C839 mit thermischen Fehler

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • C839 mit thermischen Fehler

      Heute möchte ich etwas über einen Fehler schreiben, der mich die letzten Tage beschäftigt hat.
      Von einem Forenmitglied hatte ich ein C839 Tapedeck zur Reparatur bekommen mit der Fehlerbeschreibung 1 Kanal tot und zu schnelle Banggeschwindigkeit.
      Der tote Kanal war verhältnismäßig schnell gefunden. Es war ein defekter Dolby-IC LM1011. Nach austausch funktionierte der Kanal wieder.
      Bei der Prüferei war von einer zu schnellen Bandgeschwindigkeit nichts zu merken. Die war einwandfrei. Eine Testkassette mit 1000 Hz-Pegel und 0dB wurde einwandfrei wiedergegeben.
      Also das Gerät wieder zugemacht, aber zur Sicherheit eine Kassette im Dauerbetrieb laufen gelassen.
      Als ich nach ca. 2 Stunden wieder in die Werkstatt kam war der Fehler da. Das Gerät lief mit ca. doppelter Gescwindigkeit. Da ich diesen Fehler schon mal hatte und damals der Reglerbaustein TCA955 defekt war, war mir jetzt auch klar, dass es diesmal wieder so ist. Da ich keine mehr hatte musste ich erst welche bestellen. Also Gerät zur Seite gestellt und was anderes gemacht.
      Nach ein paar Tagen waren die ICs da. Dem IC hatte ich eine Fassung gegönnt. Also IC rein und alles war OK.
      Erst wollte ich das Gerät schon verpacken, habe aber dann doch noch einen Dauertest gemacht.
      Tja, nach ca. 1 Stunde war der Fehler wieder da. Zur Sicherheit habe ich ein weiteres IC in die Fassung gesteckt. Der Fehler blieb. Also lag es nicht am IC. Das bestätigte sich als das Gerät wieder kalt war.
      Jetzt kamen eigentlich nur noch ein paar Bauteile und der Generator, der sich unter der rechten Schwungmasse befindet, in Frage.
      Bei der Messung mit dem Oszi war keine Regelfrequenz des Generators messbar. Eine Ohmsche Messung der Generatorwicklung ergab keinen Widerstandswert, der eigentlich bei ca. 4 Ohm liegen müsste.
      Nach der Demontage des Laufwerkes konnte ich durch drücken auf die sehr dünnen Anschlussleitungen die kurzzeitig die Verbindung wieder herstellen. Mit dem Ohmmeter und zwei Nadeln wurde dann der genaue Ort der Unterbrechung gesucht und gefunden.
      Genau an der Knickstelle von der Wicklung zu den Lötanschlüssen war die Unterbrechung.
      Um wieder einen vernünftigen Anschluss zu bekommen habe ich zuerst die allten Lötstützpunkte entfernt und zwei kurze Enden Silberdraht an deren Stelle in den Körper eingeschmolzen. Dann die dünnen Leitungen zu den Windungen vorsichtig blank gekratzt, einen 0,25mm dicken Draht verzinnt auf diese blanken Anschlüsse gelegt und mit dem Lötkolben heiß gemacht in der Hoffnung dass sich jetzt das Zinn am Draht mit der dünnen Leitung verbindet. Danach das andere Ende des Drahtes mit dem neuen Lötstützpunkt verlötet. Dann die gleiche Prozedur mit dem zweiten Anschluss. Und es hat geklappt. Die Generatorspule hat wieder ihre ca. 4 Ohm und funktionierte wieder.Gelötet habe ich mit einer ganz feinen Weller-Lötspitze und den dazu passenden Lötdraht.
      Anbei ein paar Bilder von dieser äusserst fummeligen Prozedur.


      Nachdem alles soweit gelungen war hat sich noch ein kleiner Fehler gezeigt. die Aufnahmefunktion ging nicht. Die Magnetspule für die A/W-Schaltebene wurde nicht angesteuert. Aus der Prozessorbox kam nicht der Magnet-Anzug-Impuls. in der Prozessorbox war ein Pegelumsetzer-Baustein (DS88L12) defekt. Nach dessen Austausch funktionierte das auch wieder.
      Ein Dauertest mit dem Gerät in der Wiederholfunktion eine ganze Nacht lang ergab keine Probleme.
      Somit konnte es wieder die Heimreise antreten.
      Viele Grüße
      HaJo

      >> Bitte keine Fachfragen per PN oder E-Mail. <<
      >>>>> Nutze das Forum zum Vorteil aller. <<<<<