit Shure M75MG und N75ED II Nachbau

    Exekutive: Denon PMA-860 mit Dual CL1230:), diverse PVV

  • Hi Holger !

    Das einzige was nicht geht, ist die Leistungsanzeige. Ist zwar nicht lebenswichtig, aber was könnte das sein und kann das auch ein Nichtelektiker wie ich beheben?

    Vermutlich nicht.


    Zumindest der Umgang mit Digital-Multimeter sollte als Standardprozedur dazugehören, damit man feststellen kann, an welcher Stelle es hapert. Ich habe da schon einen Verdacht, aber ohne schlüssige Prüfung der Betriebsspannungen ist das unseriöse Raterei.

    Was müsste an der Kiste sonst noch gemacht werden? Knallfrösche?

    So fernöstlich, wie die Kiste daherkommt, ist der 10nF "Funkenkiller" über dem Netzschalter mit ziemlicher SIcherheit einer der nahezu unzerstörbaren 1.500V-Keramikkondis "im Folienmantel" als Berührungs- und Splitterschutz. Die muß man mit dem Hammer kaputtschlagen, um sie fertig zu machen. Weit entfernt davon, so suizidal zu sein, wie "unsere" Rifas, die allenthalben dafür eingesetzt werden.

    Potis doch irgendwie reinigen (nicht das ich da was verschlimmbessere)?

    Die Gefahr besteht natürlich.


    Neben den Schleiferbahnen, die Dreck und Ablagerungen sammeln, gibt es noch die Führungen für die "Gleitstücke", an denen letztlich die Knöpfe in der Front hängen. Deren Betriebswege sind ab Werk mit einem Silikonschmier behandelt, damit die Dinger im Handgefühl angenehm gleiten. Sprühst Du die Regler mit z.B. Teslanol durch, um die Widerstandsbahnen zu reinigen, löst sich der Silikonschmier und gerät ins Innere. Damit sind gleich zwei verhängnisvolle Mißgeschicke vorgeplant: 1. landet der Schmier auf der Widerstandsbahn und sorgt für noch mehr Knistern und Drecksammlungen und 2. gleitet der Schieber nicht mehr so schön und hakelt eventuell.


    Wartung von Schiebereglern ist ein Thema für sich ...


    Also: Deckel drauf und laufenlassen.

    Außer, Du traust Dir doch zu, ein paar Messungen "am lebenden Objekt" vorzunehmen, so daß man eventuell dem Anzeigenfehler auf die Spur kommt.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    danke für Deine, wie immer, zielführenden Antworten. Die fettigen Wollmäuse an den Reglern entferne ich noch (Foto war im ungereinigten Zustand), ansonsten lasse ich alles erstmal so bis mal wieder ein Regler auffällig werden sollte. Nur der VU Meter dürfte gerne funktionieren, wenn der Aufwand überschaubar ist (Originalität und so) ...


    Multimeter kann ich und gewisse Grundkenntnisse bezüglich Elekrtotechnik sind auch vorhanden, Messungen am lebenden Objekt würde ich mir auch zutrauen (kenne ich bisher fast nur von Plattenspielern), und kann durchaus auch 24V von 230V unterscheiden8). Aber das wars dann auch :(


    Gruß, Holger

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  • Hi Holger !


    Die Stromversorgung für den VU-Meter-Teil übernimmt der Transistor Q701.


    In dem Bild von der Innenansicht - 2. Bild - kann man den sehen.

    Vom VU-Meter in der Front kommt ein vieradriges Flachbandkabel runter auf das Hauptboard. Einen Zentimeter darüber sitzt der Q701 "mit dem Gesicht zur Wand" - also mit der flachen Seite zum Kühlkörper hin.

    Damit ist der von links nach rechts Basis (B); Kollektor (C), Emitter (E) belegt.


    Steckst Du den schwarzen Meßstift vom Multimeter hinten in den "Minus" (-) von einem der Lautsprecheranschlüsse.

    Mit dem roten Meßstift mal von vorne an die Pins des Transi tippen. Multimeter so hinlegen, daß man es ablesen kann, ohne den Kopf und den Körper drehen zu müssen. Dabei passieren immer die blöden Unfälle.

    Offen verlaufende Netzspannungsleitungen oder Netzsicherungen kann ich nicht entdecken, also ist Abrutschen und Kurzschließen das größte Risiko. Das Multimeter könnte also z.B. oben auf den Kühlrippen liegen. Wenn das Gerät vorher aus war, sind die noch nicht warm.


    Meßbereich 200V (oder "Auto-Range", wenn vorhanden.)

    An der Basis (linker Pin) sollten um 18V anliegen, am Kollektor (in der Mitte) etwa 36.5V als Eingangsspannung, am Emitter (rechter Pin) eine etwas höhere Spannung als an der Basis, also so ca. 18.5V als Ausgang. Das ist die Spannung, die den fünf LEDs mit ihren Vorwiderständen und dem Pin 8 des TA7654 Chip als Betriebsspannung zugeführt werden.


    Meine Vermutung ist, daß es den Transi zerlegt hat. Dann müßten die Spannungen an Basis und Kollektor da sein, die am Emitter aber nicht.

    Alternativ ist die Versorgung auf dem VU-Meterboard durch einen defekten Stabilisierungs-Elko kurzgeschlossen, dann dürften am Emitter noch ein paar Volt rauskommen, aber nicht die vollen 18V.


    Guck' mal erstmal danach, was wir da für ein Bild bekommen und dann machen wir weitere Pläne.

    Wenn Du Glück hast, ist auch nur das Verbinderkabel nicht richtig drin. Es sieht so aus, als ob das am Board in einen Schnellverbinder geklemmt ist.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    habe dann mal etwas rumgemessen: links18,3V / Mitte 36V / rechts 17,7V (von Bedienseite aus gesehen). Passt zwar nicht ganz, sollte aber i.O. sein, oder?


    Dann habe ich das LED Board ausgebaut um das Flachbandkabel durchzuklingeln: Bingo. 2 Adern haben keinen Durchgang. Muß mal schauen, ob ich was Passendes rumfliegen habe. Aber wie kann das sein? an der Stelle bewegt sich doch nichts ...


    Gruß, Holger

    DUAL 504 mit AT VM95ML
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  • Hi Holger !

    habe dann mal etwas rumgemessen: links18,3V / Mitte 36V / rechts 17,7V (von Bedienseite aus gesehen). Passt zwar nicht ganz, sollte aber i.O. sein, oder?

    Jupp.

    Das sieht okay aus und liegt im erwarteten Bereich.

    Dann habe ich das LED Board ausgebaut um das Flachbandkabel durchzuklingeln: Bingo. 2 Adern haben keinen Durchgang. Muß mal schauen, ob ich was Passendes rumfliegen habe. Aber wie kann das sein? an der Stelle bewegt sich doch nichts ...

    Das kann auch oberflächliche Oxydation sein.


    Manchmal sind diese Flachbandkabel zur Verbesserung der Leitfähigkeit mit silberhaltigen Kabeln gefertigt, die bei dünnerem Querschnitt höhere Stromstärken bei geringerem ohmschen Widerstand erlauben. Der Silbergehalt des Leitermaterials führt allerdings auch zu einem Aufbau von Silberoxyd - so schwarze Streifen oder Stellen am eigentlichen Draht. Das reicht, um den Leiter gegen die Verklemmung auf den Boards zu isolieren.


    Ich kann mir nicht vorstellen, daß es intern wirklich gebrochen sein sollte.

    Aber gut: zwei Leiter, die nicht funktionieren - und wenn einer davon die Stromversorgung ist, dann geht eben vorne nix.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    nach Oxydation sieht das nicht aus:



    Allerdings habe ich die Kabel noch mal mit einem anderen Multimeter nachgemessen, und da sind die in Ordnung :S (mein neues Peaktech misst manchmal Mist, v.a. bei Batterieunterstützung wie Widerstände, Kapazitäten, Temperatur u.ä.:/). Stehe also wieder am Anfang. Wonach kann ich noch schauen?


    Gruß, Holger

    DUAL 504 mit AT VM95ML
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  • Hi Holger !


    Die Leitung mit der schwarzen Ader ist 1

    1 = Eingang 1

    2 = Eingang 2

    3 = Masse

    4 = Versorgung


    Das IC ist angeblich nur für 4 - 15V geeignet. Sie gehen da mit +18V drauf, was ich etwas seltsam finde.

    Aber okay.


    Mit einer 9V-Blockbatterie (+ an 4, - an 3) und einem 10K Widerstand von (+) an die anderen beiden Anschlüsse gehalten, müßte die LED Kette angehen. Spaßeshalber kannst Du Dir ja nochmal die beiden Kondis angucken. Der 47µF ist m.W. nach Verzögerung, der 1µF Stabilisierung der internen Referenzspannung.


    Die Spannung an Q701 haben wir ja schon mal geprüft, da sollten die +18V am Emitter, die das Ding versorgen, auch an dem Pin 4 vom Kale im Board anliegen. Da der Q701 außer dem LED-Meter nix versorgt, kann dann eigentlich nur noch ein Verbindungsproblem bestehen - oder der TA7654P hat sich die Karten gelegt. Das kann man mit dem Batterie-Test prüfen, wie oben beschrieben.


    Viel mehr Fehlermöglichkeiten gibt es an der Stelle nicht.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter,


    Batterietest nicht erfolgreich:(. Es leuchtet nichts und der TA7654P wird dabei sehr heiß (bei 60° habe ich abgebrochen).


    Da das aber nichts Kriegsentscheidendes ist werde ich das LED Board wieder einbauen, aber nicht mehr anschließen. Oder kann ich dadurch mir irgendwelche Folgeschäden einhandeln?


    Grüße aus dem verdammt heißen Nordbaden,


    Holger

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  • Argh.

    Batterietest nicht erfolgreich :( . Es leuchtet nichts und der TA7654P wird dabei sehr heiß (bei 60° habe ich abgebrochen).

    Ich fürchte, daß das mein Fehler ist.


    Ich habe die Stromanschlüsse verwechselt.

    Wenn man sich die Platine anguckt (was ich eben nochmal gemacht habe) sieht man, daß Pin 4 (!) an die IC-Anschlüsse 6 + 7 geht, die laut Schaltbild Masse sind. Damit ist Pin 3 die Versorgung ... Grrr. Das kommt davon, wenn mit drei Sachen gleichzeitig beschäftigt ist.


    Schätzungsweise dürfte das IC das nicht überstanden haben.

    Ich gucke mal, wenn ich das nächste Mal im Lager bin, ob ich noch ein TA7654P im Bestand habe. Müßte in der gleichen Kiste liegen, wie die UAA170 und UAA180 und die LM3915 VU-Meter-ICs.


    Schlimmstenfalls hat einer meiner Lieblingsversender antiker Bauelement (sherlocks-technicshop) noch was auf Lager ...


    https://www.ebay.de/p/1568751492


    Tut mir leid. Das wäre jetzt nicht nötig gewesen.


    X/

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Und er hat es doch überstanden :). Pole an der Batterie gewechselt und der Christbaum leuchtet mit Widerstand an Pin 1 und 2 ...


    Gruß, Holger

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  • Hi Holger !

    Und er hat es doch überstanden :) . Pole an der Batterie gewechselt und der Christbaum leuchtet mit Widerstand an Pin 1 und 2 ...

    Das überrascht mich jetzt doch etwas.

    Die Dinger scheinen doch robuster zu sein, wie ich dachte.


    Okay.


    Wenn das Ding jetzt wieder im Verstärker drinsitzt, dann mal an den Pins 3 + 4 vom Kabel bzw. Pin 7 + 8 vom IC messen, ob da die +18V vom Transistor Q701 ankommen.


    Die beiden Eingänge des IC werden von zwei Spannungsteilern vom Ausgang des Verstärkers "gefüttert".

    Da wird die Ausgangsspannung der Endstufen auf ein für das IC verträgliches Maß reduziert.


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/cv1180s/1180s-04.jpg


    Das sind die Widerstände R128 / R129 / VR102 (links) und R228 / R229 / VR202 (rechts). Die beiden Kondis C132 und C232 dienen etwas zur Bedämpfung der Impulse. Mit den Reglern kann man den Wert einstellen, bei dem alle LEDs leuchten. Die beiden Kanäle werden im IC zu einem Summensignal zusammengefaßt - deshalb gibt es nur eine LED-Kette. Sparsam.


    :)

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter

    Das überrascht mich jetzt doch etwas.

    Die Dinger scheinen doch robuster zu sein, wie ich dachte.

    Eventuell doch zu früh gefreut. Habe den Test im Keller noch mal wiederholt und festgestellt, daß die LED's auch ohne Widerstand leuchten. Ich nehme an, das ist nicht gut und würde ja eine Dauerbeleuchtung bedeuten, oder liege ich da falsch?


    Das werde ich ja heute Abend sehen, wenn ich den Verstärker wieder zusammenbaue und anschalte. Aktuell wird er gerade etwas gereinigt. Die Messungen mache ich dann auch. Im Keller ist es recht angenehm von den Temperaturen. Ich glaube, ich ziehe dort ein8).


    Gruß, Holger


    Nachtrag: War dann doch neugierig. Alles zusammengebaut, eingeschaltet, Leistungsanzeige geht immer noch nicht. Spannung kommt aber am Bord an, komisch:S. Dann mal etwas am Lautstärkeregler geschoben und siehe da, wenn die Lautstärke anfängt unerträglich zu werden, zappelt die erste LED. Geht also doch, nur springt sie m.E. zu spät an ...

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    Exekutive: Denon PMA-860 mit Dual CL1230:), diverse PVV

    Einmal editiert, zuletzt von HoRa () aus folgendem Grund: Nachtrag eingefügt

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